Blutgericht von Landskron: Gewalttaten sowjetischer Soldaten und tschechischer Partisanen in Landskron; die Vorgänge vom 17. – 21. Mai 1945 (2)

Bericht von Julius Friedel, Region: Sudetenland, Schönhengstgau, Landskron

Berichtszeitraum: 17.05.1945 – 21.05.1945

Die deutschen Männer der Stadt mussten in diesen Tagen Aufräumungsarbeiten machen und wurden in den Vormittagsstunden des 17. Mai ohne Angabe des Grundes heimgeschickt.

Gegen 11 Uhr desselben Tages kamen auf Lastwagen hunderte bewaffneter Tschechen, sogenannte „Partisanen“ angefahren. Sie nahmen am Stadtplatz zu einer Kundgebung Aufstellung und ein russischer Offizier hielt eine feurige Ansprache, die oft von tosendem Geschrei begleitet wurde. Wie auf Verabredung stoben dann die Tschechen nach allen Windrichtungen auseinander. Es dauerte auch nicht lange und man wusste Bescheid, warum es ging.

In kleineren und größeren Gruppen wurden alle deutschen Männer, auch Frauen und Kinder waren darunter, auf den Stadtplatz gehetzt, die Häuser der Stadt wurden regelrecht durchgekämmt, alle Männer wurden mitgenommen, alt und jung, Gebrechliche und selbst schwer Kranke. Die einzelnen der zusammengetriebenen deutschen Gruppen waren von wild johlenden, schwer bewaffneten Tschechen begleitet, die blindlings in alles hineinschossen und auf alles einschlugen, was ihnen unter die Hände kam. Andere Trupps von Tschechen waren inzwischen in die umliegenden Dörfer gefahren und trieben dort ebenfalls auf dieselbe Weise die Männer in die Stadt. In den frühen Nachmittagsstunden waren weit über 1000 deutsche Männer auf dem Stadtplatz zusammengetrieben worden. Sie wurden in Reihen formiert und mussten mit erhobenen Händen dastehen und der Dinge harren, die noch kommen sollten.

Es folgten nun die widerlichsten Szenen, die Menschen je zu ersinnen vermochten. Bald mussten die Männer flach auf dem Pflaster liegen, rasch wieder aufstehen, dann in Unordnung gebracht, sich wieder zur Reihe aufstellen. Die Tschechen gingen die Reihen auf und ab, traten mit Vorliebe den Männern in die Geschlechtsteile und Schienbeine, schlugen mit allen mitgeführten und erreichbaren Schlagmitteln auf sie ein, bespuckten sie und schossen vor allem wild herum.

So gab es bald viele Verletzte, die sich nicht mehr erheben konnten und qualvoll litten. Doch das war noch nicht genug. Vor dem Rathaus befindet sich ein großer Luftschutzwasserbehälter, in den schließlich die Opfer der bestialischen Tollwut nacheinander hineingeworfen wurden und mit Stöcken und Stangen am Auftauchen gehindert, unter Wasser gehalten wurden. Ja, schließlich wurde sogar hineingeschossen, und das Wasser färbte sich blutrot. Beim Herauskriechen wurde ihnen auf die Finger getreten, mancher aber bereits tot herausgefischt. Andere am Boden Liegende wurden durch die mittlerweile herbeigeholte Feuerspritze angestrahlt und weiter in einer Art misshandelt, die nicht zu beschreiben ist. – Während sich diese unmenschlichen Greueltaten abspielten, hatte sich auf dem Gehsteig vor dem Landratsamt das sogenannte „Volksgericht“ eingerichtet. Hinter den bereitgestellten Tischen nahmen die Tschechen Platz, unter ihnen:

 
      Hrabacek, Sägewerksbesitzer aus Weipertsdorf, 
      Pfitzner Wilhelm, Angestellter der Krankenkasse, Landskron,      Matschat Franz, Weber bei der Fa. Thoma, Landskron,                Magdalenenstr., 
      Wanitschek Bernard, Schuhmacher, Landskron, Karlgasse, 
      Matschat Stefan, Weber bei der Fa. Thoma, Landskron, 
      Bednar Friedrich, Tischler, Tabakfabrik, Landskron, 
      Polak, Gendarmerieoffizier, und eine Frau, vermutlich 
      Frau Lossner aus Landskron. 

Um den Tisch herum stand eine große Anzahl von Tschechen, die als Ankläger galten und sich die einzelnen, bevorzugten Deutschen aus den Reihen holten. In mehreren Reihen hintereinander, mit erhobenen Händen, mussten die deutschen Männer vor dem Richtertisch erscheinen. Der jeweils Erste einer Reihe musste ein mit Auswurf bedecktes Hitlerbild tragen, das der Nebenmann auf Kommando abzulecken hatte. Die letzten 20-30 Schritte zum Richtertisch mussten auf dem Boden kriechend zurückgelegt werden. Hier wurde jedem sein Urteil verkündet, das ihm mit Kreide auf den Rücken geschrieben wurde. Ungefähr 50-60 m gegenüber bis zu einer Toreinfahrt gab es ein Spießrutenlaufen im wahrsten Sinne des Wortes. Viele blieben schon auf dem Wege liegen, bevor dort die eigentliche Strafe vollzogen wurde. Was sich dabei an Brutalität ereignete, ist unmöglich niederzuschreiben.

Eines der ersten Opfer war Karl Piffl, Tischlermeister. Nachdem er aus der Reihe geholt, durch das Wasser getrieben und von dort halbtot herausgezogen war, wurde er darin buchstäblich zu Tode geprügelt und zu Brei zertreten.

Der Nächste war der Werkmeister der Fa. Pam, Landskron, Reichstädter, der bis zur Unkenntlichkeit zerschlagen, noch an die Mauer des Rathauses gestellt wurde und durch Maschinenpistolensalven sein Ende fand. Im Laufschritt kam aus der Gasse, die zum Gefängnis führte, voll johlenden Tschechen getrieben, blutüberströmt Ing. Josef Neugebauer, Landskron, der ebenfalls am Rathause mit erhobenen Händen und zur Mauer gewandtem Gesicht lautlos durch die Kugeln der Maschinenpistolen fiel. Auf ähnliche Weise beendete auch Ing. Otto Dietrich, Landskron, sein Leben. Der Bauer Viktor Benesch, Landskron, endete an derselben Stelle mit abgeschossener Schädeldecke.

Die Schmerzensschreie der blutenden Menschen übertönte bald alles Geschehen, viele saßen und lagen teilnahmslos um die Toten. Gegen 7 Uhr abends wurde der größte Teil der Zusammengetriebenen in Gewahrsam genommen, nur wenige wurden heimgeschickt.

Am 18. Mai wiederum am Stadtplatz zusammengetrieben, wurden an den Opfern die entsetzlichsten Folterungen und brutalsten Misshandlungen fortgesetzt. Der Installateurmeister Josef Jurenka aus Landskron, Angerstraße, wurde zum Tode durch Erhängen verurteilt. An einer Gaslaterne wurde das Urteil vollstreckt, nachdem er sich selbst die Schlinge um den Hals legen musste.

Auf ähnliche Weise endete der am Landratsamt angestellte Robert Schwab aus Ober-Johnsdorf. Diese beiden Erhängten mussten von den Deutschen ständig in schwingender Bewegung gehalten werden.

Ing. Köhler, der aus Deutschland stammte und nur in Landskron wohnhaft war, wurde, nur mit einer Lederhose bekleidet, die auf die Tschechen wie ein rotes Tuch wirkte, unter größtem Gejohle mit Spazierstöcken aufgespießt.

Es spielten sich an diesem Tage noch furchtbarere Szenen ab, als am Vortage. Einige Deutsche wurden gezwungen, sich auszuziehen, Ringkämpfe vorzuführen, sich gegenseitig zu verprügeln usw.

Furchtbare Schreie gellten den ganzen Tag über den sonst ruhigen Stadtplatz. Gegen 17 Uhr nahmen dann diese Greuel ein unvorhergesehenes Ende und dies durch die aufopfernde Tat der Kaufmannswitwe Frau Auguste Heider. Ihr Geschäftshaus stand unmittelbar hinter dem Stand des „Volksgerichtes“ und hat sie von ihrem Dachboden aus wohl die sich in nächster Nähe abspielenden Greueltaten wahrnehmen können und ihnen dadurch Einhalt gebieten wollen, dass sie ihr Haus in Brand setzte und selbst den Freitod durch Erhängen suchte. Der aufkommende Brand verursachte eine jähe Panik und machte dem bestialischen Treiben der Tschechen ein vorzeitiges Ende.

Vor dem Rathause, an der Stelle, wo vorher das „Volksgericht“ mordete, lagen in großen Blutlachen und Rinnsalen von Blut folgende Deutsche, teils erschossen, teils erschlagen und bis zur Unkenntlichkeit zertreten und verstümmelt:

 
      1. Benesch Viktor, Landwirt und stellvertretender                   Ortsbauernführer,  
         Führer der Kriegerkameradschaft aus dem Weltkriege, 
      2. Neugebauer Josef, Ingenieur und Baumeister, 
      3. Dieterich Otto, Ingenieur und Baumeister, 
      4. Köhler, Ingenieur und Betriebsleiter, 
      5. Janisch Leo, Leiter des Arbeitsamtes, 
      6. Langer Karl, Beamter des Arbeitsamtes, 
      7. Langer Josef, Beamter des Arbeitsamtes, 
      8. Kowarsch Karl, Fleischhauermeister, erschossen von               seinem Gehilfen, 
      9. Benesch Theodor, Forstdirektor i. R., 
      10. Gerth Rudolf, Feldwebel, 
      11. Lug Hubert, Landwirt aus Lukau, 
      12. Klement Johann, Elektrotechniker, 
      13. Schwab Reinhold, Zementwarenerzeuger, 
      14. Schmidt Karl, Spenglermeister, 
      15. Jurenka Josef, Schlossermeister, 
      16. Schwab Robert, Beamter des Landrates, 
      17. Antl Richard, Bauer aus Rudelsdorf, 
      18. Marek, Eisenbahner, 
      19. Koblischke Josef, Oberlehrer i. R., 
      20. Piffl Karl, Tischlermeister, 
      21. Hafler Leopold, Arbeiter, 
      22. Reichstätter Julius, Beamter, 
      23. Linhart Josef, Bauer aus Lukau, 
      24. Zandler, Bauer aus Rudelsdorf. 

Diese Menschen, die hier einer bestialischen Horde zum Opfer fielen, blieben bis zum 19. Mai liegen. In den späten Nachmittagsstunden musste der Landwirt Eduard Neugebauer, Landskron, Angerstraße, auf den Friedhof führen. Der totenbeschauende Arzt, ein Deutscher, welcher für die Deutschen aus Landskron ob seines anrüchigen Verhaltens ausgelöscht ist, sagte, dass er von den zu Tode gequälten Menschen nicht mehr eindeutig feststellen konnte, wer sie waren. In einem Massengrab wurden diese Toten buchstäblich verscharrt.

Es ist kein Wunder dass, ob diesem grausamen Geschehen viele Deutsche ihrem Leben durch Freitod ein Ende setzten.

Mit Zuverlässigkeit sind es folgende:

 
      Heider Auguste, Kaufmannswitwe, Landskron, Stadtplatz, 
      Maresch Eduard, Schnittwarenhändler u. Frau, Landskron,           Magdalenenstr., 
      Richter Hubert, Schuhmacher und Frau, Landskron,                  Magdalenenstraße, 
      Riedel Wenzel, Gendarmeriewachtmeister i. R., Landskron,          Magdalenenstr., 
      Waschitschek Hans, Wanderlehrer i. R. und Frau, Landskron,        Badgasse, 
      Killer, Landwirt, Landskron, Angerstraße, 
      Janisch Karl, Gärtner, Landskron, Friedhofstraße, 
      Jandejsek Josef, Steuerobersekret. i. R. u. Frau, Landskron,      H. Knirschstr., 
      Portele Otto, Schuhmacher, Landskron, Stadtplatz, 
      Kusebauch Wenzel, Major i. R. und Frau, Landskron,                Angerstraße, 
      Knapek Gerlinde, geb. Ringl, Landskron, Stadtplatz, 
      Piffl Anna, geb. Schreiber, Arztenswitwe u.  
      Tochter Ingunde Ilgner mit ihrem Kinde, Landskron,                Knirschstraße, 
      Dr. Pelzl Franz und Frau Mathilde, geb. Nagl, Landskron,          Johannesgasse, 
      Rotter Richard mit einem Kind, Landskron, 
      Langer Karl, Gemeindeangestellter i. R., Landskron,               Schulplatz, 
      Schromm Viktor, Straßenmeister, Landskron. 

