Die Operation „Gomorrha“ begann in der Nacht vom 24. Juli auf den 25. Juli 1943

Operation Gomorrha war der militärische Name für eine Serie von Luftangriffen, die von der Royal Air Force im Zweiten Weltkrieg, beginnend zum Ende des Juli im Jahre 1943, auf Hamburg ausgeführt wurden. Es waren die damals schwersten Angriffe in der Geschichte des Luftkrieges. Befohlen wurden diese Angriffe von Luftmarschall Arthur Harris, dem Oberbefehlshaber des Britischen Bomber-Command.

Im Alten Testament galten die Städte Sodom und Gomorrha als die Städte der Sünder und Verbrecher, die Gott mit Regen aus Feuer und Schwefel bis auf die Familie Lots vollständig vernichtete.

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Hamburg 1943

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Vorgeschichte

Den Luftangriffen ging eine Absprache zwischen den Westalliierten und Stalin voraus. Stalin hatte auf einer zweiten Front im Westen von Deutschland bestanden. Die Westmächte wollten diesen Angriff mit Bodentruppen allerdings noch nicht einleiten und hatten als Kompromiss die Bombardierung deutscher Städte angeboten.

Voraussetzung für die Operation Gomorrha waren die von den Alliierten erstmals eingesetzten Düppel aus Stanniolstreifen, die die deutschen Radaranlagen durch starke Reflexionen des ausgesendeten Radarstrahls „blendeten” und damit diese Funkaufklärungstechnik zu dem Zeitpunkt des Krieges nahezu wirkungslos machten.

Das Bombardement

Im Rahmen der Operation Gomorrha kam es zu fünf Nachtangriffen durch die Royal Air Force (im folgenden: RAF) und zwei Tagesangriffen durch die United States Army Air Forces.

Die Angriffe begannen in der Nacht vom 24. Juli auf den 25. Juli 1943 mit der Bombardierung Hamburgs durch 791 britische Bomber. Durch Fehlwürfe der Zielmarkierungen (Zielpunkt war die St.-Nikolai-Kirche im Stadtkern) erstreckten sich die Schäden über ein recht weites Gebiet. Trotzdem kam es in der Innenstadt, in Hoheluft, Eimsbüttel und Altona zu ausgedehnten Flächenbränden. Auch einige nordwestliche Vororte wurden getroffen. „Die Zahl der Toten schätzte die Luftschutzleitung auf etwa 1.500 […] Genauere Feststellungen für den ersten Großangriff hat es nicht gegeben.”

Am Nachmittag des 25. Juli griffen 40 amerikanische Bomber Ziele im Hamburger Hafen an. Es wurden mehrere Schiffe versenkt und einige Mineralölbetriebe getroffen.

Am Mittag des 26. Juli griffen 71 amerikanische Bomber erneut Ziele im Hamburger Hafen an. Dabei wurde auch das Kraftwerk Neuhof getroffen. Bei den beiden Tagesangriffen kamen etwa 150 Menschen ums Leben.

Bei dem vierten Angriff im Rahmen der Operation Gomorrha handelte es sich um einen Störeinsatz von sechs britischen Maschinen vom Typ Mosquito in der Nacht vom 26. zum 27. Juli, der nur unbedeutende Sachschäden anrichtete.

Beim zweiten Großangriff der RAF in der Nacht vom 27. auf den 28. Juli 1943 wurden 739 Bomber eingesetzt. Der Schwerpunkt der Bombenabwürfe lag in den östlich der Innenstadt gelegenen Stadtteilen. Aus den Flächenbränden bildete sich wegen der ungewöhnlichen Wetterumstände, die in dieser Nacht über Hamburg herrschten, ein Feuersturm. Die orkanartigen Winde, die am Boden auftraten, fachten die umliegenden Brände weiter an. Die Stadtteile Rothenburgsort, Hammerbrook und Borgfelde wurden fast völlig zerstört, auch in Hamm, Eilbek, Hohenfelde, Barmbek und Wandsbek gab es größere Zerstörungen. Etwa 30.000 Menschen verloren bei diesem Angriff ihr Leben.

Während des dritten Großangriffs der RAF in der Nacht vom 29. auf den 30. Juli 1943 kamen 726 Bomber zum Einsatz. Die Bomben fielen hauptsächlich auf die Stadtteile Barmbek, Uhlenhorst und Winterhude. Trotz ausgedehnter Flächenbrände kam es nicht zur Bildung eines Feuersturms, obwohl Barmbek ein ebenso dicht besiedelter und bebauter Stadtteil war wie Hammerbrook. Die Zahl der Opfer kann nur geschätzt werden; eine Quelle geht hier von etwa 1.000 Toten aus.

Die RAF setzte für den siebten und letzten Angriff im Rahmen der Operation Gomorrha in der Nacht des 2. zum 3. August 1943 740 Bomber ein, die während eines schweren Gewitters Hamburg erreichten. Die Bombardierung erfolgte daher weitgehend ungezielt und es kam zwar zu mehreren Großfeuern (beispielsweise in der Hamburgischen Staatsoper), aber zu keinen Flächenbränden. Über die Zahl der Opfer dieses Angriffs ist nichts bekannt, sie dürfte aber deutlich geringer sein als beim ersten oder dritten Großangriff der RAF.

Angriffstechnik

Zur Bombardierung wurde eine Mischung von Luftminen, Spreng-, Phosphor- und Stabbrandbomben verwendet.

Die Luftminen und Sprengbomben deckten dabei durch ihre enorme Druckwirkung gezielt die Dächer der Häuser ab, ließen die Fensterscheiben zerspringen und unterbrachen – sofern sie auf einer Straße aufschlugen – oftmals die Wasserleitungen.

Die Phosphorbomben und Stabbrandbomben konnten die nun freiliegenden hölzernen Dachstühle entzünden, wobei sich die Brände über die fast ausschließlich aus Holz bestehenden Treppenhäuser auf die weiter unten liegenden Etagen ausbreiteten und, begünstigt durch die zerborstenen Fensterscheiben, auch genügend Sauerstoff erhielten. Letztendlich führte dies zum vollständigen Ausbrennen der Gebäude.

Die Angriffe beschränkten sich immer auf einen Sektor der Stadt. Zentraler Ausgangspunkt war der 147,3 Meter hohe Turm der Nikolaikirche, deren Ruine nicht wieder aufgebaut wurde und heute als Mahnmal und Dauerausstellung zur Operation Gomorrha dient.

Die vorhandenen Bunker zum Schutz der Bevölkerung konnten in dieser Phase des Krieges nur noch bedingt Schutz bieten, da während des Krieges immer größere Bomben eingesetzt wurden. Auch führte der Sauerstoffbedarf der Brände zum Erstickungstod vieler Eingeschlossener.

Auswirkungen

Es sprach sich in der Welt schnell herum, dass sich in und über Hamburg etwas bislang nie Dagewesenes ereignet hatte. Ob Ernst Jünger, Wehrmachtssoldat in Paris, oder Bertolt Brecht, Exilant in den USA – in ihren Tagebüchern ist die Erschütterung spürbar. In New York referiert der Schriftsteller Julien Green in seinem Tagebuch kommentarlos eine Meldung aus Stockholm, die er der New York Times vom 5. August 1943 entnommen hatte:

„Ein deutsches Kind, Flüchtling aus Hamburg, erreicht die Grenze nach der grauenvollen Bombardierung Hamburgs durch die RAF. Das Kind ist zwölf Jahre alt. Es trägt zwei Säcke, die es vor den Zöllnern öffnen muss; der erste enthält die Kaninchen des kleinen Jungen, der zweite den Leichnam seines zweijährigen Bruders.“

Die Anzahl der Opfer der Operation Gomorrha ist nicht genau festzustellen. Bis zum 30. November 1943 waren 31.647 Tote geborgen worden, von denen 15.802 identifiziert werden konnten. Die Hamburger Luftschutzleitung schätzte zu dieser Zeit die Gesamtzahl der Opfer auf 35.000, heutige Beiträge der Geschichtswissenschaft gehen von einer Zahl von etwa 34.000 Toten und 125.000 Verletzten infolge der Operation Gomorrha aus. Eine ausführliche Darlegung, die sich mit den häufig anzutreffenden höheren Angaben der Opferzahl anhand des vorhandenen Quellenmaterials auseinandersetzt, findet sich in dem Buch von Hans Brunswig.

Es zeigte sich, dass die vorhandenen Bunker und Schutzräume völlig unzureichend waren. Daher wurde eine Evakuierung eingeleitet, die in einigen Stadtteilen noch rechtzeitig durchgeführt werden konnte, beispielsweise in Barmbek. Alle Bewohner, die nicht unbedingt in der Rüstungsproduktion benötigt wurden, mussten die Stadt verlassen. Kinder wurden im Rahmen der Kinderlandverschickung weitestgehend auf dem Land in Sicherheit gebracht. Insgesamt flohen nach den Angriffen etwa 900.000 Hamburger aus der Stadt in die „Aufnahmegaue” in Bayern und Ostdeutschland bzw. Polen.

Nachwirkung

Der Feuersturm hat weite Teile der alten Hamburger Bebauung vollständig zerstört, ehemalige Stadtviertelzentren, wie die Altstadt Altonas, existieren, ebenso wie auch diverse Baudenkmäler, nicht mehr. Einstmals in Straßen voller Altbauten integrierte Gotteshäuser wie die St.-Nikolai-Kirche, St.-Michaelis-Kirche oder die St. Trinitatis-Kirche stehen heute weitgehend isoliert und wurden nach dem Krieg zum Teil nur notdürftig wieder instandgesetzt. Plätze, wie den Eimsbütteler Marktplatz, gibt es nur noch als Namen auf Erinnerungstafeln oder Straßenschildern, während breite Verkehrswege wie die Ludwig-Ehrhard-Straße oder die südliche Holstenstraße durch einstmals dicht bebaute Wohngebiete führen. Der Öjendorfer Park, eine hügelige Landschaft im östlichen Hamburger Stadtteil Billstedt, entstand auf den abgeladenen Kriegstrümmern.

In dem damals vollständig zerstörten Stadtteil Hammerbrook, vorher ein überwiegend von Hafenarbeitern bewohntes Viertel, sind praktisch keine Wohngebäude und Altbauten mehr vorhanden. Stattdessen befinden sich dort fast ausschließlich neu errichtete Gewerbebauten.

Die letzten Bombenbrachen der Operation Gomorrha wurden erst Ende der 1960er Jahre beseitigt, zahlreiche Fleete wurden mit Trümmerschutt gefüllt und ab den 1950er Jahren mit Straßen überbaut, insbesondere in der Innenstadt. Die Nachkriegsbauten stehen meist quer zur Straße und bilden keine zusammenhängenden Baublöcke mehr, damit sollte ein erneuter Flächenbrand verhindert werden.

Für die Stadt Hamburg war die Operation Gomorrha nach 1945 nicht nur städtebaulich von zentraler Bedeutung, der Hamburger Feuersturm von 1943 hat zudem einen besonderen Platz im Gedächtnis der Stadt. Die Erinnerung an den Luftkrieg hatte in der Hamburger Öffentlichkeit jahrzehntelang höchste Priorität, wie der Historiker Malte Thießen festgestellt hat:

„Wegen der bis heute sichtbaren Zerstörungskraft”, so schreibt Thießen in seiner Studie zum Gedenken an die Operation Gomorrha, „waren die Juli-Angriffe – im Gegensatz zu Ereignissen wie der Machtergreifung, dem Attentat vom 20. Juli 1944 oder der Novemberpogrome 1938 – von Anfang an als kollektiver Fixpunkt im städtischen Gedächtnis verankert.”

Bis heute gibt es zu großen Jahrestagen der Luftangriffe offizielle Kranzniederlegungen des Senats und umfangreiche Gedenkveranstaltungen, Ausstellungen in Museen oder Denkmalsetzungen. In den durch die vom Bombenkrieg getroffenen Hamburger Wohnvierteln findet man an vielen Nachkriegsbauten Tontafeln mit dem Hamburger Wappen und einer Inschrift mit dem Datum der Zerstörung und des Wiederaufbaus. Sie wurden von der Hamburger Baubehörde für Wohnungen gestiftet, die nach den Zerstörungen 1943 unter finanzieller Förderung der öffentlichen Hand wieder aufgebaut wurden. Sie sollten nicht zuletzt dem ungebrochenen Wiederaufbaugeist der Hansestadt Ausdruck geben.

Vor dem Einkaufszentrum an der „Hamburger Straße” befindet sich ein Denkmal, das an die 370 Opfer erinnert, die am 30. Juli 1943 in einem Schutzraum eines nahen Kaufhauses an Kohlenmonoxidvergiftung starben. Das Denkmal wurde am 8. Mai 1985 eingeweiht und befindet sich auf einer Verkehrsinsel inmitten einer viel befahrenen Kreuzung.

Auf dem Friedhof Ohlsdorf befindet sich das Massengrab der Bombenopfer mit dem Mahnmal von Gerhard Marcks. Dieses Denkmal wurde am 16. August 1952 unter starker Beteiligung der Bevölkerung und von politischen Vertretern, sowohl des Senats als auch des Bundes, eingeweiht und ist bis heute der Ort für die offiziellen Kranzniederlegungen des Senats.

„Ich wollte Held sein, aber ich bin Terrorflieger geworden. Ich kann dieses (Kriegsverbrechen) nicht verteidigen.“ 

– Harold Nash, Britisches Bombenkommando in „Der Bombenkrieg“, ZDF, 04.02.2003 –

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Typische Szene in Hamburg nach dem Brandbombenangriff. Beachten Sie die große Menge des Schuttes und Feuer eine Woche nach dem Angriff. Die Wahrscheinlichkeit des Entkommens war sehr gering.

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Mehrere Tage nach dem Angriff aufgefundene Bewohner eines Luftschutzraumes. Der Tod kam scheinbar ohne Kampf.

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Mann der den Auswirkungen von hoher Hitze auf der Straße erlag, während er Schutz suchte. Kleidung war verbrannt, während die Schuhe unversehrt waren. Position suggeriert, daß er versuchte aufzustehen und weiterzugehen.

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Beispiel eines Opfers der Hitze. Position des Haares zeigt deutlich Reißen und Rückzug der Haut vom Schädel und um die Augenhöhlen. Kleidung praktisch unversehrt.

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Effekt von trockener Hitze bei einer Gruppe von Bewohnern eines Luftschutzraumes. Reißen der Haut, des Kopfhaut und um die Augenhöhlen. Kleidung praktisch intakt.

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Ein weiteres nach der Brandbombardierung vom 27. und 28. Juli in den Straßen von Hamburg gefundenes Opfer; Auswirkungen der Hitze. Beachten Sie die Abwesenheit von Kleidung und Anwesenheit von Schuhen.

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Auf seinem Bauch liegenden gefundenes Opfer der Hitze, auf den Rücken gerollt, um die intakte Haut auf der Brust und dem Bauch zu zeigen. Genitalien stark geschwollen. Beachten Sie die starke Verkohlung.

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Körper einer jungen Frau; Hitzetod. Verhärtung der Haut und des unterliegenden Gewebes.

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Schutzraumbewohner. Fortgeschrittenes Stadium der Kremation durch trockene Hitze.

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Ein weiterer Schutzraumbewohner. Fast vollständig verkohlter Körper.

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Ein weiteres Beispiel eines Schutzraumbewohners im fortgeschrittenen Stadium der Verkohlung.

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Szene mit der Rettungsarbeiter konfrontiert werden, als sie einige Tage nach dem Angriff einen Schutzraum betraten. Opfer erlagen Kohlenmonoxidvergiftung.

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Quelle: Metapedia

Der Befreier Mussolinis – Otto Skorzeny – starb am 5. Juli 1975

Otto Skorzeny (Lebensrune.png 12. Juni 1908 in Wien; Todesrune.png 5. Juli 1975 in Madrid) war ein deutscher Offizier der Waffen-SS, zuletzt im Range eines SS-Obersturmbannführers.

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Otto Skorzeny

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Ausbildung

Am 12. Juni 1908 wurde Otto Skorzeny in Wien geboren. Er entstammte einer alten Soldatenfamilie der k.u.k. Monarchie. Skorzeny erlebte als Zwölfjähriger den von allen relevanten politischen Kräften Deutschösterreichs, linker wie rechter, gewollten Anschluss Deutschösterreichs an das Deutsche Reich mit (Verfassung vom 23. März 1919). Erst im Oktober 1919 wurde das schon als vereint gesehene Land wieder von den alliierten Siegermächten unter Missachtung des zuvor von ihnen propagierten „Selbstbestimmungsrechts der Völker“ zerissen.

Skorzeny prägten die alljährlich auf dem Wiener Heldenplatz stattfindenden Demonstrationen für die Wiedervereinigung Deutsch-Österreichs mit dem Deutschen Reich, aber auch 1921 die Volksabstimmung in Tirol, bei deren Ausgang 98,8% für einen Anschluss an das Deutsche Reich stimmten.

1926 beginnt er ein Studium der Ingenieurswissenschaften an der Technischen Hochschule Wien. Dort wird er wird Mitglied der schlagenden „Burschenschaft Markomannia zu Wien“ und holt sich beim akademischen Fechtkampf seine auffällige „Schmisse“ auf der linken Gesichtshälfte, weshalb er später von den Alliierten „Scarface“ (deutsch Narbengesicht) genannt wurde. Nach dem Maschinenbaustudium wurde er 1931 Diplomingenieur.

In seiner Freizeit spielte er Fußball und freundete sich mit dem späteren Reichs- und Bundestrainer Sepp Herberger an.

1927 kam es zum sozialistischen Umsturzversuch des Republikanischen Schutzbundes in Wien, an dessen Bekämpfung Skorzeny durch die „Heimatwehr“ des Fürsten Ernst Rüdiger Starhemberg und den „Heimatschutz“ des Majors Emil Fey teilnahm.

Das Verbot selbst eines harmlosen Abkommens über gegenseitige Zollfreiheit zwischen Österreich und dem Deutschen Reich durch die Siegermächte des 1. Weltkrieges motivierte Skorzeny für seinen Kampf um die Wiedervereinigung beider deutschen Länder.

Skorzeny, der sich als Gerüstbauer durchschlug, lernte im Jahre 1932 Joseph Goebbels kennen, als dieser in Wien eine Propagandarede hielt. Dieser mitreißende Augenblick veranlasste Skorzeny, der NSDAP beizutreten.

1933 etablierte sich in Österreich eine christlich-autoritäre Diktatur unter Engelbert Dollfuß, der sämtliche Parteien verbot und das Parlament auflöste.

Der Aufstand im Juli 1934 gegen das Dollfuß-Regime hatte keinen Erfolg, obwohl Dollfuß selbst dabei umkam. Skorzeny befand sich zum Zeitpunkte des Aufstands in Italien auf einer Urlaubsreise. Dort lernte er Mussolini kennen. Dabei erfuhr er, dass der Duce fünf italienische Divisionen zum Einmarsch nach Österreich an der Grenze hatte aufmarschieren lassen für den Fall, dass der mit italienischem Geld finanzierte Aufstand gelungen wäre. Für Mussolini zählte das deutsche Österreich bis dahin zu seinem „römischen“ Interessensgebiet.

1935 wurde Skorzeny Mitglied des „Deutschen Turnerbundes“, der 60.000 militärisch geschulte Mitglieder hat, und wird dort Zugführer.

Auf Druck des Deutschen Reiches ernannte im März 1938 Bundespräsident Wilhelm Miklas den von Adolf Hitler geforderten Arthur Seyß-Inquart zum neuen Bundeskanzler. In der Nacht vom 10. auf den 11. März versuchte eine SA-Abteilung den Präsidentenpalast zu stürmen und Bundespräsident Miklas zu entführen, der aber von seiner Garde verteidigt wurde.

Skorzeny verhinderte durch sein Einschreiten als Zivilist ein Massaker. Seyß-Inquart bedankte sich persönlich bei Skorzeny.

Skorzeny machte nach dem Anschluss Österreichs einen selbst finanzierten Pilotenschein. Beruflich stieg er zum Teilhaber einer Gerüstebaufirma auf. Zu seinem Freundeskreise zählen Ingenieur Ferdinand Porsche und Reichsbankpräsident Hjalmar Schacht, dessen Tochter er in zweiter Ehe heiratete.

Zweiter Weltkrieg

Skorzeny bewarb sich 1940 als Pilot bei der Luftwaffe, die ihn wegen seines zu hohen Alters von 31 Jahren ablehnte. Danach versuchte er es bei der Waffen-SS, die ihn als Ingenieur in einer Kfz-Instandsetzungskompanie einsetzte.

Skorzeny beim Führer Adolf Hitler

Den Westfeldzug durchlebte er in den Reihen des SS-Regimentes Germania. Am 30. Januar 1941 folgte seine Beförderung zum SS-Untersturmführer. Nachdem er im April 1941 in Serbien miteingerückt war, nahm er in den Reihen der SS-Division Das Reich am Ostfeldzug teil. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet und kämpfte ostwärts von Kiew gegen eingeschlossene sowjetische Verbände. Danach stieß er mit seiner Division bis nach Moskau vor.

Im November 1941 wurde Skorzeny durch Stalinorgel-Raketen am Kopf verwundet, zog sich im Lazarett außerdem die Ruhr und Gallenkoliken zu.

Skorzeny wurde 1942 nach seiner Entlassung aus einem Wiener Lazarett nur noch „GvH“ geschrieben und zu einer Wachsoldateneinheit der „Leibstandarte Adolf Hitler“ nach Berlin versetzt. Der Dienst langweilte ihn dort, deshalb meldete sich Skorzeny zur Panzerwaffe. Vor seinem Fronteinsatz bei der SS-Division „Totenkopf“ erlitt Skorzeny einen Ruhrrückfall und wurde erneut zur Reserve der LAH nach Berlin zurückversetzt.

Im April 1943 bot man Skorzeny eine neue Verwendung: Für den Sonderlehrgang Oranienburg der Waffen-SS wurde ein neuer Chef gesucht, der gleichzeitig in Friedrichsthal bei Oranienburg eine Schule für den Agenteneinsatz hinter den feindlichen Linien aufbauen sollte. Skorzeny übernahm beide Aufgaben und wurde als SS-Obersturmführer der Reserve beim Amt VI, SD-Ausland (Auslandsnachrichtendienst) des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA) kommandiert. Zusammen mit seinem Adjutanten, SS-Obersturmführer Karl Radl, zog er geeignete Soldaten für die neue Einheit heran und studierte gründlich alle Berichte über Ausbildung und Einsatz von Kommandotruppen. Zu den Aufgaben der Kommandotruppe gehörten Infanterie- und Pionierausbildung, der Umgang mit Granatwerfern, leichten Geschützen und Panzern, Fahrerausbildung an Motorrad, Auto, Motorboot und Lokomotive, sowie Sport und Reitunterricht.

Danach wurde er zum Hauptsturmführer (Hauptmann) d.R. befördert. Viele seiner von ihm geplanten Operationen sahen die verantwortlichen Vorgesetzten als „zu riskant“ an und lehnten sie ab. Er bezeichnete sie selbst als „Einsätze, die Wunschträume blieben“ – von denen jeder einzelne im Erfolgsfall den Krieg hätte entscheiden können.

Die Befreiung Mussolinis

Am 25. Juli 1943 wurde Benito Mussolini durch ein Komplott, das von hohen Funktionären der faschistischen Partei vorbereitet worden war, abgesetzt, verhaftet und an einem unbekannten Ort untergebracht. Skorzeny wurde daraufhin, zusammen mit fünf anderen Offizieren, ins Führerhauptquartier befohlen.

