Deutschland in seinen völkerrechtlichen Grenzen vom 3. September 1939

Deutschland in den Grenzen von 1939 bezeichnet denjenigen Gebietsstand, der bei Entfesselung des Zweiten Weltkrieges am 3. September 1939 durch England und Frankreich maßgeblich war. Der im Londoner Protokoll über die Besatzungszonen in Deutschland datierte Gebietsstand vom 31. Dezember 1937, der ja immerhin einen Zeitpunkt zwanzig Monate vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges gegen Deutschland zugrunde legt, ist von den Alliierten willkürlich und ohne jeden erkennbaren Rechtsgrund gewählt worden. Denn Kriegsgegner der Alliierten war das Völkerrechtssubjekt Deutschland bzw. das Deutsche Reich mit seinem Gebietsbestand, wie er völkerrechtlich bei Beginn des Krieges bestand. Dies betrifft insbesondere den Beitritt Deutsch-Österreichs zum Reich, die Heimkehr des Memellandes, die Rückholung des Sudetenlandes durch das Münchner Abkommen und die Wiedervereinigung mit Danzig sowie das 600.000 km² große Gebiet Neuschwabenland in der Antarktis. Legt man die Unwirksamkeit des Versailler Diktats zugrunde, sind die gegenwärtig (2014) von Polen noch immer annektierten Gebiete ebenso Teil des Deutschen Reiches. Der deutsche Reichskanzler sagte entsprechend in seiner Rede vom 30. Januar 1937:

Ich erkläre hiermit, daß damit jener Teil des Versailler Vertrages seine natürliche Erledigung gefunden hat, der unserem Volke die Gleichberechtigung nahm und es zu einem minderwertigen Volke degradierte. (…) Ich ziehe damit vor allem aber die deutsche Unterschrift feierlichst zurück von jener damals einer schwachen Regierung wider deren besseres Wissen abgepreßten Erklärung, daß Deutschland die Schuld am Kriege besitze!“

Damit wurde offiziell von deutscher Seite die Unterschrift unter das Versailler Diktat zurückgezogen. Insofern ist dieser sogenannte Vertrag nichtig, da völkerrechtlich weder erpresste Verträge noch erpresste Geständnisse gültig sind und daher keine Rechtskraft besitzen. Eine abschließende Grenzregelung über den sogenannten polnischen Korridor bleibt einem zukünftigen Friedensvertrag vorbehalten. Dies jedoch nach dem Grundsatz Pacta sunt servanda, wenn diese denn nicht durch Erpressung zustande kamen.

Siehe hierzu: Der Versailler Vertrag

DeutschesReichStandortKarte

Das Deutsche Reich In seinen rechtsgültigen Grenzen

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Siehe auch: Neuschwabenland

Neuschwabenland_Karte

Das für das Reich 1938/39 in Besitz genommene Gebiet in der Antarktis

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Wiedervereinigung Danzigs mit dem Deutschen Reich

Die Wiedervereinigung Danzigs mit dem Deutschen Reich kam am 1. September 1939 zustande, nachdem zuvor durch das Versailler Friedensdiktat die deutsche Stadt Danzig und ein großer Teil Ostdeutschlands dem Reiche entrissen und Polen zugeschlagen worden waren. Danzig sollte dabei als sogenannte freie Stadt Danzig ein Zwischenstadium einnehmen. Das deutsche Linienschiff „Schleswig-Holstein“ beschoss nach zwanzig Jahren polnischen Terrors gegen die deutsche Bevölkerung den polnischen Stützpunkt auf dem deutschen Reichsgebiet Westerplatte und ermöglichte somit die Befreiung Danzigs. Zwei Tage später, am 3. September 1939, begann der Zweite Weltkrieg durch die einseitigen Kriegserklärungen Frankreichs und Englands an Deutschland, die eine deutsche Wiedervereinigung nicht akzeptieren wollten.

Gebiet-Freie-Stadt-Danzig

Die abgeschnürte deutsche Gebiet der Freien Stadt Danzig

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Pacta sunt servanda

Pacta sunt servanda (lat. | dt. Verträge sind einzuhalten) ist ein juristischer Grundsatz zum Prinzip der Vertragstreue. Dies bedeutet, dass Verträge grundsätzlich zu erfüllen sind. Dieser Grundsatz ist im deutschen BRD-Privatrecht in § 242 BGB festgeschrieben. Durch diesen Grundsatz soll festgehalten werden, dass die vertragsbrüchige Partei immer rechtswidrig handelt. Durch eine Ausdehnung des dispositiven Rechts und der Rechtsinterpretation der BRD-Gerichte ist es allerdings schwierig, im gegenwärtigen BRD-System trotz rechtswidrigen Verhaltens des Vertragspartners tatsächlich gültige Rechtspositionen durchzusetzen.

Weiterhin hat dieser Grundsatz große Bedeutung im Völkervertragsrecht, da auf dieser staatlichen Ebene Vertragstreue als wesentliche Bedingung für eine friedliche Verständigung angesehen wird. Dies bedeutet, dass bei einem Regierungswechsel eines Vertragspartners völkerrechtlich wirksam abgeschlossene Verträge nicht durch geänderte nationale Gesetze gebrochen werden dürfen (Art. 26 WVRK). Dies bildet auch die Basis der Rechtshierarchien.

Siehe dazu: Das Münchener Abkommen

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Wiener Übereinkommen über das Recht von Verträgen

Die Wiener Vertragskonvention ist ein völkerrechtlicher Vertrag, der für alle Unterzeichnerstaaten Regeln für Verträge aufstellt. Das Abkommen stellt somit einen Grundlagenvertrag auf Völkerrechtsebene dar.

Entstehung und Wirkung

Das Vertragswerk wurde 1969 ins Leben gerufen. Für die BRD erlangte das Abkommen am 20. August 1987 Rechtskraft; das Übereinkommen selbst trat bereits 1980 in Kraft. Obwohl es grundsätzlich nur für Staaten nach Übereinkommensbeitritt gilt, entfaltet es auch Rechtskraft für Verträge nicht beigetretener Staaten, sofern die von ihnen abgeschlossenen Verträge allgemein anerkanntes Völkergewohnheitsrecht beinhalten. Das Übereinkommen lehnt in weiten Teilen an das Völkergewohnheitsrecht an und verbindet diese, wobei zu beachten ist, dass das Völkergewohnheitsrecht juristisch über dem Wiener Übereinkommen anzusiedeln ist.

