Ein historisches Gespräch – Horst Wessel über den Sinn des Nationalen Widerstandes

Horst Wessel war führender S.A.-Aktivist und damit ein frühes Mitglied des Nationalen Widerstandes in der Weimarer Republik. Im tiefroten Berlin baute er eine starke und militante Bewegung auf.

horst_wesselAm 14. Januar 1930 suchten Mitglieder des Roten Frontkämpferbundes Horst Wessel in seiner Wohnung auf, der Kommunist Albrecht Höhler (auch Ali genannt) schoss diesem beim Öffnen der Tür ins Gesicht.

Wessel verstarb am 23. Februar infolge der Schussverletzung an einer Blutvergiftung im Städtischen Krankenhaus im Friedrichshain.

Vor seinem Tod führte er ein Interview mit dem Germanisten und Sachverständigen für mittelalterliche Kunst, Dr. phil. Hans Gerkenrath, über den Sinn des Nationalen Widerstandes, welches auch über 80 Jahre später immer noch aktuell ist und deshalb hier historisch dokumentiert sein soll.

Hans Gerkenrath:

„Du hast eine geradezu vorbildliche Geschicklichkeit, dir deine Zukunft zu versauen. Nur hätte ich dir in dieser Hinsicht etwas mehr Phantasie zugetraut. Scherz beiseite, was soll das für einen Sinn haben, in blödsinnigen Kneipen herumzusitzen und sich mit Marxisten herzumzuprügeln und überhaupt so ein blödes Landsknechtleben zu führen? Mensch – überlege doch, ist das denn auch ein Lebensziel? Du bist doch schließlich Korpsstudent und außerdem bist du ein vorzüglicher Jurist und kannst, wenn du nur willst, eine Bombenkarriere machen. Und was machst du? Du steigst im Wedding herum und läßt dich blutig schlagen und schlägst selber wieder blutig. Mensch Horst, wenn du Blut sehen willst, steig lieber auf Mensur und stich dich nach dem Komment herum, wie es sich für einen Menschen deiner Bildung geziemt. Wenn ich dich so ansehe, packt mich die kalte Wut über dich. Du kannst überdies noch sehr gut schreiben und bist überhaupt ein talentierter Kerl. Wie du als geistiger Mensch – ..“

Horst Wessel:

„Halt mal, einen kleinen Augenblick. Jetzt hast du mir endlich das Stichwort gegeben. Ich bin mir darüber klar, dass du von dem, was ich dir jetzt sagen werde, nicht einen Hauch verstehst, ich könnte ebensogut chinesisch sprechen. Aber ich will einmal mit dir chinesisch sprechen. Die Sache sieht nämlich so aus: 

Tatbestand: Ich stamme aus einem Pfarrhause, gut erzogen, habe mein Maturum gemacht, gehöre dem Kösener SC. an, Normannia, Alemannia, zwei ausgezeichnete Korps. Ich studiere Jura mit Luft und Liebe. Ich schreibe nebenher Gedichte und Novellen. Ich liebe Literatur und ich liebe Musik und ich bin also, wie du so treffend gesagt hast, ein geistiger Mensch. Ich habe auch ganz gute Manieren, nicht wahr, ich habe niemals den Fisch mit dem Messer gefressen und ich kann einer Dame die Hand küssen, ohne dass diese Hand von meiner Nase feucht wird – … Entschuldige, Hans, ich war gerade dabei, in meinen handfesten S.A.-Ton zu verfallen. Dir zuliebe werde ich versuchen, weiterhin gewählt zu sprechen. Also, ich bin ein geistiger Mensch, das haben wir festgestellt. Ich habe mich in Goethe versenkt und ich liebe Romantik, Schlegel, Tieck, Novalis – ich liebe abgöttisch Hölderlin und ich kenne meinen Nietzsche und meinen Kant – ich bin also ein geistiger Mensch. Und ich kann dir sagen und erläutern, was es mit dem dolus eventualis auf sich hat und wie das Recht der alten Römer zu Zeiten eines sehr geehrten Herrn Cäsar ausgesehen hat.

Ich kann also nicht oft genug wiederholen, daß ich ein geistiger Mensch bin. Und jetzt hör gut zu. Ich habe diesen meinen geistigen Besitz einmal auf die Seite geschoben. Ich wohne in schauderhaften Buden, die nach Kohlsuppen und Gerstenkaffee riechen, denn ich esse meistens Kohlsuppe und trinke meistens Gerstenkaffee. Und ich prügle mich, so oft es sein muss – und es muss sehr oft sein – auf der Straße mit verhetzten, deutschen Arbeitern herum und mit Verbrechern und Zuhältern. Ich habe ein braunes Hemd und marschiere mit meinen Kameraden und diese meine Kameraden sind „einfache Arbeiter“, wie du diese deutschen Menschen, die vielleicht unsere besten sind, herablassend nennen würdest. Ich sitze in meinen Sturmlokalen herum. Ich mache in der S.A. vierundzwanzig Stunden Dienst am Tage und ich verdiene keinen Pfennig.“

Hans Gerkenrath:

„Nun ja…“

Horst Wessel:

„Ich bin noch lange nicht am Ende. Also, ich habe alles, was mein geistiger Besitz ist, einmal auf die Seite geschoben. Und jetzt pass genau auf. Für mich bedeutet vorläufig gar nichts: Sicherheit der Existenz, Aussicht auf Karriere, die Schätze der Kultur, der Geistigkeit, der Bildung. Sogar die Juristerei bedeutet vorläufig nichts für mich und ich will dir mitteilen, dass sogar das ganze Leben für mich vorläufig nichts bedeutet – solange dieses Volk in so grauenhafter äußerer und innerer Not haust. Solange dieses Volk keine Kultur und keine Geistigkeit und keine gesicherte Existenz hat, solange will ich von all diesen Gütern auch keines besitzen. Hoffentlich verstehst du, was ich meine, Gerkenrath?“

Hans Gerkenrath:

„Natürlich verstehe ich das! Ich meine nur, Wessel, du wirst doch einsehen, daß man diesem Volke und überhaupt jedem Volke doch nicht die Kultur bringt, indem man sich auf Tod und Leben herumprügelt und – …“

Horst Wessel:

„Doch! Doch! Gerade! Mensch, jetzt kommen wir nämlich zum Kern der Sache. Glaubst du nicht, daß ich genau weiß, wieviele geistige Menschen sich abgestoßen fühlen von unseren rauhen Manieren und von unserer rauhen Sprache und unserer ganzen rauhen Aufmachung? Hans, das muß sein, das muß einfach sein! Erst muß das Haus gebaut werden, bevor man es einrichten kann. Erst müssen die Straßen gebaut werden, bevor man Wagen darauf fahren lassen kann. Zuerst muß unter allen Umständen die politische Existenz dieses Vaterlandes gesichert werden, bevor wir wieder an Goethe, Hölderlin, Johann Sebastian Bach und an alle Dinge, an denen sich die Seele erfreuen kann, denken dürfen. Gerkenrath! Es gibt keine deutsche Kultur ohne einen deutschen Staat und es gibt keinen deutschen Staat ohne ein deutsches Volk.

Du weißt, dass ich mich niemals mit Phrasen abgebe. Und ich habe dir da soeben einen fundamentalen Satz meiner Weltanschauung gesagt. Und jetzt werde ich dir die Anwendung dieser Weltanschauung sagen. Es hört sich ein wenig rauh an, aber wir sind im Kampf rauh geworden. Die praktische Anwendung dieser Weltanschauung ist folgende – Wer ein geistiger, deutscher Mensch ist, und wer die Kulturgüter dieser deutschen Nation kennt und wer sie liebt sein Leben lang, wer sie hüten will und pflegen, wer seinen kleinen oder großen Teil dazu beitragen will, daß sie weiterhin blühen und wachsen, wer sie als den kostbarsten Besitz empfindet – gerade der, Hans, gerade der muß sie in dieser jetzigen, in dieser gegenwärtigen Zeit für eine Weile zur Seite schieben. Denn erst muss das Haus für diese Kultur gesäubert werden, verstehst du? Vielleicht muss das Haus erst einmal ganz neu gebaut werden. Und wenn das Haus dasteht, sauber und würdig und gereinigt und klar durch und durch, dann sind wir soweit. Wer dieser Überzeugung ist, dass dieses heutige deutsche Haus nicht würdig ist, die wahren deutschen geistigen Güter zu beherbergen, der muss erst einmal heraus aus den Theatern, heraus aus den Salons, heraus aus den Studierstuben, heraus aus den Konzertsälen – und weißt du, wohin er muss? Er muss auf die Straße, er muss mitten hinein in das Volk und muss dort sprechen und rufen und, wenn es sein muss, um sich schlagen, damit das alte, verlotterte deutsche Haus niedergerissen wird und ein neues gebaut werden kann.

Siehst du, so stehen nämlich die Dinge. Und so paradox es dir auch klingen mag, Hans: In diesen Proletariervierteln, in denen ich mich aufhalte, in diesen Jammerburgen der Verzweiflung, der Not, des Verbrechens, des Elends und der Verhetzung, in diesen Stadtteilen, in denen du sicher noch niemals gewesen bist, die aber meine Heimat geworden sind und wenn du hundertmal deine geistige Nase rümpfst – hier wird die deutsche Kultur verteidigt von uns, von der S.A., jene Kultur, mein Lieber, die du nur besitzen möchtest, für die du aber keinen Pfifferling tust, um sie zu erhalten.

Ich sage dir: Jede Prügelei mit einem Kommunisten an irgendeiner Straßenecke, jeder kleine Aufmarsch der S.A. in einer verwilderten Gegend, jede Saalschlacht ist ein Schritt vorwärts auf der Straße der deutschen Kultur, und jeder Kopf eines S.A.-Mannes, der von der Kommune eingeschlagen wird, wurde hingehalten für das Volk, für das Reich, für das Haus der deutschen Kultur.

Du siehst, ich kann dir genau erklären, um was es sich dreht, eben weil ich ein geistiger Mensch bin. Und ich mache meinen S.A-Dienst Tag um Tag und Nacht um Nacht, ich will, solange es sein muss, nichts anderes sein als ein Feldsoldat Adolf Hitlers. Ich will mich, so oft es nur geht, mit Kommunisten herumschlagen. Und hart auf hart, sage ich dir, will ich mich herumschlagen!

Ich weiß, daß es Universitätsprofessoren gibt und Schriftsteller und Maler und Musiker, von denen man sagt, sie seien die Hüter und die Träger der geistigen Güter dieses Landes. Zur Zeit stimmt das nicht. Zur Zeit sind das die namenlosen Männer, die Plakate ankleben und Flugblätter verteilen, die den Saalschutz für unsere Versammlungen machen, die arbeitslos werden, die hungern und dürsten und frieren und betteln gehen, die ihre Gesundheit und ihr Leben in jeder Stunde riskieren.

Lieber Hans, in Zeiten, in denen Schicksale im Großen entschieden werden müssen, muß man manchmal primitive Dinge tun. Wie der Mensch essen muß, um arbeiten zu können, so müssen wir kämpfen, primitiv und altertümlich kämpfen, damit die Nation gesichert wird.

Die S.A. marschiert nämlich für Goethe, für Schiller, für Kant, für Bach, für den Kölner Dom und den Bamberger Reiter, für Novalis und Hans Thoma, für die deutsche Kultur, ob du es glaubst oder nicht.

Sie wollen, daß Deutschland wieder vollkommen deutsch wird, das heißt, daß Deutschland nationalsozialistisch wird. Entweder gelingt das oder es gelingt nicht. Aber es muss gelingen. Und es wird gelingen mit dieser S.A., auf die du heruntersiehst, weil sie sich in den Straßen herumprügelt. Du kennst den Hyperion, nicht wahr! Die kennen ihn nicht. Und weil ich ihn kenne, will ich mit dafür sorgen, dass Hölderlin noch viele Male über deutschen Boden wandelt, aber er muß erst deutschen Boden vorfinden und den helfe ich bereiten und ich werde mit hundert wilden und robusten Burschen durch den Friedrichshain laufen und haue jedem Kommunisten in die Schnauze, Punkt. Aus. Fertig.“

Hans Gerkenrath:

„Bester Wessel, es kann ja sein, dass es so ist. Aber ich kann mir eben nicht vorstellen, dass, auch auf Umwegen, diese wilden Kerle vom Wedding etwas mit deutscher Kultur zu tun haben, dass ihr mit euern blutigen Saalschlachten Goethe huldigt, und daß ihr mit eurem überlauten, anreißerischen Geschrei und euren ungehobelten, schrecklichen Manieren Kulturträger seid. Und dass du besonders alles wegwirfst, was –…“

Horst Wessel:

„Ach, Gerkenrath! Es gibt ein oft zitiertes Wort, das du selber gerne im Munde führst. Es heißt: Wirf weg, damit du nicht verlierst. Also wir sind dabei wegzuwerfen, wir, die S.A., damit wir nicht verlieren, sondern wiedergewinnen und ihr steht dabei und findet das höchst unfein, höchst ungehobelt – ja, zum Donnerwetter, Kampf ist keine sehr gehobelte Angelegenheit und mit Füllfederhaltern und Schreibmaschinen kann man die deutsche Kultur nun nicht mehr verteidigen und noch weniger zurückerobern. Wir müssen jetzt, mein lieber Kommilitone, für Goethe mit Bierkrügen und Stuhlbeinen arbeiten. Und wenn wir gewonnen haben, nun, dann werden wir wieder die Arme ausbreiten und unsere geistigen Güter an unser Herz drücken und uns an ihnen freuen.

Seht zu Gerkenrath! Wenn das Dritte Reich da ist, dann hast du es schon immer gesagt, daß es kommen wird und du wirst mit dem Hakenkreuz herumlaufen und „Heil Hitler!“ schreien – aber du wirst noch immer nicht verstanden haben, was ich dir soeben erzählt habe. Vielleicht bin ich dann nicht mehr im Stande, dir noch einmal die ganze Sache zu erläutern. Denn du darfst nicht vergessen, daß wir uns für diese deutsche Kultur nicht nur prügeln, sondern daß wir auch für sie sterben, wenn es sein muss. Und das haben wir vor euch voraus!“.

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Quelle: „Die S.A. erobert Berlin: Ein Tatsachenbericht“ von Wilfrid Bade, 1933

Das Horst Wessel-Lied

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Hans Albin Rauter – SS- und Polizeiführer aus Österreich in den besetzten Niederlanden

Hans Albin Rauter, eigentlich Johann Baptist Albin (Lebensrune.png 4. Februar 1895 in Klagenfurt; Todesrune.png 25. März 1949 in Den Haag) war Höherer SS- und Polizeiführer (HSSPF) den besetzten Niederlanden und dortiger Generalkommissar für das Sicherheitswesen.

