Der Bolschewismus von Moses bis Lenin – Dietrich Eckart im Gespräch mit Adolf Hitler

Historisch versteht man unter Aufklärung vor allem politische, wissenschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen in Europa. Man sprach und spricht in verschiedenen Bereichen der Geschichtsschreibung von einem Zeitalter der Aufklärung. Es wird uns gesagt, Dank der Aufklärung komme es nicht mehr auf die Lehrsätze der Religionen an, auf ihre Dogmen, es ginge vielmehr um die Verwirklichung der religiösen Lehren im Leben. Statt sich also zu streiten und zu bekriegen im Namen der Religion, solle jeder Gläubige nach den Maximen seiner Religion Gutes tun, denn Gutes zu tun, sei der Inhalt jeder der drei Religionen.

In Wirklichkeit war diese sogenannte Aufklärung nur der letzte Akt des Weltdramas, in dem den Führungsjuden sozusagen das Zepter der Macht „feierlich“ überreicht wurde.

Alles, was das Jüdische Gesetz (genannt Religion) von den Seinen an Taten (für uns sind es Todsünden) gegenüber Nichtjuden fordert, galt fortan als unantastbare „Religionsfreiheit“. Kritik daran wurde als Aberglaube verdammt, der im Zeitalter der Aufklärung nichts mehr zu suchen hätte.

Doch dann erschien auf der Weltbühne ein junger Mann namens Adolf Hitler, der mittlerweile von weiten Schichten der weltweiten Historikerzunft Fähigkeiten auf allen Gebieten unseres Lebens bescheinigt bekommt, „die man geflissentlich mit dem unzureichenden Begriff ‚Universalgenie‘ zu erklären versucht“, sagt Arjun Sawhney aus Bombay. Ob sich Adolf Hitler aber aufklärerisch hätte so entfalten können, wie es ihm letztlich gelang, wenn er nicht Dietrich Eckart kennengelernt hätte, bleibt unbeantwortet.

moses_bis_leninDietrich Eckart, der katholische Sohn eines evangelischen Notars, war ebenso wissbegierig wie intellektuell überragend. Er arbeitete als Journalist, Literatur- und Theaterkritiker und schuf die „arisch-christliche“ Nachdichtung von Henrik Ibsens Drama Peer Gynt, die im Februar 1914 ihre Premiere erlebte. 1915 zog Eckart nach München-Schwabing, wo er in Kontakt mit völkischen Kreisen wie dem Fichte-Bund und der Thule-Gesellschaft kam und als Verfasser hochintellektueller Aufklärungsschriften über das Judentum hervortrat. Er gründete 1915 den Hoheneichen-Verlag.

Am 27. Mai 1919 beantragte Eckart seine Aufnahme in den Deutschen Schutz- und Trutzbund, der im Oktober desselben Jahres in den Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbund aufging. Er kam im Herbst 1919 mit Adolf Hitler zusammen und prägte als Mitbegründer der NSDAP den nationalsozialistischen Kampfbegriff „Drittes Reich“, womit vor allem eine Verbindung von christlichem Millenarismus und politischem Ziel gemeint war: „Im deutschen Wesen ist Christ zu Gast – drum ist es dem Antichristen verhaßt.“ Im August 1921 wurde Eckart Chefredakteur des Völkischen Beobachters.

Dietrich Eckart gilt als Hitlers Mentor. Die beiden tauschten sich tiefenphilosophisch in nächtelangen Gesprächen immer wieder aus, woraus Adolf Hitler den geistigen Treibstoff tankte, der seine spätere Politik hin zu einer weltgeistigen Neuausrichtung antrieb.

Der 21 Jahre ältere Eckart übernahm eine Art Lehrer-Schüler-Verhältnis und argumentierte, Hitler sei der kommende Retter des deutschen Volkes, nur er habe die dafür notwendigen charismatischen Fähigkeiten. Im Dezember 1921 bezeichnete Eckart seinen „Schüler“ erstmals als „Führer“. Eckart vertrat wie Hitler eine gnostisch-dualistische Weltsicht, [1] in der dem Judentum die Rolle des ewigen Gegenspielers Deutschlands zukam.

Aus den philosophischen Gesprächen zwischen Eckart und Adolf Hitler blieben uns Niederschriften von Eckart erhalten, die 1924 unter dem Titel „Der Bolschewismus von Moses bis Lenin: Ein Zwiegespräch zwischen Adolf Hitler und mir“ erstmals veröffentlicht und in diesem Buch authentisch nachgedruckt wurden.

Diese tiefgründigen Gedanken legen leicht verständlich offen, dass die Menschheit den Weltungeist überwinden müsse, die sogenannte jüdische Religion, um eine Art Erlösung zu finden. Diese Überwindung müsse auf geistigem Wege erfolgen, über das wahre Christentum. Eckart wörtlich: „Um’s Regieren reißen wir uns nicht. Aber Deutschtum wollen wir, wahres Christentum wollen wir, Ordnung und Zucht wollen wir, und wollen es so gefestet, dass auch unsere Kinder und Kindskinder nichts daran ändern könnten.“

In diesen Gesprächen wurde eindeutig und tiefschürfend herausgearbeitet, wie die christlichen Evangelien vom Judentum verfälscht und Spitzenpositionen in der Christenkirche immer wieder mit Juden (unter dem Vorwand „getauft“ zu sein) besetzt wurden. Das grassierende Abkassieren der Ärmsten im späteren Mittelalter durch den verbrecherischen Ablasshandel wurde von jüdischer Seite auf den Weg gebracht, was die Kirchenspaltung durch Martin Luther zur Folge hatte.

Herausgearbeitet wurde von Eckart und Hitler, dass die jüdischen „Dunkelmänner“ sowohl die Päpste wie auch die Kaiser lenkten, um „das Schlachten von germanischen Menschen“ durchzusetzen. In der Kirche herrschten perverse Mordbestien, die sich besonders daran ergötzten, unschuldige Kinder im Namen der „Kreuzzüge“ tausendfach grauenhaft abschlachten zu lassen. Auch die Blutschleusen des 30-Jährigen Krieges seien von denselben Mächten geöffnet worden.

Interessant der Teil, mit dem das Märchen, Jesus sei Jude gewesen, widerlegt wird. Jesus kam aus Galiläa, dort wo die Heiden (Amalek) lebten. Auch seine Jünger kamen von dort, bis auf Judas, er war wirklich Jude – und er machte seiner Herkunft alle Ehre. Er verriet Jesus für 30 Silberlinge.

Die beiden intellektuellen Titanen verweisen darauf, wie primitiv die Evangelien von hinter den Päpsten agierenden Juden gefälscht wurden. Jesus sagt in Johannes, „ihr Juden seid die Kinder des Teufels, ihr seid Lügner und Menschenmörder. … Ihr seid nicht von Gott.“ Womit er den Juden nicht nur jede Verbindung mit Gott abspricht, sondern auch klarstellt, dass ihr Bund mit dem Teufel geschlossen wurde.

Wie primitiv die Fälschungen angelegt sind, erkennt man daran, dass die Fälscher in die Evangelien einführten, Jesus habe auch gesagt „das Heil kommt von den Juden“. Dies konnte nur geschehen, indem das wahre Christentum von Juden vereinnahmt wurde. Dazu Dietrich Eckart: „Nicht von Gott sein und den Teufel zum Vater haben, ist wohl so ziemlich das Gleiche. Und aus dieser Gegend soll das Heil kommen? Ein Blinder bemerkt hier das nachträgliche Einschiebsel des bekannten Zauberkünstlers.“

Durch die Überwindung des falschen Christentums, so die für eine Neuordnung der Welt geeigneten Gedanken Hitlers und Eckarts, würde auch der „verderbliche“ jüdische Einfluss überwunden werden. Was die beiden damals anhand der ihnen zugänglichen Quellen revolutionierend-analysierend feststellten, wurde später durch exakte wissenschaftliche Forschungen belegt. Es geht um die Zeit, die der Arier Jesus in Indien verbrachte und dort für seine Mission im Herzland der Juden geistig reifte, für die Erste Aufklärung.

Deshalb bleiben auch die Kumran-Rollen unter Verschluss, weil sonst zu Tage käme, dass Jesus unter dem Hakenkreuz wirkte. Dazu Eckart: „In Christus, dem Inbegriff der Männlichkeit, finden wir alles, was wir brauchen; und wenn wir gelegentlich einmal von Baldur reden, schwingt immer ein Stück Freude mit, die Genugtuung darüber, daß unsere heidnischen Urahnen bereits so christlich waren, Christus in dieser Idealgestalt vorauszuempfinden.“

Am Beispiel Martin Luthers machen Eckart und Hitler deutlich, dass die Judenheit mit einer Teilaufklärung problemlos zurechtkommt. Natürlich räumen die beiden ein, dass Luther „ein großer Mann war, ein Riese. Mit einem Ruck durchbrach der die Dämmerung; sah er den Juden, wie wir ihn erst heute zu sehen beginnen“, aber er leistete auch unfreiwillig große Dienste für die Juden.

Er übersetzte das Alte Testament, das Buch also, das den Juden nach unseren Maßstäben Todsünden befiehlt (sofern an Nichtjuden verübt). Er verschönte sogar den Wortlaut der Texte, um ja etwas Positives diesem Wälzer des Grauens abgewinnen zu können.

Die Juden triumphierten, Satan war gerettet.

Die Tatsache, dass Luther sie Lügner, Mörder und Verbrecher schimpfte, scherte sie wenig, denn das wurde kaum gehört. Aber die Massen waren wieder auf die Linie Satans, auf das Alte Testament gebracht. Adolf Hitler zu Dietrich Eckart:

„Nicht den Katholizismus hätte er angreifen sollen, sondern den Juden dahinter! Statt die Kirche in Bausch und Bogen zu verwerfen, hätte er seine ganze leidenschaftliche Wucht auf die wahren ‚Dunkelmänner‘ fallen lassen sollen. Statt das Alte Testament zu verklären, hätte er es als die Rüstkammer des Antichristen gebrandmarkt. Und der Jude, der Jude wäre in seiner scheußlichen Nacktheit dagestanden, zur ewigen Warnung. Aus der Kirche hätte er herausmüssen, aus der Gesellschaft, aus den Hallen der Fürsten, aus den Burgen der Ritter, aus den Häusern der Bürger.“

Ähnlich verläuft es heute mit dem Holocaust-Revisionismus. Die braven und ehrenhaften Wissenschaftler mühen sich ab, die Lügen des Großmachtjudentums zu widerlegen. Doch kaum haben sie dies geschafft, erfinden die Lügner 100 neue Lügen. Und so laufen die Wissenschaftler atemlos immer neuen Lügen hinterher, ihre Energie wird auf- und abgesaugt, aber das wichtigste Machtinstrument, das Buch Satans, bleibt dabei unangetastet. Die Welt huldigt weiterhin den Worten des Teufels. Dennoch ist ihre Arbeit unverzichtbar.

Vergleicht man heute die Epochen von Jesus und Hitler, kommt man zu dem Schluss, dass es sich bei beiden um Sendboten des Weltgeistes gehandelt haben muss. Jesus bekämpfte mit der Macht des Wortes die Lügen der Pharisäer wie Adolf Hitler 2000 Jahre später. Jesus wurde ebenso unbarmherzig bekämpft wie Adolf Hitler. Und so wie man heute nichts Wahres über den Sendboten Adolf Hitler sagen darf, so durfte man damals nichts über Jesus Christus öffentlich sagen: „Aber niemand sprach offen von Jesus, aus Angst vor den Juden.“ [2]

Adolf Hitler wollte, wie vor ihm Jesus Christus, die Menschheit vor dem „Lügengift“ des jüdischen Geistes retten. Aus den Gesprächen zwischen ihm und Eckart wird deutlich: hätten es die Machtjuden nicht geschafft, die ganze Welt in den Krieg gegen das aufgeklärte Deutschland zu treiben, wäre Adolf Hitler zum Schutzherrn des wahren Christentums aufgestiegen.

Dennoch wird die Hitler-Ära später einmal als die Zeit der wahren Aufklärung in die Geschichte eingehen. Die von den Talmudisten nach dem großen Schlachten des 30-Jährigen-Krieges durchgesetzte „Aufklärung“ wird dann als das erkannt werden, was es war. Die Durchsetzung der Talmud-Lügen in neuem Gewand.

.gott

Der zweite Retter

Was in der Zeit Adolf Hitlers an Aufklärung geschaffen, über Jahrzehnte unter Verschluss gehalten wurde, kommt jetzt zunehmend an die Öffentlichkeit. Insofern ist es vom Standpunkt des Weltgeistes unbedeutend, dass der Weltkrieg für Adolf Hitler verloren ging. Die für die kommenden 1000 Jahre geformten Weltgedanken wurden allesamt zu Papier gebracht und kommen jetzt zunehmend unter die Menschheit. Allein das Zwiegespräch Hitler-Eckart wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und erfährt immer mehr Zuspruch in aller Welt.

Die Große Aufklärung hatte also begonnen, trotz des verlorenen Krieges. Und da Adolf Hitler nicht in Berlin gestorben ist, man ihm oder seiner Überreste nicht habhaft werden konnte, blieb das Amalek-Gesetz unerfüllt. Damit hat Hitler gesiegt, sein Geist lebt, mehr denn je. Selbst Judenorganisationen wie die Neturei-Karta-Bewegung nennen Adolf Hitler in ihren Schriften einen „Abgesandten Gottes“ (Engel). Darauf kann Hitler gerne verzichten, aber die große arische Einheit, die Hindus, wussten um die Mission Hitlers: „1937 erklärte Srimat Swami Satyanand, Präsident der Hindu-Mission in Kalkutta, daß Hitler ein ‚Avatar‘ (Gesandter) des Gottes Vishnu sei. Vishnu ist der Gott, der die kosmische Ordnung aufrecht erhält.“

Am Ende der Zwiegespräche sagt Adolf Hitler zu Eckart:

„Es ist wohl so, wie du einmal geschrieben hast: man kann den Juden nur verstehen, wenn man weiß, wohin es ihn letzten Endes drängt. Über die Weltherrschaft hinaus, zur Vernichtung der Welt. Er glaubt, die ganze Menschheit unterkriegen zu müssen, um ihr, wie er sich einredet, das Paradies auf Erden verschaffen zu können. Nur er sei dazu imstande, macht er sich weiß, und es wird ja auch bestimmt so kommen. Aber schon an den Mitteln, die er anwendet, sieht man, dass es ihn insgeheim zu etwas Anderem treibt. Während er sich vorspiegelt, die Menschheit hochzubringen, peinigt er sie in die Verzweiflung, in den Wahnsinn, in den Untergang hinein. Wenn ihm nicht Halt geboten wird, vernichtet er sie. Auf das ist er eingestellt, dazu drängt es ihn; obwohl er dunkel ahnt, dass er sich dadurch mitvernichtet. Er kann nicht aus, er muss es tun. Dieses Gefühl für die unbedingte Abhängigkeit seiner Existenz von der seines Opfers scheint mir die Hauptursache seines Hasses zu sein. Einen mit aller Gewalt vernichten zu müssen, gleichzeitig aber zu ahnen, dass das rettungslos zum eigenen Untergang führt, daran liegt’s. Wenn du willst: die Tragik des Luzifer.“

Adolf Hitler hat also 2000 Jahre nach der Ersten Aufklärung durch Jesus Christus mit der Zweiten Aufklärung begonnen. Er hat die Weichen gestellt. Die Gedanken des Weltgeistes wurden geprägt und als unüberwindliche Waffe gegen die Lügen Satans in Stellung gebracht. Wir müssen uns nur ihrer bedienen. Natürlich fehlt es an der überragenden Persönlichkeit eines „Avatars“ wie Adolf Hitler, aber die Menschheit kann sich auf die Macht seiner reinen Gedanken stützen.

Dietrich Eckart wurde von Adolf Hitler 1923 gefragt, wie denn der Kampf gegen die Lüge gefochten werden müsse. Eckart antwortete:

„Aufklären, unermüdlich aufklären, es gibt kein anderes Mittel.“

Wer dieses Buch liest, wird von dem wohligen Geist des wahren Christentums als auch von leuchtend-beseelender Wahrheit erfüllt sein. Ein Glücksgefühl überkommt einem bei dieser Offenbarung, einer Offenbarung, wie sie nur alle 2000 Jahre einmal vorkommt.

Nicht beim Talmud, nicht beim Buche Satans, dem Alten Testament, sondern in den schriftlich festgehaltenen Gedanken zwischen Adolf Hitler und Dietrich Eckart handelt es sich um „ein grandioses Monumentalwerk des Geistes, um ein überlebensgroßes Denkmal der Gedanken.“

Hier das Buch:

 Eckart, Dietrich – Der Bolschewismus von Moses bis Lenin (1924, 41 S., Text)

.
1)     Üblicherweise bezeichnet Gnosis ein religiöses Geheimwissen, das die Gnostiker nach eigenem Verständnis von der übrigen Menschheit abhebt. In der Literatur des zweiten und dritten Jahrhunderts war „Gnostiker“ eine gängige Bezeichnung für Intellektuelle. Gnosis bedeutete Erkenntnis im allgemeinen Sinn. Als Dualismus bezeichnet man vor allem philosophische, religiöse, gesellschaftliche Ansätze, Lehren und Systeme, sowie Ansätze zum naturwissenschaftlichen Verständnis der Welt oder zu ihrer künstlerischen Deutung, die von zwei voneinander unterschiedenen und unabhängigen Entitäten, Prinzipien, Mächten, Phänomenen, Seh- und Erkenntnisweisen oder Substanzen ausgehen.
2)     Johannes, 7:13

.
Quelle: National Journal

Der Bolschewismus von Moses bis Lenin – Dietrich Eckart im Gespräch mit Adolf Hitler

Historisch versteht man unter Aufklärung vor allem politische, wissenschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen in Europa. Man sprach und spricht in verschiedenen Bereichen der Geschichtsschreibung von einem Zeitalter der Aufklärung. Es wird uns gesagt, Dank der Aufklärung komme es nicht mehr auf die Lehrsätze der Religionen an, auf ihre Dogmen, es ginge vielmehr um die Verwirklichung der religiösen Lehren im Leben. Statt sich also zu streiten und zu bekriegen im Namen der Religion, solle jeder Gläubige nach den Maximen seiner Religion Gutes tun, denn Gutes zu tun, sei der Inhalt jeder der drei Religionen.

In Wirklichkeit war diese sogenannte Aufklärung nur der letzte Akt des Weltdramas, in dem den Führungsjuden sozusagen das Zepter der Macht „feierlich“ überreicht wurde.

Alles, was das Jüdische Gesetz (genannt Religion) von den Seinen an Taten (für uns sind es Todsünden) gegenüber Nichtjuden fordert, galt fortan als unantastbare „Religionsfreiheit“. Kritik daran wurde als Aberglaube verdammt, der im Zeitalter der Aufklärung nichts mehr zu suchen hätte.

Doch dann erschien auf der Weltbühne ein junger Mann namens Adolf Hitler, der mittlerweile von weiten Schichten der weltweiten Historikerzunft Fähigkeiten auf allen Gebieten unseres Lebens bescheinigt bekommt, „die man geflissentlich mit dem unzureichenden Begriff ‚Universalgenie‘ zu erklären versucht“, sagt Arjun Sawhney aus Bombay. Ob sich Adolf Hitler aber aufklärerisch hätte so entfalten können, wie es ihm letztlich gelang, wenn er nicht Dietrich Eckart kennengelernt hätte, bleibt unbeantwortet.

Von Moses bis Lenin

Buchcover

Dietrich Eckart, der katholische Sohn eines evangelischen Notars, war ebenso wissbegierig wie intellektuell überragend. Er arbeitete als Journalist, Literatur- und Theaterkritiker und schuf die „arisch-christliche“ Nachdichtung von Henrik Ibsens Drama Peer Gynt, die im Februar 1914 ihre Premiere erlebte. 1915 zog Eckart nach München-Schwabing, wo er in Kontakt mit völkischen Kreisen wie dem Fichte-Bund und der Thule-Gesellschaft kam und als Verfasser hochintellektueller Aufklärungsschriften über das Judentum hervortrat. Er gründete 1915 den Hoheneichen-Verlag.

Am 27. Mai 1919 beantragte Eckart seine Aufnahme in den Deutschen Schutz- und Trutzbund, der im Oktober desselben Jahres in den Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbund aufging. Er kam im Herbst 1919 mit Adolf Hitler zusammen und prägte als Mitbegründer der NSDAP den nationalsozialistischen Kampfbegriff „Drittes Reich“, womit vor allem eine Verbindung von christlichem Millenarismus und politischem Ziel gemeint war: „Im deutschen Wesen ist Christ zu Gast – drum ist es dem Antichristen verhaßt.“ Im August 1921 wurde Eckart Chefredakteur des Völkischen Beobachters.

Dietrich Eckart gilt als Hitlers Mentor. Die beiden tauschten sich tiefenphilosophisch in nächtelangen Gesprächen immer wieder aus, woraus Adolf Hitler den geistigen Treibstoff tankte, der seine spätere Politik hin zu einer weltgeistigen Neuausrichtung antrieb.

Der 21 Jahre ältere Eckart übernahm eine Art Lehrer-Schüler-Verhältnis und argumentierte, Hitler sei der kommende Retter des deutschen Volkes, nur er habe die dafür notwendigen charismatischen Fähigkeiten. Im Dezember 1921 bezeichnete Eckart seinen „Schüler“ erstmals als „Führer“. Eckart vertrat wie Hitler eine gnostisch-dualistische Weltsicht, [1] in der dem Judentum die Rolle des ewigen Gegenspielers Deutschlands zukam.

Aus den philosophischen Gesprächen zwischen Eckart und Adolf Hitler blieben uns Niederschriften von Eckart erhalten, die 1924 unter dem Titel „Der Bolschewismus von Moses bis Lenin: Ein Zwiegespräch zwischen Adolf Hitler und mir“ erstmals veröffentlicht und in diesem Buch authentisch nachgedruckt wurden.

Diese tiefgründigen Gedanken legen leicht verständlich offen, dass die Menschheit den Weltungeist überwinden müsse, die sogenannte jüdische Religion, um eine Art Erlösung zu finden. Diese Überwindung müsse auf geistigem Wege erfolgen, über das wahre Christentum. Eckart wörtlich: „Um’s Regieren reißen wir uns nicht. Aber Deutschtum wollen wir, wahres Christentum wollen wir, Ordnung und Zucht wollen wir, und wollen es so gefestet, dass auch unsere Kinder und Kindskinder nichts daran ändern könnten.“

In diesen Gesprächen wurde eindeutig und tiefschürfend herausgearbeitet, wie die christlichen Evangelien vom Judentum verfälscht und Spitzenpositionen in der Christenkirche immer wieder mit Juden (unter dem Vorwand „getauft“ zu sein) besetzt wurden. Das grassierende Abkassieren der Ärmsten im späteren Mittelalter durch den verbrecherischen Ablasshandel wurde von jüdischer Seite auf den Weg gebracht, was die Kirchenspaltung durch Martin Luther zur Folge hatte.

