Wahrheit für die Soldaten der Wehrmacht

Auszug aus einem Artikel der Zeitschrift „Europäische Sicherheit“ 7/96.

Hier schreibt der Generalleutnant a.D. der Bundeswehr, Inspekteur des Heeres von 1979 bis 1981, Hans Poeppel (76) folgendes:

Ihren aktuellen Höhepunkt fanden die Agitationen gegen die Sicherheitsvorsorge in einer Wanderausstellung „Verbrechen der Wehrmacht 1941 – 1944“, die bis in die nächsten Jahre hinein etwa 20 deutsche Städte bereist haben wird. Dazu ist ein 700-seitiges Begleitbuch gleichen Titels von Hannes Heer und Klaus Naumann erschienen, dessen Öffentlichkeitswirkung die der Ausstellung noch übertrifft.

Ziel dieser Ausstellung ist, die angebliche Legende von der „sauberen, anständig gebliebenen Wehrmacht“ zu zerstören. Die Methode bewußter Diffamierung ist dabei sehr geschickt, indem sie die Übereinstimmung von Nationalsozialismus und Wehrmacht mit scheinbar tragfähigen Argumenten untermauert. Daß dabei in großem Umfang mit Unterstellungen, Verallgemeinerungen, Fälschungen und der Übernahme rein politischer Urteile sowjetischer Kriegsgerichte sowie mit nachweisbaren Unwahrheiten gearbeitet wird, ist für den unbefangenen Betrachter, insbesondere die vielen Jugendlichen nicht erkennbar. Die Ausstellung verschweigt zudem Erkenntnisse, die nach Öffnung der sowjetischen Archive gewonnen werden konnten.

Die Urteile über die Ausstellung sind vielfach vernichtend. So schreibt der frühere Leiter des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes der Bundeswehr,

Brigadegeneral a.D. Roth:

„Die Ausstellung differenziert nicht zwischen legalem Vorgehen und Fehlverhalten im Sinne der Genfer Konvention und der Haager Landkriegsordnung, dem Einsatz von Verbänden der Wehrmacht oder Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei der SS. Feldgrau waren eben nicht nur die Soldaten des Heeres gekleidet. Die Ausstellung enthält nur sehr ungenaue Angaben über Hintergründe, die zu den gezeigten Darstellungen geführt haben, nennt nicht Ort und Zeit des Geschehens und die beteiligten Kräfte oder Personen. … Die Ausstellung läßt jegliche wissenschaftliche Methode und Akribie vermissen … und ist eine ideologisch einseitige Zusammenstellung und ein linksextremes, verleumderisch skandalöses Machwerk“ . (siehe Seite 5)

Und der bekannte Fernsehjournalist Rüdiger Proske urteilt:

„Es ist der Ausstellung gelungen, alle Unterscheidungen zwischen der wahrscheinlich winzigen Minderheit, die an Kriegsverbrechen der Wehrmacht beteiligt war sowie jenen, die soldatische Anständigkeit bewahrten und schließlich der überwiegenden Mehrheit, die mit Verbrechen überhaupt nicht in Berührung gekommen waren, einzuebnen und alle Soldaten pauschal zu einer Verbrecherorganisation einzuschmelzen.“

Die mangelnde Seriosität der Ausstellung verwundert nicht, wenn man den Werdegang des Hannes Heer liest: DKP-Mitglied, KSV-Spitzenfunktionär, Berufsverbot als Geschichtslehrer, mehrfach verurteilt. Einem solchen dubiosen „Historiker“ öffnen unsere Kommunen ungeprüft ihre Ausstellungsräume für sein Machwerk.

Als Folgen der Verleumdungskampagne haben wir ungezählte Aktivitäten der ferngesteuerten Friedensbewegung und ihrer Sympathisanten erlebt. Diese Beeinflussung des „Zeitgeistes“ führte dann zu Presseurteilen über die Wehrmacht, wie die des ZEIT-Redakteurs, Erenz, als der „größten Mord- und Terrororganisation der deutschen Geschichte“. Solche verleumderische Meinungsmache untergräbt das Ansehen der weltweit geachteten Wehrmacht insbesondere bei den Jüngeren, die sich nicht auf eigene Erfahrungen stützen können und zerstört damit das Vertrauen zwischen den Generationen. Sie entzieht der Bundeswehr die Möglichkeiten einer sorgsamen Auswahl für die eigene Traditionsbildung, und sie schwächt das Gewicht, das unser Land für seinen internationalen Handlungsspielraum so dringend benötigt.

19 Millionen Wehrmachtsangehörige, das bedeutet die Hälfte der damals wehrpflichtigen männlichen Bevölkerung unseres Landes, also jede zweite Familie ist von den Verleumdungen unmittelbar betroffen. Fast muß man es Hannes Heer als Verdienst anrechnen, daß er mit seiner unseriösen Ausstellung das Faß der Beleidigungen zum Überlaufen gebracht und der gerechten Nachdenklichkeit wieder eine Chance gegeben hat. Im Ausland wundert man sich kopfschüttelnd seit langem, daß die betroffene deutsche Mehrheit sich gegen die Verunglimpfungen nicht zur Wehr setzt. Die eindrucksvollste Stimme war die des französischen Präsidenten Mitterrand. Er sagte am 8. Mai 1995 in seiner denkwürdigen Rede in Berlin:

„Ich habe in einem Krieg gekämpft, und ich schätze nicht die Belehrungen, die jetzt viele Leute die den Krieg nicht erlebt haben großzügig erteilen. Die deutschen Soldaten sind mutig für eine schlechte Sache gestorben, vielleicht ganz einfach, weil sie ihr Vaterland liebten.“

Der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt verurteilte die Aussagen der HEER-Ausstellung, ergänzte indessen, er könne damit leben. Es geht dabei aber nicht allein um uns, sondern auch um die Millionen im Feld Gebliebenen, die sich gegen diese massiven und pauschalen Verleumdungen nicht mehr zur Wehr setzen können. Auch für sie gilt es zu handeln.

Die früheren Angehörigen der Wehrmacht sterben langsam aus. Auch daraus wird deutlich, daß die Aktionen sich gar nicht gegen diese richten, sondern vielmehr die Diskreditierung der wehrhaften Demokratie und der Bundeswehr zum Ziele haben. Eine Welle des Protestes hat Fachhistoriker, Politiker und Militärs auf den Plan gerufen, die durch eine Streitschrift von Rüdiger Proske „Wider den Mißbrauch der Geschichte deutscher Soldaten zu politischen Zwecken“ noch verstärkt wurde.

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Quelle: vho.org

Oswald Pohl – Leiter des SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamtes (SS-WVHA) – Hingerichtet am 7. Juni 1951 in Landsberg

Oswald Pohl (* 30. Juni 1892 in Duisburg; † 7. Juni 1951 in Landsberg) war SS-Obergruppenführer, General der Waffen-SS und Leiter des SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamtes.

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Oswald Pohl (1892–1951)

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Herkunft und Werdegang

Oswald Pohl wurde am 30.Juni 1892 in Duisburg als Sohn des Werkmeisters Otto Emil Pohl und dessen Frau Auguste Seifert geboren. 1912 trat Pohl in den Dienst der Reichsmarine. Nach Kriegsende war Pohl dort im Range eines Leutnants zur See als Zahlmeister tätig, wo er erste praktische verwaltungstechnische Kenntnisse und Erfahrungen erwarb. Gleichzeitig begann Pohl ein Studium der Rechts- und Staatswissenschaften, welches er jedoch nicht abschloss. Nach eigenen Angaben war er zudem Anfang der zwanziger Jahre an Aktivitäten des Freikorps „Brigade Loewenfeld” beteiligt.

Im Jahr 1922 wurde Pohl Mitglied der NSDAP (Mitgliedsnr. 30842). In die SA trat er 1925 ein, am 22. Februar 1926 erfolgte sein Wiedereintritt in die aufgrund des Hitlerputsches zwischenzeitlich verbotene NSDAP.

Zunächst machte Pohl fortan Karriere in der SA: Im Januar 1932 wurde er zum Scharführer, im März desselben Jahres zum Truppführer, im April zum Sturmführer ernannt. Dem schlossen sich am 1. Juni 1933 die Berufung zum Obersturmführer und am 2. August 1933 zum Sturmbannführer der SA an. Ferner wurde Pohl 1930, nachdem er Stadtverordneter der NSDAP in Kiel wurde, die Leitung der Marine-SA in dieser Stadt überantwortet.

Laufbahn in der SS

Am 9. September 1933 wechselte Oswald Pohl zur SS über (Mitgliedsnr. 147614), wo er 1935 SS-Brigadeführer und 1937 SS-Gruppenführer werden sollte. Über Vermittlung durch den Admiral Canaris lernte Pohl den Reichsführer-SS Heinrich Himmler kennen, dem Pohls bemerkswertes organisatorisches Talent auffiel und ihn im darauffolgenden Jahr mit dem Amt des Verwaltungschef des SS-Hauptamtes betraute. 1939 wurde dieser Kompetenzbereich in zwei Hauptämter unterteilt, welche beide Pohl in Personalunion unterstanden.

Das Amt „Verwaltung und Wirtschaft“ des SS-Hauptamtes unter Pohl hatte die Aufgabe, die der SS von der NSDAP zukommenden Zuschüsse verwaltungstechnisch einzusetzen und wirtschaftliche Unternehmungen durchzuführen.

Das Amt „Haushalt und Bauten“ der SS im Reichsinnenministerium, welches Pohl als Ministerialdirektor leitete, diente vorranig dazu, die finanziellen Zuschüsse des Reichsfinanzministeriums zur Aufrüstung und Ausstattung der kämpfenden Truppe der Verfügungstruppe – der späteren Waffen-SS – zu erwirken und zu nutzen, so zur Besoldung der Truppen. Zu den Bauaufgaben zählten SS-Kasernen.

Das SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt

Beide oben genannten Hauptämter wurden am 1. Februar 1942 im SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt zusammengelegt. Das WVHA gliederte sich zunächst in vier Amtsgruppen (A, B, C, W) Am 3. März dieses Jahres erfolgte eine Erweiterung um die Amtsgruppe D, welche eine formelle Eingliederung der „Inspektion der Konzentrationslager“ (IKL) unter das WVHA darstellte. Pohl selbst wurde 1942 zum SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS befördert.

Nachkriegszeit

Nach der Kapitulation der Wehrmacht hielt sich Oswald Pohl bei seiner Familie auf und wurde am 27. Mai von den Engländern bei Verden verhaftet. In den ersten Tagen seiner Haft in Bad Nenndorf bei Hannover wurde Pohl schwer misshandelt und blieb Tag und Nacht gefesselt. Er gab an, er sei von Posten getreten und verprügelt worden und habe dabei zwei Zähne eingebüßt. Ferner sei ihm während einer Vernehmung durch englische und amerikanische Verhöroffiziere das Gesicht zerschnitten und die Wunden mit Salz eingerieben worden, um eine Belastung des im Nürnberger „Hauptkriegsverbrecherprozess“ unter Anklage stehenden Reichswirtschaftsminister Walter Funk zu erlangen.

Da Pohl, ebenso wie Rudolf Höss, die bis heute als Kronzeugen für die „Holocaustforschung“ gelten, während der Nachkriegsververhöre ihre „Geständnisse“ unter Anwendung exzessiver Foltermethoden abgaben, ist der Quellenwert dieser Zeugenaussagen als praktisch wertlos zu erachten.

WVHA-Prozess

Im Siegerprozess gegen das Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt der SS vom 13. Januar bis 3. November 1947 standen neben Oswald Pohl siebzehn weitere Mitarbeiter des WVHA vor einem US-Tribunal unter Anklage.

Während die Klageführung im Prozessverlauf hetzerisch bemüht war, Pohl zum „Alleinherrscher über das KZ-System“ und zum „größten Menschenschinder der Geschichte“ zu diskriminieren versuchte, stellte Pohls Verteidiger Dr. Alfred Seidl in seinem Schlussplädoyer sachlich fest:

„Die Beweisaufnahme hat ergeben, daß sich die Verantwortung des Angeklagten Pohl nach der Eingliederung der Inspektion der Konzentrationslager in das Wirtschafts-Verwaltungshauptamt auf die einheitliche Lenkung des Arbeitseinsatzes der Häftlinge beschränkte. Trotzdem hat der Angeklagte Oswald Pohl in seiner Eigenschaft als Chef des Wirtschafts-Verwaltungshauptamtes Anstrengungen gemacht, um in sinnvoller Auslegung und freiwilliger Ausdehnung seines Auftrages die Lebensbedingungen der Häftlinge zu verbessern. So gingen seine Bemühungen unter anderem dahin, Lagerkommandanten, die kein ausreichendes Verständnis für eine menschliche Gestaltung des Arbeitseinsatzes zu besitzen schienen, aus ihren Dienststellungen zu entfernen und durch andere geeignete Führer zu ersetzen. Aus dieser Feststellung heraus sind die Vorschläge des Angeklagten Pohl zu verstehen, die er dem Reichsführer-SS Himmler gemacht hat und die sich auf die Versetzung gewisser Lagerkommandanten bezogen.“

Pohl warf der Anklagebehörde vor, von jüdischen Vertretern dominiert und von Rachsucht und blindem Hass erfüllt gewesen zu sein. Er habe 33 Jahre lang seinem Vaterland makellos gedient und sei sich keines Verbrechens bewusst. Am 3. November 1947 wurden Oswald Pohl und drei Mitangeklagte zum Tode verurteilt, elf Angeklagte erhielten langjährige Freiheitsstrafen, drei wurden freigesprochen.

Datei:Oswald Pohl und Franz Eirenschmalz.jpg

Oswald Pohl (stehend) und Franz Eirenschmalz (hintere Reihe links mit Kopfhörern) vor dem Nürnberger Tribunal

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Nach dem Urteil

Oswald Pohl wurde nach dem Urteilsspruch des Siegertribunals in die Justizvollzugsanstalt Landsberg überführt. Unter Einfluss des Gefängnispfarrers konvertierte Pohl dort zum katholischen Glauben. In der Haft verfasste er seine Bekenntnisschrift „Credo. Mein Weg zu Gott.“ und der Papst ließ ihm den erbetenen „Apostolischen Segen“ aussprechen. Das „Credo“ erschien 1950 mit kirchlicher Druckerlaubnis in einer Druckauflage von 9.000 Exemplaren.

Oswald Pohl schrieb in seinen letzten Aufzeichnungen vor seiner Ermordung:

„Noch gemeiner war die Methode meiner Vernehmer (z.B. des Herrn Rapp) ,30 Millionen Menschen haben Sie umgebracht‘, ,3 Millionen Menschen haben Sie sterilisiert!‘ Mit solchen und ähnlichen Behauptungen mühten sich die Vernehmer, mich in den Verhören weich zu machen, obwohl sie genau wußten — denn sie besaßen ja alles an Dokumenten, was es über mich gab! — , daß ihre Behauptungen unwahr und Tricks waren.“

Neben der Kirche setzten sich auch Vertreter der Bundesregierung für eine Begnadigung der verbliebenen Todeskandidaten in Landsberg ein. Am 9. Januar 1951 begab sich eine Abordnung des Deutschen Bundestages zu dem amerikanischen Hohen Kommissar John Jay McCloy: Bundestagspräsident Hermann Ehlers (CDU), Peter Altmeier (CDU, Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz), Carlo Schmid (SPD) sowie Walter Strauß (CDU, Staatssekretär im Bundesministerium der Justiz). Auch ihre Bitte um Amnestie blieb erfolglos.

Obwohl die Todesstrafe kraft Grundgesetz seit 1949 abgeschafft worden war, wurde Oswald Pohl am 7. Juni 1951 in Landsberg durch die VS-Siegermächte völkerrechtswidrig exekutiert. Die Hinrichtungen fanden im Schlossereigebäude des Gefängnisses statt.

Seine letzten Worte lauteten:

„Ich habe mehr als 30 Jahre meinem Vaterland als Berufssoldat treu gedient. 22 Jahre davon in der Marine. Während dieser langen Soldatenzeit konnten die Amerikaner nicht nachweisen, daß ich irgendwelche Initiative ergriffen habe oder irgendwelche Befehle oder Anweisungen gegeben habe, welche zur Verfolgung, Hinrichtung oder Mißhandlung von Menschen, insbesondere von Juden, geführt haben. Ich danke der allerheiligsten Dreifaltigkeit für alles, an das zu glauben, was mich die katholische Kirche gelehrt hat. Gott schütze meine liebe Familie und meine treue Frau und bewahre mein deutsches Vaterland vor seinen falschen Freunden. Und Dich heilige Gottesmutter bitte ich, stehe mir bei in dieser Stunde.“

Auch nach seinem Tod fand Oswald Pohl nicht die letzte Ruhe. Der Versuch Eleonore Pohls, den Leichnam ihres Mannes nach Halfing am Chiemsee zu überführen und dort bestatteten zu lassen, scheiterte an einem Beschluß des Halfinger Gemeinderates. Die Auswirkungen alliierter Umerziehungs-Politik werden deutlich, indem ein Gemeinderatsmitglied feststellte, von ihm aus könne Pohls Leiche auf den Misthaufen geworfen werden.

Oswald Pohl musste deshalb namenlos auf dem Spöttinger „Kriegsverbrecherfriedhof“ beigesetzt werden.

Auszeichnungen (Auszug)

  • Eisernes Kreuz (1914) II. Klasse
  • Eiserner Halbmond
  • Schlesischer Adlerorden, II. und I. Klasse
  • Ehrenkreuz für Frontkämpfer
  • Goldenes Parteiabzeichen der NSDAP
  • Dienstauszeichnung der NSDAP in Silber
  • SS-Dienstauszeichnungen
  • Reichssportabzeichen in Gold
  • SA-Sportabzeichen in Bronze
  • SS-Ehrenring
  • Ehrendegen des Reichsführers SS
  • Deutsches Kreuz in Silber
  • Kriegsverdienstkreuz (1939), II. und I. Klasse mit Schwertern
  • Ritterkreuz des Kriegsverdienstkreuzes mit Schwertern am 10. Oktober 1944

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Stilisiertes Gemälde, das Pohl als Gralsritter zu Ehren einer SS-Beförderung zeigt, möglicherweise zum Obergruppenführer. Genaues Entstehungsdatum und Maler unbekannt.

