Reinhard Heydrich – SS-Obergruppenführer und General der Polizei, Leiter des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA) und Stellvertretender Reichsprotektor von Böhmen und Mähren

Reinhard Tristan Eugen Heydrich (Lebensrune.png 7. März 1904 in Halle (Saale); Todesrune.png 4. Juni 1942 in Prag) war ein deutscher SS-Obergruppenführer und General der Polizei, Leiter des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA) und Stellvertretender Reichsprotektor von Böhmen und Mähren. Er ist zudem Blutzeuge der nationalsozialistischen Bewegung.

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Reinhard Heydrich (1904 – 1942)

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Kindheit und Jugend

Reinhard Heydrich wurde am 7. März 1904 in Halle an der Saale geboren. Er war der Sohn von Richard Bruno Heydrich, einem Komponisten und Elisabeth Anna Amalia Krantz. Der Vater war zur Zeit seiner Geburt Direktor einer Musikschule. Reinhard besuchte in Halle an der Saale das Reform-Realgymnasium, das an der Hedwigstraße gelegen war. Schon als Schüler war er ein sehr belesen. So hat er während seiner Schulzeit das in französischer Sprache geschriebene Buch „Histoire de la civilisation“ von Charles Seignobos studiert und hierüber mit seinem Freund Erich Schultze diskutiert.

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In der Marine

Nach dem Abschluss seines Abiturs trat Reinhard Heydrich den Dienst als Seekadett bei der Reichsmarine in Kiel-Holtenau an. Der Einfluß des berühmten „Seeteufels“ Graf Luckner, der oft bei der Familie Heydrich zu Gast war, hatte bei Heydrichs Wahl für eine Laufbahn bei der Seemacht gewiß eine Rolle gespielt.

Er begann seinen Dienst bei der Crew 22. Nach einer Ausbildungszeit von viereinhalb Jahren wurde er am 1. Oktober 1926 zum Leutnant zur See befördert und darauf zum Nachrichtenoffizier ausgebildet. 1928 folgte die Beförderung zum Oberleutnant zur See. Laut Auskunft des späteren Vizeadmirals Kleikamp war Heydrich ein Mann, der seinen Veranlagungen, seinen Kenntnissen und seinem Können nach über dem Durchschnitt lag.

Nichts, so schien es, stand einer erfolgreichen Karriere bei der Marine im Wege. Es sollte jedoch anders kommen. Am 6. Dezember 1930 lernte Oberleutnant Heydrich die achtzehnjährige Lina von Osten kennen.

Sie stammte von der Ostsee-Insel Fehmarn, wo ihr Vater Schulmeister war. Schon am zweiten Weihnachtstag 1930 verlobte sich das Paar. Seine Verlobungskarte schickte Heydrich auch an eine ehemalige Freundin. Sie war die Tochter eines einflussreichen Geschäftsmannes. Dieser Herr verlangte von Heydrich, dass er seine Tochter – die sich selbst gern als Verlobte von Heydrich gesehen hätte – heiratete. Als Heydrich dies ablehnte, beschwerte sich der Vater bei Admiral Raeder.

Die Folge war, dass Heydrich sich vor einem Marine-Ehrenrat verantworten musste. Aufgrund eines durch diesen Ehrenrat verfasstes Gutachten entschied Admiral Raeder, dass der Oberleutnant zur See Reinhard Heydrich aus der Marine entlassen werden sollte.

Es darf auffällig genannt werden, dass man niemals ein schriftliches Protokoll des beschriebenen Ehrenratsverfahrens gefunden hat. Heydrich selbst war überzeugt, dass er wegen politischer Gründe aus der Marine entlassen worden war.

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Reinhard Heydrich als Offizier der Reichsmarine mit Offiziersdegen

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Sport und Musik

Während seiner Marinezeit betrieb Heydrich intensiv Leibesübungen: Segeln, Schwimmen, Fechten; viel Zeit wandte er fürs Musizieren auf. Er war ein begabter Reiter, Fünfkämpfer und Ausdauersportler. Das sportlich effiziente sollte ihm später auch dienlich sein, er verlangte von seinen Männern nur das, was auch er körperlich imstande war zu erfüllen. Ebenfalls war er ein vorbildhafter moderner Führer, der die jeweils neueste Technik im Kommunikationsbereich nutzte, mit Telefon, Fernschreiber und Funksprüchen arbeitete und Abstände in Raum und Zeit mittels schneller Autos und eigenem Dienstflugzeug verkürzte. Beschleunigung der Vorgänge und Steigerung der Ergebnisse hatten für ihn hohe Priorität.

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Reinhard Heydrich als erfolgreicher Fechter

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Aufstieg in der SS

Durch Kontakte zum späteren SS-Obergruppenführer Karl von Eberstein kam Heydrich mit Heinrich Himmler in Verbindung, der im Januar 1929 Reichsführer der SS geworden war. Himmler war gerade auf der Suche nach einem fähigen Mann zum Aufbau eines Nachrichtendienstes der SS. Er gab Heydrich zwanzig Minuten, um zu Papier zu bringen, wie er sich eine derartige Aufgabe vorstelle. Heydrich schrieb seine Ideen nieder, entwarf ein passendes Organisationsschema und legte dem Reichsführer das Resultat vor. Dieser war sehr beeindruckt und entschloss sich sofort, Heydrich einzustellen. So wurde Heydrich, der bereits am 1. Juni 1931 in die NSDAP eingetreten war, am darauffolgenden 14. Julii Mitglied der SS in Hamburg. Er war jetzt SS-Sturmmann mit der SS-Nummer 10120. Am 26. Dezember 1931 fand in der Dorfkirche von Grossenbrode die Eheschließung zwischen Reinhard Heydrich und Lina von Osten statt. Heydrich begann nun mit dem Aufbau eines Nachrichtendienstes. Dieser war während der Anfangszeit bekannt unter dem Namen „Abteilung Ic“. Ende 1931 wurden für die „SS-Ic“ zwei Zimmer im vierten Stockwerk der Münchner Türkenstraße 23 gemietet.

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Dies war die Wohnung der Parteigenossin und Witwe Viktoria Edrich. Sie war eine besonders zuverlässige und treue Nationalsozialistin. In ihrem Kleiderschrank wurde während der Zeit des SA- und SS-Verbotes die Blutfahne aufbewahrt, die beim Marsch auf die Feldherrenhalle am 9. November 1923 vorangetragen worden war. Heydrich hatte jetzt den Rang eines SS-Hauptsturmführers. Am 25. Dezember 1931 wurde er SS-Sturmbannführer und am 29. Juli 1932 SS-Standartenführer und Chef des Sicherheitsdienstes des Reichsführers-SS. Der Name des Dienstes lautete nun Sicherheitsdienst (SD).

Im September 1932 zogen sowohl der SD als auch Heydrich selbst in eine kleine Villa in der Münchner Zuccalistraße 4 um. Heydrich wurde als Leiter des Sicherheitsdienstes „C“ genannt; sein Büro „Zentrale Dienststelle des SD“. Im Juni 1931 wurde Heydrichs erster Sohn Klaus geboren. Das Jahr der Machtübernahme, 1933, brachte auch die Beförderung zum SS-Brigadeführer.

Der SD hatte nun seinen Sitz im Münchner Wittelsbacherpalais in der Briennerstraße. Am 9. November 1933 wurde der SD ein eigenes SS-Amt. In November und Dezember 1934 siedelte der SD aus Bayern in die Reichshauptstadt über. In der Berliner Wilhelmstraße 102 bezog er ein neues Dienstgebäude. Am 17. Juni 1936 wurde Reinhard Heydrich Chef der Sicherheitspolizei und des SD. Am 27. September 1939 entstand das Reichssicherheitshauptamt – RSHA mit Heydrich als dessen Chef. Im Jahre 1940 wurde er außerdem zum Präsidenten der Internationalen Kriminalpolizeilichen Kommission gewählt.

Zu Beginn des deutschen Feldzuges im Westen bestand Heydrich seine Prüfung als Jagdflieger und wurde Pilot einer Me 109. Während des Norwegenfeldzuges unternahm er von Stavanger aus mit einer Me 110 mehrere Aufklärungsflüge über England und Schottland. Für sein heldenhaftes Vorgehen wurde er mit der bronzenen Frontflugspange und dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. Mitte Mai 1940 kehrte er nach Berlin zurück. Am 1. Januar 1941 wurde er Reichsleiter des Fachamtes Fechten im NS-Reichsbund für Leibesübungen. Während des Russlandfeldzuges flog Heydrich wieder als Jagdpilot in Südrussland und wurde mit der silbernen Frontflugspanne und dem Eisernen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet.

Am 23. September 1941 enthob Adolf Hitler den Reichsprotektor für Böhmen und Mähren, Constantin von Neurath, seines Amtes und setzte mit Wirkung vom 2. September 1941 Reinhard Heydrich als Stellvertretenden Reichsprotektor ein. Ebenfalls wurde er zum SS-Obergruppenführer befördert. Der Führer vertraute darauf, dass Heydrich, in Zusammenarbeit mit dem aus dem Sudetenland stammenden Staatssekretär Karl Hermann Frank, dafür sorgen würde, dass die Protektoratsregierung harmonisch mit dem Reich funktionierte.

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SS-Obergruppenführer Reinhard Tristan Eugen Heydrich

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In Prag übernahm Heydrich sein neues Amt während einer offiziellen Zusammenkunft auf der Prager Burg, dem Hradschin. Mit Frau und Kindern lebte er auf dem Schloss Jungfern-Breschan, das zwanzig Kilometer von Prag entfernt gelegen ist. Im Gegensatz zu den Unwahrheiten, die heutzutage verbreitet werden, wurden die von Heydrich getroffenen Maßnahmen im Protektorat positiv aufgenommen. So verteilte man u.a. zweihunderttausend Paar Schuhe und die Tabakrationen für die Arbeiter wurden erhöht. Auch existierten Pläne, die Stadt Prag mit Hilfe des deutschen Autobahnsystems mit dem Reich zu verbinden.

Neben dem Amt als stellvertretender Reichsprotektor für Böhmen und Mähren war Reinhard Heydrich immer noch der Chef des Reichssicherheitshauptamtes. Es war diese Funktion, in der er am 20. Januar 1942 den Vorsitz einer Konferenz geführt haben soll, die in der Villa Am Großen Wannsee 56/58 in Berlin stattfand. Der Reichsmarschall Hermann Göring hatte Heydrich bevollmächtigt, Vorbereitungen in Bezug auf die Gesamt-Lösung der Judenfrage zu treffen. Anders als Publizisten seit der Nachkriegszeit behaupten, ist das Ziel des nationalsozialistischen Deutschlands nicht die physische Ausrottung des jüdischen Volkes gewesen, sondern die Bekämpfung des in allen Schichten der Volksgemeinschaft als bedrückend empfundenen jüdischen Einflusses. Bereits in den dreißiger Jahren hatten deutsche Regierungsinstanzen Initiativen ergriffen, um in Zusammenarbeit mit jüdischen Organisationen die Auswanderung jüdischer Bürger zu fördern. Beispiele wären hier das „Haavara-Abkommen“ und das „Rublee-Wohlthat-Abkommen“. Für eine detaillierte Auseinandersetzung mit den oben erwähnten Ausdrücken lese man das von Ingrid Weckert verfasste Buch „Auswanderung der Juden aus dem Dritten Reich“. Besonders die SS war Vertreter einer Politik, welche die Auswanderung der Juden bezweckte. Es war den Folgen des Krieges – der nicht durch Deutschland verursacht worden war – zuzuschreiben, dass die Auswanderung nur noch in geringerem Umfang durchgeführt werden konnte. Im Laufe des Krieges wurde der Entschluss gefasst, die Juden in Arbeitssiedlungen im Osten zu evakuieren. Wichtig zu wissen ist in diesem Zusammenhang, dass das Weltjudentum Deutschland schon im März 1933 den Krieg erklärt hatte. Die Einführung von Maßnahmen, die zur Evakuierung der Juden aus Europa führen sollten, war das Thema der Wannsee-Konferenz.

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Reinhard Heydrich mit der Ärmelraute des Sicherheitsdienstes des Reichsführers-SS

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Fliegerei

Zu Beginn des deutschen Feldzuges im Westen bestand Heydrich seine Prüfung als Jagdflieger und wurde Pilot einer Me 109. Während des Norwegenfeldzuges unternahm er von Stavanger aus mit einer Me 110 mehrere Aufklärungsflüge über England und Schottland. Für sein heldenhaftes Vorgehen wurde er mit der bronzenen Frontflugspange und dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. Mitte Mai 1940 kehrte er nach Berlin zurück. Am 1. Januar 1941 wurde er Reichsleiter des Fachamtes Fechten im NS-Reichsbund für Leibesübungen. Während des Russlandfeldzuges flog Heydrich wieder als Jagdpilot in Südrussland und wurde mit der silbernen Frontflugspange und dem Eisernen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet.

„Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges diente Reinhard Heydrich auch als Reservehauptmann, später als Major in der Luftwaffe. Trotz seines fortgeschrittenen Alters absolvierte er 1940 auf dem Fliegerhorst Werneuchen bei Berlin einen Jagdfliegerlehrgang. Heydrich wollte damit ein Exempel statuieren, daß Mitglieder der SS keine Etappenhengste hinter der Front, sondern zur führenden Elite der Nation gehörten. Im April 1940 flog er eine Messerschmitt Bf 109 in der Jagdgruppe II des Jagdgeschwaders 77 „Herz As“ in Norwegen. Die Flugzeuge, die Heydrich flog, trugen eine alte germanische Siegesrune auf dem Rumpf. Am 13. Mai 1940 überschlug sich seine Bf 109 beim Start in Stavanger. Heydrich verletzte sich am Arm. Obwohl ihm sein Chef Himmler mehrmals das Fliegen verbot, war Heydrich zu Beginn des Unternehmens ‚Barbarossa‘ in der UdSSR heimlich wieder am Start: Mit seiner privaten Bf 109 erschien er beim JG 77 auf dem Stützpunkt Balti (Belzy) in Moldawien. Bei einem Angriff auf eine Dnjestr-Brücke nahe Jampol am 22. Juli 1941 traf sowjetische Flak seine Maschine. Heydrich mußte zwischen den Fronten notlanden. Sein Geschwaderkommodore Anton Mader schwitzte Blut und Wasser: Der Gestapo-Chef in der Hand Stalins – Hitlers Zorn wäre furchtbar. Schließlich erlöste ihn ein Anruf von einer Fronteinheit: ‚Hier ist einer von euch runter gefallen, der muß einen abbekommen haben. Behauptet, er sei Reinhard Heydrich.‘ Die Deutschen, die den unversehrt gebliebenen Heydrich in Sicherheit brachten, waren seine Untergebenen: Ein Trupp des Sonderkommandos 10a der Einsatzgruppe D brachte ihn zu Kommandochef Heinz Seetzen, den Heydrich noch als Hamburger Gestapo-Chef kannte. [Das Sk 10a hatte gerade einen Einsatz im Rahmen der Bandenbekämpfung absolviert.] Nach dem Absturz beendete Himmler die Karriere des Luftwaffen-Majors Heydrich endgültig. […] Er erhielt aber für seine 60 Einsätze die Frontflugspanne in Silber.“

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Das Attentat

Mittlerweile hatte der sich als Präsident im Exil betrachtende und in London verbleibende Eduard Benesch Pläne entwickelt, um ein Attentat auf den Reichsprotektor Heydrich verüben zu lassen. Der Auftrag dazu wurde an zwei Unteroffiziere des ehemaligen Heeres der Tschechoslowakei gegeben: Jan Kubis und Josef Gabcic. Zusammen mit einigen anderen sprangen sie am 28. Dezember 1941 mit Fallschirmen über dem Protektorat ab. Während der folgenden Monate versteckten sie sich im Untergrund und verbrachten ihre Zeit damit, zu versuchen, einen Eindruck von den Gewohnheiten Heydrichs zu bekommen. Im Zusammenhang mit der Zunahme der von London betriebenen und finanzierten Terroraktivitäten im Namen Belgiens und Frankreichs sollte Heydrich – er hatte durch sein Vorgehen wieder Ruhe im Protektorat geschaffen – zum Chef der Zivilverwaltung Belgiens und Nord-Frankreichs sowie zum Protektor über Vichy-Frankreich ernannt werden.