Herausgearbeitet wurde von Eckart und Hitler, dass die jüdischen „Dunkelmänner“ sowohl die Päpste wie auch die Kaiser lenkten, um „das Schlachten von germanischen Menschen“ durchzusetzen. In der Kirche herrschten perverse Mordbestien, die sich besonders daran ergötzten, unschuldige Kinder im Namen der „Kreuzzüge“ tausendfach grauenhaft abschlachten zu lassen. Auch die Blutschleusen des 30-Jährigen Krieges seien von denselben Mächten geöffnet worden.

Interessant der Teil, mit dem das Märchen, Jesus sei Jude gewesen, widerlegt wird. Jesus kam aus Galiläa, dort wo die Heiden (Amalek) lebten. Auch seine Jünger kamen von dort, bis auf Judas, er war wirklich Jude – und er machte seiner Herkunft alle Ehre. Er verriet Jesus für 30 Silberlinge.

Die beiden intellektuellen Titanen verweisen darauf, wie primitiv die Evangelien von hinter den Päpsten agierenden Juden gefälscht wurden. Jesus sagt in Johannes, „ihr Juden seid die Kinder des Teufels, ihr seid Lügner und Menschenmörder. … Ihr seid nicht von Gott.“ Womit er den Juden nicht nur jede Verbindung mit Gott abspricht, sondern auch klarstellt, dass ihr Bund mit dem Teufel geschlossen wurde.

Wie primitiv die Fälschungen angelegt sind, erkennt man daran, dass die Fälscher in die Evangelien einführten, Jesus habe auch gesagt „das Heil kommt von den Juden“. Dies konnte nur geschehen, indem das wahre Christentum von Juden vereinnahmt wurde. Dazu Dietrich Eckart: „Nicht von Gott sein und den Teufel zum Vater haben, ist wohl so ziemlich das Gleiche. Und aus dieser Gegend soll das Heil kommen? Ein Blinder bemerkt hier das nachträgliche Einschiebsel des bekannten Zauberkünstlers.“

Durch die Überwindung des falschen Christentums, so die für eine Neuordnung der Welt geeigneten Gedanken Hitlers und Eckarts, würde auch der „verderbliche“ jüdische Einfluss überwunden werden. Was die beiden damals anhand der ihnen zugänglichen Quellen revolutionierend-analysierend feststellten, wurde später durch exakte wissenschaftliche Forschungen belegt. Es geht um die Zeit, die der Arier Jesus in Indien verbrachte und dort für seine Mission im Herzland der Juden geistig reifte, für die Erste Aufklärung.

Deshalb bleiben auch die Kumran-Rollen unter Verschluss, weil sonst zu Tage käme, dass Jesus unter dem Hakenkreuz wirkte. Dazu Eckart: „In Christus, dem Inbegriff der Männlichkeit, finden wir alles, was wir brauchen; und wenn wir gelegentlich einmal von Baldur reden, schwingt immer ein Stück Freude mit, die Genugtuung darüber, daß unsere heidnischen Urahnen bereits so christlich waren, Christus in dieser Idealgestalt vorauszuempfinden.“

Am Beispiel Martin Luthers machen Eckart und Hitler deutlich, dass die Judenheit mit einer Teilaufklärung problemlos zurechtkommt. Natürlich räumen die beiden ein, dass Luther „ein großer Mann war, ein Riese. Mit einem Ruck durchbrach der die Dämmerung; sah er den Juden, wie wir ihn erst heute zu sehen beginnen“, aber er leistete auch unfreiwillig große Dienste für die Juden.

Er übersetzte das Alte Testament, das Buch also, das den Juden nach unseren Maßstäben Todsünden befiehlt (sofern an Nichtjuden verübt). Er verschönte sogar den Wortlaut der Texte, um ja etwas Positives diesem Wälzer des Grauens abgewinnen zu können.

Die Juden triumphierten, Satan war gerettet.

Die Tatsache, dass Luther sie Lügner, Mörder und Verbrecher schimpfte, scherte sie wenig, denn das wurde kaum gehört. Aber die Massen waren wieder auf die Linie Satans, auf das Alte Testament gebracht. Adolf Hitler zu Dietrich Eckart:

„Nicht den Katholizismus hätte er angreifen sollen, sondern den Juden dahinter! Statt die Kirche in Bausch und Bogen zu verwerfen, hätte er seine ganze leidenschaftliche Wucht auf die wahren ‚Dunkelmänner‘ fallen lassen sollen. Statt das Alte Testament zu verklären, hätte er es als die Rüstkammer des Antichristen gebrandmarkt. Und der Jude, der Jude wäre in seiner scheußlichen Nacktheit dagestanden, zur ewigen Warnung. Aus der Kirche hätte er herausmüssen, aus der Gesellschaft, aus den Hallen der Fürsten, aus den Burgen der Ritter, aus den Häusern der Bürger.“

Ähnlich verläuft es heute mit dem Holocaust-Revisionismus. Die braven und ehrenhaften Wissenschaftler mühen sich ab, die Lügen des Großmachtjudentums zu widerlegen. Doch kaum haben sie dies geschafft, erfinden die Lügner 100 neue Lügen. Und so laufen die Wissenschaftler atemlos immer neuen Lügen hinterher, ihre Energie wird auf- und abgesaugt, aber das wichtigste Machtinstrument, das Buch Satans, bleibt dabei unangetastet. Die Welt huldigt weiterhin den Worten des Teufels. Dennoch ist ihre Arbeit unverzichtbar.

Vergleicht man heute die Epochen von Jesus und Hitler, kommt man zu dem Schluss, dass es sich bei beiden um Sendboten des Weltgeistes gehandelt haben muss. Jesus bekämpfte mit der Macht des Wortes die Lügen der Pharisäer wie Adolf Hitler 2000 Jahre später. Jesus wurde ebenso unbarmherzig bekämpft wie Adolf Hitler. Und so wie man heute nichts Wahres über den Sendboten Adolf Hitler sagen darf, so durfte man damals nichts über Jesus Christus öffentlich sagen: „Aber niemand sprach offen von Jesus, aus Angst vor den Juden.“ [2]

Adolf Hitler wollte, wie vor ihm Jesus Christus, die Menschheit vor dem „Lügengift“ des jüdischen Geistes retten. Aus den Gesprächen zwischen ihm und Eckart wird deutlich: hätten es die Machtjuden nicht geschafft, die ganze Welt in den Krieg gegen das aufgeklärte Deutschland zu treiben, wäre Adolf Hitler zum Schutzherrn des wahren Christentums aufgestiegen.

Dennoch wird die Hitler-Ära später einmal als die Zeit der wahren Aufklärung in die Geschichte eingehen. Die von den Talmudisten nach dem großen Schlachten des 30-Jährigen-Krieges durchgesetzte „Aufklärung“ wird dann als das erkannt werden, was es war. Die Durchsetzung der Talmud-Lügen in neuem Gewand.

.gott

Der zweite Retter

Was in der Zeit Adolf Hitlers an Aufklärung geschaffen, über Jahrzehnte unter Verschluss gehalten wurde, kommt jetzt zunehmend an die Öffentlichkeit. Insofern ist es vom Standpunkt des Weltgeistes unbedeutend, dass der Weltkrieg für Adolf Hitler verloren ging. Die für die kommenden 1000 Jahre geformten Weltgedanken wurden allesamt zu Papier gebracht und kommen jetzt zunehmend unter die Menschheit. Allein das Zwiegespräch Hitler-Eckart wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und erfährt immer mehr Zuspruch in aller Welt.

Die Große Aufklärung hatte also begonnen, trotz des verlorenen Krieges. Und da Adolf Hitler nicht in Berlin gestorben ist, man ihm oder seiner Überreste nicht habhaft werden konnte, blieb das Amalek-Gesetz unerfüllt. Damit hat Hitler gesiegt, sein Geist lebt, mehr denn je. Selbst Judenorganisationen wie die Neturei-Karta-Bewegung nennen Adolf Hitler in ihren Schriften einen „Abgesandten Gottes“ (Engel). Darauf kann Hitler gerne verzichten, aber die große arische Einheit, die Hindus, wussten um die Mission Hitlers: „1937 erklärte Srimat Swami Satyanand, Präsident der Hindu-Mission in Kalkutta, daß Hitler ein ‚Avatar‘ (Gesandter) des Gottes Vishnu sei. Vishnu ist der Gott, der die kosmische Ordnung aufrecht erhält.“

Am Ende der Zwiegespräche sagt Adolf Hitler zu Eckart:

„Es ist wohl so, wie du einmal geschrieben hast: man kann den Juden nur verstehen, wenn man weiß, wohin es ihn letzten Endes drängt. Über die Weltherrschaft hinaus, zur Vernichtung der Welt. Er glaubt, die ganze Menschheit unterkriegen zu müssen, um ihr, wie er sich einredet, das Paradies auf Erden verschaffen zu können. Nur er sei dazu imstande, macht er sich weiß, und es wird ja auch bestimmt so kommen. Aber schon an den Mitteln, die er anwendet, sieht man, dass es ihn insgeheim zu etwas Anderem treibt. Während er sich vorspiegelt, die Menschheit hochzubringen, peinigt er sie in die Verzweiflung, in den Wahnsinn, in den Untergang hinein. Wenn ihm nicht Halt geboten wird, vernichtet er sie. Auf das ist er eingestellt, dazu drängt es ihn; obwohl er dunkel ahnt, dass er sich dadurch mitvernichtet. Er kann nicht aus, er muss es tun. Dieses Gefühl für die unbedingte Abhängigkeit seiner Existenz von der seines Opfers scheint mir die Hauptursache seines Hasses zu sein. Einen mit aller Gewalt vernichten zu müssen, gleichzeitig aber zu ahnen, dass das rettungslos zum eigenen Untergang führt, daran liegt’s. Wenn du willst: die Tragik des Luzifer.“

Adolf Hitler hat also 2000 Jahre nach der Ersten Aufklärung durch Jesus Christus mit der Zweiten Aufklärung begonnen. Er hat die Weichen gestellt. Die Gedanken des Weltgeistes wurden geprägt und als unüberwindliche Waffe gegen die Lügen Satans in Stellung gebracht. Wir müssen uns nur ihrer bedienen. Natürlich fehlt es an der überragenden Persönlichkeit eines „Avatars“ wie Adolf Hitler, aber die Menschheit kann sich auf die Macht seiner reinen Gedanken stützen.

Dietrich Eckart wurde von Adolf Hitler 1923 gefragt, wie denn der Kampf gegen die Lüge gefochten werden müsse. Eckart antwortete:

„Aufklären, unermüdlich aufklären, es gibt kein anderes Mittel.“

Wer dieses Buch liest, wird von dem wohligen Geist des wahren Christentums als auch von leuchtend-beseelender Wahrheit erfüllt sein. Ein Glücksgefühl überkommt einem bei dieser Offenbarung, einer Offenbarung, wie sie nur alle 2000 Jahre einmal vorkommt.

Nicht beim Talmud, nicht beim Buche Satans, dem Alten Testament, sondern in den schriftlich festgehaltenen Gedanken zwischen Adolf Hitler und Dietrich Eckart handelt es sich um „ein grandioses Monumentalwerk des Geistes, um ein überlebensgroßes Denkmal der Gedanken.“

Hier das Buch:

 Eckart, Dietrich – Der Bolschewismus von Moses bis Lenin (1924, 41 S., Text)

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1)     Üblicherweise bezeichnet Gnosis ein religiöses Geheimwissen, das die Gnostiker nach eigenem Verständnis von der übrigen Menschheit abhebt. In der Literatur des zweiten und dritten Jahrhunderts war „Gnostiker“ eine gängige Bezeichnung für Intellektuelle. Gnosis bedeutete Erkenntnis im allgemeinen Sinn. Als Dualismus bezeichnet man vor allem philosophische, religiöse, gesellschaftliche Ansätze, Lehren und Systeme, sowie Ansätze zum naturwissenschaftlichen Verständnis der Welt oder zu ihrer künstlerischen Deutung, die von zwei voneinander unterschiedenen und unabhängigen Entitäten, Prinzipien, Mächten, Phänomenen, Seh- und Erkenntnisweisen oder Substanzen ausgehen.
2)     Johannes, 7:13

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Quelle: National Journal

Der November 1923 und die gescheiterte Freiheitsbewegung

...martyrer.

Verraten, ausgeliefert, entwaffnet, verkauft liegt Deutschland nach dem Weltkrieg blutend und wehrlos am Boden. Niedergeschlagenheit, Feigheit, Hilflosigkeit auch bei denen, die sich gegen die Versklavung des deutschen Volkes aufzubäumen imstande sind. Da ersteht ihnen in Adolf Hitler der Führer, der allein berufen ist, die Erhebung Deutschlands aus dem Sumpf der marxistischen Meuterer von 1918 zu vollziehen. Voll Kraft und Mut, glühend in lodernder Vaterlandsliebe, von hoher ethischer Reinheit und mit einer ungewöhnlichen, faszinierenden Rednergabe ausgestattet, ist es ihm gegeben, dem Worte Vaterland wieder warmes Leben zu schenken, in Tausenden wach zu rufen, dass nationale Ehre und Freiheit des Mannes höchstes Glück und höchsten Stolz bedeuten.

Klar und scharf und mit unbeugsamer Konsequenz verfolgt er in seinen Reden alles, was sich als Feind diesen Hochzielen entgegenstellt. Besonders erblickt Adolf Hitler in der marxistischen Gedankenwelt mit ihren Staats- und die Volksgemeinschaft zerstörenden Lehren seinen grimmigsten Feind. Desgleichen erkennt er im Juden den Todfeind des deutschen Geistes und Schaffens, dessen demoralisierendes Wirken in Kunst, Literatur und Wirtschaft. Aus einer kaum beachteten politischen Partei wird die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei bald zur kraftvollen Bannerträgerin von Deutschlands Erneuerung in staatlicher und wirtschaftlicher Hinsicht.

Je jämmerlicher und je nachgiebiger die Offizielle der Berliner Regierung gegenüber unseren ausländischen Bedrängern wird, desto stärker setzt sich besonders in Bayern der Wehrgedanke in den verschiedensten Kampfverbänden durch.

Neben der deutschen Freiheitsbewegung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei sind es damals in erster Linie die beiden Kampfverbände „Oberland“ und „Reichsflagge“, die den nationalen Gedanken pflegen und ihre Treue zum deutschen Volke in blutigen Kämpfen in Oberschlesien, im Ruhrgebiet und in Mitteldeutschland bewiesen hatten. Das Vordringen der nationalsozialistischen Gedankenwelt in den Kreisen dieser Kampfverbände, die Tatsache, dass große Teile der Angehörigen von „Oberland“ und „Reichsflagge“ gleichzeitig Mitglieder der NSDAP sind, lässt einen Zusammenschluss der Kampfverbände mit den Sturmabteilungen der NSDAP natürlich erscheinen. Die gewaltige nationale Welle, die durch die „Deutschen Tage“ besonders in Nürnberg, Hof und Bayreuth geweckt wird, flutet durch ganz Bayern und findet ihren Ausdruck in der Gründung des „Deutschen Kampfbundes“, dem die drei Organisationen NSDAP. „Oberland“ und „Reichsflagge“ angehören. In einem „Deutschen Manifest“ legt der „Kampfbund“ fest, wie der deutsche Staat nach Niederringung des inneren und äußeren Feindes aussehen soll.

Die staats- und finanzwirtschaftspolitischen Grundlinien, die in diesem „Deutschen Manifest“ für den „Deutschen Kampfbund“ aufgezeichnet werden, sind aus der Gedankenwelt des Nationalsozialismus geboren, so dass nichts natürlicher ist, als dass die politische Führung des „Kampfbundes“ Adolf Hitler übertragen wird.

Kampf gegen den Marxismus, als die das Volk im Klassenkampf zerreißende staatsfeindliche Lehre, Kampf gegen den Parlamentarismus, als gegen eine dem deutschen Volke im Innersten Entgegengesetzte Staatsform, die Persönlichkeit und Genialität leugnet und unterdrückt, und an deren Stelle die Majoritätsbeschlüsse setzt, Mittelmäßigkeit, Unverantwortlichkeit und Korruption großzieht, und schließlich Kampf gegen den Mammonismus in seinen verschiedenen Erscheinungsformen, gegen die Zerrüttung unseres Geld- und Kreditwesens, gegen die Ausbeutung des Volkes durch Wucherer und Schieber, das werden die Hochziele dieser neuen Kampffront.

Dieser machtvolle Zusammenschluss sowie die. grundsätzliche Einigung über die zu erstrebenden politischen Ziele rückt mit einem Male die politisch- propagandistische Aufklärungsarbeit der Nationalsozialisten der Verwirklichung näher und verursacht den am Fortbestehen der bisherigen Verhältnisse interessierten Kreisen die größten Besorgnisse ob der Erhaltung ihrer Herrlichkeit.

Sofort setzt auch der Gegenstoß ein. Exzellenz von Kahr wird von dem parlamentarischen Ministerium Knilling, unter Zustimmung des Landtages, in welchem die Bayerische Volkspartei die ausschlaggebende Rolle spielt, mit diktatorischen Vollmachten zum Generalstaatskommissar ernannt.

Die Wahl Kahrs ist äußerst geschickt, da die Person Kahrs in weitesten Kreisen des bayerischen Volkes immer noch größtes Ansehen genießt. Kahr hat als Ehrenvorsitzender des Bundes „Bayern und Reich“ immer sehr stark seine schwar-zweiß-rote Gesinnung betont, dabei aber gleichzeitig den bayerischen Königsgedanken propagiert. Dass das Letztere nur mit französischer und römischer Hilfe verwirklicht werden konnte, kam den Anhängern Kahrs unter dem schwarz-weiß-roten Anstrich nicht zum Bewusstsein.

In richtiger Erkenntnis der Grundströmung der Kahrschen Politik lehnt Adolf Hitler es ab, mit Kahr zu verhandeln – nicht als ob man in den Kreisen des „Kampfbundes“ nicht Herrn von Kahr seine deutsche Gesinnung glaubt, sondern weil man ihn eben nur als den zur Verwirrung vorgeschobenen Posten für die beabsichtigte Verwirklichung separatistischer und klein-bayerischer Ziele betrachtet. Andererseits ist man sich im „Kampfbund“ darüber klar, dass eine Aktion niemals gegen, sondern immer nur mit der Reichswehr und Landespolizei in Frage kommt.

Adolf Hitler richtet daher ausschließlich sein Augenmerk darauf, diese militärischen Faktoren von der Dringlichkeit und Unaufschiebbarkeit der Aufrollung der deutschen Frage zu überzeugen. Über die Notwendigkeit, dass Bayern mit seinem noch am wenigsten marxistisch durchseuchten Staatsapparat die historische Aufgabe zu erfüllen hat, Deutschland wieder zu erneuern und aus der Berliner Misswirtschaft zu befreien, herrscht Einigkeit.

Nur bezüglich des Zeitpunktes und des Tempos gehen die Sichtweisen auseinander. General v. Lossow, der seinerseits in dauernder Verbindung mit Kahr steht, zögert, trotzdem gerade er von Berlin aus als meuternder General abgesetzt wird, wegen Nichtausführung von Befehlen, die er von Berlin erhalten hat. Kahr, konservativ am Alten hängend, beamtenmäßig langsam und gewissenhaft, starr und ohne einen Funken von Genialität, kann zu keinem Entschluss kommen. Adolf Hitler und der „Kampfbund“ sehen in ihren Reihen die furchtbare Not des Volkes, den Hunger und den Winter vor der Türe. Die geradezu irrsinnigen Preissteigerungen in den Wochen, seit Kahr das Generalstaatskommissariat übernommen hat, übertreffen alles, was das Volk bisher erlebt hat. Am 26. September 1923, als Kahr Generalstaatskommissar wird, steht der Dollar auf achtundzwanzig Millionen, am 8. November auf vierhundertzwanzig Milliarden!!! Die Maßnahmen des Generalstaatskommissariats lassen keinen günstigen Schluss auf die baldige energische Beseitigung der schlimmsten Notlage der Bevölkerung zu; die Bierpreiserlasse sind ein Hohn, der Erlass bezüglich der Kartoffelversorgung ist ein Schlag ins Wasser, die Ausweisung einiger Juden wird in der Hauptsache wieder rückgängig gemacht, die Auflösung der kommunistischen Hundertschaften steht auf dem Papier – nur gegen die nationalsozialistische Propaganda werden die Redeverbote aufrechterhalten. Trotzdem werden die Bemühungen von Seiten Adolf Hitlers mit vollem Nachdruck fortgesetzt, immer mit den Repräsentanten der bewaffneten Macht, dem General von Lossow und dem Chef der bayerischen Landespolizei, Oberst von Seisser.

Desgleichen wird mit norddeutschen Wirtschaftskreisen Verbindung gesucht, Verhandlungen werden hin und her gepflogen. Die Bevölkerung wird immer unruhiger und die Kampfverbände fordern mit Nachdruck eine endliche Entscheidung. Eine Entscheidung, die umso leichter ausfallen muss, als in Berlin vollkommene Ratlosigkeit in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht herrscht. Verhandlungen, die teilweise auch mit E. Ludendorff geführt werden, bringen schließlich am 7. November das Ergebnis, dass auch die Herren von Lossow und Seisser ihre schwankende Haltung scheinbar aufgeben. Es bleibt daher nur noch die Frage offen, ob Kahr sein Zögern aufgeben und sich zum Handeln entschließen wird.

Adolf Hitler und die Führer der Kampfverbände beschließen, die Gelegenheit einer ganz kurz anberaumten Tagung der staatlichen und kirchlichen Spitzen, der Führer des Wirtschaftslebens und der vaterländischen Vereinigungen im Bürgerbräukeller, in der Herr von Kahr sein politisches Programm entwickeln will, zu benutzen, um Herrn non Kahr den Absprung zu erleichtern.