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Schlusswort von Oswald Pohl am 22. September 1947

Das Schlusswort von Oswald Pohl am 22. September 1947 beim sogenannten WVHA-Prozess.

Herr Präsident, meine Herren Richter!

Als das deutsche Volk am Ende des Ersten Weltkrieges die Waffen niederlegte, tat es dies in dem Glauben an die 14 Punkte Ihres Präsidenten Wilson und damit in der Hoffnung auf einen gerechten und vernünftigen Frieden. Es wurde aber genau der Frieden diktiert, vor dem Präsident Wilson so eindringlich gewarnt hatte. Deutschland wurde in 2 Teile zerrissen, das Selbstbestimmungsrecht der Völker wurde auf das gröblichste verletzt und damit der Konfliktstoff verewigt.

So besiegelte das Friedensdiktat von Versailles Deutschlands Schicksal. Dieses Schicksal aber trug jeder Deutsche von Jahr zu Jahr drückender. Die steigende Not wühlte Leidenschaften und Wirrnisse auf. Die Gemeinschaft zerfiel in zahlreiche sich bekämpfende Parteien.

Diese Lage zwang jeden verantwortungsbewußten Deutschen Stellung zu nehmen, so oder so. Auch mich. Ich schloß mich der NSDAP an. Ich hielt sie für diejenige Kräftegruppe, welche berufen zu sein schien, das deutsche Volk wieder zu einigen und es, ihren sozialen Forderungen entsprechend, einer lebenswerten Zukunft entgegenzuführen.

Damit hatte ich mich zum ersten Mal mit politischen Fragen auseinanderzusetzen. Im Vordergrund stand für Millionen von Deutschen die Sorge um das nackte Dasein. Die Sicherung desselben war deshalb auch die primäre Forderung der NSDAP; ihr gegenüber traten alle übrigen zunächst zurück.

Das gilt insbesondere auch für die Rassenfrage im Allgemeinen und für die Judenfrage im Besonderen. Beiden stand ich bis dahin indifferent gegenüber. Was ich davon wusste, stammte nicht aus eigenen Erfahrungen, sondern war zusammengelesen.

Ich habe dieses Wissen überprüft und erweitert durch das Studium von allen ausländischen Auffassungen, auch solchen aus Amerika. Ich las Madison Grants und Houston Stoddards Publikationen über die Rassenfrage. Ich studierte die Aufsätze, welche Henry Ford in den Jahren 1924/26 in der Zeitung The Dearborn Independant veröffentlichen ließ und die als Buch mit dem Titel „Der internationale Jude“ in Deutschland weite Verbreitung fanden.

Gerade diese Einstellung dieses großen praktischen Amerikaners, der nicht Antisemit war, hat mich damals stark beeindruckt und in meinem Glauben bestärkt, daß die Rassen- und Judenfrage nicht nur graue Theorie sei.

Auf Grund dieser Kenntnisse und angesichts der immer stärker zutage tretenden Erscheinungen in Deutschland gewann ich die Überzeugung, daß der Einfluss des Judentums in keinem Verhältnis zu seinem Bevölkerungsanteil stand und daß daher die Eindämmung notwendig sei. Ich hielt eine solche auf gesetzgeberischem Weg für möglich und auch für ausreichend.

Damit war mein Interesse an der Judenfrage erschöpft. Ich habe mich deshalb auch nie an Gewaltmaßnahmen gegen Juden beteiligt, noch diese gebilligt oder wissentlich gefördert. An gesetzgeberischen Maßnahmen irgendwelcher Art war ich ebenfalls nicht beteiligt.

Ich habe daher auch die schließlich im Wirbel des Krieges auf Befehl Hitlers und Himmlers durchgeführten Vernichtungsmaßnahmen gegen die Juden abgelehnt und weder wissentlich gefördert noch unterstützt. Über den Umfang der Vernichtung konnte ich mir damals kein Bild machen. Berichte erhielt ich als Unbeteiligter nicht. Einzelheiten sind mir erst hier in Nürnberg aus den Dokumenten bekanntgeworden.

Bis zur Rede Himmlers in Posen am 4.10.1943 hatte ich keine Kenntnis von diesem Plan. Ich bin auch nach diesem Zeitpunkt nicht weiter eingeweiht worden. Ich habe an keiner Besprechung hierüber teilgenommen und gehörte auch nicht zum Kreise der Beteiligten.

Im Frieden hätte ich in einer solchen Lage mein Amt zur Verfügung stellen können. Der Krieg aber beraubte mich der Freiheit dieses Entschlusses. Er hatte seinen gefährlichen Höhepunkt erreicht und war zu einem Kampf um Sein oder Nichtsein des deutschen Volkes geworden. Die letzten wehrfähigen Männer und Jünglinge standen an der Front. Die Frauen und Mädchen arbeiteten in den Rüstungsbetrieben der Heimat. In dieser Lage wäre Verlassen meines Postens Verrat an Deutschland gewesen. Deshalb durfte ich in meiner Stellung einen solchen Gedanken nicht einmal in Erwägung ziehen.

Ich bin hier als Chef des WVHA angeklagt. Der Aufbau dieser Reichsbehörde aus kleinsten Anfängen und unter größten Schwierigkeiten war meine Lebensarbeit. Ich habe ihr in den letzten 10 Jahren meine ganze Kraft und Zeit gewidmet. Es ist mein Werk. Meine Tätigkeit als Verwaltungschef war eine verwaltende und wirtschaftliche, keine militärische und polizeiliche exekutive. Das Ziel dieser Arbeit war daher die Erhaltung von Mensch und Substanz für Zwecke des Kampfes und der Arbeit, nicht aber ihre Vernichtung.

Es ist vor diesem Gericht über Struktur und Bedeutung des WVHA viel geredet worden, ohne daß es zu meinem Bedauern gelungen ist, zu einem in allen Teilen zutreffenden Bild zu gelangen. Die letzte Ursache für diesen Mißerfolg liegt zweifellos in einem an der Wand hängenden Schaubild, das ungeeignet ist, pro oder contra Beweis zu führen. Es trägt meine Unterschrift, weil ich annahm, das Bild solle dem Gericht mein Arbeitsgebiet in einfachster Form darstellen, nicht aber der Anklage als prozeßtaktische Hilfe dienen.

Das WVHA bestand aus 3 heterogenen Teilen, die miteinander nichts zu tun hatten:

  1. das WVHA als Ministerial-Instanz für alle Angelegenheiten der Truppenverwaltung mit den Amtsgruppen A, B und C analog dem Heeres-Verwaltungsamt,
  2. die meiner persönlichen Dienstaufsicht unterstehenden wirtschaftlichen Unternehmen, die ihrer Rechtsgrundlage nach keine SS-Industrien, sondern Reichsbetriebe waren. Sie waren als Amtsgruppe W zusammengefaßt,
  3. die mir vom 3. März 1942 an persönlich vorübergehend unterstellte Inspektion KL (Stab Glücks) als Amtsgruppe D.

Ich habe aus praktischen Gründen dem WVHA diejenige äußere Form gegeben, wie sie bei Ministerialbehörden üblich war, ohne Rücksicht darauf, ob das der Natur der Teile entsprach. So habe ich auch für die Gesamtheit der wirtschaftlichen Unternehmen die fiskalische Bezeichnung ‚Amtsgruppe‘ bzw. für die Funktionsträger ‚Amtschefgewählt‘, obwohl diese Behördenbezeichnungen in kaufmännisch geführten Unternehmen nicht üblich sind.

Als ich im März 1942 mit der Lenkung des Arbeitseinsatzes der Häftlinge in ministerieller Instanz beauftragt wurde, kam ich mit dem System der KL in engere Berührung. Es trug seit langem in allen Zügen das unerbittliche Gesicht, das ihm sein Schöpfer Heydrich und sein Organisator und Exerziermeister Eicke in den 10 Jahren ihres Wirkens aufgeprägt hatten.

Ich stand vor einer völlig erstarrten Organisation. Sie hätte nur durch Entfernung des gesamten in ihr seit Jahren tätigen Personals und der Wachmannschaften sowie durch radikale Reform der staatspolizeilichen Methoden grundlegend geändert werden können. Die Kriegslage machte das leider unmöglich.

Ich habe mich gegen die Übernahme der Lenkung des Arbeitseinsatzes gewehrt, so gut es mir möglich war, weil meine Zeit und meine Kräfte durch meine eigentlichen umfangreichen und vielseitigen Aufgaben völlig in Anspruch genommen waren. Meinem Widerstand gab Himmler insofern nach, als er meine Tätigkeit und Verantwortlichkeit bis spätestens Kriegsende befristete.

Die militärischen Ereignisse im Sommer 1944 veranlaßten ihn jedoch, schon durch Befehl vom 16.7.1944 die KL für den A-Fall, d.h. bei Annäherung der Feindfront, den regional zuständigen Höheren SS- und Polizeiführem zu unterstellen.

Alle Evakuierungsmaßnahmen und Befehle, die schließlich zu den Zuständen geführt haben, welche die Armeen der Alliierten vorgefunden und die Kommission des US-Kongresses festgestellt haben, stammen daher von Hitler, Himmler oder den Höheren SS- und Polizeiführern und nicht von mir. Ich habe keinen einzigen Befehl in dieser Hinsicht gegeben.

Wo ich Mißständen begegnete, habe ich energisch zugegriffen. Dazu gehörte auch nach anfänglicher Bejahung die spätere Ablehnung des SS-Richters Dr. Morgen, als ich erkannte, daß er es trotz höchster Legitimation und gewaltiger Unterstützung hoher Dienststellen nicht fertigbrachte, durch schnelle und exemplarische Justiz die Pest der KL-Greuel auszubrennen. An seiner Stelle habe ich die Einrichtung eines Sondergerichts begrüßt und nach Kräften unterstützt.

Der Erfolg meiner Anstrengungen und die Tatsache, daß ab 1942 eine Besserung der Verhältnisse in den KL eingetreten ist, hat die Beweisaufnahme bestätigt.

An den Maßnahmen der Gestapo hatte ich und damit das WVHA keinerlei Anteil. Ich habe zu keiner Zeit und in keinem Fall Schritte unternommen, die Zahl der Häftlinge im Interesse des Arbeitseinsatzes zu erhöhen. Es ist kein einziger Häftling durch mich oder das WVHA in ein KL gekommen.

Wohl aber haben meine Mitarbeiter in den W-Betrieben und ich vielen Häftlingen den Weg in die Freiheit gebahnt. Meist geschah es gegen den Widerstand des RSHA und trotz der Sabotage der Lagerkommandanten. An dieser Tatsache kann man nicht vorbeigehen, auch wenn sie nur das Symptom einer Gesinnung ist. Wenn die gleiche Gesinnung auch die verantwortlichen Männer des RSHA, der Gestapo und der Inspektion KL vor 1942 beseelt hätte, dann wären die KL niemals zu den hassenswerten Einrichtungen geworden als welche sie der Weltöffentlichkeit zur Verdammung des gesamten deutschen Volkes gedient haben.

Es wird für jeden Kenner der tatsächlichen Verhältnisse in den Jahren 1933 -1945 unerklärlich bleiben, daß ausgerechnet die Verwaltungszentrale, das WVHA, für die Maßnahmen der Gestapo und der Organisatoren dieses Systems verantwortlich gemacht wird, obwohl das WVHA nur in den beiden letzten Kriegsjahren mit einer Teilaufgabe beauftragt war, deren Durchführung die 10 jahrelange selbständige Entwicklung der Inspektion KL Grenzen gesetzt hatte.

Als Chef des WVHA war ich nicht nur sein Gestalter, sondern auch sein Motor. Ich allein führte es. Es war mein Arbeitsplatz, auf den das Schicksal mich gestellt hatte und der mir mehr Bürden als Würden auferlegte. Ich habe meinen Arbeitstisch vor allem im Kriege fast nur für Stunden der Ruhe oder eilige Dienstreisen verlassen. Ich gebrauchte deshalb auch keinen Vertreter. Die Mitangeklagten waren meine Untergebenen. Sie waren an meine Befehle gebunden und mußten diese ausführen. Ich habe aber keinem von ihnen oder einem sonstigen Untergebenen je einen Befehl erteilt, dessen Ausführung ein Verbrechen in sich geschlossen hätte.

Mein umfangreiches Arbeitsgebiet zwang mich, meinen Mitarbeitern innerhalb ihres Sachgebietes eine gewisse Mitverantwortung aufzubürden. Diese Mitverantwortung war keine selbständige. Sie endete bei mir und ich übernahm sie nach außen. Das entsprach den Spielregeln des Führerprinzips. Dieses bedeutet nicht Unfehlbarkeit. Es ist ein Prinzip, Menschen zur Erreichung aller Ziele der Staatsführung auf allgemeinen Gebieten zu führen. Bei Soldaten ist davon der unbedingte Gehorsam nicht zu trennen.

Ich habe dieses Prinzip früher anerkannt, weil ich geglaubt habe, daß es als Übergangsform zu einer sich allmählich entwickelnden endgültigen Staatsform richtig und notwendig sei. Ich kann es deshalb heute nicht verleugnen und daher auch nicht für das befehlsgemäße Handeln meiner früheren Untergebenen eine individuelle Verantwortlichkeit derselben konstruieren. Von meiner alleinigen Gesamt-Verantwortlichkeit kann mich auch kein Kontrollratsgesetz, überhaupt kein irdischer Richter entbinden. Ich will es auch nicht, weil ich es als eine Angelegenheit des Gewissens betrachte und der Treue, welche ich diesen Männern schuldig bin. Ich trage diese Verantwortung auch für den Angeklagten Dr. Hohberg, soweit ich seine Dienste über den Rahmen seiner vertraglichen Verpflichtung hinaus in Anspruch genommen haben sollte.

Mein Leben hat sich über ein Menschenalter hindurch in der Welt des Soldaten abgespielt. Befehl und Gehorsam, Anordnung und Zwang waren ihre Gesetze. Sie haben mich mit Gedanken und Gefühl und manchmal auch mit meinem Gewissen in Widerspruch gebracht. Das Bild dieses Lebens steht bei allen, die mich kennen, auch heute noch blank und eindeutig fest: Es war Pflicht und Arbeit für Deutschland.

Es blieb dem Haß des Gegners vorbehalten, hemmungs- und gewissenlos Verleumdung und Lüge über mich zu verbreiten. Hiergegen wende ich mich, weil ärger als die schärfste Strafe das Räsonieren über Charakterwerte ist. Ich habe als Deutscher in Deutschland nach deutschen Gesetzen für Deutschland gearbeitet. Ich habe diese Gesetze für völkerrechtlich richtig gehalten.

Ich kann deshalb meine Aburteilung auf Grund eines ad hoc geschaffenen Rechtes des Siegers, dem ich als Besiegter wehrlos ausgeliefert bin, nicht anerkennen. Ich bekenne mich aber freimütig zu meinen Taten! Auch bei strenger Gewissensprüfung bin ich mir nicht bewußt, Verbrechen begangen zu haben.

Jede Epoche und ihre Geschichte wirkt, in der Gegenwart betrachtet, verwirrender und bedrängender als in einer Entfernung von Jahren und Jahrzehnten, zumal wenn man sie in einem so glücklichen Lande wie dem Ihrigen verlebt, über dessen Fluren der verheerende Sturm des Krieges nicht gerast ist.

In jeder Zeit aber ist das größte Verbrechen der Verrat, der im Kriege gegen das eigene Volk begangen wird. Deshalb sind jene lauen und schlauen Intellektuellen, Honoratioren und politischen Spekulanten, die dem Regime willig in den Sattel halfen, Ehren und Würden von ihm gern entgegennahmen, um es dann gewissen- und charakterlos zu verraten, die größten Verbrecher am deutschen Schicksal. Zu diesen gehöre ich nicht! Ich bin bestrebt gewesen, meinen Weg über diese Erde und durch mein Leben gerade und anständig zu gehen, auch wenn ich manchmal geirrt haben sollte.

So glaube ich auch heute noch, alles, was ich tat, vor meinem Gewissen und damit vor meinem Herrgott verantworten zu können.

Was ich getan habe, tat ich allein in dem heiligen Willen und in dem reinen Glauben, meinem Vaterlande zu dienen und ihm in seinem Lebenskampf zum Siege zu verhelfen. Ihm fühlte ich mich zur unbedingten Treue verpflichtet. Und diese Treue habe ich meinem Deutschland gehalten. Meinem nunmehr unglücklichen Vaterlande aber werde ich die Treue auch im Tode nicht brechen.

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Das Nachkriegsschicksal des SS-Generals Oswald Pohl

Das Nachkriegsschicksal des SS-Generals Oswald Pohl beinhaltet die letzten Aufzeichnungen des Oswald Pohl, die dieser – zum Teil unter dem Einfluss alliierter Greuel- und Umerziehungspropaganda – vor seiner Ermordung durch die Alliierten angefertigt hat.

Letzte Aufzeichnungen

Ich bin am 30. Juni 1892 zu Duisburg geboren. Von 1912 bis 1934 diente ich in der Kriegsmarine (Verwaltung). Am 1. Februar 1934 trat ich auf Drängen Himmlers als Kapitänleutnant des Verwaltungswesens aus der Kriegsmarine aus, um in der Reichsführung SS den Aufbau der Verwaltung zu übernehmen, in Sonderheit derjenigen der Waffen-SS.

Im Jahr 1938 wurde ich zum Ministerialdirektor im Reichsinnenministerium ernannt, 1940 zum Generalleutnant der Waffen-SS und 1942 zum General der Waffen-SS befördert. Als solcher war ich Chef des Wirtschafts-Verwaltungshauptamtes (WVHA), das eines der 12 Hauptämter der Reichsführung SS war. In dieser Dienststellung hatte ich weder militärische Befehlsgewalt noch Exekutivbefugnisse. Mein Aufgabengebiet war das gleiche wie dasjenige des Chefs des Heeres-Verwaltungsamtes, dem ich dienstgradmäßig gleichgestellt war (General). Seit 1926 gehörte ich der NSDAP an. Ich war Inhaber des goldenen Parteiabzeichens.