Hans Albin Rauter, eigentlich Johann Baptist Albin in der Uniform eines SS-Brigadeführers (seit 1939, April 1941 Ernennung zum SS-Gruppenführer)

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Das Attentat

In der Nacht vom 6. auf den 7. März 1945 wurde seitens des niederländischen Widerstandes ein Attentat auf seine Person verübt. An der Straße von Arnheim nach Appeldorn, in der Nähe des Ortes Wüsterhof, wurde wiederholt auf ihn geschossen. Der Fahrer seines Wagens wurde dabei getötet, er selbst wurde schwer verletzt in der nahe gelegenen Stadt Appeldorn medizinisch versorgt. Als Vergeltungsmaßnahme wurden im Auftrag des Befehlshabers der Sicherheitspolizei und des SD (BdS), Karl Eberhard Schöngarth, 263 Inhaftierte aus Gefängnissen und Lagern in Amsterdam, dem Haag, und Ammersfort erschossen. Die meisten von ihnen (117) wurden am 8. März in dem Ort Wüsterhof hingerichtet. Der Ort gilt seitdem als eine Art niederländisches Liditz. Nach dem Krieg wurde dort ein Denkmal errichtet, zudem wird dieser Vorgang in allen Schulbüchern im Bereich Vaterländische Geschichte behandelt und so den niederländischen Kindern schon früh bekannt gemacht. Zum Vergleich: es gibt keinen Unterricht zum Thema Niederländische Annexionsbestrebungen bis an die Weser, in den Jahren 1945 bis 1949.

Datei:Die alte Straße von Arnheim nach Appeldorn, bei der Ortschaft Wüsterhof.jpg
Die alte Straße von Arnheim nach Appeldorn, bei der Ortschaft Wüsterhof

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Sonderprozess mit Augenzeugenbericht

Hans Albin Rauter wurde nach Kriegsende an die Niederlande ausgeliefert. Am 4. Mai 1948 wurde er von einem Haager Sondergericht am Knöterdeich, im selben Saal, wo er einst den Führer der Niederländischen SS Feldmeijer installiert hatte, zum Tode verurteilt. Seine Berufung wurde am 12. Januar 1949 abgewiesen. Am 25. März desselben Jahres wurde er auf der Wahlsdorfer Fläche in der Nähe der niederländischen Residenzstadt von einem Erschießungskommando hingerichtet. Den Feuerbefehl soll er angeblich selbst gegeben haben. Seine Begräbnisstatt gilt als niederländisches Staatsgeheimnis, jedoch meinen viele Niederländer, er sei auf dem großen Deutschen Soldatenfriedhof in Ysselsteyn beerdigt worden. Sein Grab soll mit einem der Kreuze gekennzeichnet sein, welche die Aufschrift: Ein deutscher Soldat, tragen.

Das Grab eines Deutschen Soldaten
auf dem Deutschen Soldatenfriedhof in Ysselsteyn (Niederlande)

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Der Rauter-Sonderprozess ähnelte dem Verfahren gegen den NSB-Parteiführenden Mussert im Nachkriegsjahr 1945. Nicht nur wurde Mussert wie auch Generalkommissar Hans Rauter auf der benannten Wahlsdorfer Fläche hingerichtet, auch war bei beiden der Staatsanwalt Mr. J. Zaaijer am Prozess beteiligt. Es liegt ein Augenzeugenbericht aus dem Jahre 1948 vor, in dem der Zeuge Ton Elias berichtet, wie viele Niederländer schon vor Anfang des Verfahrens vor den Türen des Gerichtshofes standen, um den Angeklagten in seiner Erniederung sehen zu können, eine Haltung, die er verurteilt. Er beschreibt, wie Hans Rauter, der Tiran der Niederlande, das Gericht nicht anerkannte. Seine Persönlichkeit sei nach drei Tagen des Gerichtsverfahrens ungebrochen und könne nur mit eckigen deutschen Buchstaben beschrieben werden. Letzendlich bleibe er ein Lügner. Der Vorsitzende des Gerichtshofes, Jhr. Mr. Van Meeuwen, habe sich dem Angeklagten gegenüber freundlich verhalten, und eben der Staatsanwalt sei nicht so sarkastisch gewesen wie sonst bei ähnlichen Strafprozessen gegen NS-Verbrecher.

Der Zeuge schließt seine Zeilen mit:

„Am letzten Mittag des Prozesses gab Rauter dann überzeugt sein Schlusswort, über das er sich lange genug Gedanken machen konnte, kund. Man erinnerte sich dabei an die wüsten Redebeiträge, die von Nazis über das besetzte Europa herausgeschrien wurden. Aber auch an diesem Gerichtshof galt: jeder kann eine schöne Theorie aufstellen, um zu beweisen, daß Schnee schwarz sei. Fast möchte man ihm wegen seiner Argumente recht geben. Aber am Ende bleibt jedoch dies die Wahrheit: Schnee ist weiß.“

Der letzte Vorschlag Rauters war, sein Leben zu opfern, um die deutsch-niederländischen Verhältnisse aussöhnen zu können. Der Rauter-Prozess wurde auf Niederländisch geführt.

Hans Albin Rauter während des Prozesses in Den Haag im Jahr 1948

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Quelle: Metapedia

Joachim Peiper – Standartenführer der Waffen-SS

Joachim „Jochen“ Peiper (Lebensrune.png 30. Januar 1915 in Berlin-Wilmersdorf; Todesrune.png 13. Juli 1976 in Traves, Frankreich) war Standartenführer der Waffen-SS und im Malmedy-Prozess Opfer der politischen Justiz. Er unterhielt persönliche Beziehungen zu Heinrich Himmler.

Joachim Peiper (1915–1976)

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Karriere

Joachim Peiper wurde am 30. Januar 1915 als Sohn einer Offiziersfamilie in Berlin geboren. Früh fasste er den Entschluss, Soldat und Offizier zu werden. Weihnachten 1934 verließ Peiper die Goethe-Oberrealschule und widmete sich seiner soldatischen Laufbahn.

Datei:Joachim Peiper.jpgAls Schüler hatte er sich speziell als begabter Sprachler erwiesen und beherrschte das Französische sowie das Englische praktisch akzentlos. Das einzige, was ihn „verriet“ war, dass er Französisch zu schnell sprach. Wie damals üblich hatte er nicht nur die Sprache unserer Nachbarn gelernt, sondern hatte sich auch der Kultur Frankreichs gewidmet. Französische Literatur, Malerei, Philosophie, Gastronomie usw. waren ein Teil seines Ganzen geworden. Joachim Peiper war frankophil, einer der die französische Kultur ehrte. Er war und blieb ein Deutscher durch und durch, aber eben einer, dessen Weltanschauung vom Kosmopolitischen beeinflusst war. Er war anderen Völkern und Kulturen gegenüber ein offener Mann und niemals extrem oder überheblich, obwohl er dessen manchmal beschuldigt wurde. Sogar SS-General Sepp Dietrich (unter welchem er gegen Ende des Kriegs diente) beklagte sich über Peipers angebliche Arroganz. Dass manche den Eindruck hatten, er sei arrogant, basierte darauf, dass Peiper in absolut jeder Hinsicht – intellektuell, kulturell und physisch – er hatte die Ausstrahlung sowie das Aussehen eines Filmhelden – ein überlegener Mann war. Er wurde eben seines selbstsicheren Auftretens, seiner Fähigkeiten, seiner Zivilcourage und seines hervorragenden Aussehens wegen beneidet.

Es half auch nicht, dass er sich, ein apolitischer Mann, weigerte der Partei beizutreten. Damals war es ein absolutes „Muss“ für alle Angehörigen der SS, auch Parteimitglied zu sein. Aber was für die Mehrzahl eine Gegebenheit war, war für einen Mann wie Peiper bedeutungslos. Deutsch zu sein und deutsche Werte zu personifizieren war für ihn das A & O. Und Deutsch war er im allerbesten Sinne des Wortes, niemals zweifelnd, immer tapfer, immer seine Leute inspirierend, ein Deutscher Führer á la Götz von Berlichingen oder Marschall Blücher, Männer, bei denen der Individualismus ebenfalls sehr ausgeprägt war. Kurz gesagt, er war ein überlegener Offizier in der besten Preußischen Tradition. Der Liedermacher André Lüders verfasste später das Lied „Mann der Front“ über ihn.

Militärische Laufbahn

Mit 19 Jahren trat er als Freiwilliger in die Leibstandarte-SS „Adolf Hitler“ ein. 1938 wurde er zum Adjutanten des Reichsführers SS Heinrich Himmler ernannt. Bei Ausbruch des Krieges aber beantragte er den Frontdienst. Er befehligte die 10. Kompanie der Leibstandarte-SS „Adolf Hitler“ in Polen, Holland, Belgien und Frankreich. Im Jahre 1941 kämpfte er in Russland mit dem 3. Panzerbataillon des SS-Panzergrenadier-Regimentes 2 „LSSAH“. Er entsetzte die 320. Infanteriedivision  des Generals Postel, eingekesselt bei Kharkov. Am 19. März 1943 nahm er Bielgorod ein. Im September 1943 war er in Italien. Im November desselben Jahres kämpfte er für das Reich in Jitomir und durchbrach mit der 1. Armee den Kessel bei Kamenets Podolsk. Bis Oktober 1944 kämpft er am Westwall. Am 16. Dezember 1944 – unter der Führung Sepp Dietrichs der 6. Panzerarmee – stand er an der Spitze der Ardennenoffensive mit der 1. SS-Panzer-Division „Leibstandarte-SS Adolf Hitler.

Er stieß bis La Gleize bei Stavelot vor. Abgeschnitten vom Rest der Armee, wurde er eingekesselt. Jedoch konnte er sich mit seiner Mannschaft zu Fuß, in eisiger Kälte und unter Zurücklassen des Kriegsmaterials retten. Stets unter dem Kommando Sepp Dietrichs kämpfte er bis zum Ende gegen die Russen, westlich der Donau bei Wien, ebenso in den Alpen bei Sankt Pollen und Krems, wo er sich schließlich mit seiner Mannschaft den Amerikanern ergab. Er brachte es zum SS-Standartenführer und Träger des Ritterkreuzes mit Eichenlaub und Schwertern.

Gerichtsverfahren

Nach der Kapitulation der Wehrmacht wurde dieser tadellose, edelmütige und unglaublich tapfere Soldat eingesperrt, geschlagen und gedemütigt. Er wurde beschuldigt, während der Ardennenoffensive in Baugnez bei Malmedy die Erschießung amerikanischer Gefangener befohlen zu haben: Die durch die Kampfgruppe J.P. gefangen genommenen VS-Soldaten wurden zu einer Weide gebracht um dort ihren Transport hinter die Frontlinien abzuwarten. Peiper ließ einige seiner Männer als Wachen zurück. Er selbst fuhr an der Spitze seiner Panzer weit vor den folgenden Verbänden nach Ligneuville. Als der Großteil der Kampfgruppe in Baugnez ankam, verweilten dort die Truppen und plauderten mit ihren zurückgelassenen Kameraden. Ein Spähwagen hatte eine Panne und wurde repariert. Plötzlich schreckte ein auf einem Panzer sitzender Soldat auf und bemerkte, dass einige der amerikanischen Gefangenen von ihrer Unachtsamkeit Gebrauch gemacht hatten und fliehen wollten. Er schwang seine Pistole und gab ein paar Schüsse in ihre Richtung ab, jedoch ohne jemanden zu treffen. Jedoch verursachte sein Schuss Panik unter den Gefangenen, die in alle Richtungen auseinander liefen. Es wurde mit Maschinenpistolen geschossen, wobei 21 Amerikaner auf der Flucht erschossen wurden.

Nach der Kapitulation wurden die Männer der 1. SS-Panzer-Division „Leibstandarte-SS Adolf Hitler“ aufgespürt und ins Lager Zuffenhausen gebracht. 400 kamen ins Gefängnis von Schwäbisch Hall bei Stuttgart. Peipers Truppe bestand aus überwiegend sehr jungen Soldaten: einer war 16, zwei waren 17, 11 waren 18 und 8 waren 19 Jahre alt. 22 der 72 Verurteilten waren somit unter 20 Jahre alt; alle wurden gefoltert um irgendwelche Geständnisse von ihnen zu erzwingen. Peiper war ein Vorbild für seine Mannschaft, und unter seiner Leitung hielt sich die Truppe gut. Niemals kam es zu Verrat innerhalb der Truppe. Die Männer wurden ins KL Dachau gebracht, dort wurden 72 der 74 Beschuldigten in einem Schauprozess verurteilt. Einer beging Suizid, einer war Elsässer und wurde an ein französisches Gericht ausgeliefert. 43 – unter ihnen auch Peiper, der für die Taten seiner Mannschaft zur Verantwortung gezogen wurde – wurden zum Tode durch den Strick verurteilt, 22 zu lebenslanger Haft, 8 zu 20, 11 zu 10 Jahren Gefängnis. Der Prozess wurde später wieder aufgenommen und die Todesstrafe wurde durch lebenslange Haft ersetzt. Nach 11 Jahren Haft wurde Joachim Peiper als letzter seiner Kampfgruppe im Dezember 1956 entlassen.

Neue Laufbahn

Im Januar 1957 fing er an für Porsche in Frankfurt zu arbeiten. Die Gewerkschaft forderte seine Entlassung. Anschließend arbeitete er noch für VW in Stuttgart, jedoch wurde ihm dort ebenfalls wegen linker Hetze gekündigt. Damit erkannte er, dass er nicht länger in Deutschland bleiben konnte und zog mit seiner Familie nach Frankreich. Im Jahre 1940 hatte er während des Krieges die Gegend des Langresplateaus kennengelernt und sie schon damals schön und ruhig gefunden. Er hat dann einem französischen Kriegsgefangenen, einem deutschfreundlichen Nationalisten, geholfen, der in Reutlingen bei Bekannten Peipers wie ein Zwangsarbeiter in einer Garage arbeiten musste. Es gab daraufhin eine Regelung zwischen Deutschland und Frankreich, dass für jeden freiwilligen Arbeiter, der nach Deutschland arbeiten ging, zwei Kriegsgefangene zurück nach Hause kommen durften. Auf Fürsprache Peipers durfte jener Mann, Gauthier, zu seiner Familie zurückkehren. Er hatte Peiper nicht vergessen und als dieser im Jahre 1957 Deutschland verlassen musste, war es Gauthier, der ihm half und ihm die Wassermühle von Traves verkaufte. Das Gebäude war aber in schlechtem Zustand und Peiper hatte nicht die nötigen Mittel, die Mühle zu restaurieren. SS-Obersturmbannführer Erwin Ketelhut übernahm anschließend die Wassermühle und Peiper ließ sich 1960 ein Häuschen in Spannplate, hoch auf dem Saoneufer bauen, versteckt im Busch, nicht zu erblicken von der Straße aus und einbruchgesichert. Sechzehn Jahre lang lebte er dort – trotz Drohungen und anonymen Anrufen – doch ziemlich ruhig.