Adolf Hitler wählte ihn für eine Aufgabe aus, die er ihm unter vier Augen erläuterte. Er sei davon überzeugt, dass Italien unter einer – vom König eingesetzten neuen Regierung – bald aus dem Kriege ausscheiden und den Duce an die Alliierten ausliefern werde.

Ende 1943 erfolgte Adolf Hitlers Befehl, den nach dessen Sturz von Landsleuten festgesetzten Benito Mussolini zu befreien. General Kurt Student beauftragte den Kommandeur des Fallschirmjäger-Lehr-Bataillons Major Harald Mors mit der Durchführung. Skorzeny beteiligte sich mit einem kleinen SS-Trupp.
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Otto Skorzeny und Adolf Hitler

Skorzenys Aufgabe sei es gewesen, den Aufenthaltsort Mussolinis ausfindig zu machen und ihn aus seiner Gefangenschaft zu befreien. Der Einsatz sollte mit größter Geheimhaltung vorbereitet und durchgeführt werden. Nach Rücksprache mit General Student gab Skorzeny vom Führerhauptquartier aus seine Weisungen, für die Bildung einer Einsatzgruppe, nach Berlin durch. Bis zum nächsten Morgen mussten etwa 40 Mann mit Tropenuniformen, Zivilanzügen, Waffen, Sprengstoff, Funkgeräten, Fallschirmen und neuen Soldbüchern versehen werden, um in Italien die Anwesenheit von Angehörigen der Waffen-SS zu verbergen.

Es war vor allem das Verdienst des Polizeiattachés an der deutschen Botschaft in Rom, des SS-Sturmbannführers Herbert Kappler, dass die häufig wechselnden Aufenthaltsorte Mussolinis ermittelt werden konnten. Einer der Aufenthaltsorte, an denen Mussolini schwer bewacht wurde, war die nördlich von Sardinien gelegene Seefestung Maddalena. Skorzeny traf Vorkehrungen, Mussolini durch den Handstreich von Soldaten, die durch Schnellboote auf die Insel gebracht werden und die italienischen Wachen überwältigen sollten, zu befreien.

Die Aktion, die am 28. August 1943 durchgeführt werden sollte, musste jedoch gestoppt werden, nachdem bekannt geworden war, dass man Mussolini unmittelbar vorher weggebracht hatte. Die neue italienische Regierung war also über die geplante Aktion auf Maddalena scheinbar unterrichtet und konnte deshalb Mussolini, im letzten Augenblick, von der Insel bringen lassen. Später stellte sich heraus, dass der Abwehr-Chef und später als Hoch- und Landesverräter entlarvte Admiral Canaris, auch diese Aktion verraten hatte.

Der 1,96 m große SS-Sturmbannführer Otto Skorzeny mit Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes und Stahlhelm als Kommandeur des SS-Sonderverbands z.b.V. „Friedenthal“

Glücklicherweise konnte der neue Aufenthaltsort Mussolinis schnell festgestellt werden. Es handelte sich um das Sporthotel am Gran Sasso im Abruzzen-Gebirge – in etwa 2.000 Metern Höhe. Skorzeny und Radl überflogen am 8. September 1943 das Gebiet und machten Aufnahmen vom Gran Sasso. Kurz darauf konnte auch die Entwaffnung der Italiener durch die deutschen Truppen durchgeführt werden. Da nach der Kapitulation der italienischen Armee die Auslieferung Mussolinis an die Alliierten zu erwarten war, musste dessen Befreiung in höchster Eile versucht werden. Ein Einsatz gegen das Hotel war nur möglich, durch eine Luftlandeoperation mit Lastenseglern.

Kurzfristig wurden aus Südfrankreich zwölf solcher Fluggeräte nach Italien befohlen. In ihnen konnten, außer dem Piloten noch neun Mann untergebracht werden. Als Landeplatz legte Skorzeny eine Wiese in der Nähe des Hotels fest. Gleichzeitig sollte ein Fallschirmjäger-Bataillon im Tal die Bodenstation einer Seilbahn besetzen welche zum Hotel führte. Karl Radl machte noch den Vorschlag, den Carabinierigeneral Soleti mitzunehmen, der den italienischen Wachmannschaften gut bekannt war, und durch ihn den Befehl erteilen zu lassen, nicht auf die deutschen Soldaten zu schießen. Am 12. September 1943 kam es zum Start. General Student verabschiedete 17 Männer der Waffen-SS und 90 Fallschirmjäger am Flugplatz Pratica di mare. Einmal über dem Landegebiet erkannte Skorzeny jedoch, dass die von ihm als Wiese angesehene Fläche, irrtümlicher Weise ein Skisprunghügel war. Eine Landung war dort also nicht möglich. Skorzeny befahl nun dem Piloten, in einer Art abgefangenem Sturzflug, möglichst nahe am Hotel zu landen. Sein Segler kam etwa 15 Meter vor dem Gebäude zum Stillstand.

Skorzeny, die Männer seines Flugzeugs und der Carabinierigeneral Soleti rannten auf das Hotel zu. Karl Radl, dessen Segler unmittelbar hinter dem von Skorzeny landete, hat diesen Moment in seinem Buch „Befreier fallen vom Himmel“ beschrieben:

„Skorzeny nimmt seine Männer, sie laufen auf das Hotel zu. Da, ein italienischer Posten. General Soleti ruft ihn an: ‚Nicht schießen! Nicht schießen!’ Der Posten wird stehen gelassen, weiter auf das Hotel zu. Eine Tür fliegt auf. Das ist der Funkraum. Ein italienischer Soldat am Funkgerät. Er fliegt mit einem Ruck vom Stuhl. Ein, zwei Kolbenschläge mit der Maschinenpistole, und das Funkgerät ist unbrauchbar. Das wäre geschafft. Um Hilfe können die nicht mehr rufen. Doch keine Tür führt aus dem Kellerraum. Zurück, hinaus. Es geht um die Ecke am Vorbau. Wieder ein Posten. ‚Nicht schießen! Nicht schießen!’ ruft der General. Und auch dieser Posten schießt nicht. Da, eine zwei Meter hohe Betonmauer. Skorzeny steigt über die Schulter eines Mannes hinauf. Tritt ihn halb zusammen dabei. Der hilft den anderen aber auch noch hinauf. Sie stehen auf der Terrasse vor der Hausfront, wollen auf den Haupteingang zu, da fängt sich eben die 3, das ist mein Flugzeug, an der Fallschirmbremse in die Waagerechte vom Sturz auf, es ist vielleicht eine Minute vergangen. Alles zählt nur noch nach Sekunden. Meine Maschine schlägt auf, hebt sich nochmals, wird noch 50 Meter hinausgeschleudert und landet, zirka 100 Meter vor dem Hotel. Und schon eilen wir dem Chef zu Hilfe. Der sieht eben auch den Duce am Fenster. ‚Duce, treten Sie vom Fenster zurück, weg vom Fenster!’ ruft Skorzeny, er befürchtet doch noch das Entstehen einer Schießerei, und da kann leicht ein Unglück geschehen. Wir dringen weiter auf das Hotel vor… Noch bevor ich den Eingang erreiche, sind Skorzeny und Schwerdt eingedrungen, haben sich ohne Waffengebrauch einen Weg durch die Carabinieri gebahnt. Die sind völlig fassungslos und wollen aus dem Hotel heraus. Sie haben offenbar gerade Mittagsruhe gehalten. Zum Teil haben sie ihre Maschinenpistolen dabei, zum Teil sind sie ohne Waffen. Sie sehen ihren General, den viele kennen, und keiner schießt. Skorzeny und Schwerdt rasen eine Treppe in dem seinem Inneren nach vollkommen unbekannten Hotel hoch. Skorzeny reißt eine Tür auf im ersten Stock. Es ist die richtige. Drinnen steht Mussolini. Bei ihm sind zwei Offiziere und ein Mann in Zivil. Sie fliegen im Bogen heraus. Dann sind sie allein. Da erscheinen auch schon die Unteroffiziere Gföller und Gläsner in der Tür. Und als ich selbst durch die offene Tür trete, meldet Skorzeny gerade: ‚Duce, der Führer schickt uns, Sie zu befreien!’ Mussolini ist sehr bewegt. Er antwortet nur: ‚Ich wusste, daß mich der Führer nicht im Stich lassen würde.’ Drückt Skorzeny die Hand, umarmt ihn, küsst ihn auf die Wange, dasselbe geschieht mir, Schwerdt und Warger.“

Der italienische Kommandant des Hotels kapitulierte und wenig später konnte ein Fieseler Storch landen, der Mussolini und Skorzeny vom Gran Sasso zu einem Flugplatz brachte, von wo aus sie nach Wien flogen. Dort erhielt Skorzeny folgenden Anruf von Adolf Hitler:

„Skorzeny, Sie haben eine militärische Tat glücklich zu Ende geführt, die in die Geschichte eingehen wird. Mir haben Sie meinen Freund Mussolini wiedergegeben. Ich habe Ihnen das Ritterkreuz verliehen und sie zum SS-Sturmbannführer befördert. Ich möchte Ihnen meine Glückwünsche aussprechen.“

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Das Attentat vom 20. Juli

Skorzeny war in den folgenden Monaten mit der Verstärkung seiner Kommandotruppen und der Entwicklung neuer Waffen für ihre Einsätze voll ausgelastet. Aus seinem Sonderverband z.b.V. Friedenthal entstand der Jagdverband Mitte mit fünf Bataillonen, einem Lehrbataillon und anderen Einheiten. Durch Zufall musste er am 20. Juli 1944 wieder eine unvorhergesehene Aufgabe übernehmen. An diesem Tag brachte Oberst Stauffenberg während einer Lagebesprechung im Führerhauptquartier eine Sprengladung zur Explosion, die Adolf Hitler und seine engeren Mitarbeiter töten sollte. Nach der Ausschaltung des Führers sollte das Ersatzheer die Macht übernehmen. Das Attentat schlug aber fehl und Adolf Hitler wurde nur leicht verwundet. Skorzeny hatte am 20. Juli 1944 gerade einen Zug von Berlin nach Wien bestiegen, als er erfuhr, dass von den Verschwörern alarmierte Truppen auf Berlin vorrückten. Skorzeny rückte mit einer Kompanie seiner Soldaten gegen den Sitz des Befehlshabers des Ersatzheeres vor, in dem die Verschwörer jedoch schon von Offizieren des Heeres festgenommen und einige von ihnen erschossen worden waren. Der Befehlshaber des Ersatzheeres war inzwischen befreit, jedoch seines Postens enthoben worden. Skorzeny veranlasste daraufhin die Offiziere, ihre Arbeit wieder aufzunehmen, wärend er dafür sorgte, dass die für Rüstung, Nachschub und Ersatz zuständige Dienststelle des Heeres ihre Aufgaben wieder erfüllte.

Skorzeny in Ungarn

Im September 1944 erteilte der Führer Skorzeny einen neuen Auftrag. Der ungarische Reichsverweser Horthy hatte sowohl mit den West-Alliierten, wie auch mit den Sowjets Fühlung aufgenommen und bereitete die Kapitulation seines Landes vor.

Skorzeny sollte diesen Abfall verhindern. Er versammelte seine Einheiten im Raum Wien, veranlasste ihre Ausrüstung mit neuem Material und Fahrzeugen und begab sich in Zivil zur Erkundung nach Budapest. Fünf Wochen lang orientierte er sich über die örtlichen Verhältnisse. Es stellte sich heraus, dass als Beauftragter Horthys dessen Sohn Niklas über den jugoslawischen Partisanenführer Tito mit den Sowjets Kontakt aufgenommen hatte und die Waffenstillstandsverhandlungen vorbereitete. Am 15. Oktober 1944 wurde Niklas Horthy bei einem mit Titos Beauftragten geplanten Zusammentreffen von SS-Männern festgenommen. Wenige Stunden später verkündete der ungarische Rundfunk, dass Horthy mit den Sowjets einen Waffenstillstand abgeschlossen habe.

Skorzeny befahl daraufhin für die Morgenstunden des 16. Oktober 1944 die Besetzung der Budapester Burg, in der Horthy seinen Amtssitz hatte. Um Mitternacht umzingelte ein Teil seiner Truppen den Burgberg, den anderen stellte Skorzeny zu einer Marschkolonne zusammen, mit der er bis zur Burg vorrücken und so den Eindruck erwecken wollte, es handle sich um eine vereinbarte Maßnahme. Der Plan gelang; die aufgestellten Pak-Geschütze der Ungarn feuerten nicht und schließlich kapitulierte der ungarische General. Am nächsten Tag wurde die ungarische Armee auf eine neue Regierung vereidigt, die den Kampf gegen die Sowjets an deutscher Seite fortsetzte. Eine große Gefahr für die deutschen Truppen war somit durch Skorzeny und seine Männer beseitigt worden. Als Skorzeny dem Führer seinen Einsatz in Budapest schilderte, sagte der ihm:

„Das haben Sie gut gemacht, lieber Skorzeny. Ich habe Sie mit Wirkung vom 16. Oktober 1944 zum SS-Obersturmbannführer befördert und Ihnen das Deutsche Kreuz in Gold verliehen.“

Darauf machte er Skorzeny mit seiner nächsten Aufgabe vertraut.

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………..

Die Ardennenoffensive

Im Westen war der Vorstoß der Engländer und Amerikaner an der Reichsgrenze zum Stehen gebracht worden. Der Führer plante eine neue Offensive, die aus dem Raum zwischen Aachen und Luxemburg durch die Ardennen bis an die Kanalküste führen und danach die feindlichen Kräfte nördlich der Linie Bastnach – Brüssel – Antwerpen vernichten, sowie Antwerpen als Nachschubhafen der Alliierten ausschalten sollte. Skorzeny wurde im Rahmen der Operation Greif die Aufgabe übertragen, durch Soldaten in englischer und amerikanischer Uniform die Maasbrücken zwischen Lüttich und Namur in Besitz zu nehmen und sie bis zum Eintreffen der regulären Truppen vor Sprengungen zu schützen. Außerdem sollten kleine Kommandos in feindlicher Uniform hinter den amerikanischen Linien falsche Befehle erteilen, Nachrichtenverbindungen stören, alliierte Truppen irreleiten und in ihren Reihen Verwirrung stiften. Dieser Einsatz ist bestimmt wirkungsvoll gewesen. Bald liefen brauchbare Nachrichten ein über die Situation hinter den feindlichen Linien. Der Führer einer Gruppe schickte zum Beispiel ein amerikanisches Panzerregiment in eine falsche Richtung, ließ Fernsprechleitungen zerstören und Wegweiser der amerikanischen Truppen entfernen. Noch größer als diese Wirkung waren aber Konfusion und Spionagehysterie, die nun hinter den amerikanischen Linien ausbrachen.

Die Oderfront

Nach dem Zusammenbruch der Ostfront erhielt Skorzeny den Befehl, mit seinen Jagdverbänden, Friedenthaler (als Teil des SS-Jagdverbandes „Mitte“) und dem SS-Fallschirmjägerbataillon 500 (inzwischen zum SS-Fallschirmjägerbataillon 600 umbenannt) ostwärts der Oder um Schwedt einen Brückenkopf zu bilden und zu halten, der für spätere Offensiven gegen die Rote Armee gedacht war. Skorzeny sicherte das Gebiet wie befohlen, sammelte zurückgehende deutsche Soldaten und SS-Freiwillige des fehlgeschlagenen Unternehmens Sonnenwende und füllte mit ihnen seine vier Bataillone auf, die den Grundstock der Division Schwedt (Kampfgruppe/Sperrverband Skorzeny) bildeten. Er konnte auch zahlreiche Flüchtlinge sicher über die Oder bringen. Am 28. Februar 1945 sagte ihm der Führer:

„Skorzeny, ich muß Ihnen danken für Ihre Leistungen an der Oderfront. Ihr Brückenkopf war lange Tage der einzige Lichtblick. Ich habe Ihnen das Eichenlaub zum Ritterkreuz verliehen und werde es Ihnen in einigen Tagen aushändigen. Dann müssen Sie mir über Ihre Erfahrungen berichten.“

Bei Kriegsende geriet Skorzeny, am 20. April 1945 noch zum SS-Standartenführer befördert, in der Nähe von Salzburg in amerikanische Gefangenschaft.

Skorzeny sagte in einem Interview von 1953, daß er mit hundert zuverlässigen Männern und zwei Hubschraubern auch die Gefangenen aus dem Spandauer Kriegsverbrechergefängnis leicht hätte befreien können.

Nachkriegszeit

Im Jahre 1947 wurde er in Dachau wegen des Einsatzes von Soldaten in feindlicher Uniform im Zuge der Operation Greif angeklagt, jedoch freigesprochen. Bis zum Juli 1948 wartete er im Lager Darmstadt auf sein sogenanntes Entnazifizierungsverfahren, das aber immer wieder verschoben wurde um Skorzeny lange in Haft zu behalten. Deshalb wählte er von sich aus den Weg in die Freiheit. Er blieb noch zwei Jahre in Deutschland und Frankreich und ging 1951 nach Spanien, wo er sehr erfolgreich als Ingenieur tätig war. Auch hat er geholfen, einen ägyptischen Geheimdienst mit dem Namen Moukhabarat zu formieren. Ein schweres und unheilbares Lungenleiden führte ihn 1975 zur ärztlichen Behandlung nach Heidelberg. Dort waren die letzten Besucher vor seiner Rückkehr nach Spanien, acht Tage vor seinem Tod, Hans Ulrich Rudel und Waldemar Schütz. Otto Skorzeny berichtete ihnen bei dieser Gelegenheit von seinem Besuch im Führerhauptquartier im Herbst 1944, als der Führer erkrankt war und ihn an seinem Bett empfing. Der Führer sagte ihm an diesem Tag, er habe die Atombombe deshalb nicht bauen lassen, weil er nicht die Verantwortung dafür übernehmen wollte, dass die Menschheit durch ein solches „Teufelswerk“ vernichtet werde.

Am 5. Juli 1975 starb Otto Skorzeny in Madrid. Seine Urne wurde in Wien beigesetzt.

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Otto Skorzeny im Familiengrab in Wien mit Lebens- und Todesrunen (ᛉᛣ)

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Quelle: Metapedia

Unternehmen Barbarossa

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Seit der Annexion der baltischen Staaten, Bessarabiens und der Nordbukowina durch die Sowjetunion im Juni und Juli 1940 hatte sich das deutsch-sowjetische Verhältnis stark verschlechtert. Als Außenminister Wjatscheslaw M. Molotow im November in Berlin verhandelte, legte er die sowjetischen Fernziele unverblümt dar: Gewinnung Finnlands und der restlichen Bukowina, Einbeziehung Bulgariens in die eigene „Sicherheitszone“ und Errichtung von Stützpunkten auf den Dardanellen. Daneben bekundete er das Interesse an Ungarn, Jugoslawien, Griechenland, dem deutschen Teil Polens und an der freien Durchfahrt durch die Ostseeausgänge.

Eine Verwirklichung der Forderungen Molotows hätte Josef W. Stalin zum Schiedsrichter und Herrn über Europa gemacht. Offenbar hatte Molotow auszuloten versucht, wie weit die Nachgiebigkeit seines deutschen Gegenübers ging.

Diese Forderungen erweckten bei Adolf Hitler den zwingenden Eindruck, dass man bei deren Erfüllung immer weiter in die Abhängigkeit von Stalin geraten würde, der gegebenenfalls auch zur Erpressung greifen konnte. Mit dieser Aussicht konnte sich ein Staat, der um seine Großmachtstellung kämpfte, nicht abfinden. So gelangte Hitler zur Auffassung, nur die Wahl zwischen Angriff oder Unterwerfung zu haben. Obwohl die Weisung Nr. 21 „Fall Barbarossa“ vom 18. Dezember 1940 keinen endgültigen Entschluß darstellte, betrachtete Adolf Hitler den Krieg gegen die Sowjetunion mittelfristig als unvermeidlich – eine Einschätzung, die üb­rigens auch Stalin teilte.

Die Gesamtlage bot zu Jahres­beginn 1941 das Bild, wonach sich Deutschland zwischen zwei Großmächten, nämlich Großbritannien und der Sowjetunion, befand, was auf einen Zweifrontenkrieg hinauslief. Falls die Rote Armee aufmarschierte, mussten die deutschen Truppen an der Ostgrenze wesentlich verstärkt werden. Tatsächlich rü­stete die Sowjetunion massiv auf, auch wenn das ganze Ausmaß noch verborgen blieb. Würde Stalin den Lockrufen aus London, ein Bündnis einzugehen, auch künftig widerstehen? Man hatte wertvolle Zeit seit dem Sommer verloren, und das un­geplante Eingreifen deutscher Truppen in Griechenland würde weitere Zeit kosten. Auch die strategische Alternative – Defensive im Osten bei gleichzeitigem Angriff gegen England – erschien kaum weniger riskant, so dass sich Adolf Hitler zur Offensive gegen Sowjetrußland entschloss. Für ihn galt es, die mittelfristige Bedrohung aus dem Osten abzuwenden und Rückenfreiheit gegenüber England zu gewinnen. Dazu kam noch das ideologische Motiv: Der Kampf gegen den Bolschewismus.

„Aufmarschanweisung Barbarossa“

Das Oberkommando des Heeres (OKH) erließ am 31. Januar die „Aufmarschanweisung Barbarossa“, wonach die drei Heeresgruppen Nord, Mitte und Süd mit Panzerkeilen die gegnerischen Truppen durchbrechen und einkesseln sollten. Es war geplant, die Masse der sowjetischen Kräfte noch diesseits von Düna und Dnjepr zu vernichten. General­stabschef Franz Halder rechnete mit einer grenznahen, zähen Verteidigung, wo­gegen ihm ein weiträumiges Absetzen unwahrscheinlich erschien. Man stellte sich zwar auf schwere Grenzschlachten ein, hoffte aber, nach deren siegreichem Abschluss in die Tiefe vorzustoßen und die noch kampffähigen Teile des Gegners zu schlagen. Im Großen und Ganzen neigte der deutsche Generalstab dazu, die operativen Ri­siken und die gegnerischen Reserven zu unterschätzen.

Den Hauptangriff hatte die starke Heeresgruppe Mitte mit zwei Panzergruppen zu führen, die den Gegner in doppelseitiger Umfassung aufreiben, den Dnjepr überschreiten und den Raum Smolensk gewinnen sollte; hierauf hatten starke Kräfte nach Norden einzuschwenken, um gemeinsam mit der Heeresgruppe Nord den Widerstand des Gegners im Baltikum zu brechen, Leningrad zu erobern und sich mit den Finnen zu vereinigen. Erst nach Abschluß dieser vorrangigen Aufgabe wollte man das Rüstungs- und Verkehrszentrum Moskau angreifen, wo immerhin elf Bahnstrecken zusammenliefen. Währenddessen sollte die Heeresgruppe Süd mit starkem Nordflügel auf Kiew vorstoßen, Brückenköpfe über den Dnjepr bilden, hierauf gemeinsam mit den aus Rumänien angreifenden Truppen den Gegner westlich des Stromes vernichten und dann das Donezgebiet erobern.

Kampfpause nach der Gewinnung von Smolensk

Der deutsche Generalstab hatte zwar sein Endziel Moskau durchsetzen können, musste aber den Wunsch Hitlers, zunächst Leningrad zu erobern, akzeptieren. Dieser Plan, gewissermaßen ein operativer „Zwischenschritt“, besaß den Vorteil, den linken Flügel der nach Moskau strebenden Heeresmitte freizuschlagen, ehe man den Großangriff auf die Hauptstadt eröffnete. Obendrein konnte man dann den Angriff von Nordwesten her unterstützen. Die Konzeption bestach mi­litärstrategisch, stieß jedoch bei General Halder auf wenig Gegenliebe, der es versäumte, den Vorrang Moskaus in der operativen Planung festzulegen. Jedenfalls war vor­gesehen, nach der Gewinnung von Smolensk, 650 Kilometer von der Grenze entfernt, eine Kampfpause von mehreren Wochen einzulegen, um die Truppe aufzufrischen und zu bevorraten.