Am 3. März 1942 wurde mir als wirtschaftliche Aufgabe die Überwachung des Arbeitseinsatzes der KZ-Insassen für die Rüstungsindustrie als Ministerialinstanz übertragen. In dieser Tätigkeit hatte ich in Zusammenarbeit mit dem Ministerium Speer die von der Rüstungsindustrie eingehenden Anträge um Gestellung von KZ-Insassen zu entscheiden. Die Aufgabe erlosch gegen Ende 1944. Andere als diese KZ-Insassen berührenden Aufträge hatte ich nicht, da hierfür ausschließlich das Reichssicherheitshauptamt (Geheime Staatspolizei) allein zuständig war. In Sonderheit hatte ich als Verwaltungschef nichts mit der Durchführung der Euthanasie und der Ausrottung der Juden zu tun.

Ich habe mich nach der Kapitulation 1945 kurze Zeit bei meiner Familie in der Nähe von Rosenheim/Obb. aufgehalten und die folgende Zeit bis zu meiner Ergreifung am 27. Mai 1945 bei meinen Verwandten in Norddeutschland.

An diesem Tage wurde ich in der Nähe von Verden (Aller) festgenommen und gefesselt in einem Kraftwagen nach Minden in das Gefängnis des englischen Secret Service (Tomato) verbracht. Die Festnahme erfolgte durch einen deutschen Kriminalbeamten, auf den abseits ein englischer Offizier in Begleitung eines Polen wartete.

Bei der Festnahme wurden mir durch den englischen Offizier alle Wertsachen abgenommen, auch die Armbanduhr. Die Geldbörse mit 300,– RM Inhalt nahm ein anderer englischer Offizier im Mindener Gefängnis an sich. Er verwies mich wegen einer Quittung an den englischen Posten, von welchem ich sie jedoch nie erhalten habe. In Minden (Tomato) war ich in einer Zelle untergebracht. Schlafgelegenheit Pritsche ohne Decken. Ich blieb Tag und Nacht gefesselt. Nach 1 1/2 Tagen wurde ich zum War Crime Headquarter in Bad Nenndorf bei Hannover abtransportiert.

Die Behandlung durch die Engländer in Nenndorf war unmenschlich. Ich wurde allein in eine Zelle eingesperrt, in welcher 4 Holzpritschen standen. Die Handfesseln wurden mir selbst in der abgeschlossenen und bewachten Zelle weder bei Tag noch bei Nacht, auch nicht zum Essen und zur Notdurft, abgenommen. Ja, ich wurde abends, mit gefesselten Händen auf der Pritsche liegend, durch eine zweite Fessel an den Pfosten der Pritsche gefesselt, so daß ich mich nicht bewegen konnte und infolgedessen keinen Schlaf fand.

Zu den Verhören wurde ich durch einen langen Korridor zum Vemehmungszimmer gehetzt, indem einige der Wachmannschaften hinter mir herjagten, andere, die seitwärts postiert waren, mich durch Tritte und Beinstellen einige Male heftig zu Fall brachten. Vor der Tür des Vernehmungszimmers mußte ich bis zum Beginn des Verhörs Laufschritt auf der Stelle machen, was die Wachposten durch Tritte ins Gesäß und mit Geschimpfe und Gefluche zu immer höherem Tempo zu steigern versuchten. Das alles geschah unter den Augen des in der Nähe zuschauenden Feldwebels. Der Rückweg zur Zelle gestaltete sich zu dem gleichen Spießrutenlaufen, wobei ich einige Male durch Beinstellen der Posten zu Fall kam und heftig gegen die Wand schlug.

Am Nachmittag des zweiten Tages wurde ein Stuhl in die Zelle gebracht. Ich mußte mich setzen, um „rasiert“ zu werden. Obwohl ich gefesselt war, hielten mich zwei Posten auf dem Stuhl fest, während ein dritter meinen Kopf an den Haaren unbarmherzig nach hinten riß, so daß ich einige Male nach hinten umkippte.

Ein vierter Posten beschmierte mir nun das Gesicht mit einer wie Säure brennenden Masse, wobei er mich fortgesetzt mit der flachen Hand ohrfeigte. Nachdem er mich grundlich „eingeseift“ hatte, kratzte er mit einem stumpfen Rasierapparat das Gesicht so rücksichtslos ab, daß das Blut auf die Jacke tropfte. Während dieser Prozedur spuckten seine Gehilfen mir unter wilden Flüchen und Beschimpfungen fortgesetzt ins Gesicht.

Schließlich stürzten sich wie auf Kommando alle anwesenden Posten – es befanden sich etwa 8-10 Personen in der Zelle – auf mich, rissen mich hoch und schlugen blindlings auf mich ein, der ich wehrlos gefesselt war. Es hagelte Faustschläge gegen den Kopf und Fußtritte gegen alle Körperteile. Ich taumelte, mich mühsam auf den Beinen haltend, von einer Ecke in die andere, bis ich unter einem gewaltigen Schlag oder Fußtritt in die Magengegend besinnungslos zusammensackte.

Als ich erwachte, war es still und leer in der Zelle. Ich lag auf einer Pritsche und bemerkte, daß zwei Ärzte sich um mich bemühten, von denen einer meinen Puls beobachtete. Die Handfessel war abgenommen. Ich fiel bald wieder in Ohnmacht.

Wie lange dieser ganze Vorgang gedauert hat, konnte ich nur nach dem Tageslicht schätzen. Da es bei meinem Erwachen schon fast dunkel war, mochte es 20 Uhr gewesen sein, bei Beginn der Mißhandlungen etwa 17 Uhr. Es wurde mir ein starker Kaffee gereicht, und dann wurde ich zum letzten Verhör gebracht, diesmal ohne Spießrutenlaufen. Dieses Verhör dauerte bis tief nach Mitternacht. Der Vernehmungsoffizier, dem mein Zustand auffiel, erkundigte sich nach der Ursache. Ich berichtete ihm kurz das Vorgefallene. Er stand empört auf und entschuldigte sich „im Namen der britischen Armee“. Dann verließ er für geraume Zeit das Zimmer, um – wie er mir versprach — den Kommandanten wegen Bestrafung der Schuldigen aufzusuchen. Bei der brutalen Mißhandlung ist mir ein Backen- und ein Schneidezahn ausgeschlagen worden.

Am nächsten Morgen gegen 7 Uhr wurde ich gefesselt in einem Kraftwagen nach Nürnberg gebracht, wo ich gegen 19 Uhr in das Gefängnis des Justizpalastes eingeliefert wurde. An Verpflegung erhielt ich für den ganzen Tag zwei Scheiben Weißbrot, jedoch kein Getränk. In Nürnberg wurde ich in einer Einzelzelle untergebracht, durch deren Türluke mich Tag und Nacht — auch bei den diskretesten Verrichtungen – ein amerikanischer Posten beobachtete. In der Zelle trug ich keine Handfessel.

Der Tag nach meiner Einlieferung war ein Sonntag (1.4.1946). Am Montag Vormittag wurde ich zur ersten Vernehmung vor den kleinen Court geführt. Ich wurde vor dem Verlassen der Zelle wieder gefesselt, was sich bis zur Erhebung der Anklage am 13. Januar 1947 vor jedem Verhör wiederholte. In der ersten Zeit nahm diese Fesselung ein jüdischer Offizier vor, der mir mit unverhohlener Wollust die Fessel um die Gelenke schlug. Ich war zu dieser Zeit noch nicht aus der deutschen Wehrmacht entlassen, in welcher ich immerhin den Rang eines Generals innehatte.

Gefesselt und unter Begleitung eines Postens wurde ich zum Vernehmungszimmer geführt. Da der Weg dorthin von Tür zu Tür durch einen rechts und links, oben und unten geschlossenen Brettergang führte, so wie ihn wilde Tiere im Zirkus von ihrem Stallwagen zur Arena benutzen, ein Entweichen also völlig ausgeschlossen war, lag für diese Fesselung gar kein ersichtlicher Grund vor.

Auch während der Vernehmungen wurde mir die Fessel nicht abgenommen, obwohl ich mich unter Bewachung im geschlossenen Zimmer befand. Ich war nach den vorausgegangenen brutalen körperlichen Mißhandlungen in Nenndorf und infolge der Behandlung in Nürnberg seelisch vollkommen zusammengebrochen. Ich war 54 Jahre alt, hatte 33 Jahre lang meinem Vaterland makellos gedient und war mir keines Verbrechens bewußt.

In diesem Zustand prasselten die Fragen auf mich nieder, deren Beantwortung mir meist nur infolge ihrer suggestiven Form möglich war. Diese Verhöre erfolgten Vor- und Nachmittags stundenlang und erstreckten sich, allmählich nachlassend, über ein halbes Jahr von Juni bis Dezember 1946; es waren etwa 60 – 80.

Ich wurde in diesen Verhören über die subtilsten Einzelheiten aus einem Zeitraum von 10 – 15 Jahren befragt, ohne daß es mir trotz besten Willens möglich war, mich so unzähliger Einzelheiten überhaupt zu erinnern, zumal mir nicht eine einzige aktenmäßige Unterlage zur Verfügung stand noch gestellt wurde, und ich infolge hermetischer Absperrung in Einzelhaft weder mit einem meiner Mitarbeiter sprechen konnte noch mir erlaubt wurde, Rat und Hilfe eines Anwaltes in Anspruch nehmen zu dürfen. Mit einem Anwalt durfte ich erst nach 7 Monaten, nämlich nach Erhebung der Anklage gegen mich und meine Mitarbeiter des WVHA, welche am 13.1.1947 erfolgte, erstmalig in Verbindung treten. Es war der Münchener Rechtsanwalt Dr. jur. Alfred Seidl, der mich auch verteidigt hat.

Man hat mich in Nürnberg zwar nicht wie in Nenndorf körperlich mißhandelt (wenn ich von der monatelangen Handfesselung absehe) – dazu war das ganze Milieu wohl zu „prominent“ und zu viel Augen und Ohren da, denen eine solche Methode nicht verborgen geblieben wäre –, man wandte vielmehr die unauffällige und in ihrer Art viel brutalere Methode seelischer Quälereien an.

Als solche empfand ich auch die „Vorstellung“ des damaligen Gefängnisdirektors Colonel Andrews, der bei seinen häufigen Besuchsführungen stets vor meiner Zellentür verharrte und seinen Gästen mein von ihm erdachtes Sündenregister erklärte, wobei er mich stets als „Chef der Konzentrationslager“ und „second man after Himmler“ vorstellte, obwohl ich beides nie gewesen bin.

Häufig aber quittierten seine Gäste diese Erklärung des Col. Andrews mit einer unmißverständlichen Gebärde quer zum Hals, indem sie neugierig die Nase durchs Türluk steckten.

Noch gemeiner war die Methode meiner Vernehmer (z.B. des Herrn Rapp) „30 Millionen Menschen haben Sie umgebracht“, „3 Millionen Menschen haben Sie sterilisiert!“ Mit solchen und ähnlichen Behauptungen mühten sich die Vernehmer, mich in den Verhören weich zu machen, obwohl sie genau wußten — denn sie besaßen ja alles an Dokumenten, was es über mich gab! — , daß ihre Behauptungen unwahr und Tricks waren. Da ich keine seelische Elefantenhaut besitze, verfehlten solche teuflischen Einschüchterungen ihre Wirkung nicht. Und die Vernehmer erreichten das, was sie wollten: nicht der Wahrheit, sondern ihren Zwecken entsprechende Aussagen. Auch in den Mittagspausen blieb ich in der Zelle nicht unbehelligt. Sehr oft, anfangs täglich, erschien ein amerikanischer Offizier (eindeutig Jude), der mich anscheinend „psychologisch“ bearbeiten mußte. Da ich aus der ganzen Methode nicht schlau wurde und anscheinend auf die Intentionen dieser Herren nicht einging, ergoß sich wieder eine Flut unflätiger Beschimpfungen über mich wie „gemeiner Verbrecher“, „verfluchter Lügner“, „Halunke“ u.a.m. Ich war zu jener Zeit immer noch General der deutschen Wehrmacht (meine Entlassung erfolgte erst später), also Kriegsgefangener, und von keiner Seite ward mir mitgeteilt, warum ich in Nürnberg saß. Unter dieser dauernden seelischen Quälerei, unter der täglichen Zurschaustellung als gefesselter Verbrecher, unter der Versagung jeglicher Hilfe, der Trennung von meiner Familie (meine Frau durfte ich erstmals nach 16-monatiger Haft in Nürnberg sprechen) habe ich seelisch schwer gelitten und leide heute noch. Von körperlicher Mißhandlung oder Bedrohung in Nürnberg ist mir nur der Fall des früheren Standartenführers Maurer, eines meiner früheren Mitarbeiter, bekannt geworden. Einzelheiten hierüber sind in dem Hilfegesuch Maurers an den US-amerikanischen Gerichtspräsidenten in Nürnberg namens Thomas enthalten, der dieses Gesuch jedoch ignorierte.

Das dunkelste Kapitel bei der Durchführung der Nürnberger Prozesse bilden die auf Grund der von der Anklagebehörde durchgeführten Verhöre hergestellten berüchtigten Affidavits. Diese haben wohl nicht nur im Prozeß gegen das WVHA eine unheilvolle, düstere Rolle gespielt. Wo die echten Unterlagen (Akten, Dokumente u.ä.) der Anklagebehörde nicht in den Kram paßten oder zur Erreichung der von ihr erstrebten Verurteilung nicht genügten, wurden „Affidavita“ zusammengeschustert. Das Auffallende an diesen merkwürdigen Prozeßunterlagen ist, daß die Angeklagten in ihnen sich oft selbst beschuldigten. Verständlich ist das nur demjenigen, der die Technik des Zustandekommens solcher „Affidavits“ selbst erlebt und kennengelernt hat.

So wurden mir im April 1947 kurz vor Beginn meines Prozesses und auch sogar noch während meines Prozesses Affidavits zur Unterschrift vorgelegt, die nicht etwa von mir diktiert waren, sondern welche die Anklagebehörde aus den Protokollen meiner 10 Monate vorher begonnenen zahlreichen Vernehmungen zusammengestellt hatte! Ich wurde aufgefordert, diese sogenannten Affidavits zu unterschreiben. Ich habe mich gewehrt, so gut ich konnte, dies zu tun, weil ich auf Grund meines Dokumentenstudiums (die Dokumente wurden uns nach Erhebung der Anklage am 13.1.1947 allmählich zugänglich gemacht) erkannte, daß ich mich in vielen wesentlichen Punkten geirrt und unbewußt unwahre Angaben gemacht hatte. Der Verhörer aber ließ eine Berichtigung nur in für die Anklagebehörde unwesentlichen Punkten zu und zwang mich unter Hinweis darauf, daß ich vor Monaten so ausgesagt habe, zur Unterschrift.

In meiner damaligen seelischen Verfassung bin ich diesem Druck erlegen. Bei den letzten auf diese Weise erpreßten Affidavits nahm ich meinen Verteidiger zur Hilfe mit, der bezeugen kann, wie die Anklagebehörde operiert hat. Mein Hinweis, daß ich mich zur Zeit der zahlreichen Vernehmungen in einem anormalen seelischen Zustand befunden habe und durch damals nicht erkannte geschickte Suggestiv- und Führungsfragen zu den von der Anklagebehörde erstrebten Aussagen irregeführt worden sei, wurde geflissentlich übersehen. Der Gerichtshof tat das gleiche, als ich bei Vorlage dieser Prozeßunterlagen Einwendungen zu machen versuchte. Er beschränkte sich dabei auf die formale Feststellung, daß ich Gelegenheit gehabt hätte, Änderungen in den Affidavits vorzunehmen, ohne im geringsten darauf einzugehen, in welcher Weise mich die Anklagebehörde an der Wahrung meines Rechtes gehindert hatte.

Auf diese Weise sind Affidavits zustandegekommen und eingeführt worden, die tatsächlich erwiesene Unrichtigkeiten in wesentlichen Punkten enthalten und in denen sich – wie im Prozeßverlauf sich zeigte – Angeklagte mit z.T. gar nicht zutreffenden, also unwahren Aussagen selbst belastet haben!

Mit solcher Art Affidavits hat die Anklagebehörde die Angeklagten erschlagen. Dabei verfügte sie über einen unvorstellbaren Akten- und Dokumentenschatz, der in jedem korrekten Verfahren vollauf genügt hätte, die Wahrheit zu ermitteln. Welches Unheil aber mit diesen teuflischen Affidavits angerichtet worden ist und wie sie selbst dazu mißbraucht worden sind, die Wahrheit zu verdunkeln, das vermag nur der Eingeweihte zu erkennen.

Wo aber selbst dieses Machwerk nicht den von der Anklagebehörde erstrebten Erfolg sicherte, ließ sie ihre sogenannten „Kronzeugen“ (auf deutsch: gekaufte Zeugen) aufmarschieren. Es hat – zur Schande des deutschen Wesens muß es gesagt werden – auch in Nürnberg eine ganze Reihe dieser dunklen, traurigen Gestalten ihr erbärmliches Spiel getrieben. In ihren Reihen befanden sich hohe Regierungsbeamte, Generäle und Intellektuelle, ebenso wie Zuchthäusler, Geisteskranke und echte Schwerverbrecher. Diese Kreaturen, die durchweg genau so schuldig im Sinne des Siegers waren wie die von ihnen belasteten deutschen Kameraden, verkauften Ehre und Gewissen bedenkenlos gegen das Linsengericht, von einer Anklage freizukommen. Sie wurden nett behandelt, wie der Nutznießer Verräter zu behandeln pflegt, solange er sie gebraucht, konnten sogar zwischendurch auch mal auf Urlaub fahren.