Hetzjagd und Ermordung

Am 11. Juli 1976 kaufte er Draht für einen Hundezwinger in einem Laden in Vesoul, der Departementshauptstadt. Der Verkäufer, ein Elsässer, Paul Cacheux, Mitglied der kommunistischen Partei, erkannte an seinem Akzent, dass er Deutscher war und fragte ihn, ob er während des Krieges in Frankreich gewesen sei. Peiper bezahlte mit einem Scheck auf seinen Namen und seine Anschrift. Paul Cacheux schlug Peipers Namen auf der „braunen Liste“ nach, worin alle gesuchten Deutschen verzeichnet waren. Er gab seine Daten der Résistance durch. Am 22. Juni 1976 schrieb die französische kommunistische Zeitung „L’Humanite“:

„Was macht dieser Nazi in Frankreich?“.

Gefordert wurde, Peiper zu zwingen, Frankreich zu verlassen. In Traves wurden Flugblätter, auf denen Peiper als Kriegsverbrecher und Nazi bezeichnet wurde, an Dorfbewohner verteilt. An Wände in Versoul schmierte man

„Peiper, wir werden dir einen 14. Juli bereiten!“.
(Der 14. Juli ist Frankreichs Nationalfeiertag)

Am Morgen des 13. Juli schickte Peiper seine krebskranke Frau nach Deutschland. Er selbst wollte das Haus nicht verlassen, weil er erwartete, dass man es niederbrennen wollte. Sein Nachbar Erwin Ketelhut hatte vorgeschlagen, die Nacht auf der Wassermühle zu verbringen, aber Peiper lehnte ab. Er wollte auch nicht, dass Ketelhut bei ihm blieb, denn dieser hätte auf die Angreifer geschossen.

Nein“,

sagte er,

Es ist schon genug getötet worden“.

Jochen Peiper wartete auf der Dachterrasse seines Hauses, von dort aus konnte er den Saonefluss überwachen. Erwin Ketelhut hatte ihm sein Gewehr geliehen. Um 23.30 Uhr hörte er ein Geräusch im Gebüsch und erblickte ein Dutzend Männer das steile Flussufer erklimmen. Er schoss in die Luft, um die besoffenen Kerle einzuschüchtern. Sie riefen ihm zu, nach draußen zu kommen. Er tat dies und öffnete die Tür, um mit ihnen zu reden.

Was danach vorfiel, können nur die Täter selbst erzählen. Die Leiche des SS-Standartenführers Jochen Peiper war verkohlt und nur noch einen Meter lang, er hatte weder Hände noch Füße. Er starb um etwa 1.00 Uhr nachts. Das Haus war abgebrannt, das Dach eingestürzt. Was zwischen 23.30 und 1.00 Uhr geschehen ist, ob Peiper noch lebte als er verstümmelt und verbrannt wurde, ist unklar.

Man hatte Gasöl auf den Boden geschüttet und mit einer Mischung aus Benzin und gebrauchtem Motoröl angezündet. Peiper lag in seinem Bett im Schlafzimmer, auf der linken Seite, den Rücken zur Mauer, einen Arm vor der Brust gebogen. Nichts war auf ihn gefallen. Er kam durch große Hitze um. Der Körper war nicht eingeäschert, sondern zusammengeschrumpft.

Erwin Ketelhut und die Franzosen, die ihn gekannt und geschätzt haben, waren der Meinung, dass dieser ritterliche Mann, der so vielen Gefahren getrotzt hatte, nicht auf solche Weise umkommen musste. Die Mörder waren mit ihrem Wagen über eine Weide bis ans Flussufer gefahren, wo zwei Barken bereit lagen. Damit hatten sie die Saone überquert und mussten daraufhin das steile Ufer durch Büsche hinaufklettern. Nach dem Mord liefen sie in die andere Richtung, über die Weiden vor dem Haus, zur Straße. Die Feuerwehr suchte im Fluss nach den fehlenden Körperteilen. Die Untersuchungen der französischen Polizei dauerte sechs Monate. Die Kommunisten aus Vesoul und die Résistance-Mitglieder wurden verhört. Niemand wollte etwas wissen. Anschließend kam der Fall zu den Akten. Niemand ist je verhaftet oder bestraft worden. Die Gegend von Traves ist dünn besiedelt, es gibt im Schnitt 10 Einwohner pro Quadratkilometer. Jeder kennt dort jeden und man weiß alles voneinander; die Täter sind der Bevölkerung bekannt, aber sie schweigt.

Datei:Grab-Peiper.jpg
Grab der Familie Peiper in Schondorf am Ammersee

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Beförderungen

SS-Dienstgrad Datum Alter
SS-Anwärter 16. Oktober 1933 18
SS-Mann 23. Januar 1934 18
SS-Sturmmann 7. September 1934 19
SS-Rottenführer 10. Oktober 1934 19
SS-Unterscharführer 1. März 1935 20
SS-Standartenjunker 11. September 1935 20
SS-Standartenoberjunker 5. März 1936 21
SS-Untersturmführer 20. April 1936 21
SS-Obersturmführer 30. Januar 1939 24
SS-Hauptsturmführer 6. Juni 1940 25
SS-Sturmbannführer 30. Januar 1943 28
SS-Obersturmbannführer 11. November 1943 28
SS-Standartenführer 20. April 1945 30

……….

Auszeichnungen (Auszug)

  • Deutsches Reiterabzeichen in Bronze oder Silber
  • Rettungsmedaille (1933) in Gold
  • Medaille zur Erinnerung an den 13. März 1938
  • Medaille zur Erinnerung an den 1. Oktober 1938 mit Spange „Prager Burg“
  • Eisernes Kreuz (1939) 2. und 1. Klasse
  • Infanterie-Sturmabzeichen in Silber
  • Medaille Winterschlacht im Osten 1941/42
  • SA-Sportabzeichen
  • SS-Ehrenring
  • Deutsches Kreuz in Gold am 6. Mai 1943 als SS-Sturmbannführer im III. Bataillon/SS-Panzer-Grenadier-Regiment 2 „LSSAH“
  • Nahkampfspange in Bronze und Silber, 1943
  • Sonderabzeichen für das Niederkämpfen von Panzerkampfwagen durch Einzelkämpfer in Schwarz/Silber, 1943
  • Panzerkampfabzeichen mit Einsatzzahl 50 oder 75
  • SS-Dienstauszeichnung
  • Verwundetenabzeichen (1939) in Silber
  • Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub und Schwertern
    • Ritterkreuz am 9. März 1943 als SS-Sturmbannführer und Kommandeur des III.(gep.) Bataillons/SS-Panzer-Grenadier-Regiment 2 „LSSAH“
    • Eichenlaub am 27. Januar 1944 als SS-Sturmbannführer und Kommandeur des SS-Panzer-Regimentes 1 „LSSAH“
    • Schwerter am 11. Januar 1945 als SS-Obersturmbannführer[1] und Kommandeur SS-Panzer-Regimentes 1 „LSSAH“

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Jochen Peiper an Ritterkreuzträger Wilhelm Fey, 1956

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Quelle: Metapedia

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Nichts und Niemand wird vergessen…

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Ein historisches Gespräch – Horst Wessel über den Sinn des Nationalen Widerstandes

Horst Wessel war führender S.A.-Aktivist und damit ein frühes Mitglied des Nationalen Widerstandes in der Weimarer Republik. Im tiefroten Berlin baute er eine starke und militante Bewegung auf.

Am 14. Januar 1930 suchten Mitglieder des Roten Frontkämpferbundes Horst Wessel in seiner Wohnung auf, der Kommunist Albrecht Höhler (auch Ali genannt) schoss diesem beim Öffnen der Tür ins Gesicht.

Wessel verstarb am 23. Februar infolge der Schussverletzung an einer Blutvergiftung im Städtischen Krankenhaus im Friedrichshain.

Vor seinem Tod führte er ein Interview mit dem Germanisten und Sachverständigen für mittelalterliche Kunst, Dr. phil. Hans Gerkenrath, über den Sinn des Nationalen Widerstandes, welches auch über 80 Jahre später immer noch aktuell ist und deshalb hier historisch dokumentiert sein soll.

Hans Gerkenrath:

„Du hast eine geradezu vorbildliche Geschicklichkeit, dir deine Zukunft zu versauen. Nur hätte ich dir in dieser Hinsicht etwas mehr Phantasie zugetraut. Scherz beiseite, was soll das für einen Sinn haben, in blödsinnigen Kneipen herumzusitzen und sich mit Marxisten herzumzuprügeln und überhaupt so ein blödes Landsknechtleben zu führen? Mensch – überlege doch, ist das denn auch ein Lebensziel? Du bist doch schließlich Korpsstudent und außerdem bist du ein vorzüglicher Jurist und kannst, wenn du nur willst, eine Bombenkarriere machen. Und was machst du? Du steigst im Wedding herum und läßt dich blutig schlagen und schlägst selber wieder blutig. Mensch Horst, wenn du Blut sehen willst, steig lieber auf Mensur und stich dich nach dem Komment herum, wie es sich für einen Menschen deiner Bildung geziemt. Wenn ich dich so ansehe, packt mich die kalte Wut über dich. Du kannst überdies noch sehr gut schreiben und bist überhaupt ein talentierter Kerl. Wie du als geistiger Mensch – ..“

Horst Wessel:

„Halt mal, einen kleinen Augenblick. Jetzt hast du mir endlich das Stichwort gegeben. Ich bin mir darüber klar, dass du von dem, was ich dir jetzt sagen werde, nicht einen Hauch verstehst, ich könnte ebensogut chinesisch sprechen. Aber ich will einmal mit dir chinesisch sprechen. Die Sache sieht nämlich so aus: 

Tatbestand: Ich stamme aus einem Pfarrhause, gut erzogen, habe mein Maturum gemacht, gehöre dem Kösener SC. an, Normannia, Alemannia, zwei ausgezeichnete Korps. Ich studiere Jura mit Luft und Liebe. Ich schreibe nebenher Gedichte und Novellen. Ich liebe Literatur und ich liebe Musik und ich bin also, wie du so treffend gesagt hast, ein geistiger Mensch. Ich habe auch ganz gute Manieren, nicht wahr, ich habe niemals den Fisch mit dem Messer gefressen und ich kann einer Dame die Hand küssen, ohne dass diese Hand von meiner Nase feucht wird – … Entschuldige, Hans, ich war gerade dabei, in meinen handfesten S.A.-Ton zu verfallen. Dir zuliebe werde ich versuchen, weiterhin gewählt zu sprechen. Also, ich bin ein geistiger Mensch, das haben wir festgestellt. Ich habe mich in Goethe versenkt und ich liebe Romantik, Schlegel, Tieck, Novalis – ich liebe abgöttisch Hölderlin und ich kenne meinen Nietzsche und meinen Kant – ich bin also ein geistiger Mensch. Und ich kann dir sagen und erläutern, was es mit dem dolus eventualis auf sich hat und wie das Recht der alten Römer zu Zeiten eines sehr geehrten Herrn Cäsar ausgesehen hat.

Ich kann also nicht oft genug wiederholen, daß ich ein geistiger Mensch bin. Und jetzt hör gut zu. Ich habe diesen meinen geistigen Besitz einmal auf die Seite geschoben. Ich wohne in schauderhaften Buden, die nach Kohlsuppen und Gerstenkaffee riechen, denn ich esse meistens Kohlsuppe und trinke meistens Gerstenkaffee. Und ich prügle mich, so oft es sein muss – und es muss sehr oft sein – auf der Straße mit verhetzten, deutschen Arbeitern herum und mit Verbrechern und Zuhältern. Ich habe ein braunes Hemd und marschiere mit meinen Kameraden und diese meine Kameraden sind „einfache Arbeiter“, wie du diese deutschen Menschen, die vielleicht unsere besten sind, herablassend nennen würdest. Ich sitze in meinen Sturmlokalen herum. Ich mache in der S.A. vierundzwanzig Stunden Dienst am Tage und ich verdiene keinen Pfennig.“

Hans Gerkenrath:

„Nun ja…“

Horst Wessel:

„Ich bin noch lange nicht am Ende. Also, ich habe alles, was mein geistiger Besitz ist, einmal auf die Seite geschoben. Und jetzt pass genau auf. Für mich bedeutet vorläufig gar nichts: Sicherheit der Existenz, Aussicht auf Karriere, die Schätze der Kultur, der Geistigkeit, der Bildung. Sogar die Juristerei bedeutet vorläufig nichts für mich und ich will dir mitteilen, dass sogar das ganze Leben für mich vorläufig nichts bedeutet – solange dieses Volk in so grauenhafter äußerer und innerer Not haust. Solange dieses Volk keine Kultur und keine Geistigkeit und keine gesicherte Existenz hat, solange will ich von all diesen Gütern auch keines besitzen. Hoffentlich verstehst du, was ich meine, Gerkenrath?“

Hans Gerkenrath:

„Natürlich verstehe ich das! Ich meine nur, Wessel, du wirst doch einsehen, daß man diesem Volke und überhaupt jedem Volke doch nicht die Kultur bringt, indem man sich auf Tod und Leben herumprügelt und – …“

Horst Wessel:

„Doch! Doch! Gerade! Mensch, jetzt kommen wir nämlich zum Kern der Sache. Glaubst du nicht, daß ich genau weiß, wieviele geistige Menschen sich abgestoßen fühlen von unseren rauhen Manieren und von unserer rauhen Sprache und unserer ganzen rauhen Aufmachung? Hans, das muß sein, das muß einfach sein! Erst muß das Haus gebaut werden, bevor man es einrichten kann. Erst müssen die Straßen gebaut werden, bevor man Wagen darauf fahren lassen kann. Zuerst muß unter allen Umständen die politische Existenz dieses Vaterlandes gesichert werden, bevor wir wieder an Goethe, Hölderlin, Johann Sebastian Bach und an alle Dinge, an denen sich die Seele erfreuen kann, denken dürfen. Gerkenrath! Es gibt keine deutsche Kultur ohne einen deutschen Staat und es gibt keinen deutschen Staat ohne ein deutsches Volk.