Die drei Heeresgruppen umfaßten 120 2/3 Divisionen, darunter 17 Panzerdivisionen, während die OKH-Reserven nur 28 1/3 Divisionen betrugen. An Panzern und Sturm­geschützen standen 3.580 zur Verfügung, darunter fast 2.500 solcher Typen, die nicht als Kampfpanzer gelten konnten. Dies bedeutete im Vergleich zum Gegner in den westlichen Militärbezirken eine Unterlegenheit von 1 : 3. Die Erhöhung der Anzahl der Panzerdivisionen von 10 auf 20 war nur durch eine radikale Kürzung der Panzer pro Division möglich gewesen. Bei der Fahrzeugausstattung mußte man auf Beutebestände zurückgreifen. Die Luftwaffe bot rund 2.700 Frontflugzeuge auf, wogegen die Sowjets in den westlichen Militärbezirken fast 8.500 Frontflugzeuge konzentrierten. Als besonders schwierig erwies sich die Versorgung. Man war fast ausschließlich auf Lkw-Transporte angewiesen, deren Leistung jedoch in dem Maße absank, je länger die Fahrstrecken wurden. Der Vorrat an Treibstoff reichte nur für eine Dauer von drei Monaten, und auch der personelle Ersatz deckte nur die Ausfälle von drei Monaten. Wegen der zügigen Rückführung der Truppen nach Abschluss des Balkanfeldzuges hielt man am 22. Juni als Angriffstermin fest.

Der Aufmarsch der Roten Armee

Auf der Gegenseite hatte die Rote Armee im Frühsommer 1941 eine Stärke erreicht, die weit über das für die Vertei­digung nötige Maß hinausging. Die Streitkräfte umfassten insgesamt 5,4 Millionen Mann, von denen 4,9 Millionen in den westlichen Landesteilen standen. Die Einführung der zweijährigen Dienstzeit 1939 hatte die aktive Truppe mächtig verstärkt, und Mitte Mai 1941 wurden weitere 800.000 Reservisten einberufen. Die Aufstellung neuer Verbände, vor allem der mechanisierten Truppen, ging zügig voran. Es waren 61 Panzer- und 31 motorisierte Divisionen vorhanden, aus denen 29 mechanisierte Korps mit durchschnittlich 550 Panzern gebildet wurden. Allein 25 dieser Korps marschierten im Westen auf. Insgesamt erreichte der Panzer­bestand fast 24.000, darunter 14.500 in West- und Zentralrussland. Der Typ T-34/76 war damals der beste Kampfwagen der Welt. Auch bei der Artillerie hatte eine rasante Aufrüstung statt­gefunden, wobei allein in den westlichen Militärbezirken fast 35.000 Geschütze standen. Nicht zuletzt hatte man die Luftstreitkräfte extrem verstärkt, die in Westrussland 15.800 Maschinen umfassten, darunter aber nur wenige moderne Typen.

Dem Aufmarsch der Roten Armee waren zahlreiche Überlegungen vorangegangen, die schließlich in den Aufmarschplan einflossen, den Armeegeneral Georgi K. Schukow, der Generalstabschef, am 15. Mai Stalin vorlegte und der auch von ihm genehmigt wurde. Grundsätzlich dominierte der Gedanke, die Beendigung der deutschen Angriffsvorbereitungen nicht abzuwarten, sondern selbst die Initiative zu ergreifen und dem Gegner im Zustand seiner Schwäche zuvorzukommen. Dementsprechend wurde auch der Aufmarsch gestaltet, den Schukow in den Tagen nach dem 15. Mai befahl. Die Aufmarschanweisungen an die vier grenznahen Militärbezirke entsprangen keinen „Schub­ladenentwürfen“, da Schukow und Verteidigungsminister Semjon K. Timoschenko nie gewagt hätten, derart wichtige Weisungen ohne Autorisierung durch Stalin zu geben.

Schukow plante, bei einer Gesamtstärke von 303 Divisionen zwei strategische Staffeln zu bilden. Das Schwergewicht sollte im Südwesten im Frontbogen von Lwow/Lemberg – Sambor liegen, von wo aus eine mächtige Armeegruppe von 122 Divisionen nach Südpolen vorzustoßen hatte, um hierauf nach Norden zu schwenken und gemeinsam mit Teilen der Westfront die gegenüberstehenden Deutschen in einer Kesselschlacht zu vernichten. In einer zweiten Phase sollten die siegreichen Armeen bis zur Danziger Bucht vorstoßen und den östlich davon stehenden Deutschen in den Rücken fallen. Das hätte die Kriegsentscheidung bedeutet. Am 13. Juni korrigierte General Nikolai F. Watutin, Schukows Stellvertreter, den Angriffsplan, wonach acht Armeen mit 120 Divisionen den Angriffskeil im Südwesten bilden sollten.

Sowjetische Mobilmachung

Dass sich der sowjetische Gegner laufend verstärkte, geht auch aus dem Mobilmachungsplan vom 12. Februar 1941 hervor, wonach eine Aufstockung auf 8,9 Millionen Mann, 37.000 Panzer und 22.200 Frontflugzeuge für 1941 vorgesehen war. Diese Mobilmachung hatte bereits vor dem 22. Juni begonnen, sonst hätte man nicht unmittelbar danach zahlreiche Verbände formieren können. Tatsächlich hatte am 22. Juni die erste strategische Staffel in den westlichen Militärbezirken einen Umfang von 170 Divisionen, geführt von 16 Armeen; die meisten Kräfte standen in den vorgesehenen Räumen, darunter auch fünf Luftlandekorps. Dahinter formierten sich sechs Armeen der zweiten strategischen Staffel und sonstiger Reserven mit 77 Divisionen, während eine weitere Armee ihre Aufstellung fast beendet hatte.
Folgende zusätz­liche Indizien sprachen für die Offen­sivabsicht:

  • Konzentration von je vier mechanisierten Korps im vorspringenden Frontbogen von Bialystok und im Front­bogen von Lemberg–Sambor, hinter denen weitere starke Kräfte bereitgestellt wurden;
  • Starke Konzentration von Jagdbomber- und Jägerverbänden dicht hinter der Grenze, um eine möglichst große Eindringtiefe zu gewinnen;
  • Ausgabe von Militärkarten, die tief in das deutsch besetzte Gebiet hineinreichten;
  • Auf manchen Karten waren Angriffspfeile eingezeichnet, die weit über die Weichsel und ins Innere Ostpreußens zielten;
  • Anlage zahlreicher Lager für Treibstoff, Munition und Verpflegung in Grenznähe;
  • Aufstellung einer Division, die aus gefangenen Polen bestand und den Kern einer polnischen „Befreiungsarmee“ bilden sollte;
  • Vorbereitung der Aufstellung weiterer drei bis vier Ar­meen mit 25 Divisionen.

Ende des Aufmarsches

Da die sieben Armeen der zweiten strategischen Staffel Weisung hatten, ihre zugewiesenen Räume zwischen 3. und 10. Juli zu erreichen, ist abzuleiten, dass der Aufmarsch sämtlicher Kräfte zwischen 15. und 20. Juni beendet ge­wesen wäre. Alles Weitere stand zur Disposition. Es ist jedoch anzunehmen, dass sich die sowjetische Führung kaum mit der Verteidigung begnügt hätte. Die Ansicht, dass die Rote Armee nach Beendigung ihres Aufmarsches auf un­bestimmte Zeit untätig verharrt hätte, erscheint widersinnig, denn der riesige Offensivaufmarsch wäre den Deutschen über kurz oder lang nicht verborgen geblieben und hätte erst recht zum Erstschlag herausgefordert. Beide Seiten folgten der Doktrin, dass der Angreifer den Vorteil der Überraschung nutzen sollte. Außerdem hätte die Rote Armee kurzfristig nicht mehr auf Abwehr „umstellen“ können.

Die überhastete Vergrößerung des Heeres hatte Nachteile bei Ausbildung, Bewaffnung und Bevorratung zur Folge, die aber in Kauf genommen wurden. Auch kam es zu zahlreichen Pannen im Aufmarsch, die im Zuge der Massentransporte kaum zu vermeiden waren. Es wäre jedoch irreführend, daraus zu folgern, dass die Rote Armee insgesamt nicht angriffsbereit gewesen wäre.

Der deutsche Generalstab hatte den grenznahen Aufmarsch im Großen und Ganzen erkannt und die Truppen der ersten strategischen Staffeln ziemlich zutreffend auf­geklärt. Am 7. April schrieb General Halder in sein Tagebuch:

„Die russische Gliederung gibt zu Gedanken Anlass. Wenn man sich von dem Schlagwort freimacht, der Russe will Frieden und wird nicht von sich aus angreifen, dann muss man zugeben, daß die russische Gliederung sehr wohl einen raschen Übergang zum Angriff ermöglicht, der uns außerordentlich unbequem werden könnte.“

Dennoch glaubte Halder nicht an eine sowjetische Offensive, da er dem Gegner nicht die nötige Entschlossenheit zutraute. Erst Anfang Juni kam es zu einer halbwegs realistischen Feindbeurteilung, wonach man 226 1/2 Divisionen im europäischen Russland annahm. Es war weder gelungen, die zweite strategische Staffel noch das enorme Rüstungs­potential des Gegners zu erfassen. Dennoch herrschte bei hohen Militärs gedämpfter Optimismus, wenn auch mancher General, wie etwa Heinz Guderian, seine Bedenken äußerte. Andererseits war sich Hitler bewusst, welches Ri­siko er einging, da die vorliegenden Informationen kein einheitliches Bild ergaben.

Erfolge in bisher unbekanntem Ausmaß

Als die Wehrmacht im Morgengrauen des 22. Juni zum Angriff antrat, stieß sie in einen mächtigen Offensivaufmarsch hinein. Sie eröffnete zwar keinen Präventivkrieg im engeren Sinne, begann aber einen, ohne davon zu wissen. Es handelte sich auch um keinen Überfall, denn die Rote Armee war weder unvorbereitet noch wurde sie strategisch überrascht. Offenbar hatte Stalin mit einem Ultimatum gerechnet.

Der Angriff der drei Heeresgruppen verlief in den ersten Wochen mit unerwarteter Präzision. Schon die einleitenden Luftangriffe erbrachten Erfolge in bisher unbekanntem Ausmaß: Am ersten Tag verlor der Gegner über 1.800 Flugzeuge, und bis Ende Juni stiegen die Verluste auf 4.600, was bei vielen Stellen Verblüffung auslöste. Außerdem wurden im Frontbogen von Lemberg–Sambor, wo die Rote Armee am stärksten massiert war, 63 große, wenn auch noch unfertige Flugplätze festgestellt. Die sowjetische Luftwaffe stellte in den nächsten Monaten keinen ernsthaften Gegner mehr dar.

Bei der Heeresgruppe Nord unter Feldmarschall Wilhelm Ritter v. Leeb stieß die Panzergruppe 4 auf Anhieb an die Düna vor und bildete Brückenköpfe. Auf dem linken Flügel wurde Riga am 29. Juni erobert, während die 16. Armee den Panzertruppen folgte. Schon am 2. Juli ließ Generaloberst Erich Hoepner seine beiden Panzerkorps weiter angreifen, um die Überraschung zu nutzen und um schnell nach Leningrad zu kommen. Als die Panzerspitzen Mitte Juli Brückenköpfe über die untere Luga, 110 Kilometer südwestlich von Leningrad, erkämpften, schien das Ziel zum Greifen nahe. Doch v. Leeb und Halder wollten keinen Angriff auf dem exponierten linken Flügel der Panzergruppe, sondern forderten die Bildung eines „Schwerpunktes rechts“ vor Nowgorod. Dazu war eine Verstärkung durch Infanterie erforderlich, die aber noch zurückhing. Die Panzergruppe wurde daher angehalten, und man versäumte die große Chance, das fast ungeschützte Leningrad im ersten Anlauf zu nehmen.

Zentrum der Angriffsfront

Im Zentrum der Angriffsfront stießen die Panzergruppen 2 und 3 unter den Generalobersten Guderian und Hermann Hoth flankierend gegen die Kräftegruppe im Frontbogen von Bialystok vor, umfassten drei Armeen und vereinigten ihre Spitzen am 28. Juni ostwärts von Minsk. In der Doppelschlacht von Bialystok – Volkovysk verlor der Gegner neben zahllosen Gefallenen 324.000 Gefangene, 3.300 Panzer und 1.800 Geschütze. Noch während dieser Kämpfe hatten die beiden Panzergruppen den Auftrag erhalten, über den ­Dnjepr und die obere Düna vorzustoßen und die sowje­tischen Truppen, die im Raum Smolensk zur Verteidigung übergingen, nördlich und südlich zu umfassen.

Obwohl Smolensk schon am 16. Juli erobert werden konnte, leisteten die Truppen unter Marschall Timoschenko erbitterten Widerstand. Immerhin waren sie durch die 16. und 19. Armee verstärkt worden, die Schukow in einer Gewaltaktion von Süden aus dem Raum Kiew herangeholt hatte. Der in mehrere Kessel zersplitterte Gegner unternahm heftige Ausbruchsversuche, und kleinen Gruppen gelang es, durch eine Lücke zu entkommen. Gleichzeitig unternahmen vier Reservearmeen, die kurz zuvor aufgestellt worden waren, wütende Gegenangriffe, um die Eingeschlossenen zu entlasten. Als die Schlacht am 5. August endete, konnte Feldmarschall Fedor v. Bock, der die Heeresgruppe Mitte befehligte, die fast vollständige Vernichtung von drei Ar­meen, die Gefangennahme von 309.000 Mann und den Abschuss von 3.200 Panzern melden.

Unerwartet zäher Widerstand

Die härteste Nuss hatte die Heeresgruppe Süd unter Feldmarschall Gerd v. Rundstedt zu knacken. Der Schwerpunkt lag auf ihrem Nordflügel, wo die Panzergruppe 1, gefolgt von der 6. Armee, den überlegenen Gegner in mehreren Panzerschlachten dezimierte. Auf Befehl Schukows griffen vier mechanisierte Korps, darunter die neuesten T-34, den Durchbruchskeil von beiden Seiten an, erlitten aber dabei entsetzliche Verluste. Erst am 30. Juni brach Schukow die Schlacht ab. Sie kostete die Rote Armee 200.000 Mann und fast 4.400 Panzer. Als zwei deutsche Panzerdivisionen am 10. Juli 75 Kilometer westlich von Kiew standen, untersagte Hitler den Angriff auf die Stadt, da die folgenden Armeekorps noch weit zurückhingen und die Nordflanke der Deutschen unter starkem Feinddruck stand. Hierauf schwenkte die Panzergruppe 1 nach Südosten und schloss gemeinsam mit der 17. Armee zwei sowjetische Armeen bei Uman ein. Als die Kesselschlacht am 8. August endete, hatten die Sowjets weitere 103.000 Gefangene sowie 100.000 Gefallene und Schwerverletzte zu verzeichnen.

Die bisherigen Teilsiege hatten in den deutschen Führungsstäben Euphorie ausgelöst. General Halder hatte bereits am 3. Juli notiert, dass man den Ostfeldzug als gewonnen betrachten könne. Schon befasste sich der Generalstab mit Besatzungsplänen. Doch der unerwartet zähe Widerstand des Gegners, der bereits im Juli eine dritte strategische Staffel gebildet hatte und laufend neue Verbände heranführte, verlangsamte den Vormarsch ernsthaft. Nun begann das Ringen zwischen Hitler und dem Generalstab um die bestmögliche Fortsetzung der Operationen. Man stand unter äußerstem Zeitdruck, da der Feldzug noch 1941 siegreich beendet werden sollte.

Heinz Magenheimer
Der Autor, Historiker und Privatdozent war Angehöriger der österreichischen Landesverteidigungsakademie (Institut für strategische Grundlagenforschung) und ist Verfasser einer Grundlagenarbeit über den deutschen Präventivschlag 1941 gegen die Sowjetunion sowie von detailreichen Analysen der Ereignisse vor Moskau 1941 und um Stalingrad im Winter 1942/43.

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Quelle: http://www.d-mz.de/archives/374

Helmut Lent – deutsches Nachtjagd-Flieger-As und Ritterkreuzträger

Helmut Lent (* 13. Juni 1918 in Pyrehne, Kreis Landsberg/Warthe; † 7. Oktober 1944 in Paderborn) zuletzt Kommodore des Nachtjagdgeschwaders 3, war der zweiterfolgreichste Nachtjäger-Pilot der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg.

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Helmut Lent (1918 – 1944)

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Jugend

Helmut Lent war der Sohn eines Pfarrers aus dem Warthebruch. Er besuchte das Gymnasium und meldete sich 1937 nach dem Abitur freiwillig zur Luftwaffe, um aktiver Offizier zu werden. Bereits vorher war er begeisterter Segelflieger.

Zweiter Weltkrieg

Lent fand sich sofort mit schnellen Motorflugzeugen zurecht. Kurz vor dem Polenfeldzug wurde er Leutnant und einem Zerstörergeschwader zugeteilt. Bereits am 2. September 1939 erzielte er seinen ersten Luftsieg. In der Luftschlacht um England erzielte er in kurzer Zeit drei Abschüsse, was seine Vorgesetzten auf ihn aufmerksam machte. Sein Wunsch nach Versetzung zu einer Jagdstaffel wurde jedoch nicht akzeptiert.

Nachtjäger gegen Fliegende Festungen

Inzwischen wurden für die neu aufgestellten Nachtjagdgeschwader gute Piloten gesucht. Lent meldete sich freiwillig und vernichtete bereits beim ersten Nachteinsatz im Mai 1941 zwei viermotorige Bomber. Als die Briten versuchten, in Norwegen Nachschublager aus der Luft zu vernichten, zeichnete sich Lent mit 13 Abschüssen aus. Nach 20 Abschüssen erhielt er im August 1941 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, am 6. Juni 1942 nach 36 Abschüssen das Eichenlaub zum Ritterkreuz.

Seine überragenden Kampfeigenschaften bei Nacht machten ihn bei den britischen Truppen zu einem Begriff; sie kalkulierten bei ihren Angriffen mit Lents Einsatz und setzten verstärkten Jagdschutz ein. Am 3. August 1943 erhielt er die Schwerter für seine verwegenen Einsätze insbesondere gegen weit überlegene Feindverbände.

Nachdem er in einem Luftgefecht drei britische Bomber vernichtet hatte wurde er von einem feindlichen Nachtjager über der Zuidersee getroffen. Lent selber wurde verwundet, schaffte aber mit schwer beschädigter Maschine die Notlandung.

Adolf Hitler zeigte sich von dem Mut des jungen Mannes so beeindruckt, dass er ihn mehrmals zu Gesprächen einlud. Danach bestimmte der damalige Reichskanzler Lent zum kommenden Inspekteur der Nachtjäger. Da die alliierten Bomberverbände zahlenmäßig weit überlegen waren, befürwortete Lent jeden Angriff im rollenden Einsatz durch „persönlichen Schneid“ der Nachtjäger zu stören, um die Bomberverbände auseinander zu treiben und dann zu vernichten.

Tod

Helmut Lent starb auf tragische Weise. Er wollte am 5. Oktober 1944 seinen alten Freund, Eichenlaubträger Hans-Joachim Jabs, in der Nähe von Paderborn besuchen. Kurz vor der Landung fiel der Motor aus und die Maschine fiel wie ein Stein zu Boden. Die anderen Besatzungsmitglieder waren sofort tot; Lent rang noch zwei Tage mit dem Tod und verstarb am 7. Oktober 1944 in einem Lazarett. Er war Sieger in 102 Nachtgefechten bei 110 Gesamtabschüssen.

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Staatsakt für Oberstleutnant Helmut Lent

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Persönliches

Sein bescheidenes Auftreten machte auch auf Adolf Hitler großen Eindruck. Die alliierten Terrorangriffe auf deutsche Städte empörten ihn:

„Ich finde den Krieg schauderhaft. Aber wenn er schon sein muß, dann sollte er mit Fairness geführt werden. Angriffe auf Frauen und Kinder, Luftminen und Phosphor auf die friedliche Bevölkerung unserer Städte – das alles ist eine Schweinerei“.

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Sonstiges

1964 wurde die Bundeswehrkaserne in Rotenburg nach ihm benannt. Im Rahmen der BRD-Umerziehung wurde sein Name 2006 getilgt; die nach ihm benannte Lentstraße wurde ebenfalls umbenannt.

Auszeichnungen

  • Eisernes Kreuz (1939) 2. und 1. Klasse
  • Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub, Schwertern und Brillanten
    • Ritterkreuz am 30. August 1941
    • Eichenlaub am 6. Juni 1942 (98. Verleihung)
    • Schwerter am 2. August 1943 (32. Verleihung)
    • Brillanten am 31. Juli 1944 (15. Verleihung)
  • Deutsches Kreuz in Gold am 9. April 1942 [1]
  • Verwundetenabzeichen (1939) in Silber
  • Flugzeugführerabzeichen
  • Frontflug-Spange für Jäger und Nachtjäger mit Anhänger 250
  • Narvikschild

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Quelle: Metapedia

Die Brandenburger (Spezialeinheit)

Die Brandenburger oder „Brandenburger“ war die Bezeichnung für die Soldaten einer Spezialeinheit der Wehrmacht während des Zweiten Weltkrieges, zu deren Hauptaufgabe Operationen hinter den feindlichen Linien gehörten. Diese hatten die überraschende Einnahme operativ wichtiger Angriffsziele, Sabotage oder die Kooperation mit verbündeten politischen Gruppierungen zum Ziel. Die Brandenburger waren die schlagkräftigste Sabotage-Spezialeinheit der Kriegsgeschichte. Sie waren die Haustruppe und Gespenstereinheit des Admirals und Chefs des Amtes Ausland/Abwehr im Oberkommando der Wehrmacht Wilhelm Canaris, der später als Oppositioneller gegen den Nationalsozialismus verhaftet und zum Tode verurteilt wurde.

Division_Brandenburg

Truppen-Erkennungszeichen Division „Brandenburg“ (43/44); da das Hauptquartier des Stabes des anfänglichen Bataillons in Brandenburg an der Havel lag, wurden der Verband und dessen vornehmlich freiwilligen Kommandosoldaten innerhalb der deutschen Streitkräfte bald nur noch kurz als „Brandenburger“ bezeichnet.[9]

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Entstehung und Entwicklung

Entwicklung der Brandenburger
Bataillon „Ebbinghaus“, 1939
Bau-Lehr-Kompanie z. b. V. 800, ab 15. Oktober 1939, OKW/Amt Ausland/Abwehr
Bau-Lehr-Bataillon z. b. V. 800 „Brandenburg“, ab 1. Januar 1940, OKW/Amt Ausland/Abwehr
Bau-Lehr-Regiment z. b. V. 800 „Brandenburg“,[1] ab 1. Juni 1940, OKW/Amt Ausland/Abwehr
Sonderverband z. b. V. 800 „Brandenburg“, ab November 1942, OKW/Amt Ausland/Abwehr
Division „Brandenburg“, ab 1. April 1943, [2] OKW/Wehrmachtführungsstab
Panzer-Grenadier-Division „Brandenburg“, ab 15. September 1944, [3] OKH/Generalstab des Heeres
Infanterie-Division „Brandenburg“ (motorisiert), ab Ende Oktober 1944, OKH/Generalstab des Heeres
Panzerkorps „Großdeutschland“, ab Mitte/Ende Dezember 1944, [4] 4. Panzer-Armee/Heeresgruppe Mitte
Panzer-Grenadier-Regiment „Brandenburg“, 10. März bis 10. Mai 1945,[5] LIX. Armeekorps/1. Panzer-Armee/Heeresgruppe Mitte

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Hervorgegangen aus dem „Industrieschutz-Oberschlesien“,[9] einem 500 Mann starken Kampfverband „Ebbinghaus“ (auch Freikorps „Ebbinghaus“) unter dem Kommando von Hauptmann Ernst Ebbinghaus, der Industrieanlagen in Ostoberschlesien noch vor dem Polenfeldzug besetzte und u. a. mit dem K-Trupp Herzner (Leutnant Hans-Albrecht Herzner) den operativ wichtigen Tunnel am Jablunka-Paß am 26. August 1939 einnahm,[10] waren es ab Oktober 1939 zunächst nur die geheimnisumwitterte Bau-Lehr-Kompanie (D. K.) z. b. V. (D. K. = „Deutsche Kompanie“) und die Bau-Lehr-Kompanie z. b. V. 800 – Tarnbezeichnungen für die ersten regulären Truppen für Kommandounternehmen.