Bedeutung für die BRD

Im Zuge der öffentlich propagierten Wiedervereinigung ist es im Licht der von der BRD ratifizierten Wiener Vertragskonvention fraglich, ob der Einigungsvertrag und der sogenannte Zwei-plus-Vier-Vertrag überhaupt Rechtswirksamkeit erlangen konnten. Zum Einen können nicht zwei unter Besatzungsrecht stehende Staatsfragmente über ein Ganzes entscheiden, was über die Grenzen der beiden beteiligten Teile hinausgeht (Einigungsvertrag); zum Anderen enthält der Zwei-plus-Vier-Vertrag Bedingungen, die dem juristischen Grundsatz Ultra posse nemo obligatur (Es gibt keine Pflicht zu Unmöglichem; kein Verlangen über das Mögliche hinaus) widersprechen. Wesentlich für die juristische Bewertung der Vertragswerke der angeblichen Wiedervereinigung sind Artikel 34 sowie Artikel 53 (Ius cogens – zwingendes Recht) WVRK.

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Ius cogens

Als Ius cogens werden Rechtsvorschriften bezeichnet, die nicht der Vertragsfreiheit unterliegen und keinerlei Nebenabreden gestatten (zwingendes Recht). Das Gegenteil im Rahmen der Vertragsfreiheit stellt das Ius dispositivum (dispositives Recht) dar.
Hauptanwendungsgebiete zwingender Rechtsvorschriften sind das Privatrecht und das Völkerrecht.

Anwendung

Im Privatrecht herrscht grundsätzlich Vertragsfreiheit, d.h. es kann von Normen des BGB abgewichen werden z.B. {§§ 305, 311 BGB}. Im Rahmen des Völkerrechts stellen zwingende Rechtsvorschriften die Grundsätze dar, die nach allgemeiner Auffassung für die Rechtsbeziehungen von Staaten unabdingbar sind und daher unbedingt eingehalten werden müssen. In dem Völkerrechtsvertrag „Wiener Vertragskonvention“ (WVRK} ist dies in Artikel 53 Vertragsinhalt; in Artikel 64 WVRK werden Nebenabreden als unzulässig und somit nichtig erklärt.

Artikel 53 des WVRK

Artikel 53 Verträge im Widerspruch zu einer zwingenden Norm des allgemeinen Völkerrechts (ius cogens)

Ein Vertrag ist nichtig, wenn er im Zeitpunkt seines Abschlusses im Widerspruch zu einer zwingenden Norm des allgemeinen Völkerrechts steht. Im Sinne dieses Übereinkommens ist eine zwingende Norm des allgemeinen Völkerrechts eine Norm, die von der internationalen Staatengemeinschaft in ihrer Gesamtheit angenommen und anerkannt wird als eine Norm, von der nicht abgewichen werden darf und die nur durch eine spätere Norm des allgemeinen Völkerrechts derselben Rechtsnatur geändert werden kann.

Artikel 64 des WVRK

Artikel 64 Entstehung einer neuen zwingenden Norm des allgemeinen Völkerrechts (ius cogens)

Entsteht eine neue zwingende Norm des allgemeinen Völkerrechts, so wird jeder zu dieser Norm im Widerspruch stehende Vertrag nichtig und erlischt.

Wiener Übereinkommen über das Recht der Verträge

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Das Selbstbestimmungsrecht der Völker

Bei dem Selbstbestimmungsrecht der Völker (vereinzelt auch Wilsonsches System genannt), das im 20. Jahrhundert maßgeblich durch den amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson ins Gespräch gebracht wurde, geht es um einen völkerrechtlichen Rechtssatz, demzufolge jedes Volk das Recht hat, frei, also unabhängig von ausländischen Einflüssen, über seinen politischen Status, seine Staats- und Regierungsform und seine wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung zu entscheiden.

Zur bis heute (2014) andauernden völkerrechtswidrigen Annexion Ostdeutschlands basierend auf Völkermord und Vertreibung heißt es:

„Die Annexionen von 1945 stellen – sofern sie endgültig werden – ein Attentat auf das Selbstbestimmungsrecht dar, das für alle zivilisierten Länder unantastbar sein sollte.“

– René Pinon, Professor an der École des Sciences Politiques –

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Volkssouveränität

Das Prinzip der Volkssouveränität bestimmt das Volk zum souveränen Träger der Staatsgewalt und ist Kennzeichen einer Demokratie. Als Schlagwort wurde der Begriff zuerst im Zuge der Französischen Revolution durch die französische Nationalversammlung in der „Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte“ (Déclaration des Droits de l’Homme et du Citoyen) vom 26. August 1789 als neues politisches Prinzip (mit entsprechend berauschender Wirkung auf die Volksmasse) proklamiert. Die Verfassung als politisch-rechtliche Grundlage eines Staates beruhe demnach auf der verfassungsgebenden Gewalt des Volkes. Nicht ein Monarch, sondern das Volk in seiner Gesamtheit stehe einzig über der Verfassung.

Aufgabe des Nationalstaates ist es, die Volkssouveränität nach außen zu wahren. Ein Staatswesen, das dem Volke unter Berücksichtigung eines anthropologisch wirklichen Menschenbildes bestmögliche Entfaltung angedeihen lässt, kommt diesem Ziel realpolitisch am nächsten.