Am 27. Mai 1942 sollte er mit dem Flugzeug nach Berlin zu einer Besprechung mit dem Führer abreisen. Die Mörder hatten inzwischen festgestellt, dass die günstigste Stelle für ein Attentat eine Haarnadelkurve im Prager Stadtteil Holeschowitz war, weil dort der Wagen Heydrichs langsamer fuhr. Am 27. Mai 1942 um 10.00 Uhr war Heydrich von Jungfern-Breschan abgefahren; um 10.30 Uhr kam er in seinem dunkelgrünen Mercedes mit Zurückgeklapptem Verdeck, welcher von SS-Oberscharführer Klein gefahren wurde, an der Stelle an, wo seine Mörder auf ihn warteten. Einer der Attentäter, Gabcic, richtete eine Sten-Gun-Maschinepistole auf Heydrich und lud durch. Es löste sich aber kein Schuss, da der Attentäter vergessen hatte, die Waffe zu entsichern. Heydrich zog nun selbst seine Pistole und feuerte auf Gabcic. In dem Moment, als er und sein Fahrer aus dem Wagen springen wollten, warf der zweite Mörder, Kubis, eine aus speziellem Sprengstoff gefertigte Handgranate mit hoher Explosivkraft, die in der Nähe des rechten Hinterrades des Wagens explodierte. Heydrich wurde durch die Splitter schwer verwundet, aber trotzdem feuerte er noch einige Male auf Kubis. Dann brach er zusammen. Eine tschechische Dame kümmerte sich um ihn und so wurde er ins Bulovka- Krankenhaus gebracht. Dort versuchten sowohl tschechische als auch deutsche Ärzte eine Woche lang, sein Leben zu retten. Am Morgen des 4. Juni 1942 starb Reinhard Heydrich.

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Das Auto, in dem Heydrich unterwegs war

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Die beim Attentat eingesetzten Handgranaten Nr. 37 wurden vom englischen Geheimdienst mit dem Botulinus-Erreger infiziert, der das stärkste bakterielle Gift Botulinustoxin produziert. An den Folgen dieser Infektion verstarb der verwundete Heydrich.

Seit den Nürnberger Prozessen wird die Vergeltungsaktion im tschechischen Lidice für den Mord an Heydrich wahrheitswidrig der Waffen-SS angelastet. Tatsache ist jedoch, dass an der Aktion keine Einheit der Waffen-SS beteiligt war, sondern dass die Erschießungen von einer Einheit der tschechischen Protektorats-Gendarmerie durchgeführt wurden. Dabei hatte eine Kompanie der Schutzpolizei den Ort am 9. Juni 1942 für die Exekution der 173 Männer abgeriegelt. Zur Außensicherung war das Heeres-Ersatz-Bataillon 480 eingesetzt. Nach den vorgefundenen Beweisen war die Vergeltungsmaßnahme völker- und kriegsrechtlich berechtigt; die Frauen und Kinder waren zuvor aus dem Ort Lidice evakuiert worden.

Der Sarg mit den sterblichen Überresten des Reichsprotektors wurde, bedeckt mit einer Hakenkreuzfahne, im Hof des Hradschin aufgebahrt. Höhere Offiziere der Wehrmacht und der SS standen Spalier. Am Nachmittag des 7. Juni 1942 rollte ein Sonderzug mit dem Sarg Reinhard Heydrichs von Prag nach Berlin, wo der Sarg zunächst im Reichssicherheitshauptamt in der Prinz-Albrecht-Straße und später – am 9. Juni 1942 – im Mosaiksaal der neuen Reichskanzlei aufgebahrt wurde. Während des Staatsaktes hielt der Reichsführer-SS Heinrich Himmler eine lange Rede, in der er die Bedeutung Reinhard Heydrichs zum Ausdruck brachte. Am Ende sprach Adolf Hitler und nannte ihn einen der besten Nationalsozialisten, einen der stärksten Verteidiger des deutschen Reichsgedankesns und einen der größten Gegner aller Feinde dieses Reiches. Der Führer verlieh dem Gefallenen das Verwundetenabzeichen in Gold und die oberste Stufe des Deutschen Ordens.

Der Sarg wurde dann auf eine von sechs schwarzen Pferden gezogene Lafette gestellt und von der Wilhelmstrasse zum Invalidenfriedhof gebracht. Dort fand der große Soldat Reinhard Heydrich seine letzte Ruhestätte.

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Reinhard Heydrich erhält posthum den Deutschen Orden des Großdeutschen Reiches

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Die Freiburger Zeitung zum Tod und mit der Meldung zur Überführung:

Frz.1942-06-05.02_(Todesmeldung_Heydrich)

Frz.1942-06-08.01_(Überführung_Heydrich)

 

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Auszeichnungen

  • Deutsches Reiterabzeichen in Silber
  • Deutsches Reichssportabzeichen in Silber
  • SS-Ehrenring (Totenkopfring der SS) am 24. Dezember 1933
  • Ehrenwinkel der Alten Kämpfer im Februar 1934
  • Julleuchter der SS am 16. Dezember 1935
  • Ehrendegen des Reichsführers-SS
  • SA-Sportabzeichen in Gold
  • Deutsches Sportabzeichen in Silber
  • Ehrenzeichen des Deutschen Roten Kreuzes, I. Klasse
  • Deutsche Olympia-Ehrenzeichen I. Klasse (Halsorden)
  • Leistungs- und Meisterschaftsabzeichen des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen
  • Orden der Krone von Italien, Großoffizier am 20. April 1937
  • Ritterorden der hl. Mauritius und Lazarus, Komtur (1937)
  • Ehrendegen der italienischen Schwarzhemden am 19. Oktober 1937
  • Ritterorden der hl. Mauritius und Lazarus, Großoffizier
  • Medaille zur Erinnerung an den 1. Oktober 1938 mit „Prager Spange“
  • Königlich Jugoslawischer St.-Sava-Orden am 18. Oktober 1938 (Halsorden)
  • Orden der Krone von Italien, Großkreuz mit Schärpe und Bruststern am 18. Oktober 1938
  • Militärorden von Savoyen, Großkreuz mit Bruststern
  • Medaille zur Erinnerung an den 13. März 1938
  • Medaille zur Erinnerung an die Heimkehr des Memellandes
  • Deutsches Schutzwall-Ehrenzeichen
  • Eisernes Kreuz (1939) 2. und 1. Klasse
  • Goldenes Ehrenzeichen der NSDAP
  • Danziger Kreuz, 1. Klasse
  • Ehrenzeichen für deutsche Volkspflege, I. Stufe
  • NSDAP-Dienstauszeichnung in Bronze
  • Polizei-Dienstauszeichnung (1938), 2. Stufe
  • SS-Dienstauszeichnung, 2. Stufe (8 Jahre)
  • Dienstauszeichnung der NSDAP in Bronze
  • Polizei-Dienstauszeichnung 3. Stufe (8 Jahre)
  • Flugzeugführerabzeichen
  • Italienisches Fliegerabzeichen
  • Frontflugspange für Tagjäger in Bronze und Silber (60 Feindflüge)
  • Medaille zur Erinnerung an den 9. November 1923 (Blutorden), postum
  • Gemeinsames Flugzeugführer- und Beobachter-Abzeichen in Gold mit Brillanten (persönlich von Reichsmarschall Hermann Göring überreicht)
  • Deutscher Orden, postum am 9. Juni 1942
  • Kriegsverdienstkreuz (1939), I. Klasse mit Schwertern, posthum
  • Verwundetenabzeichen (1939) in Gold, posthum

Beförderungen

Reichsmarine:

  • Fähnrich zur See: 1. April 1922
  • Oberfähnrich zur See: 1. April 1924
  • Leutnant zur See: 1. Juli 1926
  • Oberleutnant zur See: 1. Juli 1928

SS:

  • SS-Mann: 14. Juli 1931
  • SS-Sturmführer: 10. August 1931
  • SS-Sturmhauptführer: 1. Dezember 1931
  • SS-Sturmbannführer: 25. Dezember 1931
  • SS-Standartenführer: 29. Juli 1932
  • SS-Oberführer: 21. März 1933
  • SS-Brigadeführer: 9. November 1933
  • SS-Gruppenführer: 30. Juni 1934
  • SS-Obergruppenführer und General der Polizei: 27. September 1941

Luftwaffe:

  • Hauptmann der Reserve
  • Major der Reserve, 1941

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Das Grab von Reinhard Heydrich

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Die Beerdigung von Reinhard Heydrich

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In Erinnerung an Reinhard Heydrich

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Der Mord an Reinhard Heydrich

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Zeitungsbericht aus „Das Schwarze Korps“

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Quelle: Metapedia

30. Juni 1934: Im Braunen Haus gibt Adolf Hitler wegen Spaltungsversuchen (Röhm-Revolte) die Absetzung von SA-Stabschef Röhm bekannt

Die Röhm-Revolte, heute bekannt unter dem Begriff Röhm-Putsch, benennt die teilweise militanten Vorkommnisse in den Monaten Juni und Juli des Jahres 1934 im Zusammenhang mit dem dabei zu Tode gekommenen Ernst Röhm. Geschichtsverfälschend wird die nationalsozialistische Reaktion darauf heute auch Nacht der langen Messer genannt.

Vorgeschichte

Die Unzufriedenheit Ernst Röhms und des linken Flügels der SA über die nationale Revolution des 30. Januar 1933 mag ein wichtiger Auslöser gewesen sein für die im sogenannten Röhm-Putsch eskalierten Ereignisse; denn für die linksgerichteten SA-Anhänger fehlte noch der zweite Teil, die nationalbolschewistische Revolution. Zudem war es zu erheblichen Spannungen zwischen der Reichswehr- und der SA-Führung gekommen, da Röhm offen Pläne vorantrieb, aus Reichswehr und SA ein Milizheer unter seiner Leitung zu machen. Dabei war Röhm zu keinen Kompromissen bereit, die Adolf Hitler mehrfach zu erreichen versuchte. Die Gefahr eines Bürgerkrieges in Deutschland war groß und die mögliche Intervention Frankreichs und Polens höchst wahrscheinlich.

In seiner vor den Reichsstatthaltern in der Reichskanzlei gehaltenen Rede vom 06. Juli 1933 verkündete Adolf Hitler unmissverständlich offiziell das Ende der nationalsozialistischen Revolution. Anlass hierfür war die Sorge vor der Militanz gewisser SA-Kreise, die mit Macht auf eine zweite, nationalbolschewistische, Revolution drängten.

Die von Adolf Hitler verkündete Beendigung der Revolution wurde zu einem offiziellen Akt gemacht, als Wilhelm Frick in seiner Eigenschaft als Reichsinnenminister am 11. Juli 1933 in einem Rundschreiben erklärte:

„Der Herr Reichskanzler hat eindeutig festgestellt, daß die deutsche Revolution abgeschlossen ist.“

Nach dem politischen Sieg der NSDAP hegten viele SA-Führer den Wunsch, die Keimzelle einer neuen nationalsozialistischen Wehrmacht zu bilden. Das aber scheiterte auch an der Tatsache, dass Adolf Hitler dem Reichspräsidenten Paul von Hindenburg bei seiner Ernennung das Versprechen, ja das Ehrenwort gegeben hatte, sich jedes Eingriffes in die Reichswehr zu enthalten. Hitler hatte schon während seiner Haft in Landsberg als eine der unwandelbaren Regeln für den Neuaufbau der Partei niedergelegt, dass die neue NSDAP niemals in einen Konflikt mit der Reichswehr geraten dürfe.

Dagegen bezog Ernst Röhm nicht nur verbal Stellung, indem er bei jeder sich bietenden Gelegenheit den Führer des Reiches brüskierte, sondern arbeitete auch aktiv auf einen Umsturz hin, der unter dem Stichwort Nacht der langen Messer geplant wurde.

„Anfang März hinterbrachte ein beunruhigter SA-Führer, Viktor Lutze, Rudolf Hess Augenzeugenberichte über konkrete Pläne Ernst Röhms, gegen die deutsche Regierung zu putschen.