Du weißt, dass ich mich niemals mit Phrasen abgebe. Und ich habe dir da soeben einen fundamentalen Satz meiner Weltanschauung gesagt. Und jetzt werde ich dir die Anwendung dieser Weltanschauung sagen. Es hört sich ein wenig rauh an, aber wir sind im Kampf rauh geworden. Die praktische Anwendung dieser Weltanschauung ist folgende – Wer ein geistiger, deutscher Mensch ist, und wer die Kulturgüter dieser deutschen Nation kennt und wer sie liebt sein Leben lang, wer sie hüten will und pflegen, wer seinen kleinen oder großen Teil dazu beitragen will, daß sie weiterhin blühen und wachsen, wer sie als den kostbarsten Besitz empfindet – gerade der, Hans, gerade der muß sie in dieser jetzigen, in dieser gegenwärtigen Zeit für eine Weile zur Seite schieben. Denn erst muss das Haus für diese Kultur gesäubert werden, verstehst du? Vielleicht muss das Haus erst einmal ganz neu gebaut werden. Und wenn das Haus dasteht, sauber und würdig und gereinigt und klar durch und durch, dann sind wir soweit. Wer dieser Überzeugung ist, dass dieses heutige deutsche Haus nicht würdig ist, die wahren deutschen geistigen Güter zu beherbergen, der muss erst einmal heraus aus den Theatern, heraus aus den Salons, heraus aus den Studierstuben, heraus aus den Konzertsälen – und weißt du, wohin er muss? Er muss auf die Straße, er muss mitten hinein in das Volk und muss dort sprechen und rufen und, wenn es sein muss, um sich schlagen, damit das alte, verlotterte deutsche Haus niedergerissen wird und ein neues gebaut werden kann.

Siehst du, so stehen nämlich die Dinge. Und so paradox es dir auch klingen mag, Hans: In diesen Proletariervierteln, in denen ich mich aufhalte, in diesen Jammerburgen der Verzweiflung, der Not, des Verbrechens, des Elends und der Verhetzung, in diesen Stadtteilen, in denen du sicher noch niemals gewesen bist, die aber meine Heimat geworden sind und wenn du hundertmal deine geistige Nase rümpfst – hier wird die deutsche Kultur verteidigt von uns, von der S.A., jene Kultur, mein Lieber, die du nur besitzen möchtest, für die du aber keinen Pfifferling tust, um sie zu erhalten.

Ich sage dir: Jede Prügelei mit einem Kommunisten an irgendeiner Straßenecke, jeder kleine Aufmarsch der S.A. in einer verwilderten Gegend, jede Saalschlacht ist ein Schritt vorwärts auf der Straße der deutschen Kultur, und jeder Kopf eines S.A.-Mannes, der von der Kommune eingeschlagen wird, wurde hingehalten für das Volk, für das Reich, für das Haus der deutschen Kultur.

Du siehst, ich kann dir genau erklären, um was es sich dreht, eben weil ich ein geistiger Mensch bin. Und ich mache meinen S.A-Dienst Tag um Tag und Nacht um Nacht, ich will, solange es sein muss, nichts anderes sein als ein Feldsoldat Adolf Hitlers. Ich will mich, so oft es nur geht, mit Kommunisten herumschlagen. Und hart auf hart, sage ich dir, will ich mich herumschlagen!

Ich weiß, daß es Universitätsprofessoren gibt und Schriftsteller und Maler und Musiker, von denen man sagt, sie seien die Hüter und die Träger der geistigen Güter dieses Landes. Zur Zeit stimmt das nicht. Zur Zeit sind das die namenlosen Männer, die Plakate ankleben und Flugblätter verteilen, die den Saalschutz für unsere Versammlungen machen, die arbeitslos werden, die hungern und dürsten und frieren und betteln gehen, die ihre Gesundheit und ihr Leben in jeder Stunde riskieren.

Lieber Hans, in Zeiten, in denen Schicksale im Großen entschieden werden müssen, muß man manchmal primitive Dinge tun. Wie der Mensch essen muß, um arbeiten zu können, so müssen wir kämpfen, primitiv und altertümlich kämpfen, damit die Nation gesichert wird.

Die S.A. marschiert nämlich für Goethe, für Schiller, für Kant, für Bach, für den Kölner Dom und den Bamberger Reiter, für Novalis und Hans Thoma, für die deutsche Kultur, ob du es glaubst oder nicht.

Sie wollen, daß Deutschland wieder vollkommen deutsch wird, das heißt, daß Deutschland nationalsozialistisch wird. Entweder gelingt das oder es gelingt nicht. Aber es muss gelingen. Und es wird gelingen mit dieser S.A., auf die du heruntersiehst, weil sie sich in den Straßen herumprügelt. Du kennst den Hyperion, nicht wahr! Die kennen ihn nicht. Und weil ich ihn kenne, will ich mit dafür sorgen, dass Hölderlin noch viele Male über deutschen Boden wandelt, aber er muß erst deutschen Boden vorfinden und den helfe ich bereiten und ich werde mit hundert wilden und robusten Burschen durch den Friedrichshain laufen und haue jedem Kommunisten in die Schnauze, Punkt. Aus. Fertig.“

Hans Gerkenrath:

„Bester Wessel, es kann ja sein, dass es so ist. Aber ich kann mir eben nicht vorstellen, dass, auch auf Umwegen, diese wilden Kerle vom Wedding etwas mit deutscher Kultur zu tun haben, dass ihr mit euern blutigen Saalschlachten Goethe huldigt, und daß ihr mit eurem überlauten, anreißerischen Geschrei und euren ungehobelten, schrecklichen Manieren Kulturträger seid. Und dass du besonders alles wegwirfst, was –…“

Horst Wessel:

„Ach, Gerkenrath! Es gibt ein oft zitiertes Wort, das du selber gerne im Munde führst. Es heißt: Wirf weg, damit du nicht verlierst. Also wir sind dabei wegzuwerfen, wir, die S.A., damit wir nicht verlieren, sondern wiedergewinnen und ihr steht dabei und findet das höchst unfein, höchst ungehobelt – ja, zum Donnerwetter, Kampf ist keine sehr gehobelte Angelegenheit und mit Füllfederhaltern und Schreibmaschinen kann man die deutsche Kultur nun nicht mehr verteidigen und noch weniger zurückerobern. Wir müssen jetzt, mein lieber Kommilitone, für Goethe mit Bierkrügen und Stuhlbeinen arbeiten. Und wenn wir gewonnen haben, nun, dann werden wir wieder die Arme ausbreiten und unsere geistigen Güter an unser Herz drücken und uns an ihnen freuen.

Seht zu Gerkenrath! Wenn das Dritte Reich da ist, dann hast du es schon immer gesagt, daß es kommen wird und du wirst mit dem Hakenkreuz herumlaufen und „Heil Hitler!“ schreien – aber du wirst noch immer nicht verstanden haben, was ich dir soeben erzählt habe. Vielleicht bin ich dann nicht mehr im Stande, dir noch einmal die ganze Sache zu erläutern. Denn du darfst nicht vergessen, daß wir uns für diese deutsche Kultur nicht nur prügeln, sondern daß wir auch für sie sterben, wenn es sein muss. Und das haben wir vor euch voraus!“.

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Quelle: „Die S.A. erobert Berlin: Ein Tatsachenbericht“ von Wilfrid Bade, 1933

Joachim Peiper – Standartenführer der Waffen-SS

Joachim „Jochen“ Peiper (Lebensrune.png 30. Januar 1915 in Berlin-Wilmersdorf; Todesrune.png 13. Juli 1976 in Traves, Frankreich) war Standartenführer der Waffen-SS und im Malmedy-Prozess Opfer der politischen Justiz. Er unterhielt persönliche Beziehungen zu Heinrich Himmler.

Joachim Peiper (1915–1976)

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Karriere

Joachim Peiper wurde am 30. Januar 1915 als Sohn einer Offiziersfamilie in Berlin geboren. Früh fasste er den Entschluss, Soldat und Offizier zu werden. Weihnachten 1934 verließ Peiper die Goethe-Oberrealschule und widmete sich seiner soldatischen Laufbahn.

Datei:Joachim Peiper.jpgAls Schüler hatte er sich speziell als begabter Sprachler erwiesen und beherrschte das Französische sowie das Englische praktisch akzentlos. Das einzige, was ihn „verriet“ war, dass er Französisch zu schnell sprach. Wie damals üblich hatte er nicht nur die Sprache unserer Nachbarn gelernt, sondern hatte sich auch der Kultur Frankreichs gewidmet. Französische Literatur, Malerei, Philosophie, Gastronomie usw. waren ein Teil seines Ganzen geworden. Joachim Peiper war frankophil, einer der die französische Kultur ehrte. Er war und blieb ein Deutscher durch und durch, aber eben einer, dessen Weltanschauung vom Kosmopolitischen beeinflusst war. Er war anderen Völkern und Kulturen gegenüber ein offener Mann und niemals extrem oder überheblich, obwohl er dessen manchmal beschuldigt wurde. Sogar SS-General Sepp Dietrich (unter welchem er gegen Ende des Kriegs diente) beklagte sich über Peipers angebliche Arroganz. Dass manche den Eindruck hatten, er sei arrogant, basierte darauf, dass Peiper in absolut jeder Hinsicht – intellektuell, kulturell und physisch – er hatte die Ausstrahlung sowie das Aussehen eines Filmhelden – ein überlegener Mann war. Er wurde eben seines selbstsicheren Auftretens, seiner Fähigkeiten, seiner Zivilcourage und seines hervorragenden Aussehens wegen beneidet.

Es half auch nicht, dass er sich, ein apolitischer Mann, weigerte der Partei beizutreten. Damals war es ein absolutes „Muss“ für alle Angehörigen der SS, auch Parteimitglied zu sein. Aber was für die Mehrzahl eine Gegebenheit war, war für einen Mann wie Peiper bedeutungslos. Deutsch zu sein und deutsche Werte zu personifizieren war für ihn das A & O. Und Deutsch war er im allerbesten Sinne des Wortes, niemals zweifelnd, immer tapfer, immer seine Leute inspirierend, ein Deutscher Führer á la Götz von Berlichingen oder Marschall Blücher, Männer, bei denen der Individualismus ebenfalls sehr ausgeprägt war. Kurz gesagt, er war ein überlegener Offizier in der besten Preußischen Tradition. Der Liedermacher André Lüders verfasste später das Lied „Mann der Front“ über ihn.

Militärische Laufbahn

Mit 19 Jahren trat er als Freiwilliger in die Leibstandarte-SS „Adolf Hitler“ ein. 1938 wurde er zum Adjutanten des Reichsführers SS Heinrich Himmler ernannt. Bei Ausbruch des Krieges aber beantragte er den Frontdienst. Er befehligte die 10. Kompanie der Leibstandarte-SS „Adolf Hitler“ in Polen, Holland, Belgien und Frankreich. Im Jahre 1941 kämpfte er in Russland mit dem 3. Panzerbataillon des SS-Panzergrenadier-Regimentes 2 „LSSAH“. Er entsetzte die 320. Infanteriedivision  des Generals Postel, eingekesselt bei Kharkov. Am 19. März 1943 nahm er Bielgorod ein. Im September 1943 war er in Italien. Im November desselben Jahres kämpfte er für das Reich in Jitomir und durchbrach mit der 1. Armee den Kessel bei Kamenets Podolsk. Bis Oktober 1944 kämpft er am Westwall. Am 16. Dezember 1944 – unter der Führung Sepp Dietrichs der 6. Panzerarmee – stand er an der Spitze der Ardennenoffensive mit der 1. SS-Panzer-Division „Leibstandarte-SS Adolf Hitler.

Er stieß bis La Gleize bei Stavelot vor. Abgeschnitten vom Rest der Armee, wurde er eingekesselt. Jedoch konnte er sich mit seiner Mannschaft zu Fuß, in eisiger Kälte und unter Zurücklassen des Kriegsmaterials retten. Stets unter dem Kommando Sepp Dietrichs kämpfte er bis zum Ende gegen die Russen, westlich der Donau bei Wien, ebenso in den Alpen bei Sankt Pollen und Krems, wo er sich schließlich mit seiner Mannschaft den Amerikanern ergab. Er brachte es zum SS-Standartenführer und Träger des Ritterkreuzes mit Eichenlaub und Schwertern.

Gerichtsverfahren

Nach der Kapitulation der Wehrmacht wurde dieser tadellose, edelmütige und unglaublich tapfere Soldat eingesperrt, geschlagen und gedemütigt. Er wurde beschuldigt, während der Ardennenoffensive in Baugnez bei Malmedy die Erschießung amerikanischer Gefangener befohlen zu haben: Die durch die Kampfgruppe J.P. gefangen genommenen VS-Soldaten wurden zu einer Weide gebracht um dort ihren Transport hinter die Frontlinien abzuwarten. Peiper ließ einige seiner Männer als Wachen zurück. Er selbst fuhr an der Spitze seiner Panzer weit vor den folgenden Verbänden nach Ligneuville. Als der Großteil der Kampfgruppe in Baugnez ankam, verweilten dort die Truppen und plauderten mit ihren zurückgelassenen Kameraden. Ein Spähwagen hatte eine Panne und wurde repariert. Plötzlich schreckte ein auf einem Panzer sitzender Soldat auf und bemerkte, dass einige der amerikanischen Gefangenen von ihrer Unachtsamkeit Gebrauch gemacht hatten und fliehen wollten. Er schwang seine Pistole und gab ein paar Schüsse in ihre Richtung ab, jedoch ohne jemanden zu treffen. Jedoch verursachte sein Schuss Panik unter den Gefangenen, die in alle Richtungen auseinander liefen. Es wurde mit Maschinenpistolen geschossen, wobei 21 Amerikaner auf der Flucht erschossen wurden.

Nach der Kapitulation wurden die Männer der 1. SS-Panzer-Division „Leibstandarte-SS Adolf Hitler“ aufgespürt und ins Lager Zuffenhausen gebracht. 400 kamen ins Gefängnis von Schwäbisch Hall bei Stuttgart. Peipers Truppe bestand aus überwiegend sehr jungen Soldaten: einer war 16, zwei waren 17, 11 waren 18 und 8 waren 19 Jahre alt. 22 der 72 Verurteilten waren somit unter 20 Jahre alt; alle wurden gefoltert um irgendwelche Geständnisse von ihnen zu erzwingen. Peiper war ein Vorbild für seine Mannschaft, und unter seiner Leitung hielt sich die Truppe gut. Niemals kam es zu Verrat innerhalb der Truppe. Die Männer wurden ins KL Dachau gebracht, dort wurden 72 der 74 Beschuldigten in einem Schauprozess verurteilt. Einer beging Suizid, einer war Elsässer und wurde an ein französisches Gericht ausgeliefert. 43 – unter ihnen auch Peiper, der für die Taten seiner Mannschaft zur Verantwortung gezogen wurde – wurden zum Tode durch den Strick verurteilt, 22 zu lebenslanger Haft, 8 zu 20, 11 zu 10 Jahren Gefängnis. Der Prozess wurde später wieder aufgenommen und die Todesstrafe wurde durch lebenslange Haft ersetzt. Nach 11 Jahren Haft wurde Joachim Peiper als letzter seiner Kampfgruppe im Dezember 1956 entlassen.