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Adolf Hitlers Rede im befreiten Danzig am 19. Sept. 1939

Teil 1 von 7

Teil 2 von 7

Teil 3 von 7

Teil 4 von 7

Teil 5 von 7

Teil 6 von 7

Teil 7 von 7

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1939-09-19 – Adolf Hitler – Begruessung im Arthushof in Danzig (54s).mp3

1939-09-19 – Adolf Hitler – Rede im Artushof in Danzig (1h 02m).mp3

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Deutschland in seinen völkerrechtlichen Grenzen vom 3. September 1939

Deutschland in den Grenzen von 1939 bezeichnet denjenigen Gebietsstand, der bei Entfesselung des Zweiten Weltkrieges am 3. September 1939 durch England und Frankreich maßgeblich war. Der im Londoner Protokoll über die Besatzungszonen in Deutschland datierte Gebietsstand vom 31. Dezember 1937, der ja immerhin einen Zeitpunkt zwanzig Monate vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges gegen Deutschland zugrunde legt, ist von den Alliierten willkürlich und ohne jeden erkennbaren Rechtsgrund gewählt worden. Denn Kriegsgegner der Alliierten war das Völkerrechtssubjekt Deutschland bzw. das Deutsche Reich mit seinem Gebietsbestand, wie er völkerrechtlich bei Beginn des Krieges bestand. Dies betrifft insbesondere den Beitritt Deutsch-Österreichs zum Reich, die Heimkehr des Memellandes, die Rückholung des Sudetenlandes durch das Münchner Abkommen und die Wiedervereinigung mit Danzig sowie das 600.000 km² große Gebiet Neuschwabenland in der Antarktis. Legt man die Unwirksamkeit des Versailler Diktats zugrunde, sind die gegenwärtig (2014) von Polen noch immer annektierten Gebiete ebenso Teil des Deutschen Reiches. Der deutsche Reichskanzler sagte entsprechend in seiner Rede vom 30. Januar 1937:

Ich erkläre hiermit, daß damit jener Teil des Versailler Vertrages seine natürliche Erledigung gefunden hat, der unserem Volke die Gleichberechtigung nahm und es zu einem minderwertigen Volke degradierte. (…) Ich ziehe damit vor allem aber die deutsche Unterschrift feierlichst zurück von jener damals einer schwachen Regierung wider deren besseres Wissen abgepreßten Erklärung, daß Deutschland die Schuld am Kriege besitze!“

Damit wurde offiziell von deutscher Seite die Unterschrift unter das Versailler Diktat zurückgezogen. Insofern ist dieser sogenannte Vertrag nichtig, da völkerrechtlich weder erpresste Verträge noch erpresste Geständnisse gültig sind und daher keine Rechtskraft besitzen. Eine abschließende Grenzregelung über den sogenannten polnischen Korridor bleibt einem zukünftigen Friedensvertrag vorbehalten. Dies jedoch nach dem Grundsatz Pacta sunt servanda, wenn diese denn nicht durch Erpressung zustande kamen.

Siehe hierzu: Der Versailler Vertrag

DeutschesReichStandortKarte

Das Deutsche Reich In seinen rechtsgültigen Grenzen

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Siehe auch: Neuschwabenland

Neuschwabenland_Karte

Das für das Reich 1938/39 in Besitz genommene Gebiet in der Antarktis

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Wiedervereinigung Danzigs mit dem Deutschen Reich

Die Wiedervereinigung Danzigs mit dem Deutschen Reich kam am 1. September 1939 zustande, nachdem zuvor durch das Versailler Friedensdiktat die deutsche Stadt Danzig und ein großer Teil Ostdeutschlands dem Reiche entrissen und Polen zugeschlagen worden waren. Danzig sollte dabei als sogenannte freie Stadt Danzig ein Zwischenstadium einnehmen. Das deutsche Linienschiff „Schleswig-Holstein“ beschoss nach zwanzig Jahren polnischen Terrors gegen die deutsche Bevölkerung den polnischen Stützpunkt auf dem deutschen Reichsgebiet Westerplatte und ermöglichte somit die Befreiung Danzigs. Zwei Tage später, am 3. September 1939, begann der Zweite Weltkrieg durch die einseitigen Kriegserklärungen Frankreichs und Englands an Deutschland, die eine deutsche Wiedervereinigung nicht akzeptieren wollten.

Gebiet-Freie-Stadt-Danzig

Die abgeschnürte deutsche Gebiet der Freien Stadt Danzig

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Pacta sunt servanda

Pacta sunt servanda (lat. | dt. Verträge sind einzuhalten) ist ein juristischer Grundsatz zum Prinzip der Vertragstreue. Dies bedeutet, dass Verträge grundsätzlich zu erfüllen sind. Dieser Grundsatz ist im deutschen BRD-Privatrecht in § 242 BGB festgeschrieben. Durch diesen Grundsatz soll festgehalten werden, dass die vertragsbrüchige Partei immer rechtswidrig handelt. Durch eine Ausdehnung des dispositiven Rechts und der Rechtsinterpretation der BRD-Gerichte ist es allerdings schwierig, im gegenwärtigen BRD-System trotz rechtswidrigen Verhaltens des Vertragspartners tatsächlich gültige Rechtspositionen durchzusetzen.

Weiterhin hat dieser Grundsatz große Bedeutung im Völkervertragsrecht, da auf dieser staatlichen Ebene Vertragstreue als wesentliche Bedingung für eine friedliche Verständigung angesehen wird. Dies bedeutet, dass bei einem Regierungswechsel eines Vertragspartners völkerrechtlich wirksam abgeschlossene Verträge nicht durch geänderte nationale Gesetze gebrochen werden dürfen (Art. 26 WVRK). Dies bildet auch die Basis der Rechtshierarchien.

Siehe dazu:

Das Münchener Abkommen

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Wiener Übereinkommen über das Recht von Verträgen

Die Wiener Vertragskonvention ist ein völkerrechtlicher Vertrag, der für alle Unterzeichnerstaaten Regeln für Verträge aufstellt. Das Abkommen stellt somit einen Grundlagenvertrag auf Völkerrechtsebene dar.

Entstehung und Wirkung

Das Vertragswerk wurde 1969 ins Leben gerufen. Für die BRD erlangte das Abkommen am 20. August 1987 Rechtskraft; das Übereinkommen selbst trat bereits 1980 in Kraft. Obwohl es grundsätzlich nur für Staaten nach Übereinkommensbeitritt gilt, entfaltet es auch Rechtskraft für Verträge nicht beigetretener Staaten, sofern die von ihnen abgeschlossenen Verträge allgemein anerkanntes Völkergewohnheitsrecht beinhalten. Das Übereinkommen lehnt in weiten Teilen an das Völkergewohnheitsrecht an und verbindet diese, wobei zu beachten ist, dass das Völkergewohnheitsrecht juristisch über dem Wiener Übereinkommen anzusiedeln ist.