In den meisten Dörfern verliefen diese Tage auf ähnliche Weise. Den Freitod suchten außerdem in:

Hilbetten: über 60 Personen, darunter der Arzt des Ortes Dr. Schwarz, in dessen Wohnung viele Deutsche den Tod suchten.
Türpes: die Frau des Bürgermeisters Schmidt erschoss ihre Kinder und sich selbst.
Ziegenfuß: erschoß der Erbrichter Franz Hübl seine achtköpfige Familie, nur seinen 80jährigen Vater ließ er am Leben.
Rudelsdorf: schied ebenfalls eine größere Anzahl freiwillig aus dem Leben.
Triebitz: wurde der Bauer Julius Klaschka erschossen.
Sichelsdorf: wurde der Bauer Franz Kaupe erschossen.
Tschenkowitz: gab es ebenfalls mehrere Tote durch Erschießen. Abtsdorf: ging der Freisassenhofbesitzer Heinz Peschka mit Frau und seinem Sohn in den Freitod, ebenso der Bürgermeister Max Wilder mit Frau und drei Kindern.

Der ehemalige Bürgermeister der Stadt Landskron, Dr. Franz Nagl, später Leitmeritz, wurde in Königgrätz erschossen.

Besondere Brutalität legte der tschechische Schuhmacher Janecek aus Hermanitz an den Tag. Mit Stolz erzählte er später im Gefängnis, dass er nicht weniger als 18 deutsche Soldaten, die waffenlos durch die Wälder zogen, aus dem Hinterhalt erschossen hat.

In diesen Tagen wurden noch arbeitsfähige Deutsche in größere Gruppen zusammengefasst und den Russen übergeben, von denen sie nach dem Osten verschleppt wurden. Viele von ihnen haben nach monate- und jahrelangem opfervollen Leben die Heimkehr nicht mehr erlebt.

Weitere Namen von Tschechen, die damals in der Gemeindeverwaltung tätig waren, sich an den Ausschreitungen gegen die Deutschen beteiligten, durch Raub und gemeinsten Diebstahl bekannt und die auf alle Fälle für all das Geschehen mitverantwortlich waren, sind:

Die beiden Bürgermeister Losser und Hejl, die Stadtverordneten Zidlik, Ing. Vagner, Dr. Rehák, Wanitschek, Kudlacek, Pfitzner, der Vorsitzende Dr. Skala, sowie Vodicka. Ganz besonders hervorzuheben ist der Sägewerkbesitzer Hrabacek und der Gendarmerieoffizier Polak. Hrabacek endete nach der Flucht aus dem Reiche Gottwalds über Deutschland in Frankreich als Landarbeiter, und auch Polak nahm ein bitteres Ende.

Ich versichere an Eides statt, dass die obigen Aussagen der Wahrheit entsprechen. Julius Friedel

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Blutgericht von Landskron: Gewalttaten sowjetischer Soldaten und tschechischer Partisanen in Landskron; die Vorgänge vom 17. – 21. Mai 1945 (1)

Gewalttaten sowjetischer Soldaten und tschechischer Partisanen in Landskron; die Vorgänge vom 17./18. Mai 1945: Razzia eines Partisanenkommandos auf die männliche Bevölkerung, Misshandlung und Ermordung deutscher Männer durch ein improvisiertes Revolutionsgericht.

Bericht des Notars Dr. Leopold Pfitzner aus Oderberg.

Abdruck aus: „Landskroner Heimatbrief”, 9. Jahrgang, Folge l u. 2 (Juni/Juli 1955).

Als der russische Angriff im März 1945 bis in den Raum Teschen—Oderberg vorgetrieben worden war, setzten sich die Behörden nach Evakuierung der Zivilbevölkerung von Oderberg, wo ich seit 1922 als Rechtsanwalt und seit 1939 auch als Notar tätig war, nach Westen ab. Die Bahnverbindungen waren unterbrochen, meinen PKW hatte der Kampfkommandant im März 1945 beschlagnahmt. Ich bestieg mein Fahrrad und fuhr am 4. April 1945 über Neutitschein, Olmütz in meine Heimatstadt Landskron, wohin sich meine Familie schon am 19.1.1945 geflüchtet hatte.

Bis zum Kriegsende fluteten durch Landskron Wehrmachtsteile, Belegschaften von Behörden und größeren Unternehmungen und die Elendszüge der Heimatvertriebenen. Am 8. Mai 1945 konnten wir von den Höhen des Landskroner Talkessels noch den Kampflärm vernehmen. Desorganisierte deutsche Truppen zogen sich fluchtartig zurück. In ihrem Gefolge sah man auf hochbeladenen LKW Zivilisten, Kraftfahrzeuge wurden mangels Betriebsstoff allenthalben in Brand gesteckt. In diese Szenerie des Feuers, der Verzweiflung und der Auflösung jeglicher Ordnung drangen die beutegierigen russischen Horden mit tschechischen Partisanen und feierten von da an durch Wochen hindurch Orgien von Hass, Grausamkeiten, Gewalttätigkeiten, plünderten und mordeten mit satanischer Gier. Türen und Fenster der Häuser wurden erbrochen, das Vieh aus den Ställen getrieben, viele Einwohner eingekerkert oder verschleppt, Frauen und Mädchen ohne Wahl und ohne Rücksicht auf das Alter vergewaltigt.

Die männliche Bevölkerung von Landskron wurde zu Aufräumungsarbeiten kommandiert. Ich wurde einem Arbeitskommando zugeteilt, das in der Ringofenziegelei Wehrmachtsausrüstungen zu ordnen und zu verladen hatte. Am 17. Mai 1945, gegen 11.30 Uhr ging ich mit einigen Landsleuten von der Arbeit nach Hause und hörte an einer Wegkreuzung, wie ein bewaffneter tschechischer Partisane einem tschechischen Zivilisten in tschechischer Sprache sagte,

„dass heute das große Gericht beginnen würde”.

Knapp vor meiner Wohnung wurde ich von wild herumschießenden Partisanen abgefangen und mit ungefähr 50 bis 60 Deutschen, die inzwischen zusammengetrieben worden waren, im Laufschritt auf den Marktplatz gepeitscht, wobei die tschechische Begleitmannschaft unablässig auf das Straßenpflaster schoss. Dadurch erlitten mehrere deutsche Männer Gellerverletzungen. Ich selbst wurde durch ein abprellendes Geschoss an der rechten äußeren Fußkante erheblich verletzt. Auf dem Marktplatz meiner Heimatstadt Landskron waren inzwischen etliche Hundert deutsche Männer zusammengetrieben worden, die in Reihen formiert wurden. Bis 7 Uhr abends am 17. Mai und den ganzen 18. Mai 1945 haben bewaffnete Tschechen und Russen an uns ein furchtbares Blutgericht gehalten. In meinem Heimatstädtchen mit seinen zirka 6.500 Einwohnern wurden an den beiden Tagen gegen 40 Männer hingemordet; an die 100 Landsleute gaben sich den Freitod.

Wir mussten am 17.5.1945 über sechs Stunden ununterbrochen beide Arme hochhalten. Jede Reihe war von patrouillierenden Partisanen flankiert. Wer die Hände auch nur sekundenweise sinken ließ, wurde mit dem Gummiknüppel über den Kopf oder die Arme geschlagen. Ununterbrochen schossen die Partisanen knapp über unsere Köpfe hinweg. An den Fenstern, die geschlossen bleiben mussten, durfte sich niemand zeigen. Geschah dies trotzdem, schossen die Partisanen in die Wohnungen.

Plötzlich brüllte ein Partisane durch Lautsprecher:

„Alles zusammen und nieder!”

Die Hunderte von Männern drängten sich wie ein Bienenklumpen zusammen und versuchten vergeblich, sich auf die Erde zu legen. Es entstand ein wildes Durcheinander, über welches hinweggeschossen wurde. Ob und wer dabei verletzt wurde, konnte ich in der begreiflichen Aufregung nicht feststellen. Mit größter Schnelligkeit musste sodann die Reihenordnung wieder hergestellt werden. Dies wiederholte sich einige Male.

Ein vom Schreien heiser gewordener Partisane veranstaltete mit uns Sprechchöre, indem er uns zu

„Heil Hitler!”

kommandierte, anschließend sogleich auf Tschechisch:

„Es lebe Präsident Benesch, es lebe Generalissimus Stalin!”

Zivilisten gingen die Reihen ab und suchten sich entweder besondere Opfer aus, die sogleich vor den unter freiem Himmel aufgestellten „Richtertisch” geschleppt wurden, um sofort gehängt oder erschossen zu werden, oder aber sie zogen ihnen bekannte Sozialdemokraten und Kommunisten heraus, die sich abseits vor dem Rathaus hinsetzen und die Massaker den ganzen Tag mit ansehen mussten.

Jeder angehaltene Deutsche musste vor den „Richtertisch”, bis die Reihe an ihn kam, die letzten Schritte auf den Knien rutschen. Jeweils der erste rechte Mann in der Reihe trug mit erhobenen Händen ein Hitlerbild, das die Partisanen mit aufgezogenem Schleim bespuckten. Der Nebenmann musste diesen Answurf jedesmal ablecken und hinunterschlucken.

An dem „Partisanenrichtertisch” saßen der Vorsitzende, namens Hrabáček, vier weitere Zivilisten, ein Gendarm, ferner stand dabei ein Partisanenweib, welches einige Deutsche, darunter auch mich, mit einem Gummistempel im Gesicht viermal abstempelte, bis ein Tscheche aus dem ersten Stockwerk des Landratsamtes ihr dies verbot. Andere Tschechen in Zivil, die die Misshandlungen an den Verurteilten zu vollstrecken hatten, standen um das Partisanengericht herum.

Dieses Blutgericht „verurteilte” die herangeschleppten Deutschen entweder zu Prügelstrafen zwischen 10 bis 100 Schlägen oder zum Tod durch Erschießen oder Erhängen. Die zu Prügeln Verurteilten wurden an jenen zwei Tagen in die Toreinfahrt des Gemeindehauses geschleppt, dort auf ein vorbereitetes neues breites Brett geworfen und, ohne dass einer der Henker zählte, mit Gummiknüppeln, Ochsenziemern, Gewehrkolben und Stöcken über den ganzen Körper, auch über den Kopf und Hals, geschlagen und mit Füßen getreten. Vor mir erhielt Brauereidirektor Lm. Gustav Zimmermann zehn Schläge zudiktiert. Die gellenden Schmerzensschreie der Geprügelten waren den ganzen Tag über in grauenerregender Stärke zu hören. Damit vermengten sich ununterbrochen die Gewehr- und Maschinenpistolensalven.

Ein Kandelaber vor dem Gasthaus Schmeiser diente als Galgen. Ich sah, wie der Installateur Josef Jurenka gehängt wurde. Er eilte selbst auf den Galgen zu, legte sich die Schlinge um den Hals, ein Partisane stieß den Hocker weg. Der Gehängte blieb, solange ich auf dem Ringplatz war, am Galgen, nachdem vor ihm ein anderer Deutscher gehängt worden war. Ferner sah ich, wie der Leiter des Amtsgerichts, Lm. Dr. Josef Meixner, schon unter dem Galgen angetreten war, nach kurzer Umfrage durch Lautsprecher aber wieder in meine Reihe zurückgetrieben wurde. Meixner hatte viele blutende Wunden auf dem Kopf und war sehr benommen. Er wurde nach Sibirien abtransportiert und kehrte von dort krank zurück.

Links vor dem Aufgang zum Rathaus (Amtsgericht) befand sich ein Luftschutzwasserbassin, in das mehrere Deutsche hineingeworfen wurden, worauf die Partisanen auf sie schossen. Die am Leben Gebliebenen wurden herausgezogen, über das Geländer geworfen, aus Feuerwehrschläuchen angestrahlt, so dass sie umfielen, sodann wurden die meisten von ihnen an die Mauer gestellt und von Partisanen durch Feuerstöße aus Maschinenpistolen niedergestreckt. Die Ermordeten lagen dort auf einem Haufen, wurden gegen Abend auf einen Plateauwagen des Fuhrwerkers Stransky geworfen, auf den Friedhof geführt und, wie ich später erfuhr, in einem Massengrab begraben.

Fast nach jedem Mord trat ein Partisane an den Toten heran und gab ihm aus der Pistole einen Fangschuss mit der zynischen tschechischen Bemerkung:

„Ted má dost!” (jetzt hat er genug!).