Röhm, der mittlerweile auf einer geheimen Kabinettsliste des Generals Kurt von Schleicher als Kandidat für das Amt eines Reichswehrministers erwähnt war, hatte seine Planungen für ein Umsturzvorhaben unterdessen weiter vorangebracht. Nach seinem wehrpolitischen Konzept sollte neben der Reichswehr eine 300.000 Mann starke Miliz entstehen. Dies entsprach jedoch nicht Adolf Hitlers Vorstellungen von einer neuen Wehrmacht aus der Mitte des Volkes. Offenbar hatte sich Röhm zu beiden Seiten hin verkalkuliert. Kurt von Schleicher betrachtete ihn nur als Marionette, um einen geplanten Militärputsch gegen die rechtmäßige Reichsregierung durchführen zu können. In seinem Buch „Widerstand im Dritten Reich“ führt Heinz Roth dazu aus:

„Auch der nächste Umsturzversuch sollte, – wie alle späteren – scheitern. Im Zusammenwirken zwischen Schleicher, dessen Kontakt zur ‚Abwehr‘ auch unter Kapitän Patzig funktionierte, dem erwähnten ‚Hammersteinkreis‘ und den ,Jungkonservativen‘ um Dr. Edgar Jung, beabsichtigte dieser, Adolf Hitler noch vor dem befürchteten Ableben Hindenburgs‚ legal‘ aus dem Sattel zu heben. Als Höhepunkt des Unternehmens sollte am 1. Juli 1934 die Militärdiktatur ausgerufen werden. Schleicher hatte sich seit langem, mit wachsendem Erfolg, bemüht, durch Mittelsleute Röhm gegen Adolf Hitler auszuspielen. Adolf Hitler sollte zwischen den Forderungen des Stabchefs nach militärischer Macht und der sich dagegen zur Wehr setzenden Reichswehr zerrieben werden.“

Die Folge von Röhms aufgeflogenen Umsturzplänen war die von Adolf Hitler befohlene und vom 30. Juni bis zum 2. Juli 1934 vollzogene Gefangennahme und Liquidierung der SA-Führung und deren Stabschef Ernst Röhm als präventive Maßnahme eines unmittelbar bevorstehenden Putsches. Adolf Hitler ging in seiner Rede vom 13. Juli 1934 nach der Aufdeckung und Liquidierung des Verschwörerkreises ausführlich auf seine Beweggründe und die zuvor erfolgten Entwicklungen ein.

„Seit vielen Monaten wurde von einzelnen Elementen versucht, zwischen SA und Partei sowohl wie zwischen SA und Staat Keile zu treiben und Gegensätze zu erzeugen. Der Verdacht, daß diese Versuche einer beschränkten, besonders eingestellten Clique zuzuschreiben sind, wurde mehr und mehr bestätigt. Stabschef Röhm, der vom Führer mit seltenem Vertrauen ausgestattet worden war, trat diesen Erscheinungen nicht nur nicht entgegen, sondern förderte sie unzweifelhaft. […] Stabschef Röhm trat ohne Wissen des Führers mit General Schleicher in Beziehungen. […] Da diese Verhandlungen endlich – natürlich ebenfalls ohne Wissen des Führers – zu einer auswärtigen Macht bzw. deren Vertretung sich hinerstreckten, war sowohl vom Standpunkt der Partei wie auch vom Standpunkt des Staates ein Einschreiten nicht mehr zu umgehen. […]“

– Germania, Zeitung für das Deutsche Volk, 1. Juli 1934 –

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Der Völkische Beobachter vom 1. Juli 1934

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Ablauf der Vorkommnisse

Seitens der Schutzstaffel, die eine Gliederung der SA war, wurden womöglich unbegründete Gerüchte über einen Putsch durch die SA-Führung verbreitet. Des weiteren wies man auf die homosexuelle Neigung einiger Funktionäre hin.

Am 30. Juni 1934 wurde Röhm auf Befehl und unter aktiver Beteiligung Adolf Hitlers verhaftet. So erging es auch den anderen anwesenden SA-Führern. Nur Edmund Heines, der mit einem anderen Mann im Bett überrascht wurde, leistete Widerstand.

Ernst Röhm kam, zusammen mit weiteren inhaftierten SA-Führern, im Gefängnis in München-Stadelheim unter nicht vollkommen nachvollziehbaren Umständen ums Leben.

Die Frankfurter Zeitung vom 2. Juli 1934 berichtete dazu auf der Titelseite unter der Überschrift „Ernst Röhm erschossen“:

„Dem ehemaligen Stabschef Röhm ist Gelegenheit gegeben worden, die Konsequenzen aus seinem verräterischen Handeln zu ziehen. Er tat das nicht und wurde daraufhin erschossen.“

Nach der Niederschlagung wurde von Adolf Hitler für alle Angehörigen der liquidierten Verräter ein von Franz Breithaupt verwalteter Sonderfonds eingerichtet, aus dem diese versorgt wurden.

Der Ort des Geschehens: Die Pension Hanselbauer in Bad Wiessee

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Klarstellungen vor dem Nürnberger Tribunal

Die Erschießungen wurden vom Reichspräsidenten Paul von Hindenburg als legal betrachtet, wie aus einem Telegramm hervorgeht, in dem Hindenburg Adolf Hitler zur Niederschlagung des geplanten Staatsstreichs gratulierte. Auch Franz von Papen betrachtete die Erschießungen als eine berechtigte Ausnahmemaßnahme.

Konsequenzen

Die SA wurde neu organisiert und auch durch Verringerung der Stäbe auf das notwendige Maß reduziert. Die SS wurde eine eigenständige Einheit. Das Reichskabinett dankte dem Führer in einer Sitzung am 3. Juli und beschloss das „Gesetz über die Maßnahmen der Staatsnotwehr“.

Auf einer wegen des Röhm-Putsches einberufenen Reichstagssitzung am 13. Juli 1934 gab Adolf Hitler nicht nur einen Überblick über das Geschehen, sondern teilte auch der Öffentlichkeit die Zahl der vom 30. Juni bis 2. Juli wegen „Teilnahme an dem Komplott“ Hingerichteten mit. Laut Hitlers Angaben waren 19 höhere SA-Führer, 31 mittlere SA-Führer bzw. -Angehörige, drei SS-Führer und fünf Parteiangehörige abgeurteilt, d. h. erschossen worden. 13 SA-Führer und Zivilpersonen seien wegen Widerstandes bei der Verhaftung erschossen worden. Im Zusammenhang mit dem aufgedeckten Komplott wurden nachstehende SA-Führer erschossen: Die Obergruppenführer A. Schneidhuber und E. Heines, die Gruppenführer K. Ernst, W. Schmid, H. Hayn, H.-P. von Heydebreck und der Standartenführer H.-E. Graf Spreti. Im Zusammenhang mit der Niederschlagung sollte der frühere Reichsminister General a. D. von Schleicher von Kriminalbeamten festgenommen werden; er widersetzte sich mit seiner Waffe. Durch den dabei erfolgten Schusswechsel wurden er und seine dazwischentretende Frau tödlich verletzt.

Am 17. August 1934 ordnete Hermann Göring aufgrund des Amnestiegesetztes vom 10. August 1934 die Entlassung von 1.079 Schutzhäftlingen an, die während der Revolte festgenommen worden waren.

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Auslandsecho

„Wer diese Worte nicht gehört hat, nicht den Saal sah, in dem sich Abgeordnete, Publikum, […] die Journalisten wie ein Mann erhoben und ihm zujubelten, der hat nichts gesehen von Deutschland.“

– Phillip Barres, Matin, Paris –

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Quelle: Metapedia

Auf den stellvertretenden Reichsprotektor von Böhmen und Mähren, SS-Obergruppenführer – Reinhard Heydrich – wird in Prag ein Attentat verübt

Reinhard Tristan Eugen Heydrich (Lebensrune.png 7. März 1904 in Halle (Saale); Todesrune.png 4. Juni 1942 in Prag) war ein deutscher SS-Obergruppenführer und General der Polizei, Leiter des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA) und Stellvertretender Reichsprotektor von Böhmen und Mähren. Er ist zudem Blutzeuge der nationalsozialistischen Bewegung.

https://i2.wp.com/de.metapedia.org/m/images/b/b5/Heydrich_23.jpg
Reinhard Heydrich (1904 – 1942)

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Kindheit und Jugend

Reinhard Heydrich wurde am 7. März 1904 in Halle an der Saale geboren. Er war der Sohn von Richard Bruno Heydrich, einem Komponisten und Elisabeth Anna Amalia Krantz. Der Vater war zur Zeit seiner Geburt Direktor einer Musikschule. Reinhard besuchte in Halle an der Saale das Reform-Realgymnasium, das an der Hedwigstraße gelegen war. Schon als Schüler war er ein sehr belesen. So hat er während seiner Schulzeit das in französischer Sprache geschriebene Buch „Histoire de la civilisation“ von Charles Seignobos studiert und hierüber mit seinem Freund Erich Schultze diskutiert.

In der Marine

Nach dem Abschluss seines Abiturs trat Reinhard Heydrich den Dienst als Seekadett bei der Reichsmarine in Kiel-Holtenau an. Der Einfluß des berühmten „Seeteufels“ Graf Luckner, der oft bei der Familie Heydrich zu Gast war, hatte bei Heydrichs Wahl für eine Laufbahn bei der Seemacht gewiß eine Rolle gespielt.

Er begann seinen Dienst bei der Crew 22. Nach einer Ausbildungszeit von viereinhalb Jahren wurde er am 1. Oktober 1926 zum Leutnant zur See befördert und darauf zum Nachrichtenoffizier ausgebildet. 1928 folgte die Beförderung zum Oberleutnant zur See. Laut Auskunft des späteren Vizeadmirals Kleikamp war Heydrich ein Mann, der seinen Veranlagungen, seinen Kenntnissen und seinem Können nach über dem Durchschnitt lag.

Nichts, so schien es, stand einer erfolgreichen Karriere bei der Marine im Wege. Es sollte jedoch anders kommen. Am 6. Dezember 1930 lernte Oberleutnant Heydrich die achtzehnjährige Lina von Osten kennen.

Sie stammte von der Ostsee-Insel Fehmarn, wo ihr Vater Schulmeister war. Schon am zweiten Weihnachtstag 1930 verlobte sich das Paar. Seine Verlobungskarte schickte Heydrich auch an eine ehemalige Freundin. Sie war die Tochter eines einflussreichen Geschäftsmannes. Dieser Herr verlangte von Heydrich, daß er seine Tochter – die sich selbst gern als Verlobte von Heydrich gesehen hätte – heiratete. Als Heydrich dies ablehnte, beschwerte sich der Vater bei Admiral Raeder.

Die Folge war, daß Heydrich sich vor einem Marine-Ehrenrat verantworten mußte. Aufgrund eines durch diesen Ehrenrat verfaßtes Gutachtens entschied Admiral Raeder, daß der Oberleutnant zur See Reinhard Heydrich aus der Marine entlassen werden sollte.

Es darf auffällig genannt werden, daß man niemals ein schriftliches Protokoll des beschriebenen Ehrenratsverfahrens gefunden hat. Heydrich selbst war überzeugt, dass er wegen politischer Gründe aus der Marine entlassen worden war.

Aufstieg in der SS

Durch Kontakte zum späteren SS-Obergruppenführer Karl von Eberstein kam Heydrich mit Heinrich Himmler in Verbindung, der im Januar 1929 Reichsführer der SS geworden war. Himmler war gerade auf der Suche nach einem fähigen Mann zum Aufbau eines Nachrichtendienstes der SS. Er gab Heydrich zwanzig Minuten, um zu Papier zu bringen, wie er sich eine derartige Aufgabe vorstelle. Heydrich schrieb seine Ideen nieder, entwarf ein passendes Organisationsschema und legte dem Reichsführer das Resultat vor. Dieser war sehr beeindruckt und entschloß sich sofort, Heydrich einzustellen. So wurde Heydrich, der bereits am 1. Juni 1931 in die NSDAP eingetreten war, am darauffolgenden 14. Julii Mitglied der SS in Hamburg. Er war jetzt SS-Sturmmann mit der SS-Nummer 10120. Am 26. Dezember 1931 fand in der Dorfkirche von Grossenbrode die Eheschließung zwischen Reinhard Heydrich und Lina von Osten statt. Heydrich begann nun mit dem Aufbau eines Nachrichtendienstes. Dieser war während der Anfangszeit bekannt unter dem Namen „Abteilung Ic“. Ende 1931 wurden für die „SS-Ic“ zwei Zimmer im vierten Stockwerk der Münchner Türkenstraße 23 gemietet.

Datei:Heydrich.jpgDies war die Wohnung der Parteigenossin und Witwe Viktoria Edrich. Sie war eine besonders zuverlässige und treue Nationalsozialistin. In ihrem Kleiderschrank wurde während der Zeit des SA- und SS-Verbotes die Blutfahne aufbewahrt, die beim Marsch auf die Feldherrenhalle am 9. November 1923 vorangetragen worden war. Heydrich hatte jetzt den Rang eines SS-Hauptsturmführers. Am 25. Dezember 1931 wurde er SS-Sturmbannführer und am 29. Juli 1932 SS-Standartenführer und Chef des Sicherheitsdienstes des Reichsführers-SS. Der Name des Dienstes lautete nun Sicherheitsdienst (SD).

Im September 1932 zogen sowohl der SD als auch Heydrich selbst in eine kleine Villa in der Münchner Zuccalistraße 4 um. Heydrich wurde als Leiter des Sicherheitsdienstes „C“ genannt; sein Büro „Zentrale Dienststelle des SD“. Im Juni 1931 wurde Heydrichs erster Sohn Klaus geboren. Das Jahr der Machtübernahme, 1933, brachte auch die Beförderung zum SS-Brigadeführer.

Der SD hatte nun seinen Sitz im Münchner Wittelsbacherpalais in der Briennerstraße. Am 9. November 1933 wurde der SD ein eigenes SS-Amt. In November und Dezember 1934 siedelte der SD aus Bayern in die Reichshauptstadt über. In der Berliner Wilhelmstraße 102 bezog er ein neues Dienstgebäude. Am 17. Juni 1936 wurde Reinhard Heydrich Chef der Sicherheitspolizei und des SD. Am 27. September 1939 entstand das Reichssicherheitshauptamt – RSHA mit Heydrich als dessen Chef. Im Jahre 1940 wurde er außerdem zum Präsidenten der Internationalen Kriminalpolizeilichen Kommission gewählt.

Zu Beginn des deutschen Feldzuges im Westen bestand Heydrich seine Prüfung als Jagdflieger und wurde Pilot einer Me 109. Während des Norwegenfeldzuges unternahm er von Stavanger aus mit einer Me 110 mehrere Aufklärungsflüge über England und Schottland. Für sein heldenhaftes Vorgehen wurde er mit der bronzenen Frontflugspange und dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. Mitte Mai 1940 kehrte er nach Berlin zurück. Am 1. Januar 1941 wurde er Reichsleiter des Fachamtes Fechten im NS-Reichsbund für Leibesübungen. Während des Rußlandfeldzuges flog Heydrich wieder als Jagdpilot in Südrußland und wurde mit der silbernen Frontflugspanne und dem Eisernen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet.

Am 23. September 1941 enthob Adolf Hitler den Reichsprotektor für Böhmen und Mähren, Constantin von Neurath, seines Amtes und setzte mit Wirkung vom 2. September 1941 Reinhard Heydrich als Stellvertretenden Reichsprotektor ein. Ebenfalls wurde er zum SS-Obergruppenführer befördert. Der Führer vertraute darauf, daß Heydrich, in Zusammenarbeit mit dem aus dem Sudetenland stammenden Staatssekretär Karl Hermann Frank, dafür sorgen würde, daß die Protektoratsregierung harmonisch mit dem Reich funktionierte.