Bedeutung für die BRD

Im Zuge der öffentlich propagierten Wiedervereinigung ist es im Licht der von der BRD ratifizierten Wiener Vertragskonvention fraglich, ob der Einigungsvertrag und der sogenannte Zwei-plus-Vier-Vertrag überhaupt Rechtswirksamkeit erlangen konnten. Zum Einen können nicht zwei unter Besatzungsrecht stehende Staatsfragmente über ein Ganzes entscheiden, was über die Grenzen der beiden beteiligten Teile hinausgeht (Einigungsvertrag); zum Anderen enthält der Zwei-plus-Vier-Vertrag Bedingungen, die dem juristischen Grundsatz Ultra posse nemo obligatur (Es gibt keine Pflicht zu Unmöglichem; kein Verlangen über das Mögliche hinaus) widersprechen. Wesentlich für die juristische Bewertung der Vertragswerke der angeblichen Wiedervereinigung sind Artikel 34 sowie Artikel 53 (Ius cogens – zwingendes Recht) WVRK.

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Ius cogens

Als Ius cogens werden Rechtsvorschriften bezeichnet, die nicht der Vertragsfreiheit unterliegen und keinerlei Nebenabreden gestatten (zwingendes Recht). Das Gegenteil im Rahmen der Vertragsfreiheit stellt das Ius dispositivum (dispositives Recht) dar.
Hauptanwendungsgebiete zwingender Rechtsvorschriften sind das Privatrecht und das Völkerrecht.

Anwendung

Im Privatrecht herrscht grundsätzlich Vertragsfreiheit, d.h. es kann von Normen des BGB abgewichen werden z.B. {§§ 305, 311 BGB}. Im Rahmen des Völkerrechts stellen zwingende Rechtsvorschriften die Grundsätze dar, die nach allgemeiner Auffassung für die Rechtsbeziehungen von Staaten unabdingbar sind und daher unbedingt eingehalten werden müssen. In dem Völkerrechtsvertrag „Wiener Vertragskonvention“ (WVRK} ist dies in Artikel 53 Vertragsinhalt; in Artikel 64 WVRK werden Nebenabreden als unzulässig und somit nichtig erklärt.

Artikel 53 des WVRK

Artikel 53 Verträge im Widerspruch zu einer zwingenden Norm des allgemeinen Völkerrechts (ius cogens)

Ein Vertrag ist nichtig, wenn er im Zeitpunkt seines Abschlusses im Widerspruch zu einer zwingenden Norm des allgemeinen Völkerrechts steht. Im Sinne dieses Übereinkommens ist eine zwingende Norm des allgemeinen Völkerrechts eine Norm, die von der internationalen Staatengemeinschaft in ihrer Gesamtheit angenommen und anerkannt wird als eine Norm, von der nicht abgewichen werden darf und die nur durch eine spätere Norm des allgemeinen Völkerrechts derselben Rechtsnatur geändert werden kann.

Artikel 64 des WVRK

Artikel 64 Entstehung einer neuen zwingenden Norm des allgemeinen Völkerrechts (ius cogens)

Entsteht eine neue zwingende Norm des allgemeinen Völkerrechts, so wird jeder zu dieser Norm im Widerspruch stehende Vertrag nichtig und erlischt.

Wiener Übereinkommen über das Recht der Verträge

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Das Selbstbestimmungsrecht der Völker

Bei dem Selbstbestimmungsrecht der Völker (vereinzelt auch Wilsonsches System genannt), das im 20. Jahrhundert maßgeblich durch den amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson ins Gespräch gebracht wurde, geht es um einen völkerrechtlichen Rechtssatz, demzufolge jedes Volk das Recht hat, frei, also unabhängig von ausländischen Einflüssen, über seinen politischen Status, seine Staats- und Regierungsform und seine wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung zu entscheiden.

Zur bis heute (2014) andauernden völkerrechtswidrigen Annexion Ostdeutschlands basierend auf Völkermord und Vertreibung heißt es:

„Die Annexionen von 1945 stellen – sofern sie endgültig werden – ein Attentat auf das Selbstbestimmungsrecht dar, das für alle zivilisierten Länder unantastbar sein sollte.“

– René Pinon, Professor an der École des Sciences Politiques –

……….

Volkssouveränität

Das Prinzip der Volkssouveränität bestimmt das Volk zum souveränen Träger der Staatsgewalt und ist Kennzeichen einer Demokratie. Als Schlagwort wurde der Begriff zuerst im Zuge der Französischen Revolution durch die französische Nationalversammlung in der „Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte“ (Déclaration des Droits de l’Homme et du Citoyen) vom 26. August 1789 als neues politisches Prinzip (mit entsprechend berauschender Wirkung auf die Volksmasse) proklamiert. Die Verfassung als politisch-rechtliche Grundlage eines Staates beruhe demnach auf der verfassungsgebenden Gewalt des Volkes. Nicht ein Monarch, sondern das Volk in seiner Gesamtheit stehe einzig über der Verfassung.

Aufgabe des Nationalstaates ist es, die Volkssouveränität nach außen zu wahren. Ein Staatswesen, das dem Volke unter Berücksichtigung eines anthropologisch wirklichen Menschenbildes bestmögliche Entfaltung angedeihen lässt, kommt diesem Ziel realpolitisch am nächsten.

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Vorgeschichte zum 2. Weltkrieg

von ki11erbee

„Hitler war ein böser Diktator und hat das friedfertige Polen angegriffen, weil er einer bizarren “Lebensraum im Osten” Doktrin anhing.

Im darauffolgenden 2. Weltkrieg bekämpfte eine Allianz von England, Frankreich, Amerika und Russland diesen größenwahnsinnigen Diktator und befreite Europa und nicht zuletzt die Deutschen von der Nazi-Herrschaft.“

Soweit das, was bei jedem Schüler nach 13 Jahren Staatsindoktrinierung über den 2. Weltkrieg hängen geblieben ist. Auch bei mir.