Kommandeure
Hauptmann Theodor von Hippel, 10. Okt. 1939 − 12. Dez. 1940
Major d. R. Hubertus von Aulock, 12. Okt. 1940 − Ende Okt. 1940
Oberstleutnant Paul Haehling von Lanzenauer, 30. Nov. 1940 − 12. Feb. 1943
Generalmajor Alexander von Pfuhlstein,[6] 12. Feb. 1943 − 10. Apr. 1944
Generalleutnant Friedrich Kühlwein, 10. Apr. 1944 − 20. Okt. 1944
Generalmajor Hermann Schulte-Heuthaus,[7] 20. Okt. 1944 − 10. Mai 1945

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Im Januar 1940 wurde aus der ersten Bau-Lehr-Kompanie (die interessanterweise schon im August 1939 so hieß und dann für kurze Zeit u. a. in Deutsche Kompanie umbenannt wurde) ein Bataillon, welches aus einer Stabskompanie und (spätestens im Frühjahr 1940) vier Kampfkompanien bestand.

Weiterhin wurden innerhalb des Bataillons folgende Einheiten aufgestellt und später in den Verband übernommen: Fallschirmjägerzug (Leutnant Dlab/Leutnant Lütke), Kraddzug (Oberleutnant Erwin Graf Thun), „Nordzug“ (Bergezug des Leutnants Zülch), „Westzug“ (französisch- und englischsprechender Zug des Feldwebels Hermann Kürschner) sowie ein „Südostzug“ (Sprachraum: tschechisch-jugoslawisch).

In den Bestimmungen für das Bau-Lehr-Bataillon z. b. V. 800 „Brandenburg heißt es:

„Aufgabe ist der kampfmäßige getarnte Einsatz gegen taktisch, operativ oder kriegswirtschaftlich wichtige Objekte. Er erfolgt dort, wo andere Einheiten der kämpfenden Truppe noch nicht oder nicht mehr kämpfen können […] Die Kompanien werden den Heeresgruppen bzw. den Armeen zur Verfügung gestellt. Ihr Einsatz wechselt dementsprechend […] Einsatz dieser besonders ausgebildeten und schwer zu ersetzenden Truppe ist nur in ausgesprochenen Notlagen und nur vorübergehend gerechtfertigt […] Mit Übergang zum Stellungskrieg sind die Einheiten aus der Front herauszunehmen […]“

Am 1. Juni 1940 erreichte die Größe des Verbandes einen Umfang, der eine Umbenennung in Bau-Lehr-Regiment z. b. V. 800 „Brandenburg“ rechtfertigte. Erster Kommandeur des Lehr-Regimentes war Hauptmann Dr. Theodor von Hippel.[11] Die Ausbildung wurde immer besser, ausgiebiger und internationaler, u. a. in der Abwehrinfanterieschule auf dem Truppenübungsplatz Regenwurmlager des Major Heinz[12] bei Meseritz (nördlich des Nischlitzsees, hinter Hochwalde (Wysoka) im Oder-Warthe-Bogen) und der Ausbildungs-und Sabotageschule der Abwehr II (Quenzgut am Quenzsee) nahe Brandenburg an der Havel. Nun erst, nach zahlreichen Einsätzen, wurde die Bezeichnung „Brandenburger“ (eine Zusatzbezeichnung, auf die man sich während der Weihnachtsfeier in der Generalfeldzeugmeister-Kaserne[13] geeinigt hatte) der Abwehrabteilung II auch zum Synonym für deutsche Kommandoeinheiten. Später wurde aus ihnen die Division Brandenburg.

Am 21. Juli 1941 nahm der „Sonderstab F“ seien Dienstbetrieb am Kap Sunion in Griechenland auf. Mit Wirkung vom 26. Juli 1941 wurde dann auch die 11. (Sonder) Kp.Lehr-Rgt-Brandenburg z. b. V. 800 (Sonderverband 287) nach Sunion verlegt und bildete zusammen mit dem Deutsch-Arabischen Lehrregiment von Major Theodor von Hippel (der schon im Ersten Weltkrieg erfolgreich mit Generalmajor Paul von Lettow-Vorbeck und seinen Reichsnegern kämpfte) die 1. Kompanie des „Sonderverbandes 288“[14]Am 19.8.1941 belief sich der Personalbestand (1./Sonderverband 288) auf 30 Offiziere und Beamte, 54 Unteroffiziere und Mannschaften und 28 arabische Unteroffiziere und Mannschaften. Die „Tropen-Brandenburger“ des 288 „Orientkorps“ (nicht zu verwechseln mit der Tropen-Abteilung „von Koenen“) schlugen beim Überschreiten der Grenze zu Ägypten während des Afrikafeldzuges die Breschen für Rommels Einheiten, andere erkundeten in arabischer Kleidung als angebliche englische Legionäre die Wüste.

Obwohl zu diesem Zeitpunkt noch 150 Araber für die Verwendung beim Sonderstab überprüft wurden, bat der spätere General der Flieger Hellmuth Felmy das OKW vor allem um die Zuweisung „deutschblütiger Fremdenlegionäre“ mit Kenntnissen in der arabischen Welt. Daraufhin wurden 224 Fremdenlegionäre deutscher Geburt aus der französischen Levantearmee im Lager Hinzert bei Trier gemustert. Nur 46 von ihnen waren für eine Sonderverwendung geeignet. Die meisten waren nicht tropendiensttauglich. Die deutsche Waffenstillstandskommision in Wiesbaden schlug deshalb vor, auf deutsche Fremdenlegionäre anderer französischer Einheiten zurückzugreifen.[15]

Deutsch-Arabische_Legion,_Sonderverband_287

Deutsch-Arabische Legion, Sonderverband 287

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Gliederung des Bau-Lehr-Regimentes z. b. V. 800 „Brandenburg“

  • I. Bataillon (Raum Osten) unter der Führung des Hauptmanns von Hippel in Brandenburg in der früheren Artilleriekaserne, wo auch der Regimentsstab bis zu seiner Übersiedlung nach Berlin untergebracht wurde.
    • Das Bataillon war für das Unternehmen „Seelöwe“ vorgesehen und abkommandiert. Von Hippel kehrte im Oktober 1940 zur Abwehr zurück, das Bataillon übernahm Major Heinz bis 1941, als er dann die V-Abteilung in Meseritz aufbaute.
  • II. Bataillon (Raum Südosten) wurde in Unterwaltersdorf bei Wien unter Rittmeister d. R. Dr. Paul Jacobi (Lebensrune.png 17. April 1898 in Karlsruhe; Todesrune.pnggefallen 4. November 1942 als Oberstleutnant bei Ardonskaja) aufgestellt.
    • Die 5. Kompanie unter Oberleutnant Dr. Kniesche schützte den Donauweg und die rumänischen Ölquellen. Im Verlauf der Operationen in Griechenland rückte am 27. April 1941 ein Teil des II. Bataillons unter Rittmeister Jacobi als erste deutsche Truppe in Athen ein, sicherte wichtige Objekte und hisste die deutsche Flagge auf Akropolis, Rathaus und Polizeipräsidium.
  • III. Bataillon (Raum Westen) unter Hauptmann Hans-Jochen Rudloff von der Abwehr-Abteilung II – aus der bisherigen 3. Kompanie – erst in Aachen, später in Düren aufgestellt.
    • Das Bataillon war für das Unternehmen „Seelöwe“ vorgesehen und abkommandiert. Rudloff kehrte im Oktober 1940 zur Abwehr zurück, sein letzter Dienstgrad war Oberstleutnant. Das Bataillon übernahm Hauptmann Fritz Jacobi, der später als Oberstleutnant Kommandeur des 3. Regimentes wurde.

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Canaris_zu_Besuch_in_Brandenburg,_zu_seiner_Linken_Dr._Hippel,_zu_seiner_Rechten_Regimentsführer_Major_Kewisch

Canaris zu Besuch in Brandenburg 1940, zu seiner Linken Dr. von Hippel, zu seiner Rechten Regimentsführer Major Kewisch

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Vom Sonderverband zur Division

Am 20. November 1942 wurde das auf Divisionsstärke angewachsene Lehrregiment (Bau-Lehr-Regiment) in „Sonderverband z. b. V. 800“ umbenannt, dies geschah als Deckname für die geplante Umorganisation zur Division:

  • „Sonderverband 800“ für den Heimatstab Brandenburg
  • „Sonderverband 801“ aus dem I. Btl., nunmehr 1. Regiment „Brandenburg“, später Jäger-Regiment 1 „Brandenburg“ (1945 teilweise als Panzer-Jäger-Regiment 1 „Brandenburg“ geführt)
  • „Sonderverband 802“ aus dem II. Btl., nunmehr 2. Regiment „Brandenburg“, später Jäger-Regiment 2 „Brandenburg“ (1945 teilweise als Panzer-Jäger-Regiment 2 „Brandenburg“ geführt)
  • „Sonderverband 803“ aus dem III. Btl., nunmehr 3. Regiment „Brandenburg“, später Jäger-Regiment 3 „Brandenburg“
  • „Sonderverband 804“ aus dem IV. Btl., nunmehr 4. Regiment „Brandenburg“, später Jäger-Regiment 4 „Brandenburg“
  • „Sonderverband 805“, aus dem V. Btl., nunmehr 5. Regiment „Brandenburg“, später Lehr-Regiment „Kurfürst“ (ab Mitte 1944 beim RSHA/Amt Mil)
  • „Küstenjäger-Abteilung 800“
  • „Nachrichten-Abteilung 800“

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2RgtBRzbV800

Regimentsabzeichen (Sonderverband 802): Das Schwert symbolisiert die Kampfbereitschaft, das Fragezeichen impliziert die Geheimhaltung der Schattenkrieger. Leitspruch der Brandenburger war: „Sehen, ohne gesehen zu werden“. Dies gilt noch heute für die Fernspäher der Bundeswehr

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Küstenjäger-Abteilung

An Bord des Segelschulschiffes „Gorch Fock“ wurde im Februar 1942 in Swinemünde mit der Aufstellung der Leichten Pionierkompanie Lehrregiment z. b. V. 800 (Stärke: 197 Mann) begonnen. Die Kompanie unterstand nicht der Kriegsmarine (sie hatte ihre eigenen Marine-Stoßtrupps), sondern als amphibische Kommandotruppe direkt dem OKW, Amt Ausland/Abwehr, Abt. II (Generalmajor Lahousen).

Die Abwehr II verfügte zu diesem Zeitpunkt über fünf Kampfschwimmer, darunter Friedrich Hummel, der wie seine vier Kameraden den Brandenburgern entstammte.

Anfang Juni 1942 verlegte der I. Zug der Leichten Pionierkompanie „Brandenburg“ zur Teilnahme an der geplanten Landung auf Malta nach Brindisi, während die restliche Kompanie zuerst nach Odessa und dann weiter nach Nikolajew zur Vervollständigung der Ausbildung verlegt. Später erfolgen bereits einige Einsätze an der Schwarzmeerküste.

Ende 1942 verlegen die meisten Einheiten zurück nach Langenargen am Bodensee und die Kompanie wurde zur Küstenjäger-Abteilung „Brandenburg“ in Bataillonsstärke mit Abteilungsstab, 1., 2. und 3. (Jäger-)Kompanie und 4. (schwere) Kompanie (u. a. Sprengboote, Sturmpioniere und Kampfschwimmer) unter Rittmeister Conrad von Leipzig erweitert.

Die Masse der Sprengbootfahrer der 4. (schweren) Kompanie wurde zusammen mit den Brandenburger-Kampfschwimmern im Frühjahr/Sommer 1944 vom Kommando der Kleinkampfmittelverbände des Vize-Admirals Heye übernommen. Sie kämpften bis Ende April 1945 u. a. mit der Decima MAS des italienischen Fürsten Junio Valerio Borghese zusammen. Die Küstenjägerkompanie „Rhodos führte bis Kriegsende unzählige Tarn- und Kommandooperationen durch.

Sturmpioniere_von_Hans_Liska

Sturmpioniere von Hans Liska

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Heeresverwendung und Feuerwehr

Am 1. April 1943 erfolgte die Umbenennung in Division „Brandenburg“. Die Bezeichnung „z. b. V. 800“ entfiel offiziell. Die Unterstellung unter „Amt Ausland/Abwehr II“ entfiel. Die Division wurde unmittelbar dem Chef des Wehrmachtführungsstabes, Generaloberst Jodl, unterstellt. Das 5. Bataillon des Bau-Lehr-Regiments „Brandenburg“ (Sonderverband 805) schied aus dem Verband der Division „Brandenburg“ aus und verblieb als geheimnisumwittertes „Lehrregiment Kurfürst[16] bei der Abwehr. Die Division „Brandenburg“ wurde Heerestruppe und am 15. September 1944 zur Panzer-Grenadier-Division „Brandenburg“ umgewandelt zur baldigen Verwendung beim Panzerkorps „Großdeutschland“.

Der Chef des Wehrmachtführungsstabes
FHQ, den 11.9.1944

Soldaten der Division „Brandenburg“!

Die Division wird ihrer bisherigen Aufgaben als Sonderkampfverband entledigt und in eine mot.-Jäger-Division umgegliedert. Sie scheidet damit aus dem unmittelbaren Unterstel­lungsverhältnis unter mir aus. Ich danke euch für die bisher bewiesene Einsatzfreudigkeit und Opferbereitschaft. Die Division hat im infanteristischen Kampf und auf dem Gebiet des Sonderkampfes meine Erwartungen erfüllt. Wenn ihre Umgliederung in eine Jäger-Division trotzdem befohlen wird, so geschieht dies nur, um alle auf dem Gebiet des Sonderkampfes bewährten Kräfte unter einheitlicher Führung einzusetzen und zu neuen Erfolgen zu führen.

Der Name „Brandenburg“ verpflichtet! Ich bin sicher, daß die Division in ihrer neuen Gliederung mehr als ihre Pflicht tun und ihre ruhmreiche Tradition fortsetzen wird. 

Heil dem Führer! Jodl, Generaloberst

Viele Brandenburger wechselten nun in andere Eliteeinheiten, insbesondere in die SS-Jagdverbände Otto Skorzenys (z. B. 350 Brandenburger des Streifkorps „Karpaten“ in den SS-Jagdverband „Ost“ unter dem Kommando von Adrian Baron von Fölkersam), vorwiegend in den SS-Jagdverband „Südost“ – PDF), in das SS-Jäger-Bataillon 502, in das SS-Fallschirmjäger-Bataillon 500/600 (Unternehmen „Greif“) und später als Freiwillige in die Panzer-Brigade 150 (Ardennen-Offensive).

Geheime Kommandosache (gKdos)

Diese Einheit, überwiegend für Kommandounternehmen an operativen Schwerpunkten eingesetzt, blieb bis Kriegsende verhältnismäßig unbekannt. Im Wehrmachtsbericht fand sie nur selten Erwähnung. Sie kämpfte häufig im feindlichen Hinterland an fast allen Kriegsschauplätzen und hatte bei ihren „Himmelfahrtskommandos“ einen hohen Blutzoll zu entrichten. Fremde Sprachen, die Beherrschung ausländischer Waffen und Aufträge in der Uniform des Feindes (ein prominentes Beispiel hierfür ist das Unternehmen Greif) zählten zu ihren Stärken,[17] ebenso ihre Ausbildung als Panzeraufklärer und Fernspäher (Fernaufklärer) – eine Besonderheit der hochspezialisierten Einzelkämpfer. Brandenburger mußten höchste Anforderungen an Wehr- und Fallschirmsprungtauglichkeit aufweisen, ebenso waren Wagemut und die Fähigkeit zum autarken Handeln gefragt. Viele Wehrmachtseinheiten waren oft überrascht, wenn sie den Befehl hatten, Objekte im Feindesland zu sichern, daß diese schon in deutscher, in brandenburger Hand waren. Die Übergabe erfolgte stets konspirativ, kaum waren die regulären Truppen vor Ort, da verschwand der Stoßtrupp der Spezialkrieger wieder, um den nächsten Auftrag zu erfüllen.

„Die Aufzählung der verschiedenen Arten der Tarnung darf aber nicht zu der Annahme verleiten, daß es eine ‚HDv‘ [HeeresDienstvorschrift] oder Art Fibel für Kommandoeinsätze gegeben habe, in der diese Tarnarten und andere Methoden der unkonventionellen Kriegführung systematisch aufgelistet und beschrieben worden wären. Die gab es nicht. Es waren vielmehr Initiative und Phantasie der einzelnen Einsatzführer gefordert. Sie mußten die zur Lösung der jeweiligen Aufgabe geeigneten Mittel und Methoden selbst finden. So wurde unseres Wissens z. B. die Mischtarnung zum ersten Mal beim Handstreich gegen die Maas- und Maas-Waal-Kanalbrücken praktiziert. […] Von ihnen machte im übrigen auch der Gegner Gebrauch. Das führte dann zu grotesken Situationen, wie der an der Torez-Brücke bei Slavjansk. Dort stieß ein deutscher Kommandotrupp in sowjetischen Uniformen auf einen als Deutsche getarnten sowjetischen Kommandotrupp. Während die echten Deutschen rechtzeitig erkannten, daß es sich bei den anderen um falsche Deutsche handelte, fielen die falschen Deutschen auf die Tarnung der echten Deutschen zunächst herein. So erhielten diese die Möglichkeit, ihren Auftrag, die Brücke rechtzeitig zu sprengen, zu erfüllen.“ 

– Ritterkreuzträger Dietrich F. Witzel –

Zu den Brandenburgern gehörten Kampfdolmetscher, Legionäre und zahlreiche V-Männer in allen Einsatzländern. Entscheidend für erfolgreiche getarnte Unternehmen im feindlichen Hinterland war die Rekrutierung geeigneter einheimischer Hilfskräfte. Dies galt sowohl für Einheiten und Kommandos der Brandenburger als auch für die Abwehrtrupps (getarnte Kampf- und Sabotagetrupps) bei den Armeen. Diese erfüllten im frontnahen Vorfeld entsprechende Aufträge der Truppenkommandos, denen sie unterstellt waren. Über viele dieser Einsätze liegen heute kaum mehr vollständige Akten vor und falls Dokumente überliefert sind, ist eine Zuordnung meist wegen der Verwendung von Decknamen für Operationen und Angehörige kaum möglich. In den letzten Kriegsmonaten versteckten oder vernichteten viele Brandenburger und Abwehrler ihre Soldbücher, was eine wissenschaftliche Aufarbeitung erschwert.

Brandenburger_mit_StG44

Ein Brandenburger mit dem neu eingeführten Sturmgewehr 44, das z. T. auch als Scharfschützengewehr verwendet wurde

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Ein Grundproblem von Brandenburg-Einheiten im Kommandoeinsatz war, daß sie häufig nach Durchführung des Einsatzes von den Verbänden, denen sie zur Erledigung dieses Auftrages – oft auf Anforderung – unterstellt worden waren, nicht freigegeben wurden, sondern in deren Verband infanteristisch weiterverwendet wurden. Dies geschah dann in der Regel an den jeweiligen Brennpunkten und führte zu entsprechenden Verlusten. Ab Ende 1944 kämpften viele Brandenburger beim Heer als Angehörige des Panzer-Grenadier-Divisions „Brandenburg“ und in Otto Skorzenys Jagdverbänden (Jagdverband „Ost“ und „Südost“, wenige auch im SS-Jagverband „Mitte“ und im SS-Fallschirmjäger-Bataillon 500/600 weiter, ein Schicksal, welches auch manchen Meereskämpfer ereilte. Das Attentat auf Hitler vom 20. Juli 1944 steigerte dessen Mißtrauen gegenüber der Wehrmacht und besonders auch gegen die Division „Brandenburg“, da diese eine Schöpfung des denunzierten ‚Widerstands‘angehörigen Admiral Wilhelm Canaris war. Außerdem rückte die Rote Armee Anfang September 1944 in Bulgarien ein und drohte bald die deutschen Heeresgruppen auf dem Balkan anzugreifen. Unter diesen Umständen entschloß sich die Wehrmachtführung am 13. September 1944 die Regimenter der Division „Brandenburg“ im Raum Belgrad zusammenzuziehen und zu einer regulären Panzergrenadierdivision umzuwandeln. So wurde die Kommandoeinheit im Zuge dieser Entwicklung zunächst in eine motorisierte Infanteriedivision umgegliedert und erhielt am 15. September 1944 den Namen Panzer-Grenadier-Division „Brandenburg“. Dazu wurde das 3. Regiment, das gerade in Italien stand, herausgelöst und als M.G.-Bataillon „Generalfeldmarschall Kesselring“ verselbständigt. Das Personal des 4. Regimentes wurde auf die Regimenter 1 und 2 aufgeteilt, die nunmehr als Jäger-Regiment 1 „Brandenburg“ bzw. Jäger-Regiment 2 „Brandenburg“ den Kern der neuen Division bildeten. Dabei wurden Mitte Oktober 1944 auch Teile der Sturm-Division Rhodos eingegliedert.

Am 20. Dezember 1944 folgte der Zusammenschluß der Panzer-Grenadier-Division „Brandenburg“ mit Teile der Division „Großdeutschland“ zum Panzerkorps „Großdeutschland“. Da die Division innerhalb weniger Monate schwere Verluste erlitt, wurde im Februar 1945 eine Umgliederung und Auffrischung erforderlich. Am 10. März 1945 kam der Brandenburger-Verband deshalb als Panzer-Grenadier-Regiment „Brandenburg“ wieder zum Einsatz und wurde am 30. April 1945 dem LIX. Armeekorps/1. Panzer-Armee/Heeresgruppe Mitte unterstellt.

(Vermutlich)_Brandenburger,_gemischte_Uniforme_und_Ausrüstung,_1944

Brandenburger (vermutlich) in gemischten Luftlande-Uniformen vor dem Abtransport durch das KG 200, 1944

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Die Frontaufklärungskommandos waren die Nachfolger der Abwehrgruppen, Kommandoaufgaben wurden aber auch durch das Lehr-Regiment „Kurfürst“ übernommen. Am 30. Dezember 1944 kam es für die zum Frontaufklärungskommando 206 versetzen Brandenburger zum Einsatz beim Unternehmen „Unke-Nikolaus“ im Rahmen der Verteidigung des eingeschlossenen und zur Festung erklärten Budapestes. Fallschirmjäger der Brandenburger sowie der regulären Fallschirmtruppen wurden zur Abwehr der Roten Flut vor den Toren der ungarischen Hauptstadt und zur Unterstützung der einheimischen Sonderkräfte („Residenten“), die in der Stadt getarnt verbleiben waren, eingesetzt.