Neue Laufbahn

Im Januar 1957 fing er an für Porsche in Frankfurt zu arbeiten. Die Gewerkschaft forderte seine Entlassung. Anschließend arbeitete er noch für VW in Stuttgart, jedoch wurde ihm dort ebenfalls wegen linker Hetze gekündigt. Damit erkannte er, dass er nicht länger in Deutschland bleiben konnte und zog mit seiner Familie nach Frankreich. Im Jahre 1940 hatte er während des Krieges die Gegend des Langresplateaus kennengelernt und sie schon damals schön und ruhig gefunden. Er hat dann einem französischen Kriegsgefangenen, einem deutschfreundlichen Nationalisten, geholfen, der in Reutlingen bei Bekannten Peipers wie ein Zwangsarbeiter in einer Garage arbeiten musste. Es gab daraufhin eine Regelung zwischen Deutschland und Frankreich, dass für jeden freiwilligen Arbeiter, der nach Deutschland arbeiten ging, zwei Kriegsgefangene zurück nach Hause kommen durften. Auf Fürsprache Peipers durfte jener Mann, Gauthier, zu seiner Familie zurückkehren. Er hatte Peiper nicht vergessen und als dieser im Jahre 1957 Deutschland verlassen musste, war es Gauthier, der ihm half und ihm die Wassermühle von Traves verkaufte. Das Gebäude war aber in schlechtem Zustand und Peiper hatte nicht die nötigen Mittel, die Mühle zu restaurieren. SS-Obersturmbannführer Erwin Ketelhut übernahm anschließend die Wassermühle und Peiper ließ sich 1960 ein Häuschen in Spannplate, hoch auf dem Saoneufer bauen, versteckt im Busch, nicht zu erblicken von der Straße aus und einbruchgesichert. Sechzehn Jahre lang lebte er dort – trotz Drohungen und anonymen Anrufen – doch ziemlich ruhig.

Hetzjagd und Ermordung

Am 11. Juli 1976 kaufte er Draht für einen Hundezwinger in einem Laden in Vesoul, der Departementshauptstadt. Der Verkäufer, ein Elsässer, Paul Cacheux, Mitglied der kommunistischen Partei, erkannte an seinem Akzent, dass er Deutscher war und fragte ihn, ob er während des Krieges in Frankreich gewesen sei. Peiper bezahlte mit einem Scheck auf seinen Namen und seine Anschrift. Paul Cacheux schlug Peipers Namen auf der „braunen Liste“ nach, worin alle gesuchten Deutschen verzeichnet waren. Er gab seine Daten der Résistance durch. Am 22. Juni 1976 schrieb die französische kommunistische Zeitung „L’Humanite“:

„Was macht dieser Nazi in Frankreich?“.

Gefordert wurde, Peiper zu zwingen, Frankreich zu verlassen. In Traves wurden Flugblätter, auf denen Peiper als Kriegsverbrecher und Nazi bezeichnet wurde, an Dorfbewohner verteilt. An Wände in Versoul schmierte man

„Peiper, wir werden dir einen 14. Juli bereiten!“.
(Der 14. Juli ist Frankreichs Nationalfeiertag)

Am Morgen des 13. Juli schickte Peiper seine krebskranke Frau nach Deutschland. Er selbst wollte das Haus nicht verlassen, weil er erwartete, dass man es niederbrennen wollte. Sein Nachbar Erwin Ketelhut hatte vorgeschlagen, die Nacht auf der Wassermühle zu verbringen, aber Peiper lehnte ab. Er wollte auch nicht, dass Ketelhut bei ihm blieb, denn dieser hätte auf die Angreifer geschossen.

Nein“,

sagte er,

Es ist schon genug getötet worden“.

Jochen Peiper wartete auf der Dachterrasse seines Hauses, von dort aus konnte er den Saonefluss überwachen. Erwin Ketelhut hatte ihm sein Gewehr geliehen. Um 23.30 Uhr hörte er ein Geräusch im Gebüsch und erblickte ein Dutzend Männer das steile Flussufer erklimmen. Er schoss in die Luft, um die besoffenen Kerle einzuschüchtern. Sie riefen ihm zu, nach draußen zu kommen. Er tat dies und öffnete die Tür, um mit ihnen zu reden.

Was danach vorfiel, können nur die Täter selbst erzählen. Die Leiche des SS-Standartenführers Jochen Peiper war verkohlt und nur noch einen Meter lang, er hatte weder Hände noch Füße. Er starb um etwa 1.00 Uhr nachts. Das Haus war abgebrannt, das Dach eingestürzt. Was zwischen 23.30 und 1.00 Uhr geschehen ist, ob Peiper noch lebte als er verstümmelt und verbrannt wurde, ist unklar.

Man hatte Gasöl auf den Boden geschüttet und mit einer Mischung aus Benzin und gebrauchtem Motoröl angezündet. Peiper lag in seinem Bett im Schlafzimmer, auf der linken Seite, den Rücken zur Mauer, einen Arm vor der Brust gebogen. Nichts war auf ihn gefallen. Er kam durch große Hitze um. Der Körper war nicht eingeäschert, sondern zusammengeschrumpft.

Erwin Ketelhut und die Franzosen, die ihn gekannt und geschätzt haben, waren der Meinung, dass dieser ritterliche Mann, der so vielen Gefahren getrotzt hatte, nicht auf solche Weise umkommen musste. Die Mörder waren mit ihrem Wagen über eine Weide bis ans Flussufer gefahren, wo zwei Barken bereit lagen. Damit hatten sie die Saone überquert und mussten daraufhin das steile Ufer durch Büsche hinaufklettern. Nach dem Mord liefen sie in die andere Richtung, über die Weiden vor dem Haus, zur Straße. Die Feuerwehr suchte im Fluss nach den fehlenden Körperteilen. Die Untersuchungen der französischen Polizei dauerte sechs Monate. Die Kommunisten aus Vesoul und die Résistance-Mitglieder wurden verhört. Niemand wollte etwas wissen. Anschließend kam der Fall zu den Akten. Niemand ist je verhaftet oder bestraft worden. Die Gegend von Traves ist dünn besiedelt, es gibt im Schnitt 10 Einwohner pro Quadratkilometer. Jeder kennt dort jeden und man weiß alles voneinander; die Täter sind der Bevölkerung bekannt, aber sie schweigt.

Datei:Grab-Peiper.jpg
Grab der Familie Peiper in Schondorf am Ammersee

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Beförderungen

SS-Dienstgrad Datum Alter
SS-Anwärter 16. Oktober 1933 18
SS-Mann 23. Januar 1934 18
SS-Sturmmann 7. September 1934 19
SS-Rottenführer 10. Oktober 1934 19
SS-Unterscharführer 1. März 1935 20
SS-Standartenjunker 11. September 1935 20
SS-Standartenoberjunker 5. März 1936 21
SS-Untersturmführer 20. April 1936 21
SS-Obersturmführer 30. Januar 1939 24
SS-Hauptsturmführer 6. Juni 1940 25
SS-Sturmbannführer 30. Januar 1943 28
SS-Obersturmbannführer 11. November 1943 28
SS-Standartenführer 20. April 1945 30

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Auszeichnungen (Auszug)

  • Deutsches Reiterabzeichen in Bronze oder Silber
  • Rettungsmedaille (1933) in Gold
  • Medaille zur Erinnerung an den 13. März 1938
  • Medaille zur Erinnerung an den 1. Oktober 1938 mit Spange „Prager Burg“
  • Eisernes Kreuz (1939) 2. und 1. Klasse
  • Infanterie-Sturmabzeichen in Silber
  • Medaille Winterschlacht im Osten 1941/42
  • SA-Sportabzeichen
  • SS-Ehrenring
  • Deutsches Kreuz in Gold am 6. Mai 1943 als SS-Sturmbannführer im III. Bataillon/SS-Panzer-Grenadier-Regiment 2 „LSSAH“
  • Nahkampfspange in Bronze und Silber, 1943
  • Sonderabzeichen für das Niederkämpfen von Panzerkampfwagen durch Einzelkämpfer in Schwarz/Silber, 1943
  • Panzerkampfabzeichen mit Einsatzzahl 50 oder 75
  • SS-Dienstauszeichnung
  • Verwundetenabzeichen (1939) in Silber
  • Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub und Schwertern
    • Ritterkreuz am 9. März 1943 als SS-Sturmbannführer und Kommandeur des III.(gep.) Bataillons/SS-Panzer-Grenadier-Regiment 2 „LSSAH“
    • Eichenlaub am 27. Januar 1944 als SS-Sturmbannführer und Kommandeur des SS-Panzer-Regimentes 1 „LSSAH“
    • Schwerter am 11. Januar 1945 als SS-Obersturmbannführer[1] und Kommandeur SS-Panzer-Regimentes 1 „LSSAH“

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Jochen Peiper an Ritterkreuzträger Wilhelm Fey, 1956

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Quelle: Metapedia

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Nichts und Niemand wird vergessen…

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Der November 1923 und die gescheiterte Freiheitsbewegung

...martyrer.

Verraten, ausgeliefert, entwaffnet, verkauft liegt Deutschland nach dem Weltkrieg blutend und wehrlos am Boden. Niedergeschlagenheit, Feigheit, Hilflosigkeit auch bei denen, die sich gegen die Versklavung des deutschen Volkes aufzubäumen imstande sind. Da ersteht ihnen in Adolf Hitler der Führer, der allein berufen ist, die Erhebung Deutschlands aus dem Sumpf der marxistischen Meuterer von 1918 zu vollziehen. Voll Kraft und Mut, glühend in lodernder Vaterlandsliebe, von hoher ethischer Reinheit und mit einer ungewöhnlichen, faszinierenden Rednergabe ausgestattet, ist es ihm gegeben, dem Worte Vaterland wieder warmes Leben zu schenken, in Tausenden wach zu rufen, dass nationale Ehre und Freiheit des Mannes höchstes Glück und höchsten Stolz bedeuten.

Klar und scharf und mit unbeugsamer Konsequenz verfolgt er in seinen Reden alles, was sich als Feind diesen Hochzielen entgegenstellt. Besonders erblickt Adolf Hitler in der marxistischen Gedankenwelt mit ihren Staats- und die Volksgemeinschaft zerstörenden Lehren seinen grimmigsten Feind. Desgleichen erkennt er im Juden den Todfeind des deutschen Geistes und Schaffens, dessen demoralisierendes Wirken in Kunst, Literatur und Wirtschaft. Aus einer kaum beachteten politischen Partei wird die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei bald zur kraftvollen Bannerträgerin von Deutschlands Erneuerung in staatlicher und wirtschaftlicher Hinsicht.

Je jämmerlicher und je nachgiebiger die Offizielle der Berliner Regierung gegenüber unseren ausländischen Bedrängern wird, desto stärker setzt sich besonders in Bayern der Wehrgedanke in den verschiedensten Kampfverbänden durch.

Neben der deutschen Freiheitsbewegung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei sind es damals in erster Linie die beiden Kampfverbände „Oberland“ und „Reichsflagge“, die den nationalen Gedanken pflegen und ihre Treue zum deutschen Volke in blutigen Kämpfen in Oberschlesien, im Ruhrgebiet und in Mitteldeutschland bewiesen hatten. Das Vordringen der nationalsozialistischen Gedankenwelt in den Kreisen dieser Kampfverbände, die Tatsache, dass große Teile der Angehörigen von „Oberland“ und „Reichsflagge“ gleichzeitig Mitglieder der NSDAP sind, lässt einen Zusammenschluss der Kampfverbände mit den Sturmabteilungen der NSDAP natürlich erscheinen. Die gewaltige nationale Welle, die durch die „Deutschen Tage“ besonders in Nürnberg, Hof und Bayreuth geweckt wird, flutet durch ganz Bayern und findet ihren Ausdruck in der Gründung des „Deutschen Kampfbundes“, dem die drei Organisationen NSDAP. „Oberland“ und „Reichsflagge“ angehören. In einem „Deutschen Manifest“ legt der „Kampfbund“ fest, wie der deutsche Staat nach Niederringung des inneren und äußeren Feindes aussehen soll.

Die staats- und finanzwirtschaftspolitischen Grundlinien, die in diesem „Deutschen Manifest“ für den „Deutschen Kampfbund“ aufgezeichnet werden, sind aus der Gedankenwelt des Nationalsozialismus geboren, so dass nichts natürlicher ist, als dass die politische Führung des „Kampfbundes“ Adolf Hitler übertragen wird.

Kampf gegen den Marxismus, als die das Volk im Klassenkampf zerreißende staatsfeindliche Lehre, Kampf gegen den Parlamentarismus, als gegen eine dem deutschen Volke im Innersten Entgegengesetzte Staatsform, die Persönlichkeit und Genialität leugnet und unterdrückt, und an deren Stelle die Majoritätsbeschlüsse setzt, Mittelmäßigkeit, Unverantwortlichkeit und Korruption großzieht, und schließlich Kampf gegen den Mammonismus in seinen verschiedenen Erscheinungsformen, gegen die Zerrüttung unseres Geld- und Kreditwesens, gegen die Ausbeutung des Volkes durch Wucherer und Schieber, das werden die Hochziele dieser neuen Kampffront.

Dieser machtvolle Zusammenschluss sowie die. grundsätzliche Einigung über die zu erstrebenden politischen Ziele rückt mit einem Male die politisch- propagandistische Aufklärungsarbeit der Nationalsozialisten der Verwirklichung näher und verursacht den am Fortbestehen der bisherigen Verhältnisse interessierten Kreisen die größten Besorgnisse ob der Erhaltung ihrer Herrlichkeit.

Sofort setzt auch der Gegenstoß ein. Exzellenz von Kahr wird von dem parlamentarischen Ministerium Knilling, unter Zustimmung des Landtages, in welchem die Bayerische Volkspartei die ausschlaggebende Rolle spielt, mit diktatorischen Vollmachten zum Generalstaatskommissar ernannt.

Die Wahl Kahrs ist äußerst geschickt, da die Person Kahrs in weitesten Kreisen des bayerischen Volkes immer noch größtes Ansehen genießt. Kahr hat als Ehrenvorsitzender des Bundes „Bayern und Reich“ immer sehr stark seine schwar-zweiß-rote Gesinnung betont, dabei aber gleichzeitig den bayerischen Königsgedanken propagiert. Dass das Letztere nur mit französischer und römischer Hilfe verwirklicht werden konnte, kam den Anhängern Kahrs unter dem schwarz-weiß-roten Anstrich nicht zum Bewusstsein.