Im Prozeß gegen das WVHA trat als „Kronzeuge“ ein gewisser Otto auf, der aus einem Irrenhaus entsprungen war und dessen Vorleben jedem zünftigen Verbrecher zur Ehre gereicht hätte. Das gleiche gilt von dem Anklagezeugen Krusial, der dem Gericht unter Eid die tollsten Schauermärchen auftischte und natürlich auch Glauben fand. Das hohe Gericht schien in diesem Glauben auch dann nicht erschüttert, als dieser „edle“ Zeuge, der das Gericht nach Strich und Faden belogen hatte, von einem deutschen Verteidiger auf Grund des Strafregisters als schwerer Krimineller im In- und Ausland wiederholt bestrafter Verbrecher und Zuchthäusler entlarvt wurde. Das Gericht nahm zwar den Strafantrag des deutschen Verteidigers gegen diesen Verbrecher wegen Meineides an, veranlaßte aber nichts, sondern entließ diesen „Zeugen“ in Ehren.

Damit ist die Reihe der von der Anklagebehörde gekauften Zeugen, welche im WVHA-Prozeß auftraten, keineswegs erschöpft. Diese beiden werden lediglich als Beispiel und Beweis dafür angeführt, was nach amerikanischen Rechtsbegriffen unter einem „ordentlichen“ Verfahren zu verstehen ist.

Daß die in den WVHA-Prozeß eingeführten Filme als Beweismittel, die zudem mit dem Gegenstand der Anklage gar nichts zu tun hatten und trotz des Einspruchs der deutschen Verteidigung vom Gericht angenommen wurden, zum Teil „gestellte“ Aufnahmen wiedergaben (woran auch die Versicherung des amerikanischen Filmoperateurs nichts zu ändern vermag!), sei nur am Rande vermerkt.

Wie weit die Anklagebehörde sich in ihrem jeder Sachlichkeit baren, blinden Haß hinreißen ließ, zeigt folgender Vorgang, der sich im WVHA-Prozeß abspielte. Nachdem die Anklagebehörde fast 2 Jahre lang in dem ihr zur Verfügung stehenden, viele Kisten umfassenden erbeuteten Dokumenten- und Aktenmaterial herumgewühlt hatte, drängten die deutschen Verteidiger fortgesetzt, daß ihnen das gleiche Recht eingeräumt werde. Die Anklagebehörde leugnete hartnäckig, daß sich dieses Material in ihren Händen befinde. Die deutschen Verteidiger blieben bei ihrer Behauptung, daß sich 6 – 8 Kisten sogar im Keller des Justizpalastes befanden. Das Gericht, das dem Drängen der Verteidigung nachgab, begab sich anerkennenswerterweise selbst in den Keller, um sich von der Richtigkeit der deutschen Behauptungen zu überzeugen. Mit ziemlich betretener Miene stellten die drei amerikanischen Richter nach der Rückkehr von der Kellervisite fest, daß die Anklagebehörde geschwindelt habe (!) und die Behauptung der deutschen Verteidigung richtig sei! Nunmehr konnte dieser nicht länger das Recht vorenthalten werden, ihrerseits dieses amtliche Material zu benutzen.

Leider (oder natürlich?) fiel diese Entscheidung erst gegen Ende des Prozesses, so daß die Sichtung und Ausbeute dieses umfassenden amtlichen Materials durch die deutsche Verteidigung im Interesse der Angeklagten nur ganz flüchtig und oberflächlich möglich war. In dieser Tatsache lag die stärkste, ja die ganze Lähmung und Behinderung der Verteidigung der Angeklagten, denn in diesen Kisten befand sich auch das entlastende Material, dessen Vorlage die Anklagebehörde somit verhindert hatte. – „Ordentliches“ Verfahren?

Wie par excellence in den Dachauer Prozessen, so kam auch in den Nürnberger Prozessen unverkennbar und schlecht verhohlen zum Ausdruck, daß nicht die Ermittlung der Wahrheit, sondern die Vernichtung möglichst vieler Gegner das Ziel der von blindem Haß und offensichtlicher Rachsucht getriebenen Anklagebehörde, in welcher jüdische Vertreter dominierten, gewesen ist. Der Gott, der den Sieger blendete, hat uns Besiegten die Augen geöffnet. Wenn diesem Haß nicht Einhalt geboten wird, werden sich die Gräberreihen der auch unschuldig gerichteten Deutschen noch mehren. Am 1. Juni 1948

gez. Oswald Pohl

Nachtrag

1. Der hier genannte Maurer wurde erst im Laufe des WVHA-Prozesses in Nürnberg verhaftet. Da man ihn also in den Nürnberger Prozeß nicht mehr hineinnehmen konnte, wurde er im Januar 1948 an die Polen ausgeliefert, um dort „fertig“ gemacht zu werden. Die Auslieferung entbehrte jeder rechtlichen und tatsächlichen Begründung, denn Maurer war nie im polnischen Territorium tätig und hat auch von Berlin aus keine Verbrechen an Polen begangen. Wehrlos geht er nun in Polen seinem Schicksal entgegen, nachdem er im Krieg durch feindliche Bomber seine ganze Familie (Frau und 3 Kinder) in einer Nacht verloren hatte.

2. Die hier geschilderten seelischen Einschüchterungsversuche amerikanischer Anklagebehörden entsprechen der hemmungslosen Lügenhaftigkeit, mit der nach 1945 das deutsche Volk diskriminiert worden ist. Zum Beweis gebe ich einige amtliche Zahlen an, die die Verleumder und Betrüger auf Grund und unter Vorlage bisher nicht veröffentlichter Akten und Dokumente entlarven werden:

a) Zahl der KZ im Reichsgebiet: 12
b) Zahl der Arbeitslager: 504 (als „Arbeitslager“ bezeichnete man die von und bei der Rüstungsindustrie für die bei ihr beschäftigten KZ-Insassen eingerichteten Unterkünfte, Diese waren durchschnittlich mit 500 – 1.000 Personen belegt).
c) Zahl der in allen KZ und allen Arbeitslagern Ende 1944 untergebrachten Personen betrug 700.000 maximal! Mitte 1942 waren es 45.000! Hier besonders ist die Öffentlichkeit mit hanebüchenen Zahlen betrogen worden. Unter vielen „Millionen“ tut es keiner. Kogon nannte erst 11 Millionen, jetzt (2. Auflage seines „Werkes“) ca. 7 Millionen. Es ist anzunehmen, daß er in etwaigen weiteren Auflagen zur Erde zurückkehrt. Ein französisches Dokument des Verlages „Mehr Licht“ (!), das sich „amtlich“ und „wissenschaftlich“ nennt und das im IMT-Prozeß vorgelegt wurde, nennt sogar 20 Millionen, mindestens aber 10 Millionen. Ein etwas weiter Spielraum für ein „amtlich“ sein wollendes Dokument!
d) die Zahl der Todesfälle in allen KZ und Arbeitslagern betrug für die Zeit von 1933 bis 1945 = 200.000 – 250.000. In dieser Zahl sind nicht die vernichteten Juden enthalten, welche der von Himmler unmittelbar beauftragte Höss im IMT-Prozeß mit 1,5 – 2 Millionen angegeben hat. Auerbach hat noch vor einiger Zeit von 11 Millionen Toten gefaselt. Die Zahl von 200.000 – 250.000 in den Jahren 1933 – 1945 erscheint prima facie sehr hoch. Es muß jedoch darauf hingewiesen werden, daß die Sterblichkeit in den KZ während dieser 12 Jahre nachweisbar nur unbedeutend über dem Reichsdurchschnitt gelegen hat.

Hierfür möge jetzt nur ein Beispiel dienen. Die Anklagebehörde hat im ersten Prozeß gegen das Personal des KZ Flossenbürg als Beweismittel die Original-Lagerbücher vorgelegt. Aus diesen ergab sich, daß von 1938 (Gründung des Lagers) bis zur Kapitulation 68.000 Häftlinge durch dieses Lager gegangen sind. Hiervon verstarben von 1938 bis Dezember 1944 insgesamt 2.000 (zweitausend) und von Januar 1945 bis zur Kapitulation 12.000 (zwölftausend). Erst die von Himmler befohlenen sinnlosen Evakuierungstransporte des Jahres 1945 haben die Sterblichkeit so ungeheuer erhöht, genau wie das bei den von den Alliierten nach der Kapitulation durchgeführten Massenausweisungen der Fall war.

Zu beachten ist ferner, daß die Toten in den Arbeitslagern von demjenigen KZ registriert wurden, welches die Häftlinge gestellt hatte. Das ist wichtig für die kritische Betrachtung der z.B. von Kogon genannten Zahlen. So hat z.B. das KL Buchenwald die Verstorbenen von über 100 Arbeitslagern registriert, von Häftlingen also, die gar nicht im KZ Buchenwald verstorben sind.

Es erscheint notwendig, der Zahl von 200.000 – 250.000 Toten aus 12 Jahren die Zahl derjenigen Kinder, Frauen und Männer entgegenzustellen, die in den Jahren 1943 – 1945, also in 2 – 3 Jahren, im Bombenhagel und Phosphorregen der alliierten Luftstreitkräfte umgebracht worden sind!

Da es sich hierbei nicht — wie von feindlicher Seite behauptet – um Angriffe auf militärische Anlagen (Brücken und Eisenbahnen) handelt, erhebt sich die Frage, wer die für diese „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ Schuldigen zur Verantwortung zieht.

Alle hier geschilderten Erlebnisse und Erfahrungen sowie die unter 2 a – d angegebenen Zahlen betrachte ich als unter Eid abgegeben.

Am 1. Juni 1948

gez. Oswald Pohl

In einem der letzten Briefe, am 5. Juni 1951, zwei Tage vor seiner Hinrichtung durch die Amerikaner, schreibt Pohl an Admiral a.D. Gottfried Hansen, den 1. Vorsitzenden des Bundes deutscher Soldaten:

Sehr verehrter Herr Admiral, durch einen Marinekameraden erhielt ich eine Abschrift Ihres Schreibens v. 17.5.51 an den Bundeskanzler. Sie werden sich kaum vorstellen können, welche Gefühle Ihr Eintreten für mich in mir ausgelöst hat. Zum ersten Male in den 5 Jahren meiner Einzelhaft (davon fast 4 Jahre in der Todeszelle) strecken sich helfende Hände durch das Gitterfenster. Ich konnte nur die Hände falten und dem Allmächtigen danken für dieses Zeichen Sei­ner Gnade. Ihnen aber meinen aus bewegtem Herzen kom­menden Dank zu sagen, ist mir drängendes Anliegen. Ich hörte auch von Ihrem Briefe an General Eisenhower. Auch für diese Hilfe seien Sie meines tiefgefühlten Dankes sicher. Und schließlich möchte ich hier auch meinen persönlichen Dank sagen für die große materielle Hilfe, die Sie meiner Frau und meinen 4 unmündigen Kindern (7 -17 Jahre alt) zugewendet haben. Meiner Frau als alter Soldatenfrau (ihr erster Mann war der Verstorbene Major a.D. Rütger v. Brüning) hat diese kameradschaftliche Nothilfe besonders wohl getan.

Nun hätten mich vor 14 Tagen unsere „Befreier“ doch beinahe zum zweiten Male aufgehängt! Und diese Gefahr bleibt akut. Über 30 Jahre habe ich als Berufssoldat meinem Vater­lande gedient, davon 22 Jahre bei der Marine (1912 – 1934).

Ich stehe im 60. Lebensjahre. Aus dieser langen Soldatenzeit haben die Ankläger und Richter in Nürnberg mir nicht einen einzigen Befehl und keinen Akt meines Willens und meiner Initiative nachweisen können, durch den irgendein Mensch verfolgt, eingesperrt, gequält oder gar umgebracht worden wäre; auch kein Jude! In Ermangelung dieses Tatbestandes hat mich das amerikanische Gericht in Zuständigkeiten hineingezaubert, die niemals meines Amtes waren, und daraus Verantwortlichkeit konstruiert, die ich nie getragen habe, nur weil man mir als Sündenbock für andere, die tot sind, den Strick drehen wollte oder mußte.

3 Jahre nach Beendigung des Prozesses (3.11.47) hat mich das Frankfurter Büro des amerikanischen Hochkommissars mit weiteren, frei erfundenen „Verantwortlichkeiten“ ausgeschmückt. Diese neuen Pseudo-Verantwortlichkeiten haben dann dem amerikanischen Hochkommissar dazu gedient, der deutschen Öffentlichkeit in dem „Dokumentarischen Bericht über Landsberg“ Anfang Februar 1951 weiszumachen, daß ihm die Aufhebung des Todesurteils gegen mich nach reiflicher Gewissensprüfung (!) nicht möglich sei.

Ihnen, Herr Admiral, als meinem ehemaligen Stationschef, melde ich hiermit:

1. Ich war von Beruf Marine-Zahlmeister bzw. Wirtschafts-Verwaltungsoffizier. Ich habe auch bei der Waffen-SS als „Chef des Wirtschaft-Verwaltungshauptamtes“ (W.V.H.A.) keine andere Tätigkeit ausgeübt wie der Chef des Verwaltungsamtes in der Marineleitung und wie der Chef des Heeresverwaltungsamtes. Meine einzige Tätigkeit im System der Konz.lager lag in dem Auftrag, „den Arbeitseinsatz der Häftlinge in die Rüstungsindustrie als ministerielle Instanz zu lenken“ (1942 – 44). Über das SS-Personal in den Konzentrationslagern und über die Häftlinge hatte ich weder Kommando- noch Strafgewalt (Feststellung des Nürnberger Gerichtes in meinem Urteil).

Zwischen mir als Chef des W.V.H.A. und den Verwaltungen der KZ bestand dieselbe Entfernung und das gleiche Dienstverhältnis wie zwischen dem Chef des Verw.Amtes in der Mr.Ltg. und der Kassen Verwaltung eines Schiffes oder dem Rechnungsamt eines Marineteils. In völliger Verkennung dieser Sachlage haben mich, den Verwaltungsmann, die Amerikaner für alle Mißstände in den KZ verantwortlich gemacht. Auf unsere alte Marine-Organisation übertragen heißt das: man hat den Chef des Verw-.Amtes in der Mr.Ltg. auch für militärische Versager an Bord eines Schiffes oder bei einem Marineteil verantwortlich gemacht.

Weil der Kommandeur (Himmler) durch Selbstmord ausgefallen ist, seine Vertreter (Daluege, Heydrich, Kaltenbrunner) tot sind, der „Chef des Persönlichen Stabes“ (Karl Wolff) sich durch Landesverrat freigekauft hat, der „Generalquartiermeister“ (Gen. Jüttner) bei den Amis arbeitet, die beiden „Inspekteure KZ“ (Gen. Eicke und Glücks, – militärische Dienstaufsicht!) ebenfalls tot sind, greift man sich den Zahlmeister! Nach deutscher militärischer Auffassung ist das grotesk.

2. Auf Grund meiner fachlichen Qualifikation als Wirtschafts-Verwaltungsoffizier kam ich für eine Verwendung als „Chef des Stabes der SS!“ nicht in Betracht. Ich habe deshalb eine solche Dienststellung nie innegehabt und nicht innehaben können, weil sie es nie gegeben hat.

3. Im April oder Mai 1943 meldete der deutsche Heeresbericht, daß Einheiten des Heeres und der Waffen-SS unter Führung des Gen. d. W.-SS Stroop das Warschauer Ghetto zerstört haben. Ich habe in meinem Leben weder das Warschauer noch ein anderes Ghetto gesehen, geschweige denn zerstört.

4. Die Deportationen und Vernichtungen der Juden sind organisiert und durchgeführt worden vom Reichssicherheitshauptamt, Chef: Heydrich, Kaltenbrunner (Geheime Staatspolizei, Sondergruppe Eichmann). Auf meine Initiative ist kein einziger Jude deportiert oder vernichtet worden.

5. Die sog. „Aktion Reinhardt“ ist organisiert und durchgeführt worden von dem SS- und Polizeiführer Lublin Gen. Lt.d.Pol. Globocnik. Dieser unterstand dem Reichssicherheitshauptamt und nicht mir.

Nach Beendigung der „Aktion Reinhardt“ und nachdem Glo. bereits abkommandiert war, ordnete Himmler eine Prüfung der Verwaltungsdienststelle des Glo. an. Der mit dieser Kassen- und Buchprüfung beauftragte Chef des Revisionsamtes, Oberst Voigt, der mir unterstellt war, hat die Prüfung bald nach Beginn auf meinen Befehl eingestellt, nachdem er mir gemeldet hatte, daß Glo. seine Verwaltungsdienststelle für die „Aktion R.“ mit eingesetzt hatte. Voigt ist auf Grund dieses Tatbestandes in Nürnberg freigesprochen worden!

6. Ich habe nicht nur keinen Häftling für ärztliche Versuche persönlich ausgesucht, sondern ich habe gegen die Verwendung von Häftlingen für diesen Zweck bei Himmler schriftlich protestiert (im Rahmen meines eingangs erwähnten Auftrags).

Das sind alles Tatsachen, die den amerikanischen Richtern und dem Frankfurter Büro des amerikanischen Hochkommissars seit Jahren bekannt sind. Wenn die amerikanische Justiz sie in dem sogenannten Fair Trial gegen mich fair gewürdigt hätte, wäre es nie zu diesem Schandurteil gekommen, in das man sich sinnlos kindisch verbissen hat. …

Es wird Sie noch dieses interessieren. Ich war mit 17 meiner ehemaligen Mitarbeiter (Verwaltungs- und Kaufleute) angeklagt. 3 wurden freigesprochen, 4 zum Tode verurteilt; die restlichen erhielten Freiheitsstrafen. Von den 4 Todesurteilen hob das Gericht, das sie verhängt hatte, selbst eines wieder auf; das zweite änderte Clay in lebenslänglich (inzwischen auf 20 Jahre reduziert) ab; der dritte Todeskandidat ist am 23. Mai 1951 entlassen worden, nachdem sein Todesurteil auf 9 Jahre herabgesetzt worden war!

So springt man mit Köpfen um. Als einziger Todverurteilter bin ich übriggeblieben. Von allen 15 Verurteilten befinden sich nur noch 7 in Haft; die übrigen sind bereits entlassen.