In der feindlichen Kriegspropaganda verwendeten die Verantwortlichen die Gespensterhaftigkeit der Brandenburger und die Tatsache, daß die Elitekämpfer selbst nur selten erwähnt oder gewürdigt wurden, zum eigenen Vorteil. Etwaige oder erfundene „Greueltaten“, z. B. gegen Zivilisten im Osten, wurden den Sonderkommandos angeheftet, um die Völker gegen die Deutschen aufzuwiegeln. Teile der modernen Geschichtswissenschaft haben aber inzwischen belegt, daß es zu keinen Kriegsverbrechen der Brandenburger gekommen sei. Da, wo es zu Unregelmäßigkeiten gekommen sein soll, wurde festgestellt, daß es sich um den mörderischen NKWD (Innenministerium der UdSSR) handelte oder um Zivilisten von Ortschaften, die, nach der Eroberung durch deutsche Truppen, Vergeltung an anderen Zivilisten für erlittenes „Unrecht“ übten. Das Massaker von Katyn im Frühling 1940 und die Morde in Lemberg im Sommer 1941 (Theodor Oberländer wurde z. B. vom Landgericht Berlin 1998 posthum entlastet) erscheinen hier symptomatisch für die erlogenen Anschuldigungen gegen deutsche Soldaten während und nach dem Zweiten Weltkrieg. Viel tragischer ist die Tatsache, daß insbesondere die BRD-Nachkriegspropaganda als Instrument der „ewigen Kollektivschuld“ an diesen Darstellungen festhielt und teilweise festhält.

Getarnter_Brandenburger

Tarnen, täuschen und zuschlagen; ein Schattenkrieger der „Brandenburger“ mit MP 40. Beim Einsatz hinter feindlichen Linien trugen alle Brandenburger eine obligatorische Zyankalikapsel (Blausäure) mit sich

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Einsätze (Auszug)

  • Brandenburger des Verbandes Kürschner[19] wurden am 8. Mai 1940 (zwei Tage vor Fall Gelb) nach Frankreich, Belgien und in die Niederlanden in Halb- und Volltarnung[20] eingeschleust. Das Unternehmen „Morgenröte“ (Maas/Maas-Waal-Kanal)[21] war die verwegene Eroberung von acht Maas-Brücken in der Nacht zum 10. Mai 1940 (noch vor dem Beginn des Westfeldzuges oder dem Sturm auf Eben Emael) mit weniger als 50 Kommandosoldaten der Brandenburger und holländischen Kampfdolmetschern der rechtsnationalen Mussert-Bewegung. Insbesondere die Eroberung der Eisenbahnbrücke bei Gennep war von immenser Bedeutung. Diese Brücke wurde von nur sieben Männern (fünf deutsche „Deserteure“ und zwei holländische „Gendarmen“ in Mischtarnung und mit den entsprechenden Legenden ausgestattet) genommen. Dem Kommandotrupp, unter der Führung des späteren Ritterkreuzträgers Oberleutnant Wilhelm Walther, gelang es, zuerst eine holländische Wachmannschaft, danach einen gesamten Zug Niederländer auszuschalten bzw. gefangenzunehmen und drei Bunker zu zerstören. Kurz darauf erschien ein deutscher Panzerzug, um die Brücke endgültig zu sichern. Die Einnahme der Brücke bei Gennep war von großer operativer Bedeutung. Die 9. Panzerdivision konnte auf ihr die Maas überschreiten und einige Tage später Verbindung zu den bei Moerdijk gelandeten deutschen Fallschirmjägern unter dem Kommando von Hauptmann Fritz Prager herstellen. Weitere Kommandounternehmen gegen die Maas-Brücken, u. a. die Eroberung der Brücke Heumen unter dem Kommando des dabei verwundeten und späteren Ritterkreuzträgers Dietrich F. Witzel (Tarnnamen Kirn und Wolf; Zugführer 1. Zug/4. Kompanie/Bau-Lehr-Bataillon z. b. V. 800), gelangen ebenfalls, insgesamt wurden während des Unternehmens „Morgenröte“ strategisch wichtige Brücken bei Maaseik (Belgien), Berg, Uromon, Obicht und Stein in den Niederlanden im Handstreich genommen. Für die Brücken in Maastricht war das Infanterie-Bataillon z. b. V. 100 unter Hauptmann Fleck der Abwehrstelle Oppeln zuständig.[22]
Ein_Brandenburger_in_Zivil_mit_Fallschirmjägern_nach_dem_verwegenen_und_erfolgreichen_Unternehmen_„Morgenröte“,_Mai_1940

Ein Brandenburger in Zivil (Volltarnung) mit Fallschirmjägern nach dem verwegenen und erfolgreichen Unternehmen „Morgenröte“ im Mai 1940. Die Fallschirmjäger waren oft erstaunt, da eine Handvoll Kommando-Soldaten in Räuberzivil ihnen manche Brücke samt feindlicher Wachkompanie mit einem zufriedenen Lächeln übergab, um dann ohne großes Aufheben weiterzuziehen

  • Auf der Eisenbahnbrücke bei Buggenum (nördlich von Roermond), ebenfalls noch vor Fall Gelb, wurde der Brandenburger-Trupp (sechs Mann) des Unteroffiziers Hilmer (Gruppe Haut oder Gruppe Janowski, vom 2. Zug der 4. Kompanie des Bau-Lehr-Bataillon z. b. V. 800 unter Leutnant Grabert) in Streckenarbeiteranzüge der niederländischen Eisenbahn (bewaffnet mit Schaufeln und Pickeln) entlarvt und geriet in einen Kugelhagel aus dem Westsicherungsbunker der Brücke. Dennoch haben vier der noch unverwundeten Brandenburger es bis zur Mitte der Brücke geschafft, dann wurde sie jedoch mit vier großen Explosionen gesprengt. Die Brandenburger starben und der heranrückende deutsche Panzerzug 5 konnte nicht wie geplant über die Brücke fahren. Der Panzerzug wurde, da er dicht vor der Brücke halten mußte, durch Volltreffer in die Maschine aus den jenseitigen Bunkern bewegungsunfähig geschossen. Verluste: 41 Tote, 76 Verwundete (meist schwer).
  • Am 27. Mai 1940 nahm ein weiteres Kommando der Brandenburger, erneut unter dem Kommando des Zugführers Leutnant Grabert, die Meeresschleusen und Straßenbrücken bei Nieuwpoort in Belgien ein und verhinderte damit, daß der deutsche Vormarsch, wie bereits 1914, durch geplante Überschwemmungen aufgehalten wurde. Die erfolgreiche Einnahme ermöglichte damit den deutschen Panzerdivisionen den Vorstoß nach Frankreich.
  • Während des Unternehmens „Marita“ (Feldzug gegen Jugoslawien und Griechenland) gelang dem II. Bataillon des Lehrregiments Brandenburg z. b. V. 800 am 6. April 1941 die Einnahme einer strategisch wichtigen Brücke über den Vardar und des Eisernen Tores. Kurz darauf eroberte diese Einheit die Insel Euböa.
Brandenburger_1

Verschnaufpause eines Stoßtrupps der Brandenburger (im Knochensack[17] der Fallschirmjäger in Splittertarn); unten mit Scharfschützen-Mehrladekarabiner Mauser K98k (mit einem 4fachen Zeiss Zielfernrohr ZF 42), rechts mit aufgeklemmtem Gewehrgranatgerät Kaliber 30 mm (ein Granatwerfer für das Gewehr), der auch als „Schießbecher“ bekannt war. Brandenburger kämpften allein, zu zweit, im Trupp (3–7 Mann), in der Zwölfergruppe (3 Trupps á 4 Mann) bis zu einer erweiterten Kompaniestärke von 300+ Mann

  • In Kabul, Afghanistan lief im Sommer 1941 der Hauptteil des verwegenen Unternehmens „Tiger“ u. a. mit Dietrich F. Witzel, Manfred Oberdörffer und Fred Brandt an.
  • In Nordafrika wurde ein Sonderkommando der Brandenburger unter Führung des Hauptmanns Ladislaus Almásy[23] im Rahmen des Unternehmens „Salaam“ ab dem 29. April 1942 in Tripolis eingesetzt. Es ging darum, ägyptische Nationalisten für die deutsche Sache zu gewinnen und sie dementsprechend auszubilden. Ebenfalls ging es darum, den ägyptischen Generalstabschef der ägyptischen Armee General Asis el-Misri zu befreien. Das anschließende Unternehmen „Kondor“ unter Hauptmann Johannes Eppler[24] konnte über einige Wochen im Jahre 1942 Informationen aus Kairo für das Afrikakorps beschaffen.
  • Im Juni 1942 wurde ein Sonderkommando der Brandenburger gebildet, das von der libyschen Hauptstadt Tripolis aus 4.000 km nach Süden quer durch die Sahara bis zum zentralafrikanischen Tschadsee vorstieß, um die dortige Feindlage südlich des italienischen Libyen, im französischen Gebiet festzustellen, aber auch, um nach Möglichkeit die alliierte Nachschubstraße vom Golf von Guinea über den Tschad nach Port Sudan zu stören. Dieses Sonderkommando (Unternehmen „Dora“) stieß in drei Trupps vor, zum Tassili-Plateau im Südwesten, zum Tibesti-Gebirge im Südosten und nach Ghat im Westen. Letztlich zeigten die einzelnen Unternehmen, daß für eine nachhaltige Unterbrechung des Nachschubweges mehr Truppen nötig wären, als zur Verfügung standen. Neben der taktischen Aufgabe dieses „Unternehmens Dora“ der Brandenburger erfüllte ein von der Abwehr-Abteilung I aufgestelltes „Sonderkommando Dora“ davon unabhängig eine wehrgeologisch-kartographische Aufgabe. Dieses Sonderkommando war auf zwei Routen in Südlibyen unterwegs, um dieses Gebiet mit den vorhandenen italienischen Karten abzugleichen.
  • Im Juli 1942 haben Brandenburger der 8. Kompanie des II. Bataillons unter Hauptmann Grabert, u. a. in Volltarnung, im Laufe des Falls Blau wichtige Brücken vor Rostow am Don und vor Maikop genommen und gehalten, bis Panzertruppen übernehmen konnten.
  • In Rußland wurde im Rahmen der deutschen Sommeroffensive in Richtung der kaukasischen Ölfelder zwischen dem 25. August und 10. Dezember 1942 das Unternehmen „Schamil“ im Rahmen des Unternehmens „Edelweiß“ durchgeführt. Im Zuge des deutschen Vordringens im Kaukasus plante die Abwehr die Aufwiegelung der unzufriedenen Kaukasus-Stämme gegen die sowjetische Herrschaft. Das Sonderunternehmen sollte entsprechende Kräfte im nordkaukasischen Raum bündeln und gegen die Rote Armee einsetzen. Das Hauptziel des Unternehmens scheiterte nicht am Willen der tschetschenischen Widerständler, die zum Kampf bereit erklärten, sondern an der mangelhaften Organisation des notwendigen Waffennachschubs durch die zuständigen Dienststellen der Wehrmacht, die über den geheimen Einsatz nicht informiert waren. Aufgrund des Mangels an Waffen kam die Schaffung der geplanten „zweiten Front“ im Kaukasus nicht zustande.
Deutsche_Brandenburger_in_sowjetischen_Uniformen_hinter_der_Front

Brandenburger 1941 in sowjetischen Uniformen hinter der Front unter dem Kommando von Hauptmann Wilhelm Walther. „Brandenburger“ wurden befohlen, gemeinsam mit den deutsch-ukrainischen Bataillonen „Nachtigall“ und „Roland“ (dem I. Bataillon des Baulehrregimentes z. b. V. 800 unterstellt), das mit der Unterstützung des späteren bundesdeutschen Politikers Theodor Oberländer wirkte, vorzugehen. Professor Dr. Dr. Oberländer war ein Offizier der Abwehr, möglicherweise auch der Brandenburger, zuletzt als Hauptmann der Reserve. Da die Aktenbestände zu diesen Sondereinheiten verloren gingen, können viele Informationen der tatsächlichen Gliederungen und Verbindungen betreffend nicht festgestellt werden.

  • In der Nacht zum 10. September 1942, dem Tage, da das I. Bataillon des Grenadier-Regiments 186 der 73. Infanterie-Division unter Eichenlaubträger Oberleutnant Werner Ziegler[25] zum endgültigen Sturm auf den Schwarzmeerhafen von Noworossijsk antrat, fuhr die kleine Flottille der Brandenburger – die Schlauchboote im Schlepp der Sturmboote – in weitem Bogen um Noworossijsk herum nach Südosten. Jene 122 Kilometer zwischen Tuapse und Noworossijsk, über welche die Zuführungsstraße führte, sollten etwa 30 Kilometer südostwärts Noworossijsks unterbrochen werden. Dazu waren in den Schlauchbooten Sprengmittel und Waffen verstaut worden. Als Oberleutnant Ziegler mit seinen Grenadieren der 73. Infanterie-Division in die Stadt ein­drang, Haus um Haus niederkämpfte und sich zum Hafen durchboxte, um die dort stehenden Flak-Batterien auszuschalten, war die Stunde der Brandenburger gekommen. Das nächste Ziel hieß Tuapse und dieser Schlüsselpunkt in der schmalen Küstenebene war entscheidend. Um ihn zu erreichen und im Handstreich zu nehmen, mußte die Straße für die aus Noworossijsk wei­chenden sowjetischen Truppen gesperrt werden, damit sie die Besatzung von Tuapse nicht ver­stärkten. Die Erfolge Zieglers wären ohne die Einsätze der Brandenburger nicht möglich gewesen, und dies galt für viele Unternehmen des II. Weltkrieges. Die Brandenburger wurden oft nicht erwähnt, um ihr wertvolles und zuweilen schlachtentscheidendes sowie blutzollverlangendes Wirken geheimzuhalten.
  • Fernunternehmen mit der Tarnbezeichnung „Dschungel“ vom 21. Dezember 1942. Das Unternehmen sollte vor allem die Unterbrechung der Bahnlinie Workuta-Kotlas, auf der Kohle aus Workuta abtransportiert wurde, erreichen. Darüber hinaus sollten weitergehende Sabotage- und Zersetzungsaufträge durchgeführt werden. Teilnehmer: 12 Mann, darunter zwei Funker.
  • 1943 erfolgte das Unternehmen „Mammut“, Brandenburger wurden eingesetzt, um die alliierten Nachschublinien im Mittleren Osten zu unterbrechen und eventuell für die aus dem Kaukasus erwarteten deutschen Truppen die Ölfelder im Nordirak zu sichern. Hierzu wurde zunächst Kontakt mit einem einflußreichen Kurdenführer, Scheich Mahmut (der nach dem I. Weltkrieg die Briten bekämpfte und haßte), aufgenommen. Für das Sonderunternehmen wurden auch einheimische Hilfskräfte benötigt. Hier wie in anderen Fällen wurden diese gezielt unter den Kriegsgefangenen gesucht.
  • Zum Einsatz zweier Wettertrupps unter Führung der Abwehr kam es in der Arktis auf der Inselgruppe Spitzbergen (siehe Wetterstationen der Wehrmacht in der Arktis).
  • Ein beispielhaftes Unternehmen gegen brandschatzende und mordende Partisanen fand im Raum Rieti in Italien im April 1944 statt. Abschlußbericht eines Stoßtruppkommandos (später auch stationäre Streifkorps) vom 29. März bis zum 7. April 1944: „auf Seiten der ‚Banditen‘ 296 Tote und 698 Gefangene, auf Seiten der Brandenburger zwei Tote und vier Verwundete.“ In einem Kriegstagebuch der Brandenburger vom 16. April 1944 wurde festgestellt, daß sich unter den Partisanen auch Angehörige anderer Nationalitäten, darunter Amerikaner, befanden.
  • Vom 25. Mai bis zum 6. Juni 1944 fand das vereinte Unternehmen „Rösselsprung“ (1944) (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Unternehmen der Kriegsmarine im Jahre 1942) statt, welches in anderer Form schon 1943 von den Brandenburgern (Einheit Kirchner und Einheit Boeckl) geplant worden war. Ziel des Unternehmens war es, Josip Broz Tito gefangenzunehmen oder zu töten und somit die Führungsstrukturen der bolschewistischen Partisanen nachhaltig zu schwächen. Tito konnte fliehen, aber trotz starker Verluste gelang es den SS-Fallschirmjägern, der 7. SS-Freiwilligen-Gebirgs-Division „Prinz Eugen“ und den Brandenburgern des Major Ernst Benesch unter Führung von Oberleutnant Wolfram Kirchner (Deutsches Kreuz in Gold am 8. Juli 1944) und Leutnant Dowe sowie dem „Trupp Savadil“, britischeJournalisten“ zu ergreifen, wertvolles Nachrichtengerät und zahlreiche Kisten mit Akten, Karten und Geheimbefehlen zu sichern. Trotz 6.240 Toter, Verwundeter und Gefangener auf kommunistischer Seite bezeichnen Historiker das Unternehmen als brillant geplanten und vorbereiteten Fehlschlag.[26]
  • Im September 1944 wurde u. a. aus Teilen der Brandenburger-Einheit Streifkorps „Karpaten“ vom Verband „Wildschütz“ der „Wehrwirtschaftsstab 85“ (Tarnbezeichnung für einen Kommandotrupp, der oft als Wehrwirtschaftsführer und Vermesser getarnt unauffällig im Raum Drvar unterwegs war, um Tito festzunehmen, aber auch im allgemeinen die Aufgabe der Partisanenbekämpfung auf dem Balkan innehatte) und später der SS-Jagdverband „Südost“ mit Stab in Agram (Zagreb); Jagdeinsätze, z. B. gemeinsam mit dem SS-Sonderverband z. b. V. „Friedenthal“, ab Januar 1945 in Bulgarien, Rumänien, Serbien, Kroatien, Ungarn, Albanien, Slowakei und Donau. Wie so oft hatten manche Angehörige Legenden mit „Decknamen“, die auch nach dem Krieg nicht entschlüsselt werden konnten. Ebenso sind zahlreiche Verleihungen von Auszeichen an Brandenburger wegen Geheimhaltung und/oder fehlender Akten undokumentiert.
Werdegang_eines_Elitesoldaten_-_Vom_Baulehr-Bataillon_der_Brandenburger_bis_zu_den_Jagdkommandos_der_SS

Typischer Werdegang eines Elitesoldaten: Vom Baulehr-Bataillon der Brandenburger bis zu den Jagdverbänden der Waffen-SS

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Meeres- und Küstenjäger

„Koenen und seine Männer sind für mich so viel Wert wie ein ganzes Regiment.“ 

– Generalfeldmarschall Erwin Rommel über Hauptmann von Koenen und seine Tropen-Abteilung „Brandenburg“, die vom ersten bis zum letzten Tag des Afrikafeldzuges mitgekämpft haben –

Bei der Division „Brandenburg“ gab es ebenfalls eine Meeresjäger-Abteilung (ab Dezember 1943), eine neue Truppe von Sabotageschwimmern, welche von Alfred von Wurzian aus Wien (Lehrkommando 701) aufgebaut wurde; ebenso eine Küstenjäger-Abteilung (ab Februar 1942 als Leichte Pionierkompanie „Brandenburg“, ab Ende 1942 eine Abteilung in Bataillonsstärke),[28] ein Sonderverband, bestehend aus einem Abteilungsstab und vier Kompanien[29] einschließlich Kleinst-Torpedoträgern („Schneiderbooten“), Sprengbooten, Privatyachten, Kampfschwimmern und Marinepionieren unter dem Kommando des Rittmeisters Conrad von Leipzig und ab Sommer 1944 unter dem Oberkommando der Kleinkampfmittelverbände des Admirals Heye (1869–1947), der die Masse der versetzen Sprengbootfahrer und Brandenburger-Kampfschwimmer übernahm.

Die Abteilung wurde für maritime Landeoperationen aus der Taufe gehoben, damit man unabhängig von Pioniereinheiten agieren konnte. Die feldgrauen Küstenjäger bestritten vor allem unzählige rein infanteristische Kommandoeinsätze über See. Daß sie dabei mal russische, mal englische, italienische, jugoslawische Uniform (Volltarnung) oder auch „Räuberzivil“ (Halbtarnung) trugen, unterschied sie nicht von alliierten Gegenspielern, die dafür eben deutsche Uniformen zur Tarnung benutzten.

Besonderer Erwähnung bedarf in diesem Zusammenhang auch noch die kaum bekannte Tatsache, daß sich die Küstenjäger wie auch die Angehörigen anderer Brandenburger Verbände zu einem hohen Prozentsatz aus Auslandsdeutschen aller Sprachgebiete, Widerstandskämpfern der verschiedenen Feindstaaten und russischen (vor allem kaukasischen und baltischen), arabischen und indischen Legionären rekrutierten. Gerade auch sie haben bei der Durchführung ihrer Aufträge einen hohen Blutzoll für Deutschland gezahlt.

Generalleutnant_Müller_im_taktischen_Gespräch_mit_einem_Feldwebel_der_Division_Brandenburg_auf_Leros

Generalleutnant Friedrich-Wilhelm Müller im taktischen Gespräch mit einem Feldwebel der 3. (Jäger-)Kompanie der Küstenjäger-Abteilung „Brandenburg“.[25] Leros, November 1943

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Sturm auf Leros

Die Küstenjäger-Abteilung der Division Brandenburg landete zusammen mit Brandenburger-Fallschirmjägern[30] (ca. 470 Mann; unterstützt von einem Stuka-Angriff) auf einen Berghang, um den britischen und italienischen Widerstand zu brechen. Der Angriff begann frühmorgens am 12. November 1943. Einen Teil der Schiffe stellte die Landungspionierkompanie 780 (Oblt. Bunte). Die deutschen Einheiten waren in vier Angriffsgruppen eingeteilt. Der Kampf hat bis zum 16.11. abends gedauert. Von den 120 Mann der Küstenjäger-Kompanie waren nach den Kämpfen noch 37 Mann kampffähig. Auf gegnerischer Seite kapitulierten 200 englische Offiziere und 3.000 Soldaten, dazu 350 italienische Offiziere mit 5.000 Mann. Erbeutet wurden 120 Geschütze der Kaliber 7,6 cm und 15 cm, 16 schwere britische Flugabwehrkanonen, 20,2 cm und 80 Flak-MG. Kommandeur der Inselverteidigung war der britische Brigade General Robert Tilney, deutscher Kommandeur war Generalleutnant Friedrich-Wilhelm Müller.[31] Das Unternehmen „Leopard“ (auch bekannt als Taifun-Leopard) war eines der erfolgreichsten in der Geschichte der Division Brandenburg.