In Prag übernahm Heydrich sein neues Amt während einer offiziellen Zusammenkunft auf der Prager Burg, dem Hradschin. Mit Frau und Kindern lebte er auf dem Schloß Jungfern-Breschan, das zwanzig Kilometer von Prag entfernt gelegen ist. Im Gegensatz zu den Unwahrheiten, die heutzutage verbreitet werden, wurden die von Heydrich getroffenen Maßnahmen im Protektorat positiv aufgenommen. So verteilte man u.a. zweihunderttausend Paar Schuhe und die Tabakrationen für die Arbeiter wurden erhöht. Auch existierten Pläne, die Stadt Prag mit Hilfe des deutschen Autobahnsystems mit dem Reich zu verbinden.

Neben dem Amt als stellvertretender Reichsprotektor für Böhmen und Mähren war Reinhard Heydrich immer noch der Chef des Reichssicherheitshauptamtes. Es war diese Funktion, in der er am 20. Januar 1942 den Vorsitz einer Konferenz geführt haben soll, die in der Villa Am Großen Wannsee 56/58 in Berlin stattfand. Der Reichsmarschall Hermann Göring hatte Heydrich bevollmächtigt, Vorbereitungen in Bezug auf die Lösung der Judenfrage zu treffen. Anders als Publizisten seit der Nachkriegszeit behaupten, ist das Ziel des nationalsozialistischen Deutschlands nicht die physische Ausrottung des jüdischen Volkes gewesen, sondern die Bekämpfung des in allen Schichten der Volksgemeinschaft als bedrückend empfundenen jüdischen Einflusses. Bereits in den dreißiger Jahren hatten deutsche Regierungsinstanzen Initiativen ergriffen, um in Zusammenarbeit mit jüdischen Organisationen die Auswanderung jüdischer Bürger zu fördern. Beispiele wären hier das „Haavara-Abkommen“ und das „Rublee-Wohlthat-Abkommen“. Für eine detaillierte Auseinandersetzung mit den oben erwähnten Ausdrücken lese man das von Ingrid Weckert verfasste Buch „Auswanderung der Juden aus dem Dritten Reich“. Besonders die SS war Vertreter einer Politik, welche die Auswanderung der Juden bezweckte. Es war den Folgen des Krieges – der nicht durch Deutschland verursacht worden war – zuzuschreiben, dass die Auswanderung nur noch in geringerem Umfang durchgeführt werden konnte. Im Laufe des Krieges wurde der Entschluss gefaßt, die Juden in Arbeitssiedlungen im Osten zu evakuieren. Wichtig zu wissen ist in diesem Zusammenhang, dass das Weltjudentum Deutschland schon im März 1933 den Krieg erklärt hatte. Die Einführung von Maßnahmen, die zur Evakuierung der Juden aus Europa führen sollten, war das Thema der Wannsee-Konferenz.

Das Attentat

Datei:Bundesarchiv Bild 146-1972-039-44 Heydrich-Attentat.jpg
Das Auto, in dem Heydrich unterwegs war

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Mittlerweile hatte der sich als Präsident im Exil betrachtende und in London verbleibende Eduard Benesch Pläne entwickelt, um ein Attentat auf den Reichsprotektor Heydrich verüben zu lassen. Der Auftrag dazu wurde an zwei Unteroffiziere des ehemaligen Heeres der Tschechoslowakei gegeben: Jan Kubis und Josef Gabcic. Zusammen mit einigen anderen sprangen sie am 28. Dezember 1941 mit Fallschirmen über dem Protektorat ab. Während der folgenden Monate versteckten sie sich im Untergrund und verbrachten ihre Zeit damit, zu versuchen, einen Eindruck von den Gewohnheiten Heydrichs zu bekommen. Im Zusammenhang mit der Zunahme der von London betriebenen und finanzierten Terroraktivitäten im Namen Belgiens und Frankreichs sollte Heydrich – er hatte durch sein Vorgehen wieder Ruhe im Protektorat geschaffen – zum Chef der Zivilverwaltung Belgiens und Nord-Frankreichs sowie zum Protektor über Vichy-Frankreich ernannt werden.

Am 27. Mai 1942 sollte er mit dem Flugzeug nach Berlin zu einer Besprechung mit dem Führer abreisen. Die Mörder hatten inzwischen festgestellt, dass die günstigste Stelle für ein Attentat eine Haarnadelkurve im Prager Stadtteil Holeschowitz war, weil dort der Wagen Heydrichs langsamer fuhr. Am 27. Mai 1942 um 10.00 Uhr war Heydrich von Jungfern-Breschan abgefahren; um 10.30 Uhr kam er in seinem dunkelgrünen Mercedes mit Zurückgeklapptem Verdeck, welcher von SS-Oberscharführer Klein gefahren wurde, an der Stelle an, wo seine Mörder auf ihn warteten. Einer der Attentäter, Gabcic, richtete eine Sten-Gun-Maschinepistole auf Heydrich und lud durch. Es löste sich aber kein Schuss, da der Attentäter vergessen hatte, die Waffe zu entsichern. Heydrich zog nun selbst seine Pistole und feuerte auf Gabcic. In dem Moment, als er und sein Fahrer aus dem Wagen springen wollten, warf der zweite Mörder, Kubis, eine aus speziellem Sprengstoff gefertigte Handgranate mit hoher Explosivkraft, die in der Nähe des rechten Hinterrades des Wagens explodierte. Heydrich wurde durch die Splitter schwer verwundet, aber trotzdem feuerte er noch einige Male auf Kubis. Dann brach er zusammen. Eine tschechische Dame kümmerte sich um ihn und so wurde er ins Bulovka- Krankenhaus gebracht. Dort versuchten sowohl tschechische als auch deutsche Ärzte eine Woche lang, sein Leben zu retten. Am Morgen des 4. Juni 1942 starb Reinhard Heydrich.

Die beim Attentat eingesetzten Handgranaten Nr. 37 wurden vom englischen Geheimdienst mit dem Botulinus-Erreger infiziert, der das stärkste bakterielle Gift Botulinustoxin produziert. An den Folgen dieser Infektion verstarb der verwundete Heydrich.

Seit den Nürnberger Prozessen wird die Vergeltungsaktion im tschechischen Lidice für den Mord an Heydrich wahrheitswidrig der Waffen-SS angelastet. Tatsache ist jedoch, dass an der Aktion keine Einheit der Waffen-SS beteiligt war, sondern dass die Erschießungen von einer Einheit der tschechischen Protektorats-Gendarmerie durchgeführt wurden. Dabei hatte eine Kompanie der Schutzpolizei den Ort am 9. Juni 1942 für die Exekution der 173 Männer abgeriegelt. Zur Außensicherung war das Heeres-Ersatz-Bataillon 480 eingesetzt. Nach den vorgefundenen Beweisen war die Vergeltungsmaßnahme völker- und kriegsrechtlich berechtigt; die Frauen und Kinder waren zuvor aus dem Ort Lidice evakuiert worden.

Der Sarg mit den sterblichen Überresten des Reichsprotektors wurde, bedeckt mit einer Hakenkreuzfahne, im Hof des Hradschin aufgebahrt. Höhere Offiziere der Wehrmacht und der SS standen Spalier. Am Nachmittag des 7. Juni 1942 rollte ein Sonderzug mit dem Sarg Reinhard Heydrichs von Prag nach Berlin, wo der Sarg zunächst im Reichssicherheitshauptamt in der Prinz-Albrecht-Straße und später – am 9. Juni 1942 – im Mosaiksaal der neuen Reichskanzlei aufgebahrt wurde. Während des Staatsaktes hielt der Reichsführer-SS Heinrich Himmler eine lange Rede, in der er die Bedeutung Reinhard Heydrichs zum Ausdruck brachte. Am Ende sprach Adolf Hitler und nannte ihn einen der besten Nationalsozialisten, einen der stärksten Verteidiger des deutschen Reichsgedankesns und einen der größten Gegner aller Feinde dieses Reiches. Der Führer verlieh dem Gefallenen das Verwundetenabzeichen in Gold und die oberste Stufe des Deutschen Ordens.

Der Sarg wurde dann auf eine von sechs schwarzen Pferden gezogene Lafette gestellt und von der Wilhelmstrasse zum Invalidenfriedhof gebracht. Dort fand der große Soldat Reinhard Heydrich seine letzte Ruhestätte.

Datei:Heydrich lebenstafel.jpg

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Reinhard Heydrich erhält posthum den „Deutschen Orden des Großdeutschen Reiches“.

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Adolf Hitler und die zwei blonden Söhne des Reinhard Heydrich bei seinem Staatsbegräbnis sowie Heinrich Himmler (Reichsführer SS, Vorgesetzter Heydrichs).

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Das Grab Reinhard Heydrichs

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Quelle: Metapedia

Reinhard Heydrich – SS-Obergruppenführer und General der Polizei, Leiter des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA) und Stellvertretender Reichsprotektor von Böhmen und Mähren

Reinhard Tristan Eugen Heydrich (Lebensrune.png 7. März 1904 in Halle (Saale); Todesrune.png 4. Juni 1942 in Prag) war ein deutscher SS-Obergruppenführer und General der Polizei, Leiter des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA) und Stellvertretender Reichsprotektor von Böhmen und Mähren. Er ist zudem Blutzeuge der nationalsozialistischen Bewegung.

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Reinhard Heydrich (1904 – 1942)

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Kindheit und Jugend

Reinhard Heydrich wurde am 7. März 1904 in Halle an der Saale geboren. Er war der Sohn von Richard Bruno Heydrich, einem Komponisten und Elisabeth Anna Amalia Krantz. Der Vater war zur Zeit seiner Geburt Direktor einer Musikschule. Reinhard besuchte in Halle an der Saale das Reform-Realgymnasium, das an der Hedwigstraße gelegen war. Schon als Schüler war er ein sehr belesen. So hat er während seiner Schulzeit das in französischer Sprache geschriebene Buch „Histoire de la civilisation“ von Charles Seignobos studiert und hierüber mit seinem Freund Erich Schultze diskutiert.

Heydrich_lebenstafel

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In der Marine

Nach dem Abschluss seines Abiturs trat Reinhard Heydrich den Dienst als Seekadett bei der Reichsmarine in Kiel-Holtenau an. Der Einfluß des berühmten „Seeteufels“ Graf Luckner, der oft bei der Familie Heydrich zu Gast war, hatte bei Heydrichs Wahl für eine Laufbahn bei der Seemacht gewiß eine Rolle gespielt.

Er begann seinen Dienst bei der Crew 22. Nach einer Ausbildungszeit von viereinhalb Jahren wurde er am 1. Oktober 1926 zum Leutnant zur See befördert und darauf zum Nachrichtenoffizier ausgebildet. 1928 folgte die Beförderung zum Oberleutnant zur See. Laut Auskunft des späteren Vizeadmirals Kleikamp war Heydrich ein Mann, der seinen Veranlagungen, seinen Kenntnissen und seinem Können nach über dem Durchschnitt lag.

Nichts, so schien es, stand einer erfolgreichen Karriere bei der Marine im Wege. Es sollte jedoch anders kommen. Am 6. Dezember 1930 lernte Oberleutnant Heydrich die achtzehnjährige Lina von Osten kennen.

Sie stammte von der Ostsee-Insel Fehmarn, wo ihr Vater Schulmeister war. Schon am zweiten Weihnachtstag 1930 verlobte sich das Paar. Seine Verlobungskarte schickte Heydrich auch an eine ehemalige Freundin. Sie war die Tochter eines einflussreichen Geschäftsmannes. Dieser Herr verlangte von Heydrich, dass er seine Tochter – die sich selbst gern als Verlobte von Heydrich gesehen hätte – heiratete. Als Heydrich dies ablehnte, beschwerte sich der Vater bei Admiral Raeder.

Die Folge war, dass Heydrich sich vor einem Marine-Ehrenrat verantworten musste. Aufgrund eines durch diesen Ehrenrat verfasstes Gutachten entschied Admiral Raeder, dass der Oberleutnant zur See Reinhard Heydrich aus der Marine entlassen werden sollte.

Es darf auffällig genannt werden, dass man niemals ein schriftliches Protokoll des beschriebenen Ehrenratsverfahrens gefunden hat. Heydrich selbst war überzeugt, dass er wegen politischer Gründe aus der Marine entlassen worden war.

Reinhard_Heydrich_als_Offizier_der_Reichsmarine_mit_Offiziersdegen
Reinhard Heydrich als Offizier der Reichsmarine mit Offiziersdegen

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Sport und Musik

Während seiner Marinezeit betrieb Heydrich intensiv Leibesübungen: Segeln, Schwimmen, Fechten; viel Zeit wandte er fürs Musizieren auf. Er war ein begabter Reiter, Fünfkämpfer und Ausdauersportler. Das sportlich effiziente sollte ihm später auch dienlich sein, er verlangte von seinen Männern nur das, was auch er körperlich imstande war zu erfüllen. Ebenfalls war er ein vorbildhafter moderner Führer, der die jeweils neueste Technik im Kommunikationsbereich nutzte, mit Telefon, Fernschreiber und Funksprüchen arbeitete und Abstände in Raum und Zeit mittels schneller Autos und eigenem Dienstflugzeug verkürzte. Beschleunigung der Vorgänge und Steigerung der Ergebnisse hatten für ihn hohe Priorität.

Reinhard_Tristan_Eugen_Heydrich_als_erfolgreicher_Fechter
Reinhard Heydrich als erfolgreicher Fechter

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Aufstieg in der SS

Durch Kontakte zum späteren SS-Obergruppenführer Karl von Eberstein kam Heydrich mit Heinrich Himmler in Verbindung, der im Januar 1929 Reichsführer der SS geworden war. Himmler war gerade auf der Suche nach einem fähigen Mann zum Aufbau eines Nachrichtendienstes der SS. Er gab Heydrich zwanzig Minuten, um zu Papier zu bringen, wie er sich eine derartige Aufgabe vorstelle. Heydrich schrieb seine Ideen nieder, entwarf ein passendes Organisationsschema und legte dem Reichsführer das Resultat vor. Dieser war sehr beeindruckt und entschloss sich sofort, Heydrich einzustellen. So wurde Heydrich, der bereits am 1. Juni 1931 in die NSDAP eingetreten war, am darauffolgenden 14. Julii Mitglied der SS in Hamburg. Er war jetzt SS-Sturmmann mit der SS-Nummer 10120. Am 26. Dezember 1931 fand in der Dorfkirche von Grossenbrode die Eheschließung zwischen Reinhard Heydrich und Lina von Osten statt. Heydrich begann nun mit dem Aufbau eines Nachrichtendienstes. Dieser war während der Anfangszeit bekannt unter dem Namen „Abteilung Ic“. Ende 1931 wurden für die „SS-Ic“ zwei Zimmer im vierten Stockwerk der Münchner Türkenstraße 23 gemietet.