Man steht vor einer Chinesischen Mauer. Das Traurigste ist, daß die Öffentlichkeit sachlich unzulänglich, ja falsch unterrichtet ist, jedenfalls in meinem Fall. Zur Sache ist von richterlicher Instanz seit 1947 überhaupt nichts mehr bearbeitet worden. Alle Eingaben wurden vom Frankfurter Büro des Hochkommissars „wohlwollend betrachtet“. Das ganze Spiel vor den Gerichtshöfen in USA geht nur darum, die von uns erstrebte Voraussetzung einer richterlichen Überprüfung, d.h. die Gewährung einer echten Revision (2. Instanz) zu sabotieren.

In ergebenster Verehrung Ihr dankbarer

________gez. Oswald Pohl__________

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Quelle: Metapedia

In Nürnberg beginnt mit der Verlesung der Anklage der Schauprozess gegen zwanzig führende Persönlichkeiten des Dritten Reiches

Der Gerichtshof ist an Beweisregeln nicht gebunden, er soll im weiten Ausmaß ein schnelles und nicht formelles Verfahren anwenden, und jedes Beweismaterial, das ihm Beweiswert zu haben scheint, zulassen.

– Artikel 19, Statut für den Internationalen Militärgerichtshof –

Der Gerichtshof soll nicht Beweis für allgemein bekannte Tatsachen fordern, sondern soll sie von Amts wegen zur Kenntnis nehmen …

– Artikel 21, Statut für den Internationalen Militärgerichtshof –

Die sogenannten Nürnberger Prozesse umfassen den Nürnberger Prozess gegen die angeblichen „Hauptkriegsverbrecher” sowie zwölf weitere „Nachfolge-Prozesse” vor einem amerikanischen Militärgerichtshof, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Nürnberg zwischen dem 20. November 1945 und dem 14. April 1949 gegen Regierungsmitglieder und hochrangige Vertreter des Deutschen Reichs zur Zeit des Nationalsozialismus durchgeführt wurden und bei denen elementarste Rechtsgrundsätze verletzt wurden. Das Tribunal, das durch das Londoner Statut „legitimiert“ wurde, fand im Schwurgerichtssaal in Nürnberg statt.

Die Angeklagten vor dem Tribunal von Nürnberg
Vordere Reihe:
Hermann Göring, Rudolf Heß, Joachim von Ribbentrop, Wilhelm Keitel, Ernst Kaltenbrunner, Alfred Rosenberg, Hans Frank, Wilhelm Frick, Julius Streicher, Walther Funk, Hjalmar Schacht
Hintere Reihe:
Karl Dönitz, Erich Raeder, Baldur von Schirach, Fritz Sauckel, Alfred Jodl, Franz von Papen, Arthur Seyss-Inquart, Albert Speer, Konstantin von Neurath, Hans Fritzsche

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Die sogenannten „Nürnberger Prozesse” waren ein Tribunal der Sieger des II. Weltkrieges, oder, wie der britische Historiker F.J.P. Veal sagte:

„Die Fortsetzung des totalen Krieges mit juristischen Mitteln und die Fortschreibung der bedingungslosen Kapitulation”.

Der Historiker Werner Maser kommt ebenfalls zu dem Ergebnis, dass in Nürnberg kein

„Internationaler Gerichtshof“ stattgefunden habe, sondern ein „Tribunal der Sieger“.

Zugleich waren die sogenannten Prozesse das lange Zeit unantastbare Siegel einer angeblich deutschen Schuld. Das konnte nur so erfolgreich sein, weil man die bislang letzte deutsche Reichsregierung einsperrte und damit den Deutschen die Möglichkeit nahm, die möglicherweise tatsächlichen Verbrechen nach deutschem Recht zu verfolgen.

Damit war dann auch der Möglichkeit zur Legendenbildung und Greuelpropaganda jedweder Art Tür und Tor geöffnet. So konnte auch das Märchen von der zweiten deutschen Schuld weite Verbreitung finden. Die auferlegte Buß-Kultur führte darüber hinaus zu einem dauerhaften Ritual deutschen öffentlichen Auftretens, das wegen seiner pseudo-religiösen Verinnerlichung keiner Revision mehr zugänglich ist. Man kann diesen Vorgang durchaus auch als psychologischen Völkermord bezeichnen. Das bedeutendste und folgenreichste Ergebnis ist die riesige Zahl deutscher Kollaborateure, die das Geschäft der Sieger übernommen haben und es bis heute mit Inbrunst weiter betreiben. So war es auch im Sinne der geplanten Umerziehung von Anfang an beabsichtigt.

Robert Jackson, Der US-„Hauptankläger“ am 26. Juli 1946.
 .
„Als ein Militärgerichtshof stellt dieser Gerichtshof eine Fortsetzung der Kriegsanstrengungen der alliierten Nationen dar.“

Laut VS-Ankläger Thomas Joseph Dodd bestand der Angestelltenstab des Gerichtes zu 75% aus Juden. Der mehreren Verhandlungen der Nachfolgeprozessen als Richter vorsitzende VS-Amerikaner Charles F. Wennerstrum drückte es in einem Gespräch mit der Chicago Daily Tribune im Februar 1948 wie folgt aus:

„Die gesamte Atmosphäre hier ist ungesund. […] Es wurden Anwälte, Sachbearbeiter, Dolmetscher und Ermittler eingestellt, die erst in den vergangenen Jahren Amerikaner wurden und deren Hintergründe eingebettet waren in Europas Haß und Vorurteilen.“

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Links: Der Stellvertreter des Führers, Rudolf Hess in seiner Gefängniszelle in Nürnberg. Man beachte den erbärmlichen Gesundheitszustand. Rechts: Der nicht in grausamer alliierter Haft sitzende, gesunde Rudolf Hess.
     https://i1.wp.com/www.historyplace.com/worldwar2/biographies/biogfx/hess.jpg

…..

Das Tribunal

Ebenso wie die sogenannten Wiedergutmachungszahlungen war auch das Nürnberger Tribunal lange vor Kriegsende von den jüdischen Juristen Jacob und Nehemiah Robinson, beide Vorsitzende des vom Jüdischen Weltkongress (WJC) gegründeten Institute of Jewish Affairs (Institut für jüdische Angelegenheiten), erdacht worden.

Zunächst hatten die Brüder Robinson große Schwierigkeiten, die Alliierten von einem Tribunal zu überzeugen, da man sich dagegen sträubte, einfache Soldaten für das Befolgen von Befehlen zu verurteilen, und sich höchstens vorstellen konnte, Hitler oder vielleicht noch Göring anzuklagen. So sprach sich US-Außenminister Cordell Hull noch im Oktober 1943 unter dem Beifall der sowjetischen Delegation für Standgerichte aus:

„Wenn es nach mir ginge, würde ich mit Hitler und Mussolini und Tojo und ihren Erzkomplizen vor einem Standgericht kurzen Prozess machen. Und bei Sonnenaufgang des nächsten Tages gäbe es einen historischen Zwischenfall.” Nachdem diese Äußerung übersetzt worden war, berichtet Hull in seinen Memoiren: „brachen Molotow und die Mitglieder seiner Delegation in laute Zustimmungsrufe aus.”

Letztlich setzten die Juden sich jedoch durch: Am 18. Januar 1945 einigten sich auf amerikanischer Seite der jüdische Richter Samuel Rosenman, Henry L. Stimson vom Kriegsministerium und der Justizminister Francis Beverley Biddle auf einen scheinbar ordentlichen Prozess. Auch der vormalige Prozessgegner Franklin D. Roosevelt änderte seinen Standpunkt und Winston Churchill lobte am 22. Oktober 1944 die Haltung Josef Stalins – der nach einem Meinungswandel auch einen vorgeblich ordentlichen Prozess wollte. Obwohl die Briten kurzzeitig wieder schwankten, ließen sie sich letztlich von den „Amerikanern“ überzeugen.

Die Sowjetunion wollte die Prozesse in Berlin durchführen, für Nürnberg sprach jedoch, dass der Justizpalast weitgehend unbeschädigt geblieben war und ein großes Gefängnis dazugehörte. Außerdem war Nürnberg die Stadt der NSDAP-Reichsparteitage gewesen, und somit war es auch von propagandistischer Bedeutung, den führenden Nationalsozialisten gerade an diesem Ort einen Schau-Prozess zu machen. Chefankläger war der US-Amerikaner Robert Jackson. Die sowjet-bolschewistische „Anklage“ arbeitete maßgeblich der jüdische Jurist Llja Pawlowitsch Trainin aus.

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Die missachteten Grundsätze

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  • Unabhängigkeit der Richter
  • Ablehnung von Richtern wegen Befangenheit
  • Ausreichende (nicht behinderte) Verteidigung
  • Freie Zeugenaussagen
  • Wertung von Beweisen
  • Gleichheit vor dem Gesetz
  • Keine Strafe ohne bestehendes Gesetz
  • Straffreiheit für Taten unter Befehl oder Zwang
  • Niemand darf seinem Richter entzogen werden
  • Niemand darf in eigener Sache richten
  • Niemand darf für die Taten anderer zur Rechenschaft gezogen werden
  • Kein Gefangener darf gefoltert oder erpresst werden
  • Möglichkeit der Berufung
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Die vier „Anklagepunkte” lauteten:

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„Gemeinsamer Plan oder Verschwörung”

  1. „Verbrechen gegen den Frieden”
  2. „Kriegsverbrechen”
  3. „Verbrechen gegen die Menschlichkeit”

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Der Ablauf

Der Prozess sollte den Anschein von Recht und Gerechtigkeit erwecken, wurde jedoch schon durch die elementarsten Grundlagen dieser Veranstaltung als reine Propagandaschau, zum Zwecke den geschlagenen Gegner auch noch als Verbrecher abzukanzeln („die Fortführung des Krieges mit anderen Mitteln”, Zitat Carl von Clausewitz), offenbar.

Bei der Auswahl der Angeklagten versuchten die Ankläger, stellvertretend einzelne Funktionsträger anzuklagen. Hierbei stellte sich ihnen zunächst das Problem, wer überhaupt in Frage käme. Adolf Hitler und Joseph Goebbels waren (offiziell) tot, ebenso wie Heinrich Himmler und Reinhard Heydrich. Martin Bormann war unauffindbar. Stellvertretend für Joseph Goebbels als Verantwortlichen für die Propaganda griff man im Fall von Hans Fritzsche auf eine Person zurück, deren Name der internationalen Öffentlichkeit wenig bekannt war. Mit Bedacht wählte man Personen aus, die repräsentativ für bestimmte Einrichtungen und Bereiche waren. Für die Anklagebank waren daher repräsentativ vorgesehen:

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Für die nationalsozialistische Führung:

  1. Reichsmarschall Hermann Göring (Anklagepunkte 1–4)
  2. Hitlers Stellvertreter in der NSDAP Rudolf Hess (Anklagepunkte 1–4)
  3. Leiter der Parteikanzlei Martin Bormann (Verbleib damals unbekannt) (Anklagepunkte 1, 3, 4)
  4. Außenminister Joachim von Ribbentrop (Anklagepunkte 1–4)
  5. Reichsorganisationsleiter der NSDAP Robert Ley (Anklagepunkte 1, 3, 4) – Angeblich Suizid vor Prozessbeginn
  6. der ehemalige Reichskanzler Franz von Papen (als „Wegbereiter” Hitlers) (Anklagepunkte 1–4)

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Für das Oberkommando der Wehrmacht (OKW):

  1. Der Chef des OKW Wilhelm Keitel (Anklagepunkte 1–4)
  2. der Chef des Wehrmachtführungsstabes Alfred Jodl (Anklagepunkte 1–4)

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Für die Kriegsmarine:

  1. Großadmiral Dr. Erich Raeder (Oberbefehlshaber bis 1943) (Anklagepunkte 1, 2, 3)
  2. Großadmiral Karl Dönitz (Oberbefehlshaber von 1943–1945) (Anklagepunkte 1, 2, 3)

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Für das Reichssicherheitshauptamt (RSHA) – und damit auch für die Gestapo, Kriminalpolizei und SD:

  1. Der Chef der Sicherheitspolizei und des SD Dr. Ernst Kaltenbrunner (Anklagepunkte 1, 3, 4)

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Für die Kriegswirtschaft:

  1. Reichsminister für Bewaffnung und Munition Albert Speer (Anklagepunkte 1–4)
  2. der Generalbevollmächtigte für den Arbeitseinsatz Fritz Sauckel (Anklagepunkte 1–4)
  3. Reichsbankpräsident (bis 1939) Dr. Hjalmar Schacht (Anklagepunkte 1, 2)
  4. Reichsbankpräsident (von 1939–1945) Walther Funk (Anklagepunkte 1–4)
  5. Unternehmer Dr. Gustav Krupp von Bohlen und Halbach (krankheitsbedingt prozeßunfähig).

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Für die „Verbrechen“ in den (ehemals) besetzten Gebieten:

  1. Der Generalgouverneur in Polen Hans Frank (Anklagepunkte 1, 3, 4)
  2. der Reichskommissar in den Niederlanden Dr. Arthur Seyß-Inquart (Anklagepunkte 1–4)
  3. Reichsminister für die besetzten Ostgebiete Alfred Rosenberg (Anklagepunkte 1–4)
  4. der Reichsprotektor für Böhmen und Mähren (bis 1943) Konstantin von Neurath (Anklagepunkte 1–4)
  5. der Reichsminister des Innern (1933 bis 1943) und Reichsprotektor für Böhmen und Mähren (1943–1945) Wilhelm Frick (Anklagepunkte 1–4)

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Für die nationalsozialistische Propaganda:

  1. Der Herausgeber der Wochenzeitung Der Stürmer Julius Streicher (Anklagepunkte 1, 4)
  2. der Leiter der Rundfunkabteilung im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda Hans Fritzsche (Anklagepunkte 1, 3, 4)
  3. (im weitesten Sinne dazugehörend) der Reichsjugendführer Baldur von Schirach (Anklagepunkte 1, 4)

Hermann Göring vor dem Sieger-Tribunal

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Auch hier zum Vergleich: Der nicht in grausamer alliierter Haft sitzende Hermann Göring

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Die Urteile

Nach fast einem Jahr Verhandlungsdauer wurden am 30. September und 1. Oktober 1946, 12 der 24 Angeklagten zum Tode verurteilt; sieben Angeklagte erhielten langjährige oder lebenslange Haftstrafen. In drei Fällen lautete das Urteil auf Freispruch. In den Fällen Schacht und von Papen führte eine Patt-Situation im Richterkollegium zum Freispruch, für eine Bestrafung des Angeklagten Fritzsche sprach sich nur der sowjetische Richter Nikitschenko aus.

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Die Vollstreckung

Jedermann im In- und Ausland dachte damals, die verurteilten Politiker und Militärs würden erschossen werden, wie dies bei Militärgerichtsurteilen üblich ist. Die Richter verkündeten gegen die Besiegten jedoch Tod durch Erhängen. In Form eines Gesuches beantragte Hermann Göring deshalb vor einem Erschießungskommando zu sterben. Nachdem dies vom Gericht abgelehnt wurde beging Göring ca. drei Stunden vor der geplanten Hinrichtung Suizid.

Die zehn Todesurteile wurden am 16. Oktober 1946 zwischen 1,00 und 2,57 Uhr in der Sporthalle des Nürnberger Gefängnisses vollstreckt. Die Hinrichtungen vollzog der US-amerikanische Henker John C. Woods, assistiert von Joseph Malta. Den Verurteilten wurden Hände und Füße gefesselt und eine schwarze Kapuze über den Kopf gezogen nachdem die Schlinge umgelegt wurde, öffneten die Henker die Falltür. Da Göring bereits tot war musste Joachim von Ribbentrop als erster sterben. Die Größe der Falltür und die Stricklänge wurden zu gering bemessen, so dass der Tod sehr qualvoll eintrat. Durch den zu kurzen Strick reichte die Fallgeschwindigkeit nicht aus um das Genick zu brechen. Die meisten Verurteilten mussten also einen langen Todeskampf durchmachen. Von Alfred Jodl ist überliefert, dass er erst nach qualvollen 16 Minuten verstorben ist. Joachim von Ribbentrop quälte sich 15 Minuten am Strick, Sauckel starb nach 13 Minuten. Noch während sich Joachim von Ribbentrop im Todeskampf befand, wurde Wilhelm Keitel zum Galgen geführt. Besonders an den bekannten Fotos der beiden blutüberströmten Getöteten Wilhelm Keitel und Wilhelm Frick sind deutlich die Spuren der zu engen Falltür, an der sich beide angeschlagen haben, zu erkennen. Die Hinrichtungen wurden von diversen Zuschauern verfolgt. Als Deutsche waren der bayerische Ministerpräsident , Wilhelm Hoegner und der Generalstaatsanwalt beim Oberlandesgericht Nürnberg, Friedrich Leistner anwesend.

Nach den Hinrichtungen wurden die 11 Leichen im Münchener Ostfriedhof kremiert. Ihre Asche wurde in München in der Nähe der Conwentzstraße in den Wenzbach gestreut. Die Stelle befindet sich in etwa 150 Meter vor der Einmündung des Baches in den Floßkanal. Nachdem US-Offiziere die Urnen im Wenzbach entleert hatten, zerschlugen sie die Urnen mit Äxten und traten das zerfetzte Blech mit ihren Stiefeln platt.

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Zitate

Der Deutsche Außenminister Joachim von Ribbentrop sagte vor dem Militärtribunal in Nürnberg in seinem Schlusswort:

„Dass Deutschland keine Angriffskriege geplant hatte, wird durch die Tatsache bewiesen, welche Stärke wir im Verlauf des Zweiten Weltkrieges entfaltet haben und wie schwach wir dagegen zu Beginn des Krieges waren. Die Geschichte wird es uns glauben, wenn ich (Ribbentrop) sage, dass wir einen Angriffskrieg ungleich besser vorbereitet haben würden … Was wir beabsichtigten, war, unsere elementaren Lebensbedingungen wahrzunehmen, genau so wie England sein Interesse wahrgenommen hat, um sich ein Fünftel der Erde untertan zu machen, wie die USA und Russland einen ganzen Kontinent unter ihre Hegemonie gebracht … Der einzige Unterschied der Politik dieser Länder zu der unsrigen lag darin, dass wir die gegen jedes Recht uns genommenen Länderpartikel wie Danzig und den Korridor beanspruchten, während jene Mächte nur in Kontinenten zu denken gewohnt sind.“

Ribbentrop wurde als erster hingerichtet. Da der Henker John C. Woods wahrscheinlich (absichtlich) die Länge der bei den Hinrichtungen verwendeten Stricke falsch berechnete, soll bei seiner Hinrichtung jedoch nicht der beabsichtigte Genickbruch eingetreten sein, weshalb Ribbentrop während eines 15-minütigen Todeskampfes langsam und qualvoll erstickte.