In richtiger Erkenntnis der Grundströmung der Kahrschen Politik lehnt Adolf Hitler es ab, mit Kahr zu verhandeln – nicht als ob man in den Kreisen des „Kampfbundes“ nicht Herrn von Kahr seine deutsche Gesinnung glaubt, sondern weil man ihn eben nur als den zur Verwirrung vorgeschobenen Posten für die beabsichtigte Verwirklichung separatistischer und klein-bayerischer Ziele betrachtet. Andererseits ist man sich im „Kampfbund“ darüber klar, dass eine Aktion niemals gegen, sondern immer nur mit der Reichswehr und Landespolizei in Frage kommt.

Adolf Hitler richtet daher ausschließlich sein Augenmerk darauf, diese militärischen Faktoren von der Dringlichkeit und Unaufschiebbarkeit der Aufrollung der deutschen Frage zu überzeugen. Über die Notwendigkeit, dass Bayern mit seinem noch am wenigsten marxistisch durchseuchten Staatsapparat die historische Aufgabe zu erfüllen hat, Deutschland wieder zu erneuern und aus der Berliner Misswirtschaft zu befreien, herrscht Einigkeit.

Nur bezüglich des Zeitpunktes und des Tempos gehen die Sichtweisen auseinander. General v. Lossow, der seinerseits in dauernder Verbindung mit Kahr steht, zögert, trotzdem gerade er von Berlin aus als meuternder General abgesetzt wird, wegen Nichtausführung von Befehlen, die er von Berlin erhalten hat. Kahr, konservativ am Alten hängend, beamtenmäßig langsam und gewissenhaft, starr und ohne einen Funken von Genialität, kann zu keinem Entschluss kommen. Adolf Hitler und der „Kampfbund“ sehen in ihren Reihen die furchtbare Not des Volkes, den Hunger und den Winter vor der Türe. Die geradezu irrsinnigen Preissteigerungen in den Wochen, seit Kahr das Generalstaatskommissariat übernommen hat, übertreffen alles, was das Volk bisher erlebt hat. Am 26. September 1923, als Kahr Generalstaatskommissar wird, steht der Dollar auf achtundzwanzig Millionen, am 8. November auf vierhundertzwanzig Milliarden!!! Die Maßnahmen des Generalstaatskommissariats lassen keinen günstigen Schluss auf die baldige energische Beseitigung der schlimmsten Notlage der Bevölkerung zu; die Bierpreiserlasse sind ein Hohn, der Erlass bezüglich der Kartoffelversorgung ist ein Schlag ins Wasser, die Ausweisung einiger Juden wird in der Hauptsache wieder rückgängig gemacht, die Auflösung der kommunistischen Hundertschaften steht auf dem Papier – nur gegen die nationalsozialistische Propaganda werden die Redeverbote aufrechterhalten. Trotzdem werden die Bemühungen von Seiten Adolf Hitlers mit vollem Nachdruck fortgesetzt, immer mit den Repräsentanten der bewaffneten Macht, dem General von Lossow und dem Chef der bayerischen Landespolizei, Oberst von Seisser.

Desgleichen wird mit norddeutschen Wirtschaftskreisen Verbindung gesucht, Verhandlungen werden hin und her gepflogen. Die Bevölkerung wird immer unruhiger und die Kampfverbände fordern mit Nachdruck eine endliche Entscheidung. Eine Entscheidung, die umso leichter ausfallen muss, als in Berlin vollkommene Ratlosigkeit in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht herrscht. Verhandlungen, die teilweise auch mit E. Ludendorff geführt werden, bringen schließlich am 7. November das Ergebnis, dass auch die Herren von Lossow und Seisser ihre schwankende Haltung scheinbar aufgeben. Es bleibt daher nur noch die Frage offen, ob Kahr sein Zögern aufgeben und sich zum Handeln entschließen wird.

Adolf Hitler und die Führer der Kampfverbände beschließen, die Gelegenheit einer ganz kurz anberaumten Tagung der staatlichen und kirchlichen Spitzen, der Führer des Wirtschaftslebens und der vaterländischen Vereinigungen im Bürgerbräukeller, in der Herr von Kahr sein politisches Programm entwickeln will, zu benutzen, um Herrn non Kahr den Absprung zu erleichtern.

Die Proklamation der neuen Deutschen Nationalregierung

In Anbetracht der grundsätzlichen sachlichen Übereinstimmung, die Lossow und Seisser am 7./8. November noch einmal gegenüber Exzellenz Ludendorff ausgedrückt haben, übernimmt es Adolf Hitler, die nationale Revolution zu beschleunigen. Im Einvernehmen mit den militärischen Führern der Kampfverbände wird am Abend des 8. November 1923 die Versammlung im Bürgerbräukeller vom Kampfbund umstellt, der Saaleingang durch ein Maschinengewehr geziert und Adolf Hitler lässt sich durch zwei seiner Getreuen einen Weg zur Tribüne freimachen. Die Revolver seiner Begleiter sind nicht geladen und gesichert, von irgendeiner Bedrohung ist keine Rede. Auf dem Podium gibt Adolf Hitler einen Schuss gegen die Decke ab, um sich Ruhe zu verschaffen, und verkündigt den Ausbruch der nationalen Revolution. Er bittet darauf von Kahr, Lossow und Seisser mit hinaus in ein Nebenzimmer, wo er noch einmal die Notwendigkeit und Unaufschieblichkeit der deutschen Frage – oder, wie er es gerne bezeichnete, des „Marsches gegen Berlin“ – begründet und um die Zustimmung der Herren bittet, indem er ihnen gleichzeitig die Verteilung der Ämter vorschlägt, wonach Kahr als Landesverweser von Bayern weiter fungieren, Lossow Reichswehrministerium und Seisser das Reichspolizeiministerium übernehmen solle, während Präsident Pöhner bayerischer Ministerpräsident werden und Exzellenz Ludendorff die Führung der Nationalarmee und er selbst (Hitler) die politische Leitung übernehmen solle.

General Ludendorff, der erst im letzten Augenblick herbeigeholt wird, erklärt sich bereit, Deutschlands wegen die Stelle anzunehmen, und betont, dass er seinerseits erwarte, dass auch Lossow und Seisser die ihnen angetragenen Ämter übernehmen werden. Lossow tritt darauf auf Ludendorff zu mit den Worten:

„Wenn Exzellenz zusagen, dann bin ich bereit. Die Bitte von Exzellenz ist mir Befehl.“

Das gleiche tut Oberst von Seisser, und beide geloben durch Handschlag Ludendorff treue Mitarbeit. Nun bedarf es noch der Überredungskunst der sämtlichen Herren, um Kahr zu bestimmen, das Amt des Landesverwesers von Bayern zu übernehmen. Adolf Hitler ist vorher wieder allein in den Saal gekommen und hat der Versammlung die beabsichtigte Verteilung der Ämter verkündet, die auch von der ganzen Versammlung mit Jubel und Beifall begrüßt wird. Er hat überdies ausdrücklich betont, dass draußen die drei Herren schwer mit ihren Entschlüssen ringen. Erst nachdem die oben geschilderten, fast eine Stunde sich hinziehenden Verhandlungen beendet sind, erfolgt der gemeinsame Einzug von Ludendorff, Kahr, Lüssow, Pöhner und Seisser in den Saal und die Proklamation der Neuen Deutschen Nationalregierung.

Kahr, Lossow, Ludendorff, Seisser und Pöhner geloben jeder in einer Ansprache an die Versammlung die Übernahme ihrer Ämter. Ein Teilnehmer ergänzt diesen weihevollen Augenblick durch die von ihm selbst aus allernächster Nähe gemachten Beobachtungen – er stand direkt hinter Kahr –

„wie Hitler nach den Erklärungen Kahrs diesem die Hand drückt mit Inbrunst und Dankbarkeit, wie er ihn mit seinen strahlenden Augen geradezu umarmte und zu ihm sagte: ,Exzellenz, ich danke Ihnen, seien Sie versichert, in mir den treuesten Freund bis in den Tod zu haben. Kahr machte nicht die geringste ablehnende Gebärde. Der Jubel in dem Saal über die endliche Verständigung Kahrs mit Hitler war ganz allgemein. Stolz und freudig bewegt verließen gegen 11 Uhr die Teilnehmer an diesem großen Auftakt an einer deutschen Schicksalswende den Saal“.

Ergänzend ist noch zu bemerken, dass die Bayerische Staatsregierung Knilling für abgesetzt erklärt worden war und dass sich Kahr damit durchaus einverstanden erklärt hatte. Die anwesenden Minister waren in Schutzhaft genommen worden.

Die Nacht vom 8. auf den 9. November

Zwischen den obersten Spitzen der neuen Regierung finden noch kurze Besprechungen statt über die zunächst zu ergreifenden Maßnahmen. Die Führer der nationalsozialistischen Partei waren von Adolf Hitler für später zu Besprechungen bestellt.

Präsident Pöhner begibt sich in die Polizeidirektion, wo auch die ausländischen Pressevertreter und die Vertreter der Münchener Presse ihre Weisungen erhalten.

Kahr und Lossow fahren gegen 12 Uhr allein vom Bürgerbräukeller ab, ohne dass ihnen vom Kampfbund ein politischer oder militärischer Adjutant beigegeben worden ist. Gerade diese letztere Tatsache beweist das unbedingte Vertrauen, das Hitler in die Erklärungen Kahrs gesetzt hat. Er hätte es für unwürdig gehalten, einem Manne, dem er soeben Treue bis in den Tod geschworen hatte, gewissermaßen einen Spitzel beizugeben. Unter der Voraussetzung der treuen Mitarbeit der bayerischen Zivil- und Wehrmacht kann schließlich auch die Vornahme der notwendigen Maßnahmen den bayerischen Stellen überlassen bleiben, wenngleich es als selbstverständliche Maßnahme hätte erachtet werten müssen, dass die Herren der neugeformten Reichs- und Landesregierung sofort in Permanenz getagt haben würden und sich nicht getrennt hätten, bis die notwendigen Funksprüche betreffs der militärischen und verwaltungsmäßigen Maßnahmen hinausgegeben worden wären, kurz, bis die Gewalt vollständig und fest in den neuen Händen geruht hätte.

Kahrs und Lossows Verrat

Ludendorff hat sich ins Wehrkreiskommando begeben, um mit von Lossow die weiteren Maßnahmen zu besprechen. Lossow ist nicht anwesend und wird bei den Reichswehrtruppen 1/19 vermutet. Hitler schickt deshalb den Major Siry dorthin, um Lossow nach der Stimmung der Truppen fragen zu lassen. Siry trifft Lossow in der Infanteriekaserne an, wo sich auch Kahr befindet und erkundigt sich im Sinne seines Auftrages. Eisiges Schweigen ist zunächst die einzige Antwort, bis Siry seinen Auftrag wiederholt und zur Antwort erhält:

„Die Zusagen im Bürgerbräukeller sind mit der Pistole in der Hand erpresst worden, und daher null und nichtig. Mit Rebellen wird man nicht verhandeln!“

Major Siry wird daraufhin in Schutzhaft genommen! Als er nicht zurückkehrt, ruft Ludendorff den Oberst Leupold an und bittet ihn zu sich. Oberst Leupold kommt und gibt Erklärungen ab, aus denen zu entnehmen ist, dass Kahr und Lossow sich nicht an ihr Versprechen gebunden halten. Viele Erklärungen sind aber keine offiziellen Mitteilungen der Herren Kahr und Lossow, sondern -was ausdrücklich festgestellt werden muss – gemacht von einem Herrn, der nicht zur Ankündigung des gegebenen Wortes geschickt worden ist, sondern der von Ludendorff befohlen worden war.

An der Tatsache des furchtbaren Verrates, an der Tatsache des schmählich gebrochenen Ehrenwortes ändert es gar nichts, was von Seiten Kahrs und Lossows zur Begründung ihres Vorgehens angeführt wird.

Für jeden Ehrenmann gilt ein gegebenes Ehrenwort. Für einen Offizier gilt noch in erhöhtem Maße, dass er sich auf gar keinen Fall ein Ehrenwort abnötigen lassen darf – aber selbst gesetzt, dieser Fall sei vorhanden, dann würde ein selbst unter einem gewissen Zwang zustande gekommenes Ehrenwort auf jeden Fall binden.

Die Vorgeschichte sowie die Tatsache, dass Kahr und Lossow nach ihren bindenden Erklärungen Hitler und Ludendorff gegenüber im Nebenzimmer des Bürgerbräukellers, danach im Saale vor aller Öffentlichkeit und ohne jeden Zwang, diese Erklärungen wiederholt aufs Feierlichte bekräftigt haben, lässt überhaupt kein anderes Urteil zu.

Die Behauptung, dass unabsehbares Chaos hereingebrochen wäre, ist in Anbetracht des verzweifelten Zustandes, in welchem sich Deutschland befindet, nur eine völlig unwirksame Wiederholung der großen Lüge der November-Revolution des Jahres 1918, die ebenfalls mit der Phrase

„Um Schlimmeres zu verhüten“

Deutschland in immer tieferes Unglück hineingeführt hat, ohne jemals auch nur die geringste Besserung zu erzielen.

Die Behauptung,

„der Marsch nach Berlin wäre spätestens an der bayerischen Grenze zusammengebrochen“,

ist ebenfalls eine unbeweisbare Flaumacherei, denn erstens kann man von dem größten Feldherrn des Jahrhunderts annehmen, dass er sich über die Möglichkeit eines solchen Unternehmens klar ist, dass eine solche Unternehmung nur im Verein mit der Reichswehr durchführbar ist, sich nicht gegen den National denkenden Teil der Reichswehr in Norddeutschland wenden würde, sondern nur eine Reinigung des vollkommen kommunistisch verseuchten Sachsens und Thüringens als nächstes Ziel im Auge haben kann. Warum, rein militärisch betrachtet, eine solche Aktion nicht von Erfolg sein sollte, ist ebenfalls nicht einzusehen.

Über die Art und Weise, wie Kahr und Lossow in der Infanteriekaserne sich über die Begründung ihres Verrats unterhalten, kann ein Augenzeuge namhaft gemacht werden, der zufällig in das gegnerische Lager gekommen war. Der Zeuge schildert, wie Mir (?) und Lossow in teuflischer Befriedigung über das Gelingen ihres Schurkenstreiches die der Presse übergebenen „vier Möglichkeiten“ herausknobeln.