Die Proklamation der neuen Deutschen Nationalregierung

In Anbetracht der grundsätzlichen sachlichen Übereinstimmung, die Lossow und Seisser am 7./8. November noch einmal gegenüber Exzellenz Ludendorff ausgedrückt haben, übernimmt es Adolf Hitler, die nationale Revolution zu beschleunigen. Im Einvernehmen mit den militärischen Führern der Kampfverbände wird am Abend des 8. November 1923 die Versammlung im Bürgerbräukeller vom Kampfbund umstellt, der Saaleingang durch ein Maschinengewehr geziert und Adolf Hitler lässt sich durch zwei seiner Getreuen einen Weg zur Tribüne freimachen. Die Revolver seiner Begleiter sind nicht geladen und gesichert, von irgendeiner Bedrohung ist keine Rede. Auf dem Podium gibt Adolf Hitler einen Schuss gegen die Decke ab, um sich Ruhe zu verschaffen, und verkündigt den Ausbruch der nationalen Revolution. Er bittet darauf von Kahr, Lossow und Seisser mit hinaus in ein Nebenzimmer, wo er noch einmal die Notwendigkeit und Unaufschieblichkeit der deutschen Frage – oder, wie er es gerne bezeichnete, des „Marsches gegen Berlin“ – begründet und um die Zustimmung der Herren bittet, indem er ihnen gleichzeitig die Verteilung der Ämter vorschlägt, wonach Kahr als Landesverweser von Bayern weiter fungieren, Lossow Reichswehrministerium und Seisser das Reichspolizeiministerium übernehmen solle, während Präsident Pöhner bayerischer Ministerpräsident werden und Exzellenz Ludendorff die Führung der Nationalarmee und er selbst (Hitler) die politische Leitung übernehmen solle.

General Ludendorff, der erst im letzten Augenblick herbeigeholt wird, erklärt sich bereit, Deutschlands wegen die Stelle anzunehmen, und betont, dass er seinerseits erwarte, dass auch Lossow und Seisser die ihnen angetragenen Ämter übernehmen werden. Lossow tritt darauf auf Ludendorff zu mit den Worten:

„Wenn Exzellenz zusagen, dann bin ich bereit. Die Bitte von Exzellenz ist mir Befehl.“

Das gleiche tut Oberst von Seisser, und beide geloben durch Handschlag Ludendorff treue Mitarbeit. Nun bedarf es noch der Überredungskunst der sämtlichen Herren, um Kahr zu bestimmen, das Amt des Landesverwesers von Bayern zu übernehmen. Adolf Hitler ist vorher wieder allein in den Saal gekommen und hat der Versammlung die beabsichtigte Verteilung der Ämter verkündet, die auch von der ganzen Versammlung mit Jubel und Beifall begrüßt wird. Er hat überdies ausdrücklich betont, dass draußen die drei Herren schwer mit ihren Entschlüssen ringen. Erst nachdem die oben geschilderten, fast eine Stunde sich hinziehenden Verhandlungen beendet sind, erfolgt der gemeinsame Einzug von Ludendorff, Kahr, Lüssow, Pöhner und Seisser in den Saal und die Proklamation der Neuen Deutschen Nationalregierung.

Kahr, Lossow, Ludendorff, Seisser und Pöhner geloben jeder in einer Ansprache an die Versammlung die Übernahme ihrer Ämter. Ein Teilnehmer ergänzt diesen weihevollen Augenblick durch die von ihm selbst aus allernächster Nähe gemachten Beobachtungen – er stand direkt hinter Kahr –

„wie Hitler nach den Erklärungen Kahrs diesem die Hand drückt mit Inbrunst und Dankbarkeit, wie er ihn mit seinen strahlenden Augen geradezu umarmte und zu ihm sagte: ,Exzellenz, ich danke Ihnen, seien Sie versichert, in mir den treuesten Freund bis in den Tod zu haben. Kahr machte nicht die geringste ablehnende Gebärde. Der Jubel in dem Saal über die endliche Verständigung Kahrs mit Hitler war ganz allgemein. Stolz und freudig bewegt verließen gegen 11 Uhr die Teilnehmer an diesem großen Auftakt an einer deutschen Schicksalswende den Saal“.

Ergänzend ist noch zu bemerken, dass die Bayerische Staatsregierung Knilling für abgesetzt erklärt worden war und dass sich Kahr damit durchaus einverstanden erklärt hatte. Die anwesenden Minister waren in Schutzhaft genommen worden.

Die Nacht vom 8. auf den 9. November

Zwischen den obersten Spitzen der neuen Regierung finden noch kurze Besprechungen statt über die zunächst zu ergreifenden Maßnahmen. Die Führer der nationalsozialistischen Partei waren von Adolf Hitler für später zu Besprechungen bestellt.

Präsident Pöhner begibt sich in die Polizeidirektion, wo auch die ausländischen Pressevertreter und die Vertreter der Münchener Presse ihre Weisungen erhalten.

Kahr und Lossow fahren gegen 12 Uhr allein vom Bürgerbräukeller ab, ohne dass ihnen vom Kampfbund ein politischer oder militärischer Adjutant beigegeben worden ist. Gerade diese letztere Tatsache beweist das unbedingte Vertrauen, das Hitler in die Erklärungen Kahrs gesetzt hat. Er hätte es für unwürdig gehalten, einem Manne, dem er soeben Treue bis in den Tod geschworen hatte, gewissermaßen einen Spitzel beizugeben. Unter der Voraussetzung der treuen Mitarbeit der bayerischen Zivil- und Wehrmacht kann schließlich auch die Vornahme der notwendigen Maßnahmen den bayerischen Stellen überlassen bleiben, wenngleich es als selbstverständliche Maßnahme hätte erachtet werten müssen, dass die Herren der neugeformten Reichs- und Landesregierung sofort in Permanenz getagt haben würden und sich nicht getrennt hätten, bis die notwendigen Funksprüche betreffs der militärischen und verwaltungsmäßigen Maßnahmen hinausgegeben worden wären, kurz, bis die Gewalt vollständig und fest in den neuen Händen geruht hätte.

Kahrs und Lossows Verrat

Ludendorff hat sich ins Wehrkreiskommando begeben, um mit von Lossow die weiteren Maßnahmen zu besprechen. Lossow ist nicht anwesend und wird bei den Reichswehrtruppen 1/19 vermutet. Hitler schickt deshalb den Major Siry dorthin, um Lossow nach der Stimmung der Truppen fragen zu lassen. Siry trifft Lossow in der Infanteriekaserne an, wo sich auch Kahr befindet und erkundigt sich im Sinne seines Auftrages. Eisiges Schweigen ist zunächst die einzige Antwort, bis Siry seinen Auftrag wiederholt und zur Antwort erhält:

„Die Zusagen im Bürgerbräukeller sind mit der Pistole in der Hand erpresst worden, und daher null und nichtig. Mit Rebellen wird man nicht verhandeln!“

Major Siry wird daraufhin in Schutzhaft genommen! Als er nicht zurückkehrt, ruft Ludendorff den Oberst Leupold an und bittet ihn zu sich. Oberst Leupold kommt und gibt Erklärungen ab, aus denen zu entnehmen ist, dass Kahr und Lossow sich nicht an ihr Versprechen gebunden halten. Viele Erklärungen sind aber keine offiziellen Mitteilungen der Herren Kahr und Lossow, sondern -was ausdrücklich festgestellt werden muss – gemacht von einem Herrn, der nicht zur Ankündigung des gegebenen Wortes geschickt worden ist, sondern der von Ludendorff befohlen worden war.

An der Tatsache des furchtbaren Verrates, an der Tatsache des schmählich gebrochenen Ehrenwortes ändert es gar nichts, was von Seiten Kahrs und Lossows zur Begründung ihres Vorgehens angeführt wird.

Für jeden Ehrenmann gilt ein gegebenes Ehrenwort. Für einen Offizier gilt noch in erhöhtem Maße, dass er sich auf gar keinen Fall ein Ehrenwort abnötigen lassen darf – aber selbst gesetzt, dieser Fall sei vorhanden, dann würde ein selbst unter einem gewissen Zwang zustande gekommenes Ehrenwort auf jeden Fall binden.

Die Vorgeschichte sowie die Tatsache, dass Kahr und Lossow nach ihren bindenden Erklärungen Hitler und Ludendorff gegenüber im Nebenzimmer des Bürgerbräukellers, danach im Saale vor aller Öffentlichkeit und ohne jeden Zwang, diese Erklärungen wiederholt aufs Feierlichte bekräftigt haben, lässt überhaupt kein anderes Urteil zu.

Die Behauptung, dass unabsehbares Chaos hereingebrochen wäre, ist in Anbetracht des verzweifelten Zustandes, in welchem sich Deutschland befindet, nur eine völlig unwirksame Wiederholung der großen Lüge der November-Revolution des Jahres 1918, die ebenfalls mit der Phrase

„Um Schlimmeres zu verhüten“

Deutschland in immer tieferes Unglück hineingeführt hat, ohne jemals auch nur die geringste Besserung zu erzielen.

Die Behauptung,

„der Marsch nach Berlin wäre spätestens an der bayerischen Grenze zusammengebrochen“,

ist ebenfalls eine unbeweisbare Flaumacherei, denn erstens kann man von dem größten Feldherrn des Jahrhunderts annehmen, dass er sich über die Möglichkeit eines solchen Unternehmens klar ist, dass eine solche Unternehmung nur im Verein mit der Reichswehr durchführbar ist, sich nicht gegen den National denkenden Teil der Reichswehr in Norddeutschland wenden würde, sondern nur eine Reinigung des vollkommen kommunistisch verseuchten Sachsens und Thüringens als nächstes Ziel im Auge haben kann. Warum, rein militärisch betrachtet, eine solche Aktion nicht von Erfolg sein sollte, ist ebenfalls nicht einzusehen.

Über die Art und Weise, wie Kahr und Lossow in der Infanteriekaserne sich über die Begründung ihres Verrats unterhalten, kann ein Augenzeuge namhaft gemacht werden, der zufällig in das gegnerische Lager gekommen war. Der Zeuge schildert, wie Mir (?) und Lossow in teuflischer Befriedigung über das Gelingen ihres Schurkenstreiches die der Presse übergebenen „vier Möglichkeiten“ herausknobeln.

Nachzutragen ist noch, dass Kahr noch in der Nacht eingehende Beratungen mit Präsident Pöhner und Oberamtmann Trick gepflogen hat, desgleichen mit dem Kultusminister Dr. Matt.

Es scheint also, dass bis dahin Kahr selbst noch nicht seine Meinung geändert hat und dass dies erst im Benehmen mit Lossow und Seisser in der Infanteriekaserne erfolgt ist.

Das Unternehmen ist gescheitert

Durch den Abfall der Reichswehr und der Landespolizei ist das Unternehmen gescheitert. Ludendorff ist sich darüber keinen Augenblick im Zweifel. Die militärischen Kräfte des „Deutschen Kampfbundes“, von denen ja nur ein kleiner Teil in München zusammengezogen ist, sind zu schwach, um die aus Augsburg, Passau und Ingolstadt verstärkte Reichswehr und Landespolizei mit Aussicht auf Erfolg zu bekämpfen. Dabei ist für den „Kampfbund“ immer oberstes Gesetz gewesen, dass niemals Deutsche auf Deutsche schießen dürfen. Ein Bruderkampf zwischen Männern, die größere und schwerere Aufgaben zu erfüllen haben im Kampf um Deutschlands Befreiung, muss unter allen Umständen vermieden werden.

Der Morgen des 9. November verkündet der Bevölkerung die Kunde von der Errichtung der nationalen Regierung Hitler – Ludendorff – Lossow – Pöhner. Auch aufs flache Land hinaus dringt noch in der Nacht die Kunde von der Proklamation der Deutschen Nationalregierung und löst überall befreites und beglücktes Aufatmen aus. Endlich ist die ersehnte Einigung zwischen Hitler und Kahr erfolgt – endlich, so hofft das Volk, werden nun durchgreifende Maßnahmen zur Linderung der Not einsetzen und das Strafgericht über diejenigen beginnen, die sich an der Not des Volkes bereichert hatten. Und während so Hoffnung und Befriedigung ganz Bayern durchwehen, ist schon schwärzester Verrat begangen.

Die Tat des 9. Novembers

Ein Augenzeuge schildert den Zusammenbruch mit folgenden Worten:

„Kurz nach 12 Uhr setzt sich unser Zug in Bewegung. Voran Hitler und Ludendorff in der ersten Reihe, dann Oberlandesgerichtsrat von der Pfordten, Dr. von Scheubner- Richter, Rosenberg, Streicher, Hauptmann Göring, der Führer der SA, Gottfried Feder, Oberleutnant Brückner, der Führer des Regiments München, Schickedanz, Graf, der Begleiter von Hitler, Ludendorffs Diener Neubauer, Sesselmann, Oskar Körner und noch viele, die wir in den Toten- und Verwundetenlisten wieder finden werden. Erst hinter diesen Führern der deutschen Freiheitsbewegung schließen sich dann die Reihen der Sturmtruppen an mit umgehängten Gewehren, die Gewehre nicht geladen.

Der Zug nahm seinen Weg durch die Stadt über die Ludwigsbrücke durch das Isartor, das Tal und über den Marienplatz. Vom Rathaus wehte noch die Hakenkreuzfahne, und brausender Jubel der Bevölkerung begleitete den Zug. Heil-Rufe auf Hitler und Ludendorff und nebenher drängte die Bevölkerung mit dem Zuge, der jetzt in die Weinstraße und weiterhin durch die Perusastraße in die Residenzstraße einbog. Vor uns der Odeonsplatz war merkwürdig menschenleer. Unser Zug marschierte unter den Klängen des Deutschlandliedes an der Residenz entlang – da plötzlich schwenkte Reichswehr oder Landespolizei, die sich hinter der Feldherrnhalle versteckt gehalten hatte, quer über die Residenzstraße ein und sperrte die Straße. Unser Zug, noch immer in der gleichen Marschordnung, umdrängt von der Bevölkerung, die Ludendorff und Hitler zujubelte, marschierte natürlich ohne jede Angriffsabsicht weiter – da geschah das Unerhörte.
Etwa beim östlichen Eingang in das Preysingpalais war eine dünne Kette von Landespolizei-Soldaten gestanden, die beiseite wichen.

Mit erhobenen Händen – nicht zum Zeichen der Ergebung, sondern unter verstärkten Heil-Rufen auf Hitler und Ludendorff, kam der Zug bis auf vier bis fünf Meter an die Sperrkette heran. Von einer Angriffsabsicht unserer Truppen konnte überhaupt keine Rede sein, da ja die ganze Straße gedrängt voll war und voran die Führer in Zivil ging. Da plötzlich erhebt auf der Gegenseite in der Mitte der Straße ein Offizier den Arm. – Die Soldaten reißen die Hähne zurück, fahren hoch – Streicher und Gottfried Feder springen vor die vorderste Reihe und brüllen die Soldaten an: „Ihr werdet doch nie auf Ludendorff schießen“! – Da kracht schon aus zwei bis drei Meter Entfernung eine grauenhafte Salve in den Zug hinein und richtet ein schauerliches Blutbad an. Aus den Fenstern der Residenz bekommt der wehrlose Zug Feuer, und vom Odeonsplatz her hämmert ein Maschinengewehr.

Ich war unter dem rasenden Feuer der Gewehrsalven durch die Feuerlinie durchgebrochen und mit einigen Sätzen bis zu den Stufen der Feldherrnhalle gerannt, hinter mir, dem vollkommen waffenlosen Zivilisten, jagten die Kugeln her und von vorne erhielt ich Feuer von der entlang der Theatinerkirche aufgestellten Mannschaft. Ich blieb stehen und blickte hinter mich, um das grauenhafteste Bild meines Lebens zu sehen – da lagen alle in ihrem Blute – niedergemäht – niemand stand mehr, nur Wenige, die sich rasch nach feldmäßiger Sitte zu Boden geworfen hatten, entkamen dem Tode. Ludendorff sah ich nicht mehr. Ich sprang, noch immer beschossen, hinüber bis zur Westseite der Feldherrnhalle und drückte mich an der Mauer entlang – hinter mir Einzelnen jagte man noch Feuer drein, bis ich in einer Mauernische des Preysingpalais notdürftig in Deckung gehen konnte.

Wie durch ein unglaubliches Wunder war Ludendorff ebenfalls mitten durch die Feuerlinie aufrecht hindurch geschritten und wurde auf der anderen Seite des Platzes angehalten. Hitler hatte sich rasch niedergeworfen und konnte sich unverletzt, aber mit luxiertem Arm aus dem Feuerbereich zurückziehen. Dagegen blieb der edle von der Pfordten tot am Platze, Scheubner-Richter war sofort tot. Oskar Körner tot, Neubauer, der Diener Ludendorffs, tot. Graf, der Begleiter Hitlers, schwer verwundet, mit sieben Steckschüssen im Leib. Sesselmann schwer verwundet, mit Lungen-, Bauch- und Armschuss. Felix Allfarth tot. Karl Laforce tot. Hauptmann Göring schwer verwundet, Lorenz Ritter von Stransky tot, Rickmers schwer verwundet, Wilhelm Wolf, Wilhelm Ehrlich, Karl Kuhn, Anton Hechenberger, Andreas Bauriedl, alle auf der Stelle tot; Kulebrock, Gareis, Baumgärtner, Eggendorfer, von Parm, Knörlein, Wilhelm Richter und Robert Renner schwer verletzt. Auf der Gegenseite fielen noch drei Soldaten der Landespolizei – ganz ohne Zweifel den Schüssen der eigenen Leute zum Opfer. Auf unserer Seite ist ganz bestimmt kein Schuss gefallen. Theodor Casella und Martin Faust fielen im Hofe des Wehrkreiskommandos.

In Worten lässt sich solch ungeheures Verbrechen nicht ausdrücken. Alle Anzeichen sprechen für einen vorgefassten Mordüberfall mit der Absicht, die Führer der deutschen Freiheitsbewegung kaltherzig beseitigen zu lassen.“

Sechzehn deutsche Männer, Studenten, Frontkrieger, besiegelten ihre Treue mit dem Tode. Sechzehn Männer, die für das neue Deutschland starben. Aber sie starben nicht umsonst. Tausende füllten ihre Lücken; Hunderte wiederum folgten ihnen, von Rotfront gemordet, in die kühle Heimaterde. Sie alle halfen weiterbauen an dem Ziel, das zu erleben ihnen nie mehr vergönnt war: die deutsche Ehre und die deutsche Freiheit!

Ein Aufschrei geht durch ganz München, als das Verbrechen an der Feldherrnhalle ruchbar wird. Deutsche Soldaten hatten auf Deutschlands größten Feldherrn geschossen. Man glaubt ihn tot. Adolf Hitler soll schwer verwundet sein – er, der Zehntausende von Münchnern mit Hoffnung erfüllt hat auf einen sauberen Staat. Zahlreiche Tote liegen auf dem Münchner Pflaster, gemordet von ihren eigenen Volksgenossen.

Zehntausende durchziehen nunmehr die Straßen Münchens und stoßen Verwünschungen gegen Kahr und Lossow aus. „Hund! Lump! Verräter!“ sind die Bezeichnungen, mit denen die teilweise rasende Volksmenge Kahr und Lossow bezeichnen. Reichswehr und Landespolizei werden mit „Pfui- Rufen“ überschüttet, wo sie sich sehen lassen. Mit brutaler Rücksichtslosigkeit geht die Landespolizei ihrerseits gegen die Demonstranten sowie gegen Unbeteiligte mit Gummiknüppeln vor. Trotzdem ist es der Polizei nicht möglich, die Menschenansammlungen zu zerstreuen. Erst im Laufe der nächsten Tage legt sich die Erregung äußerlich. Nur die berühmten „Ruhe- und Ordnungsleute“, die Spießer und auch nationalen Bourgeois geben sich zufrieden, als ein unerhörter Lügenfeldzug gegen die deutsche Freiheitsbewegung einsetzt und den Spießbürger gruseln macht, in welch furchtbares Unglück Bayern durch den Hitler-Putsch hineingestoßen worden wäre, vor dem es nur durch die Herren von Kahr und Lossow bewahrt worden sei. Trotz allem bleibt der Eindruck in München vorherrschend, dass in München unauslöschliche Schande geschah.

Adolf Hitler ist aus dem Feuerbereich entkommen. Umgeben von einigen Getreuen fährt er zu Bekannten nach Ussing. Adolf Hitlers Beziehungen dorthin sind jedoch zu bekannt, so dass es trotz vorkommender Unvorsichtigkeit keineswegs auf Verrat hat beruhen müssen, dass am zweiten Tage abends zwei Lastautos mit Landespolizei das Haus umstellen und Hitler, der noch Zeit findet, seine letzten Befehle und Anordnungen zu geben, verhaften und nach Landsberg bringen.

Die Lüge marschiert

Im Laufe der nächsten Tage erfolgten andauernd weitere Verhaftungen der Führer der Bewegung, so wird Dietrich Eckart in Schutzhaft genommen, der von den ganzen Ereignissen erst am nachfolgenden Morgen erfahren hat. Wie ein Verbrecher wird er in dieser Schutzhaft behandelt. In einer kleinen Zelle mit tagsüber hochgeschlagener Pritsche ist nicht einmal ein Stuhl vorhanden, so dass der nicht mehr junge Mann stehen oder am Boden hocken muss. Das Volksgericht, ebenso der Staatsanwalt beantragen seine Haftentlassung. Der Generalstaatskommissar lehnt sie ab. Noch lange saß Dietrich Eckart in Schutzhaft in Stadelheim.

Der frühere Justizminister Roth wird ebenfalls auf persönliche Verfügung Jahrs verhaftet und ohne jede weitere Angabe von Gründen nach Landsberg verbracht. Kaum eine der führenden Persönlichkeiten entgeht vorübergehenden oder dauernden Verhaftungen, die Verbote gegen Organisationen, gegen die Presse, gegen die Führer machen der bayerischen Tscheka alle Ehre. Jede Zeitung, die sich für die Wahrheit einsetzt, wird verboten: „Fridericus“, „Deutsche akademische Stimmen“, „Deutsche Hochschul-Zeitung“, „Der Oberbayer“, „Die Sturmglocke“, „Die weiße Fahne“ – alle werden sie verboten. Die Pressedarstellungen der Gegenseite überbieten sich an Verdrehungen und Verrenkungen der Wahrheit. Nur ein Beispiel für die Art und Weise der amtlichen Presselügen sei angeführt:

Oberlandesgerichtsrat von der Pfordten schloss sich von vornherein dem Zuge an, da er sich zutiefst mit der Gedankenwelt des Nationalsozialismus verbunden gefühlt hat. Er war nie nach außen hin in Erscheinung getreten. Die Tatsache, dass dieser außerordentlich angesehene bayerische Richterbeamte gefallen war, war der Regierung so sehr zuwider, dass sie von der Pfordten zunächst als Unbeteiligten fort lügen wollte, der sich „nur zufällig“ dem Zuge angeschlossen hatte! Überdies wurde amtlich berichtet, dass von der Pfordten einem Schlaganfall zum Opfer gefallen sei. Diese Todesursache wurde zunächst auch der Witwe amtsärztlich!! zugestellt, bis auf energisches Drängen des Hausarztes hin festgestellt wurde, dass von der Pfordten einer ganz schweren Schussverletzung zum Opfer gefallen war. Der Schuss war am rechten Oberschenkel eingedrungen, quer durch den ganzen Körper gegangen und in der linken Schulter oben stecken geblieben.