Einsätze (Auszug)

  • Der I. Zug der leichten Pionierkompanie „Brandenburg“ lag nach Aufgabe der geplanten Landung auf Malta am 30. Juni 1942 für einen eventuellen Einsatz in Ägypten – zur Verfügung des Panzer-Armeeoberkommandos Afrika – weiter in Bereitschaft und verlegte anschließend zur weiteren Ausbildung in die Adria. Mitte/Ende Oktober 1942 wurde der Zug nach Freiburg verlegt, wo er beim Aufstellungsstab Sonderverband 801 Bestandteil der hauptsächlich aus der 13. Kompanie Bau-Lehr-Regiment z. b. V. 800 gebildeten Tropen-Abteilung „Brandenburg“ werden sollte. In Trapani (Sizilien) wurde der Zug (Halb-Kompanie) dann kurz darauf zur 5. Kompanie Tropen-Abteilung „Brandenburg“ erweitert. Die Kompanie wurde Anfang November 1942 nach Tunesien überflogen. Dort erfolgten dann verschiedenste Einsätze als infanteristische Vorausabteilung, Minenlegeunternehmen mit den eigenen Sturmbooten, diverse Tarneinsätze, Operationen gegen britische Agenten, Evakuierungen über See usw. Im Mai 1943 evakuierten die Boote der Einheit schließlich 53 Generalstabsoffiziere der 5. Panzerarmee nach Trapani. Danach verlegten die aus Tunesien entkommenen Männer und Boote nach Langenargen (Bodensee) zur Küstenjägerabteilung „Brandenburg“ und wurden zu deren 1. Kompanie ergänzt und umgebildet. Im Juli 1943 verlegte die Kompanie auf dem Luftweg nach Patras, das Bootsmaterial zunächst per Bahn nach Brindisi, dann weiter per Schiff. Es folgten im Golf von Korinth Tarneinsätze gegen Partisanen.
  • In der Nacht zum 23. September 1943 liefen die schweren Sturmboote der Küstenjägerabteilung (KJA) vom Einsatzhafen Lutraki nach Igumenitsa zur Überführung des Stabes der 1. Gebirgsdivision nach Kajos auf Kerkyra. Diese Insel wurde noch von Badogliotruppen gehalten. Die Gebirgsjägerzüge, mit dem ehemaligen spanischen Frachtdampfer „Rigel“ nachgeführt, kamen auf Kerkyra jedoch nicht mehr zum Einsatz. Die Italiener ergaben sich. Die beiden Sturmboote der Küstenjäger verlegten als letzte Einheiten zur griechischen Westküste.
  • Vom Stützpunkthafen Lutraki aus wurden in der Folgezeit wiederholt Transportaufträge für das 1. Regiment Brandenburger sowie Erkundungen zur Ausspähung von Partisanennestern entlang der Küsten des Golfs von Korinth durchgeführt.
  • Nach der Kapitulation Italiens, am 8. September 1943, Teilnahme an der Entwaffnung der Italiener (→ Fall Achse) im Gebiet Attika – Larissa.
  • Die Bootsstaffel der 1./KJA mit Korv.Kpt. Dr. Brandt[33] von der 21. U-Jagd-Flottille enterte am 9. September 1943 in einem Handstreich gegen Piräus ein italienisches Torpedoboot, das später als TA-Boot der Kriegsmarine abgetreten wurde.
  • Am 1. Oktober 1943 wurde die 1./KJA unter Hauptmann Armin Kuhlmann über Piräus in die Ägäis verlegt. Zunächst zur Insel Naxos, wo sie sich mit ihren Kampfteilen und der übrigen Landungsflotte für das Unternehmen „Eisbär“, die handstreichartige Inbesitznahme der Insel Kos, bereitstellte. Dies geschah am 3./4. Oktober 1943, als die Jäger der 1./KJA in der Kamara-Bucht im Südwesten der von italienischen und britischen Truppen verteidigten Insel anlandeten. Eroberung des Flugplatzes von Antimachia.
  • In der Zeit vom 7. bis zum 10. Oktober erfolgte seemäßiger Vormarsch und Anlandung auf der Insel Kalymnos und kampflose Übergabe der Insel. Dort wurde bei einem britischen Luftangriff der Chef der 1./KJA, Hptm. Armin Kuhlmann, schwer verwundet. Die Führung übernahm Ltn. Hans Schädlich.
  • In der Zeit vom 12. bis zum 16. November 1943 lief dann das Landungsunternehmen mit dem Decknamen „Leopard“ (auch bekannt als Taifun-Leopard) der „Kampfgruppe Müller“ gegen die Insel Leros, an dem die 1. Kompanie der Küstenjäger-Abteilung 800 (1./KJA) im Zusammenwirken mit Fallschirmjägern (u. a. Fallschirmjäger-Kp. 15./Jäger-Rgt. 4. „Brandenburg“) und Teilen der 22. Inf.-Div. wesentlichen Anteil hatte (Anlandung in der Pandeli-Bucht, ostwärts der Stadt Leros). Die ausgeblutete 1. Kompanie der Küstenjäger, unter Führung von Leutnant Voigts, wurde Ende 1943 auf dem griechischen Festland neu aufgefrischt und erhielt Nachersatz.
Brandenburger_nach_dem_Unternehmen_Leopard

Abgekämpft, aber glücklich nach dem Unternehmen „Leopard“

  • Am 22. November 1943 hat der Kommandeur des (Jäger)-Regiments 1 „Brandenburg“, Major Wilhelm Walther, die Insel Samos, nach schwerer Bombardierung und Zerstörung der Kleinstädte Tygani und Vathy, kampflos genommen. Lipsos, Patmos, Fourni und Ikaria wurden am 10. November, Kastelloriso am 27. November 1943 besetzt.
  • Währenddessen sammelten die restlichen Teile der Küstenjäger-Abteilung nach dem erfolgreichen Unternehmen „Delphin“ im nördlichen Teil der Dalmatinischen Inseln, und zwar Stab, 2., 3. und Teile 4.(s) Kp. Auf der Fahrt durch Kroatien von Zara (heute Zadar) nach Split am 2. Dezember 1943 gegen 11.20 Uhr wurde ein aus 11 Fahrzeugen bestehendes, gemischtes Geleit aus verschiedenen Booten, bei Jelonac durch britische Flugzeuge aus der Sonne angegriffen. Sieben Fahrzeuge, darunter alle drei KJ-Boote, wurden versenkt und 80 Brandenburger der Küstenjägerabteilung getötet. Aus den Überlebenden, insbesondere der 1. Kompanie, wurde im März 1944 die „Küstenjägerkompanie Rhodos“ aufgestellt, noch am 20. Februar 1945 meldete diese Kompanie eine Stärke von 5 Offizieren, 24 Unteroffizieren, 120 Mannschaften und 35 italienischen Freiwilligen.
Küstenjäger_der_Brandenburger_in_Dalmatien,_Unternehmen_Delphin_1943

„Wilde“ Küstenjäger nach erfolgreichem Partisanenkampf in Dalmatien während des Unternehmens „Delphin“, Ende November 1943

  • Im Frühjahr 1944 wurden die „Brandenburger“ speziell zur Bekämpfung der alliierten Kommandos und der griechischen Kommandotruppe „Heilige Brigade“ eingesetzt. Da die Kompanie nur noch zwei große Sturmboote zur Verfügung hatte und nur auf einige griechische Segler, die Kajikis, zurückgreifen konnte, wurden ihr für größere Späh- und Stoßtruppunternehmungen jeweils Landungsboote der Pionier-Landungskompanie 780 oder I-Boote der 6. Gruppe / 15. Landungs-Flottile (Kdt. Ltn. z.S. Berger) zugeteilt.
  • Am 20.06.1944 übernahm Oblt. Bertermann die Führung der Küstenjäger, die seit März zur „Küstenjäger-Kompanie Rhodos“ aufgestockt wurde. Sie waren in dem Stützpunkt Castello auf Rhodos stationiert. Sie blieb im Dodekanes-Bereich bis Kriegsende.
  • Am 25.08.1944 konnte eine Kompaniegruppe, unter Oblt. Bertermann, in den Besitz eines britischen Schnellbootes (HDML 1381) kommen. Es wurde als KJ 25 in Dienst der Brandenburger gestellt. Auf diesem Boot lief am 08.05.1945 Generalmajor Dr. Wagener, der Kommandant der Ostägäis, zur Unterzeichnung der Kapitulationsurkunde zu dem vor Symi liegenden britischen Zerstörer „Active“ und ging zur Unterzeichnung der Urkunde an Bord. KJ 25 brachte am folgenden Morgen das britische Vorkommando nach Rhodos und wurde, im Hafen von Rhodos angekommen, wieder als HDML 1381 in ihre frühere Flotille – die Special Boat Squadron – eingereiht.
  • Die Küstenjägerkompanie Rhodos führte bis Kriegsende unzählige Tarn- und Kommandooperationen durch.
Küstenjäger,_KJ_25

Mit einem von den Briten erbeuteten Küstenschutzboot Typ „Fairmail D“ mit der Bezeichnung ML 1381, das von den Küstenjägern für Kommandounternehmen unter der Bezeichnung KJ 25 genutzt wurde[31]

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Sonderverband Bergmann

Der „Sonderverband Bergmann“ war ein nach dem Beginn des Unternehmens „Barbarossa“ am 14. Oktober 1941 aufgestellter Verband der Abwehr der Wehrmacht, der aus deutschen Vorgesetzten und kaukasischen Freiwilligen, d. h. Georgiern, Nordkaukasiern, Armeniern und Aserbaidschanern bestand. Mehrere Offiziere kamen aus dem vornehmlich in Frankreich lebenden kaukasischen Emigrantenkreis. Militärhistoriker schätzen, daß rund hunderttausend Kaukasier während des Zweiten Weltkrieges in deutschen Formationen gegen die sowjetischen Invasoren gekämpft haben.

Sonderverband_Bergmann

Die „kaukasischen Gebirgsjäger“ gegen den bolschewistischen Sturm in Europa!

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Die Bergmänner absolvierten zuerst eine geheime Abwehr- und Agentenausbildung in Neuhammer bis Dezember 1941, danach ging es nach Bayern zur Gebirgsgefechtsausbildung in Mittenwald beim Ausbildungszentrum der Gebirgsjäger der Wehrmacht.

Der Verband wurde unter Führung der „Brandenburger“ von Oberleutnant Theodor Oberländer (späterer Hauptmann d. R., Professor und Bundespolitiker) aufgestellt und ausgebildet – Oberländer war ebenfalls für die vorangegangene Aufstellung der deutsch-ukrainischen Bataillone „Nachtigall“ und „Roland“ verantwortlich, die zwar Rahmenpersonal der Brandenburger beinhalteten, aber nie ein Teil des Bau-Lehr-Regiments z. b. V. 800 „Brandenburg“ darstellten, auch nicht diesem unterstanden.

Erkennungszeichen der Angehörigen des Verbandes in Bataillonsstärke (ab 1943 in Regimentsstärke) war ein stilisierter kaukasischer Kindjal-Dolch, der an der linken Seite der Bergmütze (grüngrauer Färbung) getragen wurde. Ab 1942 erfolgte der Einsatz der ersten fünf Kompanien im Kaukasus (im Ganzen 1.200 Mann, davon 900 Kaukasier und 300 Deutsche):

  • 1./ Georgier und deutsches Rahmenpersonal
  • 2./ Nordkaukasier
  • 3./ Aserbaidschaner und deutsches Rahmenpersonal
  • 4./ Georgier und Armenier
  • 5./ Stabskompanie aus kaukasischen Emigranten und deutsches Rahmenpersonal
    • Stärke: ungefähr 130 Georgier
    • Deck- bzw. Tarnname: Tamara I (Verhörspezialisten; 1. Zug) und Tamara II (Sabotageexperten; 2. Zug)
    • Kompanieführer: Oberst Dr. Kramer von der Abwehr
  • Zusätzlich wurden zwei Kavallerieschwadrone aufgestellt.
Sonderverband_Bergmann_1943_im_Kampf_für_ein_kommunistenfreies_Europa

Sonderverband „Bergmann“ 1943 im Kampf für ein kommunistenfreies Europa

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Oberländers Vertreter war der in Rußland aufgewachsene Sonderführer (später Leutnant) W. von Kut(z)schenbach (ein Kaukasiendeutscher, dessen Familie aus der Gegend um Tiflis stammte. Seine Frau Olga (1914–2003) war die Tochter des Generalfeldmarschalls Friedrich Paulus),[34] der fließend Russisch und Aserbaidschanisch sprach. Offiziell war der Sonderverband der „Bergkaukasischen Legion“ unterstellt, später der „Nordkaukasischen Legion“. Führungsmäßig wurde der Sonderverband bis Mitte Dezember 1942 aber von der Abwehr geführt, danach wurde der Verband offiziell an das Oberkommando des Heeres abgegeben.

Nach Fallschirmlandung führte mit dem Unternehmen Schamil der Brandenburger (von 25. August bis 10. Dezember 1942) in Tschetschenien eine Kommandoteileinheit des Sonderverbandes (bestehend aus 10 Deutschen und 15 Nordkaukasiern) Kampfeinsätze zur Sicherung des deutschen Rückzuges aus dem Kaukasus. Der Verband war, nachdem er durch Freiwillige und Überläufer auf über 3.000 Kämpfer angewachsen war, ab 1943 auf der Krim stationiert, wo er erfolgreich gegen überlegene vorstoßende sowjetische Truppen und Partisanen kämpfte.

Nach der Aufteilung in mehrere Bataillone und der Absetzung Oberländers als Kommandeur wurden die meisten Bataillone nach Griechenland versetzt. Das aserbaidschanische II. Bataillon kämpfte weiter beim Rückzug aus Rußland und wurde im August 1944 taktisch der „Gruppe Dirlewanger“ zugeteilt, wo es u. a. mit den Einheiten SS-Sturmbrigade Dirlewanger und 1. Ostmuselmanisches SS-Regiment zur Niederschlagung des Aufstandes der polnischen Partisanen 1944 in Warschau eingesetzt wurde. Dort und auch in anschließenden Rückzugsgefechten an der Ostfront waren die Verluste hoch, und verbliebene Soldaten von II./Bergmann bildeten zusammen mit Aserbaidschanern des „Aserbeidschanischen Infanterie-Bataillons I/111“ (die Waffenkameraden aus Warschau) das III. Bataillon des am 27. März 1945 neu aufgestellten „Grenadier-Regiments 1607 (kaukas.)“ (aufgestellt in Dänemark für die russische Brigade 499). Sie erlebten das Kriegsende an der Westküste Dänemarks.

Bergmann_Battalion

Verbandsabzeichen der „Bergmänner“

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Auszeichnungen

Neben einer Vielzahl von Auszeichnungen als Brandenburger, Abwehragenten oder als Mitglieder der Jagdverbände der Waffen-SS (ab Spätsommer 1944) erhielten 18 Elitekämpfer das Ritterkreuz. Drei wurden als Brandenburger mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz ausgezeichnet.

Ritterkreuzträger der Brandenburger (chronologisch)

  • Oberstleutnant Walther, Wilhelm, 24.06.1940 als Oberleutnant, Stoßtruppführer 4./BauLehrBtl z. b. V. 800 „Brandenburg“
  • SS-Sturmbannführer Adrian Baron von Fölkersam, 14.09.1942 als Leutnant d. R., Adjutant Stab I./LehrRgt z. b. V. 800 „Brandenburg“
  • Leutnant der Reserve Prochaska, Ernst, 16.09.1942 als Leutnant d. R., Führer 8./LehrRgt z. b. V. 800 „Brandenburg“
  • Rittmeister Knaak, Hans-Wolfram, 03.11.1942 (posthum) als Oberleutnant, Chef 8./LehrRgt z. b. V. 800 „Brandenburg“
  • Major der Reserve Lau, Werner, 09.12.1942 als Leutnant d. R., Zugführer 5./LehrRgt z. b. V. 800 „Brandenburg“
  • Oberstleutnant Koenen v., Friedrich, 16.09.1943 als Hauptmann, Kommandeur III./4.Rgt „Brandenburg“
  • Major der Reserve Steidl, Kurt, 26.01.1944 als Hauptmann d. R., stellv. Führer I./2.JägRgt „Brandenburg“
  • Major Kirn (Klarname: Witzel), Dietrich F., 12.12.1944 als Hauptmann, Führer Front-Aufklärungs-Kommando 202
  • Oberst Brückner von, Erich, 11.03.1945 als Oberst, Kommandeur JägRgt 1 „Brandenburg“
  • Hauptmann Afheldt, Eckart, 17.03.1945 als Oberleutnant, Führer II./JägerRgt 2 „Brandenburg“
  • Hauptmann der Reserve Röseke, Erich, 14.04.1945 als Oberleutnant d. R., Führer 9./JägRgt 1 „Brandenburg“
  • Leutnant der Reserve Leipzig v., Hellmut, 28.04.1945 als Leutnant d. R., Zugführer PzAufklAbt „Brandenburg“
  • Oberstleutnant Bröckerhoff, Wilhelm, 08.05.1945 als Major, Führer PzArtRgt „Brandenburg“
  • Hauptmann Müller-Rochholz, Friedrich, 08.05.1945 als Hauptmann, Kommandeur PzSturmPiBtl „Brandenburg“
  • Major Voshage, Werner, 08.05.1945 als Major, Kommandeur HeeresFlakAbt „Brandenburg“

Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub

  • Major der Reserve Grabert, Siegfried, Ritterkreuz am 10.06.1941 als Oberleutnant d. R., Führer SonderKdo im BauLehrBtl z. b. V. 800 „Brandenburg“
    320. Eichenlaub, 06.11.1943 als Hauptmann d. R., Chef 8./LehrRgt „Brandenburg“ z. b. V. 800
  • Oberstleutnant Oesterwitz, Karl-Heinz, Ritterkreuz am 30.04.1943 als Oberleutnant, Chef 7./LehrRgt z. b. V 800
    734. Eichenlaub, 10.02.45 als Oberstleutnant, Kommandeur JägerRgt 2 „Brandenburg“
  • Major der Reserve Wandrey, Max, Ritterkreuz am 09.01.1944 als Oberleutnant d. R., Chef 11./Jäger-Regiment 1 „Brandenburg“
    787. Eichenlaub, 16.03.45 als Major d. R., Kommandeur II./Jäger-Regiment 1 „Brandenburg“
Siegfried_Grabert,_Ritterkreuzträger_der_Brandenburger,_im_Norden_Rußlands,_Sommer_1941

Ritterkreuzträger Siegfried Grabert (hier noch als Oberleutnant), erhielt kurz vor Kriegsbeginn von Admiral Canaris die Weisung, mit dem „Industrieschutz Oberschlesien“ den Verkehrsknotenpunkt Kattowitz zu besetzen. Seine Männer und er in „Volltarnung“ (alle in Zivil oder polnische Uniformen gekleidet) meisterten den Auftrag.

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Ritterkreuz des Kriegsverdienstkreuzes

  • Leutnant Richard Volkmann, 12.08.1944 Ritterkreuz des Kriegsverdienstkreuzes mit Schwertern (es gab nur ca. 73 Verleihungen mit Schwertern) als Fahnenjunker-Oberwachtmeister und Fernaufklärer beim Nachrichten-Fernaufklärungs-Kompanie 623 in der Division „Brandenburg“.
Fernaufklärer_der_Brandenburger_Richard_Volkmann

Richard Volkmann (1911–1965), Träger des Ritterkreuzes des Kriegsverdienstkreuzes

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Erbe

Internationale Spezialeinheiten der Nachkriegszeit und der Gegenwart verehren immer noch das Vorbild der „Division Brandenburg“, welche als Leitbild für die Entwicklung von Kommandotruppen zur besonderen Verwendung (z. b. V.) weltweit diente und dient. In Deutschland gehören folgende Einheiten dazu:

  • Jagdkommandos der Bundeswehr-Fallschirmjäger (ebenfalls des österreichischen Bundesheeres) eiferten dem Vorbild „Brandenburger“ nach. Seit 2000 dürfen sich die Ausbilder gegenüber den Rekruten jedoch nicht mehr dazu bekennen.
  • Noch Mitte der 90er Jahre lehrten die Ausbilder an der Internationalen Fernspähschule in Weingarten, daß die deutschen Fernspäher (insbesondere die Spähtrupps z. b. V.) die direkten Nachfolger der Elite-Division Brandenburg seien. Die Fernspähkompanie 200 (ebenfalls Weingarten) verewigte die Brandenburger als Großwandgemälde im ersten Stock des Kompaniegebäudes.
  • Brigadegeneral a. D. Reinhard Günzel und GSG 9-Gründer Ulrich Wegener erklärten in ihrem Buch über deutsche Eliteeinheiten (Reinhard Günzel/Ulrich Wegener/Wilhelm Walther: Geheime Krieger – Drei deutsche Kommandoverbände im Bild, Pour le Mérite Verlag, 2005), die Verbände der „Brandenburger“ seien das legendäre und traditionsverleihende Vorbild für das Kommando Spezialkräfte der Bundeswehr.

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Bildergalerie

Fallschirmjäger_der_Brandenburger

Drei Fallschirmjäger der Brandenburger; zwei Unteroffiziere und ein Obergefreiter (Mitte). Brandenburger mußten nicht den üblichen ausrasierten deutschen Haarschnitt tragen, ein solcher hätte sie hinter feindlichen Linien ggf. verraten

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Jägerregiment_2,_Panzergrenadier_Division_Brandenburg,_1944

Dunkelgrüner Ärmelstreifen (getragen von den Jagd-Regimentern und Ersatzbataillonen ab dem 17. August 1944) und das ovale Truppenabzeichen der Jäger-Einheiten der Brandenburger, beide wurden am rechten Arm getragen

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1._Kompanie_der_Küstenjäger-Abteilung_der_Brandenburger_auf_der_Insel_Kos_nach_dem_erfolgreichen_Unternehmen_Eisbär,_4._Oktober_1943

1. Kompanie der Küstenjäger-Abteilung der Brandenburger auf der Insel Kos nach dem erfolgreichen Unternehmen „Eisbär“, 4. Oktober 1943

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Wandrey,_Max_-_Major_der_Reserve

Max Wandrey, Eichenlaubträger der Brandenburger

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Divisionsadjutant_der_Brandenburger_Hauptmann_Werner_Lau

Werner Lau, Ritterkreuzträger der Brandenburger

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Hellmut_von_Leipzig_als_Gefechtsfahrer_für_Generalfeldmarschall_Rommel

Hellmut von Leipzig, Ritterkreuzträger der Brandenburger

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Eichenlaubträger_der_Brandenburger_Siegfried_Grabert

Siegfried Grabert, Eichenlaubträger der Brandenburger

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Major_Friedrich_von_Koenen,_Ritterkreuzträger_der_Brandenburger

Friedrich von Koenen, Ritterkreuzträger der Brandenburger

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Hauptmann_Karl-Heinz_Oesterwitz

Karl-Heinz Oesterwitz, Eichenlaubträger der Brandenburger

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Ritterkreuzträger_Oberstleutnant_a._D._Walther_Wilhelm

Wilhelm Walther, der erste Ritterkreuzträger der „Brandenburger“.