Nachzutragen ist noch, dass Kahr noch in der Nacht eingehende Beratungen mit Präsident Pöhner und Oberamtmann Trick gepflogen hat, desgleichen mit dem Kultusminister Dr. Matt.

Es scheint also, dass bis dahin Kahr selbst noch nicht seine Meinung geändert hat und dass dies erst im Benehmen mit Lossow und Seisser in der Infanteriekaserne erfolgt ist.

Das Unternehmen ist gescheitert

Durch den Abfall der Reichswehr und der Landespolizei ist das Unternehmen gescheitert. Ludendorff ist sich darüber keinen Augenblick im Zweifel. Die militärischen Kräfte des „Deutschen Kampfbundes“, von denen ja nur ein kleiner Teil in München zusammengezogen ist, sind zu schwach, um die aus Augsburg, Passau und Ingolstadt verstärkte Reichswehr und Landespolizei mit Aussicht auf Erfolg zu bekämpfen. Dabei ist für den „Kampfbund“ immer oberstes Gesetz gewesen, dass niemals Deutsche auf Deutsche schießen dürfen. Ein Bruderkampf zwischen Männern, die größere und schwerere Aufgaben zu erfüllen haben im Kampf um Deutschlands Befreiung, muss unter allen Umständen vermieden werden.

Der Morgen des 9. November verkündet der Bevölkerung die Kunde von der Errichtung der nationalen Regierung Hitler – Ludendorff – Lossow – Pöhner. Auch aufs flache Land hinaus dringt noch in der Nacht die Kunde von der Proklamation der Deutschen Nationalregierung und löst überall befreites und beglücktes Aufatmen aus. Endlich ist die ersehnte Einigung zwischen Hitler und Kahr erfolgt – endlich, so hofft das Volk, werden nun durchgreifende Maßnahmen zur Linderung der Not einsetzen und das Strafgericht über diejenigen beginnen, die sich an der Not des Volkes bereichert hatten. Und während so Hoffnung und Befriedigung ganz Bayern durchwehen, ist schon schwärzester Verrat begangen.

Die Tat des 9. Novembers

Ein Augenzeuge schildert den Zusammenbruch mit folgenden Worten:

„Kurz nach 12 Uhr setzt sich unser Zug in Bewegung. Voran Hitler und Ludendorff in der ersten Reihe, dann Oberlandesgerichtsrat von der Pfordten, Dr. von Scheubner- Richter, Rosenberg, Streicher, Hauptmann Göring, der Führer der SA, Gottfried Feder, Oberleutnant Brückner, der Führer des Regiments München, Schickedanz, Graf, der Begleiter von Hitler, Ludendorffs Diener Neubauer, Sesselmann, Oskar Körner und noch viele, die wir in den Toten- und Verwundetenlisten wieder finden werden. Erst hinter diesen Führern der deutschen Freiheitsbewegung schließen sich dann die Reihen der Sturmtruppen an mit umgehängten Gewehren, die Gewehre nicht geladen.

Der Zug nahm seinen Weg durch die Stadt über die Ludwigsbrücke durch das Isartor, das Tal und über den Marienplatz. Vom Rathaus wehte noch die Hakenkreuzfahne, und brausender Jubel der Bevölkerung begleitete den Zug. Heil-Rufe auf Hitler und Ludendorff und nebenher drängte die Bevölkerung mit dem Zuge, der jetzt in die Weinstraße und weiterhin durch die Perusastraße in die Residenzstraße einbog. Vor uns der Odeonsplatz war merkwürdig menschenleer. Unser Zug marschierte unter den Klängen des Deutschlandliedes an der Residenz entlang – da plötzlich schwenkte Reichswehr oder Landespolizei, die sich hinter der Feldherrnhalle versteckt gehalten hatte, quer über die Residenzstraße ein und sperrte die Straße. Unser Zug, noch immer in der gleichen Marschordnung, umdrängt von der Bevölkerung, die Ludendorff und Hitler zujubelte, marschierte natürlich ohne jede Angriffsabsicht weiter – da geschah das Unerhörte.
Etwa beim östlichen Eingang in das Preysingpalais war eine dünne Kette von Landespolizei-Soldaten gestanden, die beiseite wichen.

Mit erhobenen Händen – nicht zum Zeichen der Ergebung, sondern unter verstärkten Heil-Rufen auf Hitler und Ludendorff, kam der Zug bis auf vier bis fünf Meter an die Sperrkette heran. Von einer Angriffsabsicht unserer Truppen konnte überhaupt keine Rede sein, da ja die ganze Straße gedrängt voll war und voran die Führer in Zivil ging. Da plötzlich erhebt auf der Gegenseite in der Mitte der Straße ein Offizier den Arm. – Die Soldaten reißen die Hähne zurück, fahren hoch – Streicher und Gottfried Feder springen vor die vorderste Reihe und brüllen die Soldaten an: „Ihr werdet doch nie auf Ludendorff schießen“! – Da kracht schon aus zwei bis drei Meter Entfernung eine grauenhafte Salve in den Zug hinein und richtet ein schauerliches Blutbad an. Aus den Fenstern der Residenz bekommt der wehrlose Zug Feuer, und vom Odeonsplatz her hämmert ein Maschinengewehr.

Ich war unter dem rasenden Feuer der Gewehrsalven durch die Feuerlinie durchgebrochen und mit einigen Sätzen bis zu den Stufen der Feldherrnhalle gerannt, hinter mir, dem vollkommen waffenlosen Zivilisten, jagten die Kugeln her und von vorne erhielt ich Feuer von der entlang der Theatinerkirche aufgestellten Mannschaft. Ich blieb stehen und blickte hinter mich, um das grauenhafteste Bild meines Lebens zu sehen – da lagen alle in ihrem Blute – niedergemäht – niemand stand mehr, nur Wenige, die sich rasch nach feldmäßiger Sitte zu Boden geworfen hatten, entkamen dem Tode. Ludendorff sah ich nicht mehr. Ich sprang, noch immer beschossen, hinüber bis zur Westseite der Feldherrnhalle und drückte mich an der Mauer entlang – hinter mir Einzelnen jagte man noch Feuer drein, bis ich in einer Mauernische des Preysingpalais notdürftig in Deckung gehen konnte.

Wie durch ein unglaubliches Wunder war Ludendorff ebenfalls mitten durch die Feuerlinie aufrecht hindurch geschritten und wurde auf der anderen Seite des Platzes angehalten. Hitler hatte sich rasch niedergeworfen und konnte sich unverletzt, aber mit luxiertem Arm aus dem Feuerbereich zurückziehen. Dagegen blieb der edle von der Pfordten tot am Platze, Scheubner-Richter war sofort tot. Oskar Körner tot, Neubauer, der Diener Ludendorffs, tot. Graf, der Begleiter Hitlers, schwer verwundet, mit sieben Steckschüssen im Leib. Sesselmann schwer verwundet, mit Lungen-, Bauch- und Armschuss. Felix Allfarth tot. Karl Laforce tot. Hauptmann Göring schwer verwundet, Lorenz Ritter von Stransky tot, Rickmers schwer verwundet, Wilhelm Wolf, Wilhelm Ehrlich, Karl Kuhn, Anton Hechenberger, Andreas Bauriedl, alle auf der Stelle tot; Kulebrock, Gareis, Baumgärtner, Eggendorfer, von Parm, Knörlein, Wilhelm Richter und Robert Renner schwer verletzt. Auf der Gegenseite fielen noch drei Soldaten der Landespolizei – ganz ohne Zweifel den Schüssen der eigenen Leute zum Opfer. Auf unserer Seite ist ganz bestimmt kein Schuss gefallen. Theodor Casella und Martin Faust fielen im Hofe des Wehrkreiskommandos.

In Worten lässt sich solch ungeheures Verbrechen nicht ausdrücken. Alle Anzeichen sprechen für einen vorgefassten Mordüberfall mit der Absicht, die Führer der deutschen Freiheitsbewegung kaltherzig beseitigen zu lassen.“

Sechzehn deutsche Männer, Studenten, Frontkrieger, besiegelten ihre Treue mit dem Tode. Sechzehn Männer, die für das neue Deutschland starben. Aber sie starben nicht umsonst. Tausende füllten ihre Lücken; Hunderte wiederum folgten ihnen, von Rotfront gemordet, in die kühle Heimaterde. Sie alle halfen weiterbauen an dem Ziel, das zu erleben ihnen nie mehr vergönnt war: die deutsche Ehre und die deutsche Freiheit!

Ein Aufschrei geht durch ganz München, als das Verbrechen an der Feldherrnhalle ruchbar wird. Deutsche Soldaten hatten auf Deutschlands größten Feldherrn geschossen. Man glaubt ihn tot. Adolf Hitler soll schwer verwundet sein – er, der Zehntausende von Münchnern mit Hoffnung erfüllt hat auf einen sauberen Staat. Zahlreiche Tote liegen auf dem Münchner Pflaster, gemordet von ihren eigenen Volksgenossen.

Zehntausende durchziehen nunmehr die Straßen Münchens und stoßen Verwünschungen gegen Kahr und Lossow aus. „Hund! Lump! Verräter!“ sind die Bezeichnungen, mit denen die teilweise rasende Volksmenge Kahr und Lossow bezeichnen. Reichswehr und Landespolizei werden mit „Pfui- Rufen“ überschüttet, wo sie sich sehen lassen. Mit brutaler Rücksichtslosigkeit geht die Landespolizei ihrerseits gegen die Demonstranten sowie gegen Unbeteiligte mit Gummiknüppeln vor. Trotzdem ist es der Polizei nicht möglich, die Menschenansammlungen zu zerstreuen. Erst im Laufe der nächsten Tage legt sich die Erregung äußerlich. Nur die berühmten „Ruhe- und Ordnungsleute“, die Spießer und auch nationalen Bourgeois geben sich zufrieden, als ein unerhörter Lügenfeldzug gegen die deutsche Freiheitsbewegung einsetzt und den Spießbürger gruseln macht, in welch furchtbares Unglück Bayern durch den Hitler-Putsch hineingestoßen worden wäre, vor dem es nur durch die Herren von Kahr und Lossow bewahrt worden sei. Trotz allem bleibt der Eindruck in München vorherrschend, dass in München unauslöschliche Schande geschah.

Adolf Hitler ist aus dem Feuerbereich entkommen. Umgeben von einigen Getreuen fährt er zu Bekannten nach Ussing. Adolf Hitlers Beziehungen dorthin sind jedoch zu bekannt, so dass es trotz vorkommender Unvorsichtigkeit keineswegs auf Verrat hat beruhen müssen, dass am zweiten Tage abends zwei Lastautos mit Landespolizei das Haus umstellen und Hitler, der noch Zeit findet, seine letzten Befehle und Anordnungen zu geben, verhaften und nach Landsberg bringen.

Die Lüge marschiert

Im Laufe der nächsten Tage erfolgten andauernd weitere Verhaftungen der Führer der Bewegung, so wird Dietrich Eckart in Schutzhaft genommen, der von den ganzen Ereignissen erst am nachfolgenden Morgen erfahren hat. Wie ein Verbrecher wird er in dieser Schutzhaft behandelt. In einer kleinen Zelle mit tagsüber hochgeschlagener Pritsche ist nicht einmal ein Stuhl vorhanden, so dass der nicht mehr junge Mann stehen oder am Boden hocken muss. Das Volksgericht, ebenso der Staatsanwalt beantragen seine Haftentlassung. Der Generalstaatskommissar lehnt sie ab. Noch lange saß Dietrich Eckart in Schutzhaft in Stadelheim.

Der frühere Justizminister Roth wird ebenfalls auf persönliche Verfügung Jahrs verhaftet und ohne jede weitere Angabe von Gründen nach Landsberg verbracht. Kaum eine der führenden Persönlichkeiten entgeht vorübergehenden oder dauernden Verhaftungen, die Verbote gegen Organisationen, gegen die Presse, gegen die Führer machen der bayerischen Tscheka alle Ehre. Jede Zeitung, die sich für die Wahrheit einsetzt, wird verboten: „Fridericus“, „Deutsche akademische Stimmen“, „Deutsche Hochschul-Zeitung“, „Der Oberbayer“, „Die Sturmglocke“, „Die weiße Fahne“ – alle werden sie verboten. Die Pressedarstellungen der Gegenseite überbieten sich an Verdrehungen und Verrenkungen der Wahrheit. Nur ein Beispiel für die Art und Weise der amtlichen Presselügen sei angeführt:

Oberlandesgerichtsrat von der Pfordten schloss sich von vornherein dem Zuge an, da er sich zutiefst mit der Gedankenwelt des Nationalsozialismus verbunden gefühlt hat. Er war nie nach außen hin in Erscheinung getreten. Die Tatsache, dass dieser außerordentlich angesehene bayerische Richterbeamte gefallen war, war der Regierung so sehr zuwider, dass sie von der Pfordten zunächst als Unbeteiligten fort lügen wollte, der sich „nur zufällig“ dem Zuge angeschlossen hatte! Überdies wurde amtlich berichtet, dass von der Pfordten einem Schlaganfall zum Opfer gefallen sei. Diese Todesursache wurde zunächst auch der Witwe amtsärztlich!! zugestellt, bis auf energisches Drängen des Hausarztes hin festgestellt wurde, dass von der Pfordten einer ganz schweren Schussverletzung zum Opfer gefallen war. Der Schuss war am rechten Oberschenkel eingedrungen, quer durch den ganzen Körper gegangen und in der linken Schulter oben stecken geblieben.

Eine der entsetzlichsten Episoden der deutschen Geschichte ist beendet.

Theodor von der Pfordten feierlich zum Heros des deutschen Rechtslebens proklamiert

Im Lichthof des Justizpalastes enthüllte elf Jahre später der Reichsjuristenführer, Reichsminister Dr. Frank, die Gedächtnistafel für Theodor von der Pfordten mit folgenden Ausführungen:

„Als wir an jenem schicksalsschweren Tage des November 1923 unseren Marsch durch diese Stadt antraten, voran die Fahne, die auch heute unsere Feier hier weiht, da war in uns der heilige Glaube, dass dieser Marsch in die Zukunft unseres Volkes der Siegesmarsch der letzten ganz großen gerichtlichen Idee unserer nationalen Gemeinschaft sei. Unter den Kugeln der Verderber dieser herrlichen nationalen Gemeinschaft brach der erste flammende Appell an die Freiheit unseres völkischen Lebens zusammen. So wie die Leiber derer, die die Idee in sich bargen, damals zusammensanken, sank jedoch nicht die Idee. Unser Banner wurde wieder erhoben, und der Sieg war endlich doch dieser Fahne verliehen.