Der Ziegeleibesitzer Lm. Ing. Josef Neugebauer wurde von drei Partisanen aus Richtung Kaufmann Heider anscheinend aus dem Gefängnis im Laufschritt über den Marktplatz gejagt, wobei ihn drei mitlaufende bewaffnete Tschechen unablässig mit Gummiknüppeln über den Kopf und den Rücken schlugen. Bei der Rathausmauer angelangt, stellte er sich auf Kommando mit erhobenen Armen mit dem Gesicht zur Mauer, Maschinenpistolen traten in Tätigkeit, Neugebauer fiel lautlos auf den Haufen der dort liegenden Gemordeten, ein Partisane gab auch ihm den Fangschuss. Auf ähnliche Weise, aber ohne Spießrutenlaufen, sah ich Lm. lug. Otto Dieterich an der Richtstätte enden.

Angesichts der Wasserkastenbestialitäten, der dichtanliegenden Toten, unter dem Schmerzensgebrüll der Gegeißelten, unter fortwährendem Schießen und den anderen schon beschriebenen Scheußlichkeiten suchten die Tschechen zwei starke deutsche Männer aus, befahlen ihnen, den Oberkörper zu entblößen und einen Boxkampf aufzuführen. Offenbar in der — allerdings irrigen — Hoffnung, sich das Leben zu erkämpfen, schlugen die Kämpfenden mit bloßen Fäusten aufeinander los, bis sich der eine von ihnen im Staube wälzte. Was weiter mit ihnen geschehen ist, konnte ich nicht beobachten. Den Bauer Richter aus Lußdorf habe ich in der darauffolgenden Nacht in meiner Zelle getroffen, er war durch die erlittenen Misshandlungen völlig apathisch und wurde am nächsten Tag abtransportiert.

Mir wurden am 17.5.1945 gegen 18 Uhr dreißig Schläge vom Blutgericht zudiktiert. Bei dieser unmenschlichen Misshandlung wurde ich zweimal ohnmächtig. Nach der Exekution wurde ich zu dem Eckhaus des Kaufmanns Heider geschleppt und dort sitzend an die Mauer gelehnt.

Gegen 19 Uhr wurden wir ungefähr 40 Männer in das Gerichtsgefängnis abgeführt, nachdem schon tagsüber einige Trupps dorthin eingeliefert worden waren. Vor dem Gefängnis brach ich wieder zusammen und wurde von meinen Leidensgenossen in die Zelle geschleppt. Die Schießereien hörten wir noch bis spät in die Nacht. An Schlaf war nicht zu denken, denn in einer bloß für drei Häftlinge bestimmten Zelle wurden 19 Männer zusammengepfercht, die alle schwer angeschlagen waren. Ich spürte, wie mich eine Lähmung beider Arme anschlich, am nächsten Tag hing mein rechter Arm schlaff herunter. Dieser Zustand dauerte einige Wochen. Bis heute sind eine teilweise Lähmung des rechten Ellbogennerven und die Folgen eines Bruches des rechten Kiefergelenks zurückgeblieben, die laut ärztlichem Befund nicht mehr zu heilen sind. Außerdem erlitt ich einen Bruch des linken Ellbogenknochens, Verletzung der Nieren, Blutunterlaufungen am ganzen Körper und eine Gehirnerschütterung.

Am 18. Mai 1945 wurden wir aus dem Gefängnis abermals auf den Marktplatz getrieben, wo die Tschechen ähnliche Greueltaten wie am Vortage verübten. Geschlagen wurde ich aber nicht mehr, auch die Arme mussten wir nicht mehr hochhalten, doch wurden wir wieder vor das Partisanengericht befohlen, nochmals untersucht und in das Gefängnis zurückgeführt. Der Massenmörder Hrabáček unterbrach, als ich vor dem Blutgericht stand, die „Sitzung” mit der Bemerkung, er müsse feststellen, ob „mich die Russen suchen”. Er ging in das Landratsamt, kam mit einem größeren Notizbuch zurück und sagte, er könne mich nicht in den Listen finden. 13 Tage wurde ich im Gerichtsgefängnis zurückgehalten. Die Verpflegung bestand in schwarzem Kaffee morgens, einer Gemüsewassersuppe mittags und abends wieder schwarzem Kaffee. Einmal täglich wurden 200 Gramm Brot ausgegeben. Ununterbrochen, tags und nachts, kamen kleinere Kommissionen der Russen, Partisanen und Zivilisten, auch Polen, in die Zellen, urn nach Deutschen zu fahnden, die anscheinend auf besonderer Liste standen. Einige Zellengenossen wurden sofort abgeführt. Welches Los ihnen beschieden war, haben wir nicht erfahren. In meiner Zelle waren u. a. Otto Sponner, Dr. Josef Meixner, Josef Janda aus Michelsdorf, aber auch ein Spitzel, dessen Name ich nicht kenne.

In der Zelle nebenan lag die Frau eines deutschen Gendarmen, die schwer misshandelt worden war, mit ihrem kleinen Sohn. Sie wurde in das Krankenhaus nach Wildenschwert übergeführt.

In anderen Zellen waren Dr. Haus Rieß, der Gastwirt Franz Mottl und der Schneidermeister Hans Blesel.

Auf dem Flur vor den Zellen mussten verschiedene Deutsche, ein Gendarm, ein in Landskron wohnhafter Holländer, der Spediteur Karl Nagl und andere, mir nicht namentlich Bekannte, tagelang mit zur Wand gekehrtem Gesicht, an Händen und Füßen mit starken Seilen oder schweren Eisenketten gefesselt, stehen und wurden dann, mir unbekannt wohin, fortgebracht.

Nach meiner Entlassung aus dem Gefängnis lag ich einige Wochen teilweise gelähmt und an inneren Verletzungen krank in meiner Wohnung.

Mitte Juni wurde anlässlich der Registrierung der männlichen Bevölkerung von Landskron wiederum ein großer Teil der Männer in verschiedenen Gebäuden eingesperrt; ich selbst, obwohl kaum gehfähig, wurde mit etlichen 20 auf dem Dachboden der sogenannten “Beseda” eingesperrt. In der Nacht wurden einige der Inhaftierten zur Leibesexekution in einen Nebenraum gebracht, aus dem dann Schmerzensschreie zu hören waren. Mit schweren Misshandlungen kamen sie in jener Nacht zu uns stumpfsinnig Wartenden zurück: der Gefangenenaufseher Wondra, der bis vor wenigen Tagen noch Dienst gemacht hatte, und ein gewisser Groß aus Troppau. Beide stöhnten vor Schmerzen die ganze Nacht. Am nächsten Morgen wurde ich wieder entlassen. Auch in dieser Nacht wurden wir von Fahndungstrupps besucht.

In der Nähe des Badhauses hatte ein betrunkener russischer Soldat einen anderen russischen Soldaten erschossen. Eine russische Patrouille erschoss daraufhin den ersten ihr aus jenem Hause entgegenkommenden deutschen Mann, der gar nicht zu Wort gekommen war. In jenen Tagen des 17. und 18. Mai 1945 wurden auf der Straße Rudolf Gerth und Forstdirektor Theodor Benesch von Partisanen umgebracht. Deutsche Frauen wurden wiederholt von Russen vergewaltigt. Die minderjährige Tochter eines Bekannten wurde von den Russen vergewaltigt, der Vater wurde gefesselt und musste diesem Verbrechen zusehen.

Ein Mädchen sprang aus dem Fenster des ersten Stockes, um der Vergewaltigung zu entgehen, und brach sich das Bein. Durch Wochen, bis zu meiner Vertreibung, schlief die Bevölkerung kaum, da sie sich vor den die ganze Nacht plündernden Russen und Partisanen rechtzeitig sichern wollte, um besonders die Frauen zu verbergen.

In der Zeit vom Kriegsende bis zu meiner Vertreibung am 5. Juli 1945 erhielten wir die deutschen Hungerkarten. Ich musste mich täglich bei der Polizei melden, alle Deutschen mussten die weiße Armbinde bei sonst schwerer Strafe tragen. Die deutsche Bevölkerung der umliegenden Dorfgemeinden wurde in das inzwischen von den Polen besetzte benachbarte Preußisch-Schlesien ausgetrieben, von wo einige zurückkehrten.

Foto-Aufnahmen

Die einzigen fotografischen Dokumente zum Blutgericht stammen von einem tschechischen Fotografen, der die ‚ruhmreichen Geschehnisse‘ bildlich festhalten sollte. Von diesen Aufnahmen kamen auch nur sehr wenige mit den Jahren an die Öffentlichkeit, ein Großteil ruht – wenn sie nicht schon vorsorglich vernichtet wurden – in Archiven der Tschechischen Republik.

Blutgericht von Landskron: Maschinengewehr am Fenster des Landratsamts auf den Stadtplatz gerichtet, Aufnahme: 17.05.1945

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Blutgericht von Landskron: Zusammengetriebene und händehochhaltende Deutsche auf dem Stadtplatz, Aufnahme: 17.05.1945

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Blutgericht von Landskron: Die Hände mussten stundenlang über dem Kopf gehalten werden, Aufnahme: 17.05.1945

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Blutgericht von Landskron: Partisan und Flintenweib kontrollieren die Papiere der zusammengetriebenen händehochhaltenden Deutschen. Im Hintergrund das Rathaus, rechts die Einfriedung der Pestsäule, Aufnahme: 17.05.1945

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Blutgericht von Landskron: Der „Richtertisch“, „Richter“ im Vordergrund, Aufnahme: 17.05.1945

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Blutgericht von Landskron: Zwei Deutsche mit Ausweis in der Hand vor dem „Richtertisch“, Aufnahme: 17.05.1945

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Blutgericht von Landskron: schwer misshandelter Deutscher mit blutgetränkter Jacke. Ein schneller Tod war den Meisten nicht gegönnt, Aufnahme: 17.05.1945

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Blutgericht von Landskron: Im Feuerlöschbecken: Studienrat Prof. Vinzenz Römer (links) und Richard Reichstädter nach schwersten Misshandlungen, dahinter händehochhaltende Deutsche und einzelne Tschechen. Links das Rathaus, rechts die Pestsäule, dahinter die Südostseite des Stadtplatzes, Aufnahme: 17.05.1945

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Blutgericht von Landskron: Herausziehen aus dem Feuerlöschbecken zur anschließenden Erschießung. Aufnahme: 17.05.1945

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Die Verantwortlichen bzw. Durchführenden des Massakers an der deutschen Bevölkerung von Landskron sind namentlich bekannt und zum Teil auch heute noch am Leben. Strafrechtlich geahndet wurde dieses Verbrechen allerdings dennoch nie, denn sämtliche Straftaten an Deutschen in der Nachkriegszeit wurden im völkerrechtswidrigen tschechoslowakischen Gesetz 115/1946 straffrei gestellt. Dieses Gesetz gilt auch heute noch und wird von einer großen Mehrheit der tschechischen Parteien aktiv unterstützt und keinesfalls aufgehoben.

Rechtshilfeersuchen deutscher Behörden zur Auslieferung oder Bestrafung der Massenmörder werden vom EU-Staat Tschechien auch heute noch unter Verweis auf das Gesetz 115/1946 zurückgewiesen, was den tschechischen Schwerstverbrechern einen ruhigen und sicheren Lebensabend ermöglicht.

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Der tschechische Staatschef „Edvard Beneš“ verfügt den Diebstahl des gesamten deutschen Eigentums in seinem Machtbereich

Die nach wie vor rechtskräftigen Beneš-Dekrete sind seit Jahrzehnten der Hauptstreitpunkt zwischen Vertriebenenverbänden in Deutschland einerseits und der Tschechoslowakei bzw. deren Nachfolgestaaten Tschechei (Tschechien genannt) und der Slowakei andererseits.

Die bis heute umstrittensten Erlässe sind die Dekrete Nr. 5/1945, Nr. 12/1945, Nr. 33/1945, Nr. 71/1945 und Nr. 108/1945, die den Entzug der tschechoslowakischen Staatsbürgerschaft und die Enteignung des Vermögens besonders der deutschen aber auch der ungarischen Minderheiten regelten. Kritisiert wird von Seiten der Vetriebenenverbände vor Allem, dass sich die Dekrete gegen eine Gruppe von Personen, nicht wegen persönlich begangener konkreter Taten, sondern allein wegen ihrer nationalen Zugehörigkeit wandten. Damit missachteten sie das Prinzip der Unschuldsvermutung und verweigerten den Betroffenen zudem das Recht, sich vor einem unabhängigen Gericht zu verteidigen. Demnach läge also nicht nur eine Negierung der Unschuldsvermutung vor, sondern auch eine Beweislastumkehr zuungunsten der durch die Erlässe betroffenen Bevölkerungsgruppen, was rechtsstaatlichen Prinzipien widerspräche. Zwar wurden in Einzelfällen Ausnahmen gemacht; allerdings fiel das feste Eigentum bei sogenannter „selbstgewählter“ Ausreise dennoch an den sich neu formierenden tschechoslowakischen Staat. An beweglichen Sachen konnten die angeblich „freiwillig“ Ausreisenden soviel mitnehmen, wie sie wollten oder konnten, während „Verrätern“ an der Ersten Tschechoslowakischen Republik lediglich 40 Kilogramm pro Person zugestanden wurden. Als Verräter galten jene, welche die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft zugunsten einer anderen, also meist jener des Deutschen Reiches, aufgegeben hatten.

In der Vergangenheit hatte man die Aufhebung der Dekrete stets von einer Nichtigerklärung des Münchener Abkommens von 1938 ex tunc (also von Anfang an) abhängig gemacht. Das wurde jedoch von der Bundesrepublik Deutschland, nicht jedoch der ehemaligen DDR und auch von den Regierungen nach der deutschen Wiedervereinigung, abgelehnt. Hauptgrund dafür sind jedoch vor Allem die dann möglicherweise zu erhebenden erheblichen Entschädigungsforderungen der vertriebenen Deutschen und nicht etwa ein plötzlicher „Sinneswandel“ in der Politik des Besatzungskonstruktes BRD. Als Folge dieser Situation verbleiben beide Seiten, insbesondere nach dem EU-Beitritt der Tschechei, bislang im Status quo.

Der österreichische Völkerrechtler Felix Ermacora, der lange als Gutachter der UNO tätig war und sich danach unter anderem bei den österreichischen Landsmannschaften engagierte, kam in einem Rechtsgutachten im Jahre 1991 zu dem Ergebnis, dass die Vertreibung in den Jahren 1945/46 den Tatbestand des Völkermordes erfüllt hat.

Der alte und neue Präsident Beneš bei der Unterzeichnung der zweifelhaften Dekrete, die Vertreibungen legalisiert

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Vorgeschichte

Nach der völkerrechtswidrigen Annexion 1945 wurde im Zuge der sogenannten Beneš-Dekrete die deutsche Bevölkerung völkerrechtswidrig vertrieben und das deutsche Eigentum geraubt. Insgesamt wurden 3 Millionen der über 3,2 Millionen Sudetendeutschen gewaltsam vertrieben. Unzählige Deutsche wurden im Zuge dieser Vertreibung bestialisch ermordet. Die Deutschen wurden über Nacht rechtlos. Sie mussten Armbinden tragen (mehrheitlich weiße oder gelbe, Antifaschisten dagegen rote) und Repressalien, Einschränkungen und Verfolgungen nahmen zu. Prügeleien, öffentliche Vergewaltigungen deutscher Frauen und Misshandlungen Deutscher waren an der Tagesordnung. Beispielhaft für die Grauen dieser Verbrechen an Deutschen ist der Brünner Todesmarsch. 

In das gewaltsam und völkerrechtswidrig annektierte deutsche Gebiet zogen nach 1945 überwiegend Tschechen, Slowaken und Zigeuner ein. Viele erhielten den Zuschlag auf die jeweiligen vorher geraubten deutschen Immobilien unentgeltlich über ein Auslobungsverfahren, das die Regierung unter der tschechischen und slowakischen Bevölkerung durchführte. Teilweise wurden deutsche Häuser noch unter Anwesenheit der deutschen Besitzer gewaltsam enteignet und die Bewohner dabei ermordet oder vertrieben.
Durch diese sogenannte „Neuverteilung“ des geraubten deutschen Landes kam es bei vielen Tschechen zu einem erheblichen „Wohlstandszuwachs“, d.h. im Durchschnitt eigneten sich je 2 Tschechen das gesamte Vermögen eines Sudetendeutschen an.

Am 16. Mai 1945, lässt Edvard Beneš anlässlich seiner Ansprache am Altstädter Ring in Prag keinen Zweifel an seinen Absichten:

„Es wird erforderlich sein, die Anzahl der politischen Parteien gegenüber der Zeit vor dem Kriege zu reduzieren, das Verhältnis der Tschechen und Slowaken neu zu gestalten und die Deutschen in den böhmischen Ländern als auch die Ungarn in der Slowakei zu liquidieren, so wie sich die Liquidierung nur durchführen läßt …“

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Zusammenfassung der umstrittenen Dekrete

  • Dekret Nr. 5 vom 19. Mai 1945: Dekret des Präsidenten über die Nichtigkeit mancher vermögensrechtlicher Handlungen aus der Zeit der Unfreiheit und über die Nationalverwaltung der Vermögenswerte der Deutschen, Ungarn, Verräter und Kollaborateure und mancher Organisationen und Institutionen
§ 2 (1) Das im Gebiet der Tschechoslowakischen Republik befindliche Vermögen der staatlich unzuverlässigen Personen wird gemäß den weiteren Bestimmungen dieses Dekrets unter nationale Verwaltung gestellt […]   
§ 4 Als staatlich unzuverlässige Personen sind anzusehen:
a) Personen deutscher oder magyarischer (= ungarischer) Nationalität […]
§ 6 Als Personen deutscher oder magyarischer Nationalität sind Personen anzusehen, die sich bei irgendeiner Volkszählung seit dem Jahre 1929 zur deutschen oder magyarischen Nationalität bekannt haben oder Mitglieder nationaler Gruppen, Formationen oder politischer Parteien geworden sind, die sich aus Personen deutscher oder magyarischer Nationalität zusammensetzen.

Bereits vier Wochen später waren sämtliche deutschen und ungarischen Unternehmen in Böhmen und Mähren nationalen Verwaltern unterstellt (insgesamt etwa 10.000 Betriebe mit etwa einer Million Beschäftigten).

  • Dekret Nr. 12 vom 21. Juni 1945: Dekret des Präsidenten über die Konfiskation und beschleunigte Verteilung des Landwirtschaftsvermögens der Deutschen, Ungarn, sowie auch Verräter und Feinden des tschechischen und slowakischen Volkes
§ 1 (1) Mit augenblicklicher Wirksamkeit und entschädigungslos wird für die Zwecke der Bodenreform das landwirtschaftliche Vermögen enteignet, das im Eigentum steht:
a) aller Personen deutscher und magyarischer Nationalität, ohne Rücksicht auf die Staatsangehörigkeit, […]
(2) Personen deutscher und magyarischer Nationalität, die sich aktiv am Kampf für die Wahrung der Integrität und die Befreiung der Tschechoslowakischen Republik beteiligt haben, wird das landwirtschaftliche Vermögen nach Absatz 1 nicht konfisziert. 
(3) Darüber, ob eine Ausnahme nach Absatz 2 zulässig ist, entscheidet auf Antrag der zuständigen Bauernkommission der zuständige Bezirksnationalausschuss […]
  • Dekret Nr. 16 vom 19. Juni 1945: Dekret des Präsidenten über die Bestrafung der nationalsozialistischen Verbrecher, Verräter und ihrer Helfer und über die außerordentlichen Volksgerichte
  • Dekret Nr. 28 vom 28. Juli 1945 Dekret des Präsidenten über die Siedlungstätigkeit der landwirtschaftlichen Nutzflächen der Deutschen, Ungarn und anderen Feinden des Staates durch tschechische, slowakische und andere slawische Landwirte
  • Dekret Nr. 33 vom 2. August 1945: Verfassungsdekret des Präsidenten über Regelung der tschechoslowakischen Staatsbürgerschaft der Personen mit der deutschen und ungarischen nationalen Zugehörigkeit
§ 1 (1) Die tschechoslowakischen Staatsbürger deutscher oder magyarischer Nationalität, die nach den Vorschriften einer fremden Besatzungsmacht die deutsche oder magyarische Staatsangehörigkeit erworben haben, haben mit dem Tage des Erwerbs dieser Staatsangehörigkeit die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft verloren.
(2) Die übrigen tschechoslowakischen Staatsbürger deutscher oder magyarischer Nationalität verlieren die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft mit dem Tage, an dem dieses Dekret in Kraft tritt […]
§ 2 (1) Personen, welche unter die Bestimmungen des § 1 fallen und nachweisen, dass sie der Tschechoslowakischen Republik treu geblieben sind, sich niemals gegen das tschechische und slowakische Volk vergangen und sich entweder aktiv am Kampf um seine Befreiung beteiligt oder unter dem nazistischen oder faschistischen Terror gelitten haben, bleibt die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft erhalten.
  • Dekret Nr. 71 vom 19. September 1945: Dekret des Präsidenten über die Arbeitspflicht der Personen, die die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft verloren haben
§ 1.1 Zur Beseitigung und Wiedergutmachung der durch den Krieg und die Luftangriffe verursachten Schäden, wie auch zur Wiederherstellung des durch den Krieg zerrütteten Wirtschaftslebens wird eine Arbeitspflicht der Personen eingeführt, die nach dem Verfassungsdekret des Präsidenten der Republik vom 2. August 1945, Slg. Nr. 33, über die Regelung der tschechoslowakischen Staatsbürgerschaft der Personen deutscher und madjarischer Nationalität, die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft verloren haben. Die Arbeitspflicht erstreckt sich auch auf Personen tschechischer, slowakischer oder einer anderen slawischen Nationalität, die sich in der Zeit der erhöhten Bedrohung der Republik um die Erteilung der deutschen oder der madjarischer Staatsangehörigkeit beworben haben, ohne dazu durch Zwang oder besondere Umstände gezwungen zu sein.
§ 2.1 Der Arbeitspflicht unterliegen Männer vom vollendeten 14. bis zum vollendeten 60. Lebensjahr und Frauen vom vollendeten 15. bis zum vollendeten 50. Lebensjahr.
§ 2.2 Von der Arbeitspflicht sind befreit:
a) körperlich oder geistig untaugliche Personen, solange dieser Zustand dauert;
b) schwangere Frauen, vom Beginn des vierten Monates der Schwangerschaft
c) Wöchnerinnen, für die Zeit von sechs Wochen nach der Niederkunft und
d) Frauen, die für Kinder unter sechs Jahren zu sorgen haben.
  • Dekret Nr. 108 vom 25. Oktober 1945: Dekret des Präsidenten über die Konfiskation des feindlichen Eigentums und die Fonden der Nationalwiederaufbau
§ 1 (1) Konfisziert wird ohne Entschädigung […] für die Tschechoslowakische Republik das unbewegliche und bewegliche Vermögen, namentlich auch die Vermögensrechte (wie Forderungen, Wertpapiere, Einlagen, immaterielle Rechte), das bis zum Tage der tatsächlichen Beendigung der deutschen und magyarischen Okkupation in Eigentum stand oder noch steht: […]
2. physischer Personen deutscher oder magyarischer Nationalität, mit Ausnahme der Personen, die nachweisen, dass sie der Tschechoslowakischen Republik treu geblieben sind, sich niemals gegen das tschechische und slowakische Volk vergangen haben und sich entweder aktiv am Kampf für deren Befreiung beteiligt oder unter dem nazistischen oder faschistischen Terror gelitten haben.
3. physischer Personen, die […] der Germanisierung oder Magyarisierung auf dem Gebiete der Tschechoslowakischen Republik Vorschub geleistet (haben) […] wie auch von Personen, die eine solche Tätigkeit bei Personen, welche ihr Vermögen oder Unternehmen verwalteten, geduldet haben.“
  • Dekret Nr. 123/1945 vom 18. Oktober 1945, rückwirkend zum 17. November 1939: Dekret des Präsidenten über die Auflösung der deutschen Hochschulen in Prag und in [[Brünn]]

Nachdem der Großteil der deutschen Bevölkerungsgruppe bereits ausgesiedelt war, verabschiedete die Nationalversammlung der Tschechoslowakischen Republik am 8. Mai 1946 ein Gesetz, wonach

„eine Handlung, die in der Zeit vom 30. September 1938 bis zum 28. Oktober 1945 vorgenommen wurde und deren Zweck es war, einen Beitrag zum Kampf für die Wiedergewinnung der Freiheit der Tschechen und Slowaken zu leisten, oder die eine gerechte Vergeltung für Taten der Okkupanten oder ihrer Helfershelfer zum Ziele hatte“,

auch dann nicht als widerrechtlich anzusehen sei,

„wenn sie sonst nach den geltenden Vorschriften strafbar gewesen wäre“

  • Gesetz Nr. 115/1946: Straflosstellung von Vertreibungsverbrechen bis zum 28. Oktober 1945
§ 1 Eine Handlung, die in der Zeit vom 30. September 1938 bis zum 28. Oktober 1945 vorgenommen wurde und deren Zweck es war, einen Beitrag zum Kampf um die Wiedergewinnung der Freiheit der Tschechen und Slowaken zu leisten, oder die eine gerechte Vergeltung für Taten der Okkupanten oder ihrer Helfershelfer zum Ziele hatte, ist auch dann nicht widerrechtlich, wenn sie sonst nach den geltenden Vorschriften strafbar gewesen wäre.
§ 2.1 Ist jemand für eine solche Straftat bereits verurteilt worden, so ist nach den Vorschriften über die Wiederaufnahme des Strafverfahrens vorzugehen.
§ 2.2 Zuständig ist das Gericht, vor dem das Verfahren erster Instanz stattgefunden hat oder, falls ein solches Verfahren nicht stattgefunden hat, das Gericht, das jetzt in erster Instanz zuständig sein würde, wenn die Rechtswidrigkeit der Tat nicht nach § 1 ausgeschlossen wäre.
§ 2.3 Trifft mit einer in § 1 genannten Tat eine Straftat zusammen, für die der Angeklagte durch dasselbe Urteil verurteilt wurde, so fällt das Gericht für diese andere Tat durch Urteil eine neue Strafe unter Berücksichtigung des bereits erfolgten Schuldspruches.
§ 3 Dieses Gesetz tritt mit dem Tage der Kundmachung in Kraft; es wird vom Justizminister und vom Minister für nationale Verteidigung durchgeführt.

Einige der Dekrete hatten befristete Wirkung, das Ausbürgerungs- und die beiden Enteignungsdekrete gelten unbefristet!

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Quelle: Metapedia

Das Massaker von Aussig

Das Massaker von Aussig war ein gegen die deutsche Zivilbevölkerung gerichteter Pogrom in Aussig im Sudetenland am 31. Juli 1945.

Gedenktafel am Altvaterturm für die Opfer des Massakers

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Hintergrund

Der 31. Juli 1945 war der vorletzte Tag der Potsdamer Konferenz der alliierten Siegermächte. Die Massenmorde in Aussig, Brünn, Postelberg, Landskron, Wekelsdorfund anderen Orten waren keineswegs einfach „Übergriffe“. Sie gehörten vielmehr zum politischen Plan: Da zwar nicht Stalin, wohl aber die Westmächte inzwischen an ihren eigenen Zusagen, die Vertreibung zuzulassen, zweifelten, wollte die erste tschechische Nachkriegsregierung vorab vollendete Tatsachen schaffen. Der damalige Präsident Benes hatte die ernsthafte Sorge, dass die Amerikaner seinen Vertreibungsplänen nicht mehr zustimmen würden. Durch gezielte Maßnahmen versuchte die tschechoslowakische Regierung die Siegermächte des Zweiten Weltkriegs zu überzeugen, dass ein Zusammenleben zwischen Tschechen und Deutschen unmöglich und eine Vertreibung unumgänglich sei. Das Massaker sollte als „Akt des Volkes“ dargestellt werden, war in Wirklichkeit aber zuvor genauestens geplant.

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Anlass

Am 31. Juli 1945 ereignete sich in Aussig an der Elbe eine Explosion im Munitionslager im nordöstlichen Stadtteil Schönpriesen, in deren Folge eine Gruppe fanatisierter Tschechen deutsche Mitbewohner von der Aussiger Brücke in die Elbe stürzte. Dieses Massaker wurde höchstwahrscheinlich von einem Tschechen organisiert, dem ehemaligen Stabskapitän Bedrich Pokorny aus Prag. Zu diesem Schluss kam der Aussiger Stadtarchivar Vladimir Kaiser nach einer tiefgreifenden Analyse der Antwort Pokornys auf einer Pressekonferenz, die am 1. August 1945 von der damaligen Zeitung Predvoj abgedruckt worden war.

Diese Explosion wurde zum Vorwand für die Ermordung der Deutschen von Aussig. Unmittelbar danach wurde ein Massenmord an Sudetendeutschen begangen.

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Hergang und Opferzahl

Aus den gesicherten Belegen, die Aussiger Historiker bisher zusammentragen konnten, geht hervor, dass bei dem Massaker in Aussig mindestens 43, im höchsten Fall jedoch 80 bis 90 Menschen ums Leben kamen. Die tatsächliche Zahl liegt mit Sicherheit viel höher. Die höchsten Schätzungen geben 2.000 Todesopfer an.

Sogenannte „Revolutionsgarden“ trieben die mit einer weißen Armbinde gekennzeichneten und somit leicht zu erkennenden Deutschen zusammen und schlugen mit Zaunlatten und Brechstangen wahllos auf sie ein. Viele wurden schließlich von der Neuen Brücke in die Elbe gestoßen. Vom Kleinkind im Kinderwagen bis zum Greis wurden Deutsche gnadenlos in die Elbe geworfen, und wer sich schwimmend zu retten versuchte, wurde rücksichtslos mit Maschinengewehren erschossen. Bis weit nach Sachsen wurden Tote aus der Elbe geborgen. Allein in der Stadt Pirna bei Dresden begrub man 80 Leichen. Die genaue Opferzahl ist unbekannt.

Über das Massaker in Aussig am 31. Juli 1945 berichtete die Augenzeugin Therese Mager:

„Ich lief zur Elbebrücke und sah hier, wie Hunderte deutsche Arbeiter, die aus den Schichtwerken kamen, in die Elbe geworfen wurden. Auch Frauen und Kinder sowie Kinderwagen stießen die Tschechen in den Strom. Es waren meistens schwarz uniformierte Tschechen mit roten Armbinden. Sie warfen Frauen und Kinder, die sich nicht wehren konnten, von der 20 Meter hohen Brücke in die Fluten. Die Massenverfolgung der Deutschen dauerte bis in den späten Abend. Wir hörten aus allen Ecken und Straßen Schreie und Weinen. Weder eine Behörde noch die russische Besatzungsmacht schritten gegen diesen Massenmord ein. Zahlreiche Deutsche, die sich aus der Elbe schwimmend gerettet hatten, wurden durch Maschinengewehre beschossen. In Aussig schätzte man die Gesamtzahl der auf solche Weise ums Leben Gekommenen auf 800 bis tausend.“

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Verantwortlichkeit

Seit sich Ende 1989 die Archive öffneten, befasst man sich im – ohnehin von den Tschechen annektierten – Aussig mit jenem Massaker an der deutschen Bevölkerung. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts meinen tschechische Forscher, dass die an den Ausschreitungen beteiligten Tschechen nicht aus der Stadt selbst stammten, sondern von anders her mit einem bestimmten Auftrag hierher gebracht wurden [Juden]. Dazu der Historiker Martin Vesely aus Aussig:

„Meiner Meinung nach war das keine spontane Aktion, das Massaker, das nach der Explosion in der Munitionsfabrik stattfand. Die letzten historischen Forschungen kamen auch zu dem Ergebnis, daß das kein Zufall war, sondern eine gezielte Aktion.

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Gegenwart

Die Brücke trägt zu Nachkriegszeiten den Namen Edvard Benes, der verantwortlich ist für die völkerrechtswidrigen sogenannten Benes-Dekrete aus dem Jahre 1945.

An der Außenfassade des Altvaterturms auf dem Wetzstein bei Lehesten im südlichen Thüringer Wald wurde am 28. August 2005 eine Bronze-Relieftafel zum Gedenken an die Opfer angebracht.

Die Neue Brücke vom Schreckensteiner Elbeufer gesehen

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Quelle: Metaapedia

Das Massaker von Aussig

Das Massaker von Aussig war ein gegen die deutsche Zivilbevölkerung gerichteter Pogrom in Aussig im Sudetenland am 31. Juli 1945.

Gedenktafel am Altvaterturm für die Opfer des Massakers

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Hintergrund

Der 31. Juli 1945 war der vorletzte Tag der Potsdamer Konferenz der alliierten Siegermächte. Die Massenmorde in Aussig, Brünn, Postelberg, Landskron, Wekelsdorfund anderen Orten waren keineswegs einfach „Übergriffe“. Sie gehörten vielmehr zum politischen Plan: Da zwar nicht Stalin, wohl aber die Westmächte inzwischen an ihren eigenen Zusagen, die Vertreibung zuzulassen, zweifelten, wollte die erste tschechische Nachkriegsregierung vorab vollendete Tatsachen schaffen. Der damalige Präsident Benes hatte die ernsthafte Sorge, dass die Amerikaner seinen Vertreibungsplänen nicht mehr zustimmen würden. Durch gezielte Maßnahmen versuchte die tschechoslowakische Regierung die Siegermächte des Zweiten Weltkriegs zu überzeugen, dass ein Zusammenleben zwischen Tschechen und Deutschen unmöglich und eine Vertreibung unumgänglich sei. Das Massaker sollte als „Akt des Volkes“ dargestellt werden, war in Wirklichkeit aber zuvor genauestens geplant.

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Anlass

Am 31. Juli 1945 ereignete sich in Aussig an der Elbe eine Explosion im Munitionslager im nordöstlichen Stadtteil Schönpriesen, in deren Folge eine Gruppe fanatisierter Tschechen deutsche Mitbewohner von der Aussiger Brücke in die Elbe stürzte. Dieses Massaker wurde höchstwahrscheinlich von einem Tschechen organisiert, dem ehemaligen Stabskapitän Bedrich Pokorny aus Prag. Zu diesem Schluss kam der Aussiger Stadtarchivar Vladimir Kaiser nach einer tiefgreifenden Analyse der Antwort Pokornys auf einer Pressekonferenz, die am 1. August 1945 von der damaligen Zeitung Predvoj abgedruckt worden war.

Diese Explosion wurde zum Vorwand für die Ermordung der Deutschen von Aussig. Unmittelbar danach wurde ein Massenmord an Sudetendeutschen begangen.

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Hergang und Opferzahl

Aus den gesicherten Belegen, die Aussiger Historiker bisher zusammentragen konnten, geht hervor, dass bei dem Massaker in Aussig mindestens 43, im höchsten Fall jedoch 80 bis 90 Menschen ums Leben kamen. Die tatsächliche Zahl liegt wahrscheinlich noch höher. Die höchsten Schätzungen geben 2.000 Todesopfer an.

Sogenannte „Revolutionsgarden“ trieben die mit einer weißen Armbinde gekennzeichneten und somit leicht zu erkennenden Deutschen zusammen und schlugen mit Zaunlatten und Brechstangen wahllos auf sie ein. Viele wurden schließlich von der Neuen Brücke in die Elbe gestoßen. Vom Kleinkind im Kinderwagen bis zum Greis wurden Deutsche gnadenlos in die Elbe geworfen, und wer sich schwimmend zu retten versuchte, wurde rücksichtslos mit Maschinengewehren erschossen. Bis weit nach Sachsen wurden Tote aus der Elbe geborgen. Allein in der Stadt Pirna bei Dresden begrub man 80 Leichen. Die genaue Opferzahl ist unbekannt.

Über das Massaker in Aussig am 31. Juli 1945 berichtete die Augenzeugin Therese Mager:

„Ich lief zur Elbebrücke und sah hier, wie Hunderte deutsche Arbeiter, die aus den Schichtwerken kamen, in die Elbe geworfen wurden. Auch Frauen und Kinder sowie Kinderwagen stießen die Tschechen in den Strom. Es waren meistens schwarz uniformierte Tschechen mit roten Armbinden. Sie warfen Frauen und Kinder, die sich nicht wehren konnten, von der 20 Meter hohen Brücke in die Fluten. Die Massenverfolgung der Deutschen dauerte bis in den späten Abend. Wir hörten aus allen Ecken und Straßen Schreie und Weinen. Weder eine Behörde noch die russische Besatzungsmacht schritten gegen diesen Massenmord ein. Zahlreiche Deutsche, die sich aus der Elbe schwimmend gerettet hatten, wurden durch Maschinengewehre beschossen. In Aussig schätzte man die Gesamtzahl der auf solche Weise ums Leben Gekommenen auf 800 bis tausend.“

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Verantwortlichkeit

Seit sich Ende 1989 die Archive öffneten, befasst man sich im – ohnehin von den Tschechen annektierten – Aussig mit jenem Massaker an der deutschen Bevölkerung. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts meinen tschechische Forscher, dass die an den Ausschreitungen beteiligten Tschechen nicht aus der Stadt selbst stammten, sondern von anders her mit einem bestimmten Auftrag hierher gebracht wurden. Dazu der Historiker Martin Vesely aus Aussig:

„Meiner Meinung nach war das keine spontane Aktion, das Massaker, das nach der Explosion in der Munitionsfabrik stattfand. Die letzten historischen Forschungen kamen auch zu dem Ergebnis, daß das kein Zufall war, sondern eine gezielte Aktion.“

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Gegenwart

Die Brücke trägt zu Nachkriegszeiten den Namen Edvard Benes, der verantwortlich ist für die völkerrechtswidrigen sogenannten Benes-Dekrete aus dem Jahre 1945.

An der Außenfassade des Altvaterturms auf dem Wetzstein bei Lehesten im südlichen Thüringer Wald wurde am 28. August 2005 eine Bronze-Relieftafel zum Gedenken an die Opfer angebracht.

Die Neue Brücke vom Schreckensteiner Elbeufer gesehen

. Quelle: Metaapedia

Blutgericht von Landskron: Gewalttaten sowjetischer Soldaten und tschechischer Partisanen in Landskron; die Vorgänge vom 17. – 21. Mai 1945 (2)

Bericht von Julius Friedel, Region: Sudetenland, Schönhengstgau, Landskron

Berichtszeitraum: 17.05.1945 – 21.05.1945

Die deutschen Männer der Stadt mussten in diesen Tagen Aufräumungsarbeiten machen und wurden in den Vormittagsstunden des 17. Mai ohne Angabe des Grundes heimgeschickt.

Gegen 11 Uhr desselben Tages kamen auf Lastwagen hunderte bewaffneter Tschechen, sogenannte „Partisanen“ angefahren. Sie nahmen am Stadtplatz zu einer Kundgebung Aufstellung und ein russischer Offizier hielt eine feurige Ansprache, die oft von tosendem Geschrei begleitet wurde. Wie auf Verabredung stoben dann die Tschechen nach allen Windrichtungen auseinander. Es dauerte auch nicht lange und man wusste Bescheid, warum es ging.

In kleineren und größeren Gruppen wurden alle deutschen Männer, auch Frauen und Kinder waren darunter, auf den Stadtplatz gehetzt, die Häuser der Stadt wurden regelrecht durchgekämmt, alle Männer wurden mitgenommen, alt und jung, Gebrechliche und selbst schwer Kranke. Die einzelnen der zusammengetriebenen deutschen Gruppen waren von wild johlenden, schwer bewaffneten Tschechen begleitet, die blindlings in alles hineinschossen und auf alles einschlugen, was ihnen unter die Hände kam. Andere Trupps von Tschechen waren inzwischen in die umliegenden Dörfer gefahren und trieben dort ebenfalls auf dieselbe Weise die Männer in die Stadt. In den frühen Nachmittagsstunden waren weit über 1000 deutsche Männer auf dem Stadtplatz zusammengetrieben worden. Sie wurden in Reihen formiert und mussten mit erhobenen Händen dastehen und der Dinge harren, die noch kommen sollten.

Es folgten nun die widerlichsten Szenen, die Menschen je zu ersinnen vermochten. Bald mussten die Männer flach auf dem Pflaster liegen, rasch wieder aufstehen, dann in Unordnung gebracht, sich wieder zur Reihe aufstellen. Die Tschechen gingen die Reihen auf und ab, traten mit Vorliebe den Männern in die Geschlechtsteile und Schienbeine, schlugen mit allen mitgeführten und erreichbaren Schlagmitteln auf sie ein, bespuckten sie und schossen vor allem wild herum.

So gab es bald viele Verletzte, die sich nicht mehr erheben konnten und qualvoll litten. Doch das war noch nicht genug. Vor dem Rathaus befindet sich ein großer Luftschutzwasserbehälter, in den schließlich die Opfer der bestialischen Tollwut nacheinander hineingeworfen wurden und mit Stöcken und Stangen am Auftauchen gehindert, unter Wasser gehalten wurden. Ja, schließlich wurde sogar hineingeschossen, und das Wasser färbte sich blutrot. Beim Herauskriechen wurde ihnen auf die Finger getreten, mancher aber bereits tot herausgefischt. Andere am Boden Liegende wurden durch die mittlerweile herbeigeholte Feuerspritze angestrahlt und weiter in einer Art misshandelt, die nicht zu beschreiben ist. – Während sich diese unmenschlichen Greueltaten abspielten, hatte sich auf dem Gehsteig vor dem Landratsamt das sogenannte „Volksgericht“ eingerichtet. Hinter den bereitgestellten Tischen nahmen die Tschechen Platz, unter ihnen:

 
      Hrabacek, Sägewerksbesitzer aus Weipertsdorf, 
      Pfitzner Wilhelm, Angestellter der Krankenkasse, Landskron,      Matschat Franz, Weber bei der Fa. Thoma, Landskron,                Magdalenenstr., 
      Wanitschek Bernard, Schuhmacher, Landskron, Karlgasse, 
      Matschat Stefan, Weber bei der Fa. Thoma, Landskron, 
      Bednar Friedrich, Tischler, Tabakfabrik, Landskron, 
      Polak, Gendarmerieoffizier, und eine Frau, vermutlich 
      Frau Lossner aus Landskron. 

Um den Tisch herum stand eine große Anzahl von Tschechen, die als Ankläger galten und sich die einzelnen, bevorzugten Deutschen aus den Reihen holten. In mehreren Reihen hintereinander, mit erhobenen Händen, mussten die deutschen Männer vor dem Richtertisch erscheinen. Der jeweils Erste einer Reihe musste ein mit Auswurf bedecktes Hitlerbild tragen, das der Nebenmann auf Kommando abzulecken hatte. Die letzten 20-30 Schritte zum Richtertisch mussten auf dem Boden kriechend zurückgelegt werden. Hier wurde jedem sein Urteil verkündet, das ihm mit Kreide auf den Rücken geschrieben wurde. Ungefähr 50-60 m gegenüber bis zu einer Toreinfahrt gab es ein Spießrutenlaufen im wahrsten Sinne des Wortes. Viele blieben schon auf dem Wege liegen, bevor dort die eigentliche Strafe vollzogen wurde. Was sich dabei an Brutalität ereignete, ist unmöglich niederzuschreiben.

Eines der ersten Opfer war Karl Piffl, Tischlermeister. Nachdem er aus der Reihe geholt, durch das Wasser getrieben und von dort halbtot herausgezogen war, wurde er darin buchstäblich zu Tode geprügelt und zu Brei zertreten.

Der Nächste war der Werkmeister der Fa. Pam, Landskron, Reichstädter, der bis zur Unkenntlichkeit zerschlagen, noch an die Mauer des Rathauses gestellt wurde und durch Maschinenpistolensalven sein Ende fand. Im Laufschritt kam aus der Gasse, die zum Gefängnis führte, voll johlenden Tschechen getrieben, blutüberströmt Ing. Josef Neugebauer, Landskron, der ebenfalls am Rathause mit erhobenen Händen und zur Mauer gewandtem Gesicht lautlos durch die Kugeln der Maschinenpistolen fiel. Auf ähnliche Weise beendete auch Ing. Otto Dietrich, Landskron, sein Leben. Der Bauer Viktor Benesch, Landskron, endete an derselben Stelle mit abgeschossener Schädeldecke.

Die Schmerzensschreie der blutenden Menschen übertönte bald alles Geschehen, viele saßen und lagen teilnahmslos um die Toten. Gegen 7 Uhr abends wurde der größte Teil der Zusammengetriebenen in Gewahrsam genommen, nur wenige wurden heimgeschickt.

Am 18. Mai wiederum am Stadtplatz zusammengetrieben, wurden an den Opfern die entsetzlichsten Folterungen und brutalsten Misshandlungen fortgesetzt. Der Installateurmeister Josef Jurenka aus Landskron, Angerstraße, wurde zum Tode durch Erhängen verurteilt. An einer Gaslaterne wurde das Urteil vollstreckt, nachdem er sich selbst die Schlinge um den Hals legen musste.

Auf ähnliche Weise endete der am Landratsamt angestellte Robert Schwab aus Ober-Johnsdorf. Diese beiden Erhängten mussten von den Deutschen ständig in schwingender Bewegung gehalten werden.

Ing. Köhler, der aus Deutschland stammte und nur in Landskron wohnhaft war, wurde, nur mit einer Lederhose bekleidet, die auf die Tschechen wie ein rotes Tuch wirkte, unter größtem Gejohle mit Spazierstöcken aufgespießt.

Es spielten sich an diesem Tage noch furchtbarere Szenen ab, als am Vortage. Einige Deutsche wurden gezwungen, sich auszuziehen, Ringkämpfe vorzuführen, sich gegenseitig zu verprügeln usw.

Furchtbare Schreie gellten den ganzen Tag über den sonst ruhigen Stadtplatz. Gegen 17 Uhr nahmen dann diese Greuel ein unvorhergesehenes Ende und dies durch die aufopfernde Tat der Kaufmannswitwe Frau Auguste Heider. Ihr Geschäftshaus stand unmittelbar hinter dem Stand des „Volksgerichtes“ und hat sie von ihrem Dachboden aus wohl die sich in nächster Nähe abspielenden Greueltaten wahrnehmen können und ihnen dadurch Einhalt gebieten wollen, dass sie ihr Haus in Brand setzte und selbst den Freitod durch Erhängen suchte. Der aufkommende Brand verursachte eine jähe Panik und machte dem bestialischen Treiben der Tschechen ein vorzeitiges Ende.

Vor dem Rathause, an der Stelle, wo vorher das „Volksgericht“ mordete, lagen in großen Blutlachen und Rinnsalen von Blut folgende Deutsche, teils erschossen, teils erschlagen und bis zur Unkenntlichkeit zertreten und verstümmelt:

 
      1. Benesch Viktor, Landwirt und stellvertretender                   Ortsbauernführer,  
         Führer der Kriegerkameradschaft aus dem Weltkriege, 
      2. Neugebauer Josef, Ingenieur und Baumeister, 
      3. Dieterich Otto, Ingenieur und Baumeister, 
      4. Köhler, Ingenieur und Betriebsleiter, 
      5. Janisch Leo, Leiter des Arbeitsamtes, 
      6. Langer Karl, Beamter des Arbeitsamtes, 
      7. Langer Josef, Beamter des Arbeitsamtes, 
      8. Kowarsch Karl, Fleischhauermeister, erschossen von               seinem Gehilfen, 
      9. Benesch Theodor, Forstdirektor i. R., 
      10. Gerth Rudolf, Feldwebel, 
      11. Lug Hubert, Landwirt aus Lukau, 
      12. Klement Johann, Elektrotechniker, 
      13. Schwab Reinhold, Zementwarenerzeuger, 
      14. Schmidt Karl, Spenglermeister, 
      15. Jurenka Josef, Schlossermeister, 
      16. Schwab Robert, Beamter des Landrates, 
      17. Antl Richard, Bauer aus Rudelsdorf, 
      18. Marek, Eisenbahner, 
      19. Koblischke Josef, Oberlehrer i. R., 
      20. Piffl Karl, Tischlermeister, 
      21. Hafler Leopold, Arbeiter, 
      22. Reichstätter Julius, Beamter, 
      23. Linhart Josef, Bauer aus Lukau, 
      24. Zandler, Bauer aus Rudelsdorf. 

Diese Menschen, die hier einer bestialischen Horde zum Opfer fielen, blieben bis zum 19. Mai liegen. In den späten Nachmittagsstunden musste der Landwirt Eduard Neugebauer, Landskron, Angerstraße, auf den Friedhof führen. Der totenbeschauende Arzt, ein Deutscher, welcher für die Deutschen aus Landskron ob seines anrüchigen Verhaltens ausgelöscht ist, sagte, dass er von den zu Tode gequälten Menschen nicht mehr eindeutig feststellen konnte, wer sie waren. In einem Massengrab wurden diese Toten buchstäblich verscharrt.

Es ist kein Wunder dass, ob diesem grausamen Geschehen viele Deutsche ihrem Leben durch Freitod ein Ende setzten.

Mit Zuverlässigkeit sind es folgende:

 
      Heider Auguste, Kaufmannswitwe, Landskron, Stadtplatz, 
      Maresch Eduard, Schnittwarenhändler u. Frau, Landskron,           Magdalenenstr., 
      Richter Hubert, Schuhmacher und Frau, Landskron,                  Magdalenenstraße, 
      Riedel Wenzel, Gendarmeriewachtmeister i. R., Landskron,          Magdalenenstr., 
      Waschitschek Hans, Wanderlehrer i. R. und Frau, Landskron,        Badgasse, 
      Killer, Landwirt, Landskron, Angerstraße, 
      Janisch Karl, Gärtner, Landskron, Friedhofstraße, 
      Jandejsek Josef, Steuerobersekret. i. R. u. Frau, Landskron,      H. Knirschstr., 
      Portele Otto, Schuhmacher, Landskron, Stadtplatz, 
      Kusebauch Wenzel, Major i. R. und Frau, Landskron,                Angerstraße, 
      Knapek Gerlinde, geb. Ringl, Landskron, Stadtplatz, 
      Piffl Anna, geb. Schreiber, Arztenswitwe u.  
      Tochter Ingunde Ilgner mit ihrem Kinde, Landskron,                Knirschstraße, 
      Dr. Pelzl Franz und Frau Mathilde, geb. Nagl, Landskron,          Johannesgasse, 
      Rotter Richard mit einem Kind, Landskron, 
      Langer Karl, Gemeindeangestellter i. R., Landskron,               Schulplatz, 
      Schromm Viktor, Straßenmeister, Landskron. 

In den meisten Dörfern verliefen diese Tage auf ähnliche Weise. Den Freitod suchten außerdem in:

Hilbetten: über 60 Personen, darunter der Arzt des Ortes Dr. Schwarz, in dessen Wohnung viele Deutsche den Tod suchten.
Türpes: die Frau des Bürgermeisters Schmidt erschoss ihre Kinder und sich selbst.
Ziegenfuß: erschoß der Erbrichter Franz Hübl seine achtköpfige Familie, nur seinen 80jährigen Vater ließ er am Leben.
Rudelsdorf: schied ebenfalls eine größere Anzahl freiwillig aus dem Leben.
Triebitz: wurde der Bauer Julius Klaschka erschossen.
Sichelsdorf: wurde der Bauer Franz Kaupe erschossen.
Tschenkowitz: gab es ebenfalls mehrere Tote durch Erschießen. Abtsdorf: ging der Freisassenhofbesitzer Heinz Peschka mit Frau und seinem Sohn in den Freitod, ebenso der Bürgermeister Max Wilder mit Frau und drei Kindern.

Der ehemalige Bürgermeister der Stadt Landskron, Dr. Franz Nagl, später Leitmeritz, wurde in Königgrätz erschossen.

Besondere Brutalität legte der tschechische Schuhmacher Janecek aus Hermanitz an den Tag. Mit Stolz erzählte er später im Gefängnis, dass er nicht weniger als 18 deutsche Soldaten, die waffenlos durch die Wälder zogen, aus dem Hinterhalt erschossen hat.

In diesen Tagen wurden noch arbeitsfähige Deutsche in größere Gruppen zusammengefasst und den Russen übergeben, von denen sie nach dem Osten verschleppt wurden. Viele von ihnen haben nach monate- und jahrelangem opfervollen Leben die Heimkehr nicht mehr erlebt.

Weitere Namen von Tschechen, die damals in der Gemeindeverwaltung tätig waren, sich an den Ausschreitungen gegen die Deutschen beteiligten, durch Raub und gemeinsten Diebstahl bekannt und die auf alle Fälle für all das Geschehen mitverantwortlich waren, sind:

Die beiden Bürgermeister Losser und Hejl, die Stadtverordneten Zidlik, Ing. Vagner, Dr. Rehák, Wanitschek, Kudlacek, Pfitzner, der Vorsitzende Dr. Skala, sowie Vodicka. Ganz besonders hervorzuheben ist der Sägewerkbesitzer Hrabacek und der Gendarmerieoffizier Polak. Hrabacek endete nach der Flucht aus dem Reiche Gottwalds über Deutschland in Frankreich als Landarbeiter, und auch Polak nahm ein bitteres Ende.

Ich versichere an Eides statt, dass die obigen Aussagen der Wahrheit entsprechen. Julius Friedel

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Blutgericht von Landskron: Gewalttaten sowjetischer Soldaten und tschechischer Partisanen in Landskron; die Vorgänge vom 17. – 21. Mai 1945 (1)

Gewalttaten sowjetischer Soldaten und tschechischer Partisanen in Landskron; die Vorgänge vom 17./18. Mai 1945: Razzia eines Partisanenkommandos auf die männliche Bevölkerung, Misshandlung und Ermordung deutscher Männer durch ein improvisiertes Revolutionsgericht.

Bericht des Notars Dr. Leopold Pfitzner aus Oderberg.

Abdruck aus: „Landskroner Heimatbrief”, 9. Jahrgang, Folge l u. 2 (Juni/Juli 1955).

Als der russische Angriff im März 1945 bis in den Raum Teschen—Oderberg vorgetrieben worden war, setzten sich die Behörden nach Evakuierung der Zivilbevölkerung von Oderberg, wo ich seit 1922 als Rechtsanwalt und seit 1939 auch als Notar tätig war, nach Westen ab. Die Bahnverbindungen waren unterbrochen, meinen PKW hatte der Kampfkommandant im März 1945 beschlagnahmt. Ich bestieg mein Fahrrad und fuhr am 4. April 1945 über Neutitschein, Olmütz in meine Heimatstadt Landskron, wohin sich meine Familie schon am 19.1.1945 geflüchtet hatte.

Bis zum Kriegsende fluteten durch Landskron Wehrmachtsteile, Belegschaften von Behörden und größeren Unternehmungen und die Elendszüge der Heimatvertriebenen. Am 8. Mai 1945 konnten wir von den Höhen des Landskroner Talkessels noch den Kampflärm vernehmen. Desorganisierte deutsche Truppen zogen sich fluchtartig zurück. In ihrem Gefolge sah man auf hochbeladenen LKW Zivilisten, Kraftfahrzeuge wurden mangels Betriebsstoff allenthalben in Brand gesteckt. In diese Szenerie des Feuers, der Verzweiflung und der Auflösung jeglicher Ordnung drangen die beutegierigen russischen Horden mit tschechischen Partisanen und feierten von da an durch Wochen hindurch Orgien von Hass, Grausamkeiten, Gewalttätigkeiten, plünderten und mordeten mit satanischer Gier. Türen und Fenster der Häuser wurden erbrochen, das Vieh aus den Ställen getrieben, viele Einwohner eingekerkert oder verschleppt, Frauen und Mädchen ohne Wahl und ohne Rücksicht auf das Alter vergewaltigt.

Die männliche Bevölkerung von Landskron wurde zu Aufräumungsarbeiten kommandiert. Ich wurde einem Arbeitskommando zugeteilt, das in der Ringofenziegelei Wehrmachtsausrüstungen zu ordnen und zu verladen hatte. Am 17. Mai 1945, gegen 11.30 Uhr ging ich mit einigen Landsleuten von der Arbeit nach Hause und hörte an einer Wegkreuzung, wie ein bewaffneter tschechischer Partisane einem tschechischen Zivilisten in tschechischer Sprache sagte,

„dass heute das große Gericht beginnen würde”.

Knapp vor meiner Wohnung wurde ich von wild herumschießenden Partisanen abgefangen und mit ungefähr 50 bis 60 Deutschen, die inzwischen zusammengetrieben worden waren, im Laufschritt auf den Marktplatz gepeitscht, wobei die tschechische Begleitmannschaft unablässig auf das Straßenpflaster schoss. Dadurch erlitten mehrere deutsche Männer Gellerverletzungen. Ich selbst wurde durch ein abprellendes Geschoss an der rechten äußeren Fußkante erheblich verletzt. Auf dem Marktplatz meiner Heimatstadt Landskron waren inzwischen etliche Hundert deutsche Männer zusammengetrieben worden, die in Reihen formiert wurden. Bis 7 Uhr abends am 17. Mai und den ganzen 18. Mai 1945 haben bewaffnete Tschechen und Russen an uns ein furchtbares Blutgericht gehalten. In meinem Heimatstädtchen mit seinen zirka 6.500 Einwohnern wurden an den beiden Tagen gegen 40 Männer hingemordet; an die 100 Landsleute gaben sich den Freitod.

Wir mussten am 17.5.1945 über sechs Stunden ununterbrochen beide Arme hochhalten. Jede Reihe war von patrouillierenden Partisanen flankiert. Wer die Hände auch nur sekundenweise sinken ließ, wurde mit dem Gummiknüppel über den Kopf oder die Arme geschlagen. Ununterbrochen schossen die Partisanen knapp über unsere Köpfe hinweg. An den Fenstern, die geschlossen bleiben mussten, durfte sich niemand zeigen. Geschah dies trotzdem, schossen die Partisanen in die Wohnungen.

Plötzlich brüllte ein Partisane durch Lautsprecher:

„Alles zusammen und nieder!”

Die Hunderte von Männern drängten sich wie ein Bienenklumpen zusammen und versuchten vergeblich, sich auf die Erde zu legen. Es entstand ein wildes Durcheinander, über welches hinweggeschossen wurde. Ob und wer dabei verletzt wurde, konnte ich in der begreiflichen Aufregung nicht feststellen. Mit größter Schnelligkeit musste sodann die Reihenordnung wieder hergestellt werden. Dies wiederholte sich einige Male.

Ein vom Schreien heiser gewordener Partisane veranstaltete mit uns Sprechchöre, indem er uns zu

„Heil Hitler!”

kommandierte, anschließend sogleich auf Tschechisch:

„Es lebe Präsident Benesch, es lebe Generalissimus Stalin!”

Zivilisten gingen die Reihen ab und suchten sich entweder besondere Opfer aus, die sogleich vor den unter freiem Himmel aufgestellten „Richtertisch” geschleppt wurden, um sofort gehängt oder erschossen zu werden, oder aber sie zogen ihnen bekannte Sozialdemokraten und Kommunisten heraus, die sich abseits vor dem Rathaus hinsetzen und die Massaker den ganzen Tag mit ansehen mussten.

Jeder angehaltene Deutsche musste vor den „Richtertisch”, bis die Reihe an ihn kam, die letzten Schritte auf den Knien rutschen. Jeweils der erste rechte Mann in der Reihe trug mit erhobenen Händen ein Hitlerbild, das die Partisanen mit aufgezogenem Schleim bespuckten. Der Nebenmann musste diesen Answurf jedesmal ablecken und hinunterschlucken.

An dem „Partisanenrichtertisch” saßen der Vorsitzende, namens Hrabáček, vier weitere Zivilisten, ein Gendarm, ferner stand dabei ein Partisanenweib, welches einige Deutsche, darunter auch mich, mit einem Gummistempel im Gesicht viermal abstempelte, bis ein Tscheche aus dem ersten Stockwerk des Landratsamtes ihr dies verbot. Andere Tschechen in Zivil, die die Misshandlungen an den Verurteilten zu vollstrecken hatten, standen um das Partisanengericht herum.

Dieses Blutgericht „verurteilte” die herangeschleppten Deutschen entweder zu Prügelstrafen zwischen 10 bis 100 Schlägen oder zum Tod durch Erschießen oder Erhängen. Die zu Prügeln Verurteilten wurden an jenen zwei Tagen in die Toreinfahrt des Gemeindehauses geschleppt, dort auf ein vorbereitetes neues breites Brett geworfen und, ohne dass einer der Henker zählte, mit Gummiknüppeln, Ochsenziemern, Gewehrkolben und Stöcken über den ganzen Körper, auch über den Kopf und Hals, geschlagen und mit Füßen getreten. Vor mir erhielt Brauereidirektor Lm. Gustav Zimmermann zehn Schläge zudiktiert. Die gellenden Schmerzensschreie der Geprügelten waren den ganzen Tag über in grauenerregender Stärke zu hören. Damit vermengten sich ununterbrochen die Gewehr- und Maschinenpistolensalven.

Ein Kandelaber vor dem Gasthaus Schmeiser diente als Galgen. Ich sah, wie der Installateur Josef Jurenka gehängt wurde. Er eilte selbst auf den Galgen zu, legte sich die Schlinge um den Hals, ein Partisane stieß den Hocker weg. Der Gehängte blieb, solange ich auf dem Ringplatz war, am Galgen, nachdem vor ihm ein anderer Deutscher gehängt worden war. Ferner sah ich, wie der Leiter des Amtsgerichts, Lm. Dr. Josef Meixner, schon unter dem Galgen angetreten war, nach kurzer Umfrage durch Lautsprecher aber wieder in meine Reihe zurückgetrieben wurde. Meixner hatte viele blutende Wunden auf dem Kopf und war sehr benommen. Er wurde nach Sibirien abtransportiert und kehrte von dort krank zurück.

Links vor dem Aufgang zum Rathaus (Amtsgericht) befand sich ein Luftschutzwasserbassin, in das mehrere Deutsche hineingeworfen wurden, worauf die Partisanen auf sie schossen. Die am Leben Gebliebenen wurden herausgezogen, über das Geländer geworfen, aus Feuerwehrschläuchen angestrahlt, so dass sie umfielen, sodann wurden die meisten von ihnen an die Mauer gestellt und von Partisanen durch Feuerstöße aus Maschinenpistolen niedergestreckt. Die Ermordeten lagen dort auf einem Haufen, wurden gegen Abend auf einen Plateauwagen des Fuhrwerkers Stransky geworfen, auf den Friedhof geführt und, wie ich später erfuhr, in einem Massengrab begraben.

Fast nach jedem Mord trat ein Partisane an den Toten heran und gab ihm aus der Pistole einen Fangschuss mit der zynischen tschechischen Bemerkung:

„Ted má dost!” (jetzt hat er genug!).

Der Ziegeleibesitzer Lm. Ing. Josef Neugebauer wurde von drei Partisanen aus Richtung Kaufmann Heider anscheinend aus dem Gefängnis im Laufschritt über den Marktplatz gejagt, wobei ihn drei mitlaufende bewaffnete Tschechen unablässig mit Gummiknüppeln über den Kopf und den Rücken schlugen. Bei der Rathausmauer angelangt, stellte er sich auf Kommando mit erhobenen Armen mit dem Gesicht zur Mauer, Maschinenpistolen traten in Tätigkeit, Neugebauer fiel lautlos auf den Haufen der dort liegenden Gemordeten, ein Partisane gab auch ihm den Fangschuss. Auf ähnliche Weise, aber ohne Spießrutenlaufen, sah ich Lm. lug. Otto Dieterich an der Richtstätte enden.

Angesichts der Wasserkastenbestialitäten, der dichtanliegenden Toten, unter dem Schmerzensgebrüll der Gegeißelten, unter fortwährendem Schießen und den anderen schon beschriebenen Scheußlichkeiten suchten die Tschechen zwei starke deutsche Männer aus, befahlen ihnen, den Oberkörper zu entblößen und einen Boxkampf aufzuführen. Offenbar in der — allerdings irrigen — Hoffnung, sich das Leben zu erkämpfen, schlugen die Kämpfenden mit bloßen Fäusten aufeinander los, bis sich der eine von ihnen im Staube wälzte. Was weiter mit ihnen geschehen ist, konnte ich nicht beobachten. Den Bauer Richter aus Lußdorf habe ich in der darauffolgenden Nacht in meiner Zelle getroffen, er war durch die erlittenen Misshandlungen völlig apathisch und wurde am nächsten Tag abtransportiert.

Mir wurden am 17.5.1945 gegen 18 Uhr dreißig Schläge vom Blutgericht zudiktiert. Bei dieser unmenschlichen Misshandlung wurde ich zweimal ohnmächtig. Nach der Exekution wurde ich zu dem Eckhaus des Kaufmanns Heider geschleppt und dort sitzend an die Mauer gelehnt.

Gegen 19 Uhr wurden wir ungefähr 40 Männer in das Gerichtsgefängnis abgeführt, nachdem schon tagsüber einige Trupps dorthin eingeliefert worden waren. Vor dem Gefängnis brach ich wieder zusammen und wurde von meinen Leidensgenossen in die Zelle geschleppt. Die Schießereien hörten wir noch bis spät in die Nacht. An Schlaf war nicht zu denken, denn in einer bloß für drei Häftlinge bestimmten Zelle wurden 19 Männer zusammengepfercht, die alle schwer angeschlagen waren. Ich spürte, wie mich eine Lähmung beider Arme anschlich, am nächsten Tag hing mein rechter Arm schlaff herunter. Dieser Zustand dauerte einige Wochen. Bis heute sind eine teilweise Lähmung des rechten Ellbogennerven und die Folgen eines Bruches des rechten Kiefergelenks zurückgeblieben, die laut ärztlichem Befund nicht mehr zu heilen sind. Außerdem erlitt ich einen Bruch des linken Ellbogenknochens, Verletzung der Nieren, Blutunterlaufungen am ganzen Körper und eine Gehirnerschütterung.

Am 18. Mai 1945 wurden wir aus dem Gefängnis abermals auf den Marktplatz getrieben, wo die Tschechen ähnliche Greueltaten wie am Vortage verübten. Geschlagen wurde ich aber nicht mehr, auch die Arme mussten wir nicht mehr hochhalten, doch wurden wir wieder vor das Partisanengericht befohlen, nochmals untersucht und in das Gefängnis zurückgeführt. Der Massenmörder Hrabáček unterbrach, als ich vor dem Blutgericht stand, die „Sitzung” mit der Bemerkung, er müsse feststellen, ob „mich die Russen suchen”. Er ging in das Landratsamt, kam mit einem größeren Notizbuch zurück und sagte, er könne mich nicht in den Listen finden. 13 Tage wurde ich im Gerichtsgefängnis zurückgehalten. Die Verpflegung bestand in schwarzem Kaffee morgens, einer Gemüsewassersuppe mittags und abends wieder schwarzem Kaffee. Einmal täglich wurden 200 Gramm Brot ausgegeben. Ununterbrochen, tags und nachts, kamen kleinere Kommissionen der Russen, Partisanen und Zivilisten, auch Polen, in die Zellen, urn nach Deutschen zu fahnden, die anscheinend auf besonderer Liste standen. Einige Zellengenossen wurden sofort abgeführt. Welches Los ihnen beschieden war, haben wir nicht erfahren. In meiner Zelle waren u. a. Otto Sponner, Dr. Josef Meixner, Josef Janda aus Michelsdorf, aber auch ein Spitzel, dessen Name ich nicht kenne.

In der Zelle nebenan lag die Frau eines deutschen Gendarmen, die schwer misshandelt worden war, mit ihrem kleinen Sohn. Sie wurde in das Krankenhaus nach Wildenschwert übergeführt.

In anderen Zellen waren Dr. Haus Rieß, der Gastwirt Franz Mottl und der Schneidermeister Hans Blesel.

Auf dem Flur vor den Zellen mussten verschiedene Deutsche, ein Gendarm, ein in Landskron wohnhafter Holländer, der Spediteur Karl Nagl und andere, mir nicht namentlich Bekannte, tagelang mit zur Wand gekehrtem Gesicht, an Händen und Füßen mit starken Seilen oder schweren Eisenketten gefesselt, stehen und wurden dann, mir unbekannt wohin, fortgebracht.

Nach meiner Entlassung aus dem Gefängnis lag ich einige Wochen teilweise gelähmt und an inneren Verletzungen krank in meiner Wohnung.

Mitte Juni wurde anlässlich der Registrierung der männlichen Bevölkerung von Landskron wiederum ein großer Teil der Männer in verschiedenen Gebäuden eingesperrt; ich selbst, obwohl kaum gehfähig, wurde mit etlichen 20 auf dem Dachboden der sogenannten “Beseda” eingesperrt. In der Nacht wurden einige der Inhaftierten zur Leibesexekution in einen Nebenraum gebracht, aus dem dann Schmerzensschreie zu hören waren. Mit schweren Misshandlungen kamen sie in jener Nacht zu uns stumpfsinnig Wartenden zurück: der Gefangenenaufseher Wondra, der bis vor wenigen Tagen noch Dienst gemacht hatte, und ein gewisser Groß aus Troppau. Beide stöhnten vor Schmerzen die ganze Nacht. Am nächsten Morgen wurde ich wieder entlassen. Auch in dieser Nacht wurden wir von Fahndungstrupps besucht.

In der Nähe des Badhauses hatte ein betrunkener russischer Soldat einen anderen russischen Soldaten erschossen. Eine russische Patrouille erschoss daraufhin den ersten ihr aus jenem Hause entgegenkommenden deutschen Mann, der gar nicht zu Wort gekommen war. In jenen Tagen des 17. und 18. Mai 1945 wurden auf der Straße Rudolf Gerth und Forstdirektor Theodor Benesch von Partisanen umgebracht. Deutsche Frauen wurden wiederholt von Russen vergewaltigt. Die minderjährige Tochter eines Bekannten wurde von den Russen vergewaltigt, der Vater wurde gefesselt und musste diesem Verbrechen zusehen.

Ein Mädchen sprang aus dem Fenster des ersten Stockes, um der Vergewaltigung zu entgehen, und brach sich das Bein. Durch Wochen, bis zu meiner Vertreibung, schlief die Bevölkerung kaum, da sie sich vor den die ganze Nacht plündernden Russen und Partisanen rechtzeitig sichern wollte, um besonders die Frauen zu verbergen.

In der Zeit vom Kriegsende bis zu meiner Vertreibung am 5. Juli 1945 erhielten wir die deutschen Hungerkarten. Ich musste mich täglich bei der Polizei melden, alle Deutschen mussten die weiße Armbinde bei sonst schwerer Strafe tragen. Die deutsche Bevölkerung der umliegenden Dorfgemeinden wurde in das inzwischen von den Polen besetzte benachbarte Preußisch-Schlesien ausgetrieben, von wo einige zurückkehrten.

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Foto-Aufnahmen

Die einzigen fotografischen Dokumente zum Blutgericht stammen von einem tschechischen Fotografen, der die ‚ruhmreichen Geschehnisse‘ bildlich festhalten sollte. Von diesen Aufnahmen kamen auch nur sehr wenige mit den Jahren an die Öffentlichkeit, ein Großteil ruht – wenn sie nicht schon vorsorglich vernichtet wurden – in Archiven der Tschechischen Republik.

Blutgericht von Landskron: Maschinengewehr am Fenster des Landratsamts auf den Stadtplatz gerichtet, Aufnahme: 17.05.1945

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Blutgericht von Landskron: Zusammengetriebene und händehochhaltende Deutsche auf dem Stadtplatz, Aufnahme: 17.05.1945

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Blutgericht von Landskron: Die Hände mussten stundenlang über dem Kopf gehalten werden, Aufnahme: 17.05.1945

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Blutgericht von Landskron: Partisan und Flintenweib kontrollieren die Papiere der zusammengetriebenen händehochhaltenden Deutschen. Im Hintergrund das Rathaus, rechts die Einfriedung der Pestsäule, Aufnahme: 17.05.1945

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Blutgericht von Landskron: Der „Richtertisch“, „Richter“ im Vordergrund, Aufnahme: 17.05.1945

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Blutgericht von Landskron: Zwei Deutsche mit Ausweis in der Hand vor dem „Richtertisch“, Aufnahme: 17.05.1945

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Blutgericht von Landskron: schwer misshandelter Deutscher mit blutgetränkter Jacke. Ein schneller Tod war den Meisten nicht gegönnt, Aufnahme: 17.05.1945

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Blutgericht von Landskron: Im Feuerlöschbecken: Studienrat Prof. Vinzenz Römer (links) und Richard Reichstädter nach schwersten Misshandlungen, dahinter händehochhaltende Deutsche und einzelne Tschechen. Links das Rathaus, rechts die Pestsäule, dahinter die Südostseite des Stadtplatzes, Aufnahme: 17.05.1945

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Blutgericht von Landskron: Herausziehen aus dem Feuerlöschbecken zur anschließenden Erschießung. Aufnahme: 17.05.1945

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Die Verantwortlichen bzw. Durchführenden des Massakers an der deutschen Bevölkerung von Landskron sind namentlich bekannt und zum Teil auch heute noch am Leben. Strafrechtlich geahndet wurde dieses Verbrechen allerdings dennoch nie, denn sämtliche Straftaten an Deutschen in der Nachkriegszeit wurden im völkerrechtswidrigen tschechoslowakischen Gesetz 115/1946 straffrei gestellt. Dieses Gesetz gilt auch heute noch und wird von einer großen Mehrheit der tschechischen Parteien aktiv unterstützt und keinesfalls aufgehoben.

Rechtshilfeersuchen deutscher Behörden zur Auslieferung oder Bestrafung der Massenmörder werden vom EU-Staat Tschechien auch heute noch unter Verweis auf das Gesetz 115/1946 zurückgewiesen, was den tschechischen Schwerstverbrechern einen ruhigen und sicheren Lebensabend ermöglicht.

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