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Brandenburger_und_Küstenjäger_Rittmeister_Conrad_von_Leipzig

Konrad von Leipzig, Brandenburger, Küstenjäger und Träger der Ehrenblattspange des Heeres

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Ritterkreuzträger_der_Brandenburger_Ernst_Prochaska

Ernst Prochaska, Ritterkreuzträger der Brandenburger

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Fußnoten

  1. ↑ Der Chef des OKH, dem Heeresrüstungsstab und dem Befehlshaber des Ersatzheeres AHA Ia (I) gab unter der Nr. 1450/40 gKdos (geheime Kommandosache) den Befehl zur Umformung des Bau-Lehr-Bataillons z. b. V. 800 „Brandenburg“ zum Regiment, die Befehle wurden am 15. Mai 1940 erlassen, als man erkannte, daß die Größe des Bataillons für die gestellten Aufgaben kaum ausreichte (siehe die zahlreichen Einsätze während des Westfeldzuges). Der Führungsstab der „Brandenburger“ ließ Major Kewisch von der Aufklärungs-Abteilung 8 (Norwegeneinsatz) an die Spitze des Regiments treten, Adjutant wurde der ehemalige Kommandeur des „Nordzuges“, nun Oberleutnant Zülch. Beide vertraten die Meinung, daß ihre Truppe eine reguläre sei und auch dementsprechend militärisch ausgebildet werden müsse, dafür ließ er junge Offiziere in die Kompanien einbinden, wodurch er natürlich auf alte und verdiente Offiziere verzichten mußte. Durch die folgenden Auseinandersetzungen wurde Kewisch im August 1940 abgelöst, sein Nachfolger wurde Major von Aulock, nach ihm kam am 2. November 1940 Oberstleutnant von Haehling.
  2. ↑ Nachdem einige Einheiten der Brandenburger bereits in den besetzten Gebieten der bolschewistischen Sowjetunion zur Partisanenbekämpfung eingesetzt worden waren, erhielten ab dem Frühjahr 1943 sämtliche Einheiten diesen Auftrag auf dem Balkan. Das 1., 2. und 4. Regiment waren dabei in verlustreiche Kämpfe gegen Partisanen in Kroatien, Serbien und Griechenland verwickelt, während das 3. Regiment ähnliche Aufgaben in Südfrankreich und Italien wahrnahm. U. a. hatte im Spätsommer 1943 die „Einheit Kirchner“ geplant, den Hauptstab der Partisanen einschließlich Tito gefangenzunehmen. Dies wurde aber erst im Mai 1944 umgesetzt. Ab dem August 1944 erfolgte der Einsatz des Fallschirm-Jäger-Bataillon „Brandenburg“ in Rumänien, wo dieses an der Verteidigung der Festung Bukarest teilnahm.
  3. ↑ Ab Ende September 1944 standen die Regimenter der Division an der Theiß und Donau in Abwehrkämpfen gegen die Rote Armee noch bevor sie sich in Belgrad zur geplanten Umgliederung eingefunden hatten. Während der sowjetischen Offensive auf die jugoslawische Hauptstadt wurden Teile dieser Einheiten eingeschlossen und erlitten erhebliche Verluste bevor sie zu den deutschen Linien durchbrechen konnten. Danach folgte der langsame Rückzug nach Südungarn im Verband der Heeresgruppe E. Zu diesem Zeitpunkt betrug die Gefechtsstärke der Division nur noch die eines halben Regimentes, weshalb sie taktisch der 71. Infanterie-Division unterstellt wurde.
  4. ↑ Zur Auffrischung verlegte man die Reste der Panzer-Grenadier-Division „Brandenburg“ zwischen dem 12. und 20. Dezember 1944 nach Ostpreußen, wo gleichzeitig der Zusammenschluß der Panzer-Grenadier-Division mit Teile der Division „Großdeutschland“ zum Panzerkorps „Großdeutschland“ erfolgte. Bahnverladung der Division auf dem Truppenübungsplatz Arys (Ostpreußen) am 13. Januar 1945 zum Transport in den Raum Lodz. Nach Beginn der sowjetischen Offensive am 15. Januar 1945 schlug sich der Großverband dann durch den Warthegau bis in die Schlesische Lausitz durch, wo er der Heeresgruppe Mitte unterstellt wurde.
  5. ↑ Von Anfang März bis Mitte April 1945 stand die Division im Raum Weißwasser an der Lausitzer Neiße. Die Brandenburger wurden am 10. März 1945 an der Oder durch die Ersatz-Brigade Großdeutschland wieder aufgefrischt. Bei dem erneuten sowjetischen Großangriff der Roten Armee am 16. April wurde die Rest-Division in Regimentsstärke schließlich im Raum Rothenburg-Penzig (nördlich Görlitz) eingekesselt, konnte jedoch schon am 20. April nach Löbau ausbrechen. Nachdem die Reste der Brandenburger um Bautzen gekämpft hatten, wurden sie am 3. Mai 1945 per Bahn in den Raum Mährisch-Ostrau in das Reichsprotektorat Böhmen und Mähren verbracht. Anfang Mai 1945 kämpften dort immer noch Einheiten der Brandenburger bei Olmütz und zogen sich bis in den Raum Deutsch-Brod zurück. Nach der Kapitulation der Wehrmacht marschierte ein Teil der Spezialeinheit nach Westen, während andere Teile sich einfach auflösten. Die Rest-Brandenburger kapitulieren am 10. Mai 1945, ein großer Teil von ihnen ging in Tabor in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Zahlreiche Angehörige der ehemaligen „Division Brandenburg“ wurden von der tschechischen Bevölkerung teilweise aus den Zügen gezerrt und auf bestialische Weise ermordet.
  6. Generalmajor Alexander von Pfuhlstein
  7. Generalmajor Hermann Schulte-Heuthaus
  8. ↑ „Dabei war die Bezeichnung ‚Brandenburger‘ eher zufällig gewählt, als man bei der Aufstellung der ‚Urmutter‘ aller BRANDENBURG-Verbände, der Baulehr-Kompanie 800 z. b. V., und der Suche nach einer geeigneten Unterkunft, auf die leerstehende Generalfeldzeugmeister-Kaserne in Brandenburg an der Havel stieß und sich dort an der Weihnachtsfeier 1939 selbst den Namen gab.“ Quelle: http://www.friedrich-wilhelm-heinz.de
  9. ↑ Noch vor Beginn des Feldzuges gegen Polen 1939 stellte die Abwehrabteilung II unter dem Kommando des Linzers Oberstleutnant i. G. Erwin von Lahousen (einschließlich der Abwehrgruppen der Wehrkreise VIII und XVII), also der deutsche Militärgeheimdienst, mehrere „K-Trupps“ (K = Kampf) auf, die aus polnisch sprechenden Schlesiern und Volksdeutschen bestanden. Deren Aufgabe war es, wichtige Schlüsselpositionen zu besetzen und bis zum Eintreffen regulärer Wehrmachtsverbände zu halten. Den Abwehragenten gelang es, Teile des oberschlesischen Industriegebietes zu besetzen, was eine wirkungsvolle Zerstörung der Anlagen durch polnische Truppen verhinderte, so daß sie nahezu intakt den deutschen Truppen in die Hände fielen.
  10. ↑ Als die polnischen Kräfte nachrückten und die Verstärkung ausblieb, entschied sich Herzner, zur slowakischen Grenze zurückzukehren. Abwehroffizier Erwin von Lahousen notierte hierzu, daß der Trupp einen Angriff der Tunnelverteidiger abwehrte und sich auf Befehl der 7. Infanterie-Division in sechseinhalb Stunden zur Grenze zurück durchschlug.
  11. ↑ Dr. Theodor von Hippel (geb. 19.1.1890; am 1. Oktober 1940 zum Major befördert, 1. Juni 1942 Oberstleutnant) hatte im Ersten Weltkrieg als Freiwilliger in der Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika unter Paul von Lettow-Vorbeck gedient, er war 1935 als Oberleutnant in die Wehrmacht eingetreten. Zur Pioniertruppe gehörend verfocht er früh in Eingaben an seine vorgesetzten Dienststellen die Aufstellung einer militärischen Einheit für Kommandoaufgaben: getarnter Einsatz hinter den feindlichen Linien, getarnte Voraussicherung von Objekten und Aufklärung tief im feindlichen Hinterland, getragen von hochspezialisierten Einzelkämpfern. Mehrere erfolgreiche Einsätze im Vorfeld und in der Anfangsphase des Polenfeldzuges (getarnte Aufklärung und Objektsicherung) ermöglichten die Aufstellung der Bau-Lehr-Kompanie z. b. V. 800 mit Hippel an der Spitze. Das Bundesarchiv zu Hippel
  12. ↑ Vom Chef der Abwehr, Canaris, erhält Major Friedrich Wilhelm Heinz (Kommandeur des I. Bataillons/Bau-Lehr-Regiment z. b. V. 800 „Brandenburg“) einen neuen Auftrag: ab dem 28. Oktober 1941 sollte er eine Abwehrschule (Quenzgut) und, auf dem Truppenübungsplatz bei Meseritz, eine sogenannte V-Abteilung aufstellen. Die V-Abteilung sollte V-Leute (Vertrauensleute) und Agenten führen. Daneben wurden Inder der Legion Asad Hind (Freies Indien) von Subhash Chandra Bose gegen den Kampf gegen die Kolonialmacht England ausgebildet, eine persische und afghanische Kompanie folgten.
  13. ↑ Seit 1992 befindet sich die Fachhochschule Brandenburg in der alten Infanterie- und Kürassierkaserne aus 1881 in der Magdeburger Straße, Brandenburg an der Havel.
  14. ↑ Der „Sonderverband 288“ war eine vollmotorisierte Einheit der Wehrmacht, aufgestellt für den Einsatz im Irak, Iran und Indien. Ab Juni 1941 wurden tropentaugliche Soldaten, darunter Brandenburger und Gebirgsjäger, in der Hohenlohe-Kaserne in Potsdam versammelt, für die Aufstellung des Sonderverbandes 288. Der Verband hatte später die Stärke eines Regimentes, gut 2.000 Mann, war aber für einen vollkommen selbständigen Einsatz vielseitiger in seiner Waffenausrüstung und Truppenzusammenstellung. Außerdem verfügte die Einheit unter anderem über eine Sanitätskompanie mit Tropenmedizinern, 20 Araber als Übersetzer, eine fahrbare Druckerei, die arabischsprachige Flugblätter herstellen konnte, und einen Trupp für den Betrieb von Ölförderanlagen. Die Grundlage für die Aufstellung des Sonderverbandes 288 war die Weisung Nummer 32 von Adolf Hitler vom 11. Juni 1941: „Vorbereitungen für die Zeit nach Barbarossa.“ Mit Barbarossa war die Eroberung der Sowjetunion (→ Unternehmen „Barbarossa“) gemeint. In dieser Weisung 32 ist unter anderem der „Angriff“ der Wehrmacht „durch den Iran vorgesehen“, also der Einmarsch in Indien. Dafür wurde für den Sonderverband 288 auch eine Übersetzergruppe gebildet, die indische Sprachen beherrschte.
  15. ↑ Quelle: Franz Wilhelm Seidler, Avantgarde für Europa – Ausländische Freiwillige in Wehrmacht und Waffen-SS, S. 339f.
  16. ↑ In den Kriegsjahren 1943 bis 1945 der Tarnname für das Kompetenz- und Ausbildungszentrum des deutschen militärischen Geheimdienstes. Von der am 1. April 1943 verfügten Herauslösung der Division Brandenburg aus dem militärischen Geheimdienst (Amt Abwehr/Ausland) war das 5. Regiment ausgenommen. Es verblieb zunächst unter dem Namen „Lehrregiment Kurfürst“ bei der Abwehr, bis diese Mitte 1944 vom Reichssicherheitshauptamt (RSHA) vereinnahmt wurde. Noch nach Kriegsende waren die „Kurfürsten“, wie z. B. Alfred von Wurzian, als Spezialisten sehr begehrt und wurden von den Siegermächten für eigene Dienste umworben.
  17. ↑ Waren Kommandos der Abwehr als gegnerische Soldaten getarnt im feindlichen Gebiet unterwegs, waren sie darauf angewiesen, sich selbst und ihre Wege überzeugend darstellen, bzw. begründen zu können. Hierzu wurden verschiedene plausible „Legenden“ ausgearbeitet, die je nach Ausgangssituation angewendet werden konnten. Diese Einsätze waren für die Brandenburger äußerst gefährlich, sie trugen zwar meist ihre eigenen Uniformen unter der feindlichen Kluft (eine vom Völkerrecht zugelassene Kriegslist), dennoch konnte dies bei Gefangennahme die sofortige Hinrichtung bedeuten. Auch wurden Brandenburger oft nicht als „Freunde“ erkannt und von den eigenen deutschen Truppen beschossen oder gar getötet.
  18. ↑ Die deutsche Fallschirmjägerjacke (in Unifarben oder verschiedenen Tarnmustern) wurde auch Knochensack genannt und bestand aus festgewirktem, reißfestem Baumwollstoff (100 %). Das Verwenden von Reißverschlüssen bei Uniformen galt hier als absolute Neuerung. Der Knochensack existierte in drei Modellen, wobei der erste nur in den frühen Tagen der Fallschirmtruppe verwendet und nur in grünmeliert gefertigt wurde. Das zweite Modell wurde in grünmeliert begonnen und ab 1941 auch in Splittertarn mit verschiedener Farbprägung gefertigt. Es ist wichtig, daß die Luftwaffe ihr eigenes Splittermuster hatte, bei dem die Splitter insgesamt kleiner waren als beim Heeresmuster und die Anzahl der Splitter höher. Das dritte Modell wurde ausschließlich in Splittertarn und ab 1943 in Sumpftarnmuster gefertigt, teilweise auch in Erbsentarn und Sandtarn, z. B. für das geplante Unternehmen „Herkules“ (Eroberung von Malta). Uniformen in Erbsentarn wurden gegen Ende des 2. Weltkrieges (Mitte 1944) bei den Eliteverbänden der Wehrmacht und Waffen-SS eingeführt. Die neue Tarnung war für alle Jahreszeiten und Geländearten geeignet und so erfolgreich, daß sie später die Basis für die Tarnuniform der Bundeswehr seit 1990/1991 in Flecktarn bildete. Später haben Briten und Amerikaner den Knochensack (genannt Overall) mit Tarnmuster (Camouflage) für ihre Luftlandeeinheiten nachgemacht.
  19. ↑ Ende Januar erhielt Offiziersanwärter Kürschner von Dr. Theodor von Hippel den Befehl, einen Trupp zum Einsatz im Westen aufzustellen. Kürschner sammelte Freiwillige vom Jungdeutschen Bund sowie Bergleute aus der Gegend, da sie sich besonders gut im Gebiet auskannten. Der Stoßtrupp wurde unter der Stabskompanie geführt. Ende Februar 1940 meldete sich Kürschner bei der Abwehr-Abteilung II und erhielt von Oberstleutnant Lahousen und Major Stolze eine detaillierte Einweisung. Wenige Wochen vor Angriffsbeginn wurde Kürschner zum Leutnant befördert.
  20. ↑ Bei der Halbtarnung wurden bei der Annäherung an das Objekt über der deutschen Uniform gegnerische Uniformteile oder Zivil getragen. Diese Tarnung wurde vor dem eigentlichen Kampf abgelegt. Von Volltarnung sprach man, wenn vollständige gegnerische Uniform auch während des Kampfes getragen wurde. Bei einer Mischtarnung traten nur einige der Soldaten in gegnerischer Uniform auf, während der größere Teil in deutscher Uniform von den Ersteren meist als angebliche deutsche Gefangene oder Deserteure durch die feindlichen Linien eskortiert wurde. Waffen und Munition versteckten die Abgeführten dann in oder unter ihrer Uniform. Zu Tarnzwecken wurden auch gegnerische Waffen und Fahrzeuge verwendet. Wie diese Mittel eingesetzt wurden, war den jeweiligen Einsatzführern überlassen, die allein für die Planung eines Unternehmens zuständig waren.
  21. ↑ Die Darstellung basiert auf Mitteilungen von Oberleutnant Walther, Leutnant Wolf und Feldwebel Stöhr. Vgl. auch u. a. Beekmann/Kurowski, Festung Holland, S. 36 f., 44 ff., 96 f., 111 ff., 124; Spaeter, Die Brandenburger, S. 57 ff.
  22. ↑ Hauptmann (August Ferdinand?) Fleck von der Abwehrstelle Oppeln formierte aus 550 Abwehrmännern ein Infanterie-Bataillon z. b. V. 100, das Befehl hatte, der 6. Armee des Generalobersten Walter von Reichenau die Brücken im nördlichen Belgien und im südlichen Holland zu sichern. Die kleine Haustruppe der Abwehr, die „Brandenburg“, mußte 50 Mann abgeben, die der 4. Armee für deren Vorstoß ins südliche Belgien unterstellt wurden.
  23. ↑ Ladislaus Eduard (László Ede) Almásy (Lebensrune.png 22. August 1895 in Bernstein (Burgenland), damals Königreich Ungarn, Österreich-Ungarn; Todesrune.png 22. März 1951 in Salzburg, Österreich) war Entdecker, Saharaforscher, Pilot, Automobilpionier und auf deutscher Seite tätiger Spion, Abwehr- und Geheimagent während des Zweiten Weltkrieges. Dank zahlreicher Expeditionen in Wüstenregionen sowie Geschäftsreisen nach Ägypten wurde er zu einem Kenner der östlichen Sahara. Als Offizier der Wehrmacht in der Division Brandenburg schleuste er im Auftrag der deutschen Abwehr u. a. Spione durch die Wüste nach Ägypten.
  24. ↑ Johannes Willi Eppler (Lebensrune.png 1914 in Alexandria; Todesrune.png 15. August 1999 in Hövelhof, Nordrhein-Westfalen; auch: Hans Eppler, John W. Eppler bzw. Hussein Gaafar, Hussein Gaafer, Hussein Jafaar oder Hussein Dschaffar) war ein deutscher Offizier im Dienste der Abwehr, der durch die Geheimdienstoperationen Salaam und Kondor während des Afrikafeldzugs im Zweiten Weltkrieg bekannt wurde.
  25. ↑ Im Herbst 1944 wurde er dann Kommandeur des Grenadier-Regiments 1112 und am 23. Oktober 1944 als Oberstleutnant mit den Schwertern ausgezeichnet. Schwer verwundet mußte er sein Kommando abgeben. Nach seiner Genesung wurde er dann in den Stab des V. Armeekorps kommandiert. Bei Kriegsende geriet er in Gefangenschaft, aus der er 1946 entlassen wurde. 1956 trat er in die Bundeswehr ein und wurde 1968 als Oberst in Pension.
  26. Der deutsche Angriff auf Titos Hauptquartier in Drvar im Mai 1944
  27. ↑ Die Tatsache, daß Generäle sich mit Unteroffizieren taktisch berieten, war eher unüblich, allerdings genossen die Brandenburger einen Sonderstatus, der auch von höchsten Rängen geachtet wurde.
  28. ↑ Im Rahmen der Küstenjäger-Abteilung „Brandenburg“ sei auch der Einsatz der 5. Kompanie der Tropen-Abteilung „Brandenburg“ genannt, handelte es sich doch bei dieser Halb-Kompanie um den I. Zug der Küstenjäger-Abteilung „Brandenburg“. Dieser wurde nach dem Anlaufen der bri­tischen Gegenoffensive bei El Alamein im Eisenbahntransport von Brindisi nach Freiburg im Breisgau zurückverlegt, um dort zur 5. Kompanie/Tropen-Abteilung „Brandenburg“ aufge­stockt zu werden.
  29. ↑ 1.Kompanie (230 Mann): zwei schwere Sturmboote 42, zwei Pionierlandungsboote 41, neun leichte MG, zwei schwere FlaMG, zwei mittlere Granatwerfer, 2. und 3. Kompanie waren ausgestattet wie die 1.Kompanie, 4. schwere Kompanie (ca. 250 Mann): sechs Kommandoboote, 30 Sprengboote, 14 leichte MG und sechs schwere FlaMG.
  30. Der „Kampfgruppe Müller“ unterstanden zusätzlich zur Infantrie und Luftwaffe: I. /Fallschirmjäger-Rgt. 2. unter Hptm. Martin Kühne, zwei Kpn. des Regiments z.b.V. Brandenburg. (die 1./Küstenjäger-Kp. unter Hptm. Armin Kuhlmann, und eine Fallschirmjäger-Kp. 15./ Jäger-Rgt. 4. Brandenburg), die Pi.Land. Kp. 780 unter Oblt. Josef Bunte, das III. Btl. / G.R. 440 unter Hptm. Dörr, das III. Btl./Rgt. 1 Brandenburg unter Hptm. Gustav Froböse und das II. Btl./Lw.Jäg.Rgts. 22.
  31. ↑ General der Infanterie Friedrich-Wilhelm Müller wurde völkerrechtswidrig von den Griechen am 20.5.1947 gemeinsam mit General der Fallschirmtruppe Bruno Bräuer wegen „Kriegsverbrechen“ in Chaidari bei Athen durch Erschießung hingerichtet.
  32. Deutsches Kapitulationsangebot in der Ägäis
  33. Korvettenkapitan der Reserve Dr. med. Gunther Rudolf Wilhelm Brandt (Lebensrune.png 1. Oktober 1898 in Kiel; Todesrune.png 4. Juli 1973 in Bayreuth), Ritterkreuz des E.K.: 23. 12. 1943 als Korv.Kpt.d.R., Chef 21. U-Jagd-Flottille; er war auch SS-Offizier im Rang eines Obersturmbannführer.
  34. ↑ Auch in Tiflis siedelten sich deutsche Kolonisten an. Sie bauten den deutschen Stadtteil Neutiflis, arbeiteten als Handwerker, Kaufleute und Hoteliers. Es entstanden ein deutsches Gymnasium und eine evangelisch-lutherische Kirche. In Abchasien entstanden die Siedlungen Neudorf, Lindau und Gnadenberg bei Sochumi. 1918 gab es in Georgien mehr als 20 von Kaukasiendeutschen gegründete Dörfer. Von 1906 bis 1922 verlegte Kurt von Kutschenbach in Tiflis die deutschsprachige Wochenzeitung Kaukasische Post, die sich die „einzige deutsche Zeitung im Kaukasus“ nannte. Chefredakteur war der Schriftsteller und Journalist Arthur Leist.

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Quelle: Metapedia

Literatur

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Der „D-Day“ am 6. Juni 1944 – Beginn der „Operation Overlord“ und der anglo-amerikanischen Invasion Europas

Die anglo-amerikanische Invasion Europas am 6. Juni 1944, englisch als „Operation Overlord“ (dt.: „Unternehmen Oberherr“, „Unternehmen Platzhirsch“ oder „Operation Übergott“) bezeichnet, war nach der zwei Jahre zuvor gescheiterten Operation Jubilee der zweite Versuch der westlichen Alliierten im Zweiten Weltkrieg, den deutschen Atlantikwall in Nordfrankreich zu durchbrechen und dort selbst eine feste Basis aufzubauen. Dazu gehörten die Invasion in der Normandie unter dem Decknamen Operation Neptune sowie mehrere Folgeoperationen. Der militärische Überfall auf die „Festung Europa“ dauerte vom 6. Juni 1944, dem „D-Day“, bis zum 25. August 1944, als die Alliierten am Ende der Schlacht um Paris Frankreichs Hauptstadt einnahmen.

Generalfeldmarschall_Erwin_Rommel_inspiziert_Truppen_der_21._Panzer-Division_in_Frankreich,_30_Mai_1944

Generalfeldmarschall Erwin Rommel inspiziert Truppen der 21. Panzer-Division unter Generalleutnant Edgar Feuchtinger am Atlantikwall in Frankreich wenige Tage vor dem Einfall des Feindes, 30. Mai 1944

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Planung

Der Stab des SHAEF nahm den Grundriss des von Frederick E. Morgan entwickelten Plans und formte ihn in die Endversion, der Operation Overlord, die am 6. Juni 1944 von General Dwight D. Eisenhower und dem Landstreitkräftekommandanten für den Anfangsteil der Invasion, General Sir Bernard Montgomery, gestartet wurde. Die Planung umfasste im wesentlichen folgende Operationen:

  • verschiedene Übungsoperationen für die beteiligten See- und Landtruppen, zur Landung an den Strandabschnitten, darunter die Operation Tiger
  • Operation Fortitude zur Ablenkung und Desinformation des deutschen Geheim- und Aufklärungsdienstes
  • Operation Neptune – Sturmangriff auf die Befestigungen in der Normandie und die Etablierung eines Brückenkopfes inklusive der Errichtung zweier Nachschubhäfen (Mulberry-Hafen)
  • Eroberung von Cherbourg mit seinem Tiefseehafen
  • Erringung der Luftherrschaft über die Normandie und später über das gesamte Frankreich
  • Eroberung der kompletten französischen Ärmelkanalküste mit ihren Häfen
  • Vorrücken der Truppen auf Paris mit dem Ziel, die Stadt zu besetzen
  • Besetzung ganz Frankreichs
  • Planung einer strategischen Bombardierung deutscher Ziele auf deutschem Boden
  • Bildung einer alliierten Westfront

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Der Völkische Beobachter zum VS-amerikanischen Überfall auf Europa.