Wenn unser Führer siegen konnte, dann steht am Anfang dieses Werkes das Opfer der Toten vom November 1923. Wir deutschen Diener am Recht haben in dieser feierlichen Stunde uns hier versammelt, um unserem Kameraden Theodor von der Pfordten die Ehre und das Gedenken zu erweisen, das ihm um seines lauteren, herrlichen Wesens und um seines Opfertodes wegen gebührt. Feierlich erkläre ich hier im Namen des deutschen Rechts Theodor von der Pfordten zum Heros des deutschen Rechtslebens. Feierlich sei er eingereiht in die Zahl derer, die berufen waren durch ihre Selbsthingabe desto höher zu leben und durch ihren Tod desto intensiver ihre Wirklichkeit zu gestalten. Ich berufe alle kommenden Träger der Verantwortung für die deutschen Rechtsdinge auf diese Pflicht, den Namen Theodor von der Pfordten an der Spitze ihres Wirksymbols gleich zu tragen, stets eingedenk zu sein. Wir haben als deutsche Männer, hineingestellt in die Bedingungen dieses irdischen Ringens und Strebens, die Grenzen der Menschenmöglichkeiten erkannt. Niemand hat jemals den Führer oder einen von uns den Zauber oder das Unmögliche anbeten gehört. Wir haben schlicht und treu der Fahne und der Idee unser Leben geweiht. Wir glauben damit der Treue auch unseren Toten gegenüber nur gerecht werden zu können dadurch, dass auch wir uns kein schöneres Ende denken können als das, mit dieser Fahne in der Hand, für Deutschland sterben zu können.

Sie sind in die `Reihe der Ewigen´ eingegangen. So wie damals vor der Feldherrnhalle der Richter des höchsten bayrischen Gerichtshofes in der Reihe der anderen Kameraden aus allen Volksschichten fiel, so floss damals das Blut dieser Opfer zu einer großen geschichtlichen Blutsbrüderschaft zusammen. Dies war von jeher der beste Brauch unseres Volkes, dass da, wo das Blut von Männern ineinander floss, ein Treuebund geschworen wurde, den nur der ewige Gott selbst in Ewigkeit verwandeln könnte. Dieser Treuebund, der damals durch die Blutsbrüderschaft geschlossen war, ist untrennbar und umfasst in den Repräsentanten der Toten von damals die gesamten Stände des deutschen Volkes ohne Unterschied und ohne Ausnahme. Wir deutschen Juristen erklären daher hier an dieser Stätte der Weihe, dass auch wir uns immer nur als Kameraden fühlen allen Volksschichten gegenüber, die schwer ringen, um des Tages Nöte mit ihrem Einsatz zu besiegen und zu bekämpfen und niemals mehr in Klassenwahn oder Berufsstolz zurücksinken wollen, dass wir den Dienst am Recht nie anders sehen wollen, als in diesem kameradschaftlichen Geist einer Zusammengeschworenheit auf Leben und Tod mit dem ganzen Volk.

So seist Du, Theodor von der Pfordten, spät – aber früh in der Geschichte des Sieges der Bewegung, der auch Du gelebt hast und für die auch Du gestorben bist, in uns und über uns bei unserem Kampf um das Recht des deutschen Volkes für Leben, Frieden und Wahrheit. Sei Du in uns, in den deutschen Richtern und deutschen Rechtskämpfern für die Rechtsordnung, sei Du in uns in der Erschaffung der Ideen einer neuen Rechtswirklichkeit in Deutschland! Sei Du vor allem auch der stete Mahner der Jugend, die sich in den kommenden Zeiten in Deutschland den Aufgaben des Rechts widmet! Wir haben in der Welt keinen, der so wie diese Toten vom November 1923 um uns und für uns wirkt. Seien Sie, meine lieben Volksgenossen, voll und ganz einbezogen in diese Verantwortung, diesem großen Toten gerecht zu werden! Diejenigen, die glauben, sie könnten uns noch einmal unsere Fahne aus den Händen reißen, seien gewarnt! Wir sprechen im Namen der Toten und haben nichts anderes als die Ehre dieser Toten als Kameraden bis zum letzten Atemzug zu wahren. Darum möge aus diesem flammenden Opferbekenntnis der Name Theodor von der Pfordten als Heros des deutschen Rechtslebens die Stärke und das Blut der deutschen Rechtsdiener als Männer und Führer zum sozialen Frieden stärken! Es möge der neue Geist der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft Einzug halten in die verschlossenen Türen, allüberall da, wo man glaubt, uns oder unsere Bewegung in Akten, Theorien oder Büchern verstauben lassen zu können! Es sei der Appell an die ewige Lebendigkeit dieser Idee ausgerufen! Wir sind erst am Beginn des Kampfes um den restlos verwirklichten nationalsozialistischen Staat.

Wir haben daher die Pflicht, in Friede, Ordnung und Rechtssicherheit und Disziplin dem Führer in seinen Befehlen als seine Soldaten, gehorsam der neuen deutschen Gemeinschaft, den Weg auf dem Boden des Rechts zu bahnen. Wir aber, die alten Kameraden der Toten, die ganz kleine Schar der ältesten Kämpfer der Bewegung, wollen nicht müde werden, es immer wieder in den Tag und in die Bewusstheit des deutschen Volkes hineinzurufen: Lasst nicht mehr die Zwietracht einziehen! Horcht nicht auf die, die, gestützt auf ihren früheren Einfluss, glauben, uns heute von hintenher angehen zu können! Traut ihnen nicht, den Schleichern und Heuchlern, die durch die Lande ziehen und vom Zusammenbruch der Bewegung schwätzen. Mann gegen Mann war die Methode, mit der wir angetreten sind, Mann gegen Mann verteidigen wir diesen Staat! Es soll sich daher, die Gedenkstunde für diesen großen Toten in seinem Sinne, auch nicht nur eine stille trauernde Gemeinschaft versammeln. Glühend soll auch hier von der Erinnerung an diesen großen Toten aufschlagen der leidenschaftliche Appell: Wir geben nicht nach! So wollen wir im Vertrauen auf den ewigen göttlichen Willen und den herrlichen Schutz, den der ewige Gestalter und Schöpfer des deutschen Lebens uns in unserem Kampf bewiesen hat, über die Gräber der Toten unserer Bewegung hinweg, die große Schar der Toten des Weltkrieges grüßen. Wir wollen als treue Kameraden auch die Toten der Bewegung auf den Schild heben und durch das Aufflammen der Liebe unseres Volkes, aus der Trauer, aus den Schmerzen und Nöten des Tages und der verklingenden Zeit hineintragen in die glorreiche, stolze und friedliche Zukunft des nationalsozialistischen Deutschlands!

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Quelle: 9. November

Der grandiose, geniale – Kurt Gerstein – deutsches Mitglied des Hygieneinstituts der Waffen-SS, wurde am 25. Juli 1945 in Paris ermordet

Kurt Gerstein (* 11. August 1905 in Münster (Westfalen); † 25. Juli 1945 in Paris) war ein deutscher Diplom-Ingeneur und Zeuge der Alliierten gegen Deutschland. Der später sogenannte Gerstein-Bericht gilt als Beweis für die Vergasung von Juden in deutschen Internierungslagern.

Kurt Gerstein (1905 – 1945)

……….

Wirken

Der Sanitätsoffizier und Diplom-Ingeneur Kurt Gerstein geriet im Juli 1945 in französische Haft und legte kurz vor seinem „angeblichen“ Selbstmord ein höchst merkwürdiges und widersinniges Geständnis ab. In dem in französischer Sprache verfassten Geständnis ist unter anderem davon die Rede, dass in den Lagern Belzec, Treblinkaund Sobibor insgesamt 25 Millionen(!) Menschen in Gaskammern u. a. mit Abgasen eines Dieselmotors getötet wurden. Hier ein Auszug aus dem Gerstein-Geständnis:

„Gut füllen, hat Hauptmann Wirth angeordnet. Die nackten Menschen treten einander auf die Füße. 700 – 800 auf 25 Meter im Quadrat zu 45 cbm! Die Türen schließen sich… Heckenholt ist der Heizer des Diesels, dessen Ausdünstungen dazu bestimmt sind, die Unglücklichen zu töten. SS-Unterscharführer Heckenholt gibt sich einige Mühe den Diesel in Gang zu bringen. Aber er springt nicht an… Nach zwei Stunden und vierzig Minuten – die Stoppuhr hat alles festgehalten – beginnt der Diesel…“

Der geniale Verfasser dieses „Geständnisses“ war oberflächlich betrachtet, sehr eifrig in seinen Bemühungen, die „Massenmorde“ in den Lagern Belzec, Treblinka und Sobibor zu „beweisen“, man könnte meinen, es hat ihn an dieser Stelle jeglicher Realitätssinn verlassen, doch genau dies war seine geniale Absicht. Es passen bestenfalls 150 Menschen in einen 25 m² großen Raum, aber ganz gewiss keine 800 – und Kurt Gerstein wusste dies ganz genau. Und wie hunderte von Menschen in einem überfüllten, hermetisch geschlossenen Raum zwei Stunden und vierzig Minuten überleben können, ist ebenfalls ein großes, bewusst beabsichtigtes, Rätsel. Jedenfalls wäre der Dieselmotor nicht nötig gewesen, denn die Juden wären noch vor der vollständigen Befüllung des Raumes erstickt. Trotz dieser augenfälligen Absurditäten wurde dieses Dokument 1961 beim Eichmann-Prozess in Jerusalem als Beweismittel verwertet.

Nach Paul Rassinier gibt es zwei unterschiedliche französische Fassungen, einmal die von Leon Poliakov in seinem „Brevier des Hasses“ 1951 wiedergegebene und zum Anderen, die zumindest mit Lücken behaftete, vom gleichen Poliakov im Jerusalemer Eichmann-Prozess vorgelegte. Außerdem wurde vom jüdischen Übersetzerstab des Nürnberger IMT ein Bericht gefertigt, der sehr viel ausführlicher ist. Darin gibt Herr Gerstein „angeblich“ unter Anderem an:

„Ich vermied häufige Besuche in den KZ’s, weil es üblich war, besonders in Mauthausen-Gusen bei Linz/Donau, zu Ehren von Besuchern einen oder zwei Häftlinge aufzuhängen.“

Gerstein bezeugte auch 40 Meter hohe Kleiderberge, die er mit eigenen Augen gesehen hat.

Zum Vergleich: Das Hochhaus am Albertplatz in Dresden, ein 40 Meter hohes Gebäude

……….

Tod

Am 25. Juli 1945 wurde er in seiner Zelle im Pariser Militärgefängnis Cherche-Midi erhängt aufgefunden. Seine Leiche verschwand daraufhin spurlos. Deshalb konnte er bedauerlicherweise in den nachfolgenden Prozessen gegen Deutschland nicht mehr vernommen werden. Es reichte aber aus, das in französischer Sprache vorgelegte „Geständnis“ auszuwerten.

Eine deutsche Version des „Gerstein-Berichtes“ wurde ungefähr ein Jahr nach Gersteins Verschwinden vorgelegt. Angeblich hatte man es unter irgendwelchen Habseligkeiten im Hotel Mohren in Rottweil aufgefunden. Die deutsche Version des „Gerstein-Berichtes“ ist maschinengeschrieben und ohne Unterschrift. Aus nicht erklärten Gründen soll Gerstein der deutschen Version noch 10 Seiten „Erklärungen vom Hörensagen“ hinzugefügt haben, die sich unter dem Material befanden, die er ursprünglich angeblich den VS-Verhörern ausgehändigt hatte, bevor er verschwand.

Richtigstellung

Kurt Gerstein war nicht verrückt. Leider wird er posthum von allen Seiten völlig verkannt, sogar von Deutschen! Man muss sich nur einmal seinen Bericht Satz für Satz durchlesen und bei jedem einzelnen Satz verharren und den Witz suchen! Man wird immer fündig werden, und wenn es nur eine Kleinigkeit ist. In jedem einzelnen Satz ist ein Fehler oder ein Widerspruch zum restlichen Bericht eingebaut. Dieser Bericht ist mit hellwachem Verstand und gleichzeitig mit der Pistole am Kopf geschrieben. Er bekam offenkundig den Auftrag, einen uns belastenden Bericht zu schreiben. Er hat seinen Bericht geschrieben, aber seine Auftraggeber waren einfach zu dumm um zu erkennen, was wirklich der Inhalt seines Berichts bedeutet. Gerstein war ein Genie und ein echter deutscher Held!

„Vorgestern waren der Führer und Himmler hier. Auf ihre Anweisung muß ich Sie persönlich dorthin bringen, ich soll niemand schriftliche Bescheinigungen und Einlaßkarten ausstellen!“

Nachdem er seine letzte Verbesserung(!)/Version geschrieben hat, wurde er ermordet. Man glaubte, der Mohr hätte seine Schuldigkeit getan. Der SS Offizier Kurt Gerstein hat uns voll entlastet! Nur haben wir dies einfach nicht erkannt und daher den Bericht nicht ausgewertet. Kurt Gerstein hatte zwar mit der Dummheit seiner Auftraggeber, nicht jedoch mit der Dummheit der Deutschen gerechnet.

In diesem Sinne geht die Analyse von Henri Roques oder Carlo Mattogno vollkommen am Problem vorbei, wenn er gar glaubt, die Echtheit, die Seriösität und den Wert dieses Dokuments bezweifeln zu können! Er versteht offenkundig nicht, dass ein Widerspruch in einer Aussage die Aussage widerlegt und daher eine uns scheinbar belastende Aussage durch den Widerspruch uns entlastet. Daher kann ein solches Dokument niemals gefälscht sein und besitzt für uns den allergrößten Wert!

Immerhin wissen wir nun dank Gerstein, dass wir in Belcek zwei Zoll große Juden millionenfach vergast haben!

„Der Gerstein-Bericht ist das einzigartige Dokument eines Augenzeugenberichts über Massentötungen jüdischer Deportierter in Belzec und Treblinka mit Autoabgasen bzw. Zyklon B, geschrieben aus der Perspektive eines SS-Offiziers, der die Uniform der Mörder trug, aber gleichzeitig das ganze Entsetzen des Geschehens aus der Sicht eines mitleidenden Christen artikulierte. Gerstein war weder überlebendes Opfer noch Täter. Das unterscheidet seinen Bericht von allen anderen. Die Anschaulichkeit und Ausdrucksfähigkeit seiner Sprache, die noch heute die aufgewühlten Gefühle des Miterlebenden wiedergibt, packt jeden, der den Bericht liest.“

http://www.arte.tv/de/1523558,CmC=1526124.html

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Weiterführendes:

Der Gerstein-Bericht

Das Gaskammerrätsel im Gerstein-Bericht