Hermann Göring sagte vor dem Nürnberger Tribunal über die „Bedingungslosen Kapitulation“:

„Solange Hitler Führer des deutschen Volkes war, bestimmte er ausschließlich die Kriegsführung. Solange mich ein Gegner damit bedroht, dass er nur eine bedingungslose und völlig bedingungslose Kapitulation fordert, kämpfe ich bis zum letzten Atemzug, weil mir doch nichts anderes übrigbleibt, als nur noch die Chance, unter Umständen das Schicksal zu wenden, selbst wenn es hoffnungslos erscheint. (…) Die Ermordung Hitlers hätte meine Nachfolge hervorgerufen. Wenn der Gegner mir die selbe Antwort gegeben hätte, bedingungslos zu Kapitulieren und zwar zu jenen furchtbaren Bedingungen, die angedeutet waren, hätte ich unter allen Umständen weitergefochten!”

Die anderen zu Haftstrafen Verurteilten blieben zunächst noch in Nürnberg und wurden 1947 in das Berliner Kriegsverbrechergefängnis in Spandau überführt.

Der Stellvertreter des Führers Rudolf Hess wurde zu lebenslanger Haft verurteilt und ebenfalls in das alliierte Militärgefängnis Berlin-Spandau überführt.

Hess sagte vor dem Tribunal aus, dass

„ein bestimmter Anlass in England mich veranlasste, an die Berichte zu denken aus den damaligen Prozessen. Der Anlass war, dass meine Umgebung während meiner Gefangenschaft sich in einer eigenartigen und unverständlichen Weise mir gegenüber verhielt, in einer Weise, die darauf schließen ließ, dass diese Menschen irgendwie in einem geistig anormalen Zustand handelten. Diese Menschen und Personen meiner Umgebung wurden von Zeit zu Zeit ausgetauscht. Dabei hatten einige der Ausgetauschten und neu zu mir Kommenden eigenartige Augen. Es waren glasige und wie verträumte Augen. Dieses Symptom hielt aber nur wenige Tage an; dann machten sie einen völlig normalen Eindruck. Sie waren von normalen Menschen nicht mehr zu unterscheiden.”

Der Einsatz von Psychodrogen wurde zur damaligen Zeit durch die VSA verstärkt durchgeführt, sodass sich damit auch die Gedächtnisstörungen von Hess vor dem Nürnberger Tribunal erklären ließen.

Konfrontiert mit den angeblichen KL-Grausamkeiten zeigte er sich keineswegs erschüttert. In seinem Schlusswort im Nürnberger Prozess sagte er:

„Ich verteidige mich nicht gegen Ankläger, denen ich das Recht abspreche, gegen mich und meine Volksgenossen Anklage zu erheben. Ich setze mich nicht mit Vorwürfen auseinander, die sich mit Dingen befassen, die innerdeutsche Angelegenheiten sind und daher Ausländer nichts angehen. Ich erhebe keinen Einspruch gegen Äußerungen, die darauf abzielen, mich oder das ganze deutsche Volk in der Ehre zu treffen. Ich betrachte solche Anwürfe von Gegnern als Ehrenerweisung. Es war mir vergönnt, viele Jahre meines Lebens unter dem größten Sohne zu wirken, den mein Volk in seiner tausendjährigen Geschichte hervorgebracht hat. Selbst wenn ich es könnte, wollte ich diese Zeit nicht auslöschen aus meinem Dasein. Ich bin glücklich, zu wissen, dass ich meine Pflicht getan habe meinem Volke gegenüber, meine Pflicht als Deutscher, als Nationalsozialist, als treuer Gefolgsmann meines Führers. Ich bereue nichts. Stünde ich wieder am Anfang, würde ich wieder handeln wie ich handelte, auch wenn ich wüsste, dass am Ende ein Scheiterhaufen für meinen Flammentod brennt. Gleichgültig was Menschen tun, dereinst stehe ich vor dem Richterstuhl des Ewigen. Ihm werde ich mich verantworten, und ich weiß, er spricht mich frei.“

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....Süddeutsche_Zeitung_zum_Nürberger_ProzeßEin Siegerlizenzblatt zum Mord an deutschen Regierungsmitgliedern
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Nach Meinung von Prozesskritikern haben jedoch auch die Alliierten Angriffskriege geführt und Kriegsverbrechen begangen. Auf sowjetischer Seite z. B. das Massaker von Katyn und das Massaker von Nemmersdorf, auf westalliierter Seite die Bombenangriffe auf Dresden, Hamburg und Königsberg, die keinerlei militärischen Zweck erfüllten, sondern als Flächenbombardements gegen die Zivilbevölkerung ebenfalls Kriegsverbrechen darstellten, denn seit der Haager Landkriegsordnung von 1907 sind Beeinträchtigungen von Zivilpersonen während kriegerischer Auseinandersetzungen verboten. Für Flächenbombardements sind daher vorsorglich auch keine Deutschen angeklagt worden, da der Bombenkrieg wegen der Beteiligung der alliierten Siegermächte daran gar nicht erst Eingang in die Anklage fand, weil andernfalls die Doppelzüngigkeit der Alliierten, die sich als Ankläger und Richter und Gesetzgeber gleichzeitig aufspielten noch offensichtlicher geworden wäre, als sie es ohnehin schon war.

Durch den Deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt und das geheime Zusatzprotokoll, das eine Aufteilung Polens zwischen Deutschland und der Sowjetunion vorsah, sei die Sowjetunion ebenfalls an der Verschwörung zu einem Angriffskrieg auf Polen beteiligt, war ein weiterer Kritikpunkt. Hier wurde einem der Ankläger nicht nur vorgeworfen, gleichwertige Verbrechen wie der Angeklagte begangen zu haben, sondern er wurde sogar beschuldigt, an demselben Verbrechen, das er anklagte, der „Verschwörung gegen den Frieden“, mitgewirkt zu haben. Das Urteil des Prozesses ging über diesen Punkt hinweg und befolgte dabei eine bereits in London verabredete Linie, Diskussionen über alliierte Völkerrechtsverletzungen/Kriegsverbrechen im Prozeß nicht zuzulassen.

Zum Prozess schrieb die amerikanische „TIME“ im November 1945:

„Was immer für Gesetze die Alliierten für die Zwecke des Nürnberger Prozesses aufzustellen versuchten, die meisten dieser Gesetze haben zur Zeit, als die Taten begangen wurden, noch nicht existiert. Seit den Tagen Ciceros ist eine Bestrafung ex post De facto von den Juristen verdammt worden“.

Der portugiesische Völkerrechtler Joao das Regras veröffentlichte im Februar 1947 in Lissabon unter dem Titel „Um Nuovo Direito International, Nuremberg” (Nürnberg, ein neues Völkerrecht) eine Studie des Nürnberger Prozesses. In ihr sind folgende Bewertungen zu lesen (aus „Nürnberg oder die Falschmünzer”):

„In Wirklichkeit haben sich in Nürnberg zwei Welten gegenübergestanden, die sich nicht verstehen konnten. Die materialistische Welt des Mammons und der demokratischen Heuchelei gegen die idealistische und heroische Konzeption eines Volkes, das sein Lebensrecht verteidigte … Wie könnte diese gesättigte und materialistische Welt den unerschütterlichen und heroischen Lebenswillen eines Volkes verstehen, das trotz seines Unmutes über seinen eingeschränkten Lebensraum, den es innehatte, unserer Kultur seit Jahrhunderten unsterbliche Werke geschenkt hat und das vor dem zweiten Weltkrieg an der Spitze aller entscheidenden Fortschritte der Technik unseres Jahrhunderts gestanden hat? … Es ist der Kanaillenmentalität der internationalen Presse würdig, über die Führer des deutschen Volkes trotz ihrer würdigen Haltung, als man eine unanständige Behandlung und ein ungerechtes Todesurteil über sie verhängte, noch herzufallen … Mit einer wahrhaft heroischen und der höchsten Bewunderung würdigen Haltung sind die Verurteilten von Nürnberg als Vorboten einer auf nationaler Grundlage aufgebauten sozialen Gerechtigkeit mit einem glühenden Bekenntnis der Liebe zu ihrem Volk und Ideal gestorben.”

„Der Mangel an Berufungsmöglichkeiten für die Angeklagten gibt mir das Gefühl, dass die Gerechtigkeit nicht genügend beachtet worden ist.“

Mit diesen Worten kennzeichnete der amerikanische Richter Wennerstrum, der Präsident des Nürnberger Militärgerichtshofes V im Prozess gegen die Südostgenerale, einen Mangel der Kriegsverbrecherprozesse.

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Beurteilungen

...Nürnberger_Tribunal_AnklageschriftSeite aus der „Anklageschrift“ der alliierten Siegerjustiz

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Der amerikanische Senator Joseph McCarthy urteilte in der „Chicago Tribune”:

„Das Statut, in dessen Namen die Angeklagten abgeurteilt werden, ist eine eigenste Erfindung Jacksons und widerspricht dem Völkerrecht, so wie es in der zweiten Haager Übereinkunft definiert ist. Durch die Erfindung eines solchen Statuts verleiht Jackson der Lynchjustiz die Legalität.” Später sagte er dazu weiterhin: „Dass man Männer aufhängt, weil sie dieses angebliche ‚Gesetz‘ verletzt haben, ist in Wirklichkeit eine Handlung, die man unmöglich von einem Meuchelmord unterscheiden kann.”

Nach mehrmonatigem Dienst als Richter bei einigen der Nürnberger Prozesse warf der VS-Amerikaner Charles F. Wennerstrum in einem Gespräch mit der Chicago Daily Tribune den Siegermächten vor, die Prozesse zu nutzen, um sich selber freizusprechen und Deutschland die ganze Schuld für den Krieg aufzubürden. Die hohen Ideale, die als Motive für diese Tribunale angeführt wurden, seien nicht erkennbar, und die Anklage sei nicht in der Lage, frei von Rachsucht und persönlichen Ambitionen Objektivität aufrecht zu erhalten. Die ganze Atmosphäre wäre ungesund und es seien Anwälte, Sachbearbeiter, Übersetzer und Ermittler eingestellt worden, die erst in den letzten Jahren Amerikaner wurden und „eingebettet in Europas Hass und Vorurteilen“ wären (Juden). Auch bestünden die meisten Beweise aus Dokumenten, welche dazu noch von der Anklage ausgewählt würden, die gleichzeitig bestimmte, worauf die Verteidigung Zugriff hat. Als eine Regel eingeführt wurde, die besagt, dass wenn ein Auszug eines Dokuments eingeführt wird, das gesamte Dokument der Verteidigung zur Verfügung steht, habe die Anklage vehement protestiert und der Chef der Anklage, Telford Taylor, ein Treffen der präsidierenden Richter einberufen, um diese Regelung zurückzuziehen. Auch wären die langen Haftzeiten der Angeklagte von über zweieinhalb Jahren an sich schon eine Form der Nötigung und die die wiederholten Vernehmungen ohne die Anwesenheit eines Verteidigers würden dem „amerikanischen Gerechtigkeitssinn“ zuwiderlaufen.

Der englische Schriftsteller Montgomery Belgion bemerkte in seinem im Jahre 1947 geschriebenen Buch „Epitaph on Nuremberg“:

„… stelle ich fest, dass der Nürnberger Prozess (…) den Zweck hatte, die Illusion zu erwecken, man würde auf legalem Wege entdecken, was wir beweisen wollten, dass nämlich Deutschland für den Krieg verantwortlich war. Ich glaube, dass die Tatsache, diese unserer Beweisführung günstige Illusion herbeizuführen, genau der Plan der großen Politik war, den man dem Gericht anvertraute …“

Der VS-amerikanische Schriftsteller A.O. Tittmann urteilte im Hinblick auf das Siegertribunal:

„Man kann mit Bestimmtheit sagen, dass mit dem Ende dieses Krieges gleichzeitig auch das Ende des christlichen Zeitalters herangekommen ist. Alle Lehren über gutes Benehmen, die bis heute Geltung hatten, wurden beseitigt und an ihre Stelle trat der Rachegeist des mosaischen Gesetzes …“

Der portugiesische Völkerrechtler Prof. Dr. Joao das Regras fasst seine Darlegungen folgendermaßen zusammen:

„Der Inhalt des Beweismaterials, auf dem der Urteilsspruch beruht, stellt eine Fälschung der wirklichen Geschichte dar, die schwerlich überboten werden kann.“

Der Labour-Politiker Richard Crossman schrieb 1953:

„Die Zerstörung von Dresden war eines jener Verbrechen gegen die Menschlichkeit, deren Urheber in Nürnberg unter Anklage gestellt worden wären, wenn jener Gerichtshof nicht in ein bloßes Instrument alliierter Rache pervertiert worden wäre.“

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Resümee

Robert M. Kempner, Walter H. Rapp, Paul Niederman

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Die Botschaft, die diese pervertierte Justiz übermittelte, war ebenso abscheulich wie folgenschwer: Wer einen Krieg verliert, ist in jedem Fall ein „Verbrecher”, wer ihn gewinnt, kann jedes Verbrechen im rechtlichen oder ethischen Sinne begehen und ist sicher vor negativen Konsequenzen. (Alliierte Kriegsverbrecher wurden sämtlich mit Generalamnestie bedacht, für alle Verbrechen, deren Opfer zu den Achsenmächten zu rechnen waren. Viele wurden zusätzlich glorifiziert, wie Arthur „Butcher” oder „Bomber” Harris, der mit Adelstitel und Denkmal bedacht wurde, weil er hunderttausende Zivilisten mit militärisch sinnlosen und völkerrechtswidrigen Flächenbombardierungen ermordet hatte).

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Revision verboten

Bereits im Vertrag zur Regelung aus Krieg und Besatzung entstandener Fragen von 1954 verboten die Sieger der BRD, eine juristische Revision der Nürnberger Urteile zuzulassen oder Entscheidungen der „Schau-Prozesse” aufzuheben. 1990 wurde dieses, auch Überleitungsvertrag genannte Vertragswerk im Zuge der Ratifizierung des Zwei-plus-Vier-Vertrages bestätigt.

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Ausschnitte aus Tonbandaufnahmen von Dr. Ernst Kaltenbrunner während des Nürnberger Prozesses.

  1. Vernehmung Kaltenbrunners durch seinen Verteidiger Dr. Kurt Kauffmann zum Thema des Konzentrationslagers Mauthausen (11.04.1946)
  2. Vernehmung Kaltenbrunners durch den US-amerikanischen Befrager John H. Amen (mittels des deutschsprachigen Dolmetschers) zum Thema der Einsatzgruppen (13.04.1946)
  3. Schlusswort von Dr. Ernst Kaltenbrunner (01.09.1946)

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  1. Vernehmung Görings durch den britischen Staatsanwalt David Maxwell Fyfe zum Thema der Konzentrationslager (21.03.1946)
  2. Vernehmung Görings durch den sowjetischen Staatsanwalt Roman Rudenko (mittels der deutschsprachigen Dolmetscherin) zum Thema seiner Zuständigkeiten (21.03.1946)
  3. Schlusswort von Hermann Göring (31.08.1946)

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Filmausschnitte aus dem Nürnberger Prozess 1945/46 von Hermann Göring (Teil 1).

  1. Zu den Ereignissen vor dem Hitler-Putsch am 9. November 1923
  2. Zu der Zeit nach dem Hitler-Putsch
  3. Zu der Zeit vor der Machtergreifung 1933

Fragen durch seinen Verteidiger Dr. Otto Stahmer. Alle Aufnahmen vom 13. März 1946

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Filmausschnitte aus dem Nürnberger Prozess 1945/46 von Hermann Göring (Teil 2).

  1. Zur Zeit vor der Machtergreifung 1933.
  2. Zum Aufbau der Geheimen Staatspolizei (Gestapo).
  3. Zu den Anfängen der Konzentrationslager.
  4. Seine Einschätzung zur Revolution 1933

Alle Aufnahmen vom 13. März 1946

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Filmausschnitte aus dem Nürnberger Prozess 1945/46 von Hermann Göring (Teil 3).

  1. Göring zu der Befestigung der Macht nach 1933
  2. Göring zu Hitler als Staats- und Regierungsführer

Frage durch seinen Verteidiger Dr. Otto Stahmer. Alle Aufnahmen vom 13. März 1946

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Ausschnitte aus Tonbandaufnahmen von Albert Speer während des Nürnberger Prozesses.

  1. Speer zum Thema der Fremdarbeiter (20.06.1946)
  2. Vernehmung Speers durch seinen Verteidiger Dr. Hans Flächsner (20.06.1946)
  3. Schlusswort von Albert Speer (31.08.1946)

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Ausschnitte aus Tonbandaufnahmen von Rudolf Hess (und seinem Verteidiger Alfred Seidl).

  1. Frage des britischen Richters Lawrence, ob sich Rudolf Hess für „schuldig“ oder „nicht schuldig“ im Sinne der Anklage erklärt und seine Antwort darauf (12.11.1945)
  2. Erklärung von Alfred Seidl (30.01.1946)
  3. Persönliche Erklärung von Rudolf Hess (30.01.1946)
  4. Schlusswort von Rudolf Heß (31.08.1946)

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Ausschnitte aus Filmaufnahmen von Joachim von Ribbentrop während des Nürnberger Prozesses (Teil 1).