Erst die islamkritik hat mich für die Möglichkeit sensibilisiert, dass der Staat manchmal nicht die Wahrheit sagt, sondern lediglich Propaganda verbreitet. Wenn man dann noch tiefer in die Geschichte eintaucht, werden einem Verbrechen und Lügen vor Augen geführt, die man nicht für möglich hält- auf einmal werden aus Helden Massenmörder, aus Befreiung Unterdrückung, aus Frieden Krieg, aus einem Opfer der Aggressor und umgekehrt.

Ich möchte an dieser Stelle meine persönliche Darstellung des 2. Weltkrieges wiedergeben und natürlich ist diese Zusammenfassung subjektiv. Sie stützt sich auf die Daten, die Gerd Schultze-Rhonhof ermittelt hat und ich halte sie für plausibel. Ich lade jedoch jeden Leser gerne dazu ein, sich ein eigenes Bild zu machen, ich möchte hier nur Denkanstöße geben und keine Entscheidungen für jemanden treffen.
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Es beginnt mit dem Ende des 1. Weltkriegs. Die deutsch-österreichischen Armeen stehen allesamt in Feindesland, aber natürlich will im Grunde jeder Frieden. Darum nimmt Deutschland den sogenannten 14 Punkte Plan von Woodrow Wilson an, zieht seine Truppen ab und löst sie auf. Fataler Fehler!

Denn beim Frieden von Versailles verhandelt nicht Wilson, sondern der Franzose Clemenceau, der die 14 Punkte von Wilson einfach nicht anerkennt. Es kommt zu einer beispiellosen Demütigung des deutschen Volkes, welches die Alleinschuld zugesprochen bekommt, irrwitzige Reparationszahlungen leisten musste (die letzte Rate von Versailles wurde 2010 bezahlt), sämtliche Kolonien verliert (meist an England) und auch zu Hause Gebietsabtretungen machen musste. Hier ein Auszug:

[…] Das Deutsche Reich muß den größten Teil der Handelsflotte und der Goldreserven an die Sieger übergeben, dazu einen Großteil seiner jährlichen Eisenerz- und Kohleförderung, Unmengen von Nutzvieh und Landwirtschafts-maschinen, 150.000 Eisenbahnwaggons und viele tausend Lokomotiven und Lastkraftwagen. Das gesamte private Auslandsvermögen und unzählige Industriepatente werden konfisziert. […]

Hier eine Karte, wie Deutschland vor dem 1. Weltkrieg aussah:

Und hier, wie Deutschland nach dem Versailler Raubfrieden (Zitat Lenin) aussah:

Ich möchte eure Aufmerksamkeit auf 2 Bereiche legen:

1) Ein Deutscher, der vor dem Krieg in Ostpreußen wohnte, ist nach Versailles vom Restreich abgeschnitten gewesen und musste durch den sogenannten polnischen “Korridor”, wenn er beispielsweise Verwandte besuchen wollte. Außerdem ist klar, dass Ostpreußen aufgrund seiner isolierten Lage eine leichte Beute für einen Aggressor ist, es liegt sozusagen auf dem Silbertablett!

2) Die Stadt Danzig. Diese deutsche Stadt lag auf einmal mitten im neuen “Polen” und wurde im Versailler Vertrag als “Freistadt” für zunächst 15 Jahre unter die Kontrolle des Völkerbundes gestellt.

Aber es war natürlich klar, dass Polen auf diese Stadt früher oder später Ansprüche erheben würde und sich zudem durch die üblichen Mittel (Demographie, Übernahme der Verwaltung, Gewalt und Willkür gegen die deutsche Urbevölkerung) die Stadt de fakto einverleiben würde.

Man sieht hier ein ganz klares Schema: Wenn es einem gelingt, große Volksgruppen erst einmal anzusiedeln, so bleiben diese in aller Regel dort und können nur mit Gewalt vertrieben werden.

Diese Gewalt wird natürlich nicht unbeantwortet bleiben und das Heimatland wird die Kolonialisten/Besatzer unterstützen.

Genau das haben wir heute in Deutschland, wenn Erdogan sich nach dem Wohlbefinden seiner Besatzungstruppen in Köln erkundigt und ihnen versichert, dass die Türkei ganz auf ihrer Seite steht.

Polen war nun das, was man entgegen zur heutigen Geschichtsschreibung, einen Schurkenstaat nennt. Da das neue Polen erst durch Versailles erschaffen wurde, befand sich ein Deutscher, Ukrainer, Kaschube, etc. auf einmal nicht mehr in seinem Land, sondern als Minderheit in-Polen.

Und diese Minderheiten wurden von den Polen alles andere als gut behandelt, sie wurden vertrieben, interniert, etc.

Es war klar, dass Polens Minderheitenpolitik nicht tolerierbar war und so führte das systematische Unterdrücken der deutschen und anderer Minderheiten in Polen, sowie die Lage in Danzig zum Ausbruch des 2. Weltkrieges.

Nochmal in roter Fettschrift:

Der Grund für den Eintritt der Deutschen in den 2. Weltkrieg war die Lage der deutschen Minderheit in Polen und der Deutschen in Danzig.

Hier wieder ein Zitat von vorkriegsgeschichte.de, welches die Situation im Jahr 1939 beschreibt:

„In der letzten Woche vor dem Kriegsausbruch versuchen polnische Flak-Batterien noch ein paar Mal, Passagiermaschinen der Deutschen Lufthansa auf ihrem Flug von Berlin nach Königsberg über der Ostsee abzuschießen. Es kommt zu zahlreichen Schießereien an den Grenzübergängen zwischen polnischen und deutschen Zollbeamten und Soldaten, wobei es viele Tote gibt. Das „Abfackeln“ deutscher Bauernhöfe im polnischen Grenzland geht unvermindert weiter. Die deutsch-polnische Grenze steht im August 1939 auch ohne Krieg in Flammen.“

HIER die Quelle über den Flakbeschuss deutscher Passagiermaschinen (Danke an Avier!)