Eine der entsetzlichsten Episoden der deutschen Geschichte ist beendet.

Theodor von der Pfordten feierlich zum Heros des deutschen Rechtslebens proklamiert

Im Lichthof des Justizpalastes enthüllte elf Jahre später der Reichsjuristenführer, Reichsminister Dr. Frank, die Gedächtnistafel für Theodor von der Pfordten mit folgenden Ausführungen:

„Als wir an jenem schicksalsschweren Tage des November 1923 unseren Marsch durch diese Stadt antraten, voran die Fahne, die auch heute unsere Feier hier weiht, da war in uns der heilige Glaube, dass dieser Marsch in die Zukunft unseres Volkes der Siegesmarsch der letzten ganz großen gerichtlichen Idee unserer nationalen Gemeinschaft sei. Unter den Kugeln der Verderber dieser herrlichen nationalen Gemeinschaft brach der erste flammende Appell an die Freiheit unseres völkischen Lebens zusammen. So wie die Leiber derer, die die Idee in sich bargen, damals zusammensanken, sank jedoch nicht die Idee. Unser Banner wurde wieder erhoben, und der Sieg war endlich doch dieser Fahne verliehen.

Wenn unser Führer siegen konnte, dann steht am Anfang dieses Werkes das Opfer der Toten vom November 1923. Wir deutschen Diener am Recht haben in dieser feierlichen Stunde uns hier versammelt, um unserem Kameraden Theodor von der Pfordten die Ehre und das Gedenken zu erweisen, das ihm um seines lauteren, herrlichen Wesens und um seines Opfertodes wegen gebührt. Feierlich erkläre ich hier im Namen des deutschen Rechts Theodor von der Pfordten zum Heros des deutschen Rechtslebens. Feierlich sei er eingereiht in die Zahl derer, die berufen waren durch ihre Selbsthingabe desto höher zu leben und durch ihren Tod desto intensiver ihre Wirklichkeit zu gestalten. Ich berufe alle kommenden Träger der Verantwortung für die deutschen Rechtsdinge auf diese Pflicht, den Namen Theodor von der Pfordten an der Spitze ihres Wirksymbols gleich zu tragen, stets eingedenk zu sein. Wir haben als deutsche Männer, hineingestellt in die Bedingungen dieses irdischen Ringens und Strebens, die Grenzen der Menschenmöglichkeiten erkannt. Niemand hat jemals den Führer oder einen von uns den Zauber oder das Unmögliche anbeten gehört. Wir haben schlicht und treu der Fahne und der Idee unser Leben geweiht. Wir glauben damit der Treue auch unseren Toten gegenüber nur gerecht werden zu können dadurch, dass auch wir uns kein schöneres Ende denken können als das, mit dieser Fahne in der Hand, für Deutschland sterben zu können.

Sie sind in die `Reihe der Ewigen´ eingegangen. So wie damals vor der Feldherrnhalle der Richter des höchsten bayrischen Gerichtshofes in der Reihe der anderen Kameraden aus allen Volksschichten fiel, so floss damals das Blut dieser Opfer zu einer großen geschichtlichen Blutsbrüderschaft zusammen. Dies war von jeher der beste Brauch unseres Volkes, dass da, wo das Blut von Männern ineinander floss, ein Treuebund geschworen wurde, den nur der ewige Gott selbst in Ewigkeit verwandeln könnte. Dieser Treuebund, der damals durch die Blutsbrüderschaft geschlossen war, ist untrennbar und umfasst in den Repräsentanten der Toten von damals die gesamten Stände des deutschen Volkes ohne Unterschied und ohne Ausnahme. Wir deutschen Juristen erklären daher hier an dieser Stätte der Weihe, dass auch wir uns immer nur als Kameraden fühlen allen Volksschichten gegenüber, die schwer ringen, um des Tages Nöte mit ihrem Einsatz zu besiegen und zu bekämpfen und niemals mehr in Klassenwahn oder Berufsstolz zurücksinken wollen, dass wir den Dienst am Recht nie anders sehen wollen, als in diesem kameradschaftlichen Geist einer Zusammengeschworenheit auf Leben und Tod mit dem ganzen Volk.

So seist Du, Theodor von der Pfordten, spät – aber früh in der Geschichte des Sieges der Bewegung, der auch Du gelebt hast und für die auch Du gestorben bist, in uns und über uns bei unserem Kampf um das Recht des deutschen Volkes für Leben, Frieden und Wahrheit. Sei Du in uns, in den deutschen Richtern und deutschen Rechtskämpfern für die Rechtsordnung, sei Du in uns in der Erschaffung der Ideen einer neuen Rechtswirklichkeit in Deutschland! Sei Du vor allem auch der stete Mahner der Jugend, die sich in den kommenden Zeiten in Deutschland den Aufgaben des Rechts widmet! Wir haben in der Welt keinen, der so wie diese Toten vom November 1923 um uns und für uns wirkt. Seien Sie, meine lieben Volksgenossen, voll und ganz einbezogen in diese Verantwortung, diesem großen Toten gerecht zu werden! Diejenigen, die glauben, sie könnten uns noch einmal unsere Fahne aus den Händen reißen, seien gewarnt! Wir sprechen im Namen der Toten und haben nichts anderes als die Ehre dieser Toten als Kameraden bis zum letzten Atemzug zu wahren. Darum möge aus diesem flammenden Opferbekenntnis der Name Theodor von der Pfordten als Heros des deutschen Rechtslebens die Stärke und das Blut der deutschen Rechtsdiener als Männer und Führer zum sozialen Frieden stärken! Es möge der neue Geist der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft Einzug halten in die verschlossenen Türen, allüberall da, wo man glaubt, uns oder unsere Bewegung in Akten, Theorien oder Büchern verstauben lassen zu können! Es sei der Appell an die ewige Lebendigkeit dieser Idee ausgerufen! Wir sind erst am Beginn des Kampfes um den restlos verwirklichten nationalsozialistischen Staat.

Wir haben daher die Pflicht, in Friede, Ordnung und Rechtssicherheit und Disziplin dem Führer in seinen Befehlen als seine Soldaten, gehorsam der neuen deutschen Gemeinschaft, den Weg auf dem Boden des Rechts zu bahnen. Wir aber, die alten Kameraden der Toten, die ganz kleine Schar der ältesten Kämpfer der Bewegung, wollen nicht müde werden, es immer wieder in den Tag und in die Bewusstheit des deutschen Volkes hineinzurufen: Lasst nicht mehr die Zwietracht einziehen! Horcht nicht auf die, die, gestützt auf ihren früheren Einfluss, glauben, uns heute von hintenher angehen zu können! Traut ihnen nicht, den Schleichern und Heuchlern, die durch die Lande ziehen und vom Zusammenbruch der Bewegung schwätzen. Mann gegen Mann war die Methode, mit der wir angetreten sind, Mann gegen Mann verteidigen wir diesen Staat! Es soll sich daher, die Gedenkstunde für diesen großen Toten in seinem Sinne, auch nicht nur eine stille trauernde Gemeinschaft versammeln. Glühend soll auch hier von der Erinnerung an diesen großen Toten aufschlagen der leidenschaftliche Appell: Wir geben nicht nach! So wollen wir im Vertrauen auf den ewigen göttlichen Willen und den herrlichen Schutz, den der ewige Gestalter und Schöpfer des deutschen Lebens uns in unserem Kampf bewiesen hat, über die Gräber der Toten unserer Bewegung hinweg, die große Schar der Toten des Weltkrieges grüßen. Wir wollen als treue Kameraden auch die Toten der Bewegung auf den Schild heben und durch das Aufflammen der Liebe unseres Volkes, aus der Trauer, aus den Schmerzen und Nöten des Tages und der verklingenden Zeit hineintragen in die glorreiche, stolze und friedliche Zukunft des nationalsozialistischen Deutschlands!

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Quelle: 9. November

Der Befreier Mussolinis – Otto Skorzeny – starb am 5. Juli 1975

Otto Skorzeny (Lebensrune.png 12. Juni 1908 in Wien; Todesrune.png 5. Juli 1975 in Madrid) war ein deutscher Offizier der Waffen-SS, zuletzt im Range eines SS-Obersturmbannführers.

Datei:Skorzeny Porträt.jpg

Otto Skorzeny

……….

Ausbildung

Am 12. Juni 1908 wurde Otto Skorzeny in Wien geboren. Er entstammte einer alten Soldatenfamilie der k.u.k. Monarchie. Skorzeny erlebte als Zwölfjähriger den von allen relevanten politischen Kräften Deutschösterreichs, linker wie rechter, gewollten Anschluss Deutschösterreichs an das Deutsche Reich mit (Verfassung vom 23. März 1919). Erst im Oktober 1919 wurde das schon als vereint gesehene Land wieder von den alliierten Siegermächten unter Missachtung des zuvor von ihnen propagierten „Selbstbestimmungsrechts der Völker“ zerissen.

Skorzeny prägten die alljährlich auf dem Wiener Heldenplatz stattfindenden Demonstrationen für die Wiedervereinigung Deutsch-Österreichs mit dem Deutschen Reich, aber auch 1921 die Volksabstimmung in Tirol, bei deren Ausgang 98,8% für einen Anschluss an das Deutsche Reich stimmten.

1926 beginnt er ein Studium der Ingenieurswissenschaften an der Technischen Hochschule Wien. Dort wird er wird Mitglied der schlagenden „Burschenschaft Markomannia zu Wien“ und holt sich beim akademischen Fechtkampf seine auffällige „Schmisse“ auf der linken Gesichtshälfte, weshalb er später von den Alliierten „Scarface“ (deutsch Narbengesicht) genannt wurde. Nach dem Maschinenbaustudium wurde er 1931 Diplomingenieur.

In seiner Freizeit spielte er Fußball und freundete sich mit dem späteren Reichs- und Bundestrainer Sepp Herberger an.

1927 kam es zum sozialistischen Umsturzversuch des Republikanischen Schutzbundes in Wien, an dessen Bekämpfung Skorzeny durch die „Heimatwehr“ des Fürsten Ernst Rüdiger Starhemberg und den „Heimatschutz“ des Majors Emil Fey teilnahm.

Das Verbot selbst eines harmlosen Abkommens über gegenseitige Zollfreiheit zwischen Österreich und dem Deutschen Reich durch die Siegermächte des 1. Weltkrieges motivierte Skorzeny für seinen Kampf um die Wiedervereinigung beider deutschen Länder.

Skorzeny, der sich als Gerüstbauer durchschlug, lernte im Jahre 1932 Joseph Goebbels kennen, als dieser in Wien eine Propagandarede hielt. Dieser mitreißende Augenblick veranlasste Skorzeny, der NSDAP beizutreten.

1933 etablierte sich in Österreich eine christlich-autoritäre Diktatur unter Engelbert Dollfuß, der sämtliche Parteien verbot und das Parlament auflöste.

Der Aufstand im Juli 1934 gegen das Dollfuß-Regime hatte keinen Erfolg, obwohl Dollfuß selbst dabei umkam. Skorzeny befand sich zum Zeitpunkte des Aufstands in Italien auf einer Urlaubsreise. Dort lernte er Mussolini kennen. Dabei erfuhr er, dass der Duce fünf italienische Divisionen zum Einmarsch nach Österreich an der Grenze hatte aufmarschieren lassen für den Fall, dass der mit italienischem Geld finanzierte Aufstand gelungen wäre. Für Mussolini zählte das deutsche Österreich bis dahin zu seinem „römischen“ Interessensgebiet.

1935 wurde Skorzeny Mitglied des „Deutschen Turnerbundes“, der 60.000 militärisch geschulte Mitglieder hat, und wird dort Zugführer.

Auf Druck des Deutschen Reiches ernannte im März 1938 Bundespräsident Wilhelm Miklas den von Adolf Hitler geforderten Arthur Seyß-Inquart zum neuen Bundeskanzler. In der Nacht vom 10. auf den 11. März versuchte eine SA-Abteilung den Präsidentenpalast zu stürmen und Bundespräsident Miklas zu entführen, der aber von seiner Garde verteidigt wurde.

Skorzeny verhinderte durch sein Einschreiten als Zivilist ein Massaker. Seyß-Inquart bedankte sich persönlich bei Skorzeny.

Skorzeny machte nach dem Anschluss Österreichs einen selbst finanzierten Pilotenschein. Beruflich stieg er zum Teilhaber einer Gerüstebaufirma auf. Zu seinem Freundeskreise zählen Ingenieur Ferdinand Porsche und Reichsbankpräsident Hjalmar Schacht, dessen Tochter er in zweiter Ehe heiratete.

Zweiter Weltkrieg

Skorzeny bewarb sich 1940 als Pilot bei der Luftwaffe, die ihn wegen seines zu hohen Alters von 31 Jahren ablehnte. Danach versuchte er es bei der Waffen-SS, die ihn als Ingenieur in einer Kfz-Instandsetzungskompanie einsetzte.

Skorzeny beim Führer Adolf Hitler

Den Westfeldzug durchlebte er in den Reihen des SS-Regimentes Germania. Am 30. Januar 1941 folgte seine Beförderung zum SS-Untersturmführer. Nachdem er im April 1941 in Serbien miteingerückt war, nahm er in den Reihen der SS-Division Das Reich am Ostfeldzug teil. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet und kämpfte ostwärts von Kiew gegen eingeschlossene sowjetische Verbände. Danach stieß er mit seiner Division bis nach Moskau vor.

Im November 1941 wurde Skorzeny durch Stalinorgel-Raketen am Kopf verwundet, zog sich im Lazarett außerdem die Ruhr und Gallenkoliken zu.

Skorzeny wurde 1942 nach seiner Entlassung aus einem Wiener Lazarett nur noch „GvH“ geschrieben und zu einer Wachsoldateneinheit der „Leibstandarte Adolf Hitler“ nach Berlin versetzt. Der Dienst langweilte ihn dort, deshalb meldete sich Skorzeny zur Panzerwaffe. Vor seinem Fronteinsatz bei der SS-Division „Totenkopf“ erlitt Skorzeny einen Ruhrrückfall und wurde erneut zur Reserve der LAH nach Berlin zurückversetzt.

Im April 1943 bot man Skorzeny eine neue Verwendung: Für den Sonderlehrgang Oranienburg der Waffen-SS wurde ein neuer Chef gesucht, der gleichzeitig in Friedrichsthal bei Oranienburg eine Schule für den Agenteneinsatz hinter den feindlichen Linien aufbauen sollte. Skorzeny übernahm beide Aufgaben und wurde als SS-Obersturmführer der Reserve beim Amt VI, SD-Ausland (Auslandsnachrichtendienst) des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA) kommandiert. Zusammen mit seinem Adjutanten, SS-Obersturmführer Karl Radl, zog er geeignete Soldaten für die neue Einheit heran und studierte gründlich alle Berichte über Ausbildung und Einsatz von Kommandotruppen. Zu den Aufgaben der Kommandotruppe gehörten Infanterie- und Pionierausbildung, der Umgang mit Granatwerfern, leichten Geschützen und Panzern, Fahrerausbildung an Motorrad, Auto, Motorboot und Lokomotive, sowie Sport und Reitunterricht.

Danach wurde er zum Hauptsturmführer (Hauptmann) d.R. befördert. Viele seiner von ihm geplanten Operationen sahen die verantwortlichen Vorgesetzten als „zu riskant“ an und lehnten sie ab. Er bezeichnete sie selbst als „Einsätze, die Wunschträume blieben“ – von denen jeder einzelne im Erfolgsfall den Krieg hätte entscheiden können.

Die Befreiung Mussolinis

Am 25. Juli 1943 wurde Benito Mussolini durch ein Komplott, das von hohen Funktionären der faschistischen Partei vorbereitet worden war, abgesetzt, verhaftet und an einem unbekannten Ort untergebracht. Skorzeny wurde daraufhin, zusammen mit fünf anderen Offizieren, ins Führerhauptquartier befohlen.

Adolf Hitler wählte ihn für eine Aufgabe aus, die er ihm unter vier Augen erläuterte. Er sei davon überzeugt, dass Italien unter einer – vom König eingesetzten neuen Regierung – bald aus dem Kriege ausscheiden und den Duce an die Alliierten ausliefern werde.

Ende 1943 erfolgte Adolf Hitlers Befehl, den nach dessen Sturz von Landsleuten festgesetzten Benito Mussolini zu befreien. General Kurt Student beauftragte den Kommandeur des Fallschirmjäger-Lehr-Bataillons Major Harald Mors mit der Durchführung. Skorzeny beteiligte sich mit einem kleinen SS-Trupp.
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Otto Skorzeny und Adolf Hitler

Skorzenys Aufgabe sei es gewesen, den Aufenthaltsort Mussolinis ausfindig zu machen und ihn aus seiner Gefangenschaft zu befreien. Der Einsatz sollte mit größter Geheimhaltung vorbereitet und durchgeführt werden. Nach Rücksprache mit General Student gab Skorzeny vom Führerhauptquartier aus seine Weisungen, für die Bildung einer Einsatzgruppe, nach Berlin durch. Bis zum nächsten Morgen mussten etwa 40 Mann mit Tropenuniformen, Zivilanzügen, Waffen, Sprengstoff, Funkgeräten, Fallschirmen und neuen Soldbüchern versehen werden, um in Italien die Anwesenheit von Angehörigen der Waffen-SS zu verbergen.

Es war vor allem das Verdienst des Polizeiattachés an der deutschen Botschaft in Rom, des SS-Sturmbannführers Herbert Kappler, dass die häufig wechselnden Aufenthaltsorte Mussolinis ermittelt werden konnten. Einer der Aufenthaltsorte, an denen Mussolini schwer bewacht wurde, war die nördlich von Sardinien gelegene Seefestung Maddalena. Skorzeny traf Vorkehrungen, Mussolini durch den Handstreich von Soldaten, die durch Schnellboote auf die Insel gebracht werden und die italienischen Wachen überwältigen sollten, zu befreien.

Die Aktion, die am 28. August 1943 durchgeführt werden sollte, musste jedoch gestoppt werden, nachdem bekannt geworden war, dass man Mussolini unmittelbar vorher weggebracht hatte. Die neue italienische Regierung war also über die geplante Aktion auf Maddalena scheinbar unterrichtet und konnte deshalb Mussolini, im letzten Augenblick, von der Insel bringen lassen. Später stellte sich heraus, dass der Abwehr-Chef und später als Hoch- und Landesverräter entlarvte Admiral Canaris, auch diese Aktion verraten hatte.

Der 1,96 m große SS-Sturmbannführer Otto Skorzeny mit Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes und Stahlhelm als Kommandeur des SS-Sonderverbands z.b.V. „Friedenthal“

Glücklicherweise konnte der neue Aufenthaltsort Mussolinis schnell festgestellt werden. Es handelte sich um das Sporthotel am Gran Sasso im Abruzzen-Gebirge – in etwa 2.000 Metern Höhe. Skorzeny und Radl überflogen am 8. September 1943 das Gebiet und machten Aufnahmen vom Gran Sasso. Kurz darauf konnte auch die Entwaffnung der Italiener durch die deutschen Truppen durchgeführt werden. Da nach der Kapitulation der italienischen Armee die Auslieferung Mussolinis an die Alliierten zu erwarten war, musste dessen Befreiung in höchster Eile versucht werden. Ein Einsatz gegen das Hotel war nur möglich, durch eine Luftlandeoperation mit Lastenseglern.

Kurzfristig wurden aus Südfrankreich zwölf solcher Fluggeräte nach Italien befohlen. In ihnen konnten, außer dem Piloten noch neun Mann untergebracht werden. Als Landeplatz legte Skorzeny eine Wiese in der Nähe des Hotels fest. Gleichzeitig sollte ein Fallschirmjäger-Bataillon im Tal die Bodenstation einer Seilbahn besetzen welche zum Hotel führte. Karl Radl machte noch den Vorschlag, den Carabinierigeneral Soleti mitzunehmen, der den italienischen Wachmannschaften gut bekannt war, und durch ihn den Befehl erteilen zu lassen, nicht auf die deutschen Soldaten zu schießen. Am 12. September 1943 kam es zum Start. General Student verabschiedete 17 Männer der Waffen-SS und 90 Fallschirmjäger am Flugplatz Pratica di mare. Einmal über dem Landegebiet erkannte Skorzeny jedoch, dass die von ihm als Wiese angesehene Fläche, irrtümlicher Weise ein Skisprunghügel war. Eine Landung war dort also nicht möglich. Skorzeny befahl nun dem Piloten, in einer Art abgefangenem Sturzflug, möglichst nahe am Hotel zu landen. Sein Segler kam etwa 15 Meter vor dem Gebäude zum Stillstand.