  1. von Ribbentrop zu seinem Werdegang (29.03.1946)
  2. Weitere Ausführungen von von Ribbentrop zu seinem Werdegang und dem Führungsstil von Adolf Hitler. Zum Schluß befragt ihn Dr. Alfred Seidl, Verteidiger von Rudolf Heß, zum geheimen Zusatzprotokoll des Hitler-Stalin-Pakts. Dr. Seidl zielte mit seiner Frage darauf hin, daß wenn das Protokoll vom Gericht als aggressiver Akt angesehen werde, dann seien folgerichtig dafür beide Parteien verantwortlich. (30.03.1946)

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Ausschnitte aus Filmaufnahmen von Joachim von Ribbentrop während des Nürnberger Prozesses (Teil 2).

  1. von Ribbentrop zum Hitler-Stalin-Pakt, befragt durch den Vorsitzenden Richter, den Briten Geoffrey Lawrence (2. April1946)
  2. Der britische Staatsanwalt David Maxwell-Fyfe befragt von Ribbentrop zur Sudentenkrise. Dr. Martin Horn, Verteidiger von von Ribbentrop, versucht, die Befragung in dieser Sache zu beenden, wird aber vom Gericht zurückgewiesen. (2. April 1946)
  3. Ausschnitt des Schlusswortes von Joachim von Ribbentrop (31. August 1946)

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Quelle: Metapedia

Die tiefdüstere Analyse des (Juden) Larry Summers

Markus Diem Meier am Mittwoch den 27. November 2013

Ökonom Larry Summer. (Reuters/Jonathan Ernst)

Sieht keine rosige Zukunft für die Weltwirtschaft: Ökonom Larry Summer (Jude), 23. September 2011. (Reuters/Jonathan Ernst)

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In bloß einer Viertelstunde hat der einstige Finanzminister und beinahe Notenbankchef der USA die ganze Ökonomengilde in Aufregung versetzt. Ist seine Analyse zutreffend, hat das für die Weltwirtschaft und auch die Schweiz schwerwiegende Konsequenzen.

«Krisen – Gestern und Heute»: Unter diesem Titel hielt der Internationale Währungsfonds am 7. und 8. November seine jährliche Forschungstagung ab. Geladen hat er dazu eine ganze Reihe der Topstars der Ökonomenzunft, wie aus dem Programm der Tagungdeutlich wird. Den Abschluss bildete dann eine Gesprächsrunde mit kurzen Vorträgen einer besonders illustren Runde: Kenneth RogoffStanley FisherBen BernankeOlivier Blanchard und Larry Summers. (Hier das ganze Video dieser Schlussveranstaltung).

Keiner hat aber auch nur annähernd so viel Aufmerksamkeit erregt, wie Larry Summers in seiner viertelstündigen Rede. Was er gesagt hat, dominiert seither wie kein zweites Thema die Auseinandersetzungen auf den Ökonomenblogs.

Damit gleich unten zum Videoausschnitt von Summers Rede (hier auch die Niederschrift). Wer erst mehr zur Person Larry Summers, zu den Hintergründen und den wichtigsten Aussagen erfahren will, liest mit Vorteil unten weiter.

(Video bitte auf der Originalseite ansehen.)

Larry Summers hat immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Er galt als aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge von Ben Bernanke an der Spitze der US-Notenbank. Das verdankt er seinen engen Beziehungen zum Establishment der demokratischen Partei: Unter Bill Clinton war er Finanzminister der USA, unter Barack Obama führender Wirtschaftsberater. Aber er hat auch vehemente Kritiker, weil er als besonderer Freund der Finanzbranche gilt, deren stärkere Regulierung er in den 1990er und 2000er Jahren verhindert hat. Mehr dazu in diesem Blogbeitrag.

In diesem Blogbeitrag habe ich ausserdem eine damals ebenfalls viel beachtete Studie von ihm und Bradford DeLong vorgestellt, in der die beiden gezeigt haben, dass Sparmaßnahmen durch Regierungen mitten in der Krise die Staatsschulden erhöhen können.

Nun zum Kern von Summers viertelstündiger Rede:

Die Krise, die in den Jahren 2007 und 2008 die Weltwirtschaft an den Rand des Abgrunds gebracht hat, könnte laut Summers nur eine besonders dramatische Episode in einem länger währenden Trend sein, der sich mit dem Begriff der «säkulären Stagnation» zusammenfassen lässt.

Der Begriff wurde Ende der 1930er Jahren vom amerikanischen Ökonomen Alvin Hansen geprägt. Hansen kam damals zur Überzeugung, dass die große Depression dieser Jahre weit mehr als eine besonders dramatische Konjunkturkrise sei. Hansen glaubte damals, dass die Treiber des vormaligen Wachstums schlicht verschwunden waren, weil produktive Innovationen fehlen würden, vor allem aber auch das Bevölkerungswachstum. Hansens Pessimismus wurde allerdings durch das starke Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum nach dem Zweiten Weltkrieg widerlegt. Summers mutmaßt, dass die Analyse von Hansen hingegen für die aktuelle Wirtschaftsentwicklung zutreffen könnte.

Ausgangspunkt seiner Analyse sind die folgenden beiden Beobachtungen:

  • Obwohl ein anfänglich schlimmerer Absturz der Weltwirtschaft als im Fall der Grossen Depression durch entschiedene politische Maßnahmen aufgehalten werden konnte, hat sich die Lage in den USA und in anderen entwickelten Volkswirtschaften der Welt auch vier Jahre seit dem Ausbruch der Krise nicht in einem Ausmass gebessert, wie das zu erwarten gewesen wäre. Die Beschäftigung hat seither praktisch stagniert, das Bruttoinlandprodukt ist weiter vom Potenzial entfernt als damals und die Arbeitslosigkeit ist nach wie vor viel zu hoch.

«You would expect that there would be a lot of catch up, that all the stuff where inventories got run down would get produced much faster – I would kind of expect that as things normalised you’d get more GDP than you otherwise would have had, not that four years later you’d still be having substantially less than you had before. So there is something odd about financial normalisation – if that was what the whole problem was – and then continued slow growth.»

  • Nicht nur die wirtschaftliche Entwicklung nach der Krise war aussergewöhnlich, ebenso jene zuvor. Die Geldpolitik war auch im Vorfeld schon locker – einige machen sie sogar für die Blase an den Immobilienmärkten verantwortlich -, die Ausgaben eilten den Einkommen voraus und die Verschuldung der Privaten stieg stark an. Doch trotz all diesen Zutaten für eine deutliche Überhitzung der Wirtschaft haben die üblichen Symptome gefehlt: Kein deutlicher Anstieg der Inflation war auszumachen, kein Unterschiessen unter die «natürliche» Arbeitslosigkeit (das heißt jener, die bei einer ausgelasteten Wirtschaft verbleibt) und keine übermäßige Auslastung der übrigen Wirtschaftskapazitäten.

«Many people believe that monetary policy was too easy. Everybody agrees that there was a vast amount of imprudent lending going on. Almost everybody agrees that wealth, as it was experienced by households, was in excess of its reality. Too easy money, too much borrowing, too much wealth. Was there a great boom? Capacity utilisation wasn’t under any great pressure; unemployment wasn’t under any remarkably low level; inflation was entirely quiescent, so somehow even a great bubble wasn’t enough to produce any excess in aggregate demand.»

Beide Beobachtungen würden laut Summers durch eine «säkuläre Stagnation» à la Hanson erklärt – eine tieferliegende grundlegende Schwäche, die nicht erst mit der Krise ihren Anfang genommen hat. Summers stellt bei seinen Überlegungen den so genannten «natürlichen Gleichgewichtszinssatz» in den Mittelpunkt. Das ist jener Satz, der eine Vollbeschäftigung der Gesamtwirtschaft sicherstellt. Nur dann wird ausreichend investiert, um diese zu gewährleisten. Wie Summers argumentiert, würde ein negativer «natürlicher Gleichgewichtszinssatz» eine Erklärung für die beobachteten Entwicklungen vor und nach der Krise liefern:

Selbst tiefe Leitzinsen wie vor der Krise wären dann noch zu hoch, um Vollbeschäftigung sicherzustellen. Dann ist es kein Wunder, dass Exzesse wie durch private Verschuldung und Blasen auf Immobilienmärkten die Wirtschaft insgesamt nicht überhitzt haben. Ohne Exzesse und Blasen wäre aber die Arbeitslosigkeit zu hoch und die Wirtschaft zu wenig ausgelastet gewesen. Das würde auch die Entwicklung seit der Krise erklären. Denn genau diese anhaltende Wirtschaftsschwäche zeigt sich seither. Obwohl die Leitzinsen sich bereits bei Null befinden, sind sie noch zu hoch, doch auf die notwendigen Negativraten können sie nicht gesenkt werden.  Summers:

«Suppose that the short-term real interest rate that was consistent with full employment had fallen to -2% or -3% sometime in the middle of the last decade. Then what would happen? That even with artificial stimulus to demand coming from all this financial imprudence you wouldn’t see any excess demand. And even with a relative resumption of normal credit conditions you’d have a lot of difficulty getting back to full employment.»

Dass eine solche Analyse, von einem ernstzunehmenden Ökonomen vorgetragen unter den führenden Makroökonomen der Welt, sofort eine heiße Debatte auslöst, ist wenig verwunderlich. Denn wenn sie zutrifft, wirft das fundamentale Fragen auf und hätte schwerwiegende Folgen für die Wirtschaftspolitik.

Die fundamentale Frage betrifft vor allem die Ursachen für eine solche «säkuläre Stagnation»: Summers selbst hält sich damit nicht auf. In den Debatten auf den Ökonomenblogs herrscht darüber keine Einigkeit: Im Vordergrund als Faktor für die zu geringe Gesamtnachfrage stehen zu wenige Investitionen. Mit Blick auf Strukturprobleme (angebotsseitig) werden folgende Gründe genannt: ein einbrechendes Bevölkerungswachstum, eine geringere Produktivität und geringere produktiv nutzbare Innovationen sowie die Bonuskultur der Unternehmen, die dazu führt, dass Manager immer weniger unternehmerische Wagnisse eingehen. Das genauer anzuschauen, müssen wir aber auf später verschieben. Dieser Beitrag hat das Thema schon einmal gestreift.

Damit zu den Folgen für die Politik – und für Länder wie die Schweiz:

  • Die führenden Notenbanken müssten ihre Leitzinsen noch sehr lange in der Nähe des Tiefstwerts von Null halten, denn selbst dann sind sie noch zu hoch. Eine Liquiditätsfalle mit allen Konsequenzen würde zu einem anhaltenden chronischen Problem. Summers:

«But imagine a situation where natural and equilibrium interest rates have fallen significantly below zero. Then conventional macroeconomic thinking leaves us in a very serious problem, because while we all seem to agree that whereas you can keep the federal funds rate at a low level forever, it is much harder to do extraordinary measures beyond that forever, but the underlying problem may be there forever.»

  • Anhaltende Tiefstzinsen sind aber ein Problem für alle Sparer, was wachsenden politischen Widerstand provozieren dürfte. Weitere außergewöhnliche Maßnahmen wären auch mit der Gefahr verbunden, gefährliche Blasen in einzelnen Bereichen der Wirtschaft zu befördern. Das wäre besonders problematisch für Länder wie die Schweiz, wo das Risiko von Immobilienblasen durch lang anhaltende Tiefzinsen besonders akut würde.
  • Vielversprechender als die Geldpolitik würde (wie immer in einer Liquiditätsfalle – und nur dann) die Fiskalpolitik. Der Staat könnte mit öffentlichen Investitionen (zum Beispiel in die Infrastruktur) die Wirtschaft anzuschieben versuchen. Je tiefer die Zinsätze unter den so erreichten Wachstumsraten verbleiben, je höhere Defizite kann ein Staat dann in Kauf nehmen, ohne dass die Verschuldungsquote ansteigt. (Die Erklärung für Freunde der Mathematik: Die Quote ist der Bruch der Verschuldung über dem Bruttoinlandprodukt BIP. Der Zinssatz ist das Wachstum der Verschuldung bei einem ausgeglichenen Budget. Übersteigt daher das BIP-Wachstum (der Nenner) den Zinssatz (den Zähler), sinkt die Verschuldungsquote.)
  • Wie schon die bisherige Entwicklung zeigt, dürften solche Politikmaßnahmen – sowohl über das Staatsbudget wie die Notenpresse – auf wachsende Opposition stoßen. Die Folge ihres Ausbleibens wäre aber, dass die Wirtschaftslage sich dann weiter verschärfen würde.

Weitere Beiträge zu dieser meiner Ansicht sehr spannenden und kontrovers geführten Debatte finden sich hierhierhierhierhier oder hier.

Ob die Analyse von Summers zutrifft, kann niemand belegen oder verwerfen. Selbst Summers selbst formuliert sie bloß als Hypothese, die für seine Beobachtungen der Entwicklungen von vor und nach der Krise ein stimmiges Bild ergibt. Allein die Möglichkeit, dass die Hypothese der «säkulären Stagnation» die wirtschaftliche Entwicklung richtig analysiert, ist beunruhigend genug, um sich mit ihr und ihren Konsequenzen ausgiebig auseinanderzusetzen.

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Quelle und Original: tagesanzeiger.ch

Schwarze Propaganda

Schwarze Propaganda ist eine Propaganda, welche als psychologische Waffe in Kriegen eingesetzt wird. Es handelt sich schlicht um eine nicht endende Flut von Greuelmärchen oder Schauergeschichten, die bewusst in Umlauf gebracht wird. Sie zielt darauf ab, den Gegner mit allen Mitteln zu verunsichern, zu beunruhigen, zu verwirren und herabzuwürdigen. Es werden dabei völlig abstruse Geschichten und Lügen über den Gegner, für die manipulierbare Masse weitgehend glaubhaft, verbreitet, selbst wenn sie unsinnig oder widersprüchlich erscheinen. Im Ersten Weltkrieg wurde den deutschen Soldaten nachgesagt, den Kindern ihrer Feinde die Hände abgehackt zu haben und ähnliches mehr. Im Gegensatz zur offiziellen „weißen“ Propaganda wurde die Herkunft der „schwarzen“ Propaganda geheimgehalten.

Während des Zweiten Weltkrieges war der englische Deutschenhasser Sefton Delmer wesentlich beteiligt an der Schwarzen Propaganda gegen Deutschland. Auch nach dem Kriegsende wirkt die Schwarze Propaganda im heutigen Deutschland fort, vor allem dadurch, dass den Deutschen immer wieder verschiedene Verbrechen und Völkermorde vorgeworfen werden, wobei vor allem die Medien großen Anteil daran haben. Daran lässt sich erkennen, dass auch Jahrzehnte nach dem Kriegsende die psychologische Kriegsführung gegen Deutschland noch nicht beendet ist.

„Mit Greuelpropaganda haben wir den Krieg gewonnen. Und nun fangen wir erst richtig damit an! Wir werden diese Greuelpropaganda fortsetzen, wir werden sie steigern, bis niemand mehr ein gutes Wort von den Deutschen annehmen wird, bis alles zerstört sein wird, was sie etwa in anderen Ländern noch an Sympathien gehabt haben, und diese selber so durcheinander geraten sein werden, daß sie nicht mehr wissen, was sie tun. Wenn das erreicht ist, wenn sie beginnen, ihr eigenes Nest zu beschmutzen, und das nicht etwa zähneknirschend, sondern in eilfertiger Bereitschaft, den Siegern gefällig zu sein, dann erst ist der Sieg vollständig. Endgültig ist er nie. Die Umerziehung (Reeducation) bedarf sorgfältiger, unentwegter Pflege wie Englischer Rasen. Nur ein Augenblick der Nachlässigkeit und das Unkraut bricht durch, jenes unausrottbare Unkraut der geschichtlichen Wahrheit.“

– Sefton Delmer nach der Kapitulation 1945 zu dem deutschen Völkerrechtler Prof. Grimm –

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Quelle: Metapedia

Propaganda

Propaganda (lat. propagare, „verbreiten, ausdehnen, fortpflanzen”) bezeichnet die bewusste bzw. gezielte politische Werbung sowie Beeinflussung von Anschauungen auf mündlichem, schriftlichem, elektronischem (z. B. Weltnetz) oder sonstigem Wege, um Ideen durchzusetzen oder Maßnahmen vorzubereiten oder zu begründen.

Zielgruppen von Propaganda sind meist bestimmte Völker bzw. Volksgruppen oder sonstige soziale Gruppen. Auch in Demokratien ist gezielt einseitige und verfälschte Darstellung von Informationen eine übliche, aber gerne verschwiegene Praxis.

In der katholischen Kirche versteht man unter dem Ausdruck „Propaganda“ die Aufgabe der Verbreitung des Glaubens, eine entsprechende Kardinalskongregation trägt deshalb diesen Namen (lat. Sacra Congregatio de Propaganda Fide), die Papst Gregor XV. 1622 in Rom gründete.

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Arten

Die zu propagierenden Mitteilungen und die darauf aufbauenden Argumentationsketten sind auf die erwünschte Wirkung der Propagandamaßnahme ausgerichtet. Ausschlaggebend für einen Erfolg von Propaganda ist die geschickte Auswahl, Betonung oder Verharmlosung von Informationen bzw. Nachrichten und deren vorgegebene Interpretation. Dabei kommen der Wahrheit entsprechende (→ Weiße Propaganda), zweifelhafte (→ Graue Propaganda), aber auch falsche Informationen (→ Schwarze Propaganda) zur Anwendung. Gerade gezielte Falschinformationen bedürfen einer besonders fein abgestimmten Propaganda, wenn die auf ihnen aufbauenden Argumentationsketten in der angesprochenen sozialen Gruppierung weitgehend zu den erwünschten Verhaltensmustern führen sollen. Ein Beispiel dafür ist die Umerziehung in der deutschen Nachkriegszeit. Insbesondere bei Anwendung von grauer und schwarzer Propaganda werden die zu verändernden Anschauungen und Verhalten der Zielgruppe derart beeinflusst, möglichst ohne dass diese sich der Einwirkung der Propagandamaßnahme bewusst wird.