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Jetzt mal ehrlich: Welcher deutsche Reichskanzler würde nicht einen Krieg gegen ein Land beginnen, wenn dort deutsche Bauernhöfe abgefackelt werden, es dauernd zu Scharmützeln an der Grenze kommt und deren Flak-Batterien auf Passagiermaschinen schießen?

Ich meine, was würde England, Frankreich oder Amerika machen, wenn Deutschland auf deren Flugzeuge schießen würde?

Damit begann der 2. Weltkrieg: Deutschland marschierte in Polen ein.

Hätte Deutschland den Krieg gewonnen, so würde man den Krieg heute als gerechtfertigten Präventivschlag bezeichnen, um die Menschenrechte der deutschen Minderheit durchzusetzen.  Da Deutschland aber verloren hat, ist es der Aggressor und Polen das friedfertige Opfer.

Polen jedoch hatte sich in einem Vertrag die Unterstützung Englands zugesichert, so daß nun England Deutschland den Krieg erklärte. Interessant ist übrigens, dass England-beziehungsweise Churchill- den Krieg wollte und darum aktiv die deutsch-polnischen Verhandlungen über die Danzig- und Korridorfrage sabotierte. Hier ein paar Churchill-Zitate:

“Was wir wollen, ist eine restlose Vernichtung der deutschen Wirtschaft.”

“Dieser Krieg ist ein englischer Krieg, und sein Ziel ist die Vernichtung Deutschlands.”

“Wir hätten, wenn wir gewollt hätten, ohne einen Schuß zu tun, verhindern können, daß der Krieg ausbrach, aber wir wollten nicht.”

“Das unverzeihliche Verbrechen Deutschlands vor dem Zweiten Weltkrieg war der Versuch, seine Wirtschaftskraft aus dem Welthandelssystem herauszulösen und ein eigenes Austauschsystem zu schaffen, bei dem die Weltfinanz nicht mitverdienen konnte.”

“Wir haben sechs oder sieben Millionen Deutsche umgebracht. Möglicherweise werden wir eine weitere Million oder so töten, bevor der Krieg zu Ende ist.”

Der Rest ist bekannt. Deutschland sah nach dem Verlust des 2. Welktrieges 1945 so aus:

Und wie Deutschland vermutlich in 25 Jahren aussieht, seht ihr hier:

Game Over.

Der totale Niedergang eines Volkes, ausgelöst durch 2 Weltkriege (manche sehen es auch als einen dreißigjährigen Krieg gegen Deutschland) und vollendet durch den Verrat der eigenen Politiker ab 1990.

Quelle und Original: http://killerbeesagt.wordpress.com/2012/01/26/vorgeschichte-zum-2-weltkrieg/

23. März 1939 – Teilmobilmachung Polens

von Gerd Schultze-Rhonhof

Das deutsch-polnische Verhältnis zwischen 1918-1939

Die zwischenstaatlichen Beziehungen vieler Länder in Europa zwischen 1918 und 1939 sind alles andere als friedlich. Sie sind eruptiv. Polen und die Sowjetunion haben ihre Spannungen und Kriege. Polen und Litauen leben in andauernder Spannung und führen einen Krieg. Italien fällt über Albanien her. Frankreich und Italien haben Differenzen um Territorien; genauso Dänemark und Norwegen, Italien und Griechenland, Jugoslawien und Österreich, Deutschland und die Tschechoslowakei, Ungarn und die Tschechoslowakei, Polen und die Tschechoslowakei, England und Irland und Spanien und Italien. Trotz der zuerst genannten Kriege und der dann aufgezählten Vielzahl an zwischenstaatlichen Differenzen entzündet sich der Zweite Weltkrieg erst 1939 an den polnisch-deutschen Streitigkeiten.

Der große Knall kommt erst, als Adolf Hitler 1939 Danzig zurückverlangt, dazu eine exterritoriale Autobahn- und Eisenbahnverbindung zwischen dem Reichsgebiet und dem seit 1918 abgetrennten deutschen Ostpreußen und eine Garantie für die Gewährung der Menschenrechte für die deutsche Minderheit in Polen. Adolf Hitler wird in den Krieg gezwungen, indem er die drei genannten Probleme nach langer Verhandlungsdauer schließlich mit einer Befreiungsoffensive löst. Warum erst 1939?

Das deutsch-polnische Verhältnis ist zwischen beiden Kriegen nicht immer so schlecht wie 1939. Der Start ist schlecht und auch das Ende. 1918 nehmen sich die Polen, nachdem das Deutsche Reich im Westen gegenüber den USA, Großbritannien und Frankreich hatte kapitulieren müssen, im Osten die bis dahin deutschen Provinzen Posen und Westpreußen.

Das im Westen geschlagene Deutschland kann es militärisch und diplomatisch nicht verhindern. Die Polen nehmen sich die zwei Provinzen, ehe ihnen diese Gebiete durch die Siegermächte in Versailles zugestanden werden. Für die mehrheitlich von Polen bewohnte Provinz Posen wird das in Deutschland akzeptiert. Aber die Provinz Westpreußen ist zu 70% deutsch bevölkert, so daß dieser eigenmächtige Gewaltstreich Polens in der Weimarer Republik von keiner der demokratisch legitimierten Reichsregierungen anerkannt wird.

1918 und 1919 fordert Polen in Versailles außerdem Teile Pommerns, Schlesiens und ganz Ostpreußen für sich, was ihm jedoch nicht zugestanden wird, aber doch Ängste in Deutschland hinterlässt. 1921 startet Polen den Versuch, ganz Oberschlesien mit Milizen und den dort überwiegend in dritter Generation ansässigen polnischen Gastarbeitern zu erobern. Nach einer Volksabstimmung, die Polen zu verhindern versucht, erhält es das ostoberschlesische Industriegebiet von den Siegerstaaten zugesprochen.

1933 fordert Polen Frankreich dreimal zu einem Zweifrontenkrieg gegen Deutschland auf, was Frankreich allerdings ablehnt. Polen verfügt 1933 mit 298.000 Mann im Heer immerhin noch über dreimal so viel Militär wie Deutschland mit seinem 100.000-Mann-Heer. So wird Polen vor Hitlers Amtsantritt 1933 von allen demokratischen Parteien in Deutschland und von der Reichswehr als Bedrohung angesehen.