Skorzeny, die Männer seines Flugzeugs und der Carabinierigeneral Soleti rannten auf das Hotel zu. Karl Radl, dessen Segler unmittelbar hinter dem von Skorzeny landete, hat diesen Moment in seinem Buch „Befreier fallen vom Himmel“ beschrieben:

„Skorzeny nimmt seine Männer, sie laufen auf das Hotel zu. Da, ein italienischer Posten. General Soleti ruft ihn an: ‚Nicht schießen! Nicht schießen!’ Der Posten wird stehen gelassen, weiter auf das Hotel zu. Eine Tür fliegt auf. Das ist der Funkraum. Ein italienischer Soldat am Funkgerät. Er fliegt mit einem Ruck vom Stuhl. Ein, zwei Kolbenschläge mit der Maschinenpistole, und das Funkgerät ist unbrauchbar. Das wäre geschafft. Um Hilfe können die nicht mehr rufen. Doch keine Tür führt aus dem Kellerraum. Zurück, hinaus. Es geht um die Ecke am Vorbau. Wieder ein Posten. ‚Nicht schießen! Nicht schießen!’ ruft der General. Und auch dieser Posten schießt nicht. Da, eine zwei Meter hohe Betonmauer. Skorzeny steigt über die Schulter eines Mannes hinauf. Tritt ihn halb zusammen dabei. Der hilft den anderen aber auch noch hinauf. Sie stehen auf der Terrasse vor der Hausfront, wollen auf den Haupteingang zu, da fängt sich eben die 3, das ist mein Flugzeug, an der Fallschirmbremse in die Waagerechte vom Sturz auf, es ist vielleicht eine Minute vergangen. Alles zählt nur noch nach Sekunden. Meine Maschine schlägt auf, hebt sich nochmals, wird noch 50 Meter hinausgeschleudert und landet, zirka 100 Meter vor dem Hotel. Und schon eilen wir dem Chef zu Hilfe. Der sieht eben auch den Duce am Fenster. ‚Duce, treten Sie vom Fenster zurück, weg vom Fenster!’ ruft Skorzeny, er befürchtet doch noch das Entstehen einer Schießerei, und da kann leicht ein Unglück geschehen. Wir dringen weiter auf das Hotel vor… Noch bevor ich den Eingang erreiche, sind Skorzeny und Schwerdt eingedrungen, haben sich ohne Waffengebrauch einen Weg durch die Carabinieri gebahnt. Die sind völlig fassungslos und wollen aus dem Hotel heraus. Sie haben offenbar gerade Mittagsruhe gehalten. Zum Teil haben sie ihre Maschinenpistolen dabei, zum Teil sind sie ohne Waffen. Sie sehen ihren General, den viele kennen, und keiner schießt. Skorzeny und Schwerdt rasen eine Treppe in dem seinem Inneren nach vollkommen unbekannten Hotel hoch. Skorzeny reißt eine Tür auf im ersten Stock. Es ist die richtige. Drinnen steht Mussolini. Bei ihm sind zwei Offiziere und ein Mann in Zivil. Sie fliegen im Bogen heraus. Dann sind sie allein. Da erscheinen auch schon die Unteroffiziere Gföller und Gläsner in der Tür. Und als ich selbst durch die offene Tür trete, meldet Skorzeny gerade: ‚Duce, der Führer schickt uns, Sie zu befreien!’ Mussolini ist sehr bewegt. Er antwortet nur: ‚Ich wusste, daß mich der Führer nicht im Stich lassen würde.’ Drückt Skorzeny die Hand, umarmt ihn, küsst ihn auf die Wange, dasselbe geschieht mir, Schwerdt und Warger.“

Der italienische Kommandant des Hotels kapitulierte und wenig später konnte ein Fieseler Storch landen, der Mussolini und Skorzeny vom Gran Sasso zu einem Flugplatz brachte, von wo aus sie nach Wien flogen. Dort erhielt Skorzeny folgenden Anruf von Adolf Hitler:

„Skorzeny, Sie haben eine militärische Tat glücklich zu Ende geführt, die in die Geschichte eingehen wird. Mir haben Sie meinen Freund Mussolini wiedergegeben. Ich habe Ihnen das Ritterkreuz verliehen und sie zum SS-Sturmbannführer befördert. Ich möchte Ihnen meine Glückwünsche aussprechen.“

……….

Das Attentat vom 20. Juli

Skorzeny war in den folgenden Monaten mit der Verstärkung seiner Kommandotruppen und der Entwicklung neuer Waffen für ihre Einsätze voll ausgelastet. Aus seinem Sonderverband z.b.V. Friedenthal entstand der Jagdverband Mitte mit fünf Bataillonen, einem Lehrbataillon und anderen Einheiten. Durch Zufall musste er am 20. Juli 1944 wieder eine unvorhergesehene Aufgabe übernehmen. An diesem Tag brachte Oberst Stauffenberg während einer Lagebesprechung im Führerhauptquartier eine Sprengladung zur Explosion, die Adolf Hitler und seine engeren Mitarbeiter töten sollte. Nach der Ausschaltung des Führers sollte das Ersatzheer die Macht übernehmen. Das Attentat schlug aber fehl und Adolf Hitler wurde nur leicht verwundet. Skorzeny hatte am 20. Juli 1944 gerade einen Zug von Berlin nach Wien bestiegen, als er erfuhr, dass von den Verschwörern alarmierte Truppen auf Berlin vorrückten. Skorzeny rückte mit einer Kompanie seiner Soldaten gegen den Sitz des Befehlshabers des Ersatzheeres vor, in dem die Verschwörer jedoch schon von Offizieren des Heeres festgenommen und einige von ihnen erschossen worden waren. Der Befehlshaber des Ersatzheeres war inzwischen befreit, jedoch seines Postens enthoben worden. Skorzeny veranlasste daraufhin die Offiziere, ihre Arbeit wieder aufzunehmen, wärend er dafür sorgte, dass die für Rüstung, Nachschub und Ersatz zuständige Dienststelle des Heeres ihre Aufgaben wieder erfüllte.

Skorzeny in Ungarn

Im September 1944 erteilte der Führer Skorzeny einen neuen Auftrag. Der ungarische Reichsverweser Horthy hatte sowohl mit den West-Alliierten, wie auch mit den Sowjets Fühlung aufgenommen und bereitete die Kapitulation seines Landes vor.

Skorzeny sollte diesen Abfall verhindern. Er versammelte seine Einheiten im Raum Wien, veranlasste ihre Ausrüstung mit neuem Material und Fahrzeugen und begab sich in Zivil zur Erkundung nach Budapest. Fünf Wochen lang orientierte er sich über die örtlichen Verhältnisse. Es stellte sich heraus, dass als Beauftragter Horthys dessen Sohn Niklas über den jugoslawischen Partisanenführer Tito mit den Sowjets Kontakt aufgenommen hatte und die Waffenstillstandsverhandlungen vorbereitete. Am 15. Oktober 1944 wurde Niklas Horthy bei einem mit Titos Beauftragten geplanten Zusammentreffen von SS-Männern festgenommen. Wenige Stunden später verkündete der ungarische Rundfunk, dass Horthy mit den Sowjets einen Waffenstillstand abgeschlossen habe.

Skorzeny befahl daraufhin für die Morgenstunden des 16. Oktober 1944 die Besetzung der Budapester Burg, in der Horthy seinen Amtssitz hatte. Um Mitternacht umzingelte ein Teil seiner Truppen den Burgberg, den anderen stellte Skorzeny zu einer Marschkolonne zusammen, mit der er bis zur Burg vorrücken und so den Eindruck erwecken wollte, es handle sich um eine vereinbarte Maßnahme. Der Plan gelang; die aufgestellten Pak-Geschütze der Ungarn feuerten nicht und schließlich kapitulierte der ungarische General. Am nächsten Tag wurde die ungarische Armee auf eine neue Regierung vereidigt, die den Kampf gegen die Sowjets an deutscher Seite fortsetzte. Eine große Gefahr für die deutschen Truppen war somit durch Skorzeny und seine Männer beseitigt worden. Als Skorzeny dem Führer seinen Einsatz in Budapest schilderte, sagte der ihm:

„Das haben Sie gut gemacht, lieber Skorzeny. Ich habe Sie mit Wirkung vom 16. Oktober 1944 zum SS-Obersturmbannführer befördert und Ihnen das Deutsche Kreuz in Gold verliehen.“

Darauf machte er Skorzeny mit seiner nächsten Aufgabe vertraut.

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Die Ardennenoffensive

Im Westen war der Vorstoß der Engländer und Amerikaner an der Reichsgrenze zum Stehen gebracht worden. Der Führer plante eine neue Offensive, die aus dem Raum zwischen Aachen und Luxemburg durch die Ardennen bis an die Kanalküste führen und danach die feindlichen Kräfte nördlich der Linie Bastnach – Brüssel – Antwerpen vernichten, sowie Antwerpen als Nachschubhafen der Alliierten ausschalten sollte. Skorzeny wurde im Rahmen der Operation Greif die Aufgabe übertragen, durch Soldaten in englischer und amerikanischer Uniform die Maasbrücken zwischen Lüttich und Namur in Besitz zu nehmen und sie bis zum Eintreffen der regulären Truppen vor Sprengungen zu schützen. Außerdem sollten kleine Kommandos in feindlicher Uniform hinter den amerikanischen Linien falsche Befehle erteilen, Nachrichtenverbindungen stören, alliierte Truppen irreleiten und in ihren Reihen Verwirrung stiften. Dieser Einsatz ist bestimmt wirkungsvoll gewesen. Bald liefen brauchbare Nachrichten ein über die Situation hinter den feindlichen Linien. Der Führer einer Gruppe schickte zum Beispiel ein amerikanisches Panzerregiment in eine falsche Richtung, ließ Fernsprechleitungen zerstören und Wegweiser der amerikanischen Truppen entfernen. Noch größer als diese Wirkung waren aber Konfusion und Spionagehysterie, die nun hinter den amerikanischen Linien ausbrachen.

Die Oderfront

Nach dem Zusammenbruch der Ostfront erhielt Skorzeny den Befehl, mit seinen Jagdverbänden, Friedenthaler (als Teil des SS-Jagdverbandes „Mitte“) und dem SS-Fallschirmjägerbataillon 500 (inzwischen zum SS-Fallschirmjägerbataillon 600 umbenannt) ostwärts der Oder um Schwedt einen Brückenkopf zu bilden und zu halten, der für spätere Offensiven gegen die Rote Armee gedacht war. Skorzeny sicherte das Gebiet wie befohlen, sammelte zurückgehende deutsche Soldaten und SS-Freiwillige des fehlgeschlagenen Unternehmens Sonnenwende und füllte mit ihnen seine vier Bataillone auf, die den Grundstock der Division Schwedt (Kampfgruppe/Sperrverband Skorzeny) bildeten. Er konnte auch zahlreiche Flüchtlinge sicher über die Oder bringen. Am 28. Februar 1945 sagte ihm der Führer:

„Skorzeny, ich muß Ihnen danken für Ihre Leistungen an der Oderfront. Ihr Brückenkopf war lange Tage der einzige Lichtblick. Ich habe Ihnen das Eichenlaub zum Ritterkreuz verliehen und werde es Ihnen in einigen Tagen aushändigen. Dann müssen Sie mir über Ihre Erfahrungen berichten.“

Bei Kriegsende geriet Skorzeny, am 20. April 1945 noch zum SS-Standartenführer befördert, in der Nähe von Salzburg in amerikanische Gefangenschaft.

Skorzeny sagte in einem Interview von 1953, daß er mit hundert zuverlässigen Männern und zwei Hubschraubern auch die Gefangenen aus dem Spandauer Kriegsverbrechergefängnis leicht hätte befreien können.

Nachkriegszeit

Im Jahre 1947 wurde er in Dachau wegen des Einsatzes von Soldaten in feindlicher Uniform im Zuge der Operation Greif angeklagt, jedoch freigesprochen. Bis zum Juli 1948 wartete er im Lager Darmstadt auf sein sogenanntes Entnazifizierungsverfahren, das aber immer wieder verschoben wurde um Skorzeny lange in Haft zu behalten. Deshalb wählte er von sich aus den Weg in die Freiheit. Er blieb noch zwei Jahre in Deutschland und Frankreich und ging 1951 nach Spanien, wo er sehr erfolgreich als Ingenieur tätig war. Auch hat er geholfen, einen ägyptischen Geheimdienst mit dem Namen Moukhabarat zu formieren. Ein schweres und unheilbares Lungenleiden führte ihn 1975 zur ärztlichen Behandlung nach Heidelberg. Dort waren die letzten Besucher vor seiner Rückkehr nach Spanien, acht Tage vor seinem Tod, Hans Ulrich Rudel und Waldemar Schütz. Otto Skorzeny berichtete ihnen bei dieser Gelegenheit von seinem Besuch im Führerhauptquartier im Herbst 1944, als der Führer erkrankt war und ihn an seinem Bett empfing. Der Führer sagte ihm an diesem Tag, er habe die Atombombe deshalb nicht bauen lassen, weil er nicht die Verantwortung dafür übernehmen wollte, dass die Menschheit durch ein solches „Teufelswerk“ vernichtet werde.

Am 5. Juli 1975 starb Otto Skorzeny in Madrid. Seine Urne wurde in Wien beigesetzt.

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Otto Skorzeny im Familiengrab in Wien mit Lebens- und Todesrunen (ᛉᛣ)

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Quelle: Metapedia

Der erste Hubschrauber, die Focke-Wulf Fw 61, wird in Bremen am 26. Juni 1936 erfolgreich getestet

Mit der Fw 61 gelang Henrich Focke der Bau des ersten wirklich brauchbaren Hubschraubers der Welt. Es besaß ein stabiles Flugverhalten (auch bei Windböen) und reagierte so, wie es der Pilot erwartete. Bei Ausfall des Triebwerks war erstmals eine kontrollierte Landung (Autorotation) möglich. Die verkürzte Luftschraube diente nur zur Kühlung des Triebwerkes. Die bis dahin von Hubschraubern erflogenen Leistungen wurden mit der Fw 61 weit übertroffen. Ausgestellt ist der Nachbau mit Originalmotor im Hubschraubermuseum Bückeburg.

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Hanna Reitsch fliegt mit der Fw 61 V2

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Beschreibung

Die Erfahrungen mit dem Tragschrauber des Musters Cierva C.30 u.a. hatten Henrich Focke gezeigt, dass befriedigende Ergebnisse nur mit einem senkrecht startenden Hubschrauber zu erwarten waren. Die zu überwindenden Probleme wurden ihm bald bewusst. Da waren Fragen der Stabilität zu lösen sowie der Steuerbarkeit.

Nach eingehenden Studien, Berechnungen und Windkanalversuchen hatte er sich für die Verwendung von zwei Rotoren entschieden, die auf Auslegern rechts und links vom Rumpf gegenläufig rotieren sollten und damit einen eigenen Drehmomentenausgleich unnötig machten.

Die Focke-Wulf Fw 61 – später als Focke-Achgelis Fa 61 bezeichnet – war ein solcher Versuchs-Hubschrauber, mit dessen Konstruktion Henrich Focke bereits 1932 begonnen hatte. Nach seinen Entwürfen wurden bei der von ihm und Georg Wulf 1923 gegründeten Focke-Wulf Flugzeugbau AG in den Jahren 1935 und 1936 gemäß Auftrag des RLM zwei Exemplare gebaut. Sie erwiesen sich schnell als die ersten gebrauchsfähigen Hubschrauber der Welt.

Für die beiden Hubschrauber, die Fw 61 V1 (D-EBVU, Wnr.931) und anschließend die Fw 61 V2 (D-EKRA, Wnr.1789), wurde der Rumpf der Einfachheit wegen von der Focke-Wulf Fw 44 Stieglitz übernommen und nur geringfügig abgeändert. Er hatte jetzt nur noch einen offenen Führersitz (statt 2), behielt aber hinten sein normales Seitenleitwerk, auf das oben T-förmig eine feste, abgestrebte, aber trimmbare Höhenflosse aufgesetzt war. Ferner bekam das Fluggerät ein starres Bugradfahrwerk, wobei die hintere Spornrolle beibehalten wurde. Die Haupträder waren bremsbar.

Den Auftrieb lieferten zwei gegenläufig drehende Dreiblatt-Rotoren, die auf seitlichen, aus Stahlrohr geschweißten Auslegern gelagert waren. Angetrieben wurden sie von einem 7-Zylinder Bramo 314 E-Sternmotor, der unverkleidet im Rumpfbug befestigt war. Der kleine Propeller war für seine eigene Kühlung gedacht, nicht aber zur Erzeugung von Vortrieb. Der größte Teil der Motorleistung wurde über eine Kupplung und ein Verteilergetriebe durch in den Auslegerstreben gelagerte Wellen und über die in den Rotorköpfen sitzenden Kardangetriebe auf die Rotoren übertragen.

Deren Blätter bestanden aus einem Stahlrohr als Träger. Die Blätter waren mit Schlag- und Schwenkgelenken am Rotorkopf befestigt. Gesteuert wurde um die Rollachse durch unterschiedliche Einstellwinkel an den beiden Rotoren. Für die Vorwärts- oder Rückwärtsbewegung, aber auch für die Drehung um die Hochachse wurden die Blätter bei jedem Umlauf so gesteuert, dass die Neigung an jedem Rotor die gewünschten Steuerkräfte hervorbrachte. Die Steuereingaben wurden über Seilzüge und unter den Rotorköpfen angebrachte Seilscheiben auf diese übertragen.

Besonders wichtig war eine Einrichtung, die bei Motorausfall oder Antriebswellenbruch eine sichere Landung ermöglichen sollte. Durch Umlegen eines Hebels wurden die Einstellwinkel aller Blätter so weit verringert, dass sie eine Autorotation ermöglichten. Gleichzeitig wurde der Motor automatisch ausgekuppelt. Eine Landung im Gleitflug folgte. Der Vorgang war aber nicht umkehrbar. Nach Betätigung des Hebels musste mit Autorotation gelandet werden.

Die ersten Versuche wurden noch in einer Halle vorgenommen. Auch bei den ersten Erprobungen im Freien wurde der Hubschraube aus Gründen der Sicherheit noch “gefesselt” geflogen. Dass heißt, dass das Gerät an Seilen befestigt war, um unkontrollierten Flugbewegungen im Notfall zu begegnen. Die Versuche verliefen jedoch befriedigend. Man fand lediglich die Steuerung der Höhe, die ja damals primär nur durch die Gashebelbedienung und damit durch Änderung der Rotordrehzahl erfolgte, etwas sehr empfindlich.

Der erste Freiflug konnte im Juni 1936 stattfinden. Im Mai 1937 gelang auch die erste Autorotationslandung mit abgestelltem Motor.

Einen Monat später erfuhr dann die Welt mit Staunen, dass mit diesem Fluggerät im Juni 1937 alle Hubschrauber-Weltrekorde nach Deutschland geholt wurden. In einer Zeit, in der die Bestleistungen anderer Hubschrauberpioniere über Jahre bei einer geringen Flugzeit, Flughöhe und Flugstrecke gelegen hatten, erreichte die Fw 61 eine Höhe von rund 2440 m bei einer Flugzeit von einer Stunde und 20 Minuten. Und dies bei einer max. Geschwindigkeit von 122,5 km/h über eine Strecke von 20 km. Später wurde sogar eine Flugstrecke von ca. 80 km zurückgelegt.

Technische Daten

  • Länge: 7,29 m
  • Rotor Ø: 2 x 7,0 m
  • Höhe: 2,64 m
  • Besatzung: 1
  • Motor: Bramo Sh 14 A
  • Leistung: 1 x 110 PS
  • Vmax: 122 km/h
  • Reichweite: 230 km
  • Gipfelhöhe: 3200 m

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Letzte Absprache zwischen Hanna Reitsch und Ernst Udet, rechts Roluf Lucht

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Quelle: Metapedia

Oswald Pohl – Leiter des SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamtes (SS-WVHA) – Hingerichtet am 7. Juni 1951 in Landsberg

Oswald Pohl (* 30. Juni 1892 in Duisburg; † 7. Juni 1951 in Landsberg) war SS-Obergruppenführer, General der Waffen-SS und Leiter des SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamtes.

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Oswald Pohl (1892–1951)

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Herkunft und Werdegang

Oswald Pohl wurde am 30.Juni 1892 in Duisburg als Sohn des Werkmeisters Otto Emil Pohl und dessen Frau Auguste Seifert geboren. 1912 trat Pohl in den Dienst der Reichsmarine. Nach Kriegsende war Pohl dort im Range eines Leutnants zur See als Zahlmeister tätig, wo er erste praktische verwaltungstechnische Kenntnisse und Erfahrungen erwarb. Gleichzeitig begann Pohl ein Studium der Rechts- und Staatswissenschaften, welches er jedoch nicht abschloss. Nach eigenen Angaben war er zudem Anfang der zwanziger Jahre an Aktivitäten des Freikorps „Brigade Loewenfeld” beteiligt.

Im Jahr 1922 wurde Pohl Mitglied der NSDAP (Mitgliedsnr. 30842). In die SA trat er 1925 ein, am 22. Februar 1926 erfolgte sein Wiedereintritt in die aufgrund des Hitlerputsches zwischenzeitlich verbotene NSDAP.

Zunächst machte Pohl fortan Karriere in der SA: Im Januar 1932 wurde er zum Scharführer, im März desselben Jahres zum Truppführer, im April zum Sturmführer ernannt. Dem schlossen sich am 1. Juni 1933 die Berufung zum Obersturmführer und am 2. August 1933 zum Sturmbannführer der SA an. Ferner wurde Pohl 1930, nachdem er Stadtverordneter der NSDAP in Kiel wurde, die Leitung der Marine-SA in dieser Stadt überantwortet.

Laufbahn in der SS

Am 9. September 1933 wechselte Oswald Pohl zur SS über (Mitgliedsnr. 147614), wo er 1935 SS-Brigadeführer und 1937 SS-Gruppenführer werden sollte. Über Vermittlung durch den Admiral Canaris lernte Pohl den Reichsführer-SS Heinrich Himmler kennen, dem Pohls bemerkswertes organisatorisches Talent auffiel und ihn im darauffolgenden Jahr mit dem Amt des Verwaltungschef des SS-Hauptamtes betraute. 1939 wurde dieser Kompetenzbereich in zwei Hauptämter unterteilt, welche beide Pohl in Personalunion unterstanden.

Das Amt „Verwaltung und Wirtschaft“ des SS-Hauptamtes unter Pohl hatte die Aufgabe, die der SS von der NSDAP zukommenden Zuschüsse verwaltungstechnisch einzusetzen und wirtschaftliche Unternehmungen durchzuführen.

Das Amt „Haushalt und Bauten“ der SS im Reichsinnenministerium, welches Pohl als Ministerialdirektor leitete, diente vorranig dazu, die finanziellen Zuschüsse des Reichsfinanzministeriums zur Aufrüstung und Ausstattung der kämpfenden Truppe der Verfügungstruppe – der späteren Waffen-SS – zu erwirken und zu nutzen, so zur Besoldung der Truppen. Zu den Bauaufgaben zählten SS-Kasernen.

Das SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt

Beide oben genannten Hauptämter wurden am 1. Februar 1942 im SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt zusammengelegt. Das WVHA gliederte sich zunächst in vier Amtsgruppen (A, B, C, W) Am 3. März dieses Jahres erfolgte eine Erweiterung um die Amtsgruppe D, welche eine formelle Eingliederung der „Inspektion der Konzentrationslager“ (IKL) unter das WVHA darstellte. Pohl selbst wurde 1942 zum SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS befördert.

Nachkriegszeit

Nach der Kapitulation der Wehrmacht hielt sich Oswald Pohl bei seiner Familie auf und wurde am 27. Mai von den Engländern bei Verden verhaftet. In den ersten Tagen seiner Haft in Bad Nenndorf bei Hannover wurde Pohl schwer misshandelt und blieb Tag und Nacht gefesselt. Er gab an, er sei von Posten getreten und verprügelt worden und habe dabei zwei Zähne eingebüßt. Ferner sei ihm während einer Vernehmung durch englische und amerikanische Verhöroffiziere das Gesicht zerschnitten und die Wunden mit Salz eingerieben worden, um eine Belastung des im Nürnberger „Hauptkriegsverbrecherprozess“ unter Anklage stehenden Reichswirtschaftsminister Walter Funk zu erlangen.

Da Pohl, ebenso wie Rudolf Höss, die bis heute als Kronzeugen für die „Holocaustforschung“ gelten, während der Nachkriegsververhöre ihre „Geständnisse“ unter Anwendung exzessiver Foltermethoden abgaben, ist der Quellenwert dieser Zeugenaussagen als praktisch wertlos zu erachten.