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Wirkweise

Grundvoraussetzung zur Anwendung von Propagandamaßnahmen ist zunächst die möglichst weitgehende Erfassung des Ist-Zustandes bezüglich der soziologischen Verhaltensstrukturen der zu manipulierenden Zielgruppe sowie die relevanten politischen und historischen Fakten. Diese werden dann in Bezug auf die gewünschte Propagandawirkung (Soll-Wert) hin geprüft. Dabei ist eine konkrete Propagandastrategie zu erarbeiten, auf welche Art und Weise und Anwendung welcher Mittel (Argumentationsketten, Denkmustervorgaben, Instrumente, Maßnahmenkataloge u. ä.) dieser Soll-Wert bei der sozialen Zielgruppe erreicht werden kann. Propaganda beabsichtigt eine Anschauungsbeeinflussung der zu manipulierenden Subjekte mittels wiederholter Vermittlung weniger schlagwortartiger Leitsätze, jedoch in der Regel keine weitgehend neutrale, kritische Thematisierung und Überprüfung von propagierten Inhalten. Volksaufklärung ist üblicherweise kein Gegenstand einer Propaganda; erstere hat eine möglichst vielfältige Wissensvermittlung zum Ziel und will zur Überprüfung der Sachverhalte, Diskussion und kritischen Meinungsfindung in Bezug auf weitere Vorgehen anregen. Allerdings ist eine gelenkte Aufklärung durch Anwendung von Argumentationsketten mit Überbetonung, Verharmlosung und zielgerichteter Interpretation betreffender Argumente durchaus Gegenstand von Propaganda.

Propaganda ist nach wie vor ein wichtiges Instrument im politischen Kampf um Einfluss und Macht. In der BRD-Schein-Demokratie können z. B. über die öffentlich-rechtlichen Medienanstalten Pseudodiskussionen über Themen angeschoben werden, obwohl die politischen Entscheidungen schon im Vorfeld von den Entscheidungsträgern längst getroffen wurden. Solche Pseudodiskussionen können die momentan vorherrschenden Anschauungen der Bevölkerung aufgreifen und beeinflussen. Über die Medienpolitik kann die Politik festlegen, was in welcher Weise propagiert werden soll.

Propaganda ist nicht immer erfolgreich, weil nicht alle Menschen fremde Anschauungen ungeprüft übernehmen bzw. übernehmen möchten. Die meisten tun es aber doch, so dass heute allgegenwärtige Propaganda die öffentliche Meinung weiterhin massiv manipulieren kann, freilich ohne dass sie sich als solche offenbaren will.

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Bewertung

Gegenwärtige Anwender von Propaganda wollen ihre Absichten möglichst geheimhalten und achten darauf, dass ihre Maßnahmen der Zielgruppe (meist die öffentliche Masse) weitgehend unbewusst bleiben. Auf diese Weise kann die gewünschte Anschauungsmanipulation am ehesten gelingen. Für die Öffentlichkeit hat Propaganda einen negativen Unterton, u. a. weil der manipulative Charakter von Propaganda von einigen Menschen zumindest teilweise erkannt wird. Sie wird oftmals als „verfälschte Meinungsbildung“ interpretiert und nicht selten mit politischen Propagandamaßnahmen historischer autoritärer und totalitärer Regime in Verbindung gebracht. So thematisiert z. B. die BRD-Propaganda den Begriff Propaganda fast nur im historischen Zusammenhang mit dem Dritten Reich und teilweise auch der DDR, im Falle der Zeit des Nationalsozialismus in der Regel negativ im Sinne von Greuelpropaganda. Bis 1990 propagierten sich BRD und DDR gegenseitig negativ (siehe auch Kalter Krieg). Die BRD, als eine Modalität der Fremdherrschaft (Zitat von Carlo Schmid), betreibt freilich eine Propaganda, welche vorrangig den Interessen der alliierten Besatzer und nicht denen von Volk und Nation dient.

Propaganda kann für gute, für nützliche und wichtige Zwecke benutzt werden. Sie kann ein Volk aufrichten, ermutigen und Vertrauen geben. Falsche und hinterhältige Propaganda kann aber auch unwiderruflich ein Volk und seine Nation zerstören. Propaganda erregt Aufmerksamkeit, wirbt um Sympathie, nutzt Gefühle und gewinnt Anhänger. Sie ist Voraussetzung für jeden erfolgreichen Organisationsaufbau. Propaganda verstärkt Unzufriedenheit zur Rebellion und treibt diese voran zur Revolution. Propaganda ist stets vom Ziel her zu beurteilen, ihre einzige Rechtfertigung und Existenzberechtigung ist die Wirksamkeit und somit der Erfolg. Sie wirkt vor allem durch die öffentliche Rede und dann durch die technischen Propagandamedien. Ihre Grundsätze sind Einfachheit und ständige Wiederholung. Propaganda ist immer offensiv: Sie verteidigt nicht, sie greift an. 

Propaganda dient auch der Ablenkung des Volkes von der Beschäftigung mit wichtigen politischen oder geschichtlichen Sachverhalten. So finden bestimmte Themen mitunter eine übetriebene, verfälschte bzw. einseitige Berücksichtigung von seiten der gleichgeschalteten Massenmedien der BRD, während andere Sachverhalte untertrieben, verfälscht oder gar nicht thematisiert werden. Die Medien-Instrumentalisierung gerade bezüglich Sport und Unterhaltung ist wesentlicher Bestandteil der BRD-Propaganda seit Beginn der Umerziehung nach dem Zweiten Weltkrieg (→Kulturverfall). So ist es z. B. auch eine manipulative Propagandamaßnahme, wenn während einer Fußballweltmeisterschaft oder -europameisterschaft das vorübergehende Zeigen der Flagge Schwarz-Rot-Gold im Rahmen eines „kontrollierten Nationalismus“ geduldet wird. Die Maßnahme bewirkt bei den meisten Menschen, dass man nach Abschluss der Meisterschaften auch seine Nationalflagge wieder einzurollen hat; ansonsten könnte man leicht als Rechtsextremist diffamiert werden.

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Ursprung der modernen Propaganda

Der Ursprung der modernen Propaganda liegt in Amerika und Großbritannien zur Zeit des Ersten Weltkrieges. In den VSA wurde 1916 während der Amtszeit von Woodrow Wilson die Creel-Kommissionins Leben gerufen, die unter Beteiligung von John Dewey, Walter Lippmann und dem neugegründeten britischen Propagandaministerium die Aufgabe hatte, das pazifistisch gestimmte amerikanische Volk gegen die Deutschen zu mobilisieren. Dies wurde ein großer Erfolg. Lippmann verfasste später eine Demokratie-Theorie, die besagt, dass das Volk im wesentlichen aus zwei Klassen bestehe. Einerseits aus der Klasse der Spezialisten, die aktiv mit den Angelegenheiten der Allgemeinheit betraut sind und die Entscheidungen treffen und andererseits aus der großen Mehrheit, die mangels eigenen Wissens zur Unterstützung der „vernünftigen“ Entscheidungen der „anerkannten“ Spezialisten gebracht werden müsse. Untersucht wurde die Weltkriegspropaganda im wissenschaftlich-soziologischen Kontext einer allgemeinen Theorie der öffentlichen Meinung erstmals und grundlegend in der „Kritik der öffentlichen Meinung“ von Ferdinand Tönnies.

Aufgrund der im Ersten Weltkrieg mit Propaganda gemachten Erfahrungen haben die Nationalsozialisten extremen Wert auf deren Anwendung gelegt und sie unter dem Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Joseph Goebbels zu einer Perfektion gebracht:

„Wir haben ein Ministerium für Volksaufklärung und Propaganda begründet. Diese beiden Titel drücken nicht dasselbe aus. Volksaufklärung ist im Wesen etwas Passives, Propaganda dagegen etwas Aktives. Wir können uns nicht damit begnügen, dem Volke nur zu sagen, was wir wollen und Aufklärung darüber zu geben, wie wir es machen. Wir müssen dieser Aufklärung vielmehr eine aktive Regierungspropaganda zur Seite stellen, eine Propaganda, die darauf hinzielt, Menschen zu gewinnen.

Das Standardwerk der Nachkriegspropaganda ist „Propaganda“ des Amerikaners Edward Bernays, der schon Mitglied der Creel-Kommission war.#

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Techniken zur Erzeugung von Propaganda

  • massiver und gezielter Einsatz von Medien
  • Unterstützung durch Prominente oder durch Angehörige geeignet erscheinender Berufsgruppen
  • Aufrufe, sich der Mehrheit anzuschließen, weil die zu den Gewinnern gehören wird („Jeder macht mit“, „Alle machen mit“, „Der Sieg ist nah“)
  • Fatalisierung: pathetische Aussagen, die Naturgegebenheit, Unabwendbarkeit und Richtigkeit von Maßnahmen suggerieren („Der Euro kommt“ statt „Der Euro wird eingeführt“)
  • Überhöhung: pathetische Appelle an Vaterland, Freiheit, Frieden, Ehre, Ruhm, „unsere Sache“ usw. und Verbindung von Personen oder Themen mit solchen positiv besetzen Wörtern
  • starke Vereinfachungen von komplexen Themen
  • vage oder mehrdeutige Aussagen (Erzeugung von Zweifeln bzw. Assoziationen)
  • Schuldzuweisungen, Diskreditierung von Gegnern, Präsentation von Sündenböcken
  • Die Behauptung, es sei der „Wille des Mannes auf der Straße“ – aber auch: Diskreditierung missliebiger Aussagen als Meinung „des einfachen Mannes auf der Straße“ oder gar verkürzt „der Straße“ oder „der Stammtische“
  • Erzeugung von Vorurteilen – aber auch: Deskreditierung mißliebiger Urteile als Vorurteil
  • ständige Wiederholung einfacher Aussagen (sogenannter „Slogans“)

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Techniken der Propagandaverbreitung

Gebräuchliche Werkzeuge der Propaganda sind Nachrichten der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, politische Reden und Schriften (z. B. BRD-Regierungserklärungen, Zeitungen, politische Kommentare, Kolumnen und Weltnetz-Blogs, Bücher), Plakate, Filme, Musik, Kunst u. a. Die Lehrpläne von Schulen werden von der Propaganda instrumentalisiert (hier oft als Umschreibungen der Geschichte oder pseudowissenschaftliche Aussagen). Auch die Schleichwerbung in redaktionelle Beiträgen verschiedener Art (Presse, Fernsehen, im Spielfilm usw.) ist zu nennen. Durch die modernen Massenmedien kann die Propaganda schnell verbreitet werden.

Eine historische Technik der Propagandaverbreitung ist die Lithographie. Mit dem Steindruck ließen sich Flugblätter mit Karikatur und Spottversen schon für die Französische Revolution schnell herstellen. Nach der Oktoberrevolution entwarfen russische Avantgardekünstler Plakate, sogenannte Rosta-Fenster, zur massenhaften Verbreitung neuester Nachrichten und politischer Karikaturen.

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Beispiele von Propagandamaßnahmen in der BRD

  • Umerziehung nach dem Zweiten Weltkrieg
  • Dämonisierung von Begriffen und deren Missbrauch im Zusammenhang mit – positiv oder negativ besetzten – Propagandaparolen wie z. B. „Menschenwürde“/„Menschenrechte“, „Demokratie“, „Toleranz“, „Emanzipation“, „Rassismus“, „Rechtsextremismus“
  • hieran anschließend: andauernd propagierte Behauptungen, rechte oder allgemein volkstreue Parteien, wie z. B. die NPD, seien „rassistisch“ und „menschenverachtend“, wobei diese Begriffe ausschließlich im dämonisierten Sinne der BRD-Propaganda verwendet werden
  • Irreführung des Volkes im Zuge der angeblich für das deutsche Volk bedeutungsvollen Auslandseinsätze der Bundeswehr
  • andauernd thematisierte sogenannte „Rassismus-Debatte“
  • wiederholt geäußerte irreführende Propagandaparole, die BRD sei „volkssouverän, selbstbestimmt, sozial und demokratisch“

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„Das Pferdeparadies der braunen Brut“: Ein Beispiel von Hetzpropaganda der BRD-Systempresse gegen außerhalb der BRD-Blockparteien stehende Parteimitglieder

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Quelle: Metapedia

Die 17 taktischen Regeln des Desinformanten – Unseriöse Diskussions-/Desinformationstaktiken

Ob bei einem Streitfall im persönlichen Umfeld, einer Debatte über politische Themen oder bei der Aufklärung eventueller Regierungsverbrechen geopolitischen Ausmaßes, immer dann wenn eine Lüge mehr persönliche Vorteile bringt als die Wahrheit oder die Wahrheit sogar enorme persönliche Gefahren für eine Person oder Gruppierung birgt, treffen wir auf dieselben illegitimen Diskussions- bzw. Desinformationstaktiken. Jene Person oder Gruppe die die Lüge aufrechterhalten will, hat die Fakten nicht auf ihrer Seite und muß deshalb versuchen, Fakten zu unterdrücken, falsche Fakten zu erfinden und vor allem: eine echte Diskussion über die Fakten zu Der Einsatz folgender Taktiken kennzeichnet also Personen oder Gruppen die zum persönlichen Vorteil die Wahrheit unterdrücken wollen:

1. Reagiere empört, beharre darauf dass dein Gegner eine angesehene Gruppe [Revisionisten] oder Person angreift. Vermeide die Diskussion der Tatsachen und dränge den Gegner in die Defensive. Dies nennt man auch das “Wie kannst du es wagen “-Manöver.

2. Denunziere den Gegner als Verbreiter von Gerüchten, ganz egal welche Beweise er liefert. Falls der Gegner Internetquellen angibt, verwende diesen Fakt gegen ihn. Beharre darauf daß die Mainstreampresse und die Establishment-Geschichtsschreibung einzig und allein glaubwürdig sind, obwohl wenige Superkonzerne den Medien-Markt unter sich aufteilen und die meisten Historiker “dessen Lied singen wessen Brot sie essen”.

3. Attackiere ein Strohmann-Argument: Übertreibe, übersimplifiziere oder verzerre anderweitig ein Argument oder einen Nebenaspekt eines Arguments des Gegners und attackiere dann diese verzerrte Position. Man kann auch einfach den Gegner absichtlich mißinterpretieren und ihm eine Position unterstellen, die sich dann leicht attackieren läßt. Vernichte die Strohmann-Position in einer Weise die den Eindruck erwecken soll, dass somit alle Argumente des Gegners erledigt sind.

4. Assoziiere den Gegner mit inakzeptablen Gruppen: Spinner, Terroristen, Rechtsradikale, Rassisten, Antisemiten, [Antifa], paranoide Verschwörungstheoretiker, religiöse Fanatiker usw. Lenke damit von einer Diskussion der Tatsachen ab.

5. Stelle die Motive des Gegners in Frage. Verdrehe oder übertreibe jeden Fakt um den Gegner aussehen zu lassen als handle er durch eine persönlichen Agenda oder anderen Vorurteilen motiviert.

6. Stelle dich blöd: Ganz egal welche Beweise und logische Argumente durch den Gegner vorgelegt werden, vermeide grundsätzlich jede Diskussion mit der Begründung dass die Argumentation des Gegners keinen Sinn ergibt, keine Beweise oder Logik enthält.

7. Erkläre, die Position des Gegners sei ein alter Hut, schon tausendmal durchgekaut und daher nicht der Diskussion wert.

8. Erkläre, das Verbrechen oder Thema sei zu komplex, um jemals die Wahrheit herausfinden zu können.

9. Alice-im-Wunderland-Logik: Suche nur Tatsachen die deine von Beginn an festgelegte Position unterstützen und ignoriere alle Tatsachen die ihr widersprechen.

10. Setze gesellschaftliche Position mit Glaubwürdigkeit gleich: “Wer bist du schon daß du diesem Politiker/Großindustriellen/Großkapital/Revisionisten usw. wem auch immer, so etwas unterstellen kannst!”

11. Verlange, dass dein Gegner den Fall komplett auflöst. Verlange unmögliche Beweise. Jede Unklarheit beim Gegner wird gewertet als argumentative Bankrotterklärung.

12. Provoziere deinen Gegner bis er emotionale Reaktionen zeigt. Daraufhin kann man den Gegner für seine “harsche” Reaktion kritisieren und dafür, dass er keine Kritik verträgt.

13. Erkläre pauschal große Verschwörungen als unmöglich durchführbar da viel zu viele Menschen daran beteiligt sein müssten und die Sache ausplaudern könnten. Ignoriere den Fakt daß bei einer großen illegalen Operation die einzelnen ausführenden Abteilungen voneinander abgeschottet sind und nur soviel wissen, wie sie für die Ausführung ihres Teils der Operation benötigen. Ignoriere den Fakt das eine strenge Hierarchie besteht, jeder nur seinen Befehlen folgt und keine unbequemen Fragen stellen darf.

14. Wenn der Gegner sich nicht durch die genannten Taktiken kleinkriegen lässt, fahre einfach solange fort bis der Gegner ermüdet und sich aus Frustration zurückzieht.

15. Suche nach flüchtigen Rechtschreib- oder Grammatikfehlern oder verbalen Ausdrucksfehlern, um den Gegenüber als doof zu klassifizieren. Lenke damit vom Inhalt seiner Rede ab.

16. Wenn du mit jemandem in einem Blog u.ä. schreibst/diskutierst, tauche immer mit einem 2. oder 3. Mann auf, dass der Gegner den Eindruck gewinnen muss, er stehe alleine mit seiner Meinung. Die Masse der Schweigenden Gaffer und amüsierten Zuschauer ist immer erschreckend hoch, so dass kaum Gefahr besteht, dass sich jemand einmischt und den in der, durch Gaffer, nur scheinbaren “Minderheit” in Schutz nimmt.

17. Sollte es gar nicht anders gehen oder du entlarvt/enttarnt wirst, so komme dem Gegner aufs Minimalste entgegen und fordere ihn im großzügigen Gegenzug dazu auf, schier Unmögliches aufzulären! (“Erkläre und beweise mir nur die Wirkungsweise von Homöopathie. Dann finden wir bestimmt eine Einigung!” (Und das Spiel beginnt von vorne, bzw. du hast gewonnen, weil der Gegner wieder Argumente liefert, die du mit einem der 16 Regeln kontern wirst.)

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Quelle: http://schwaebischgmuendnachrichten.wordpress.com/2014/01/11/troll-alarm-und-desinformation-losungen/