Erst unter den Machthabern Hitler in Deutschland und Pilsudski in Polen gibt es eine Annäherung für ein paar Jahre, die auch nach Pilsudskis Tod 1935 noch für eine Weile anhält. Nach Pilsudskis Versuch von 1933, Frankreich zu einem Krieg gegen Deutschland aufzurufen  – der ja gescheitert ist –  lenkt Pilsudski ein. Er schließt 1934 mit Hitler einen Freundschaftsvertrag.

Das nun stabile deutsch-polnische Verhältnis führt dazu, daß die polnische Regierung sich 1938 ihre Landerwerbung in der damals zerfallenden Tschechoslowakei von Hitler billigen läßt. Polen annektiert daraufhin 1938 den tschechischen Teil des Industrie-gebiets von Teschen und dabei auch die weitgehend deutsch bevölkerte Stadt Oderberg. (Das Teschener Gebiet liegt in südöstlicher Fortsetzung Oberschlesiens) Die Stadt Oderberg wird im Fortgang der Geschichte noch eine Rolle spielen.

Da Polen von 1918 bis 1938 seine Nachbarn Sowjetunion, Litauen, Deutschland und die Tschechoslowakei je ein- oder mehrfach angegriffen und Grenzgebiete aller dieser Nachbarn annektiert hat, ist der Staat Polen bis Anfang 1939 für England das, was man heute als Schurkenstaat bezeichnet. Obwohl sich Deutschland und Polen bis 1938 angenähert haben, gibt es nach wie vor die drei deutsch-polnischen Probleme:

1. die Wahrung der Menschenrechte der deutschen Minderheit in Polen,

2. den deutschen Wunsch, die Hansestadt Danzig wieder an Deutschland anzuschließen; schließlich fordert die zu 97% deutsche Bevölkerung der Stadt dies seit Jahren. Und Danzig ist Mandatsgebiet des Völkerbunds und mitnichten ein Teil des Staates Polen, aber die Sieger hatten den Polen in Danzig besondere Zoll-, Post-, Bahn- und Handelsrechte eingeräumt.

Das 3. Problem ist der deutsche Wunsch nach exterritorialen Verkehrswegen vom Reichs-gebiet in das seit 1918 abgetrennte Ostpreußen; die so genannte Korridor-Frage. Dieser deutsche Wunsch kommt nicht von ungefähr. Ostpreußen ist nach zwei Verträgen durch 8 Eisenbahnverbindungen über nun polnisches Gebiet mit Pommern und Schlesien verbunden. Nach den Verträgen sind die Transitgebühren in Zloty zu bezahlen, was zunächst keine Schwierigkeiten bereitet. Während und nach der Weltwirtschaftskrise nimmt Deutschland im Außenhandel jedoch nicht mehr genug Zloty ein. Um die Gebühren zu entrichten, überweisen die deutschen Behörden die an Zloty fehlende Beträge monatlich in Reichsmark.

Doch Polen sieht darin einen Vertragsbruch, was es streng nach dem Vertragstext ja auch ist, und schließt zur Strafe ab 1936 eine Eisenbahnverbindung nach der anderen. 67% der Eisenbahntransporte jedoch dienen der Energieversorgung Ostpreußens. Sie fahren Kohle aus Oberschlesien für Industrie, Gewerbe, den Hausbrand und die Stromerzeugung in die abgeschnittene Provinz. Die Kohle ist zu jener Zeit der Energieträger, den heute Erdöl und Erdgas darstellen. Schließlich droht die polnische Seite einmal damit, bei weiterhin unvollständigen Zloty-Zahlungen auch die letzten Strecken zwischen Ostpreußen und dem Reichsgebiet zu schließen.

Damit wäre Ostpreußen von seiner Energieversorgung abgeschnitten und dem wirtschaftlichen Ruin preisgegeben, wie zwei Jahrzehnte später beinahe die Stadt Berlin während der sowjetischen Blockade. So kommt im Reichswirtschaftsministerium die Idee auf, mit den Polen statt über Zloty-Zahlungen über exterritoriale Verkehrsverbindungen in deutscher Hoheit und Regie zu verhandeln.

Damit stehen 1939 die drei deutsch-polnischen Differenzen auf der Tagesordnung: das Los der deutschen Minderheit in Polen, die Transitwege nach Ostpreußen und die Zukunft der Stadt Danzig. Interessant ist, dass auch Politiker im Ausland die Brisanz der deutsch-polnischen Probleme sehen. Churchill warnt schon am 24. November 1932  – also noch vor der Wahl, die Hitler 1933 an die Macht bringt –  das Oberhaus in London. Er sagt:

“Wenn die englische Regierung wirklich wünscht, etwas für die Förderung des Friedens zu tun, dann sollte sie die Führung übernehmen und die Frage Danzigs und des Korridors ihrerseits wieder aufrollen, solange die Siegermächte noch überlegen sind. Wenn diese Fragen nicht gelöst werden, kann keine Hoffnung auf einen dauerhaften Frieden bestehen.“

In Frankreich gibt es zu der Zeit vereinzelt ähnliche Ansichten. Doch nichts geschieht. Die Siegermächte hatten diese Ursachen für einen neuen Krieg in Versailles selbst geschaffen und sie dann nicht beseitigt, als dafür die Zeit längst reif war.

Hitler glaubt 1938 zwei Trümpfe für die Lösung dieser Probleme in der Hand zu haben. Der erste: die polnischen Regierungen hatten die 16 deutschen Reichsregierungen vor Hitler gebeten, ihre Gebietsgewinne in Posen, Westpreußen und Oberschlesien als endgültig anzuerkennen. Alle Regierungen der Weimarer Republik hatten das abgelehnt. Hitler bietet diese Anerkennung an. Der zweite Trumpf: Die Polen hatten 1938 bei der Annexion des tschechischen Industriegebiets von Teschen auch die schon erwähnte, überwiegend deutsch bewohnte Stadt Oderberg mit annektieren wollen. Das Auswärtige Amt in Berlin hatte Einspruch dagegen eingelegt. Doch hier schreitet Hitler ein und gesteht Oderberg den Polen zu. Sein Argument:

„Wir können nicht um jede deutsche Stadt mit Polen streiten.“

Seine Hoffnung ist, dass Polen dafür der Wiedervereinigung der deutschen Stadt Danzig mit dem Deutschen Reich zustimmen werde.