WVHA-Prozess

Im Siegerprozess gegen das Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt der SS vom 13. Januar bis 3. November 1947 standen neben Oswald Pohl siebzehn weitere Mitarbeiter des WVHA vor einem US-Tribunal unter Anklage.

Während die Klageführung im Prozessverlauf hetzerisch bemüht war, Pohl zum „Alleinherrscher über das KZ-System“ und zum „größten Menschenschinder der Geschichte“ zu diskriminieren versuchte, stellte Pohls Verteidiger Dr. Alfred Seidl in seinem Schlussplädoyer sachlich fest:

„Die Beweisaufnahme hat ergeben, daß sich die Verantwortung des Angeklagten Pohl nach der Eingliederung der Inspektion der Konzentrationslager in das Wirtschafts-Verwaltungshauptamt auf die einheitliche Lenkung des Arbeitseinsatzes der Häftlinge beschränkte. Trotzdem hat der Angeklagte Oswald Pohl in seiner Eigenschaft als Chef des Wirtschafts-Verwaltungshauptamtes Anstrengungen gemacht, um in sinnvoller Auslegung und freiwilliger Ausdehnung seines Auftrages die Lebensbedingungen der Häftlinge zu verbessern. So gingen seine Bemühungen unter anderem dahin, Lagerkommandanten, die kein ausreichendes Verständnis für eine menschliche Gestaltung des Arbeitseinsatzes zu besitzen schienen, aus ihren Dienststellungen zu entfernen und durch andere geeignete Führer zu ersetzen. Aus dieser Feststellung heraus sind die Vorschläge des Angeklagten Pohl zu verstehen, die er dem Reichsführer-SS Himmler gemacht hat und die sich auf die Versetzung gewisser Lagerkommandanten bezogen.“

Pohl warf der Anklagebehörde vor, von jüdischen Vertretern dominiert und von Rachsucht und blindem Hass erfüllt gewesen zu sein. Er habe 33 Jahre lang seinem Vaterland makellos gedient und sei sich keines Verbrechens bewusst. Am 3. November 1947 wurden Oswald Pohl und drei Mitangeklagte zum Tode verurteilt, elf Angeklagte erhielten langjährige Freiheitsstrafen, drei wurden freigesprochen.

Datei:Oswald Pohl und Franz Eirenschmalz.jpg

Oswald Pohl (stehend) und Franz Eirenschmalz (hintere Reihe links mit Kopfhörern) vor dem Nürnberger Tribunal

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Nach dem Urteil

Oswald Pohl wurde nach dem Urteilsspruch des Siegertribunals in die Justizvollzugsanstalt Landsberg überführt. Unter Einfluss des Gefängnispfarrers konvertierte Pohl dort zum katholischen Glauben. In der Haft verfasste er seine Bekenntnisschrift „Credo. Mein Weg zu Gott.“ und der Papst ließ ihm den erbetenen „Apostolischen Segen“ aussprechen. Das „Credo“ erschien 1950 mit kirchlicher Druckerlaubnis in einer Druckauflage von 9.000 Exemplaren.

Oswald Pohl schrieb in seinen letzten Aufzeichnungen vor seiner Ermordung:

„Noch gemeiner war die Methode meiner Vernehmer (z.B. des Herrn Rapp) ,30 Millionen Menschen haben Sie umgebracht‘, ,3 Millionen Menschen haben Sie sterilisiert!‘ Mit solchen und ähnlichen Behauptungen mühten sich die Vernehmer, mich in den Verhören weich zu machen, obwohl sie genau wußten — denn sie besaßen ja alles an Dokumenten, was es über mich gab! — , daß ihre Behauptungen unwahr und Tricks waren.“

Neben der Kirche setzten sich auch Vertreter der Bundesregierung für eine Begnadigung der verbliebenen Todeskandidaten in Landsberg ein. Am 9. Januar 1951 begab sich eine Abordnung des Deutschen Bundestages zu dem amerikanischen Hohen Kommissar John Jay McCloy: Bundestagspräsident Hermann Ehlers (CDU), Peter Altmeier (CDU, Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz), Carlo Schmid (SPD) sowie Walter Strauß (CDU, Staatssekretär im Bundesministerium der Justiz). Auch ihre Bitte um Amnestie blieb erfolglos.

Obwohl die Todesstrafe kraft Grundgesetz seit 1949 abgeschafft worden war, wurde Oswald Pohl am 7. Juni 1951 in Landsberg durch die VS-Siegermächte völkerrechtswidrig exekutiert. Die Hinrichtungen fanden im Schlossereigebäude des Gefängnisses statt.

Seine letzten Worte lauteten:

„Ich habe mehr als 30 Jahre meinem Vaterland als Berufssoldat treu gedient. 22 Jahre davon in der Marine. Während dieser langen Soldatenzeit konnten die Amerikaner nicht nachweisen, daß ich irgendwelche Initiative ergriffen habe oder irgendwelche Befehle oder Anweisungen gegeben habe, welche zur Verfolgung, Hinrichtung oder Mißhandlung von Menschen, insbesondere von Juden, geführt haben. Ich danke der allerheiligsten Dreifaltigkeit für alles, an das zu glauben, was mich die katholische Kirche gelehrt hat. Gott schütze meine liebe Familie und meine treue Frau und bewahre mein deutsches Vaterland vor seinen falschen Freunden. Und Dich heilige Gottesmutter bitte ich, stehe mir bei in dieser Stunde.“

Auch nach seinem Tod fand Oswald Pohl nicht die letzte Ruhe. Der Versuch Eleonore Pohls, den Leichnam ihres Mannes nach Halfing am Chiemsee zu überführen und dort bestatteten zu lassen, scheiterte an einem Beschluß des Halfinger Gemeinderates. Die Auswirkungen alliierter Umerziehungs-Politik werden deutlich, indem ein Gemeinderatsmitglied feststellte, von ihm aus könne Pohls Leiche auf den Misthaufen geworfen werden.

Oswald Pohl musste deshalb namenlos auf dem Spöttinger „Kriegsverbrecherfriedhof“ beigesetzt werden.

Auszeichnungen (Auszug)

  • Eisernes Kreuz (1914) II. Klasse
  • Eiserner Halbmond
  • Schlesischer Adlerorden, II. und I. Klasse
  • Ehrenkreuz für Frontkämpfer
  • Goldenes Parteiabzeichen der NSDAP
  • Dienstauszeichnung der NSDAP in Silber
  • SS-Dienstauszeichnungen
  • Reichssportabzeichen in Gold
  • SA-Sportabzeichen in Bronze
  • SS-Ehrenring
  • Ehrendegen des Reichsführers SS
  • Deutsches Kreuz in Silber
  • Kriegsverdienstkreuz (1939), II. und I. Klasse mit Schwertern
  • Ritterkreuz des Kriegsverdienstkreuzes mit Schwertern am 10. Oktober 1944

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Stilisiertes Gemälde, das Pohl als Gralsritter zu Ehren einer SS-Beförderung zeigt, möglicherweise zum Obergruppenführer. Genaues Entstehungsdatum und Maler unbekannt.

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Schlusswort von Oswald Pohl am 22. September 1947

Das Schlusswort von Oswald Pohl am 22. September 1947 beim sogenannten WVHA-Prozess.

Herr Präsident, meine Herren Richter!

Als das deutsche Volk am Ende des Ersten Weltkrieges die Waffen niederlegte, tat es dies in dem Glauben an die 14 Punkte Ihres Präsidenten Wilson und damit in der Hoffnung auf einen gerechten und vernünftigen Frieden. Es wurde aber genau der Frieden diktiert, vor dem Präsident Wilson so eindringlich gewarnt hatte. Deutschland wurde in 2 Teile zerrissen, das Selbstbestimmungsrecht der Völker wurde auf das gröblichste verletzt und damit der Konfliktstoff verewigt.

So besiegelte das Friedensdiktat von Versailles Deutschlands Schicksal. Dieses Schicksal aber trug jeder Deutsche von Jahr zu Jahr drückender. Die steigende Not wühlte Leidenschaften und Wirrnisse auf. Die Gemeinschaft zerfiel in zahlreiche sich bekämpfende Parteien.

Diese Lage zwang jeden verantwortungsbewußten Deutschen Stellung zu nehmen, so oder so. Auch mich. Ich schloß mich der NSDAP an. Ich hielt sie für diejenige Kräftegruppe, welche berufen zu sein schien, das deutsche Volk wieder zu einigen und es, ihren sozialen Forderungen entsprechend, einer lebenswerten Zukunft entgegenzuführen.

Damit hatte ich mich zum ersten Mal mit politischen Fragen auseinanderzusetzen. Im Vordergrund stand für Millionen von Deutschen die Sorge um das nackte Dasein. Die Sicherung desselben war deshalb auch die primäre Forderung der NSDAP; ihr gegenüber traten alle übrigen zunächst zurück.

Das gilt insbesondere auch für die Rassenfrage im Allgemeinen und für die Judenfrage im Besonderen. Beiden stand ich bis dahin indifferent gegenüber. Was ich davon wusste, stammte nicht aus eigenen Erfahrungen, sondern war zusammengelesen.

Ich habe dieses Wissen überprüft und erweitert durch das Studium von allen ausländischen Auffassungen, auch solchen aus Amerika. Ich las Madison Grants und Houston Stoddards Publikationen über die Rassenfrage. Ich studierte die Aufsätze, welche Henry Ford in den Jahren 1924/26 in der Zeitung The Dearborn Independant veröffentlichen ließ und die als Buch mit dem Titel „Der internationale Jude“ in Deutschland weite Verbreitung fanden.

Gerade diese Einstellung dieses großen praktischen Amerikaners, der nicht Antisemit war, hat mich damals stark beeindruckt und in meinem Glauben bestärkt, daß die Rassen- und Judenfrage nicht nur graue Theorie sei.

Auf Grund dieser Kenntnisse und angesichts der immer stärker zutage tretenden Erscheinungen in Deutschland gewann ich die Überzeugung, daß der Einfluss des Judentums in keinem Verhältnis zu seinem Bevölkerungsanteil stand und daß daher die Eindämmung notwendig sei. Ich hielt eine solche auf gesetzgeberischem Weg für möglich und auch für ausreichend.

Damit war mein Interesse an der Judenfrage erschöpft. Ich habe mich deshalb auch nie an Gewaltmaßnahmen gegen Juden beteiligt, noch diese gebilligt oder wissentlich gefördert. An gesetzgeberischen Maßnahmen irgendwelcher Art war ich ebenfalls nicht beteiligt.

Ich habe daher auch die schließlich im Wirbel des Krieges auf Befehl Hitlers und Himmlers durchgeführten Vernichtungsmaßnahmen gegen die Juden abgelehnt und weder wissentlich gefördert noch unterstützt. Über den Umfang der Vernichtung konnte ich mir damals kein Bild machen. Berichte erhielt ich als Unbeteiligter nicht. Einzelheiten sind mir erst hier in Nürnberg aus den Dokumenten bekanntgeworden.

Bis zur Rede Himmlers in Posen am 4.10.1943 hatte ich keine Kenntnis von diesem Plan. Ich bin auch nach diesem Zeitpunkt nicht weiter eingeweiht worden. Ich habe an keiner Besprechung hierüber teilgenommen und gehörte auch nicht zum Kreise der Beteiligten.

Im Frieden hätte ich in einer solchen Lage mein Amt zur Verfügung stellen können. Der Krieg aber beraubte mich der Freiheit dieses Entschlusses. Er hatte seinen gefährlichen Höhepunkt erreicht und war zu einem Kampf um Sein oder Nichtsein des deutschen Volkes geworden. Die letzten wehrfähigen Männer und Jünglinge standen an der Front. Die Frauen und Mädchen arbeiteten in den Rüstungsbetrieben der Heimat. In dieser Lage wäre Verlassen meines Postens Verrat an Deutschland gewesen. Deshalb durfte ich in meiner Stellung einen solchen Gedanken nicht einmal in Erwägung ziehen.

Ich bin hier als Chef des WVHA angeklagt. Der Aufbau dieser Reichsbehörde aus kleinsten Anfängen und unter größten Schwierigkeiten war meine Lebensarbeit. Ich habe ihr in den letzten 10 Jahren meine ganze Kraft und Zeit gewidmet. Es ist mein Werk. Meine Tätigkeit als Verwaltungschef war eine verwaltende und wirtschaftliche, keine militärische und polizeiliche exekutive. Das Ziel dieser Arbeit war daher die Erhaltung von Mensch und Substanz für Zwecke des Kampfes und der Arbeit, nicht aber ihre Vernichtung.

Es ist vor diesem Gericht über Struktur und Bedeutung des WVHA viel geredet worden, ohne daß es zu meinem Bedauern gelungen ist, zu einem in allen Teilen zutreffenden Bild zu gelangen. Die letzte Ursache für diesen Mißerfolg liegt zweifellos in einem an der Wand hängenden Schaubild, das ungeeignet ist, pro oder contra Beweis zu führen. Es trägt meine Unterschrift, weil ich annahm, das Bild solle dem Gericht mein Arbeitsgebiet in einfachster Form darstellen, nicht aber der Anklage als prozeßtaktische Hilfe dienen.

Das WVHA bestand aus 3 heterogenen Teilen, die miteinander nichts zu tun hatten:

  1. das WVHA als Ministerial-Instanz für alle Angelegenheiten der Truppenverwaltung mit den Amtsgruppen A, B und C analog dem Heeres-Verwaltungsamt,
  2. die meiner persönlichen Dienstaufsicht unterstehenden wirtschaftlichen Unternehmen, die ihrer Rechtsgrundlage nach keine SS-Industrien, sondern Reichsbetriebe waren. Sie waren als Amtsgruppe W zusammengefaßt,
  3. die mir vom 3. März 1942 an persönlich vorübergehend unterstellte Inspektion KL (Stab Glücks) als Amtsgruppe D.

Ich habe aus praktischen Gründen dem WVHA diejenige äußere Form gegeben, wie sie bei Ministerialbehörden üblich war, ohne Rücksicht darauf, ob das der Natur der Teile entsprach. So habe ich auch für die Gesamtheit der wirtschaftlichen Unternehmen die fiskalische Bezeichnung ‚Amtsgruppe‘ bzw. für die Funktionsträger ‚Amtschefgewählt‘, obwohl diese Behördenbezeichnungen in kaufmännisch geführten Unternehmen nicht üblich sind.

Als ich im März 1942 mit der Lenkung des Arbeitseinsatzes der Häftlinge in ministerieller Instanz beauftragt wurde, kam ich mit dem System der KL in engere Berührung. Es trug seit langem in allen Zügen das unerbittliche Gesicht, das ihm sein Schöpfer Heydrich und sein Organisator und Exerziermeister Eicke in den 10 Jahren ihres Wirkens aufgeprägt hatten.

Ich stand vor einer völlig erstarrten Organisation. Sie hätte nur durch Entfernung des gesamten in ihr seit Jahren tätigen Personals und der Wachmannschaften sowie durch radikale Reform der staatspolizeilichen Methoden grundlegend geändert werden können. Die Kriegslage machte das leider unmöglich.

Ich habe mich gegen die Übernahme der Lenkung des Arbeitseinsatzes gewehrt, so gut es mir möglich war, weil meine Zeit und meine Kräfte durch meine eigentlichen umfangreichen und vielseitigen Aufgaben völlig in Anspruch genommen waren. Meinem Widerstand gab Himmler insofern nach, als er meine Tätigkeit und Verantwortlichkeit bis spätestens Kriegsende befristete.

Die militärischen Ereignisse im Sommer 1944 veranlaßten ihn jedoch, schon durch Befehl vom 16.7.1944 die KL für den A-Fall, d.h. bei Annäherung der Feindfront, den regional zuständigen Höheren SS- und Polizeiführem zu unterstellen.

Alle Evakuierungsmaßnahmen und Befehle, die schließlich zu den Zuständen geführt haben, welche die Armeen der Alliierten vorgefunden und die Kommission des US-Kongresses festgestellt haben, stammen daher von Hitler, Himmler oder den Höheren SS- und Polizeiführern und nicht von mir. Ich habe keinen einzigen Befehl in dieser Hinsicht gegeben.

Wo ich Mißständen begegnete, habe ich energisch zugegriffen. Dazu gehörte auch nach anfänglicher Bejahung die spätere Ablehnung des SS-Richters Dr. Morgen, als ich erkannte, daß er es trotz höchster Legitimation und gewaltiger Unterstützung hoher Dienststellen nicht fertigbrachte, durch schnelle und exemplarische Justiz die Pest der KL-Greuel auszubrennen. An seiner Stelle habe ich die Einrichtung eines Sondergerichts begrüßt und nach Kräften unterstützt.

Der Erfolg meiner Anstrengungen und die Tatsache, daß ab 1942 eine Besserung der Verhältnisse in den KL eingetreten ist, hat die Beweisaufnahme bestätigt.

An den Maßnahmen der Gestapo hatte ich und damit das WVHA keinerlei Anteil. Ich habe zu keiner Zeit und in keinem Fall Schritte unternommen, die Zahl der Häftlinge im Interesse des Arbeitseinsatzes zu erhöhen. Es ist kein einziger Häftling durch mich oder das WVHA in ein KL gekommen.

Wohl aber haben meine Mitarbeiter in den W-Betrieben und ich vielen Häftlingen den Weg in die Freiheit gebahnt. Meist geschah es gegen den Widerstand des RSHA und trotz der Sabotage der Lagerkommandanten. An dieser Tatsache kann man nicht vorbeigehen, auch wenn sie nur das Symptom einer Gesinnung ist. Wenn die gleiche Gesinnung auch die verantwortlichen Männer des RSHA, der Gestapo und der Inspektion KL vor 1942 beseelt hätte, dann wären die KL niemals zu den hassenswerten Einrichtungen geworden als welche sie der Weltöffentlichkeit zur Verdammung des gesamten deutschen Volkes gedient haben.

Es wird für jeden Kenner der tatsächlichen Verhältnisse in den Jahren 1933 -1945 unerklärlich bleiben, daß ausgerechnet die Verwaltungszentrale, das WVHA, für die Maßnahmen der Gestapo und der Organisatoren dieses Systems verantwortlich gemacht wird, obwohl das WVHA nur in den beiden letzten Kriegsjahren mit einer Teilaufgabe beauftragt war, deren Durchführung die 10 jahrelange selbständige Entwicklung der Inspektion KL Grenzen gesetzt hatte.

Als Chef des WVHA war ich nicht nur sein Gestalter, sondern auch sein Motor. Ich allein führte es. Es war mein Arbeitsplatz, auf den das Schicksal mich gestellt hatte und der mir mehr Bürden als Würden auferlegte. Ich habe meinen Arbeitstisch vor allem im Kriege fast nur für Stunden der Ruhe oder eilige Dienstreisen verlassen. Ich gebrauchte deshalb auch keinen Vertreter. Die Mitangeklagten waren meine Untergebenen. Sie waren an meine Befehle gebunden und mußten diese ausführen. Ich habe aber keinem von ihnen oder einem sonstigen Untergebenen je einen Befehl erteilt, dessen Ausführung ein Verbrechen in sich geschlossen hätte.

Mein umfangreiches Arbeitsgebiet zwang mich, meinen Mitarbeitern innerhalb ihres Sachgebietes eine gewisse Mitverantwortung aufzubürden. Diese Mitverantwortung war keine selbständige. Sie endete bei mir und ich übernahm sie nach außen. Das entsprach den Spielregeln des Führerprinzips. Dieses bedeutet nicht Unfehlbarkeit. Es ist ein Prinzip, Menschen zur Erreichung aller Ziele der Staatsführung auf allgemeinen Gebieten zu führen. Bei Soldaten ist davon der unbedingte Gehorsam nicht zu trennen.

Ich habe dieses Prinzip früher anerkannt, weil ich geglaubt habe, daß es als Übergangsform zu einer sich allmählich entwickelnden endgültigen Staatsform richtig und notwendig sei. Ich kann es deshalb heute nicht verleugnen und daher auch nicht für das befehlsgemäße Handeln meiner früheren Untergebenen eine individuelle Verantwortlichkeit derselben konstruieren. Von meiner alleinigen Gesamt-Verantwortlichkeit kann mich auch kein Kontrollratsgesetz, überhaupt kein irdischer Richter entbinden. Ich will es auch nicht, weil ich es als eine Angelegenheit des Gewissens betrachte und der Treue, welche ich diesen Männern schuldig bin. Ich trage diese Verantwortung auch für den Angeklagten Dr. Hohberg, soweit ich seine Dienste über den Rahmen seiner vertraglichen Verpflichtung hinaus in Anspruch genommen haben sollte.

Mein Leben hat sich über ein Menschenalter hindurch in der Welt des Soldaten abgespielt. Befehl und Gehorsam, Anordnung und Zwang waren ihre Gesetze. Sie haben mich mit Gedanken und Gefühl und manchmal auch mit meinem Gewissen in Widerspruch gebracht. Das Bild dieses Lebens steht bei allen, die mich kennen, auch heute noch blank und eindeutig fest: Es war Pflicht und Arbeit für Deutschland.

Es blieb dem Haß des Gegners vorbehalten, hemmungs- und gewissenlos Verleumdung und Lüge über mich zu verbreiten. Hiergegen wende ich mich, weil ärger als die schärfste Strafe das Räsonieren über Charakterwerte ist. Ich habe als Deutscher in Deutschland nach deutschen Gesetzen für Deutschland gearbeitet. Ich habe diese Gesetze für völkerrechtlich richtig gehalten.

Ich kann deshalb meine Aburteilung auf Grund eines ad hoc geschaffenen Rechtes des Siegers, dem ich als Besiegter wehrlos ausgeliefert bin, nicht anerkennen. Ich bekenne mich aber freimütig zu meinen Taten! Auch bei strenger Gewissensprüfung bin ich mir nicht bewußt, Verbrechen begangen zu haben.

Jede Epoche und ihre Geschichte wirkt, in der Gegenwart betrachtet, verwirrender und bedrängender als in einer Entfernung von Jahren und Jahrzehnten, zumal wenn man sie in einem so glücklichen Lande wie dem Ihrigen verlebt, über dessen Fluren der verheerende Sturm des Krieges nicht gerast ist.

In jeder Zeit aber ist das größte Verbrechen der Verrat, der im Kriege gegen das eigene Volk begangen wird. Deshalb sind jene lauen und schlauen Intellektuellen, Honoratioren und politischen Spekulanten, die dem Regime willig in den Sattel halfen, Ehren und Würden von ihm gern entgegennahmen, um es dann gewissen- und charakterlos zu verraten, die größten Verbrecher am deutschen Schicksal. Zu diesen gehöre ich nicht! Ich bin bestrebt gewesen, meinen Weg über diese Erde und durch mein Leben gerade und anständig zu gehen, auch wenn ich manchmal geirrt haben sollte.