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Dies war die Wohnung der Parteigenossin und Witwe Viktoria Edrich. Sie war eine besonders zuverlässige und treue Nationalsozialistin. In ihrem Kleiderschrank wurde während der Zeit des SA- und SS-Verbotes die Blutfahne aufbewahrt, die beim Marsch auf die Feldherrenhalle am 9. November 1923 vorangetragen worden war. Heydrich hatte jetzt den Rang eines SS-Hauptsturmführers. Am 25. Dezember 1931 wurde er SS-Sturmbannführer und am 29. Juli 1932 SS-Standartenführer und Chef des Sicherheitsdienstes des Reichsführers-SS. Der Name des Dienstes lautete nun Sicherheitsdienst (SD).

Im September 1932 zogen sowohl der SD als auch Heydrich selbst in eine kleine Villa in der Münchner Zuccalistraße 4 um. Heydrich wurde als Leiter des Sicherheitsdienstes „C“ genannt; sein Büro „Zentrale Dienststelle des SD“. Im Juni 1931 wurde Heydrichs erster Sohn Klaus geboren. Das Jahr der Machtübernahme, 1933, brachte auch die Beförderung zum SS-Brigadeführer.

Der SD hatte nun seinen Sitz im Münchner Wittelsbacherpalais in der Briennerstraße. Am 9. November 1933 wurde der SD ein eigenes SS-Amt. In November und Dezember 1934 siedelte der SD aus Bayern in die Reichshauptstadt über. In der Berliner Wilhelmstraße 102 bezog er ein neues Dienstgebäude. Am 17. Juni 1936 wurde Reinhard Heydrich Chef der Sicherheitspolizei und des SD. Am 27. September 1939 entstand das Reichssicherheitshauptamt – RSHA mit Heydrich als dessen Chef. Im Jahre 1940 wurde er außerdem zum Präsidenten der Internationalen Kriminalpolizeilichen Kommission gewählt.

Zu Beginn des deutschen Feldzuges im Westen bestand Heydrich seine Prüfung als Jagdflieger und wurde Pilot einer Me 109. Während des Norwegenfeldzuges unternahm er von Stavanger aus mit einer Me 110 mehrere Aufklärungsflüge über England und Schottland. Für sein heldenhaftes Vorgehen wurde er mit der bronzenen Frontflugspange und dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. Mitte Mai 1940 kehrte er nach Berlin zurück. Am 1. Januar 1941 wurde er Reichsleiter des Fachamtes Fechten im NS-Reichsbund für Leibesübungen. Während des Russlandfeldzuges flog Heydrich wieder als Jagdpilot in Südrussland und wurde mit der silbernen Frontflugspanne und dem Eisernen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet.

Am 23. September 1941 enthob Adolf Hitler den Reichsprotektor für Böhmen und Mähren, Constantin von Neurath, seines Amtes und setzte mit Wirkung vom 2. September 1941 Reinhard Heydrich als Stellvertretenden Reichsprotektor ein. Ebenfalls wurde er zum SS-Obergruppenführer befördert. Der Führer vertraute darauf, dass Heydrich, in Zusammenarbeit mit dem aus dem Sudetenland stammenden Staatssekretär Karl Hermann Frank, dafür sorgen würde, dass die Protektoratsregierung harmonisch mit dem Reich funktionierte.

SS-Obergruppenführer_Reinhard_Tristan_Eugen_Heydrich
SS-Obergruppenführer Reinhard Tristan Eugen Heydrich

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In Prag übernahm Heydrich sein neues Amt während einer offiziellen Zusammenkunft auf der Prager Burg, dem Hradschin. Mit Frau und Kindern lebte er auf dem Schloss Jungfern-Breschan, das zwanzig Kilometer von Prag entfernt gelegen ist. Im Gegensatz zu den Unwahrheiten, die heutzutage verbreitet werden, wurden die von Heydrich getroffenen Maßnahmen im Protektorat positiv aufgenommen. So verteilte man u.a. zweihunderttausend Paar Schuhe und die Tabakrationen für die Arbeiter wurden erhöht. Auch existierten Pläne, die Stadt Prag mit Hilfe des deutschen Autobahnsystems mit dem Reich zu verbinden.

Neben dem Amt als stellvertretender Reichsprotektor für Böhmen und Mähren war Reinhard Heydrich immer noch der Chef des Reichssicherheitshauptamtes. Es war diese Funktion, in der er am 20. Januar 1942 den Vorsitz einer Konferenz geführt haben soll, die in der Villa Am Großen Wannsee 56/58 in Berlin stattfand. Der Reichsmarschall Hermann Göring hatte Heydrich bevollmächtigt, Vorbereitungen in Bezug auf die Gesamt-Lösung der Judenfrage zu treffen. Anders als Publizisten seit der Nachkriegszeit behaupten, ist das Ziel des nationalsozialistischen Deutschlands nicht die physische Ausrottung des jüdischen Volkes gewesen, sondern die Bekämpfung des in allen Schichten der Volksgemeinschaft als bedrückend empfundenen jüdischen Einflusses. Bereits in den dreißiger Jahren hatten deutsche Regierungsinstanzen Initiativen ergriffen, um in Zusammenarbeit mit jüdischen Organisationen die Auswanderung jüdischer Bürger zu fördern. Beispiele wären hier das „Haavara-Abkommen“ und das „Rublee-Wohlthat-Abkommen“. Für eine detaillierte Auseinandersetzung mit den oben erwähnten Ausdrücken lese man das von Ingrid Weckert verfasste Buch „Auswanderung der Juden aus dem Dritten Reich“. Besonders die SS war Vertreter einer Politik, welche die Auswanderung der Juden bezweckte. Es war den Folgen des Krieges – der nicht durch Deutschland verursacht worden war – zuzuschreiben, dass die Auswanderung nur noch in geringerem Umfang durchgeführt werden konnte. Im Laufe des Krieges wurde der Entschluss gefasst, die Juden in Arbeitssiedlungen im Osten zu evakuieren. Wichtig zu wissen ist in diesem Zusammenhang, dass das Weltjudentum Deutschland schon im März 1933 den Krieg erklärt hatte. Die Einführung von Maßnahmen, die zur Evakuierung der Juden aus Europa führen sollten, war das Thema der Wannsee-Konferenz.

Reinhard_Tristan_Eugen_Heydrich
Reinhard Heydrich mit der Ärmelraute des Sicherheitsdienstes des Reichsführers-SS

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Fliegerei

Zu Beginn des deutschen Feldzuges im Westen bestand Heydrich seine Prüfung als Jagdflieger und wurde Pilot einer Me 109. Während des Norwegenfeldzuges unternahm er von Stavanger aus mit einer Me 110 mehrere Aufklärungsflüge über England und Schottland. Für sein heldenhaftes Vorgehen wurde er mit der bronzenen Frontflugspange und dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. Mitte Mai 1940 kehrte er nach Berlin zurück. Am 1. Januar 1941 wurde er Reichsleiter des Fachamtes Fechten im NS-Reichsbund für Leibesübungen. Während des Russlandfeldzuges flog Heydrich wieder als Jagdpilot in Südrussland und wurde mit der silbernen Frontflugspange und dem Eisernen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet.

„Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges diente Reinhard Heydrich auch als Reservehauptmann, später als Major in der Luftwaffe. Trotz seines fortgeschrittenen Alters absolvierte er 1940 auf dem Fliegerhorst Werneuchen bei Berlin einen Jagdfliegerlehrgang. Heydrich wollte damit ein Exempel statuieren, daß Mitglieder der SS keine Etappenhengste hinter der Front, sondern zur führenden Elite der Nation gehörten. Im April 1940 flog er eine Messerschmitt Bf 109 in der Jagdgruppe II des Jagdgeschwaders 77 „Herz As“ in Norwegen. Die Flugzeuge, die Heydrich flog, trugen eine alte germanische Siegesrune auf dem Rumpf. Am 13. Mai 1940 überschlug sich seine Bf 109 beim Start in Stavanger. Heydrich verletzte sich am Arm. Obwohl ihm sein Chef Himmler mehrmals das Fliegen verbot, war Heydrich zu Beginn des Unternehmens ‚Barbarossa‘ in der UdSSR heimlich wieder am Start: Mit seiner privaten Bf 109 erschien er beim JG 77 auf dem Stützpunkt Balti (Belzy) in Moldawien. Bei einem Angriff auf eine Dnjestr-Brücke nahe Jampol am 22. Juli 1941 traf sowjetische Flak seine Maschine. Heydrich mußte zwischen den Fronten notlanden. Sein Geschwaderkommodore Anton Mader schwitzte Blut und Wasser: Der Gestapo-Chef in der Hand Stalins – Hitlers Zorn wäre furchtbar. Schließlich erlöste ihn ein Anruf von einer Fronteinheit: ‚Hier ist einer von euch runter gefallen, der muß einen abbekommen haben. Behauptet, er sei Reinhard Heydrich.‘ Die Deutschen, die den unversehrt gebliebenen Heydrich in Sicherheit brachten, waren seine Untergebenen: Ein Trupp des Sonderkommandos 10a der Einsatzgruppe D brachte ihn zu Kommandochef Heinz Seetzen, den Heydrich noch als Hamburger Gestapo-Chef kannte. [Das Sk 10a hatte gerade einen Einsatz im Rahmen der Bandenbekämpfung absolviert.] Nach dem Absturz beendete Himmler die Karriere des Luftwaffen-Majors Heydrich endgültig. […] Er erhielt aber für seine 60 Einsätze die Frontflugspanne in Silber.“

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Das Attentat

Mittlerweile hatte der sich als Präsident im Exil betrachtende und in London verbleibende Eduard Benesch Pläne entwickelt, um ein Attentat auf den Reichsprotektor Heydrich verüben zu lassen. Der Auftrag dazu wurde an zwei Unteroffiziere des ehemaligen Heeres der Tschechoslowakei gegeben: Jan Kubis und Josef Gabcic. Zusammen mit einigen anderen sprangen sie am 28. Dezember 1941 mit Fallschirmen über dem Protektorat ab. Während der folgenden Monate versteckten sie sich im Untergrund und verbrachten ihre Zeit damit, zu versuchen, einen Eindruck von den Gewohnheiten Heydrichs zu bekommen. Im Zusammenhang mit der Zunahme der von London betriebenen und finanzierten Terroraktivitäten im Namen Belgiens und Frankreichs sollte Heydrich – er hatte durch sein Vorgehen wieder Ruhe im Protektorat geschaffen – zum Chef der Zivilverwaltung Belgiens und Nord-Frankreichs sowie zum Protektor über Vichy-Frankreich ernannt werden.

Am 27. Mai 1942 sollte er mit dem Flugzeug nach Berlin zu einer Besprechung mit dem Führer abreisen. Die Mörder hatten inzwischen festgestellt, dass die günstigste Stelle für ein Attentat eine Haarnadelkurve im Prager Stadtteil Holeschowitz war, weil dort der Wagen Heydrichs langsamer fuhr. Am 27. Mai 1942 um 10.00 Uhr war Heydrich von Jungfern-Breschan abgefahren; um 10.30 Uhr kam er in seinem dunkelgrünen Mercedes mit Zurückgeklapptem Verdeck, welcher von SS-Oberscharführer Klein gefahren wurde, an der Stelle an, wo seine Mörder auf ihn warteten. Einer der Attentäter, Gabcic, richtete eine Sten-Gun-Maschinepistole auf Heydrich und lud durch. Es löste sich aber kein Schuss, da der Attentäter vergessen hatte, die Waffe zu entsichern. Heydrich zog nun selbst seine Pistole und feuerte auf Gabcic. In dem Moment, als er und sein Fahrer aus dem Wagen springen wollten, warf der zweite Mörder, Kubis, eine aus speziellem Sprengstoff gefertigte Handgranate mit hoher Explosivkraft, die in der Nähe des rechten Hinterrades des Wagens explodierte. Heydrich wurde durch die Splitter schwer verwundet, aber trotzdem feuerte er noch einige Male auf Kubis. Dann brach er zusammen. Eine tschechische Dame kümmerte sich um ihn und so wurde er ins Bulovka- Krankenhaus gebracht. Dort versuchten sowohl tschechische als auch deutsche Ärzte eine Woche lang, sein Leben zu retten. Am Morgen des 4. Juni 1942 starb Reinhard Heydrich.

Bundesarchiv_Bild_146-1972-039-44_Heydrich-Attentat
Das Auto, in dem Heydrich unterwegs war

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Die beim Attentat eingesetzten Handgranaten Nr. 37 wurden vom englischen Geheimdienst mit dem Botulinus-Erreger infiziert, der das stärkste bakterielle Gift Botulinustoxin produziert. An den Folgen dieser Infektion verstarb der verwundete Heydrich.

Seit den Nürnberger Prozessen wird die Vergeltungsaktion im tschechischen Lidice für den Mord an Heydrich wahrheitswidrig der Waffen-SS angelastet. Tatsache ist jedoch, dass an der Aktion keine Einheit der Waffen-SS beteiligt war, sondern dass die Erschießungen von einer Einheit der tschechischen Protektorats-Gendarmerie durchgeführt wurden. Dabei hatte eine Kompanie der Schutzpolizei den Ort am 9. Juni 1942 für die Exekution der 173 Männer abgeriegelt. Zur Außensicherung war das Heeres-Ersatz-Bataillon 480 eingesetzt. Nach den vorgefundenen Beweisen war die Vergeltungsmaßnahme völker- und kriegsrechtlich berechtigt; die Frauen und Kinder waren zuvor aus dem Ort Lidice evakuiert worden.

Der Sarg mit den sterblichen Überresten des Reichsprotektors wurde, bedeckt mit einer Hakenkreuzfahne, im Hof des Hradschin aufgebahrt. Höhere Offiziere der Wehrmacht und der SS standen Spalier. Am Nachmittag des 7. Juni 1942 rollte ein Sonderzug mit dem Sarg Reinhard Heydrichs von Prag nach Berlin, wo der Sarg zunächst im Reichssicherheitshauptamt in der Prinz-Albrecht-Straße und später – am 9. Juni 1942 – im Mosaiksaal der neuen Reichskanzlei aufgebahrt wurde. Während des Staatsaktes hielt der Reichsführer-SS Heinrich Himmler eine lange Rede, in der er die Bedeutung Reinhard Heydrichs zum Ausdruck brachte. Am Ende sprach Adolf Hitler und nannte ihn einen der besten Nationalsozialisten, einen der stärksten Verteidiger des deutschen Reichsgedankesns und einen der größten Gegner aller Feinde dieses Reiches. Der Führer verlieh dem Gefallenen das Verwundetenabzeichen in Gold und die oberste Stufe des Deutschen Ordens.