Völkischer_Beobachter_vom_7._Juni_1944_-_Invasion_Normandie

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Die Offensive der Sowjetunion – Bindung deutscher Kräfte an der Ostfront

Durch die große Sommeroffensive der Sowjetunion im Mittelabschnitt der Ostfront, die Operation Bagration, die am dritten Jahrestag des deutschen Feldzuges gegen die vorrückende Sowjetunion am 22. Juni des Jahres 1944 begann, wurden die deutschen Verbände enorm geschwächt.

Aufgrund der alliierten Invasion in der Normandie waren deutsche Verbände von der Ostfront abgezogen worden, weshalb weniger Truppen an den deutschen Frontlinien im Osten zur Verfügung standen. Vier sowjetische Fronten (Armeegruppen), zusammen mit mehr als 120 Divisionen und 2,15 Millionen Soldaten, rückten gegen die mit etwa 600.000 Soldaten stark unterlegenen und inzwischen materialgeschwächten deutschen Truppen der 9. und 4. Armee sowie der 3. Panzerarmee vor.

Die Rote Armee nutzte ihre vorübergehende Überlegenheit und erzielte auf ganzer Linie Durchbrüche, in die dann Panzerkeile vorstießen. Operativ wendete sie damit zum ersten Mal die von den Deutschen drei Jahre zuvor gegen sie verwendeten Verfahren des Blitzkriegs an. Begünstigt wurde dies durch Adolf Hitlers Befehle, zu halten und „Feste Plätze“ zu bilden, anstatt zur beweglichen Verteidigung überzugehen. So kam es zu Kesseln und letztlich zur Vernichtung der Heeresgruppe Mitte mit drei deutschen Armeen (insgesamt 25 deutsche Divisionen).

Es folgte ein deutscher Rückzug von 500 Kilometern in Richtung Westen, wo die Front erst Mitte August vor der deutschen Reichsgrenze zum Stehen kam. Die Heeresgruppe Nord wurde von allen Landverbindungen abgeschnitten, hielt sich jedoch heldenhaft bis zur Kapitulation im Mai 1945 in Kurland. Nach neuesten Schätzungen verloren die Deutschen bei der Operation, die bis zum 19. August andauerte, über 670.000 Mann, die Rote Armee ungefähr 765.000 Mann. Die Verluste der Wehrmacht konnten nicht wieder ausgeglichen werden, zumal Deutschland zu diesem Zeitpunkt in einem Dreifrontenkrieg stand. So wurden auch die Nachschübe für deutsche Truppen an der Invasionsfront in Nordfrankreich immer weniger, was den Vormarsch der alliierten Truppen Richtung Osten begünstigte.

Der_Koreaner_Yang_Kyongjong_(links)_als_Freiwilliger_der_Wehrmacht_in_der_Normandie,_6._Juni_1944

Yang Kyongjong (links), ein ausländischer Freiwilliger der Wehrmacht mit seinen deutschen Kameraden nach der Gefangennahme (Utah Beach) am 6. Juni 1944. Die Männer werden von Angehörigen einer Luftlandedivision der United States Army verhört und registriert

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Der Verrat

In seinem Buch „Widerstand im Dritten Reich“ geht Heinz Roth von einem gezielten Verrat durch die „Abwehr“ unter Wilhelm Canaris aus:

„Am Vorabend der Invasion unternahmen die Verschwörer den vielleicht folgenschwersten Eingriff des ganzen Krieges. Wie Chester Wilmot bezeugte, fälschten die ,Fremden Heere West‘ unter der Leitung des extra von Stauffenberg dorthin kommandierten Oberst i. G. Frhr. v. Roenne und des Oberst i. G. Michael ,einige dreißig Divisionen‘ mehr auf die Landkarte, als tatsächlich auf der britischen Insel für Angriffszwecke verfügbar waren. Vermittels dieser Verdoppelung der feindlichen Truppenstärke führten die Verschwörer, – wie beabsichtigt, – eine totale Zersplitterung und Lähmung der gesamten deutschen Invasionsabwehr herbei. [Anmerkung: Diese ,Gespensterdivisionen‘ haben tatsächlich das OKW im Zusammenhang mit den irreführenden Meldungen Speidels verführt, auf die ,eigentliche‘ Invasion im Pas de Calais zu warten, und damit verhindert, die ersten Brückenköpfe der Alliierten in der Normandie durch massierte Gegenangriffe ins Meer zu werfen.]“

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Fallschirmjäger_des_FJR_6_an_der_Invasionsfront,_21._Juni_1944

Fallschirmjäger des FJR 6 an der Invasionsfront, 21. Juni 1944

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Die Landung in der Normandie

Am 6. Juni 1944 landeten die feindlichen Alliierten dennoch in der Normandie. Der Plan für die Operation Overlord fußte auf ab 1941 ausgearbeiteten Invasionsplänen und war vom englischen Generalleutnant Frederick E. Morgan in seiner endgültigen Fassung erarbeitet worden. Er sah vor, mit vier Armeen zu landen und dann schnell ins Landesinnere vorzustoßen. Die deutsche Wehrmacht war schlecht auf die Invasion eingestellt. Der deutsche Planungsstab und Adolf Hitler erwarteten die Landung immer im Pas de Calais, der engsten Stelle des Ärmelkanals. Das Gebiet von Calvados, wo die Alliierten schließlich an Land gingen, wurde stellenweise nur mit einigen Metern Stacheldraht und ein paar MG-Nestern verteidigt. Aber nicht überall, denn trotz der falschen Erwartungen des OKW über den Ort der Invasion war die Normandieküste insgesamt jedoch recht stark befestigt. Das Invasionsgebiet war in fünf Landungsabschnitte aufgeteilt mit den Decknamen Juno, Gold, Sword (britisch/kanadische Landungsabschnitte), sowie Utah und Omaha (US-amerikanische Landungsabschnitte). Die Bombardierungen der Küste aus der Luft und von See verliefen planmäßig, verfehlten bei Omaha jedoch die erste deutsche Linie, und das führte, zusammen mit der Tatsache, dass die Wehrmacht in Unkenntnis der Alliierten eine zweite Division dort hatten, zu sehr schweren Verlusten der ersten Welle (ca. 70 %).

Zu Beginn der alliierten Invasion in der Normandie hat Alexis von Roenne als Chef der Abteilung Fremde Heere West durch falsche Lagemeldungen zu einer verhängnisvollen Täuschung der deutschen Führung und damit zum militärischen Erfolg der Alliierten wesentlich beigetragen..

Der D-Day

Am so genannten D-Day waren während der Operation Neptune, dem eigentlichen Invasionsunternehmen, fast 6.700 Schiffe und über 13.000 Flugzeuge beteiligt. Am frühen Morgen des 6. Juni starteten mehrere Luftlandeeinheiten (die 82. und 101. US-Luftlandedivision) zu ihren Einsätzen im Hinterland. Wegen Navigationsfehlern und überraschend starkem deutschen Flakfeuer erreichten viele Maschinen nicht die vorgesehenen Absprungzonen, so dass die Fallschirmjäger über weite Teile der Halbinsel Cotentin verteilt wurden.

Obwohl die Alliierten gewaltige Kräfte aufgeboten hatten, kamen sie stellenweise nur schleppend voran. Doch nicht zuletzt durch die alliierte Luftüberlegenheit und die selbst zerstörten französischen Bahngleise gelang es der deutschen Seite nicht, schnellstmöglich zusätzliche Einheiten in das Kampfgebiet der Normandie zu verlegen. Cherbourg im Norden der Cotentin-Halbinsel unter Festungskommandant Karl-Wilhelm von Schlieben fiel am 26. Juni nach starkem amerikanischen Artilleriebeschuss und heftigen Straßenkämpfen (in der Schlacht von Cherbourg).

Die Einnahme von Caen, ein Primärziel des ersten Landungstages, erwies sich für die alliierten Truppen der Briten und Kanadier an der Ostseite des Normandie-Brückenkopfes als ungleich schwieriger (Schlacht um Caen). Erst nach sechs Wochen verlustreicher Kämpfe konnte die Stadt am 19. Juli vollständig besetzt werden.

Ein weiterer Buchauszug von Heinz Roth: „Widerstand im dritten Reich“

DIE FÄLSCHUNG DER ,FREMDEN HEERE‘

Am Vorabend der Invasion unternahmen die Verschwörer den vielleicht folgenschwersten Eingriff des ganzen Krieges. Wie Chester Wilmot bezeugte, fälschten die ,Fremden Heere West‘ unter der Leitung des extra von Stauffenberg dorthin kommandierten Oberst i. G. Frhr. v. Roenne und des Oberst i. G. Michael, einige dreißig Divisionen‘ mehr auf die Landkarte, als tatsächlich auf der britischen Insel für Angriffszwecke verfügbar waren. Vermittels dieser Verdoppelung der feindlichen Truppenstärke führten die Verschwörer, — wie beabsichtigt, — eine totale Zersplit- terung und Lähmung der gesamten deutschen Invasionsabwehr herbei.
(Anmerkung: Diese ,Gespensterdivisionen‘ haben tatsächlich das OKW im Zusammenhang mit den irreführenden Meldungen Speidels verführt, auf die ,eigentliche‘ Invasion im Pas de Calais zu warten, und damit verhindert, die ersten Brückenköpfe der Alliierten in der Normandie durch massierte Gegenangriffe ins Meer zu werfen.)

Weitere nachrichtentechnische Manipulationen des Oberst i. G. Hansen, — eines alten Vertrauten Canaris‘, dem es gelungen war, den Kern der ,Abwehr‘ unversehrt in das ,Amt Mil‘ des SD zu überführen —, überschütteten Hitler und das OKW mit falschen und irreführenden Informationen. Churchill gibt einen dieser Berichte wie- der, indem er Rommels Lagebericht vom 19. Juni 1941 zitiert.

In der Vorbereitungsphase verstärkten die Verschwörer ihre bestehenden Verbindungen mit dem nordamerikanischen Geheimdienst (OSS) in der Schweiz über Gisevius, Strünck und Wätjens, sowie zu dem englischen Gegenstück in Madrid über Dr. Otto John. Den Höhepunkt dieser Zusammenarbeit bildeten zwei militärische Hilfsangebote. Generaloberst Beck hatte sie ausgearbeitet und ließ sie den Nordamerikanern übermitteln. A. W. Dulles schreibt darüber: ,Anfang April konnte ich auf Grund von Meldungen von Gördeler und Generaloberst Beck, die Gisevius und Wätjens überbracht hatten, Washington die folgende Zusammenfassung über die Ein- stellung der Verschwörer senden:

,. . . Nach dem Sturz der Nazis wären die deutschen Generäle, die jetzt das Kommando an der Westfront haben . . . bereit, den Widerstand aufzugeben und die Landung der alliierten Truppen zu erleichtern‘.

Und an anderer Stelle: ,Anfang Mai bekam Gisevius aus Berlin einen Plan, der von der militärischen Gruppe der Verschwörung verfaßt war, und zwar immer noch in der Annahme, daß die Deutschen vor dem Westen allein kapitulieren könnten. Der Hauptinhalt des Plans war, daß die antinazistischen Generale den nordamerikanischen und britischen Truppen den Weg für die Besetzung Deutschlands freimachen würden.‘

Inhalt des Planes war es also, eine ,Westlösung‘ zu suchen, indem man den Alliier- ten versprach, die Landung zu ,erleichtern‘. Im Rahmen einer solchen Teilkapitula- tion, die, — wie General Speidel zugab, — in Form eines ,Mobilmachungskalenders‘ ausgearbeitet worden war, sollte eine Rückführung des Westheeres vorgenommen werden. Die Vorstellungswelt dieser Generalstäbler war offenbar durch ihre Erin- nerung an den Herbst 1918 beflügelt worden, als ihre Vorgänger Gröner und Schleicher den Kaiser abschoben und durch ein Bündnis mit den neuen Machthabern ihre Position retteten. Zusätzlich hatten die Verschwörer bewirkt, daß der Hauptteil der deutschen Treibstoff- und wahrscheinlich auch Munitionsdepots im östlichen Frankreich, dem Pas de Calais, angelegt worden waren, so daß die künftige Inva- sionsfront sich von nahezu allen Vorräten entblößt sah.

Die Hauptrolle dieser Aktion fiel dem Stabschef Rommels, General Dr. Speidel, zu.9) Seit Jahren eng mit Beck befreundet, sympathisierte er ebenso lange mit den Zielen der Verschwörung. Er wurde der ihm zugedachten Aufgabe mit dem Können und der Routine des langjährigen Generalstäblers gerecht.

Das Rezept kann als einfach, aber ungeheuer wirksam und dabei nahezu ungefähr- lich für den Anwendenden angesprochen werden. Ihm oblag es bloß, sich ,dumm zu stellen‘ und die Normandielandung in den ersten Stunden als bedeutungsloses Täuschungsmanöver hinzustellen, um das Zustandekommen eines rechtzeitigen Gegenschlages zu verhindern. Die Fälschung der,Fremden Heere West‘ bot ja sämtli- che Voraussetzungen zu diesem Spiel.

Von Oberst v. Roenne ist bekannt geworden, daß er wußte, daß die Invasion im Juni kommen würde. Wahrscheinlich besaßen auch andere maßgebende Verschwö- rer dies Wissen. Seltsamerweise fiel überdies das Angriffsdatum mit dem Geburtstag von Rommels Frau zusammen. Vermutlich bestehen hier tiefere Zusammenhänge, zumal Rommel seine Reise auf Veranlassung Strölins, der sich noch am 27. Mai mit Speidel besprochen hatte, unternahm. Und last not least: sogar Winston Chur- chill war, — wie Harry Hopkins festhält, vor der Invasion über die Vorbereitungen zum Staatsstreich unterrichtet.

Die Taktik des Oberst Hansen fügte sich in diesen Rahmen ein. Nachdem sein Amt den ganzen Mai hindurch wider besseres Wissen mehrfach ,der Wolf geschrien hatte, legte es Anfang Juni auf einmal eine Kunstpause ein. (Vgl. Shulman). Sie genügte, um die Wachsamkeit im Westen einzuschläfern und Rommel seine verhängnisvolle Ulmfahrt antreten zu lassen.
(Anmerkung: Oberst Georg Alexander Hansen, zunächst Abteilungschef im Amt Abwehr unter Canaris, übernahm nach der Verhaftung des Admirals dessen Amt, soweit nicht der SD eine Reorganisation vornahm. Hansen wurde aber bald entlarvt, zum Tode verurteilt und hingerich- tet. Auch unter Hansen setzte Gisevius seinen Landesverrat in Zürich fort.)

Neben anderen ist auch ein aufschlußreicher Eingriff der Heeresgruppe sichtbar. Die bei Caen in strategischer Schlüsselstellung stehende 21. Panzer-Division erhielt kurz vor der Landung ein Angriffsverbot. Es rettete die in unmittelbarer Nachbarschaft gelandete 6. englische Fallschirmdivision vor der Vernichtung.

Des weiteren bewirkten die Verschwörer, — wahrscheinlich im Einvernehmen mit General Dollmann, dem 0. B. der an der Invasionsfront stehenden 7. Armee, — daß Dollmann die Einsatzbereitschaft seiner Truppen dadurch reduzierte, daß er am Tage vor der Landung einen großen Teil seiner Kommandeure nach Rennes zu einem Kriegsspiel befahl. Unvermeidlich mußte daher die alliierte Landung, wie Eisenhower später sagte, zu einer faktischen Überraschung‘ werden.

Das Führungschaos der ersten Nacht wurde durch das Verhalten General Speidels noch vertieft. Jedermann gegenüber beharrte er auf der, — unzutreffenden, — Auffassung, daß es sich nur um ein feindliches Ablenkungsmanöver handele. Speidel informierte Jodl und das OKW und zunächst auch Rommel. Noch morgens um 6.30 erzählte er diesem fernmündlich, daß es lediglich ein Täuschungsmanöver sei. Auf Grund dieser Falschmeldungen unterließ daher das OKW die rechtzeitige Freigabe der in Reserve stehenden Panzer-Divisionen. Irregeführt durch die falschen Angaben der ,Fremden Heere‘ glaubte er, mit einer zweiten Landung im Pas de Calais rechnen zu müssen. Noch größere Knüppel warf unterdessen General Dollmann seiner schwer ringenden 7. Armee zwischen die Beine. Einen ganzen Tag zögerte er, seine in der Bretagne stehenden Infanterie-Reservedivisionen in Marsch zu setzen.
(Anmerkung: Dollmanns Stabschef war der bereits erwähnte Generalmajor von Gersdorff.)

Zu spät alarmiert, — General Blumentritt erwähnte bei Liddell Hart als Uhrzeit die vierte Morgenstunde, — ihrer Führung beraubt, durch verspäteten Einsatz der Armeereserven im Stich gelassen, erlagen die deutschen Küstenverteidiger einem Ansturm, der nur unter diesen Umständen übermächtig wurde. Die Reserve, durch irrsinnige Befehle General Dollmanns zum Tagesmarsch gezwungen, verblutete durch feindliche Fliegerangriffe. Trotz deutscher zahlenmäßiger Überlegenheit (59 : 37 Divisionen) gelang es daher den Angloamerikanern dank dieser ,Erleichterungen‘, sich auf dem Kontinent festzusetzen. Die durch die Manipulationen der Verschwörer hervorgerufene Zersplitterung und Verspätung der Reserven, der Mangel an Treibstoff und Munition, das örtliche Führungschaos der ersten Stunden hatten dazu geführt, daß die deutsche Stellung nicht gehalten werden konnte. Binnen zweier Monate bezahlte die Front die Eingriffe mit Hunderttausenden von Toten und Verwundeten. Adolf Hitler, der durch Bindung und vorgeschriebene Anweisungen diese Situation zu meistern versuchte, bekam zum Schaden auch noch den Hohn, indem ausgerechnet ihm die Schuld zugemessen wurde, die von rechts wegen das Konto der Verschwörer belastet. Erst von diesem Zeitpunkt an kann mit einigem Recht behauptet werden, daß der Krieg fortan für das Reich aussichtslos war. Die Alliierten durften die Entscheidungsschlacht des ganzen Krieges mit Hilfe der Verschwörer als eigenen Sieg verbuchen.

Die Ursachen der deutschen Niederlage liegen demnach in ihren Grundzügen fest. Nachdem die bisherige Geschichtsdarstellung es sich besonders angelegen sein ließ, tatsächliche oder vermeintliche Fehler Adolf Hitlers groß herauszustellen, erschien es dringend geboten, der Wahrheitsfindung einen besonderen Dienst zu leisten und den Anteil des deutschen ,Widerstandes‘, — genauer gesagt: der seit 1933 wühlen- den Militärverschwörung, — einmal deutlicher herauszuarbeiten.

Inwieweit die Verschwörer den Verlauf des Krieges beeinflußt haben, läßt sich heute mit ausreichender Genauigkeit nachzeichnen. Damit ergibt sich die Möglich- keit einer ernsthaften Schätzung, welche Chancen sie verschütteten.

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Landung im Feindesland: US-Truppen gehen am D-Day in der Normandie an Land. Es sei „ziemlich hart zur Sache gegangen“, beschrieb William E. Jones, US-Soldat in der 4. Infanteriedivision, später das blutige Gefecht

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Am Morgengrauen des 6. Juni 1944 hatten die Alliierten und ihre Verbündeten mit der Operation „Overlord“ begonnen, dem größten Landungsunternehmen der Geschichte. Das Foto zeigt US-amerikanische Infanteristen, die an der Küste der Normandie an Land gehen.

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Teil des US-amerikanischen Landungsabschnitts im Raum Cherbourg – Blick auf einen Teil der Invasionsflotte und bei Ebbe anlandende Kräfte, darüber Sperrballons (Foto von Juni 1944). Zunächst an den Stränden, dann in der normannischen Landschaft lieferten sich die Alliierten und die deutschen Truppen am 6. Juni 1944 einen der erbittertsten Kämpfe des Zweiten Weltkrieges.

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Britische Truppen bei der Landung am 6. Juni 1944 im Abschnitt „Gold“ an der Küste der Normandie

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US-amerikanische Fallschirmjäger üben in England in Vorbereitung der Landung in der Normandie. Foto von März 1944

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Ein US-Zerstörer wirft am 6. Juni 1944 vor dem Landungsabschnitt in der Normandie Wasserbomben gegen ein geortetes deutsches U-Boot.

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Britische Truppen, Royal Marine Commandos der „4. Special Services Brigade“, verlassen am D-Day im Abschnitt „Sword“ ihre Landungsschiffe.

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US-Infanteristen nehmen Deckung vor deutschen Scharfschützen. Alliierte Soldaten haben in einem größeren Ausmaß als bisher angenommen Kriegsverbrechen in der Normandie begangen

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Britische Kriegsgefangene unter der Bewachung von Angehörigen der Waffen-SS, aufgenommen im Juni 1944 in der Normandie.

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Quellen: Metapedia –  Heinz RothWahrheitskrieg

Literatur:

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Ernst Lindemann – † 27. Mai 1941 im Nordatlantik als Kommandant der „Bismarck“

Ernst Lindemann (* 28 März 1894 in Altenkirchen; † 27. Mai 1941 im Nordatlantik) war der erste und einzige Kommandant des Schlachtschiffes Bismarck.

https://i1.wp.com/de.metapedia.org/m/images/f/f1/Adolf_Hitler_und_Korvettenkapit%C3%A4n_Ernst_Lindemann_auf_der_Bismarck_1941.jpg

Adolf Hitler und Korvettenkapitän Ernst Lindemann auf der „Bismarck“ 1941

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Werdegang

Bereits im Ersten Weltkrieg diente er als Leutnant zur See auf der SMS Bayern. Im spanischen Bürgerkrieg war er Korvettenkapitän und Erster Artillerieoffizier auf dem Panzerschiff Admiral Scheer.

Ernst Lindemann ging 1913 zur Marine und war in der Reichsmarine u.a. Artillerie-Offizier auf den Linienschiffen Elsaß und Schleswig-Holstein. Zwischen 1931 und 1934 war er Lehrer an der Schiffs-Artillerie-Schule und von 1936 bis 1939 Referent und zuletzt Chef der Ausbildungs-Abteilung im OHM. Bei Kriegsausbruch erfolgte seine Ernennung zum Kommandeur der Schiffsartillerieschule. Im August 1940 erhielt Lindemann das Kommando über das Schlachtschiff Bismarck. Nachdem das Schiff gemeinsam mit dem schweren Kreuzer Prinz Eugen während des Durchbruchs in den Atlantik am 24. Mai 1941 das Schlachtschiff „Hood“ versenken konnte, plädierte Lindemann für den Abbruch des Durchbruchs. Die Bismarck hatte einige Treffer abbekommen, von denen einer den Ölbunker beschädigt hatte. Es gelang Lindemann jedoch nicht, den Flottenchef, Admiral Lütjens, zur Umkehr zu bewegen. Daraufhin wurde die Bismarck am 26. Mai von Trägerflugzeugen angegriffen, welche die Ruderanlage der Bismarck beschädigten und das Schiff manövrierunfähig machten. Beim Endkampf des Schiffes am 27. Mai 1941 ging Ernst Lindemann mit dem Schiff unter.

Am 27. Dezember 1941 wurde ihm posthum das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen.

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Korvettenkapitän Ernst Lindemann

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Auszeichnungen

  • Eisernes Kreuz (1914) II. und I. Klasse
  • Friedrich-August-Kreuz II. Klasse
  • Eiserner Halbmond
  • Spange zum Eisernen Kreuz II. und I. Klasse
  • Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes

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Quelle: Metapedia sowie Lexikon der Wehrmacht