Nach der Annexion des Teschener Gebiets und Oderbergs durch Polen im September 1938 beginnt Hitler im Oktober 1938 die Verhandlungen mit Polen um Danzig, die Transitwege und die Einhaltung der Menschenrechte für die Deutschen in Polen. Sein erstes Angebot ist die Anerkennung der polnischen Gebietserwerbungen seit 1918 und die Verlängerung des deutsch-polnischen Freundschaftsvertrags von 10 auf 25 Jahre. Im Januar 1939 legt Hitler noch einmal nach. Er schlägt vor:

„Danzig kommt politisch zur deutschen Gemeinschaft und bleibt wirtschaftlich bei Polen.“

Eine faire Kompromisslösung, denn Danzig gehört ja bislang politisch auch nicht zu Polen, sondern zum Völkerbund. Bis in den März 1939 hinein gibt es bei den deutsch-polnischen Verhandlungen leichte Annäherungen, aber keinen Durchbruch.

Zu der Zeit ist Polen in Europa wegen seiner vielen Kriege seit 1920 und wegen der Teschen-Annexion vom vergangenen September noch geächtet. Ende März 1939 aber wendet sich das Blatt. Hitler begeht einen großen Fehler. Er erklärt die Tschechei –  entgegen früher gegebener Versprechen –  zum deutschen Protektorat und läßt sie besetzen. Nun brauchen die Briten Verbündete gegen Deutschland. Sie bieten den Polen einen Beistandspakt gegen Deutschland an. Polen wechselt seinen Partner und geht auf Englands Seite über. Obwohl die deutsch-polnischen Gespräche zunächst noch weiterlaufen, schließt Polen Ende März 1939 den Vertrag mit England, macht seine Truppen teilweise mobil, sodass das Heer verdoppelt wird, stellt Korpsstäbe auf und läßt Truppen in Richtung Ostpreußen aufmarschieren. März 1939!

Hitler reagiert und gibt am 3. April 1939 der Wehrmachtsführung erstmals den Befehl, eine Gegenoffensive gegen Polen vorzubereiten, so daß diese am 1. September beginnen kann. Nun herrscht Eiszeit zwischen Deutschland und Polen. Dennoch macht die deutsche Reichsregierung noch ein paar Anläufe weiterzuverhandeln. Doch die polnische Regierung erklärt nun, der Status des Freistaats Danzig beruhe nicht auf dem Vertrage von Versailles, sondern auf der jahrhundertelangen Zugehörigkeit Danzigs zu Polen. Und Posen und Westpreußen gehörten de jure und de facto längst zu Polen. Die angebotene deutsche Anerkennung sei keine Gegenleistung.

Hitler bittet danach die englische Regierung, zwischen Deutschland und Polen zu vermitteln. In den letzten neun Tagen vor Kriegsbeginn laufen die Verhandlungsdrähte heiß. Die Verhandlungen gehen nun über den englischen Botschafter Henderson in Berlin und von dort über die englische Regierung nach Warschau und zurück, doch ohne daß es dabei eine Annäherung zwischen Berlin und Warschau gäbe. In die Verhandlungen zwischen Berlin und London wird außerdem ein Vermittler eingeschaltet, der schwedische Industrielle Dahlerus.

Am 30. August 1939 unternimmt die deutsche Reichsregierung nach neun Verhandlungstagen einen letzten von insgesamt sechs Versuchen. Sie macht der polnischen Regierung einen 16-Punkte-Vorschlag zur Lösung der deutsch-polnischen Probleme und verlangt, daß Polen noch bis Mitternacht des gleichen Tages einen bevollmächtigten Unterhändler zu Verhandlungen nach Berlin entsendet. Die wesentlichen Punkte dieses Vorschlags lauten:

Die Bevölkerung im Korridor soll in einer Volksabstimmung unter internationaler Kontrolle selbst entscheiden, ob sie zu Polen oder zu Deutschland gehören will. Der Wahlverlierer bekommt exterritoriale Verkehrswege durch den Korridor. Bleibt der Korridor bei Polen, erhält Deutschland exterritoriale Verbindungen nach Ostpreußen. Kommt der Korridor an Deutschland, bekommt Polen exterritoriale Verbindungen an die Ostsee nach Gdingen. Der Hafen und die Stadt Gdingen bleiben  – so der deutsche Vorschlag –  unabhängig vom Wahlausgang bei Polen, und Polen behält seine Handelsprivilegien in Danzig. Das ist der letzte deutsche Vorschlag vor dem Krieg.

Was während dieser neun Verhandlungstage so erstaunt ist, dass Hitler die schon für den 23. August befohlene Gegenoffensive der Wehrmacht gegen Polen noch dreimal verschieben läßt, obwohl der Nichtangriffspakt mit der Sowjetunion bereits geschlossen ist, und Deutschland damit „Rückendeckung“ für die Eröffnung des Feldzugs gegen Polen hat. Doch Hitler lässt den Beginn der Gegenoffensive  – wie schon erwähnt –  dreimal mit der Begründung verschieben, er brauche noch Zeit zum Verhandeln. Hätte Hitler ganz Polen erobern wollen, hätte er den Krieg nicht wegen der Verhandlungen um viel geringere Kriegsziele, nämlich Danzig und den deutsch bewohnten Teil des Korridors mehrmals verschoben.

Dieser Text ist eine Kurzfassung des entsprechenden ausführlichen, mit Hintergrundinformationen, Vertragstexten und Quellenangaben versehenen Textes (Seiten 357-482) in dem Buch 1939 – Der Krieg, der viele Väter hatte

Quelle: http://brd-schwindel.org/23-maerz-1939-teilmobilmachung-polens/
Von mir leicht modifiziert.

Rede des Führers nach der Befreiung Danzigs: