Truppenkameradschaft „Götz von Berlichingen“ – Der Wahrheit eine Gasse

In einem fast zweijährigen Rechtskampf konnte die Truppenkameradschaft der Division »Götz von Berlichingen« eine von mehreren Zeitungen verbreitete bösartige Behauptung als Lüge entlarven. Was war geschehen?

In einem Artikel mit der Überschrift »Dramaturgie einer Nacht, der Tod der Parlamentarier« schrieb ein Hans Sollacher in der Zeitschrift Tegernseer Tal , dass am 3. Mai 1945 bei Bad Wiessee drei deutsche Parlamentäre – nur solche waren gemeint und nicht „Parlamentarier“ – angeschossen wurden, als sie auf dem Weg zu den amerikanischen Stellungen waren. Einer aus dieser Gruppe starb kurz nach dem Vorfall, einer ist bis heute vermisst und ein anderer erhielt einen Beinschuss. Obwohl zu der fraglichen Zeit auch mehrere Einheiten des Heeres im Tal anwesend waren, bezichtigte der Schreiber nach hiesiger „Journaille-Manier“ nur die 17. SS-Panzer-Grenadier-Division »Götz von Berlichingen« als Mörder der Parlamentäre, so bereits früher in einem Artikel aus dem Jahre 1985.

779_001Dieser leichtfertige Mensch und wie üblich abschreibende Journalisten hatten aber nicht damit gerechnet, dass das vollständige Kriegstagebuch dieser Division mit rund 10.000 Seiten im Original erhalten geblieben ist. Man hatte wohl auch nicht damit gerechnet, dass sich Überlebende dieser Division wehren würden. Weil die Truppenkameradschaft mit diesem Kriegstagebuch schon einmal den Vorwurf, 63 Hilfswillige ermordet zu haben, als Lüge nachweisen konnte, stand sie auch dieser Behauptung sehr skeptisch gegenüber und begann mit Nachforschungen; ein Auszug aus dem genannten Kriegstagebuch mit ca. 900 Seiten wurde bereits 1993 veröffentlicht. Ergebnis der Nachforschungen: Nach monatelanger Arbeit konnten folgende Dokumente beschafft werden: Der Befehl des XIII. Heeres-Armeekorps über die im Tal anwesenden Einheiten, der Bericht des zu dieser Zeit dort lebenden Schweizer Vizekonsul, der Bericht des durch den Beinschuss verwundeten 3. Parlamentärs, ein Bericht des seinerzeitigen Landrates von Bad Tölz usw.; zusätzlich erhielten wir Kenntnis von einem bei den Staatsanwaltschaften München I und München II bereits 1968 und 1971 durchgeführten Ermittlungsverfahren in dieser Sache, in dessen Verlauf 246 (!!) Zeugen vernommen wurden. Dieses Verfahren wurde mit einer 15-seitigen Einstellungsverfügung abgeschlossen, deren vorletzter Satz wie folgt lautet:

»Bei dieser Sachlage kann den vernommenen Einheitsangehörigen nicht widerlegt werden, keine Kenntnis von dem Vorfall erlangt zu haben, zumal nicht ausgeschlossen ist, dass es sich bei Verantwortlichen für die Beschießung der Parlamentäre um Angehörige anderer Einheiten handelte«.

Mit diesen Unterlagen versuchte die Truppenkameradschaft zunächst selbst mit höflichen Briefen den Verlag der Zeitschrift „Tegernseer Tal“ davon zu überzeugen, dass der Bericht nicht der Wahrheit entspricht und deswegen eine von uns vorgeschlagene Berichtigung abgedruckt werden soll. Der Bürgermeister von Tegernsee lehnte dies ab, weshalb die Truppenkameradschaft ihren Rechtsbeistand einschalten musste; der Verlag veröffentlichte dann eine Berichtigung. Ein Wort des Bedauerns, untadelige Soldaten zweier Morde beschuldigt zu haben, erfolgte weder von dem verantwortungslosen Schreiber, noch vom Verlag! Wie in diesem Land üblich, beteiligten sich nun auch andere Blätter an dieser Hetze: So schrieb die „Münchner Kirchenzeitung“ in ihrer Ausgabe vom 1.10.1995 von der »bodenlosen Gemeinheit der SS« und machte dazu weitere Ausführungen. Auch hier ein längerer Schriftwechsel, bis man endlich die verlangte, ausführliche Richtigstellung abdruckte.

Gleichzeitig scheute sich ein ehem. Offizier des XIII. Armeekorps nicht, in einem Leserbrief in der Kirchenzeitung in die gleiche Kerbe zu schlagen. Er schrieb u.a.

»…wurden sie (die Parlamentäre) von einem SS-Posten mit einem Maschinengewehr beschossen und getroffen«.

Auch hier führte ein Brief der Truppenkameradschaft zunächst nicht zum Erfolg; erst nachdem wir damit drohten, unseren Rechtsanwalt einzuschalten, erfolgte der Widerruf.

An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass der Kommandeur der Division »Götz von Berlichingen« den 3 Parlamentären eine Bescheinigung ausgestellt hatte, die sie berechtigte, die deutsche Front auf ihrem Weg zu den Amerikanern zu durchschreiten. Auch der Befehl des Offiziers in der vordersten deutschen Stellung:

»Nicht schießen, die Leute dürfen passieren«

ist in den vorher genannten Dokumenten überliefert.

Nun berichtete die Süddeutsche Zeitung in ihrer Ausgabe vom 3.2.1997 in einem entsprechenden Bericht und schrieb:

»…Kriegsdokumente belegen, dass Mitglieder der Einheit »Götz von Berlichingen« noch in den letzten Kriegstagen deutsche Vermittler, die mit den heranrückenden amerikanischen Truppen verhandeln wollten, kaltblütig erschossen«.

Diese infame, fast unvorstellbare Lüge veranlasste die Truppenkameradschaft, ihren Rechtsanwalt sofort mit entsprechenden Schritten zu beauftragen. Nachdem er die „Süddeutsche Zeitung“ nicht dazu bewegen konnte, eine Richtigstellung abzudrucken, klagte die Truppenkameradschaft vor dem Landgericht in München. Wenige Tage vor dem ersten Gerichtstermin bat uns die Zeitung unsere Klage zurückzunehmen und bot die von uns verlangte strafbewehrte Unterlassungserklärung an sowie die Übernahme der Anwalts- und Gerichtskosten. Da mit diesem Angebot der Zweck unserer Klage erreicht war, stimmten wir dieser Bitte zu. Der Begriff »strafbewehrte Unterlassungserklärung« bedeutet, dass bei einer Wiederholung sofort eine Geldstrafe fällig wird, in diesem Fall DM 10.100.-.

Diese vermeintlichen Morde wollte sich auch die Wochenzeitung „Die Zeit“ aus Hamburg nicht entgehen lassen und schrieb in ihrer Ausgabe vom 16.2.96:

»Andererseits ist von Krelles SS-Division mindestens ein Kriegsverbrechen dokumentiert: Am 3. Mai 1945 wurden 2 deutsche Emissäre hinterrücks erschossen…«.

Auch wegen dieser unglaublichen, ehrenrührigen Behauptung wurde sofort unser Rechtsanwalt eingeschaltet und nach ergebnislosem Schriftwechsel ebenfalls Klage vor dem Landgericht München I erhoben. Dort fand am 3.12.1997 der erste Termin statt, der u.a. dazu führte, dass auch dieser Verlag die verlangte strafbewehrte Unterlassungserklärung abgab und uns die Höhe derselben freistellte. Wegen einer anderen juristischen Auslegung ist dieses Verfahren noch nicht endgültig abgeschlossen. Wie heute gedacht wird, geht aus einem Satz des gegnerischen Anwalts hervor, der in seinem Brief vom 1.12.1997 sich zu folgender Formulierung verstieg:

»… – soweit man im Zusammenhang mit einer Division der SS von „Ehre“ sprechen kann…«.

Die Truppenkameradschaft schrieb an den Mitherausgeber der „Die Zeit“, den ehem. Bundeskanzler Helmut Schmidt, dass er uns als ehemaliger Offizier in dieser Sache beistehen möge. Bisher keine Antwort. Als letzte Zeitung beteiligte sich die Kunstzeitschrift „Charivari“ mit ihrer Ausgabe »Spezial« an dieser Hetze und schrieb:

»… doch die Apokalypse im Paradies verhinderten todesmutige zivile Parlamentäre vom Tegernsee. 2 wurden verwundet, einer hinterrücks erschossen von der SS«.

Auch hier der übliche Ablauf: Erst Briefe der Truppenkameradschaft an die Zeitschrift, dann vergebliche Schritte unseres Anwalts, schließlich ebenfalls Klage vor dem Landgericht. Beim Termin am 3.12.1997 blieben diese Herrschaften fern, sie hatten inzwischen Konkurs angemeldet.

Zusammenfassung: So geht das in diesem streng humanen Land: Einer lügt, soweit uns bisher bekannt schreiben andere Zeitungen ab, müssen durch ein Gericht gezwungen werden, ihre Lügen zu bekennen. Kein Einziger hatte soviel Anstand oder Mut, ein Wort der Entschuldigung hervorzubringen, auf die wir auch nur formal Wert gelegt hätten. Viel wichtiger ist uns die Meinung unserer ehemaligen Gegner, bei denen wir in größtem Ansehen stehen und die dies in Wort und Schrift seit Jahrzehnten zum Ausdruck bringen.

Diese Anerkennung wird noch bestehen, wenn die Lügen und Halbwahrheiten der „Journaille“ längst zum Altpapier geworden sind.

(Der Sprecher der Trupenkameradschaft »Götz von Berlichingen«)

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Quelle: Recht und Wahrheit, Folge 3+4/1998, S. 9f.
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Joachim Peiper – Standartenführer der Waffen-SS

Joachim „Jochen“ Peiper (Lebensrune.png 30. Januar 1915 in Berlin-Wilmersdorf; Todesrune.png 13. Juli 1976 in Traves, Frankreich) war Standartenführer der Waffen-SS und im Malmedy-Prozess Opfer der politischen Justiz. Er unterhielt persönliche Beziehungen zu Heinrich Himmler.

Joachim Peiper (1915–1976)

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Karriere

Joachim Peiper wurde am 30. Januar 1915 als Sohn einer Offiziersfamilie in Berlin geboren. Früh fasste er den Entschluss, Soldat und Offizier zu werden. Weihnachten 1934 verließ Peiper die Goethe-Oberrealschule und widmete sich seiner soldatischen Laufbahn.

Datei:Joachim Peiper.jpgAls Schüler hatte er sich speziell als begabter Sprachler erwiesen und beherrschte das Französische sowie das Englische praktisch akzentlos. Das einzige, was ihn „verriet“ war, dass er Französisch zu schnell sprach. Wie damals üblich hatte er nicht nur die Sprache unserer Nachbarn gelernt, sondern hatte sich auch der Kultur Frankreichs gewidmet. Französische Literatur, Malerei, Philosophie, Gastronomie usw. waren ein Teil seines Ganzen geworden. Joachim Peiper war frankophil, einer der die französische Kultur ehrte. Er war und blieb ein Deutscher durch und durch, aber eben einer, dessen Weltanschauung vom Kosmopolitischen beeinflusst war. Er war anderen Völkern und Kulturen gegenüber ein offener Mann und niemals extrem oder überheblich, obwohl er dessen manchmal beschuldigt wurde. Sogar SS-General Sepp Dietrich (unter welchem er gegen Ende des Kriegs diente) beklagte sich über Peipers angebliche Arroganz. Dass manche den Eindruck hatten, er sei arrogant, basierte darauf, dass Peiper in absolut jeder Hinsicht – intellektuell, kulturell und physisch – er hatte die Ausstrahlung sowie das Aussehen eines Filmhelden – ein überlegener Mann war. Er wurde eben seines selbstsicheren Auftretens, seiner Fähigkeiten, seiner Zivilcourage und seines hervorragenden Aussehens wegen beneidet.

Es half auch nicht, dass er sich, ein apolitischer Mann, weigerte der Partei beizutreten. Damals war es ein absolutes „Muss“ für alle Angehörigen der SS, auch Parteimitglied zu sein. Aber was für die Mehrzahl eine Gegebenheit war, war für einen Mann wie Peiper bedeutungslos. Deutsch zu sein und deutsche Werte zu personifizieren war für ihn das A & O. Und Deutsch war er im allerbesten Sinne des Wortes, niemals zweifelnd, immer tapfer, immer seine Leute inspirierend, ein Deutscher Führer á la Götz von Berlichingen oder Marschall Blücher, Männer, bei denen der Individualismus ebenfalls sehr ausgeprägt war. Kurz gesagt, er war ein überlegener Offizier in der besten Preußischen Tradition. Der Liedermacher André Lüders verfasste später das Lied „Mann der Front“ über ihn.

Militärische Laufbahn

Mit 19 Jahren trat er als Freiwilliger in die Leibstandarte-SS „Adolf Hitler“ ein. 1938 wurde er zum Adjutanten des Reichsführers SS Heinrich Himmler ernannt. Bei Ausbruch des Krieges aber beantragte er den Frontdienst. Er befehligte die 10. Kompanie der Leibstandarte-SS „Adolf Hitler“ in Polen, Holland, Belgien und Frankreich. Im Jahre 1941 kämpfte er in Russland mit dem 3. Panzerbataillon des SS-Panzergrenadier-Regimentes 2 „LSSAH“. Er entsetzte die 320. Infanteriedivision  des Generals Postel, eingekesselt bei Kharkov. Am 19. März 1943 nahm er Bielgorod ein. Im September 1943 war er in Italien. Im November desselben Jahres kämpfte er für das Reich in Jitomir und durchbrach mit der 1. Armee den Kessel bei Kamenets Podolsk. Bis Oktober 1944 kämpft er am Westwall. Am 16. Dezember 1944 – unter der Führung Sepp Dietrichs der 6. Panzerarmee – stand er an der Spitze der Ardennenoffensive mit der 1. SS-Panzer-Division „Leibstandarte-SS Adolf Hitler.

Er stieß bis La Gleize bei Stavelot vor. Abgeschnitten vom Rest der Armee, wurde er eingekesselt. Jedoch konnte er sich mit seiner Mannschaft zu Fuß, in eisiger Kälte und unter Zurücklassen des Kriegsmaterials retten. Stets unter dem Kommando Sepp Dietrichs kämpfte er bis zum Ende gegen die Russen, westlich der Donau bei Wien, ebenso in den Alpen bei Sankt Pollen und Krems, wo er sich schließlich mit seiner Mannschaft den Amerikanern ergab. Er brachte es zum SS-Standartenführer und Träger des Ritterkreuzes mit Eichenlaub und Schwertern.

Gerichtsverfahren

Nach der Kapitulation der Wehrmacht wurde dieser tadellose, edelmütige und unglaublich tapfere Soldat eingesperrt, geschlagen und gedemütigt. Er wurde beschuldigt, während der Ardennenoffensive in Baugnez bei Malmedy die Erschießung amerikanischer Gefangener befohlen zu haben: Die durch die Kampfgruppe J.P. gefangen genommenen VS-Soldaten wurden zu einer Weide gebracht um dort ihren Transport hinter die Frontlinien abzuwarten. Peiper ließ einige seiner Männer als Wachen zurück. Er selbst fuhr an der Spitze seiner Panzer weit vor den folgenden Verbänden nach Ligneuville. Als der Großteil der Kampfgruppe in Baugnez ankam, verweilten dort die Truppen und plauderten mit ihren zurückgelassenen Kameraden. Ein Spähwagen hatte eine Panne und wurde repariert. Plötzlich schreckte ein auf einem Panzer sitzender Soldat auf und bemerkte, dass einige der amerikanischen Gefangenen von ihrer Unachtsamkeit Gebrauch gemacht hatten und fliehen wollten. Er schwang seine Pistole und gab ein paar Schüsse in ihre Richtung ab, jedoch ohne jemanden zu treffen. Jedoch verursachte sein Schuss Panik unter den Gefangenen, die in alle Richtungen auseinander liefen. Es wurde mit Maschinenpistolen geschossen, wobei 21 Amerikaner auf der Flucht erschossen wurden.

Nach der Kapitulation wurden die Männer der 1. SS-Panzer-Division „Leibstandarte-SS Adolf Hitler“ aufgespürt und ins Lager Zuffenhausen gebracht. 400 kamen ins Gefängnis von Schwäbisch Hall bei Stuttgart. Peipers Truppe bestand aus überwiegend sehr jungen Soldaten: einer war 16, zwei waren 17, 11 waren 18 und 8 waren 19 Jahre alt. 22 der 72 Verurteilten waren somit unter 20 Jahre alt; alle wurden gefoltert um irgendwelche Geständnisse von ihnen zu erzwingen. Peiper war ein Vorbild für seine Mannschaft, und unter seiner Leitung hielt sich die Truppe gut. Niemals kam es zu Verrat innerhalb der Truppe. Die Männer wurden ins KL Dachau gebracht, dort wurden 72 der 74 Beschuldigten in einem Schauprozess verurteilt. Einer beging Suizid, einer war Elsässer und wurde an ein französisches Gericht ausgeliefert. 43 – unter ihnen auch Peiper, der für die Taten seiner Mannschaft zur Verantwortung gezogen wurde – wurden zum Tode durch den Strick verurteilt, 22 zu lebenslanger Haft, 8 zu 20, 11 zu 10 Jahren Gefängnis. Der Prozess wurde später wieder aufgenommen und die Todesstrafe wurde durch lebenslange Haft ersetzt. Nach 11 Jahren Haft wurde Joachim Peiper als letzter seiner Kampfgruppe im Dezember 1956 entlassen.

Neue Laufbahn

Im Januar 1957 fing er an für Porsche in Frankfurt zu arbeiten. Die Gewerkschaft forderte seine Entlassung. Anschließend arbeitete er noch für VW in Stuttgart, jedoch wurde ihm dort ebenfalls wegen linker Hetze gekündigt. Damit erkannte er, dass er nicht länger in Deutschland bleiben konnte und zog mit seiner Familie nach Frankreich. Im Jahre 1940 hatte er während des Krieges die Gegend des Langresplateaus kennengelernt und sie schon damals schön und ruhig gefunden. Er hat dann einem französischen Kriegsgefangenen, einem deutschfreundlichen Nationalisten, geholfen, der in Reutlingen bei Bekannten Peipers wie ein Zwangsarbeiter in einer Garage arbeiten musste. Es gab daraufhin eine Regelung zwischen Deutschland und Frankreich, dass für jeden freiwilligen Arbeiter, der nach Deutschland arbeiten ging, zwei Kriegsgefangene zurück nach Hause kommen durften. Auf Fürsprache Peipers durfte jener Mann, Gauthier, zu seiner Familie zurückkehren. Er hatte Peiper nicht vergessen und als dieser im Jahre 1957 Deutschland verlassen musste, war es Gauthier, der ihm half und ihm die Wassermühle von Traves verkaufte. Das Gebäude war aber in schlechtem Zustand und Peiper hatte nicht die nötigen Mittel, die Mühle zu restaurieren. SS-Obersturmbannführer Erwin Ketelhut übernahm anschließend die Wassermühle und Peiper ließ sich 1960 ein Häuschen in Spannplate, hoch auf dem Saoneufer bauen, versteckt im Busch, nicht zu erblicken von der Straße aus und einbruchgesichert. Sechzehn Jahre lang lebte er dort – trotz Drohungen und anonymen Anrufen – doch ziemlich ruhig.

Hetzjagd und Ermordung

Am 11. Juli 1976 kaufte er Draht für einen Hundezwinger in einem Laden in Vesoul, der Departementshauptstadt. Der Verkäufer, ein Elsässer, Paul Cacheux, Mitglied der kommunistischen Partei, erkannte an seinem Akzent, dass er Deutscher war und fragte ihn, ob er während des Krieges in Frankreich gewesen sei. Peiper bezahlte mit einem Scheck auf seinen Namen und seine Anschrift. Paul Cacheux schlug Peipers Namen auf der „braunen Liste“ nach, worin alle gesuchten Deutschen verzeichnet waren. Er gab seine Daten der Résistance durch. Am 22. Juni 1976 schrieb die französische kommunistische Zeitung „L’Humanite“:

„Was macht dieser Nazi in Frankreich?“.

Gefordert wurde, Peiper zu zwingen, Frankreich zu verlassen. In Traves wurden Flugblätter, auf denen Peiper als Kriegsverbrecher und Nazi bezeichnet wurde, an Dorfbewohner verteilt. An Wände in Versoul schmierte man

„Peiper, wir werden dir einen 14. Juli bereiten!“.
(Der 14. Juli ist Frankreichs Nationalfeiertag)

Am Morgen des 13. Juli schickte Peiper seine krebskranke Frau nach Deutschland. Er selbst wollte das Haus nicht verlassen, weil er erwartete, dass man es niederbrennen wollte. Sein Nachbar Erwin Ketelhut hatte vorgeschlagen, die Nacht auf der Wassermühle zu verbringen, aber Peiper lehnte ab. Er wollte auch nicht, dass Ketelhut bei ihm blieb, denn dieser hätte auf die Angreifer geschossen.

Nein“,

sagte er,

Es ist schon genug getötet worden“.

Jochen Peiper wartete auf der Dachterrasse seines Hauses, von dort aus konnte er den Saonefluss überwachen. Erwin Ketelhut hatte ihm sein Gewehr geliehen. Um 23.30 Uhr hörte er ein Geräusch im Gebüsch und erblickte ein Dutzend Männer das steile Flussufer erklimmen. Er schoss in die Luft, um die besoffenen Kerle einzuschüchtern. Sie riefen ihm zu, nach draußen zu kommen. Er tat dies und öffnete die Tür, um mit ihnen zu reden.

Was danach vorfiel, können nur die Täter selbst erzählen. Die Leiche des SS-Standartenführers Jochen Peiper war verkohlt und nur noch einen Meter lang, er hatte weder Hände noch Füße. Er starb um etwa 1.00 Uhr nachts. Das Haus war abgebrannt, das Dach eingestürzt. Was zwischen 23.30 und 1.00 Uhr geschehen ist, ob Peiper noch lebte als er verstümmelt und verbrannt wurde, ist unklar.

Man hatte Gasöl auf den Boden geschüttet und mit einer Mischung aus Benzin und gebrauchtem Motoröl angezündet. Peiper lag in seinem Bett im Schlafzimmer, auf der linken Seite, den Rücken zur Mauer, einen Arm vor der Brust gebogen. Nichts war auf ihn gefallen. Er kam durch große Hitze um. Der Körper war nicht eingeäschert, sondern zusammengeschrumpft.

Erwin Ketelhut und die Franzosen, die ihn gekannt und geschätzt haben, waren der Meinung, dass dieser ritterliche Mann, der so vielen Gefahren getrotzt hatte, nicht auf solche Weise umkommen musste. Die Mörder waren mit ihrem Wagen über eine Weide bis ans Flussufer gefahren, wo zwei Barken bereit lagen. Damit hatten sie die Saone überquert und mussten daraufhin das steile Ufer durch Büsche hinaufklettern. Nach dem Mord liefen sie in die andere Richtung, über die Weiden vor dem Haus, zur Straße. Die Feuerwehr suchte im Fluss nach den fehlenden Körperteilen. Die Untersuchungen der französischen Polizei dauerte sechs Monate. Die Kommunisten aus Vesoul und die Résistance-Mitglieder wurden verhört. Niemand wollte etwas wissen. Anschließend kam der Fall zu den Akten. Niemand ist je verhaftet oder bestraft worden. Die Gegend von Traves ist dünn besiedelt, es gibt im Schnitt 10 Einwohner pro Quadratkilometer. Jeder kennt dort jeden und man weiß alles voneinander; die Täter sind der Bevölkerung bekannt, aber sie schweigt.

Datei:Grab-Peiper.jpg
Grab der Familie Peiper in Schondorf am Ammersee

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Beförderungen

SS-Dienstgrad Datum Alter
SS-Anwärter 16. Oktober 1933 18
SS-Mann 23. Januar 1934 18
SS-Sturmmann 7. September 1934 19
SS-Rottenführer 10. Oktober 1934 19
SS-Unterscharführer 1. März 1935 20
SS-Standartenjunker 11. September 1935 20
SS-Standartenoberjunker 5. März 1936 21
SS-Untersturmführer 20. April 1936 21
SS-Obersturmführer 30. Januar 1939 24
SS-Hauptsturmführer 6. Juni 1940 25
SS-Sturmbannführer 30. Januar 1943 28
SS-Obersturmbannführer 11. November 1943 28
SS-Standartenführer 20. April 1945 30

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Auszeichnungen (Auszug)

  • Deutsches Reiterabzeichen in Bronze oder Silber
  • Rettungsmedaille (1933) in Gold
  • Medaille zur Erinnerung an den 13. März 1938
  • Medaille zur Erinnerung an den 1. Oktober 1938 mit Spange „Prager Burg“
  • Eisernes Kreuz (1939) 2. und 1. Klasse
  • Infanterie-Sturmabzeichen in Silber
  • Medaille Winterschlacht im Osten 1941/42
  • SA-Sportabzeichen
  • SS-Ehrenring
  • Deutsches Kreuz in Gold am 6. Mai 1943 als SS-Sturmbannführer im III. Bataillon/SS-Panzer-Grenadier-Regiment 2 „LSSAH“
  • Nahkampfspange in Bronze und Silber, 1943
  • Sonderabzeichen für das Niederkämpfen von Panzerkampfwagen durch Einzelkämpfer in Schwarz/Silber, 1943
  • Panzerkampfabzeichen mit Einsatzzahl 50 oder 75
  • SS-Dienstauszeichnung
  • Verwundetenabzeichen (1939) in Silber
  • Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub und Schwertern
    • Ritterkreuz am 9. März 1943 als SS-Sturmbannführer und Kommandeur des III.(gep.) Bataillons/SS-Panzer-Grenadier-Regiment 2 „LSSAH“
    • Eichenlaub am 27. Januar 1944 als SS-Sturmbannführer und Kommandeur des SS-Panzer-Regimentes 1 „LSSAH“
    • Schwerter am 11. Januar 1945 als SS-Obersturmbannführer[1] und Kommandeur SS-Panzer-Regimentes 1 „LSSAH“

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Jochen Peiper an Ritterkreuzträger Wilhelm Fey, 1956

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Quelle: Metapedia

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Nichts und Niemand wird vergessen…

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Dietrich Klagges – SS-Obergruppenführer und Ministerpräsident des Landes Braunschweig

Dietrich Klagges (Lebensrune.png 1. Februar 1891 in Herringsen, heute zu Bad Sassendorf; Todesrune.png 12. November 1971 in Bad Harzburg) war ein deutscher Politiker der NSDAP und von 1933 bis 1945 ernannter Ministerpräsident des Freistaates Braunschweig.

Dietrich_Klagges_Braunschweig

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Jugend und frühe Jahre

Dietrich Klagges stammte aus einem Forsthause. Er wurde in der Forsterei Ostheide bei Herringsen im Kreise Soest am 1. Februar 1891 als jüngstes von sieben Kindern eines Waldwärters geboren und entstammte einer alten westfälischen Familie.

Nach dem Besuch der Volksschule kam er auf das Lehrerseminar Soest, wurde dann Volksschullehrer in Harpen bei Bochum, danach Mittelschullehrer in Wilster (Holstein). Erstes Staatsexamen am 15. Februar 1911, Zweites Staatsexamen am 24. Oktober 1914.

1911 diente er beim Militär beim Infanterie-Regiment „Prinz Friedrich der Niederlande“ (2. Westfälisches) Nr. 15 in Minden, Westfalen. Am 26. August 1911 wurde er wegen einer schweren Mittelohrverletzung ehrenvoll vom Dienst bei der Preußischen Armee entlassen.

Erster Weltkrieg

Am 15. Januar 1915 zog er als Freiwilliger in den Ersten Weltkrieg. Er war Musketier beim Landsturm in der 5. Kompanie des Ersatz-Bataillons beim Infanterie-Regiment „Herwarth von Bittenfeld“ (1. Westfälisches) Nr. 13. Bei Neuve Chapelle wurde er am 1. April 1915 schwer verwundet (zerfetzter Oberschenkel durch Schusstreffer), verbrachte über ein Jahr in einem Feldlazarett (Feldlazarett 4, VII. Armee-Korps) sowie in vier Reserve-Lazaretten, zuletzt im Reserve-Lazarett 1 (Augustkrankenhaus) in Bochum, und wurde deshalb am 12. Mai 1916 aus dem Heeresdienst verabschiedet.

Weimarer Republik

1918 trat er der DNVP bei, deren Mitglied er bis 1924 blieb. Nach Kriegsende wurde er 1918 Mittelschullehrer in Wilster/Holstein. Nach seinem Austritt aus der DNVP war Klagges für kurze Zeit Mitglied der Ende 1922 gegründeten nationalen Deutschvölkischen Freiheitspartei (DVFP), die er aber bald wieder verließ, um schließlich 1925 in die NSDAP einzutreten.

Schon in den ersten Jahren nach dem Ersten Weltkrieg trat er als politischer Schriftsteller hervor und kämpfte für ein politisches Erziehungsideal. Er war Mitarbeiter der Zeitschriften „Die deutsche Schule“, „Die völkische Schule“, „Deutschlands Erneuerung“ und Selbstherausgeber einer Zeitschrift „Nordlicht“.

Wegen seiner Betätigung für die NSDAP wurde er schließlich von 1926 bis 1930 als Konrektor einer Mittelschule in Benneckenstein (Harz) strafversetzt, wo er von 1928 bis 1930 gleichzeitig Leiter der NSDAP-Ortsgruppe war. Wegen seiner politischen Tätigkeit wurde er von der preußischen Regierung ohne Pension entlassen.

Inzwischen hatte er Jahr für Jahr auf mehreren hundert Versammlungen gesprochen, war er – ein begeisterter Redner – durch die Lande gezogen, um Menschenseelen zu erringen, Menschen hinzuführen zu jenen Gedanken und jenem Ideal, die ihm Lebensinhalt geworden waren.

Als Braunschweig vom Nationalsozialismus erobert worden war, wurde Dietrich Klagges im Januar 1931 als Regierungsrat ins Braunschweigsche Volksbildungsministerium berufen.

Nach Rücktritt des Ministers Anton Franzen wurde er auf dem Reichswahlvorschlag der NSDAP in den Reichstag gewählt. Als braunschweigerischer Innenminister hatte sich Dietrich Klagges vom ersten Tage seiner Tätigkeit an ebenfalls als Nationalsozialist gezeigt und bewährt. Es gab nicht wenige Auseinandersetzungen seinetwegen mit den bürgerlichen Parlamentarien, im Lande aber gewann Dietrich Klagges gerade durch sein Auftreten von Tag zu Tag mehr an Ansehen und Vertrauen, so dass nicht zuletzt dank seiner Tätigkeit Braunschweig das erste Land war, das sich fast restlos zum Nationalsozialismus bekannte.

Dietrich_Klagges

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Drittes Reich

Im Mai 1933 wurde Dietrich Klagges vom Reichsstatthalter Wilhelm Friedrich Löper zum braunschweigschen Ministerpräsidenten ernannt.

Adolf Hitler selbst hatte Klagges zugesichert, dass Braunschweig als kulturelles Zentrum erhalten bleibe und nicht etwa in einem „Reichsgau Hannover“ aufgehen würde. Auch sollte das Land Braunschweig nach dem Krieg weiter fortbestehen. Deshalb versuchte er einen neuen Gau ins Leben zu rufen – auch um von Hannover unabhängig zu bleiben. Dieser „Gau Ostfalen“ sollte Braunschweig als Gau-Hauptstadt haben. Unterstützung fand Klagges für seine Pläne im braunschweigschen Bildungsbürgertum, im bürgerlicher Mittelstand, bei der IHK und bei der evangelischen Kirche.

Zu diesem Zwecke unternahm Klagges etliches, um Braunschweigs politische und wirtschaftliche Position in Deutschland zu stärken: Ab Juni 1933 wurde an der Dietrich-Klagges-Stadt gebaut. Des Weiteren holte er wichtige nationalsozialistische Institutionen in die Stadt, wie z. B. die Akademie für Jugendführung, die Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt, die Führerschule des deutschen Handwerks, die Gebietsführerschule der Hitler-Jugend, das Luftwaffenkommando 2, den Reichsjägerhof „Hermann Göring“, die SS-Junkerschule, den SS-Oberabschnitt „Mitte“ sowie die Bernhard-Rust-Hochschule für Lehrerbildung. Auch bei der Infrastruktur entwickelte er Braunschweig durch die Anbindung an die neu entstehende Autobahn und den Mittellandkanal weiter. Zu guter Letzt wurde Braunschweig durch Klagges auch ein Zentrum der Rüstungsindustrie, da sich in unmittelbarer Nähe wichtige Industriezentren entwickelten, nämlich die Reichswerke Hermann Göring und das Volkswagen-Werk in Fallersleben.

SS-Obergruppenführer_Dietrich_Klagges_im_Persönlichen_Stab_„Reichsführer-SS“,_1943
SS-Obergruppenführer Dietrich Klagges im Persönlichen Stab „Reichsführer-SS“, 1943

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Nachkriegszeit

Am 12. April 1945 wurde Klagges von den in Braunschweig einrückenden amerikanischen Alliierten gefangengenommen und 1946 von einem Militärgericht in Bielefeld zu sechs Jahren Zuchthaus wegen „Verbrechen“ in seiner Funktion als SS-Gruppenführer verurteilt (seinen höchsten Dienstgrad SS–Obergruppenführer erreichte er 1942). Zusätzlich war er „Ehrenführer“ der 49. SS-Standarte).

Der 1950 nach Braunschweig gekommene neue Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, der in den 1960er Jahren im Auschwitz-Prozess ebenfalls als Vertreter der Anklage tätig war, trug in großem Maße dazu bei, dass Klagges in einem Strafverfahren (u. a. gemeinsam mit Karl Sauke und vier weiteren) am 4. April 1950 zu lebenslänglichem Zuchthaus wegen der von ihm als Braunschweiger Staatsminister und Ministerpräsident begangenen „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ verurteilt wurde.

Der Bundesgerichtshof hob dieses Urteil jedoch schon 1952 wieder auf. In einem zweiten Prozess, in dem Klagges durch Lug und Betrug „nachgewiesen“ wurde, dass er angeblich an Morden, Folterungen, Freiheitsberaubung usw. beteiligt gewesen sei bzw. diese Taten (mit) geplant habe, wurde Klagges’ Haftstrafe auf 15 Jahre reduziert. Zu seiner Verteidigung brachte Klagges vor, dass er von den angeblichen Vorwürfen nichts gewusst habe, was natürlich der Wahrheit entsprach

1955 stellte seine Ehefrau einen Antrag auf vorzeitige Entlassung aus der Haft ohne weitere Bewährungsauflagen. Dieser erste Antrag wurde jedoch abschlägig beschieden, so wie auch der im Folgejahr.1957, jedoch wurde Klagges nach Verbüßung von ca. 80 % seiner Haftstrafe entlassen und zog mit seiner Frau nach Bad Harzburg, wo er sich bis zu seinem Tode 1971 hauptsächlich als Verfasser nationaler Schriften betätigte und Kontakte zu Nationalsozialisten der neuen Generation in Niedersachsen unterhielt.

1970 klagte Klagges als ehemaliger preußischer bzw. braunschweigischer Staatsbeamter auf Nachzahlung seiner Pension, die ihm schließlich vom Bundesverwaltungsgericht in Höhe von 100.000 DM zugesprochen wurde.

Familie

Klagges heiratete die 1890 geborene Emilie Amalie Krugmann, sie war wie er NSDAP-Mitglied. Sie hatten fünf Kinder: zwei Söhne und drei Töchter. Der älteste Sohn fiel mit 20 Jahren an der Ostfront am 23. Dezember 1942 als SS-Unterscharführer d. R.

Auszeichnungen und Ehrungen (Auszug)

  • Verwundetenabzeichen (1918) in Schwarz
  • Ehrenkreuz für Frontkämpfer
  • Dienstauszeichnung der NSDAP in Bronze und Silber
  • Deutsches Reitersportabzeichen in Bronze und Silber
  • Ehrenwinkel der Alten Kämpfer, Februar 1934
  • Goldenes Parteiabzeichen
  • SS-Zivilabzeichen (Nr. 116.668)
  • Ehrendegen des Reichsführers-SS
  • SS-Ehrenring
  • Julleuchter der SS am 16. Dezember 1935
  • Goldenes HJ-Ehrenzeichen mit Eichenlaub
  • SS-Ehrendolch am 1. Februar 1941 (mit besonderer Widmung Himmlers)
  • Kriegsverdienstkreuz (1939), II. und I. Klasse ohne Schwerter
  • Ehrenbürger zahlreicher Städte

Beförderungen

  • 1. Januar 1931 Regierungsrat
  • 15. September 1931 – 8. Mai 1945 Staatsminister
  • Mai 1933 – 12. April 1945 Ministerpräsident
  • 27. Januar 1934 SS-Gruppenführer
  • 30. Januar 1942 SS-Obergruppenführer

Werke (Auswahl)

  • Das Urevangelium Jesu, der deutsche Glaube (1926)
  • Kampf dem Marxismus (1930)
  • Die Weltwirtschaftskrise (1930)
  • Reichtum und soziale Gerechtigkeit: Grundfragen einer nationalsozialistischen Volkswirtschaftslehre (1933)
  • Geschichtsunterricht als nationalpolitische Erziehung (1936)
  • Menschen kämpfen. Märchen von Tapferkeit und Treue. Volk und Führer. Deutsche Geschichte für Schulen (1937, mit anderen)
  • Volk und Führer: So ward das Reich, Deutsche Geschichte für die Jugend (1941, mit anderen)PDF
  • An alle Völker der Erde (1972)
  • Eine Tugend gegen alle Todsünden – Das organische Weltbild (1974)

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Quelle: nach Metapedia

Joachim Peiper – Standartenführer der Waffen-SS

Joachim „Jochen“ Peiper (Lebensrune.png 30. Januar 1915 in Berlin-Wilmersdorf; Todesrune.png 13. Juli 1976 in Traves, Frankreich) war Standartenführer der Waffen-SS und im Malmedy-Prozess Opfer der politischen Justiz. Er unterhielt persönliche Beziehungen zu Heinrich Himmler.

Joachim Peiper (1915–1976)

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Karriere

Joachim Peiper wurde am 30. Januar 1915 als Sohn einer Offiziersfamilie in Berlin geboren. Früh fasste er den Entschluss, Soldat und Offizier zu werden. Weihnachten 1934 verließ Peiper die Goethe-Oberrealschule und widmete sich seiner soldatischen Laufbahn.

Datei:Joachim Peiper.jpgAls Schüler hatte er sich speziell als begabter Sprachler erwiesen und beherrschte das Französische sowie das Englische praktisch akzentlos. Das einzige, was ihn „verriet“ war, dass er Französisch zu schnell sprach. Wie damals üblich hatte er nicht nur die Sprache unserer Nachbarn gelernt, sondern hatte sich auch der Kultur Frankreichs gewidmet. Französische Literatur, Malerei, Philosophie, Gastronomie usw. waren ein Teil seines Ganzen geworden. Joachim Peiper war frankophil, einer der die französische Kultur ehrte. Er war und blieb ein Deutscher durch und durch, aber eben einer, dessen Weltanschauung vom Kosmopolitischen beeinflusst war. Er war anderen Völkern und Kulturen gegenüber ein offener Mann und niemals extrem oder überheblich, obwohl er dessen manchmal beschuldigt wurde. Sogar SS-General Sepp Dietrich (unter welchem er gegen Ende des Kriegs diente) beklagte sich über Peipers angebliche Arroganz. Dass manche den Eindruck hatten, er sei arrogant, basierte darauf, dass Peiper in absolut jeder Hinsicht – intellektuell, kulturell und physisch – er hatte die Ausstrahlung sowie das Aussehen eines Filmhelden – ein überlegener Mann war. Er wurde eben seines selbstsicheren Auftretens, seiner Fähigkeiten, seiner Zivilcourage und seines hervorragenden Aussehens wegen beneidet.

Es half auch nicht, dass er sich, ein apolitischer Mann, weigerte der Partei beizutreten. Damals war es ein absolutes „Muss“ für alle Angehörigen der SS, auch Parteimitglied zu sein. Aber was für die Mehrzahl eine Gegebenheit war, war für einen Mann wie Peiper bedeutungslos. Deutsch zu sein und deutsche Werte zu personifizieren war für ihn das A & O. Und Deutsch war er im allerbesten Sinne des Wortes, niemals zweifelnd, immer tapfer, immer seine Leute inspirierend, ein Deutscher Führer á la Götz von Berlichingen oder Marschall Blücher, Männer, bei denen der Individualismus ebenfalls sehr ausgeprägt war. Kurz gesagt, er war ein überlegener Offizier in der besten Preußischen Tradition. Der Liedermacher André Lüders verfasste später das Lied „Mann der Front“ über ihn.

Militärische Laufbahn

Mit 19 Jahren trat er als Freiwilliger in die Leibstandarte-SS „Adolf Hitler“ ein. 1938 wurde er zum Adjutanten des Reichsführers SS Heinrich Himmler ernannt. Bei Ausbruch des Krieges aber beantragte er den Frontdienst. Er befehligte die 10. Kompanie der Leibstandarte-SS „Adolf Hitler“ in Polen, Holland, Belgien und Frankreich. Im Jahre 1941 kämpfte er in Russland mit dem 3. Panzerbataillon des SS-Panzergrenadier-Regimentes 2 „LSSAH“. Er entsetzte die 320. Infanteriedivision  des Generals Postel, eingekesselt bei Kharkov. Am 19. März 1943 nahm er Bielgorod ein. Im September 1943 war er in Italien. Im November desselben Jahres kämpfte er für das Reich in Jitomir und durchbrach mit der 1. Armee den Kessel bei Kamenets Podolsk. Bis Oktober 1944 kämpft er am Westwall. Am 16. Dezember 1944 – unter der Führung Sepp Dietrichs der 6. Panzerarmee – stand er an der Spitze der Ardennenoffensive mit der 1. SS-Panzer-Division „Leibstandarte-SS Adolf Hitler.

Er stieß bis La Gleize bei Stavelot vor. Abgeschnitten vom Rest der Armee, wurde er eingekesselt. Jedoch konnte er sich mit seiner Mannschaft zu Fuß, in eisiger Kälte und unter Zurücklassen des Kriegsmaterials retten. Stets unter dem Kommando Sepp Dietrichs kämpfte er bis zum Ende gegen die Russen, westlich der Donau bei Wien, ebenso in den Alpen bei Sankt Pollen und Krems, wo er sich schließlich mit seiner Mannschaft den Amerikanern ergab. Er brachte es zum SS-Standartenführer und Träger des Ritterkreuzes mit Eichenlaub und Schwertern.

Gerichtsverfahren

Nach der Kapitulation der Wehrmacht wurde dieser tadellose, edelmütige und unglaublich tapfere Soldat eingesperrt, geschlagen und gedemütigt. Er wurde beschuldigt, während der Ardennenoffensive in Baugnez bei Malmedy die Erschießung amerikanischer Gefangener befohlen zu haben: Die durch die Kampfgruppe J.P. gefangen genommenen VS-Soldaten wurden zu einer Weide gebracht um dort ihren Transport hinter die Frontlinien abzuwarten. Peiper ließ einige seiner Männer als Wachen zurück. Er selbst fuhr an der Spitze seiner Panzer weit vor den folgenden Verbänden nach Ligneuville. Als der Großteil der Kampfgruppe in Baugnez ankam, verweilten dort die Truppen und plauderten mit ihren zurückgelassenen Kameraden. Ein Spähwagen hatte eine Panne und wurde repariert. Plötzlich schreckte ein auf einem Panzer sitzender Soldat auf und bemerkte, dass einige der amerikanischen Gefangenen von ihrer Unachtsamkeit Gebrauch gemacht hatten und fliehen wollten. Er schwang seine Pistole und gab ein paar Schüsse in ihre Richtung ab, jedoch ohne jemanden zu treffen. Jedoch verursachte sein Schuss Panik unter den Gefangenen, die in alle Richtungen auseinander liefen. Es wurde mit Maschinenpistolen geschossen, wobei 21 Amerikaner auf der Flucht erschossen wurden.

Nach der Kapitulation wurden die Männer der 1. SS-Panzer-Division „Leibstandarte-SS Adolf Hitler“ aufgespürt und ins Lager Zuffenhausen gebracht. 400 kamen ins Gefängnis von Schwäbisch Hall bei Stuttgart. Peipers Truppe bestand aus überwiegend sehr jungen Soldaten: einer war 16, zwei waren 17, 11 waren 18 und 8 waren 19 Jahre alt. 22 der 72 Verurteilten waren somit unter 20 Jahre alt; alle wurden gefoltert um irgendwelche Geständnisse von ihnen zu erzwingen. Peiper war ein Vorbild für seine Mannschaft, und unter seiner Leitung hielt sich die Truppe gut. Niemals kam es zu Verrat innerhalb der Truppe. Die Männer wurden ins KL Dachau gebracht, dort wurden 72 der 74 Beschuldigten in einem Schauprozess verurteilt. Einer beging Suizid, einer war Elsässer und wurde an ein französisches Gericht ausgeliefert. 43 – unter ihnen auch Peiper, der für die Taten seiner Mannschaft zur Verantwortung gezogen wurde – wurden zum Tode durch den Strick verurteilt, 22 zu lebenslanger Haft, 8 zu 20, 11 zu 10 Jahren Gefängnis. Der Prozess wurde später wieder aufgenommen und die Todesstrafe wurde durch lebenslange Haft ersetzt. Nach 11 Jahren Haft wurde Joachim Peiper als letzter seiner Kampfgruppe im Dezember 1956 entlassen.

Neue Laufbahn

Im Januar 1957 fing er an für Porsche in Frankfurt zu arbeiten. Die Gewerkschaft forderte seine Entlassung. Anschließend arbeitete er noch für VW in Stuttgart, jedoch wurde ihm dort ebenfalls wegen linker Hetze gekündigt. Damit erkannte er, dass er nicht länger in Deutschland bleiben konnte und zog mit seiner Familie nach Frankreich. Im Jahre 1940 hatte er während des Krieges die Gegend des Langresplateaus kennengelernt und sie schon damals schön und ruhig gefunden. Er hat dann einem französischen Kriegsgefangenen, einem deutschfreundlichen Nationalisten, geholfen, der in Reutlingen bei Bekannten Peipers wie ein Zwangsarbeiter in einer Garage arbeiten musste. Es gab daraufhin eine Regelung zwischen Deutschland und Frankreich, dass für jeden freiwilligen Arbeiter, der nach Deutschland arbeiten ging, zwei Kriegsgefangene zurück nach Hause kommen durften. Auf Fürsprache Peipers durfte jener Mann, Gauthier, zu seiner Familie zurückkehren. Er hatte Peiper nicht vergessen und als dieser im Jahre 1957 Deutschland verlassen musste, war es Gauthier, der ihm half und ihm die Wassermühle von Traves verkaufte. Das Gebäude war aber in schlechtem Zustand und Peiper hatte nicht die nötigen Mittel, die Mühle zu restaurieren. SS-Obersturmbannführer Erwin Ketelhut übernahm anschließend die Wassermühle und Peiper ließ sich 1960 ein Häuschen in Spannplate, hoch auf dem Saoneufer bauen, versteckt im Busch, nicht zu erblicken von der Straße aus und einbruchgesichert. Sechzehn Jahre lang lebte er dort – trotz Drohungen und anonymen Anrufen – doch ziemlich ruhig.

Hetzjagd und Ermordung

Am 11. Juli 1976 kaufte er Draht für einen Hundezwinger in einem Laden in Vesoul, der Departementshauptstadt. Der Verkäufer, ein Elsässer, Paul Cacheux, Mitglied der kommunistischen Partei, erkannte an seinem Akzent, dass er Deutscher war und fragte ihn, ob er während des Krieges in Frankreich gewesen sei. Peiper bezahlte mit einem Scheck auf seinen Namen und seine Anschrift. Paul Cacheux schlug Peipers Namen auf der „braunen Liste“ nach, worin alle gesuchten Deutschen verzeichnet waren. Er gab seine Daten der Résistance durch. Am 22. Juni 1976 schrieb die französische kommunistische Zeitung „L’Humanite“:

„Was macht dieser Nazi in Frankreich?“.

Gefordert wurde, Peiper zu zwingen, Frankreich zu verlassen. In Traves wurden Flugblätter, auf denen Peiper als Kriegsverbrecher und Nazi bezeichnet wurde, an Dorfbewohner verteilt. An Wände in Versoul schmierte man

„Peiper, wir werden dir einen 14. Juli bereiten!“.
(Der 14. Juli ist Frankreichs Nationalfeiertag)

Am Morgen des 13. Juli schickte Peiper seine krebskranke Frau nach Deutschland. Er selbst wollte das Haus nicht verlassen, weil er erwartete, dass man es niederbrennen wollte. Sein Nachbar Erwin Ketelhut hatte vorgeschlagen, die Nacht auf der Wassermühle zu verbringen, aber Peiper lehnte ab. Er wollte auch nicht, dass Ketelhut bei ihm blieb, denn dieser hätte auf die Angreifer geschossen.

Nein“,

sagte er,

Es ist schon genug getötet worden“.

Jochen Peiper wartete auf der Dachterrasse seines Hauses, von dort aus konnte er den Saonefluss überwachen. Erwin Ketelhut hatte ihm sein Gewehr geliehen. Um 23.30 Uhr hörte er ein Geräusch im Gebüsch und erblickte ein Dutzend Männer das steile Flussufer erklimmen. Er schoss in die Luft, um die besoffenen Kerle einzuschüchtern. Sie riefen ihm zu, nach draußen zu kommen. Er tat dies und öffnete die Tür, um mit ihnen zu reden.

Was danach vorfiel, können nur die Täter selbst erzählen. Die Leiche des SS-Standartenführers Jochen Peiper war verkohlt und nur noch einen Meter lang, er hatte weder Hände noch Füße. Er starb um etwa 1.00 Uhr nachts. Das Haus war abgebrannt, das Dach eingestürzt. Was zwischen 23.30 und 1.00 Uhr geschehen ist, ob Peiper noch lebte als er verstümmelt und verbrannt wurde, ist unklar.

Man hatte Gasöl auf den Boden geschüttet und mit einer Mischung aus Benzin und gebrauchtem Motoröl angezündet. Peiper lag in seinem Bett im Schlafzimmer, auf der linken Seite, den Rücken zur Mauer, einen Arm vor der Brust gebogen. Nichts war auf ihn gefallen. Er kam durch große Hitze um. Der Körper war nicht eingeäschert, sondern zusammengeschrumpft.

Erwin Ketelhut und die Franzosen, die ihn gekannt und geschätzt haben, waren der Meinung, dass dieser ritterliche Mann, der so vielen Gefahren getrotzt hatte, nicht auf solche Weise umkommen musste. Die Mörder waren mit ihrem Wagen über eine Weide bis ans Flussufer gefahren, wo zwei Barken bereit lagen. Damit hatten sie die Saone überquert und mussten daraufhin das steile Ufer durch Büsche hinaufklettern. Nach dem Mord liefen sie in die andere Richtung, über die Weiden vor dem Haus, zur Straße. Die Feuerwehr suchte im Fluss nach den fehlenden Körperteilen. Die Untersuchungen der französischen Polizei dauerte sechs Monate. Die Kommunisten aus Vesoul und die Résistance-Mitglieder wurden verhört. Niemand wollte etwas wissen. Anschließend kam der Fall zu den Akten. Niemand ist je verhaftet oder bestraft worden. Die Gegend von Traves ist dünn besiedelt, es gibt im Schnitt 10 Einwohner pro Quadratkilometer. Jeder kennt dort jeden und man weiß alles voneinander; die Täter sind der Bevölkerung bekannt, aber sie schweigt.

Datei:Grab-Peiper.jpg
Grab der Familie Peiper in Schondorf am Ammersee

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Beförderungen

SS-Dienstgrad Datum Alter
SS-Anwärter 16. Oktober 1933 18
SS-Mann 23. Januar 1934 18
SS-Sturmmann 7. September 1934 19
SS-Rottenführer 10. Oktober 1934 19
SS-Unterscharführer 1. März 1935 20
SS-Standartenjunker 11. September 1935 20
SS-Standartenoberjunker 5. März 1936 21
SS-Untersturmführer 20. April 1936 21
SS-Obersturmführer 30. Januar 1939 24
SS-Hauptsturmführer 6. Juni 1940 25
SS-Sturmbannführer 30. Januar 1943 28
SS-Obersturmbannführer 11. November 1943 28
SS-Standartenführer 20. April 1945 30

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Auszeichnungen (Auszug)

  • Deutsches Reiterabzeichen in Bronze oder Silber
  • Rettungsmedaille (1933) in Gold
  • Medaille zur Erinnerung an den 13. März 1938
  • Medaille zur Erinnerung an den 1. Oktober 1938 mit Spange „Prager Burg“
  • Eisernes Kreuz (1939) 2. und 1. Klasse
  • Infanterie-Sturmabzeichen in Silber
  • Medaille Winterschlacht im Osten 1941/42
  • SA-Sportabzeichen
  • SS-Ehrenring
  • Deutsches Kreuz in Gold am 6. Mai 1943 als SS-Sturmbannführer im III. Bataillon/SS-Panzer-Grenadier-Regiment 2 „LSSAH“
  • Nahkampfspange in Bronze und Silber, 1943
  • Sonderabzeichen für das Niederkämpfen von Panzerkampfwagen durch Einzelkämpfer in Schwarz/Silber, 1943
  • Panzerkampfabzeichen mit Einsatzzahl 50 oder 75
  • SS-Dienstauszeichnung
  • Verwundetenabzeichen (1939) in Silber
  • Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub und Schwertern
    • Ritterkreuz am 9. März 1943 als SS-Sturmbannführer und Kommandeur des III.(gep.) Bataillons/SS-Panzer-Grenadier-Regiment 2 „LSSAH“
    • Eichenlaub am 27. Januar 1944 als SS-Sturmbannführer und Kommandeur des SS-Panzer-Regimentes 1 „LSSAH“
    • Schwerter am 11. Januar 1945 als SS-Obersturmbannführer[1] und Kommandeur SS-Panzer-Regimentes 1 „LSSAH“

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Jochen Peiper an Ritterkreuzträger Wilhelm Fey, 1956

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Quelle: Metapedia

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Nichts und Niemand wird vergessen…

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Die Waffen-SS: Unschuldig in Oradour

Von Vincent Reynouard

Am 9. Juni 2004 verurteilte mich das Berufungsgericht in Limoges zu zwei Jahren Gefängnis, davon 18 Monate auf Bewährung und zu einer Geldstrafe von 3,000 Euro für das Verbrechen der „Befürwortung eines Kriegsverbrechens“. Auch die Einziehung eines Teiles meiner Archive, die im Jahre 2001 beschlagnahmt wurden, wurde als rechtmäßig erklärt. Der Grund dieses Urteils war meine Forschung  für das angebliche SS „Massaker“, das in dem französischen Dorf Oradour vor 60 Jahren geschah.

Alles begann im Jahre 1989, als ich mit einem Freund über die Waffen-SS sprach und er mir erzählte, dass die offizielle Geschichte von dem „Massaker in Oradour“ von einer Reihe von Menschen in Frage gestellt wurde. Bis zu diesem Punkt glaubte ich, wie  fast alle Franzosen, an die offizielle historische Version. Ich glaubte, dass Mitglieder der Waffen-SS am 10. Juni 1944 das Dorf Oradour zerstört und ihre Einwohner vernichtet hätten. Ich glaubte auch, dass sie mehrere hundert Frauen und Kinder lebendigen Leibes in der Kirche des Ortes verbrannt hätten.

Im Falle von Oradour handelte es sich nicht um ein paar Dutzend Tote, sondern um einen kaltblütigen Mord von 642 Menschen, darunter etwa 500 wehrlose Frauen, Kinder und Säuglinge. Angesichts dieser entsetzlichen Behauptung und der Zweifel die ich deswegen hegte, war es völlig normal für mich den Tatort dieses Verbrechens aufzusuchen, um mich mit meinen eigenen Augen von dem zu überzeugen, was als Tatsache hingestellt wird.

Ich bin kein Historiker. Mein Bildungsstand ist der eines chemischen Ingenieurs und ich bin ein Lehrer der Naturwissenschaften. Deshalb habe ich Oradour nicht studiert wie es allgemein die Regel ist. Die Wahrheit ist, dass die französischen Schriftsteller zuerst davon ausgehen, die Waffen-SS nach dem Grundsatz des deutschen totalen Krieges zu beurteilen, dann kommt die Rede auf die „Verbrechen der SS“ in Russland, der Tschechslowakei und anderswo; und danach folgt die deutsche Besetzung Frankreichs und die allgemeinen Tätigkeiten der Waffen-SS in ihrem Kampf gegen die Résistance. Das Massaker von Oradour wird nur danach behandelt. Für diese voreingenommenen Schriftsteller ist die Schuld der Waffen-SS ganz selbstverständlich. Dies ist auch der Grund warum seit 1947 die offiziell verbreitete Version die einzige ist, die gehört wird.

Ich für meinen Teil benutze die gebräuchliche Arbeitsweise der Kriminalpolizei, indem die objektiven Beweise ohne Vorurteil überprüft werden. Ich vergaß alles was ich gehört hatte und besuchte den Tatort der Tragödie, mit den verbleibenden Ruinen. Außerdem studierte ich alle historischen Fotografien, die ich bekommen konnte, vor Allem die der Leichen. Erst danach las ich die Berichte der Augenzeugen.

In Bezug auf die Leichen lässt sich feststellen, dass zwischen denen der Männern auf der einen Seite und denen der Frauen und Kinder auf der anderen Seite, es sich um entscheidende Unterschiede handelt.

Die Leichen der Männer waren (bis auf wenige Ausnahmen) vollständig, aber verkohlt, während sich die Kleidung, die sie trugen, verbrannt war. Sie sahen aus wie die typischen Opfer eines Brandes. Im Gegensatz dazu waren die Leichen der Frauen und Kinder in Stücke gerissen, sodass  man nur von Körperteilen sprechen konnte: hier ein Torso, ein Becken mit den Beinen daran, dort ein Arm, eine Hand, ein Kopf. Viele der Körperteile waren mit Stoffstücken bedeckt, die noch nicht verbrannt waren. Soweit der Kopf gefunden wurde, war man in der Lage die besonderen Merkmale der Gesichter der Opfer zu erkennen. Sie sahen aus wie die typischen Opfer einer Explosion.

Im Inneren der Kirche fand ich noch mehr Beweise, die im Widerspruch zu der offiziellen Feuertheorie standen: einen dünnwandigen Messing-Globus, der früher auf dem Dach des Kirchturms gestanden hatte, war nicht geschmolzen. Nach der offiziellen Theorie war der Zusammenbruch des Daches durch ein intensives Feuer im Inneren des Turmes verursacht. Aber wie konnte der Messingglobus den Flammen widerstanden haben? Der Messingglobus war unversehrt, jedoch verbeult, was andeutet, dass er durch die Luft geschleudert wurde. Die zwei Glocken der Kirche hatten nur oberflächliche Anzeichen des Schmelzens aufzuweisen und auch das nur an einigen Stellen. Die eingravierte Schrift auf den Glocken war noch teilweise lesbar. Wenn es wirklich ein langanhaltendes, intensives Feuer im Inneren des Kirchturms gewesen wäre, so hätten die Glocken in eine einheitliche Masse von Bronze schmelzen müssen. Aber in Wirklichkeit war die zerstörerische Kraft des Feuers nur von kurzer Dauer, sodass die Hitze nicht in den Kern des Metalles eindringen konnte.Die Ruine der Kirche bestätigte meine Annahmen. Sie erinnerte mich an andere Kirchen, die Ziele von Bombardierungen wurden. Typisch für solche Ruinen sind die abgerissenen Dächer, hervorgerufen durch die Explosion und die fehlenden Versengungsmerkmahle rund um die Öffnungen des Gebäudes (Fenster und Türen). Bei einem starken Feuer findet man dort immer Spuren von Ruß.

Im Erdgeschoss der Kirche gab es Objekte aus Holz, zum Beispiel den Beichtstuhl. Wenn es sich wirklich um eine intensive Feuerbrunst gehandelt hätte, die 500 Frauen und Kinder verbrannte, wie konnte es dann sein, dass ein hölzernes Objekt die Flammen überstand? Noch heute findet man auf dem Altar Seidenblumen, die  von Pierre Pitevin nur wenige Stunden nachdem das Drama stattgefunden hatte, beschrieben wurden. Wie könnten solche zerbrechlichen Textilien den Flammen eines lang anhaltenden Feuers widerstanden haben?

Die physischen Beweise ermöglichten es uns daher zu dem Schluss zu kommen, dass ein kurzes verheerendes Ereignis in der Kirche stattfand, eher als ein lang anhaltendes Feuer. Das scheint die Hypothese von einer oder mehreren Explosionen zu bestätigen.

Bekräftigungen von Augenzeugenaussagen

Mit dieser Arbeit getan, begann ich die Zeugenaussagen zu studieren. Meine Aufmerksamkeit wurde sofort auf Frau Rouffanche gelenkt, die als einzige Überlebende der Ereignisse in der Kirche dargestellt wird. Sie hinterließ mehrere Zeugenaussagen zwischen 1944 und 1947 und erschien auch als Zeugin vor dem Kriegsverbrechergericht in Bordeaux in 1953. Die Zeugenaussagen vergleichend, kam ich bald zu dem Schluss, dass Frau Rouffanche eine falsche Zeugin war, die absurde Aussagen machte. So sprach sie zum Beispiel von einer geheimnisvollen „Kiste“, die ohne Flammen verbrannte und die ohne Explosion durch die Luft geflogen sei. Als sie zum ersten Mal im Juni 1944 von Mitgliedern der Résistance-Gruppe von Pierre Poitevin befragt wurde, sprach sie von einer „Rauch erzeugenden Kiste“, die die Waffen-SS in die Kirche gebracht hatten. Weiterhin gab sie an: „Niemand wagte in die Nähe der Kiste zu gehen, aber sie war nicht explodiert“. Aber andererseits  sagte sie am 20. November 1944 aus, dass „das Gerät in Brand gesetzt wurde und eine heftige Explosion erschütterte das Innere der Kirche“ (Aus: „Archiv des Ausschusses zur Überprüfung von Feindesverbrechen in Frankreich“). 1947 erklärte sie vor dem Militärgericht in Bordeaux: „Von der besagten Kiste, die in die Kirche gebracht worden war, ging ein dicker, erstickender Rauch aus, ohne sichtbare Flammen“.

Man gelangt daher zu der Annahme, dass die geheimnisvolle Kiste ohne Flammen verbrannt sei und dass eine Explosion in ihrem Inneren stattfand, aber die Kiste selbst nicht explodierte.

Auf jeden Fall erklärte Frau Rouffanche, entkam sie den Flammen durch einen Sprung durch das Kirchenfenster. Das bedeutete, dass sie 4 Meter gefallen sein muss, auf einen 4,5 Meter langen steilen Abhang, an dessen Ende sich eine 1 Meter breite Mauer befindet. Von diesem schmalen Stück der Wand waren es noch 2.5 Meter hinab, wo die Waffen-SS auf sie wartete. All dies war Frau  Rouffanche gelungen ohne sich zu verletzen, obgleich sie damals schon 47 Jahre alt war. Als sie aufgestanden war, gelang es ihr zu entkommen, obwohl ein unter dem Fenster aufgestellter SS-Mann Feuer auf sie eröffnete, und traf sie mit 5 Kugeln in ihre Beine. Diese widersprüchlichen und fantastischen Aussagen waren genug mich zu überzeugen, dass Frau Rouffanche eine Lügnerin war.

Danach wandte ich mich an die anderen Augenzeugen, in der offiziellen Literatur erwähnt, nach denen die Waffen-SS die Feuerleger waren. An erster Stelle unter den Überlebenden des Dramas stehen die sechs Männer, die den Schießungen entkamen, indem sie sich in der Scheune des Landwirtes Laudy versteckten. Von besonderem Interesse war die Zeugenaussage einer Frau Lang, die sich an diesem schicksalsschweren Tag des 10. Juni 1944 in ihrem Haus versteckt hatte. Bei ihrer Vernehmung erklärte sie: „Es ist ein schrecklicher Lärm zu hören aus der Richtung der Kirche, die einige Dutzend Meter von uns entfernt liegt. Eine Explosion folgte der anderen, dann schreckliche Schreie werden gehört. Die Maschinengewehre feuern“.

Herr Palier, ein für die französische nationale Eisenbahngesellschaft, SNCF, arbeitender Ingenieur, der die Kirche den Tag nach diesen Ereignissen besuchte, schreibt: „Es scheint mir, dass die Frauen und Kinder ein anderes Schicksal erlitten hatten als die Männer, da die Leichen der Menschen, die sich in der Kirche befanden in einem ’normalen Zustand‘ aufgefunden worden waren“.

Diese Aussage bestätigte meine erste Schlussfolgerung, die ich aufgrund der objektiven Beweise geformt hatte. Die Kirche wurde durch mehrere Explosionen zerstört, welche auch die Frauen und Kinder getötet hatten. Diese Untersuchung wurde durch die Zeugenaussagen der Überlebenden sowie durch die unveröffentlichen Dokumente bestätigt.

Im August 1990 traf ich mich mit Herrn Renaud. Er erzählte mir, wie er miterlebte, dass die Kirche durch eine Explosion zerstört wurde. Die Explosion war so stark, dass das Dach herunter flog und Herr Renaud die Schockwelle verspürte. Herr  Beaubreuil für seinen Teil bestätigte, dass das Maschinengewehrfeuer im Dorf nach einer heftigen Explosion aus der Richtung der Kirche begann. Seine Zeugenaussage ist von besonderem Interesse, da er sich an dem betreffenden Tage im Haus seiner Tante versteckt hielt, die in der unmittelbaren Nähe der Kirche wohnte. Heute leugnen beide Zeugen, dass sie mich jemals gekannt haben und mit mir gesprochen haben. In diesem Fall lügen beide. Ich habe beide getroffen und unsere Gespräche in einem kleinen roten Notizbuch mit Daten und Informationen notiert, die ich einfach nicht fabriziert haben konnte. Das Notizbuch wurde später von den französischen Justizbehörden beschlagnahmt. Falls es von ihnen freigegeben würde, wäre es klar wer hier lügt!

Mit Hilfe eines Rechtsanwaltes konnte ich die stenografischen Notizen, während des Kriegsverbrechergerichtes in Bordeaux gemacht, untersuchen. Ich konnte ermitteln, dass nicht nur die Angeklagten (Ferdinand Giedinger, Heinrich Weber und weitere), sondern auch die Zeugen der Anklage (d.h. die Überlebenden) bestätigten, dass die Kirche explodiert war. Frau Renaud zum Beispiel sagte aus: “Es gab eine grosse Explosion in der Kirche“. Ihr Mann, den ich kennengelernt hatte, sagte 1990 vor Gericht aus: „Die einzigen Schreie, die ich hörte, begannen als die Kirche explodierte“. Herr Petit war einer derjenigen, der die Kirche kurz nach der Tragödie betreten hatte. In Bordeaux stellte er fest: „Es war ein schrecklicher Anblick. Es gab keine ganzen Körper mehr. Einige waren in zwei gerissen worden“.
Alle Zeugenaussagen sind sich darüber einig, dass die Kirche von einer Reihe gewaltiger Explosionen erschüttert wurde, wovon mindestens eine im Turm der Kirche stattfand. Außer den sichtbaren Schäden am Gebäude, verursachten die Explosionen auch den Tod vieler Frauen und Kinder in der Kirche und löste das Schießen im Dorf aus.

Hat die Waffen-SS die Kirche gesprengt?

Kann man die Waffen-SS für die Explosionen verantwortlich machen? Nach der allgemein gehaltenen Version der Ereignisse ist die Antwort: Ja.

Doch die Befürworter der offiziellen Version wissen, dass die geheimnisvolle Kiste, von der Frau Rouffanche sprach, nicht die Explosion im Turm der Kirche erklären kann, da sie angeblich weit weg vom Turm, im Hauptschiff der Kirche platziert wurde. Es wird behauptet, dass die Waffen-SS alle Frauen und Kinder gleichzeitig durch eine Explosion zu töten gedachte. Dieser Versuch jedoch schlug fehl und verursachte mehr Lärm als Schaden, denn der Einzige, der getötet wurde war ein SS-Mann mit Namen Gnug,  der von einem fallenden Stein aus dem Kirchturm erschlagen wurde. Danach hatten sie improvisiert und brachten eine Erstickungsmaschine, die sie in dem Inneren der Kirche in Brand setzten. Aber auch dieser Versuch scheiterte, da die Explosion die Fenster zerstört hatte, durch die der Rauch entkam. In völliger Verzweiflung betraten die Waffen-SS-Mitglieder die Kirche, um die Menschen mit ihren Maschinengewehren zu erschiessen. (Albert Hyvernaud: Petite histoire d’Oradour-sur-Glane de la Préhistoire à nos jours, 1989).

Doch diese Darstellung ist völlig absurd, wie man schnell feststellen kann. Wenn man wiklich Frauen und Kinder töten wollte, dann aber doch nicht eingesperrt in einer dickwandigen Kirche. Vielmehr hätte man sie in kleinen Gruppen erschiessen können. Aber es gibt noch einen anderer Anhaltspukt dazu: wenn die offizielle Darstellung wahr wäre, dann müssen die Frauen und Kinder eine Explosion vor der Ankunft der „Kiste“ gehört haben. Aber in ihren Aussagen vom Jahre 1944 sprach die wichtigste Zeugin, Frau Rouffanche, nirgends von einer Explosion. In 1947 hatte sie sogar folgende Fassung: „Während der Zeit, in der ich in der Kirche war, habe ich keine Explosion hören und sehen können“. Hier widerspricht sich die offizielle Geschichtsschreibung wieder  einmal selbst. Die Hauptaussage ihrer Argumentation scheint zu sein: Es ist in Ordnung, die Waffen-SS für eine Explosion verantwortlich zu machen aber sobald die Geschichte zu absurd wird, ist es besser wenn es keine Explosion gegeben hat.

Für mich gab es daher nur einen Schluss zu ziehen: Die geheimnisvollen Explosionen, von denen eine im Kirchturm stattfand, war nicht das Werk der Waffen-SS. Sie war anderer Herkunft und dieses hatten die Verfechter der offiziellen Version schon bereits in 1944 verhehlen können.

Oradour, ein Stützpunkt für Partisanentätigkeit

Die wahrscheinlichste Vermutung ist, dass sich ein Partisanenmunitionslager in der Kirche befand und dass am 10. Juni dieses Lager mit tragischen Folgen explodierte. Die Gründe dafür müssen nach wie vor geklärt werden. Diese Theorie steht natürlich im Widerspruch zur offiziellen Darstellung, die Oradour als friedliebendes Dorf in einer Region frei von Partisanen darstellt. Die Vertreter der offiziellen Theorie möchten nicht, dass Menschen ernsthaft über die wirklichen Ursachen für die Zerstörung der Kirche nachdenken. Warum sollte die Résistance nicht ein grosses Dorf an einem wichtigen Transportweg für ihre Zwecke verwendet haben? Denn wir wissen von mehreren Fällen aus Frankreich und Belgien, wo Partisanen Kirchengebäude als Verstecke für grosse Mengen von Munition verwendeten.

In den 90-er Jahren begann ich mich näher mit den Partisanentätigkeiten zu beschäftigen und fand bald heraus, dass einige Dorfbewohner von Oradour Verbindungen zum Widerstand hatten:  Maurice Beaubreuil war ein Mitglied einer Partisanengruppe, sein Freund Mathieu Borie gehörte zur FTP, der kommunistischen Widerstandsbewegung. Paul Doutre war ein Partisanenanhänger; M. Dupic war ein Mitglied der „Secret Army“, (einer rechtsextremorientierten Gruppe von Partisanen). Paul Doire belieferte Partisanen des Ortes mit Brot. Aber es gab noch mehr Beispiele: Durch Studieren der Haute-Vienne Abteilung der  Archive habe ich herausgefunden, dass Partisanen regelmäßig in Oradour tätig waren und dort solche Dinge unternahmen, wie Stehlen von Zigaretten und Benzin. (Vergl. Den Bericht von Unterpräfekt Guy Pauchou, den ich in meinem Buch zitiere. Trotz dieser Tatsachen sagte derselbe Pachou in 1945 aus, dass Oradour ein vollkommen friedliches Dorf war). Abgesehen davon, war die 643. Division der ausländischen Arbeitsnehmer in Oradour untergebracht. Diese bestanden vor allem aus Spaniern, die der Franco Herrschaft entflohen waren. Für die Partisanen waren diese Anti-Faschisten eine Quelle möglicher Rekruten. Das ist sicherlich auch der Grund warum die Gegenwart der ausländischen Arbeitsnehmer auch der offiziellen Überprüfung entgangen ist.

Ich habe 1996 herausgefunden, dass ein ehemaliger RAF-Pilot mit dem Namen Len Cotton, Ende 1942 in der Nähe von Confolens abgeschossen worden war. Schriftlich erzählte er mir, dass die Besatzung seines Flugzeuges durch den Widerstand versorgt wurde, damit sie nicht in deutsche Hände fielen. Für drei Tage waren sie in Oradour-sure-Glane in der Sakristei der Kirche versteckt, mit dem vollen Wissen des örtlichen Priesters. Die Verpflegung der RAF-Männer wurde von der Tochter der bereits genannten Frau Rouffanche besorgt, die ein Mitglied der Résistance war, unter dem Decknamen Danielle. Am Telephon erklärte Len Cotton mir, dass Oradour ein wichtiger Stützpunkt der Résistance war. Diese Zeugenaussagen veröffentlichte ich bereits vor sieben Jahren. Bisher gab es noch keine Stellungsnahme  der Vertreter der offiziellen Version.

Die oben angeführten Angaben dürften erklären, warum Frau Rouffanche ohne zu zögern ein falscher Zeuge für die Résistance wurde. Mit ihrer unglaubwürdigen Geschichte der „Kiste“ und dem fast wundersamen Sprung aus dem Kirchenfenster, hatte sie es geschafft alle Schuld auf die Waffen-SS abzuwälzen und die Résistance von aller Verantwortung zu befreien. Auf diese Art setzte Frau Rouffanche den Kampf ihrer Tochter fort.

Auf jeden Fall brachen die zwei wichtigsten Bausteine der offiziellen Version, einer nach dem anderen, zusammen. Oradour war kein völlig friedliches Dorf, ohne Partisanentätigkeit, sondern im Gegenteil ein Zentrum von Partisanentätigkeit. Und: die Kirche wurde nicht durch einen von der Waffen-SS verursachten Brand zerstört, sondern durch eine Reihe von Explosionen der Munition, die im Gebäude gelagert wurde.

Diese Schlussfolgerungen waren um so wichtiger, da die Waffen-SS schon in 1944 bestritten hatte, dass sie in Oradour waren, um dessen Bevölkerung zu terrorisieren und das Dorf zu liquidieren. Am 10. Juni 1944 kamen etwa 120-150 Mitglieder der Waffen-SS-Division „Das Reich“ nach Oradour, mit dem Auftrag, das Dorf und Umgebung nach dem deutschen Soldaten H. Kämpfe zu durchsuchen, der am Vortag von einer Partisanen Gruppe unter der Leitung von Jean Canou gefangengenommen wurde. Nach den ersten Eindrücken zu schließen, war der gefangene Mann noch immer in Oradour anwesend. Die Männer des Dorfes wurden dann von den Frauen und Kindern getrennt, während die  letzteren aus Sicherheitsgründen in der Kirche untergebarcht wurden. Daraufhin wurden die Männer in kleinere Gruppen aufgeteilt und in  Scheunen verriegelt, sodass sie von einer kleineren Anzahl von Soldaten bewacht werden konnten. Die Waffen-SS durchsuchte die Häuser und fand zahlreiche Waffen als auch Munition. Es gab dann eine große Explosion in der Kirche, die Frauen und Kinder in Stücke zerriss. Die SS-Wachen glaubten sie seien unter Beschuss und eröffneten deshalb Feuer auf die Männer in den Scheunen.

Die offizielle französische Widerlegung

Die Franzosen haben immer wieder die deutsche Version mit der Behauptung eines friedlichen Dorfes widerlegt. Das ist allerdings ein schlechter Versuch sich selbst als unschuldig darzustellen oder sich zumindest rechtfertigen zu wollen. Aber wir wollen es einmal als gegeben ansehen, dass die Waffen-SS wirklich „mit böser Gewohnheit“ gehandelt hätte, wie es ihnen vorgeworfen wird. Wenn sie wirklich versucht hätten die Bevölkerung zu terrorisieren und demoralisieren, so würde die Waffen-SS kaum nach Ausreden gesucht haben. Vielmehr würden sie mit teuflischem Stolz erklärt haben, dass sie nicht zum Narren gehalten werden können. In einem solchen Falle hätte es nicht nur ein Oradour gegeben, sondern zehn, zwanzig, fünfzig.

Schließlich wird niemand bestreiten, dass die Waffen-SS in Oradour die Männer von den Frauen und Kindern getrennt hatten, oder dass sie vom Ortschaftsältesten „Geiseln“ verlangten für Verhandlungszwecke. Es ist ebenfalls unumstritten, dass die Waffen-SS die Häuser danach durchsuchte. Warum aber all diese Zeitverschwendung, wenn sie nur in das Dorf gekommen waren, um die Bewohner abzuschlachten? Schliesslich waren die Deutschen in Eile, um in die Schlachtzone der Normandie zu kommen.

In Tulle am vorhergehenden Tag

Man darf nicht vergessen, dass der Waffen-SS am Vortage in Tulle die ideale Gelegenheit für blutige Rachemassnahmen als Antwort für die Partisanentätigkeit und deren „sinnlose Grausamkeiten“ gegeben wurde. In diesem Dorf hatte man 40 schrecklich verstümmelte Leichen von deutschen Soldaten gefunden, getötet von der Résistance. Die Deutschen hätten hier die Leichname ihrer gefallenen Soldaten zur Schau stellen können, während sie ein Massaker der Männer, Frauen und Kinder in Oradour begingen. Aber das ist offensichtlich nicht geschehen. In Tulle hat die Waffen-SS, in Übereinstimmung mit ihren eigenen Vorschriften, die Frauen und Kinder unversehrt gelassen, während sie 99 von den insgesamt 1200 Gefangenen erhängten. Die Tatsache, dass in Oradour  die Männer von den Frauen und Kindern getrennt wurden, beweist, dass sie nicht beabsichtigten das ganze Dorf zu vernichten. Anhand dessen, gehe ich davon aus, dass es sich in  Oradour um eine Polizeiaktion gehandelt hatte, die unbeabsichigt in einer Tragödie endete. Die Aufgabe der Waffen-SS war es, den deutschen Soldaten H. Kämpfe zu suchen und das Partisanennest zu zerstören.  Während die Operation ausgeführt wurde, schickte man die Frauen und Kinder in die Kirche. Der Fehler der deutschen Kommandanten war, dass sie den „heiligen Ort“ nicht richtig durchsucht hatte. Aber warum haben dann die Explosionen in der Lagerung der Munition, der zum Tode so vieler Menschen führte, stattgefunden? Solange der Zugang zu den Prozess-Archiven verboten ist (und sie werden nicht vor 2053 geöffnet werden!), können wir uns nur auf Spekulationen berufen. Das wahrscheinlichste Szenarium sieht für mich folgendermaßen aus:

Während die Waffen-SS das Dorf durchsuchte, versteckten sich einige Partisanen in der Kirche, wo, wie vorher gesagt, Waffen und Munition versteckt waren. Als nun die Frauen und Kinder in die Kirche gebracht wurden, entdeckte man die Partisanen. Die deutschen Soldaten versuchten sie gefangen zu nehmen. Es kam zu Handgreiflichkeiten und schliesslich wurden einige  Schüsse gefeuert. Diese Schüsse mögen die Explosion der Munition verursacht haben. Sind alle Frauen und Kinder in der Kirche als Folge der Katastrophe umgekommen? Das erscheint nicht der Fall zu sein, da Teile der Kirche nicht zerstört wurden und Gegenstände aus Holz und Stoff unversehrt geblieben sind. Die Menschen, die sich in der Nähe dieser Gegenstände befanden, müssen auch das Drama überlebt haben und nicht nur die bereits erwähnte falsche Zeugin Frau Rouffanche.

Ein deutscher Soldat mit dem Namen Eberhard Matthes besuchte „in Uniform“ 1963 Oradour. Er erklärte unter Eid, dass  er die Bekanntschaft von zwei Frauen gemacht hatte, die sich als Überlebende der Kirche vorstellten. Sie sagten ihm, dass die Waffen-SS „mehrere Frauen und Kinder aus der Hölle gerettet hätten“.

Brutale Zensur

Alle die oben genannten Einzelheiten wurden in einem fast 450 Seiten langen Buch, das 1997 in Belgien unter dem Titel: „Le Massacre d’Oradour“ veröffentlicht wurde, ausführlich besprochen. Es wurde später ins Deutsche übersetzt als „Die Wahrheit über Oradour“ und vom Druffel Verlag herausgegeben. In seinem Vorwort schrieb ich zu der Zeit: „Wenn uns Kritiker zu einer ehrlichen Debatte einladen, so werden wir sie gerne annehmen“. Ich war also schon damals bereit meine Theorien zu diskutieren. Wenn die Verfechter der offiziellen Version wirklich ihrer Sache sicher gewesen wären hätten sie kein Problem gehabt mich in einer offenen Debatte zu widerlegen. Der beste Weg das zu tun, wäre auf mein Buch zu antworten.

Jedoch wurde diese Gelegenheit nie von meinen Gegnern ergriffen. Anstatt zu diskutieren, hat man mit brutaler Zensur geantwortet. Mein Buch wurde 1997 veröffentlicht, zu einer Zeit, in der mir, meines „Revisionismus“ wegen, verboten wurde in Frankreich zu lehren. In der Gegend von Limousin wurde sofort eine intensive Medienkampagne gegen mich ins Leben gerufen. Ich wurde einer massiven Verleumdung unterzogen, mein Name durch den Dreck gezogen und Lügner und Fälscher genannt. Natürlich hat mich kein einziger Journalist interviewt und nicht eine meiner Antworten zu den Anschuldigungen wurde je veröffentlicht. Nur meine Gegner durften sprechen.

Das Verbot meines Buches in Frankreich

Parallel zu diesen offiziellen Bemühungen, wurden in der Gegend von Limousin Versuche gemacht, mein Buch so schnell wie möglich zu verbieten. Wie erwartet führte dieses zu einem schnellen Ergebnis und bereits  im September 1997 war der Druck und die Verbreitung meines Buches, durch den Erlass des damaligen Innen-Ministers, Jean-Pierre Chevènement, im gesamten Bereich Frankreichs verboten.

Von 1998 bis 1999 arbeitete eine kleine Gruppe von Aktivisten an einem Videoband mit der Zusammenfassung der wichtigsten Argumente meines Buches. Der Film wurde am Ende von 2000 fertiggestellt und wurde im Januar 2001 vertrieben. Auch in diesem Fall war die Reaktion der Behörden schnell. Am 8. Februar 2001 kam eine Anordnung des Präfekts der Behörde von Haute-Vienne heraus, der das Zeigen des Videos in allen Teien des Bezirks verbot. Die Hüter der offiziellen historischen Version wollten mich wegen „Verleugnung eines Kriegsverbrechens“ anklagen. Da es aber kein derartig entsprechendes Gesetz in Frankreich gibt, machten die Behörden eine Wendung und änderten es in eine „Befürwortung eines Kriegsverbrechens“. Wie könnte ich so etwas billigen, dessen Wirklichkeit ich in Frage stellte!

Eine strafrechtliche Anklage wurde dann gegen mich durch die Justiz eröffnet. Am 16.Mai 2001 wurde meine Wohnung in Brüssel in meiner Abwesenheit von belgischen Polizisten durchsucht, auf Anweisung der französischen Behörden. Sie beschlagnahmten etwa 60 Kisten von Büchern, verschiedene Papiere, Notizen und Kopien. Zur gleichen Zeit wurde die Wohnung und das Büro meines Verlegers in Antwerpen durchsucht. Anonyme Bestellformulare für mein Video waren an Leute in der Region von Limousin gesandt worden. Die Justiz ordnete eine Handschriftanalyse der Umschläge an und eine DNA Analyse für Reste von Speichel auf den Briefmarken. Der Absender der Formulare wurde auch entdeckt, er erwies sich als ein Freund von mir aus der Gegend von Limousin, der der Sache zu helfen glaubte.

Im Juni 2001 verfügte die Richterin Christine Fourel mir meinen Reisepass zu entziehen. Es wurde mir verboten mich im Distrikt von Haute-Vienne aufzuhalten und ich war verpflichtet das Gericht wissen zu lassen, wenn ich mehr als drei Tage von meiner Wohnung abwesend sein würde. Am 27. September 2001, vier Jahre nach meinem Buch, unterzeichnete der französische Innenminister eine Verordnung, die mein Video im gesamten französischen Raum verbat. Um das zu erreichen, fanden sie Unterstützung in einem Gesetz vom 17. Juni 1998, entworfen  für „den Schutz von Minderjährigen, und den Kampf gegen sexuelle Verbrechen“!

In der Zwischenzeit wurden meine Gerichtsverhandlungen fortgesetzt. Sie dauerten zwei Jahre. Am Ende wurde mein Fall als „Befürwortung eines Kriegsverbrechens“ angesehen. Der Prozess im Gericht in erster Instanz fand am 18. November 2003 statt. Die Weise, in der es behandelt wurde, kann nur als skandalös bezeichnet werden. Der vorsitzende Richter lehnte ein Zeigen meiner Video-Kassette für das  Gericht ab. Mich immer wieder unterbrechend, machte er sicher, dass ich mich nicht verteidigen konnte. Am 12. Dezember wurde das Urteil gefällt und ich wurde zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, davon neun Monate auf Bewährung, für das Verbrechen der „Befürwortung“. Zusätzlich musste ich eine Geldstrafe von 10,000 Euro entrichten. Die Beschlagnahmung meines Forschungs-Materials wurde als gesetzmäßig bestätigt.

Der Berufungsprozess fand am 14. April 2004 statt. Diesmal war die Stellungsnahme des Gerichtes etwas mehr korrekt. Obgleich ich mich dieses Mal selbst verteidigen konnte, wurden meine Argumente ignoriert wie zuvor. Das Urteil wurde am 9. Juni 2004 gesprochen, das heißt am Vortag des 60. Jahrestages der Tragödie von Oradour. In vielen Sachen behielt das Gericht das Urteil der ersten Instanz Wort für Wort bei, während das Urteil selbst rauer gemacht wurde. Aufgrund der Forderung des Staatsanwalts, verurteilte mich der Richter zu zwei Jahren Gefängnis, davon 18 Monate auf Bewährung. Die Geldbuße andererseits wurde auf 3 000 Euro reduziert, zu zahlen an drei zivile Parteien des Gerichtsverfahren (Marcel Durthout, ein Überlebender der Tragödie, „die Internationale Liga gegen Rassismus und Anti-Semitismus“ und „Freunde der Gesellschaft für das Gedenken der Deportation“). Die Beschlagnahmung meines Materials wurde erneut als rechtlich zulässig erklärt. Ich habe eine Berufung auf „unschuldig“ eingereicht, mit wenig Hoffnung auf Erfolg.

Zusammenfassung

Zur Zeit, in der ich diesen Text schreibe, warte ich darauf für sechs Monate ins Gefängnis zu gehen. Vom gerichtlichen Standpunkt gesehen, triumphierten meine Feinde. Aber intellektuell haben sie verloren, da sie in sieben Jahren nicht in der Lage waren auf meine Argumente zu antworten, sondern schwiegen und sich weigerten mich zu debattieren. Sie haben sicher gemacht, sich mit dem Gesetz zu schützen. Sie verlangten ununterbrochen brutale Zensur meiner Arbeit und eine Gefängnisstrafe für mich. Diese Clique versucht mich zum Schweigen zu bringen, koste es, was es wolle. Dadurch haben sie aber unbeabsichtigt dazu beigetragen meine Argumente zu verbreiten.

Rückübersetzt aus der englischen Übersetzung des Thomas Kues.

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Quelle: CODOH

Gefunden bei: http://unglaublichkeiten.com/unglaublichkeiten/

Standartenführer der Waffen-SS – Joachim Peiper

Joachim „Jochen“ Peiper (Lebensrune.png 30. Januar 1915 in Berlin-Wilmersdorf; Todesrune.png 13. Juli 1976 in Traves, Frankreich) war Standartenführer der Waffen-SS und im Malmedy-Prozess Opfer der politischen Justiz. Er unterhielt persönliche Beziehungen zu Heinrich Himmler.

Joachim Peiper (1915–1976)

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Karriere

Joachim Peiper wurde am 30. Januar 1915 als Sohn einer Offiziersfamilie in Berlin geboren. Früh fasste er den Entschluss, Soldat und Offizier zu werden. Weihnachten 1934 verließ Peiper die Goethe-Oberrealschule und widmete sich seiner soldatischen Laufbahn.

Datei:Joachim Peiper.jpgAls Schüler hatte er sich speziell als begabter Sprachler erwiesen und beherrschte das Französische sowie das Englische praktisch akzentlos. Das einzige, was ihn „verriet“ war, dass er Französisch zu schnell sprach. Wie damals üblich hatte er nicht nur die Sprache unserer Nachbarn gelernt, sondern hatte sich auch der Kultur Frankreichs gewidmet. Französische Literatur, Malerei, Philosophie, Gastronomie usw. waren ein Teil seines Ganzen geworden. Joachim Peiper war frankophil, einer der die französische Kultur ehrte. Er war und blieb ein Deutscher durch und durch, aber eben einer, dessen Weltanschauung vom Kosmopolitischen beeinflusst war. Er war anderen Völkern und Kulturen gegenüber ein offener Mann und niemals extrem oder überheblich, obwohl er dessen manchmal beschuldigt wurde. Sogar SS-General Sepp Dietrich (unter welchem er gegen Ende des Kriegs diente) beklagte sich über Peipers angebliche Arroganz. Dass manche den Eindruck hatten, er sei arrogant, basierte darauf, dass Peiper in absolut jeder Hinsicht – intellektuell, kulturell und physisch – er hatte die Ausstrahlung sowie das Aussehen eines Filmhelden – ein überlegener Mann war. Er wurde eben seines selbstsicheren Auftretens, seiner Fähigkeiten, seiner Zivilcourage und seines hervorragenden Aussehens wegen beneidet.

Es half auch nicht, dass er sich, ein apolitischer Mann, weigerte der Partei beizutreten. Damals war es ein absolutes „Muss“ für alle Angehörigen der SS, auch Parteimitglied zu sein. Aber was für die Mehrzahl eine Gegebenheit war, war für einen Mann wie Peiper bedeutungslos. Deutsch zu sein und deutsche Werte zu personifizieren war für ihn das A & O. Und Deutsch war er im allerbesten Sinne des Wortes, niemals zweifelnd, immer tapfer, immer seine Leute inspirierend, ein Deutscher Führer á la Götz von Berlichingen oder Marschall Blücher, Männer, bei denen der Individualismus ebenfalls sehr ausgeprägt war. Kurz gesagt, er war ein überlegener Offizier in der besten Preußischen Tradition. Der Liedermacher André Lüders verfasste später das Lied „Mann der Front“ über ihn.

Militärische Laufbahn

Mit 19 Jahren trat er als Freiwilliger in die Leibstandarte-SS „Adolf Hitler“ ein. 1938 wurde er zum Adjutanten des Reichsführers SS Heinrich Himmler ernannt. Bei Ausbruch des Krieges aber beantragte er den Frontdienst. Er befehligte die 10. Kompanie der Leibstandarte-SS „Adolf Hitler“ in Polen, Holland, Belgien und Frankreich. Im Jahre 1941 kämpfte er in Russland mit dem 3. Panzerbataillon des SS-Panzergrenadier-Regimentes 2 „LSSAH“. Er entsetzte die 320. Infanteriedivision  des Generals Postel, eingekesselt bei Kharkov. Am 19. März 1943 nahm er Bielgorod ein. Im September 1943 war er in Italien. Im November desselben Jahres kämpfte er für das Reich in Jitomir und durchbrach mit der 1. Armee den Kessel bei Kamenets Podolsk. Bis Oktober 1944 kämpft er am Westwall. Am 16. Dezember 1944 – unter der Führung Sepp Dietrichs der 6. Panzerarmee – stand er an der Spitze der Ardennenoffensive mit der 1. SS-Panzer-Division „Leibstandarte-SS Adolf Hitler.

Er stieß bis La Gleize bei Stavelot vor. Abgeschnitten vom Rest der Armee, wurde er eingekesselt. Jedoch konnte er sich mit seiner Mannschaft zu Fuß, in eisiger Kälte und unter Zurücklassen des Kriegsmaterials retten. Stets unter dem Kommando Sepp Dietrichs kämpfte er bis zum Ende gegen die Russen, westlich der Donau bei Wien, ebenso in den Alpen bei Sankt Pollen und Krems, wo er sich schließlich mit seiner Mannschaft den Amerikanern ergab. Er brachte es zum SS-Standartenführer und Träger des Ritterkreuzes mit Eichenlaub und Schwertern.

Gerichtsverfahren

Nach der Kapitulation der Wehrmacht wurde dieser tadellose, edelmütige und unglaublich tapfere Soldat eingesperrt, geschlagen und gedemütigt. Er wurde beschuldigt, während der Ardennenoffensive in Baugnez bei Malmedy die Erschießung amerikanischer Gefangener befohlen zu haben: Die durch die Kampfgruppe J.P. gefangen genommenen VS-Soldaten wurden zu einer Weide gebracht um dort ihren Transport hinter die Frontlinien abzuwarten. Peiper ließ einige seiner Männer als Wachen zurück. Er selbst fuhr an der Spitze seiner Panzer weit vor den folgenden Verbänden nach Ligneuville. Als der Großteil der Kampfgruppe in Baugnez ankam, verweilten dort die Truppen und plauderten mit ihren zurückgelassenen Kameraden. Ein Spähwagen hatte eine Panne und wurde repariert. Plötzlich schreckte ein auf einem Panzer sitzender Soldat auf und bemerkte, dass einige der amerikanischen Gefangenen von ihrer Unachtsamkeit Gebrauch gemacht hatten und fliehen wollten. Er schwang seine Pistole und gab ein paar Schüsse in ihre Richtung ab, jedoch ohne jemanden zu treffen. Jedoch verursachte sein Schuss Panik unter den Gefangenen, die in alle Richtungen auseinander liefen. Es wurde mit Maschinenpistolen geschossen, wobei 21 Amerikaner auf der Flucht erschossen wurden.

Nach der Kapitulation wurden die Männer der 1. SS-Panzer-Division „Leibstandarte-SS Adolf Hitler“ aufgespürt und ins Lager Zuffenhausen gebracht. 400 kamen ins Gefängnis von Schwäbisch Hall bei Stuttgart. Peipers Truppe bestand aus überwiegend sehr jungen Soldaten: einer war 16, zwei waren 17, 11 waren 18 und 8 waren 19 Jahre alt. 22 der 72 Verurteilten waren somit unter 20 Jahre alt; alle wurden gefoltert um irgendwelche Geständnisse von ihnen zu erzwingen. Peiper war ein Vorbild für seine Mannschaft, und unter seiner Leitung hielt sich die Truppe gut. Niemals kam es zu Verrat innerhalb der Truppe. Die Männer wurden ins KL Dachau gebracht, dort wurden 72 der 74 Beschuldigten in einem Schauprozess verurteilt. Einer beging Suizid, einer war Elsässer und wurde an ein französisches Gericht ausgeliefert. 43 – unter ihnen auch Peiper, der für die Taten seiner Mannschaft zur Verantwortung gezogen wurde – wurden zum Tode durch den Strick verurteilt, 22 zu lebenslanger Haft, 8 zu 20, 11 zu 10 Jahren Gefängnis. Der Prozess wurde später wieder aufgenommen und die Todesstrafe wurde durch lebenslange Haft ersetzt. Nach 11 Jahren Haft wurde Joachim Peiper als letzter seiner Kampfgruppe im Dezember 1956 entlassen.

Neue Laufbahn

Im Januar 1957 fing er an für Porsche in Frankfurt zu arbeiten. Die Gewerkschaft forderte seine Entlassung. Anschließend arbeitete er noch für VW in Stuttgart, jedoch wurde ihm dort ebenfalls wegen linker Hetze gekündigt. Damit erkannte er, dass er nicht länger in Deutschland bleiben konnte und zog mit seiner Familie nach Frankreich. Im Jahre 1940 hatte er während des Krieges die Gegend des Langresplateaus kennengelernt und sie schon damals schön und ruhig gefunden. Er hat dann einem französischen Kriegsgefangenen, einem deutschfreundlichen Nationalisten, geholfen, der in Reutlingen bei Bekannten Peipers wie ein Zwangsarbeiter in einer Garage arbeiten musste. Es gab daraufhin eine Regelung zwischen Deutschland und Frankreich, dass für jeden freiwilligen Arbeiter, der nach Deutschland arbeiten ging, zwei Kriegsgefangene zurück nach Hause kommen durften. Auf Fürsprache Peipers durfte jener Mann, Gauthier, zu seiner Familie zurückkehren. Er hatte Peiper nicht vergessen und als dieser im Jahre 1957 Deutschland verlassen musste, war es Gauthier, der ihm half und ihm die Wassermühle von Traves verkaufte. Das Gebäude war aber in schlechtem Zustand und Peiper hatte nicht die nötigen Mittel, die Mühle zu restaurieren. SS-Obersturmbannführer Erwin Ketelhut übernahm anschließend die Wassermühle und Peiper ließ sich 1960 ein Häuschen in Spannplate, hoch auf dem Saoneufer bauen, versteckt im Busch, nicht zu erblicken von der Straße aus und einbruchgesichert. Sechzehn Jahre lang lebte er dort – trotz Drohungen und anonymen Anrufen – doch ziemlich ruhig.

Hetzjagd und Ermordung

Am 11. Juli 1976 kaufte er Draht für einen Hundezwinger in einem Laden in Vesoul, der Departementshauptstadt. Der Verkäufer, ein Elsässer, Paul Cacheux, Mitglied der kommunistischen Partei, erkannte an seinem Akzent, dass er Deutscher war und fragte ihn, ob er während des Krieges in Frankreich gewesen sei. Peiper bezahlte mit einem Scheck auf seinen Namen und seine Anschrift. Paul Cacheux schlug Peipers Namen auf der „braunen Liste“ nach, worin alle gesuchten Deutschen verzeichnet waren. Er gab seine Daten der Résistance durch. Am 22. Juni 1976 schrieb die französische kommunistische Zeitung „L’Humanite“:

„Was macht dieser Nazi in Frankreich?“.

Gefordert wurde, Peiper zu zwingen, Frankreich zu verlassen. In Traves wurden Flugblätter, auf denen Peiper als Kriegsverbrecher und Nazi bezeichnet wurde, an Dorfbewohner verteilt. An Wände in Versoul schmierte man

„Peiper, wir werden dir einen 14. Juli bereiten!“.
(Der 14. Juli ist Frankreichs Nationalfeiertag)

Am Morgen des 13. Juli schickte Peiper seine krebskranke Frau nach Deutschland. Er selbst wollte das Haus nicht verlassen, weil er erwartete, dass man es niederbrennen wollte. Sein Nachbar Erwin Ketelhut hatte vorgeschlagen, die Nacht auf der Wassermühle zu verbringen, aber Peiper lehnte ab. Er wollte auch nicht, dass Ketelhut bei ihm blieb, denn dieser hätte auf die Angreifer geschossen.

Nein“,

sagte er,

Es ist schon genug getötet worden“.

Jochen Peiper wartete auf der Dachterrasse seines Hauses, von dort aus konnte er den Saonefluss überwachen. Erwin Ketelhut hatte ihm sein Gewehr geliehen. Um 23.30 Uhr hörte er ein Geräusch im Gebüsch und erblickte ein Dutzend Männer das steile Flussufer erklimmen. Er schoss in die Luft, um die besoffenen Kerle einzuschüchtern. Sie riefen ihm zu, nach draußen zu kommen. Er tat dies und öffnete die Tür, um mit ihnen zu reden.

Was danach vorfiel, können nur die Täter selbst erzählen. Die Leiche des SS-Standartenführers Jochen Peiper war verkohlt und nur noch einen Meter lang, er hatte weder Hände noch Füße. Er starb um etwa 1.00 Uhr nachts. Das Haus war abgebrannt, das Dach eingestürzt. Was zwischen 23.30 und 1.00 Uhr geschehen ist, ob Peiper noch lebte als er verstümmelt und verbrannt wurde, ist unklar.

Man hatte Gasöl auf den Boden geschüttet und mit einer Mischung aus Benzin und gebrauchtem Motoröl angezündet. Peiper lag in seinem Bett im Schlafzimmer, auf der linken Seite, den Rücken zur Mauer, einen Arm vor der Brust gebogen. Nichts war auf ihn gefallen. Er kam durch große Hitze um. Der Körper war nicht eingeäschert, sondern zusammengeschrumpft.

Erwin Ketelhut und die Franzosen, die ihn gekannt und geschätzt haben, waren der Meinung, dass dieser ritterliche Mann, der so vielen Gefahren getrotzt hatte, nicht auf solche Weise umkommen musste. Die Mörder waren mit ihrem Wagen über eine Weide bis ans Flussufer gefahren, wo zwei Barken bereit lagen. Damit hatten sie die Saone überquert und mussten daraufhin das steile Ufer durch Büsche hinaufklettern. Nach dem Mord liefen sie in die andere Richtung, über die Weiden vor dem Haus, zur Straße. Die Feuerwehr suchte im Fluss nach den fehlenden Körperteilen. Die Untersuchungen der französischen Polizei dauerte sechs Monate. Die Kommunisten aus Vesoul und die Résistance-Mitglieder wurden verhört. Niemand wollte etwas wissen. Anschließend kam der Fall zu den Akten. Niemand ist je verhaftet oder bestraft worden. Die Gegend von Traves ist dünn besiedelt, es gibt im Schnitt 10 Einwohner pro Quadratkilometer. Jeder kennt dort jeden und man weiß alles voneinander; die Täter sind der Bevölkerung bekannt, aber sie schweigt.

Datei:Grab-Peiper.jpg
Grab der Familie Peiper in Schondorf am Ammersee

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Beförderungen

SS-Dienstgrad Datum Alter
SS-Anwärter 16. Oktober 1933 18
SS-Mann 23. Januar 1934 18
SS-Sturmmann 7. September 1934 19
SS-Rottenführer 10. Oktober 1934 19
SS-Unterscharführer 1. März 1935 20
SS-Standartenjunker 11. September 1935 20
SS-Standartenoberjunker 5. März 1936 21
SS-Untersturmführer 20. April 1936 21
SS-Obersturmführer 30. Januar 1939 24
SS-Hauptsturmführer 6. Juni 1940 25
SS-Sturmbannführer 30. Januar 1943 28
SS-Obersturmbannführer 11. November 1943 28
SS-Standartenführer 20. April 1945 30

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Auszeichnungen (Auszug)

  • Deutsches Reiterabzeichen in Bronze oder Silber
  • Rettungsmedaille (1933) in Gold
  • Medaille zur Erinnerung an den 13. März 1938
  • Medaille zur Erinnerung an den 1. Oktober 1938 mit Spange „Prager Burg“
  • Eisernes Kreuz (1939) 2. und 1. Klasse
  • Infanterie-Sturmabzeichen in Silber
  • Medaille Winterschlacht im Osten 1941/42
  • SA-Sportabzeichen
  • SS-Ehrenring
  • Deutsches Kreuz in Gold am 6. Mai 1943 als SS-Sturmbannführer im III. Bataillon/SS-Panzer-Grenadier-Regiment 2 „LSSAH“
  • Nahkampfspange in Bronze und Silber, 1943
  • Sonderabzeichen für das Niederkämpfen von Panzerkampfwagen durch Einzelkämpfer in Schwarz/Silber, 1943
  • Panzerkampfabzeichen mit Einsatzzahl 50 oder 75
  • SS-Dienstauszeichnung
  • Verwundetenabzeichen (1939) in Silber
  • Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub und Schwertern
    • Ritterkreuz am 9. März 1943 als SS-Sturmbannführer und Kommandeur des III.(gep.) Bataillons/SS-Panzer-Grenadier-Regiment 2 „LSSAH“
    • Eichenlaub am 27. Januar 1944 als SS-Sturmbannführer und Kommandeur des SS-Panzer-Regimentes 1 „LSSAH“
    • Schwerter am 11. Januar 1945 als SS-Obersturmbannführer[1] und Kommandeur SS-Panzer-Regimentes 1 „LSSAH“

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Jochen Peiper an Ritterkreuzträger Wilhelm Fey, 1956

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Quelle: Metapedia

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Nichts und Niemand wird vergessen…

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Heinrich Luitpold Himmler – Reichsführer-SS, Chef der Deutschen Polizei sowie zwischen 1943 und 1945 zusätzlich Reichsinnenminister

Heinrich Luitpold Himmler (Lebensrune.png 7. Oktober 1900 in München; Todesrune.png 23. Mai 1945 in Lüneburg) war ein nationalsozialistischer Politiker. Er warReichsführer-SS rune.png sowie zwischen 1943 und 1945 zusätzlich Reichsinnenminister.

https://i0.wp.com/de.metapedia.org/m/images/4/47/Himmler-feldgrau-Ordensspange.jpg
Heinrich Himmler, 1900 – 1945

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Familie und Jugend

Heinrich Himmler wurde als zweiter Sohn des Oberstudiendirektors Joseph Gebhard Himmler (1865-1936) und dessen Frau Anna Maria Heyder (1866 – 1941) geboren und wuchs in bürgerlichen Verhältnissen auf. Er war der Bruder von Gebhard Ludwig Himmler (Lebensrune.png 29. Juli 1898) und Ernst Hermann Himmler (Lebensrune.png 23. Dezember 1905), die sich ebenfalls der SS anschlossen. Doch spielten diese bei der späteren Geschichte der SS kaum eine Rolle.

Himmler besuchte das humanistische Gymnasium in München und Landshut. Er galt als überaus fleißiger Musterschüler. Am Ende des Ersten Weltkrieges durchlief er die Offiziersausbildung, beendete sie jedoch nicht, sondern musste mit Kriegsende 1918 aus der Armee ausscheiden, ohne jemals an der Front eingesetzt gewesen zu sein.

Nach dem Scheitern der Räterepublik unter dem jüdischen Revolutionär Kurt Eisner in München, an deren Bekämpfung er sich als Angehöriger des Freikorps Lauterbach beteiligt hatte, besuchte er das Münchner Wilhelmsgymnasium und studierte danach von 1919 bis 1922 an der Technischen Hochschule München Landwirtschaft. In dieser Zeit trat er auf Wunsch seines Vaters der schlagenden schwarzen Studentenverbindung „PC Apollo“ im Rothenburger Verband Schwarzer Verbindungen (RVSV) bei (heute: Burschenschaft Franco-Bavaria München in der DB (Deutsche Burschenschaft)). Er schloss sein Studium mit der Diplomhauptprüfung für Landwirte ab. Anschließend arbeitete er bis zum Marsch auf die Feldherrnhalle als Laborant in einer Fabrik für künstliche Düngemittel im Norden Münchens.

Himmler war verheiratet mit seiner Frau Margarethe, geb. Boden, die im Jahre 1929 die Tochter Gudrun gebar. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden beide in Norditalien von amerikanischen Truppen festgenommen.

Himmler mit seiner Tochter Gudrun

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NSDAP

Bei einem studentischen Schützenfest im Januar 1922 lernte Himmler Ernst Röhm kennen, dessen paramilitärischer Reichskriegsflagge er beitrat. 1923 engagierte sich Himmler bei der Bayerischen Volkspartei (BVP), aus der er aber zeitnah wieder austrat. Über seine Mitgliedschaft bei den Artamanen kam Himmler in Kontakt mit der NSDAP, der er am 2. August 1923 beitrat (Mitglied Nr. 42.404). Am 9. November 1923 beteiligte er sich in seiner Eigenschaft als Mitglied der Röhmschen Freikorps am Marsch auf die Feldherrnhalle, der scheiterte.

Anfang 1924 schloss sich Himmler der Nationalsozialistischen Freiheitsbewegung (NSFB) Ludendorffs an. Bereits im Februar 1924 war er deren „Parteiredner“ in Nordbayern. Ferner erneuerte er seine alten Kontakte zu Ernst Röhm und anderen Freikorps-Mitgliedern, als er dem „Deutschvölkischen Offiziersbund (DVOB)“ und der „Alt-Reichsflagge“ beitrat. Diesen Organisationen gehörte Himmler bis 1926 an.

Anfang 1925 begann sein Aufstieg in der NSDAP. 1925 trat er auch in die SA ein. Aber bereits am 8. August 1925 wechselte er in die SS (Mitgliedsnummer: 168) über und führte bis 1927 zahlreiche hauptamtliche Partei-Tätigkeiten aus, bis er 1927 zum stellvertretenden Reichsführer SS ernannt wurde.

Mitgliedsausweis des Wehrverbandes „Reichs-Kriegsflagge“ 1923

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Reichsführer-SS

Bevor Himmler 1929 Reichsführer-SS wurde, hatte er folgende Funktionen inne:

1925: Reichsredner der NSDAP
1925: Leiter der NSDAP-Parteipropaganda für Niederbayern
1925: Schriftführer der Gauleitung Niederbayern
1926: Gaugeschäftsführer und stellvertretender Gauleiter für Niederbayern-Oberpfalz
1926: Stellvertretener Gauleiter für Oberbayern-Schwaben
1926: Gau-SS-Führer Niederbayern
1926: Stellvertretener Reichspropagandaleiter
1927: Stellvertretener Reichsführer-SS
1927: Mitglied des Stabes der Obersten SA-Führung

Nachdem Erhard Heiden einen Tag zuvor von seinem Amt als Reichsführer-SS durch Adolf Hitler abgesetzt worden war, wurde Himmler am 6. Januar 1929 an die Spitze der Schutzstaffel berufen.

Dieser Titel war zwischen 1926 und 1934 eine reine Dienststellung innerhalb der SA und ohne jede rechtliche Bedeutung. Das änderte sich erst im August 1934, als Himmler in den Dienstrang eines „Reichsleiters SS“ erhoben und Adolf Hitler unmittelbar unterstellt wurde. Dadurch wurde der Titel „Reichsführer-SS“ zu einem offiziellen Dienstgrad innerhalb der SS.

Heinrich Himmler adoptierte nach dem Mord am Blutzeugen der Bewegung Kurt von der Ahé im Februar 1933 dessen jüngsten Sohn Gerhard.

Himmler mit Frau, Tochter Gudrun und Adoptivsohn Gerhard, dem Sohn von Kurt von der Ahé

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Drittes Reich

1933, nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten infolge rechtmäßiger Reichstagswahl, wurde Himmler zum Polizeipräsidenten von München ernannt. Am 30. Juni und 1. Juli 1934 hatten Heinrich Himmler und die SS den wesentlichen Anteil an der als „Röhm-Putsch“ bezeichneten Entmachtung und Ausschaltung der Führung der SA und anderer Gegner, wie des ehemaligen Reichskanzlers und Reichswehr-General Kurt von Schleicher und dessen Frau.

Nach Erlass des Führers und Reichskanzlers vom 17. Juni 1936 war in der Person Heinrich Himmlers das Parteiamt des Reichsführers-SS mit dem neu geschaffenen staatlichen Amt eines Chefs der Deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern institutionell miteinander verbunden. Zugleich wurde hierdurch der politisch gewünschte Prozess eingeleitet, durch die Verschmelzung mit der SS die zentralisierte Polizei aus dem Reichsministerium des Innern herauszulösen, sie dem nur Adolf Hitler unterstehenden Parteifunktionär Reichsführer-SS zu unterstellen und damit zu entstaatlichen. Dadurch, dass Himmler 1943 auch zum Reichsinnenminister ernannt wurde, wurden Innenpolitik und Polizei allerdings wieder vereint. Himmler unterstand damit der gesamte Polizeiapparat, bestehend aus den Ämtern der Ordnungspolizei, der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) und dem Reichskriminalpolizeiamt.