Der Sarg wurde dann auf eine von sechs schwarzen Pferden gezogene Lafette gestellt und von der Wilhelmstrasse zum Invalidenfriedhof gebracht. Dort fand der große Soldat Reinhard Heydrich seine letzte Ruhestätte.

Hamburger_Fremdenblatt,_10._Juni_1942,_S._1_-_Trauerfeier_Heydrich
Reinhard Heydrich erhält posthum den Deutschen Orden des Großdeutschen Reiches

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Die Freiburger Zeitung zum Tod und mit der Meldung zur Überführung:

Frz.1942-06-05.02_(Todesmeldung_Heydrich)

Frz.1942-06-08.01_(Überführung_Heydrich)

 

Heydrich_Abschied2

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Auszeichnungen

  • Deutsches Reiterabzeichen in Silber
  • Deutsches Reichssportabzeichen in Silber
  • SS-Ehrenring (Totenkopfring der SS) am 24. Dezember 1933
  • Ehrenwinkel der Alten Kämpfer im Februar 1934
  • Julleuchter der SS am 16. Dezember 1935
  • Ehrendegen des Reichsführers-SS
  • SA-Sportabzeichen in Gold
  • Deutsches Sportabzeichen in Silber
  • Ehrenzeichen des Deutschen Roten Kreuzes, I. Klasse
  • Deutsche Olympia-Ehrenzeichen I. Klasse (Halsorden)
  • Leistungs- und Meisterschaftsabzeichen des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen
  • Orden der Krone von Italien, Großoffizier am 20. April 1937
  • Ritterorden der hl. Mauritius und Lazarus, Komtur (1937)
  • Ehrendegen der italienischen Schwarzhemden am 19. Oktober 1937
  • Ritterorden der hl. Mauritius und Lazarus, Großoffizier
  • Medaille zur Erinnerung an den 1. Oktober 1938 mit „Prager Spange“
  • Königlich Jugoslawischer St.-Sava-Orden am 18. Oktober 1938 (Halsorden)
  • Orden der Krone von Italien, Großkreuz mit Schärpe und Bruststern am 18. Oktober 1938
  • Militärorden von Savoyen, Großkreuz mit Bruststern
  • Medaille zur Erinnerung an den 13. März 1938
  • Medaille zur Erinnerung an die Heimkehr des Memellandes
  • Deutsches Schutzwall-Ehrenzeichen
  • Eisernes Kreuz (1939) 2. und 1. Klasse
  • Goldenes Ehrenzeichen der NSDAP
  • Danziger Kreuz, 1. Klasse
  • Ehrenzeichen für deutsche Volkspflege, I. Stufe
  • NSDAP-Dienstauszeichnung in Bronze
  • Polizei-Dienstauszeichnung (1938), 2. Stufe
  • SS-Dienstauszeichnung, 2. Stufe (8 Jahre)
  • Dienstauszeichnung der NSDAP in Bronze
  • Polizei-Dienstauszeichnung 3. Stufe (8 Jahre)
  • Flugzeugführerabzeichen
  • Italienisches Fliegerabzeichen
  • Frontflugspange für Tagjäger in Bronze und Silber (60 Feindflüge)
  • Medaille zur Erinnerung an den 9. November 1923 (Blutorden), postum
  • Gemeinsames Flugzeugführer- und Beobachter-Abzeichen in Gold mit Brillanten (persönlich von Reichsmarschall Hermann Göring überreicht)
  • Deutscher Orden, postum am 9. Juni 1942
  • Kriegsverdienstkreuz (1939), I. Klasse mit Schwertern, posthum
  • Verwundetenabzeichen (1939) in Gold, posthum

Beförderungen

Reichsmarine:

  • Fähnrich zur See: 1. April 1922
  • Oberfähnrich zur See: 1. April 1924
  • Leutnant zur See: 1. Juli 1926
  • Oberleutnant zur See: 1. Juli 1928

SS:

  • SS-Mann: 14. Juli 1931
  • SS-Sturmführer: 10. August 1931
  • SS-Sturmhauptführer: 1. Dezember 1931
  • SS-Sturmbannführer: 25. Dezember 1931
  • SS-Standartenführer: 29. Juli 1932
  • SS-Oberführer: 21. März 1933
  • SS-Brigadeführer: 9. November 1933
  • SS-Gruppenführer: 30. Juni 1934
  • SS-Obergruppenführer und General der Polizei: 27. September 1941

Luftwaffe:

  • Hauptmann der Reserve
  • Major der Reserve, 1941

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Heydrich_Grab
Das Grab von Reinhard Heydrich

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Die Beerdigung von Reinhard Heydrich

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In Erinnerung an Reinhard Heydrich

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Der Mord an Reinhard Heydrich

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Zeitungsbericht aus „Das Schwarze Korps“

Heydrich-zeitungsbericht

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Heydrich_Abschied1

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Quelle: Metapedia

Der Führer schützt das Recht

Der Führer schützt das Recht ist ein Text, der im August 1934 in der Deutschen Juristen-Zeitung von Carl Schmitt veröffentlicht wurde. Er bezieht sich auf die Rede vom 13. Juli 1934, in welcher Adolf Hitler Stellung zum Verlauf der Röhm-Revolte nimmt.

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Der Führer schützt das Recht

Zur Reichstagsrede Adolf Hitlers vom 13. Juli 1934

Von Staatsrat, Professor Dr. Carl Schmitt, Berlin

Erstens: Auf dem Deutschen Juristentag in Leipzig, am 3. Okt. 1933, hat der Führer über Staat und Recht gesprochen. Er zeigte den Gegensatz eines substanzhaften, von Sittlichkeit und Gerechtigkeit nicht abgetrennten Rechts zu der leeren Gesetzlichkeit einer unwahren Neutralität und entwickelte die inneren Widersprüche des Weimarer Systems, das sich in dieser neutralen Legalität selbst zerstörte und seinen eigenen Feinden auslieferte. Daran schloß er seinen Satz: „Das muß uns eine Warnung sein.“

In seiner an das ganze Deutsche Volk gerichteten Reichstagsrede vom 13. Juli 1934 hat der Führer an eine andere geschichtliche Warnung erinnert. Das starke, von Bismarck gegründete Deutsche Reich ist während des Weltkriegs zusammengebrochen, weil es im entscheidenden Augenblick nicht die Kraft hatte, „von seinen Kriegsartikeln Gebrauch zu machen“. Durch die Denkweise eines liberalen „Rechtsstaats“ gelähmt, fand eine politisch instinktlose Zivilbürokratie nicht den Mut, Meuterer und Staatsfeinde nach verdientem Recht zu behandeln. Wer heute im Band 310 der Reichstags-Drucksachen den Bericht über die öffentliche Vollsitzung vom 9. Okt. 1917 liest, wird erschüttert sein und die Warnung des Führers verstehen. Die Mitteilung der damaligen Reichsregierung, daß Rädelsführer der meuternden Matrosen mit Reichstagsabgeordneten der Unabhängigen Sozialistischen Partei verhandelt hatten, beantwortete der Deutsche Reichstag in lauter Entrüstung damit, daß man einer Partei ihr verfassungsmäßiges Recht, im Heere Propaganda zu treiben, nicht verkürzen dürfe und daß schlüssige Beweise des Hochverrates fehlten. Nun, diese schlüssigen Beweise haben uns die Unabhängigen Sozialisten ein Jahr später ins Gesicht gespien. In beispielloser Tapferkeit und unter furchtbaren Opfern hat das Deutsche Volk vier Jahre lang einer ganzen Welt standgehalten. Aber seine politische Führung hat im Kampfe gegen die Volksvergiftung und die Untergrabung des deutschen Rechts und Ehrgefühls auf eine traurige Weise versagt. Bis zum heutigen Tage büßen wir die Hemmungen und Lähmungen der deutschen Regierungen des Weltkriegs.

Alle sittliche Empörung über die Schande eines solchen Zusammenbruchs hat sich in Adolf Hitler angesammelt und ist in ihm zur treibenden Kraft einer politischen Tat geworden. Alle Erfahrungen und Warnungen der Geschichte des deutschen Unglücks sind in ihm lebendig. Die meisten fürchten sich vor der Härte solcher Warnungen und flüchten lieber in eine ausweichende und ausgleichende Oberflächlichkeit. Der Führer aber macht Ernst mit den Lehren der deutschen Geschichte. Das gibt ihm das Recht und die Kraft, einen neuen Staat und eine neue Ordnung zu begründen.

Zweitens: Der Führer schützt das Recht vor dem schlimmsten Mißbrauch, wenn er im Augenblick der Gefahr kraft seines Führertums als oberster Gerichtsherr unmittelbar Recht schafft: „In dieser Stunde war ich verantwortlich für das Schicksal der deutschen Nation und damit des Deutschen Volkes oberster Gerichtsherr“. Der wahre Führer ist immer auch Richter. Aus dem Führertum fließt das Richtertum. Wer beides voneinander trennen oder gar entgegensetzen will, macht den Richter entweder zum Gegenführer oder zum Werkzeug eines Gegenführers und sucht den Staat mit Hilfe der Justiz aus den Angeln zu heben. Das ist eine oft erprobte Methode nicht nur der Staats-, sondern auch der Rechtszerstörung.

Für die Rechtsblindheit des liberalen Gesetzesdenkens war es kennzeichnend, daß man aus dem Strafrecht den großen Freibrief, die „Magna Charta des Verbrechers“ (Fr. v. Liszt) zu machen suchte. Das Verfassungsrecht mußte dann in gleicher Weise zur Magna Charta der Hoch- und Landesverräter werden. Die Justiz verwandelt sich dadurch in einen Zurechnungsbetrieb, auf dessen von ihm voraussehbares und von ihm berechenbares Funktionieren der Verbrecher ein wohlerworbenes subjektives Recht hat. Staat und Volk aber sind in einer angeblich lückenlosen Legalität restlos gefesselt. Für den äußersten Notfall werden ihm vielleicht unter der Hand apokryphe Notausgänge zugebilligt, die von einigen liberalen Rechtslehrern nach Lage der Sache anerkannt, von anderen im Namen des Rechtsstaates verneint und als „juristisch nicht vorhanden“ angesehen werden. Mit dieser Art von Jurisprudenz ist das Wort des Führers, daß er als „des Volkes oberster Gerichtsherr“ gehandelt habe, allerdings nicht zu begreifen. Sie kann die richterliche Tat des Führers nur in eine nachträglich zu legalisierende und indemnitätsbedürftige Maßnahme des Belagerungszustandes umdeuten. Ein fundamentaler Satz unseres gegenwärtigen Verfassungsrechts, der Grundsatz des Vorranges der politischen Führung, wird dadurch in eine juristisch belanglose Floskel und der Dank, den der Reichstag im Namen des Deutschen Volkes dem Führer ausgesprochen hat, in eine Indemnität oder gar einen Freispruch verdreht.

In Wahrheit war die Tat des Führers echte Gerichtsbarkeit. Sie untersteht nicht der Justiz, sondern war selbst höchste Justiz. Es war nicht die Aktion eines republikanischen Diktators, der in einem rechtsleeren Raum, während das Gesetz für einen Augenblick die Augen schließt, vollzogene Tatsachen schafft, damit dann, auf dem so geschaffenen Boden der neuen Tatsachen, die Fiktionen der lückenlosen Legalität wieder Platz greifen können. Das Richtertum des Führers entspringt derselben Rechtsquelle, der alles Recht jedes Volkes entspringt. In der höchsten Not bewährt sich das höchste Recht und erscheint der höchste Grad richterlich rächender Verwirklichung dieses Rechts. Alles Recht stammt aus dem Lebensrecht des Volkes. Jedes staatliche Gesetz, jedes richterliche Urteil enthält nur soviel Recht, als ihm aus dieser Quelle zufließt. Das Uebrige ist kein Recht, sondern ein „positives Zwangsnormengeflecht“, dessen ein geschickter Verbrecher spottet.

Drittens: In scharfer Entgegensetzung hat der Führer den Unterschied seiner Regierung und seines Staates gegen den Staat und die Regierungen des Weimarer Systems betont: „Ich wollte nicht das junge Reich dem Schicksal des alten ausliefern.“ „Am 30. Jan. 1933 ist nicht zum soundsovielten Male eine neue Regierung gebildet worden, sondern ein neues Regiment hat ein altes und krankes Zeitalter beseitigt.“ Wenn der Führer mit solchen Worten die Liquidierung eines trüben Abschnittes der deutschen Geschichte fordert, so ist das auch für unser Rechtsdenken, für Rechtspraxis und Gesetzesauslegung, von juristischer Tragweite. Wir haben unsere bisherigen Methoden und Gedankengänge, die bisher herrschenden Lehrmeinungen und die Vorentscheidungen der höchsten Gerichte auf allen Rechtsgebieten neu zu prüfen. Wir dürfen uns nicht blindlings an die juristischen Begriffe, Argumente und Präjudizien halten, die ein altes und krankes Zeitalter hervorgebracht hat. Mancher Satz in den Entscheidungsgründen unserer Gerichte ist freilich aus einem berechtigten Widerstand gegen die Korruptheit des damaligen Systems zu verstehen; aber auch das würde, gedankenlos weitergeführt, heute das Gegenteil bedeuten und die Justiz zum Feind des heutigen Staates machen. Wenn das Reichsgericht im Juni 1932 (RGSt. 66, 386) den Sinn der richterlichen Unabhängigkeit darin sah, „den Staatsbürger in seinen gesetzlich anerkannten Rechten gegen mögliche Willkür einer ihm abgeneigten Regierung zu schützen“, so war das aus einer liberalindividualistischen Haltung gesprochen. „Das Richtertum wird hineingedacht in eine Frontstellung nicht nur gegenüber dem Staatsoberhaupt und der Regierung, sondern auch gegenüber den Verwaltungsorganen überhaupt. Das ist aus jener Zeit heraus begreiflich. Heute aber obliegt uns die Pflicht, den neuen Sinngehalt aller öffentlich-rechtlichen Einrichtungen, auch der Justiz, mit größter Entschiedenheit durchzusetzen.