So glaube ich auch heute noch, alles, was ich tat, vor meinem Gewissen und damit vor meinem Herrgott verantworten zu können.

Was ich getan habe, tat ich allein in dem heiligen Willen und in dem reinen Glauben, meinem Vaterlande zu dienen und ihm in seinem Lebenskampf zum Siege zu verhelfen. Ihm fühlte ich mich zur unbedingten Treue verpflichtet. Und diese Treue habe ich meinem Deutschland gehalten. Meinem nunmehr unglücklichen Vaterlande aber werde ich die Treue auch im Tode nicht brechen.

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Das Nachkriegsschicksal des SS-Generals Oswald Pohl

Das Nachkriegsschicksal des SS-Generals Oswald Pohl beinhaltet die letzten Aufzeichnungen des Oswald Pohl, die dieser – zum Teil unter dem Einfluss alliierter Greuel- und Umerziehungspropaganda – vor seiner Ermordung durch die Alliierten angefertigt hat.

Letzte Aufzeichnungen

Ich bin am 30. Juni 1892 zu Duisburg geboren. Von 1912 bis 1934 diente ich in der Kriegsmarine (Verwaltung). Am 1. Februar 1934 trat ich auf Drängen Himmlers als Kapitänleutnant des Verwaltungswesens aus der Kriegsmarine aus, um in der Reichsführung SS den Aufbau der Verwaltung zu übernehmen, in Sonderheit derjenigen der Waffen-SS.

Im Jahr 1938 wurde ich zum Ministerialdirektor im Reichsinnenministerium ernannt, 1940 zum Generalleutnant der Waffen-SS und 1942 zum General der Waffen-SS befördert. Als solcher war ich Chef des Wirtschafts-Verwaltungshauptamtes (WVHA), das eines der 12 Hauptämter der Reichsführung SS war. In dieser Dienststellung hatte ich weder militärische Befehlsgewalt noch Exekutivbefugnisse. Mein Aufgabengebiet war das gleiche wie dasjenige des Chefs des Heeres-Verwaltungsamtes, dem ich dienstgradmäßig gleichgestellt war (General). Seit 1926 gehörte ich der NSDAP an. Ich war Inhaber des goldenen Parteiabzeichens.

Am 3. März 1942 wurde mir als wirtschaftliche Aufgabe die Überwachung des Arbeitseinsatzes der KZ-Insassen für die Rüstungsindustrie als Ministerialinstanz übertragen. In dieser Tätigkeit hatte ich in Zusammenarbeit mit dem Ministerium Speer die von der Rüstungsindustrie eingehenden Anträge um Gestellung von KZ-Insassen zu entscheiden. Die Aufgabe erlosch gegen Ende 1944. Andere als diese KZ-Insassen berührenden Aufträge hatte ich nicht, da hierfür ausschließlich das Reichssicherheitshauptamt (Geheime Staatspolizei) allein zuständig war. In Sonderheit hatte ich als Verwaltungschef nichts mit der Durchführung der Euthanasie und der Ausrottung der Juden zu tun.

Ich habe mich nach der Kapitulation 1945 kurze Zeit bei meiner Familie in der Nähe von Rosenheim/Obb. aufgehalten und die folgende Zeit bis zu meiner Ergreifung am 27. Mai 1945 bei meinen Verwandten in Norddeutschland.

An diesem Tage wurde ich in der Nähe von Verden (Aller) festgenommen und gefesselt in einem Kraftwagen nach Minden in das Gefängnis des englischen Secret Service (Tomato) verbracht. Die Festnahme erfolgte durch einen deutschen Kriminalbeamten, auf den abseits ein englischer Offizier in Begleitung eines Polen wartete.

Bei der Festnahme wurden mir durch den englischen Offizier alle Wertsachen abgenommen, auch die Armbanduhr. Die Geldbörse mit 300,– RM Inhalt nahm ein anderer englischer Offizier im Mindener Gefängnis an sich. Er verwies mich wegen einer Quittung an den englischen Posten, von welchem ich sie jedoch nie erhalten habe. In Minden (Tomato) war ich in einer Zelle untergebracht. Schlafgelegenheit Pritsche ohne Decken. Ich blieb Tag und Nacht gefesselt. Nach 1 1/2 Tagen wurde ich zum War Crime Headquarter in Bad Nenndorf bei Hannover abtransportiert.

Die Behandlung durch die Engländer in Nenndorf war unmenschlich. Ich wurde allein in eine Zelle eingesperrt, in welcher 4 Holzpritschen standen. Die Handfesseln wurden mir selbst in der abgeschlossenen und bewachten Zelle weder bei Tag noch bei Nacht, auch nicht zum Essen und zur Notdurft, abgenommen. Ja, ich wurde abends, mit gefesselten Händen auf der Pritsche liegend, durch eine zweite Fessel an den Pfosten der Pritsche gefesselt, so daß ich mich nicht bewegen konnte und infolgedessen keinen Schlaf fand.

Zu den Verhören wurde ich durch einen langen Korridor zum Vemehmungszimmer gehetzt, indem einige der Wachmannschaften hinter mir herjagten, andere, die seitwärts postiert waren, mich durch Tritte und Beinstellen einige Male heftig zu Fall brachten. Vor der Tür des Vernehmungszimmers mußte ich bis zum Beginn des Verhörs Laufschritt auf der Stelle machen, was die Wachposten durch Tritte ins Gesäß und mit Geschimpfe und Gefluche zu immer höherem Tempo zu steigern versuchten. Das alles geschah unter den Augen des in der Nähe zuschauenden Feldwebels. Der Rückweg zur Zelle gestaltete sich zu dem gleichen Spießrutenlaufen, wobei ich einige Male durch Beinstellen der Posten zu Fall kam und heftig gegen die Wand schlug.

Am Nachmittag des zweiten Tages wurde ein Stuhl in die Zelle gebracht. Ich mußte mich setzen, um „rasiert“ zu werden. Obwohl ich gefesselt war, hielten mich zwei Posten auf dem Stuhl fest, während ein dritter meinen Kopf an den Haaren unbarmherzig nach hinten riß, so daß ich einige Male nach hinten umkippte.

Ein vierter Posten beschmierte mir nun das Gesicht mit einer wie Säure brennenden Masse, wobei er mich fortgesetzt mit der flachen Hand ohrfeigte. Nachdem er mich grundlich „eingeseift“ hatte, kratzte er mit einem stumpfen Rasierapparat das Gesicht so rücksichtslos ab, daß das Blut auf die Jacke tropfte. Während dieser Prozedur spuckten seine Gehilfen mir unter wilden Flüchen und Beschimpfungen fortgesetzt ins Gesicht.

Schließlich stürzten sich wie auf Kommando alle anwesenden Posten – es befanden sich etwa 8-10 Personen in der Zelle – auf mich, rissen mich hoch und schlugen blindlings auf mich ein, der ich wehrlos gefesselt war. Es hagelte Faustschläge gegen den Kopf und Fußtritte gegen alle Körperteile. Ich taumelte, mich mühsam auf den Beinen haltend, von einer Ecke in die andere, bis ich unter einem gewaltigen Schlag oder Fußtritt in die Magengegend besinnungslos zusammensackte.

Als ich erwachte, war es still und leer in der Zelle. Ich lag auf einer Pritsche und bemerkte, daß zwei Ärzte sich um mich bemühten, von denen einer meinen Puls beobachtete. Die Handfessel war abgenommen. Ich fiel bald wieder in Ohnmacht.

Wie lange dieser ganze Vorgang gedauert hat, konnte ich nur nach dem Tageslicht schätzen. Da es bei meinem Erwachen schon fast dunkel war, mochte es 20 Uhr gewesen sein, bei Beginn der Mißhandlungen etwa 17 Uhr. Es wurde mir ein starker Kaffee gereicht, und dann wurde ich zum letzten Verhör gebracht, diesmal ohne Spießrutenlaufen. Dieses Verhör dauerte bis tief nach Mitternacht. Der Vernehmungsoffizier, dem mein Zustand auffiel, erkundigte sich nach der Ursache. Ich berichtete ihm kurz das Vorgefallene. Er stand empört auf und entschuldigte sich „im Namen der britischen Armee“. Dann verließ er für geraume Zeit das Zimmer, um – wie er mir versprach — den Kommandanten wegen Bestrafung der Schuldigen aufzusuchen. Bei der brutalen Mißhandlung ist mir ein Backen- und ein Schneidezahn ausgeschlagen worden.

Am nächsten Morgen gegen 7 Uhr wurde ich gefesselt in einem Kraftwagen nach Nürnberg gebracht, wo ich gegen 19 Uhr in das Gefängnis des Justizpalastes eingeliefert wurde. An Verpflegung erhielt ich für den ganzen Tag zwei Scheiben Weißbrot, jedoch kein Getränk. In Nürnberg wurde ich in einer Einzelzelle untergebracht, durch deren Türluke mich Tag und Nacht — auch bei den diskretesten Verrichtungen – ein amerikanischer Posten beobachtete. In der Zelle trug ich keine Handfessel.

Der Tag nach meiner Einlieferung war ein Sonntag (1.4.1946). Am Montag Vormittag wurde ich zur ersten Vernehmung vor den kleinen Court geführt. Ich wurde vor dem Verlassen der Zelle wieder gefesselt, was sich bis zur Erhebung der Anklage am 13. Januar 1947 vor jedem Verhör wiederholte. In der ersten Zeit nahm diese Fesselung ein jüdischer Offizier vor, der mir mit unverhohlener Wollust die Fessel um die Gelenke schlug. Ich war zu dieser Zeit noch nicht aus der deutschen Wehrmacht entlassen, in welcher ich immerhin den Rang eines Generals innehatte.

Gefesselt und unter Begleitung eines Postens wurde ich zum Vernehmungszimmer geführt. Da der Weg dorthin von Tür zu Tür durch einen rechts und links, oben und unten geschlossenen Brettergang führte, so wie ihn wilde Tiere im Zirkus von ihrem Stallwagen zur Arena benutzen, ein Entweichen also völlig ausgeschlossen war, lag für diese Fesselung gar kein ersichtlicher Grund vor.

Auch während der Vernehmungen wurde mir die Fessel nicht abgenommen, obwohl ich mich unter Bewachung im geschlossenen Zimmer befand. Ich war nach den vorausgegangenen brutalen körperlichen Mißhandlungen in Nenndorf und infolge der Behandlung in Nürnberg seelisch vollkommen zusammengebrochen. Ich war 54 Jahre alt, hatte 33 Jahre lang meinem Vaterland makellos gedient und war mir keines Verbrechens bewußt.

In diesem Zustand prasselten die Fragen auf mich nieder, deren Beantwortung mir meist nur infolge ihrer suggestiven Form möglich war. Diese Verhöre erfolgten Vor- und Nachmittags stundenlang und erstreckten sich, allmählich nachlassend, über ein halbes Jahr von Juni bis Dezember 1946; es waren etwa 60 – 80.

Ich wurde in diesen Verhören über die subtilsten Einzelheiten aus einem Zeitraum von 10 – 15 Jahren befragt, ohne daß es mir trotz besten Willens möglich war, mich so unzähliger Einzelheiten überhaupt zu erinnern, zumal mir nicht eine einzige aktenmäßige Unterlage zur Verfügung stand noch gestellt wurde, und ich infolge hermetischer Absperrung in Einzelhaft weder mit einem meiner Mitarbeiter sprechen konnte noch mir erlaubt wurde, Rat und Hilfe eines Anwaltes in Anspruch nehmen zu dürfen. Mit einem Anwalt durfte ich erst nach 7 Monaten, nämlich nach Erhebung der Anklage gegen mich und meine Mitarbeiter des WVHA, welche am 13.1.1947 erfolgte, erstmalig in Verbindung treten. Es war der Münchener Rechtsanwalt Dr. jur. Alfred Seidl, der mich auch verteidigt hat.

Man hat mich in Nürnberg zwar nicht wie in Nenndorf körperlich mißhandelt (wenn ich von der monatelangen Handfesselung absehe) – dazu war das ganze Milieu wohl zu „prominent“ und zu viel Augen und Ohren da, denen eine solche Methode nicht verborgen geblieben wäre –, man wandte vielmehr die unauffällige und in ihrer Art viel brutalere Methode seelischer Quälereien an.

Als solche empfand ich auch die „Vorstellung“ des damaligen Gefängnisdirektors Colonel Andrews, der bei seinen häufigen Besuchsführungen stets vor meiner Zellentür verharrte und seinen Gästen mein von ihm erdachtes Sündenregister erklärte, wobei er mich stets als „Chef der Konzentrationslager“ und „second man after Himmler“ vorstellte, obwohl ich beides nie gewesen bin.

Häufig aber quittierten seine Gäste diese Erklärung des Col. Andrews mit einer unmißverständlichen Gebärde quer zum Hals, indem sie neugierig die Nase durchs Türluk steckten.

Noch gemeiner war die Methode meiner Vernehmer (z.B. des Herrn Rapp) „30 Millionen Menschen haben Sie umgebracht“, „3 Millionen Menschen haben Sie sterilisiert!“ Mit solchen und ähnlichen Behauptungen mühten sich die Vernehmer, mich in den Verhören weich zu machen, obwohl sie genau wußten — denn sie besaßen ja alles an Dokumenten, was es über mich gab! — , daß ihre Behauptungen unwahr und Tricks waren. Da ich keine seelische Elefantenhaut besitze, verfehlten solche teuflischen Einschüchterungen ihre Wirkung nicht. Und die Vernehmer erreichten das, was sie wollten: nicht der Wahrheit, sondern ihren Zwecken entsprechende Aussagen. Auch in den Mittagspausen blieb ich in der Zelle nicht unbehelligt. Sehr oft, anfangs täglich, erschien ein amerikanischer Offizier (eindeutig Jude), der mich anscheinend „psychologisch“ bearbeiten mußte. Da ich aus der ganzen Methode nicht schlau wurde und anscheinend auf die Intentionen dieser Herren nicht einging, ergoß sich wieder eine Flut unflätiger Beschimpfungen über mich wie „gemeiner Verbrecher“, „verfluchter Lügner“, „Halunke“ u.a.m. Ich war zu jener Zeit immer noch General der deutschen Wehrmacht (meine Entlassung erfolgte erst später), also Kriegsgefangener, und von keiner Seite ward mir mitgeteilt, warum ich in Nürnberg saß. Unter dieser dauernden seelischen Quälerei, unter der täglichen Zurschaustellung als gefesselter Verbrecher, unter der Versagung jeglicher Hilfe, der Trennung von meiner Familie (meine Frau durfte ich erstmals nach 16-monatiger Haft in Nürnberg sprechen) habe ich seelisch schwer gelitten und leide heute noch. Von körperlicher Mißhandlung oder Bedrohung in Nürnberg ist mir nur der Fall des früheren Standartenführers Maurer, eines meiner früheren Mitarbeiter, bekannt geworden. Einzelheiten hierüber sind in dem Hilfegesuch Maurers an den US-amerikanischen Gerichtspräsidenten in Nürnberg namens Thomas enthalten, der dieses Gesuch jedoch ignorierte.

Das dunkelste Kapitel bei der Durchführung der Nürnberger Prozesse bilden die auf Grund der von der Anklagebehörde durchgeführten Verhöre hergestellten berüchtigten Affidavits. Diese haben wohl nicht nur im Prozeß gegen das WVHA eine unheilvolle, düstere Rolle gespielt. Wo die echten Unterlagen (Akten, Dokumente u.ä.) der Anklagebehörde nicht in den Kram paßten oder zur Erreichung der von ihr erstrebten Verurteilung nicht genügten, wurden „Affidavita“ zusammengeschustert. Das Auffallende an diesen merkwürdigen Prozeßunterlagen ist, daß die Angeklagten in ihnen sich oft selbst beschuldigten. Verständlich ist das nur demjenigen, der die Technik des Zustandekommens solcher „Affidavits“ selbst erlebt und kennengelernt hat.

So wurden mir im April 1947 kurz vor Beginn meines Prozesses und auch sogar noch während meines Prozesses Affidavits zur Unterschrift vorgelegt, die nicht etwa von mir diktiert waren, sondern welche die Anklagebehörde aus den Protokollen meiner 10 Monate vorher begonnenen zahlreichen Vernehmungen zusammengestellt hatte! Ich wurde aufgefordert, diese sogenannten Affidavits zu unterschreiben. Ich habe mich gewehrt, so gut ich konnte, dies zu tun, weil ich auf Grund meines Dokumentenstudiums (die Dokumente wurden uns nach Erhebung der Anklage am 13.1.1947 allmählich zugänglich gemacht) erkannte, daß ich mich in vielen wesentlichen Punkten geirrt und unbewußt unwahre Angaben gemacht hatte. Der Verhörer aber ließ eine Berichtigung nur in für die Anklagebehörde unwesentlichen Punkten zu und zwang mich unter Hinweis darauf, daß ich vor Monaten so ausgesagt habe, zur Unterschrift.

In meiner damaligen seelischen Verfassung bin ich diesem Druck erlegen. Bei den letzten auf diese Weise erpreßten Affidavits nahm ich meinen Verteidiger zur Hilfe mit, der bezeugen kann, wie die Anklagebehörde operiert hat. Mein Hinweis, daß ich mich zur Zeit der zahlreichen Vernehmungen in einem anormalen seelischen Zustand befunden habe und durch damals nicht erkannte geschickte Suggestiv- und Führungsfragen zu den von der Anklagebehörde erstrebten Aussagen irregeführt worden sei, wurde geflissentlich übersehen. Der Gerichtshof tat das gleiche, als ich bei Vorlage dieser Prozeßunterlagen Einwendungen zu machen versuchte. Er beschränkte sich dabei auf die formale Feststellung, daß ich Gelegenheit gehabt hätte, Änderungen in den Affidavits vorzunehmen, ohne im geringsten darauf einzugehen, in welcher Weise mich die Anklagebehörde an der Wahrung meines Rechtes gehindert hatte.

Auf diese Weise sind Affidavits zustandegekommen und eingeführt worden, die tatsächlich erwiesene Unrichtigkeiten in wesentlichen Punkten enthalten und in denen sich – wie im Prozeßverlauf sich zeigte – Angeklagte mit z.T. gar nicht zutreffenden, also unwahren Aussagen selbst belastet haben!

Mit solcher Art Affidavits hat die Anklagebehörde die Angeklagten erschlagen. Dabei verfügte sie über einen unvorstellbaren Akten- und Dokumentenschatz, der in jedem korrekten Verfahren vollauf genügt hätte, die Wahrheit zu ermitteln. Welches Unheil aber mit diesen teuflischen Affidavits angerichtet worden ist und wie sie selbst dazu mißbraucht worden sind, die Wahrheit zu verdunkeln, das vermag nur der Eingeweihte zu erkennen.

Wo aber selbst dieses Machwerk nicht den von der Anklagebehörde erstrebten Erfolg sicherte, ließ sie ihre sogenannten „Kronzeugen“ (auf deutsch: gekaufte Zeugen) aufmarschieren. Es hat – zur Schande des deutschen Wesens muß es gesagt werden – auch in Nürnberg eine ganze Reihe dieser dunklen, traurigen Gestalten ihr erbärmliches Spiel getrieben. In ihren Reihen befanden sich hohe Regierungsbeamte, Generäle und Intellektuelle, ebenso wie Zuchthäusler, Geisteskranke und echte Schwerverbrecher. Diese Kreaturen, die durchweg genau so schuldig im Sinne des Siegers waren wie die von ihnen belasteten deutschen Kameraden, verkauften Ehre und Gewissen bedenkenlos gegen das Linsengericht, von einer Anklage freizukommen. Sie wurden nett behandelt, wie der Nutznießer Verräter zu behandeln pflegt, solange er sie gebraucht, konnten sogar zwischendurch auch mal auf Urlaub fahren.

Im Prozeß gegen das WVHA trat als „Kronzeuge“ ein gewisser Otto auf, der aus einem Irrenhaus entsprungen war und dessen Vorleben jedem zünftigen Verbrecher zur Ehre gereicht hätte. Das gleiche gilt von dem Anklagezeugen Krusial, der dem Gericht unter Eid die tollsten Schauermärchen auftischte und natürlich auch Glauben fand. Das hohe Gericht schien in diesem Glauben auch dann nicht erschüttert, als dieser „edle“ Zeuge, der das Gericht nach Strich und Faden belogen hatte, von einem deutschen Verteidiger auf Grund des Strafregisters als schwerer Krimineller im In- und Ausland wiederholt bestrafter Verbrecher und Zuchthäusler entlarvt wurde. Das Gericht nahm zwar den Strafantrag des deutschen Verteidigers gegen diesen Verbrecher wegen Meineides an, veranlaßte aber nichts, sondern entließ diesen „Zeugen“ in Ehren.

Damit ist die Reihe der von der Anklagebehörde gekauften Zeugen, welche im WVHA-Prozeß auftraten, keineswegs erschöpft. Diese beiden werden lediglich als Beispiel und Beweis dafür angeführt, was nach amerikanischen Rechtsbegriffen unter einem „ordentlichen“ Verfahren zu verstehen ist.

Daß die in den WVHA-Prozeß eingeführten Filme als Beweismittel, die zudem mit dem Gegenstand der Anklage gar nichts zu tun hatten und trotz des Einspruchs der deutschen Verteidigung vom Gericht angenommen wurden, zum Teil „gestellte“ Aufnahmen wiedergaben (woran auch die Versicherung des amerikanischen Filmoperateurs nichts zu ändern vermag!), sei nur am Rande vermerkt.

Wie weit die Anklagebehörde sich in ihrem jeder Sachlichkeit baren, blinden Haß hinreißen ließ, zeigt folgender Vorgang, der sich im WVHA-Prozeß abspielte. Nachdem die Anklagebehörde fast 2 Jahre lang in dem ihr zur Verfügung stehenden, viele Kisten umfassenden erbeuteten Dokumenten- und Aktenmaterial herumgewühlt hatte, drängten die deutschen Verteidiger fortgesetzt, daß ihnen das gleiche Recht eingeräumt werde. Die Anklagebehörde leugnete hartnäckig, daß sich dieses Material in ihren Händen befinde. Die deutschen Verteidiger blieben bei ihrer Behauptung, daß sich 6 – 8 Kisten sogar im Keller des Justizpalastes befanden. Das Gericht, das dem Drängen der Verteidigung nachgab, begab sich anerkennenswerterweise selbst in den Keller, um sich von der Richtigkeit der deutschen Behauptungen zu überzeugen. Mit ziemlich betretener Miene stellten die drei amerikanischen Richter nach der Rückkehr von der Kellervisite fest, daß die Anklagebehörde geschwindelt habe (!) und die Behauptung der deutschen Verteidigung richtig sei! Nunmehr konnte dieser nicht länger das Recht vorenthalten werden, ihrerseits dieses amtliche Material zu benutzen.