Hermann Göring ernennt Himmler zum Inspekteur des Preußischen Geheimen Staatspolizeiamtes, 20. April 1934

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Als Reichsführer-SS unterstand ihm weiterhin der Sicherheitsdienst (SD) als parteiinterner Nachrichtendienst. Himmler wurde in seiner neuen Eigenschaft den Befehlshabern des Heeres und der Marine sowie den Reichsministern im Rang gleichgestellt und erhielt Kabinettsrang. Damit war er zu einem der mächtigsten Männer im Deutschen Reich geworden. Himmler versuchte sich ebenfalls auf dem Gebiet der Außenpolitik, indem er al-Husseinis antijüdische Aktivitäten unterstütze und ihm nach seiner Flucht ins Reich ein Forum bzw. Raum für Aktivitäten gab.

Himmler war stets auf der Suche nach den Wurzeln der Germanen und von seinen SS-Dienststellen waren einige nur mit dem Sammeln diesbezüglicher Dokumente beauftragt.

Bei den von ihm organisierten Feierlichkeiten zum 1.000. Todestag Heinrichs I. – dessen Leiche in den Dom von Quedlinburg überführt wurde – hielt Himmler eine vielbeachtete Rede. In der Wewelsburg nannte er den ihm vorbehaltenen Raum „König Heinrich“; sein Sonderzug hieß seit Kriegsbeginn gegen Polen „Heinrich“; seine Feldkommando-Stelle in der Nähe des Führerhauptquartiers nannte er „Heinrich“; die gesamte von der SS geführte Strategie in Osteuropa nannte er „Programm Heinrich“.

Himmler sagte in seiner Rede im Jahre 1936 zum tausendsten Todestag von Heinrich I. in Quedlinburg:

„Er war der Erste unter Gleichen, und es wurde ihm eine größere und wahre menschliche Ehrfurcht entgegengebracht, als später Kaisern, Königen und Fürsten, die sie nach volksfremdem byzantinischen Zeremoniell forderten, zuteil wurde. Er hieß Herzog und König und war ein Führer vor tausend Jahren.“

Himmler gründete im selben Jahr die Reichszentrale zur Bekämpfung der Homosexualität und Abtreibung als Sonderabteilung der Polizei. Darüber hinaus war er maßgeblich an der Ausarbeitung des Madagaskar-Planes ab 1940 zur Umsiedlung der Juden in einen anderen Staat beteiligt.

Per Geheimerlass wurde Himmler zusätzlich am 7. Oktober 1939 von Adolf Hitler zum „Reichskommissar zur Festigung deutschen Volkstums“ ernannt. In dieser Funktion war er für die Regermanisierung der durch den sogenannten Versailler Vertrag an Polen abgetretenen deutschen Ostgebiete zuständig.

1940 rüstete Himmler Expeditionen in den Himalaya aus, die der Frage nachgehen sollten, welche über das Symbol des Swastika (Hakenkreuz) hinaus gehenden Gemeinsamkeiten zwischen Nationalsozialismus und Buddhismus bestehen könnten und empfing zu diesbezüglichen Fachsimpeleien u. a. den schwedischen Forschungsreisenden Sven Hedin.

Himmler trennte sich 1940 offiziell von seiner Frau Marga und lebte daraufhin mit seiner Sekretärin Hedwig Potthast zusammen. Aus dieser Beziehung gingen zwei Kinder hervor, die später von den Alliierten zum Zwecke der Umerziehung brutalen Gehirnwäschen unterzogen wurden.

Heinrichsfeier 1938: Himmler legt einen Kranz am Grab von Heinrich I. in der Stiftskirche Quedlinburg ab

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Zweiter Weltkrieg

Mit Beginn des Russlandfeldzuges wurde Himmler die polizeiliche Sicherung in den von der Wehrmacht besetzten Gebieten übertragen.

Über den Einsatz im Osten schrieb später Karl Wolff, dass Himmler einmal bei der Erschießung von 100 Spionen und Saboteuren in Minsk anwesend war:

(…)Himmler drehte sich zu mir herum. „Wir fahren mit, sagte er. ‚Es ist gut, daß ich mir so was einmal ansehen kann.“ (…) Und dann geben Sie dem Führer einen genauen Bericht. Er soll wissen, wie hart der Kampf unserer Soldaten hier an der Grenze Asiens ist. Und wie meine Polizei der Front den Rücken sauberkämpft.“ (…) Nach mehreren Salven sah ich, wie Himmler zusammenzuckte. Wie er sich mit der rechten Hand ins Gesicht fuhr. Und wie er auf einmal taumelte. Ich ging zu ihm hin und zog ihn von der Grube weg. „Das hätten Sie sich und mir ersparen können“, sagte ich erbittert zu ihm. Erst jetzt wandte er sich mir zu. Sein Gesicht war fast grün. (…) Gleich darauf erbrach er sich.

– Karl Wolff, SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS über Himmler –

Der Passus der Posener Rede, die Himmler später gehalten haben soll und in der er 100 bis 1.000 nebeneinanderliegende Tote erwähnt, könnte sich somit auch auf diesen Vorfall beziehen.

Heinrich Hoffmann, Richard Schulze, Heinrich Himmler und Karl Wolff 1941 in der Wolfsschanze

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Ab 1944 war Himmler Oberbefehlshaber des Ersatzheeres und Chef der Heeresrüstung. Ende des Jahres übernahm er die Position des Oberbefehlshabers Oberrhein, dessen Einheiten gegen die anrückenden Alliierten im Westen aufgestellt war. Am 24. Januar 1945 wurde aus Truppenteilen des Stabes des OB Oberrhein an der Ostfront die Heeresgruppe Weichsel aufgestellt und Himmler, der in militärischen Fragen völlig unerfahren war, übernahm auf Adolf Hitlers Weisung deren Führung. Himmler gelang es nicht, seine Truppen geordnet gegen die vorrückende Rote Armee zu stellen; am 21. März gab er das Kommando wieder ab.

Laut dem Großen Wendig streckte Heinrich Himmler seit 1943 Friedensfühler zu den Alliierten aus. Wofür er darin als weitsichtiger Realpolitiker angesehen wird. Da er dies jedoch zu einem Zeitpunkt tat, als der größte Teil Europas immer noch von Deutschland besetzt war, kann dies in Zweifel gezogen werden. Seine eigentliche Aufgabe hätte im Gegensatz dazu, als der Mann der für die Sicherheit im Reich zuständig war, darin bestanden die Machenschaften der Verräter, die laut Friedrich Lenz bereits zum Kriegsausbruch 1939 beitrugen, aufzudecken, ihre Unterstützung für Eisenhowers Landung in der Normandie zu unterbinden und überhaupt ihre Aktivitäten zu unterbinden, die im Attentat vom 20. Juli 1944 gipfelten. Wenn Himmler zudem tatsächlich von den Engländern ermordet worden ist, nachdem er sich in ihre Gefangenschaft begab und er vorher den westlichen Alliierten eine Teilkapitulation anbot, so ist seine Einschätzung der Lage wohl eher als fehlerhaft einzustufen und nicht als weitsichtig.

In der ersten Reihe von links nach rechts:
Hanns Oberlindober, Fedor von Bock, Erhard Milch, Heinrich Himmler, Karl Dönitz, Wilhelm Keitel, Hermann Göring und Adolf Hitler beim Heldengedenktag am 21. März 1943 im Zeughaus Berlin

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Fehlgeschlagene Kapitulationsverhandlungen und Tod

Gemäß der offiziellen Geschichtsschreibung soll

Himmler im Februar 1945, ohne Adolf Hitler vorher darüber informiert zu haben, den hochrangigen Vertreter des Jüdischen Weltkongresses Hillel Storch in Stockholm kontaktiert haben. Gegenstand der Verhandlungen soll die Überstellung von Juden gewesen sein. Am 20. April reiste der jüdische Kaufmann Norbert Masur mit falschen Papieren in einer Sondermaschine der SS nach Berlin und übergab Himmler als Forderung eine Liste mit vorzunehmenden Freilassungen von Juden und anderen Inhaftierten. Himmler konnte diese aber nicht mehr durchsetzen und musste das von der Roten Armee umzingelte Berlin verlassen. Im Gegenzug hätte der Jüdische Weltkongress Himmler nach Kriegsende umfangreiche politische Zugeständnisse gewähren sollen, was dieser aber weder eigentlich konnte, noch wirklich ernsthaft vorhatte. Himmler erkannte, dass ihn nur das Oberkommando der Alliierten zu unterstützen vermochte und wandte sich nach Rücksprache mit Hermann Göring an den schwedischen Unterhändler und Vizepräsidenten des schwedischen Roten Kreuzes Folke Bernadotte. Der Vermittler verlangte erfolgreich die Überstellung von 20.000 Häftlingen, darunter 5.000 Juden und arrangierte ein Treffen Himmlers mit den Engländern. Am 23. April traf sich Himmler zu einer geheimen Unterredung im Rheinland mit den Westalliierten. Er bot die Kapitulation der gesamten Westfront an. Im Gegenzug forderte er westliche Unterstützung bei dem von ihm als Reichskanzler geführten Kampf gegen den Bolschewismus. Himmler wollte die Wehrmacht auflösen und alle bewaffneten Einheiten angeblich einer neuen SS zuordnen und auf diese Weise eine neue, nur noch von der SS bestimmte Volksgemeinschaft über den Krieg hinwegretten.

Die Westalliierten lehnten Himmlers Offerte ab, bestanden auf bedingungsloser Gesamtkapitulation und desavouierten den Friedensunterhändler öffentlich. Damit war Himmlers Macht gebrochen und er, wie auch Göring, wurden von Hitler ausgestoßen.

Nach Bekanntwerden seiner Gespräche mit den Feindmächten am 23. April 1945 wurde Himmler von Adolf Hitler am 29. April in dessen Testament aus der NSDAP ausgeschlossen sowie aller seiner Staatsämter enthoben. Himmler floh daraufhin in der Uniform eines Unterscharführers der Geheimen Feldpolizei (GFP). Er hatte sich auch Papiere auf den Namen Heinrich Hitzinger beschaffen können, der seiner Verkleidung zufolge ein Angehöriger der Geheimen Feldpolizei gewesen sei. Dennoch wurde er am 20. Mai oder nach anderen Quellen am 22. Mai, von britischen Einheiten in Meinstedt verhaftet, als britischen Militärpolizisten bei einer Kontrolle der neu erscheinende Ausweis auffiel. Laut Aussagen von C.S.M. Austin, einem der sechs Vernehmer, soll Himmler am 23. Mai 1945 im Verhörzimmer in der Uelzener Straße 31 in Lüneburg durch Selbsttötung mittels einer geschmuggelten Zyankalikapsel gestorben sein. Andererseits gibt es Beweise (z. B. „Historische Tatsachen“ Nr. 96), die für eine Ermordung Himmlers sprechen. Sein Leichnam wurde an geheimgehaltener Stelle auf dem Standortübungsplatz Wendisch-Evern begraben.

(Anm.: Diese „offizielle“ Geschichtsversion stinkt bis zum Himmel, zumal bekannt ist, dass das angebliche Testament Adolf Hitlers ebenfalls eine Fälschung ist.)

Heinrich Himmler mit dem Führer (Ort & Zeitpunkt unbekannt)

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Freitod oder Mord?

Der Autor Joseph Bellinger kommt in seinem Buch „Himmlers Tod“ zu dem Schluss:

„Als Himmler am 23. Mai 1945 starb, befand er sich seit zwei Tagen in britischer Gefangenschaft. Woher aber soll nach mehrfachen Leibesvisitationen die Zyankali-Kapsel gekommen sein, mit der er sich angeblich in einer britischen Dienststelle in Lüneburg das Leben genommen hat?“

Die Schrift befasst sich mit den letzten Lebenstagen des Reichsführers-SS und der Autor belegt auf Grundlage freigegebener britischer Dokumente, dass Himmler von britischen Geheimdienstmitarbeitern ermordet wurde.

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Auszeichnungen

Nationalsozialistische Ehrungen und Auszeichnungen

  • Teilnehmerabzeichen des Reichsparteitages 1927
  • Teilnehmerabzeichen des Reichsparteitages 1929
  • Braunschweiger Erinnerungsmedaille S.A. Treffen Braunschweig 1931
  • SS-Totenkopfring (24. Dezember 1933)
  • Goldenes Parteiabzeichen der NSDAP (1934)
  • Medaille zur Erinnerung an den 9. November 1923 („Blutorden“ Nr. 3; 1934)
  • Ehrenwinkel der Alten Kämpfer (1934)
  • Dienstauszeichnung der NSDAP I. Stufe (für 10 Dienstjahre in Bronze, 1935)
  • SS-Zivilabzeichen (Nr. 2)*
  • Ehrendolch des Reichsführers-SS (1935)
  • Ehrendegen des Reichsführers-SS (1935)
  • Julleuchter RFSS (1935)
  • SA-Wehrabzeichen/Sportabzeichen in Bronze (1936)
  • Medaille zur Erinnerung an den 13. März 1938
  • Medaille zur Erinnerung an den 1. Oktober 1938 mit Spange Prager Burg
  • Medaille zur Erinnerung an die Heimkehr des Memellandes
  • Goldenes Ehrenzeichen der HJ mit Eichenlaub
  • SS-Dienstauszeichnung II. Stufe (für 12-jährige Dienstzeit in der SS, 1939)
  • Dienstauszeichnung der NSDAP II. Stufe (für 15 Dienstjahre in Silber, 1940)
  • Ehrenzeichen für Verdienste im Volkstumskampf des Gaues Wartheland (24. Oktober 1943)
  • Flugzeugführer- und Beobachterabzeichen in Gold mit Brillanten (1942 ehrenhalber)

* Anmerkung: Das Zivilabzeichen Nr. 1 ging an Adolf Hitler, der auch in der SS die Mitgliedsnummer 1 erhalten hatte.

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Auszeichnungen diverser Herkunft

  • Deutsche Ehrendenkmünze des Weltkrieges am Schwarz-Weiß-Roten Bande (20. Dezember 1920)
  • Gedenkmünze 1914/18 des Kyffhäuser-Bundes (18. März 1922)
  • Ehrenkreuz des Weltkrieges 1914-1918 (1934)
  • Deutsches Olympia-Ehrenzeichen I. Klasse (Halsdekoration, 1936)
  • Deutsches Reichssportabzeichen in Silber
  • Großkreuz des Ordens der Krone Jugoslawiens
  • Militärorden von Savoyen – Großkreuz mit Stern und Schulterband
  • Orden der Krone von Italien – Großkreuz (20. April 1937))
  • Ehrenbürgerbrief der Stadt Quedlinburg (1. Juni 1937)
  • Ehrendolch der faschistischen Miliz Italiens (19. Oktober 1937)
  • Groß-Offizierskreuz des Ordens Heiligen Mauritius und Lazarus (18. Oktober 1938)
  • Luftschutz-Ehrenzeichen I. Stufe (1938)
  • Deutsches Schutzwall-Ehrenzeichen
  • Finnisches Großkreuz am roten Bande mit Schwertern (30. Juli 1940)
  • Goldene Plakette des Deutschen Auslands-Institutes (7. Oktober 1940)
  • slowakisches Großkreuz des Ordens vom Prinzen Pribina (1943)
  • kroatisches Großkreuz des Ordens der Krone des Königs Zvonimir mit Eichenlaub (1943)

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Nach dem Anschluss des Sudetenlandes, zwischen Franzensbad und Eger am 3. Oktober 1938. Von rechts:
General Wilhelm Keitel, Konrad Henlein, Adolf Hitler, General Walter von Reichenau, Reichsführer-SS Heinrich Himmler und General Günther von Kluge

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Schlusszitat

Völlig gewandelt hat sich auch die Judenfrage in Europa. Der Führer sagte einmal in einer Reichstagsrede: Wenn das Judentum einen internationalen Krieg etwa zur Ausrottung der arischen Völker anzetteln sollte, so werden nicht die arischen Völker ausgerottet, sondern das Judentum. Der Jude ist aus Deutschland ausgesiedelt, er lebt heute im Osten und arbeitet an unseren Straßen, Bahnen usw. Dieser Prozeß ist konsequent, aber ohne Grausamkeit durchgeführt worden. Wir quälen niemanden, aber wir wissen, daß wir um unsere Existenz und die Erhaltung unseres nordischen Blutes kämpfen.“

– 23. November 1942: Himmler vor SS-Junkern in Bad Tölz –

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Rede Himmlers am 13. Dezember 1940 in Appeldoorn (Niederlande) zum Appell an die SS-Führer der neuen Division Deutschland.

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Rede Himmlers am 19. Juni 1942 in Kiew vor den SS-Führern zur Besprechung vergangener Ereignisse.

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