Am Ende des 18. Jahrhunderts hat der alte Häberlin die Frage des Staatsnotrechts mit der Frage der Abgrenzung von Justizsachen und Regierungssachen in Verbindung gebracht und gelehrt, bei Gefahr oder großem Schaden für den Staat könne die Regierung jede Justizsache zur Regierungssache erklären. Im 19. Jahrhundert hat Dufour, einer der Väter des französischen Verwaltungsrechts, den jeder gerichtlichen Nachprüfung entzogenen Regierungsakt (acte de gouvernement) dahin definiert, daß sein Ziel die Verteidigung der Gesellschaft, und zwar die Verteidigung gegen innere und äußere, offene oder versteckte, gegenwärtige oder künftige Feinde sei. Was man auch immer von solchen Bestimmungen halten mag, sie weisen jedenfalls auf eine juristisch wesentliche Besonderheit der politischen „Regierungsakte“ hin, die sich sogar in liberalen Rechtsstaaten rechtliche Anerkennung verschafft hat. In einem Führerstaat aber, in dem Gesetzgebung, Regierung und Justiz sich nicht, wie in einem liberalen Rechtsstaat, gegenseitig mißtrauisch kontrollieren, muß das, was sonst für einen „Regierungsakt“ Rechtens ist, in unvergleichlich höherem Maße für eine Tat gelten, durch die der Führer sein höchstes Führertum und Richtertum bewährt hat.

Inhalt und Umfang seines Vorgehens bestimmt der Führer selbst. Daß seit Sonntag, dem 1. Juli nachts, der Zustand „normaler Justiz“ wiederhergestellt ist, hat die Rede nochmals sichergestellt. Das Gesetz über Maßnahmen der Staatsnotwehr vom 3. Juli 1934 (RGBl. I. S. 529) bezeichnet in der Form eines Regierungsgesetzes den zeitlichen und sachlichen Umfang des unmittelbaren Führerhandelns. Außerhalb oder innerhalb des zeitlichen Bereiches der drei Tage fallende, mit der Führerhandlung in keinem Zusammenhang stehende, vom Führer nicht ermächtigte „Sonderaktionen“ sind um so schlimmeres Unrecht, je höher und reiner das Recht des Führers ist. Nach den Erklärungen des preußischen Ministerpräsidenten Göring vom 12. Juli und des Reichsjustizministers Gürtner vom 20. Juli 1934 ist eine besonders strenge Strafverfolgung solchen unzulässigen Sondervorgehens angeordnet. Daß die Abgrenzung ermächtigten und nichtermächtigten Handelns im Zweifelsfalle nicht Sache der Gerichte sein kann, dürfte sich nach den vorigen Andeutungen über die Besonderheit von Regierungsakt und Führerhandlung von selbst verstehen.

Viertens: Innerhalb des Gesamtbereichs jener drei Tage treten diejenigen richterlichen Handlungen des Führers besonders hervor, durch die er als Führer der Bewegung den besonderen, gegen ihn als den höchsten politischen Führer der Bewegung begangenen Treubruch seiner Unterführer gesühnt hat. Der Führer der Bewegung hat als solcher eine richterliche Aufgabe, deren inneres Recht von keinem anderen verwirklicht werden kann. Daß es in unserem Staate nur einen Träger des politischen Willens gibt, die Nationalsozialistische Partei, hat der Führer in seiner Reichstagsrede ausdrücklich hervorgehoben. Zu einem Gemeinwesen aber, das in solcher Weise in Staat, Bewegung, Volk gegliedert und geordnet ist, gehört auch das eigene innere Recht derjenigen staatstragenden Lebens- und Gemeinschaftsordnungen, die in einer besonderen Weise auf die eidlich beschworene Treue zum Führer begründet sind. Daran, daß die Partei ihre Aufgabe erfüllt, hängt heute nicht weniger als das Schicksal der politischen Einheit des Deutschen Volkes selbst. „Diese gewaltige Aufgabe, in der sich auch die ganze Gefahr des Politischen anhäuft, kann keine andere Stelle, am wenigsten ein justizförmig prozedierendes bürgerliches Gericht der Partei oder der SA. abnehmen. Hier steht sie ganz auf sich selbst“. Hier ist deshalb der politische Führer infolge der besonderen Qualifikation des Verbrechens noch in einer spezifischen Weise zum höchsten Richter geworden.

Fünftens: Immer wieder erinnert der Führer an den Zusammenbruch des Jahres 1918. Von dort aus bestimmt sich unsere heutige Lage. Wer die ernsten Vorgänge des 30. Juni richtig beurteilen will, darf die Ereignisse dieses und der beiden folgenden Tage nicht aus dem Zusammenhang unser politischen Gesamtlage herausnehmen und nach der Art bestimmter strafprozessualer Methoden solange isolieren und abkapseln, bis ihnen die politische Substanz ausgetrieben und nur noch eine „rein juristische Tatbestands“- oder „Nicht-Tatbestandsmäßigkeit“ übrig geblieben ist. Mit solchen Methoden kann man keinem hochpolitischen Vorgang gerecht werden. Es gehört aber zur Volksvergiftung der letzten Jahrzehnte und ist ein seit langem geübter Kunstgriff deutschfeindlicher Propaganda, gerade dieses Isolierverfahren als allein „rechtsstaatlich“ hinzustellen. Im Herbst 1917 haben alle in ihrem Rechtsdenken verwirrten deutschen Parlamentarier, und zwar Kapitalisten wie Kommunisten, Klerikale wie Atheisten, in merkwürdiger Einmütigkeit verlangt, daß man das politische Schicksal Deutschlands solchen prozessualen Fiktionen und Verzerrungen ausliefere, und eine geistig hilflose Bürokratie hat damals den politischen Sinn jener „juristischen“ Forderungen nicht einmal gefühlsmäßig empfunden.

Gegenüber der Tat Adolf Hitlers werden manche Feinde Deutschlands mit ähnlichen Forderungen kommen. Sie werden es unerhört finden, daß der heutige deutsche Staat die Kraft und den Willen hat, Freund und Feind zu unterscheiden. Sie werden uns das Lob und den Beifall der ganzen Welt versprechen, wenn wir wiederum, wie damals im Jahre 1919, niederfallen und unsere politische Existenz den Götzen des Liberalismus opfern. Wer den gewaltigen Hintergrund unserer politischen Gesamtlage sieht, wird die Mahnungen und Warnungen des Führers verstehen und sich zu dem großen geistigen Kampfe rüsten, in dem wir unser gutes Recht zu wahren haben.

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Quelle: Deutsche Juristen-Zeitung, Heft 15 v. 01.08.1934, Spalte 945 – 950; Zahlen in eckigen Klammern bezeichnen das Ende der Originalspalten

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Siehe auch:

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Die tiefdüstere Analyse des (Juden) Larry Summers

Markus Diem Meier am Mittwoch den 27. November 2013

Ökonom Larry Summer. (Reuters/Jonathan Ernst)
Sieht keine rosige Zukunft für die Weltwirtschaft: Ökonom Larry Summer (Jude), 23. September 2011. (Reuters/Jonathan Ernst)

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In bloß einer Viertelstunde hat der einstige Finanzminister und beinahe Notenbankchef der USA die ganze Ökonomengilde in Aufregung versetzt. Ist seine Analyse zutreffend, hat das für die Weltwirtschaft und auch die Schweiz schwerwiegende Konsequenzen.

«Krisen – Gestern und Heute»: Unter diesem Titel hielt der Internationale Währungsfonds am 7. und 8. November seine jährliche Forschungstagung ab. Geladen hat er dazu eine ganze Reihe der Topstars der Ökonomenzunft, wie aus dem Programm der Tagungdeutlich wird. Den Abschluss bildete dann eine Gesprächsrunde mit kurzen Vorträgen einer besonders illustren Runde: Kenneth RogoffStanley FisherBen BernankeOlivier Blanchard und Larry Summers. (Hier das ganze Video dieser Schlussveranstaltung).

Keiner hat aber auch nur annähernd so viel Aufmerksamkeit erregt, wie Larry Summers in seiner viertelstündigen Rede. Was er gesagt hat, dominiert seither wie kein zweites Thema die Auseinandersetzungen auf den Ökonomenblogs.

Damit gleich unten zum Videoausschnitt von Summers Rede (hier auch die Niederschrift). Wer erst mehr zur Person Larry Summers, zu den Hintergründen und den wichtigsten Aussagen erfahren will, liest mit Vorteil unten weiter.

(Video bitte auf der Originalseite ansehen.)

Larry Summers hat immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Er galt als aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge von Ben Bernanke an der Spitze der US-Notenbank. Das verdankt er seinen engen Beziehungen zum Establishment der demokratischen Partei: Unter Bill Clinton war er Finanzminister der USA, unter Barack Obama führender Wirtschaftsberater. Aber er hat auch vehemente Kritiker, weil er als besonderer Freund der Finanzbranche gilt, deren stärkere Regulierung er in den 1990er und 2000er Jahren verhindert hat. Mehr dazu in diesem Blogbeitrag.

In diesem Blogbeitrag habe ich ausserdem eine damals ebenfalls viel beachtete Studie von ihm und Bradford DeLong vorgestellt, in der die beiden gezeigt haben, dass Sparmaßnahmen durch Regierungen mitten in der Krise die Staatsschulden erhöhen können.

Nun zum Kern von Summers viertelstündiger Rede:

Die Krise, die in den Jahren 2007 und 2008 die Weltwirtschaft an den Rand des Abgrunds gebracht hat, könnte laut Summers nur eine besonders dramatische Episode in einem länger währenden Trend sein, der sich mit dem Begriff der «säkulären Stagnation» zusammenfassen lässt.

Der Begriff wurde Ende der 1930er Jahren vom amerikanischen Ökonomen Alvin Hansen geprägt. Hansen kam damals zur Überzeugung, dass die große Depression dieser Jahre weit mehr als eine besonders dramatische Konjunkturkrise sei. Hansen glaubte damals, dass die Treiber des vormaligen Wachstums schlicht verschwunden waren, weil produktive Innovationen fehlen würden, vor allem aber auch das Bevölkerungswachstum. Hansens Pessimismus wurde allerdings durch das starke Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum nach dem Zweiten Weltkrieg widerlegt. Summers mutmaßt, dass die Analyse von Hansen hingegen für die aktuelle Wirtschaftsentwicklung zutreffen könnte.

Ausgangspunkt seiner Analyse sind die folgenden beiden Beobachtungen:

  • Obwohl ein anfänglich schlimmerer Absturz der Weltwirtschaft als im Fall der Grossen Depression durch entschiedene politische Maßnahmen aufgehalten werden konnte, hat sich die Lage in den USA und in anderen entwickelten Volkswirtschaften der Welt auch vier Jahre seit dem Ausbruch der Krise nicht in einem Ausmass gebessert, wie das zu erwarten gewesen wäre. Die Beschäftigung hat seither praktisch stagniert, das Bruttoinlandprodukt ist weiter vom Potenzial entfernt als damals und die Arbeitslosigkeit ist nach wie vor viel zu hoch.

«You would expect that there would be a lot of catch up, that all the stuff where inventories got run down would get produced much faster – I would kind of expect that as things normalised you’d get more GDP than you otherwise would have had, not that four years later you’d still be having substantially less than you had before. So there is something odd about financial normalisation – if that was what the whole problem was – and then continued slow growth.»

  • Nicht nur die wirtschaftliche Entwicklung nach der Krise war aussergewöhnlich, ebenso jene zuvor. Die Geldpolitik war auch im Vorfeld schon locker – einige machen sie sogar für die Blase an den Immobilienmärkten verantwortlich -, die Ausgaben eilten den Einkommen voraus und die Verschuldung der Privaten stieg stark an. Doch trotz all diesen Zutaten für eine deutliche Überhitzung der Wirtschaft haben die üblichen Symptome gefehlt: Kein deutlicher Anstieg der Inflation war auszumachen, kein Unterschiessen unter die «natürliche» Arbeitslosigkeit (das heißt jener, die bei einer ausgelasteten Wirtschaft verbleibt) und keine übermäßige Auslastung der übrigen Wirtschaftskapazitäten.

«Many people believe that monetary policy was too easy. Everybody agrees that there was a vast amount of imprudent lending going on. Almost everybody agrees that wealth, as it was experienced by households, was in excess of its reality. Too easy money, too much borrowing, too much wealth. Was there a great boom? Capacity utilisation wasn’t under any great pressure; unemployment wasn’t under any remarkably low level; inflation was entirely quiescent, so somehow even a great bubble wasn’t enough to produce any excess in aggregate demand.»

Beide Beobachtungen würden laut Summers durch eine «säkuläre Stagnation» à la Hanson erklärt – eine tieferliegende grundlegende Schwäche, die nicht erst mit der Krise ihren Anfang genommen hat. Summers stellt bei seinen Überlegungen den so genannten «natürlichen Gleichgewichtszinssatz» in den Mittelpunkt. Das ist jener Satz, der eine Vollbeschäftigung der Gesamtwirtschaft sicherstellt. Nur dann wird ausreichend investiert, um diese zu gewährleisten. Wie Summers argumentiert, würde ein negativer «natürlicher Gleichgewichtszinssatz» eine Erklärung für die beobachteten Entwicklungen vor und nach der Krise liefern:

Selbst tiefe Leitzinsen wie vor der Krise wären dann noch zu hoch, um Vollbeschäftigung sicherzustellen. Dann ist es kein Wunder, dass Exzesse wie durch private Verschuldung und Blasen auf Immobilienmärkten die Wirtschaft insgesamt nicht überhitzt haben. Ohne Exzesse und Blasen wäre aber die Arbeitslosigkeit zu hoch und die Wirtschaft zu wenig ausgelastet gewesen. Das würde auch die Entwicklung seit der Krise erklären. Denn genau diese anhaltende Wirtschaftsschwäche zeigt sich seither. Obwohl die Leitzinsen sich bereits bei Null befinden, sind sie noch zu hoch, doch auf die notwendigen Negativraten können sie nicht gesenkt werden.  Summers:

«Suppose that the short-term real interest rate that was consistent with full employment had fallen to -2% or -3% sometime in the middle of the last decade. Then what would happen? That even with artificial stimulus to demand coming from all this financial imprudence you wouldn’t see any excess demand. And even with a relative resumption of normal credit conditions you’d have a lot of difficulty getting back to full employment.»

Dass eine solche Analyse, von einem ernstzunehmenden Ökonomen vorgetragen unter den führenden Makroökonomen der Welt, sofort eine heiße Debatte auslöst, ist wenig verwunderlich. Denn wenn sie zutrifft, wirft das fundamentale Fragen auf und hätte schwerwiegende Folgen für die Wirtschaftspolitik.