Leider (oder natürlich?) fiel diese Entscheidung erst gegen Ende des Prozesses, so daß die Sichtung und Ausbeute dieses umfassenden amtlichen Materials durch die deutsche Verteidigung im Interesse der Angeklagten nur ganz flüchtig und oberflächlich möglich war. In dieser Tatsache lag die stärkste, ja die ganze Lähmung und Behinderung der Verteidigung der Angeklagten, denn in diesen Kisten befand sich auch das entlastende Material, dessen Vorlage die Anklagebehörde somit verhindert hatte. – „Ordentliches“ Verfahren?

Wie par excellence in den Dachauer Prozessen, so kam auch in den Nürnberger Prozessen unverkennbar und schlecht verhohlen zum Ausdruck, daß nicht die Ermittlung der Wahrheit, sondern die Vernichtung möglichst vieler Gegner das Ziel der von blindem Haß und offensichtlicher Rachsucht getriebenen Anklagebehörde, in welcher jüdische Vertreter dominierten, gewesen ist. Der Gott, der den Sieger blendete, hat uns Besiegten die Augen geöffnet. Wenn diesem Haß nicht Einhalt geboten wird, werden sich die Gräberreihen der auch unschuldig gerichteten Deutschen noch mehren. Am 1. Juni 1948

gez. Oswald Pohl

Nachtrag

1. Der hier genannte Maurer wurde erst im Laufe des WVHA-Prozesses in Nürnberg verhaftet. Da man ihn also in den Nürnberger Prozeß nicht mehr hineinnehmen konnte, wurde er im Januar 1948 an die Polen ausgeliefert, um dort „fertig“ gemacht zu werden. Die Auslieferung entbehrte jeder rechtlichen und tatsächlichen Begründung, denn Maurer war nie im polnischen Territorium tätig und hat auch von Berlin aus keine Verbrechen an Polen begangen. Wehrlos geht er nun in Polen seinem Schicksal entgegen, nachdem er im Krieg durch feindliche Bomber seine ganze Familie (Frau und 3 Kinder) in einer Nacht verloren hatte.

2. Die hier geschilderten seelischen Einschüchterungsversuche amerikanischer Anklagebehörden entsprechen der hemmungslosen Lügenhaftigkeit, mit der nach 1945 das deutsche Volk diskriminiert worden ist. Zum Beweis gebe ich einige amtliche Zahlen an, die die Verleumder und Betrüger auf Grund und unter Vorlage bisher nicht veröffentlichter Akten und Dokumente entlarven werden:

a) Zahl der KZ im Reichsgebiet: 12
b) Zahl der Arbeitslager: 504 (als „Arbeitslager“ bezeichnete man die von und bei der Rüstungsindustrie für die bei ihr beschäftigten KZ-Insassen eingerichteten Unterkünfte, Diese waren durchschnittlich mit 500 – 1.000 Personen belegt).
c) Zahl der in allen KZ und allen Arbeitslagern Ende 1944 untergebrachten Personen betrug 700.000 maximal! Mitte 1942 waren es 45.000! Hier besonders ist die Öffentlichkeit mit hanebüchenen Zahlen betrogen worden. Unter vielen „Millionen“ tut es keiner. Kogon nannte erst 11 Millionen, jetzt (2. Auflage seines „Werkes“) ca. 7 Millionen. Es ist anzunehmen, daß er in etwaigen weiteren Auflagen zur Erde zurückkehrt. Ein französisches Dokument des Verlages „Mehr Licht“ (!), das sich „amtlich“ und „wissenschaftlich“ nennt und das im IMT-Prozeß vorgelegt wurde, nennt sogar 20 Millionen, mindestens aber 10 Millionen. Ein etwas weiter Spielraum für ein „amtlich“ sein wollendes Dokument!
d) die Zahl der Todesfälle in allen KZ und Arbeitslagern betrug für die Zeit von 1933 bis 1945 = 200.000 – 250.000. In dieser Zahl sind nicht die vernichteten Juden enthalten, welche der von Himmler unmittelbar beauftragte Höss im IMT-Prozeß mit 1,5 – 2 Millionen angegeben hat. Auerbach hat noch vor einiger Zeit von 11 Millionen Toten gefaselt. Die Zahl von 200.000 – 250.000 in den Jahren 1933 – 1945 erscheint prima facie sehr hoch. Es muß jedoch darauf hingewiesen werden, daß die Sterblichkeit in den KZ während dieser 12 Jahre nachweisbar nur unbedeutend über dem Reichsdurchschnitt gelegen hat.

Hierfür möge jetzt nur ein Beispiel dienen. Die Anklagebehörde hat im ersten Prozeß gegen das Personal des KZ Flossenbürg als Beweismittel die Original-Lagerbücher vorgelegt. Aus diesen ergab sich, daß von 1938 (Gründung des Lagers) bis zur Kapitulation 68.000 Häftlinge durch dieses Lager gegangen sind. Hiervon verstarben von 1938 bis Dezember 1944 insgesamt 2.000 (zweitausend) und von Januar 1945 bis zur Kapitulation 12.000 (zwölftausend). Erst die von Himmler befohlenen sinnlosen Evakuierungstransporte des Jahres 1945 haben die Sterblichkeit so ungeheuer erhöht, genau wie das bei den von den Alliierten nach der Kapitulation durchgeführten Massenausweisungen der Fall war.

Zu beachten ist ferner, daß die Toten in den Arbeitslagern von demjenigen KZ registriert wurden, welches die Häftlinge gestellt hatte. Das ist wichtig für die kritische Betrachtung der z.B. von Kogon genannten Zahlen. So hat z.B. das KL Buchenwald die Verstorbenen von über 100 Arbeitslagern registriert, von Häftlingen also, die gar nicht im KZ Buchenwald verstorben sind.

Es erscheint notwendig, der Zahl von 200.000 – 250.000 Toten aus 12 Jahren die Zahl derjenigen Kinder, Frauen und Männer entgegenzustellen, die in den Jahren 1943 – 1945, also in 2 – 3 Jahren, im Bombenhagel und Phosphorregen der alliierten Luftstreitkräfte umgebracht worden sind!

Da es sich hierbei nicht — wie von feindlicher Seite behauptet – um Angriffe auf militärische Anlagen (Brücken und Eisenbahnen) handelt, erhebt sich die Frage, wer die für diese „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ Schuldigen zur Verantwortung zieht.

Alle hier geschilderten Erlebnisse und Erfahrungen sowie die unter 2 a – d angegebenen Zahlen betrachte ich als unter Eid abgegeben.

Am 1. Juni 1948

gez. Oswald Pohl

In einem der letzten Briefe, am 5. Juni 1951, zwei Tage vor seiner Hinrichtung durch die Amerikaner, schreibt Pohl an Admiral a.D. Gottfried Hansen, den 1. Vorsitzenden des Bundes deutscher Soldaten:

Sehr verehrter Herr Admiral, durch einen Marinekameraden erhielt ich eine Abschrift Ihres Schreibens v. 17.5.51 an den Bundeskanzler. Sie werden sich kaum vorstellen können, welche Gefühle Ihr Eintreten für mich in mir ausgelöst hat. Zum ersten Male in den 5 Jahren meiner Einzelhaft (davon fast 4 Jahre in der Todeszelle) strecken sich helfende Hände durch das Gitterfenster. Ich konnte nur die Hände falten und dem Allmächtigen danken für dieses Zeichen Sei­ner Gnade. Ihnen aber meinen aus bewegtem Herzen kom­menden Dank zu sagen, ist mir drängendes Anliegen. Ich hörte auch von Ihrem Briefe an General Eisenhower. Auch für diese Hilfe seien Sie meines tiefgefühlten Dankes sicher. Und schließlich möchte ich hier auch meinen persönlichen Dank sagen für die große materielle Hilfe, die Sie meiner Frau und meinen 4 unmündigen Kindern (7 -17 Jahre alt) zugewendet haben. Meiner Frau als alter Soldatenfrau (ihr erster Mann war der Verstorbene Major a.D. Rütger v. Brüning) hat diese kameradschaftliche Nothilfe besonders wohl getan.

Nun hätten mich vor 14 Tagen unsere „Befreier“ doch beinahe zum zweiten Male aufgehängt! Und diese Gefahr bleibt akut. Über 30 Jahre habe ich als Berufssoldat meinem Vater­lande gedient, davon 22 Jahre bei der Marine (1912 – 1934).

Ich stehe im 60. Lebensjahre. Aus dieser langen Soldatenzeit haben die Ankläger und Richter in Nürnberg mir nicht einen einzigen Befehl und keinen Akt meines Willens und meiner Initiative nachweisen können, durch den irgendein Mensch verfolgt, eingesperrt, gequält oder gar umgebracht worden wäre; auch kein Jude! In Ermangelung dieses Tatbestandes hat mich das amerikanische Gericht in Zuständigkeiten hineingezaubert, die niemals meines Amtes waren, und daraus Verantwortlichkeit konstruiert, die ich nie getragen habe, nur weil man mir als Sündenbock für andere, die tot sind, den Strick drehen wollte oder mußte.

3 Jahre nach Beendigung des Prozesses (3.11.47) hat mich das Frankfurter Büro des amerikanischen Hochkommissars mit weiteren, frei erfundenen „Verantwortlichkeiten“ ausgeschmückt. Diese neuen Pseudo-Verantwortlichkeiten haben dann dem amerikanischen Hochkommissar dazu gedient, der deutschen Öffentlichkeit in dem „Dokumentarischen Bericht über Landsberg“ Anfang Februar 1951 weiszumachen, daß ihm die Aufhebung des Todesurteils gegen mich nach reiflicher Gewissensprüfung (!) nicht möglich sei.

Ihnen, Herr Admiral, als meinem ehemaligen Stationschef, melde ich hiermit:

1. Ich war von Beruf Marine-Zahlmeister bzw. Wirtschafts-Verwaltungsoffizier. Ich habe auch bei der Waffen-SS als „Chef des Wirtschaft-Verwaltungshauptamtes“ (W.V.H.A.) keine andere Tätigkeit ausgeübt wie der Chef des Verwaltungsamtes in der Marineleitung und wie der Chef des Heeresverwaltungsamtes. Meine einzige Tätigkeit im System der Konz.lager lag in dem Auftrag, „den Arbeitseinsatz der Häftlinge in die Rüstungsindustrie als ministerielle Instanz zu lenken“ (1942 – 44). Über das SS-Personal in den Konzentrationslagern und über die Häftlinge hatte ich weder Kommando- noch Strafgewalt (Feststellung des Nürnberger Gerichtes in meinem Urteil).

Zwischen mir als Chef des W.V.H.A. und den Verwaltungen der KZ bestand dieselbe Entfernung und das gleiche Dienstverhältnis wie zwischen dem Chef des Verw.Amtes in der Mr.Ltg. und der Kassen Verwaltung eines Schiffes oder dem Rechnungsamt eines Marineteils. In völliger Verkennung dieser Sachlage haben mich, den Verwaltungsmann, die Amerikaner für alle Mißstände in den KZ verantwortlich gemacht. Auf unsere alte Marine-Organisation übertragen heißt das: man hat den Chef des Verw-.Amtes in der Mr.Ltg. auch für militärische Versager an Bord eines Schiffes oder bei einem Marineteil verantwortlich gemacht.

Weil der Kommandeur (Himmler) durch Selbstmord ausgefallen ist, seine Vertreter (Daluege, Heydrich, Kaltenbrunner) tot sind, der „Chef des Persönlichen Stabes“ (Karl Wolff) sich durch Landesverrat freigekauft hat, der „Generalquartiermeister“ (Gen. Jüttner) bei den Amis arbeitet, die beiden „Inspekteure KZ“ (Gen. Eicke und Glücks, – militärische Dienstaufsicht!) ebenfalls tot sind, greift man sich den Zahlmeister! Nach deutscher militärischer Auffassung ist das grotesk.

2. Auf Grund meiner fachlichen Qualifikation als Wirtschafts-Verwaltungsoffizier kam ich für eine Verwendung als „Chef des Stabes der SS!“ nicht in Betracht. Ich habe deshalb eine solche Dienststellung nie innegehabt und nicht innehaben können, weil sie es nie gegeben hat.

3. Im April oder Mai 1943 meldete der deutsche Heeresbericht, daß Einheiten des Heeres und der Waffen-SS unter Führung des Gen. d. W.-SS Stroop das Warschauer Ghetto zerstört haben. Ich habe in meinem Leben weder das Warschauer noch ein anderes Ghetto gesehen, geschweige denn zerstört.

4. Die Deportationen und Vernichtungen der Juden sind organisiert und durchgeführt worden vom Reichssicherheitshauptamt, Chef: Heydrich, Kaltenbrunner (Geheime Staatspolizei, Sondergruppe Eichmann). Auf meine Initiative ist kein einziger Jude deportiert oder vernichtet worden.

5. Die sog. „Aktion Reinhardt“ ist organisiert und durchgeführt worden von dem SS- und Polizeiführer Lublin Gen. Lt.d.Pol. Globocnik. Dieser unterstand dem Reichssicherheitshauptamt und nicht mir.

Nach Beendigung der „Aktion Reinhardt“ und nachdem Glo. bereits abkommandiert war, ordnete Himmler eine Prüfung der Verwaltungsdienststelle des Glo. an. Der mit dieser Kassen- und Buchprüfung beauftragte Chef des Revisionsamtes, Oberst Voigt, der mir unterstellt war, hat die Prüfung bald nach Beginn auf meinen Befehl eingestellt, nachdem er mir gemeldet hatte, daß Glo. seine Verwaltungsdienststelle für die „Aktion R.“ mit eingesetzt hatte. Voigt ist auf Grund dieses Tatbestandes in Nürnberg freigesprochen worden!

6. Ich habe nicht nur keinen Häftling für ärztliche Versuche persönlich ausgesucht, sondern ich habe gegen die Verwendung von Häftlingen für diesen Zweck bei Himmler schriftlich protestiert (im Rahmen meines eingangs erwähnten Auftrags).

Das sind alles Tatsachen, die den amerikanischen Richtern und dem Frankfurter Büro des amerikanischen Hochkommissars seit Jahren bekannt sind. Wenn die amerikanische Justiz sie in dem sogenannten Fair Trial gegen mich fair gewürdigt hätte, wäre es nie zu diesem Schandurteil gekommen, in das man sich sinnlos kindisch verbissen hat. …

Es wird Sie noch dieses interessieren. Ich war mit 17 meiner ehemaligen Mitarbeiter (Verwaltungs- und Kaufleute) angeklagt. 3 wurden freigesprochen, 4 zum Tode verurteilt; die restlichen erhielten Freiheitsstrafen. Von den 4 Todesurteilen hob das Gericht, das sie verhängt hatte, selbst eines wieder auf; das zweite änderte Clay in lebenslänglich (inzwischen auf 20 Jahre reduziert) ab; der dritte Todeskandidat ist am 23. Mai 1951 entlassen worden, nachdem sein Todesurteil auf 9 Jahre herabgesetzt worden war!

So springt man mit Köpfen um. Als einziger Todverurteilter bin ich übriggeblieben. Von allen 15 Verurteilten befinden sich nur noch 7 in Haft; die übrigen sind bereits entlassen.

Man steht vor einer Chinesischen Mauer. Das Traurigste ist, daß die Öffentlichkeit sachlich unzulänglich, ja falsch unterrichtet ist, jedenfalls in meinem Fall. Zur Sache ist von richterlicher Instanz seit 1947 überhaupt nichts mehr bearbeitet worden. Alle Eingaben wurden vom Frankfurter Büro des Hochkommissars „wohlwollend betrachtet“. Das ganze Spiel vor den Gerichtshöfen in USA geht nur darum, die von uns erstrebte Voraussetzung einer richterlichen Überprüfung, d.h. die Gewährung einer echten Revision (2. Instanz) zu sabotieren.

In ergebenster Verehrung Ihr dankbarer

________gez. Oswald Pohl__________

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Quelle: Metapedia

Elly Beinhorn – berühmte deutsche Fliegerin und Pionierin der Luftfahrt

Elly Rosemeyer-Beinhorn (Lebensrune.png 30. Mai 1907 in Hannover; Todesrune.png 28. November 2007 in Ottobrunn) war eine berühmte deutsche Fliegerin des 20. Jahrhunderts. In den 1930er Jahren stellte die Luftfahrtpionierin etliche Langstreckenflugrekorde auf.

Elly Rosemeyer-Beinhorn, 1907 – 2007

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Familie

Elly Beinhorn wurde 1907 als einziges Kind einer Kaufmannsfamilie in Hannover geboren, wo sie auch das Schiller-Lyceum absolvierte. Ein Vortrag des Ozeanfliegers Hermann Köhl 1928 faszinierte sie so nachhaltig, dass sie sich gleich um die Aufnahme an der Sportfliegerschule in Berlin-Staaken bemühte und im Frühjahr 1929 den Sportflugzeugführerschein und wenig später an der Fliegerschule Würzburg den Kunstflugschein erwarb, dem dann auch die Blindflugberechtigung, der B-1 Schein für schwerere einmotorige Landflugzeuge und zuletzt der Flugzeugführerschein für kleinere Seeflugzeuge folgten.

1936 heiratete sie den Weltklasse-Rennfahrer Bernd Rosemeyer, verlor ihn aber schon zwei Jahre später, nur zehn Wochen nach der Geburt ihres Sohnes Bernd, als er bei einer Geschwindigkeits-Rekordfahrt durch eine Orkan-Böe bei 450 km/h von der Autobahn gefegt wurde und tödlich verunglückte. 1941 heiratete sie wieder, ein Jahr später gebar sie die heiß ersehnte Tochter, Stefanie. Auch ihren zweiten Mann verlor sie früh, nach sieben Jahren.

Flüge

Afrikaflug

1931 startete Elly Beinhorn zu ihrem ersten großen Alleinflug nach Afrika, der sie über 7.000 km bis in das heutige Guinea-Bissao führte. Eine Notlandung auf ihrem Rückflug Richtung Timbuktu überstand sie mit Hilfe der einheimischen Songheis, die „noch nie einen weißen Menschen gesehen hatten“, nach viertägigem Marsch durch die Wüste und kehrte glücklich nach Deutschland zurück:

„Meine Notlandung hat mehr Schlagzeilen gebracht als die tollste Flugleistung.“

Weltumrundung im Alleinflug

Schon wenige Monate später, am 4. Dezember 1931, wagte die 24-Jährige ihren nächsten großen Flug, eine Weltumrundung, die sie über Südasien bis Port Darwin in Australien, dann zu Schiff nach Panama und weiter mit ihrem Klemm-Flugzeug über die Kordilleren zur Ostküste Südamerikas führte und am 23. Juli 1932 Buenos Aires erreichen ließ.

Amerikareise

Reichspräsident Hindenburg zeichnete sie im April 1933 für ihre fliegerischen Leistungen mit dem Hindenburg-Pokal aus, der höchsten deutschen Ehrung in der Sportfliegerei. Dies spornte sie an zu weiteren Flügen in die früheren deutschen Kolonien in Afrika und Mittel- und Süd-Amerika – immer allein mit ihrem Klemm-Sportflugzeug.

Rekordflüge

Als die deutsche Luftfahrtindustrie 1934 für den Internationalen Europa-Rundflug für Sportflugzeuge neue leistungsfähigere Flugzeuge entwickelt hatte, konnte sie mit einer Maschine des Typs Messerschmitt Bf 108 eine Reihe von Langstreckenflügen nach Istanbul, Damaskus und Kairo durchführen, bei denen sie dessen hervorragende Eigenschaften unter Beweis stellte. 1935 flog sie mit der berühmten Messerschmitt Me 108 „Taifun“ an einem Tag von Gleiwitz in Schlesien nach Skutari am Bosporus und zurück nach Berlin: 3.470 Kilometer in dreizehneinhalb Stunden.

Elli Beinhorn

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Leben nach 1945

Die Anerkennung ihrer Leistungen als Fliegerin blieb ihr auch über den Krieg und politische Gegensätze hinweg erhalten. Die französischen Segelflieger luden sie bald nach Kriegsende zu einem Segelfliegerlager ein, und 1951 konnte sie in der Schweiz ihre Flugzeugführerscheine wieder erwerben. Nun flog sie als Journalistin über Europa, von Finnland bis Nordafrika, und beteiligte sich nach der Aufhebung des Flugverbots für Deutschland erfolgreich an zahlreichen Wettbewerben.

1979 gab Elly Beinhorn im Alter von 72 Jahren, nach etwa 5000 meist allein geflogenen Flugstunden, ihre Pilotenscheine zurück.

Der Deutsche Aero Club würdigte ihr Eintreten für die Sportfliegerei mit der Ernennung zum Ehrenmitglied, und auch weitere Luftsportverbände ehrten die immer bescheiden gebliebene Fliegerin: Elly Beinhorn fühlte sich nie als „Star“ und hatte sich all die Jahre für die Anerkennung der Frauen in der Fliegerei engagiert.

Beinhorn war Mitglied der Traditionsgemeinschaft „Alte Adler e.V.“, einer Vereinigung von Persönlichkeiten, die sich als Flugpioniere durch besondere fliegerische Leistungen im zivilen und militärischen Bereich sowie als Forscher, Wissenschaftler, Konstrukteure, Lehrer, Publizisten und Förderer um die Luft- und Raumfahrt verdient gemacht haben.

Elly Beinhorn starb am 28. November 2007 im Alter von 100 Jahren. Die Trauerfeier fand am 1. Dezember 2007 in München statt. Begraben ist sie in Berlin auf dem Waldfriedhof Dahlem neben ihrem Mann Bernd Rosemeyer.

Elli Beinhorn

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Leistungen und Ehrungen

Fliegerische Leistungen

  • 1931 Alleinflug über 7000 km nach Afrika
  • 1932 Weltumrundung mit dem Flugzeug
  • 1933 Transafrikaflug
  • 1934 Rekordflug: Weltumrundung ohne Begleitung
  • 1935 Rekordflug: Zwei Kontinente in 24 Stunden
  • 1936 Rekordflug: Drei Kontinente in 24 Stunden

Ehrungen

  • Fliegerkreuz von Peru (1932)
  • Goldene Nadel des Aero-Clubs Deutschland (1953)
  • Goldenes Abzeichen des bayrischen königlichen Luftsportverbandes (1970)
  • Pionierkette der Windrose (1975)
  • Bayerischer Verdienstorden (1988)
  • Bundesverdienstkreuz Erster Klasse (1991)
  • Briefmarke der Deutschen Post AG (2010)

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Elli Beinhorn

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Quelle: Metapedia

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