Die fundamentale Frage betrifft vor allem die Ursachen für eine solche «säkuläre Stagnation»: Summers selbst hält sich damit nicht auf. In den Debatten auf den Ökonomenblogs herrscht darüber keine Einigkeit: Im Vordergrund als Faktor für die zu geringe Gesamtnachfrage stehen zu wenige Investitionen. Mit Blick auf Strukturprobleme (angebotsseitig) werden folgende Gründe genannt: ein einbrechendes Bevölkerungswachstum, eine geringere Produktivität und geringere produktiv nutzbare Innovationen sowie die Bonuskultur der Unternehmen, die dazu führt, dass Manager immer weniger unternehmerische Wagnisse eingehen. Das genauer anzuschauen, müssen wir aber auf später verschieben. Dieser Beitrag hat das Thema schon einmal gestreift.

Damit zu den Folgen für die Politik – und für Länder wie die Schweiz:

  • Die führenden Notenbanken müssten ihre Leitzinsen noch sehr lange in der Nähe des Tiefstwerts von Null halten, denn selbst dann sind sie noch zu hoch. Eine Liquiditätsfalle mit allen Konsequenzen würde zu einem anhaltenden chronischen Problem. Summers:

«But imagine a situation where natural and equilibrium interest rates have fallen significantly below zero. Then conventional macroeconomic thinking leaves us in a very serious problem, because while we all seem to agree that whereas you can keep the federal funds rate at a low level forever, it is much harder to do extraordinary measures beyond that forever, but the underlying problem may be there forever.»

  • Anhaltende Tiefstzinsen sind aber ein Problem für alle Sparer, was wachsenden politischen Widerstand provozieren dürfte. Weitere außergewöhnliche Maßnahmen wären auch mit der Gefahr verbunden, gefährliche Blasen in einzelnen Bereichen der Wirtschaft zu befördern. Das wäre besonders problematisch für Länder wie die Schweiz, wo das Risiko von Immobilienblasen durch lang anhaltende Tiefzinsen besonders akut würde.
  • Vielversprechender als die Geldpolitik würde (wie immer in einer Liquiditätsfalle – und nur dann) die Fiskalpolitik. Der Staat könnte mit öffentlichen Investitionen (zum Beispiel in die Infrastruktur) die Wirtschaft anzuschieben versuchen. Je tiefer die Zinsätze unter den so erreichten Wachstumsraten verbleiben, je höhere Defizite kann ein Staat dann in Kauf nehmen, ohne dass die Verschuldungsquote ansteigt. (Die Erklärung für Freunde der Mathematik: Die Quote ist der Bruch der Verschuldung über dem Bruttoinlandprodukt BIP. Der Zinssatz ist das Wachstum der Verschuldung bei einem ausgeglichenen Budget. Übersteigt daher das BIP-Wachstum (der Nenner) den Zinssatz (den Zähler), sinkt die Verschuldungsquote.)
  • Wie schon die bisherige Entwicklung zeigt, dürften solche Politikmaßnahmen – sowohl über das Staatsbudget wie die Notenpresse – auf wachsende Opposition stoßen. Die Folge ihres Ausbleibens wäre aber, dass die Wirtschaftslage sich dann weiter verschärfen würde.

Weitere Beiträge zu dieser meiner Ansicht sehr spannenden und kontrovers geführten Debatte finden sich hierhierhierhierhier oder hier.

Ob die Analyse von Summers zutrifft, kann niemand belegen oder verwerfen. Selbst Summers selbst formuliert sie bloß als Hypothese, die für seine Beobachtungen der Entwicklungen von vor und nach der Krise ein stimmiges Bild ergibt. Allein die Möglichkeit, dass die Hypothese der «säkulären Stagnation» die wirtschaftliche Entwicklung richtig analysiert, ist beunruhigend genug, um sich mit ihr und ihren Konsequenzen ausgiebig auseinanderzusetzen.

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Quelle und Original: tagesanzeiger.ch

30. Juni 1934: Im Braunen Haus gibt Adolf Hitler wegen Spaltungsversuchen (Röhm-Revolte) die Absetzung von SA-Stabschef Röhm bekannt

Die Röhm-Revolte, heute bekannt unter dem Begriff Röhm-Putsch, benennt die teilweise militanten Vorkommnisse in den Monaten Juni und Juli des Jahres 1934 im Zusammenhang mit dem dabei zu Tode gekommenen Ernst Röhm. Geschichtsverfälschend wird die nationalsozialistische Reaktion darauf heute auch Nacht der langen Messer genannt.

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Vorgeschichte

Die Unzufriedenheit Ernst Röhms und des linken Flügels der SA über die nationale Revolution des 30. Januar 1933 mag ein wichtiger Auslöser gewesen sein für die im sogenannten Röhm-Putsch eskalierten Ereignisse; denn für die linksgerichteten SA-Anhänger fehlte noch der zweite Teil, die nationalbolschewistische Revolution. Zudem war es zu erheblichen Spannungen zwischen der Reichswehr- und der SA-Führung gekommen, da Röhm offen Pläne vorantrieb, aus Reichswehr und SA ein Milizheer unter seiner Leitung zu machen. Dabei war Röhm zu keinen Kompromissen bereit, die Adolf Hitler mehrfach zu erreichen versuchte. Die Gefahr eines Bürgerkrieges in Deutschland war groß und die mögliche Intervention Frankreichs und Polens höchst wahrscheinlich.

In seiner vor den Reichsstatthaltern in der Reichskanzlei gehaltenen Rede vom 06. Juli 1933 verkündete Adolf Hitler unmissverständlich offiziell das Ende der nationalsozialistischen Revolution. Anlass hierfür war die Sorge vor der Militanz gewisser SA-Kreise, die mit Macht auf eine zweite, nationalbolschewistische, Revolution drängten.

Die von Adolf Hitler verkündete Beendigung der Revolution wurde zu einem offiziellen Akt gemacht, als Wilhelm Frick in seiner Eigenschaft als Reichsinnenminister am 11. Juli 1933 in einem Rundschreiben erklärte:

„Der Herr Reichskanzler hat eindeutig festgestellt, daß die deutsche Revolution abgeschlossen ist.“

Nach dem politischen Sieg der NSDAP hegten viele SA-Führer den Wunsch, die Keimzelle einer neuen nationalsozialistischen Wehrmacht zu bilden. Das aber scheiterte auch an der Tatsache, dass Adolf Hitler dem Reichspräsidenten Paul von Hindenburg bei seiner Ernennung das Versprechen, ja das Ehrenwort gegeben hatte, sich jedes Eingriffes in die Reichswehr zu enthalten. Hitler hatte schon während seiner Haft in Landsberg als eine der unwandelbaren Regeln für den Neuaufbau der Partei niedergelegt, dass die neue NSDAP niemals in einen Konflikt mit der Reichswehr geraten dürfe.

Dagegen bezog Ernst Röhm nicht nur verbal Stellung, indem er bei jeder sich bietenden Gelegenheit den Führer des Reiches brüskierte, sondern arbeitete auch aktiv auf einen Umsturz hin, der unter dem Stichwort Nacht der langen Messer geplant wurde.

„Anfang März hinterbrachte ein beunruhigter SA-Führer, Viktor Lutze, Rudolf Hess Augenzeugenberichte über konkrete Pläne Ernst Röhms, gegen die deutsche Regierung zu putschen.

Röhm, der mittlerweile auf einer geheimen Kabinettsliste des Generals Kurt von Schleicher als Kandidat für das Amt eines Reichswehrministers erwähnt war, hatte seine Planungen für ein Umsturzvorhaben unterdessen weiter vorangebracht. Nach seinem wehrpolitischen Konzept sollte neben der Reichswehr eine 300.000 Mann starke Miliz entstehen. Dies entsprach jedoch nicht Adolf Hitlers Vorstellungen von einer neuen Wehrmacht aus der Mitte des Volkes. Offenbar hatte sich Röhm zu beiden Seiten hin verkalkuliert. Kurt von Schleicher betrachtete ihn nur als Marionette, um einen geplanten Militärputsch gegen die rechtmäßige Reichsregierung durchführen zu können. In seinem Buch „Widerstand im Dritten Reich“ führt Heinz Roth dazu aus:

„Auch der nächste Umsturzversuch sollte, – wie alle späteren – scheitern. Im Zusammenwirken zwischen Schleicher, dessen Kontakt zur ‚Abwehr‘ auch unter Kapitän Patzig funktionierte, dem erwähnten ‚Hammersteinkreis‘ und den ,Jungkonservativen‘ um Dr. Edgar Jung, beabsichtigte dieser, Adolf Hitler noch vor dem befürchteten Ableben Hindenburgs‚ legal‘ aus dem Sattel zu heben. Als Höhepunkt des Unternehmens sollte am 1. Juli 1934 die Militärdiktatur ausgerufen werden. Schleicher hatte sich seit langem, mit wachsendem Erfolg, bemüht, durch Mittelsleute Röhm gegen Adolf Hitler auszuspielen. Adolf Hitler sollte zwischen den Forderungen des Stabchefs nach militärischer Macht und der sich dagegen zur Wehr setzenden Reichswehr zerrieben werden.“

Die Folge von Röhms aufgeflogenen Umsturzplänen war die von Adolf Hitler befohlene und vom 30. Juni bis zum 2. Juli 1934 vollzogene Gefangennahme und Liquidierung der SA-Führung und deren Stabschef Ernst Röhm als präventive Maßnahme eines unmittelbar bevorstehenden Putsches. Adolf Hitler ging in seiner Rede vom 13. Juli 1934 nach der Aufdeckung und Liquidierung des Verschwörerkreises ausführlich auf seine Beweggründe und die zuvor erfolgten Entwicklungen ein.

„Seit vielen Monaten wurde von einzelnen Elementen versucht, zwischen SA und Partei sowohl wie zwischen SA und Staat Keile zu treiben und Gegensätze zu erzeugen. Der Verdacht, daß diese Versuche einer beschränkten, besonders eingestellten Clique zuzuschreiben sind, wurde mehr und mehr bestätigt. Stabschef Röhm, der vom Führer mit seltenem Vertrauen ausgestattet worden war, trat diesen Erscheinungen nicht nur nicht entgegen, sondern förderte sie unzweifelhaft. […] Stabschef Röhm trat ohne Wissen des Führers mit General Schleicher in Beziehungen. […] Da diese Verhandlungen endlich – natürlich ebenfalls ohne Wissen des Führers – zu einer auswärtigen Macht bzw. deren Vertretung sich hinerstreckten, war sowohl vom Standpunkt der Partei wie auch vom Standpunkt des Staates ein Einschreiten nicht mehr zu umgehen. […]“

– Germania, Zeitung für das Deutsche Volk, 1. Juli 1934 –

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Der Völkische Beobachter vom 1. Juli 1934

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Ablauf der Vorkommnisse

Seitens der Schutzstaffel, die eine Gliederung der SA war, wurden womöglich unbegründete Gerüchte über einen Putsch durch die SA-Führung verbreitet. Des weiteren wies man auf die homosexuelle Neigung einiger Funktionäre hin.

Am 30. Juni 1934 wurde Röhm auf Befehl und unter aktiver Beteiligung Adolf Hitlers verhaftet. So erging es auch den anderen anwesenden SA-Führern. Nur Edmund Heines, der mit einem anderen Mann im Bett überrascht wurde, leistete Widerstand.

Ernst Röhm kam, zusammen mit weiteren inhaftierten SA-Führern, im Gefängnis in München-Stadelheim unter nicht vollkommen nachvollziehbaren Umständen ums Leben.

Die Frankfurter Zeitung vom 2. Juli 1934 berichtete dazu auf der Titelseite unter der Überschrift „Ernst Röhm erschossen“:

„Dem ehemaligen Stabschef Röhm ist Gelegenheit gegeben worden, die Konsequenzen aus seinem verräterischen Handeln zu ziehen. Er tat das nicht und wurde daraufhin erschossen.“

Nach der Niederschlagung wurde von Adolf Hitler für alle Angehörigen der liquidierten Verräter ein von Franz Breithaupt verwalteter Sonderfonds eingerichtet, aus dem diese versorgt wurden.

Der Ort des Geschehens: Die Pension Hanselbauer in Bad Wiessee

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Klarstellungen vor dem Nürnberger Tribunal

Die Erschießungen wurden vom Reichspräsidenten Paul von Hindenburg als legal betrachtet, wie aus einem Telegramm hervorgeht, in dem Hindenburg Adolf Hitler zur Niederschlagung des geplanten Staatsstreichs gratulierte. Auch Franz von Papen betrachtete die Erschießungen als eine berechtigte Ausnahmemaßnahme.

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Konsequenzen

Die SA wurde neu organisiert und auch durch Verringerung der Stäbe auf das notwendige Maß reduziert. Die SS wurde eine eigenständige Einheit. Das Reichskabinett dankte dem Führer in einer Sitzung am 3. Juli und beschloss das „Gesetz über die Maßnahmen der Staatsnotwehr“.

Auf einer wegen des Röhm-Putsches einberufenen Reichstagssitzung am 13. Juli 1934 gab Adolf Hitler nicht nur einen Überblick über das Geschehen, sondern teilte auch der Öffentlichkeit die Zahl der vom 30. Juni bis 2. Juli wegen „Teilnahme an dem Komplott“ Hingerichteten mit. Laut Hitlers Angaben waren 19 höhere SA-Führer, 31 mittlere SA-Führer bzw. -Angehörige, drei SS-Führer und fünf Parteiangehörige abgeurteilt, d. h. erschossen worden. 13 SA-Führer und Zivilpersonen seien wegen Widerstandes bei der Verhaftung erschossen worden. Im Zusammenhang mit dem aufgedeckten Komplott wurden nachstehende SA-Führer erschossen: Die Obergruppenführer A. Schneidhuber und E. Heines, die Gruppenführer K. Ernst, W. Schmid, H. Hayn, H.-P. von Heydebreck und der Standartenführer H.-E. Graf Spreti. Im Zusammenhang mit der Niederschlagung sollte der frühere Reichsminister General a. D. von Schleicher von Kriminalbeamten festgenommen werden; er widersetzte sich mit seiner Waffe. Durch den dabei erfolgten Schusswechsel wurden er und seine dazwischentretende Frau tödlich verletzt.

Am 17. August 1934 ordnete Hermann Göring aufgrund des Amnestiegesetztes vom 10. August 1934 die Entlassung von 1.079 Schutzhäftlingen an, die während der Revolte festgenommen worden waren.

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Auslandsecho

„Wer diese Worte nicht gehört hat, nicht den Saal sah, in dem sich Abgeordnete, Publikum, […] die Journalisten wie ein Mann erhoben und ihm zujubelten, der hat nichts gesehen von Deutschland.“

– Phillip Barres, Matin, Paris –

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Quelle: Metapedia