Die Friedensverträge von Brest-Litowsk und Versailles

DER BETRUG IM SCHULBUCH

In dem Unterrichtsbuch GESCHICHTLICHE WELTKUNDE Band 3 – Verlag Moritz Diesterweg Frankfurt – Berlin – München 2. Auflage, wird der deutsch-russische Friedensvertrag von Brest-Litowsk vom März 1918 im Fettdruck als „Gewaltfrieden im Osten“ hervorgehoben.

Das Friedensdiktat von Versailles wird brav nur ganz einfach „Vertrag“ genannt. Hier wird gleichsam im Vorbeigehen in hinterhältiger Weise der Eindruck erweckt, daß wir Deutsche wieder einmal recht brutal vorgegangen seien, im Gegensatz zu den viel korrekteren und “menschlicheren” Siegern im Weltkrieg l.

Zunächst: Ein „Vertrag“ wird immer zwischen mehreren Parteien abgeschlossen. Die deutsche Seite wurde aber zu den Verhandlungen in Versailles überhaupt nicht zugelassen, sondern „wie Tiere im zoologischen Garten behandelt“.

Der spätere Außenminister der USA, John Fester Dulles, schrieb als damaliges Mitglied der US-Delegation von 1918/19:

„Ich erinnere mich lebhaft, wie dort die Mitglieder der deutschen Friedensdelegation in ein mit Stacheldraht eingefaßtes Gehege verwiesen wurden, den Blicken wie Tiere in einem zoologischen Garten ausgesetzt und ihnen jede persönliche Berührung mit alliierten Delegierten versagend …“ 1

Solches erfährt die deutsche Schuljugend aus ihren Schulbüchern natürlich nicht, denn diese zeigen durchgängig das unverkennbare Bestreben, die eigene Geschichte abstoßend zu zeichnen und die Gegner musterknabenhaft reinzuwaschen.

Und was forderte der „Gewaltfrieden“ von Brest-Litowsk?

Es sollten souverän werden: Die baltischen Staaten, Finnland, Polen, Georgien, Ukraine. Landstriche im Kaukasus sollten an die Türkei zurückgegeben werden, sowie eine Kriegsentschädigung von sechs Milliarden Mark bezahlt werden. Die Landabtretungen bedeuteten im wesentlichen nichts anderes als die Erfüllung der Forderungen des US-Präsidenten Woodrow Wilson nach Selbstbestimmung der Völker, denn all diese Völkerschaften wollten los vom russischen Joch. Die Forderung von sechs Milliarden Mark vergleiche man aber mit der Forderung der Sieger an Deutschland, die im Londoner Abkommen von 1921 mit 132 Milliarden beziffert wurde!

Wie die Unterwerfung der so in Brest-Litowsk befreiten Gebiete vor sich ging, mag ein Bericht beleuchten, den der Heerführer des Zaren Peter d. Gr., General Scheremetjew, an seinen obersten Befehlshaber erstattete:

„Vieh und Enten haben wir eine Menge gefangen. Kühe sind jetzt für 3 Altynen zu haben, Schafe für 2 Dengen, kleine Kinder für 1 Denga, größere für ein Griwna, 4 Stück kauft man für 1 Altyne. Ich habe Dir zu melden, daß der allmächtige Gott und die allergnädigste Gottesmutter Deinen Wunsch erfüllt haben: im feindlichen Lager gibt es nichts mehr zu verheeren, alles ist verwüstet, nichts steht aufrecht… von Reval bis Riga ist alles mit Stumpf und Stil ausgerottet.“ 2

Was es mit dem „GEWALTFRIEDEN“ des Schulbuchs auf sich hat, kann uns der am besten unterrichtete Zeuge anschaulich machen: Wladimir lljitsch Uljanow = Lenin. Im Verlauf einer Rede über den russisch-polnischen Krieg von 1920 sagte dieser:

„Ihr wißt, daß die alliierten Imperialisten – Frankreich, England, Amerika und Japan – nach der Vernichtung Deutschlands den Versailler Vertrag geschlossen haben, der jedenfalls viel brutaler ist als der berüchtigte Vertrag von Brest, der so viel Geschrei auslöste.“ 3

In dem Schulbuch darf natürlich der Hinweis auf die Bezeichnung „Untermenschen“ durch Hitler nicht fehlen. Aber es fehlt der Hinweis darauf, dass Adolf Hitler diese Bezeichnung von Herrn Churchill übernommen hat, der 1919 von der russischen „Doktrin des Untermenschen“, vom Bolschewismus als „Krankheit“ und „Seuche“ sprach. 4 Das war in den Tagen, als am 25. Juli 1919 der Londoner „Daily Herald“ aus einer Rede Churchills zitierte:

„Die Bolschewisten haben ihre Reden mit dem grausamsten und niederträchtigsten Auftreten verbunden, das es jemals unter Menschen gegeben hat, und mit Taten, die der Steinzeit und den Hottentotten Zentral-Afrikas zur Schande gereichen würden.“ 5

Der „Gewaltfrieden“ von Brest-Litowsk hat demnach eine Reihe von Völkern vor der „grausamsten und niederträchtigsten“ Gewalt bewahrt!

Am 11. Januar 1919 erklärte Churchill im Aldwych- Club:

„Von allen Tyranneien der Geschichte ist die der Bolschewisten die schlimmste, die vernichtendste, die erniedrigendste.“ 6 Wir fragen: „Ist es das Merkmal von einem „Gewaltfrieden“, daß er Völker vor der „vernichtendsten“ Gewalt befreit?“

Den Schulbuchhistorikern zufolge wurde dagegen in Versailles 1918 ein ganz normaler Friedensvertrag geschlossen. Nun, dieser war ja auch frühzeitig gründlich vorbereitet worden. Schon 1915 erklärte der große Europäer Winston Churchill dem Pariser „Matin“, man werde die „bedingungslose Kapitulation“ Deutschlands erzwingen, indem man es solange an der Kehle würge, bis sein Herz aussetze! 7

Deutschland wurde durch die Kapitulation wehrlos und völlig hilflos. Dennoch – trotz 800.000 Hungertoten bis zum Waffenstillstand wurde Deutschland weiter an der Kehle gewürgt!

Am 10. Dezember 1918 gab der spätere US-Präsident Herbert Hoover einen Bericht nach Washington, in dem festgestellt wurde, dass seit dem Waffenstillstand

„die Kindersterblichkeit um 30 % und die Sterblichkeit der Menschen über 70 Jahre um 33 Prozent zugenommen habe.“ 8 (in Deutschland)

Der britische Premier Lloyd George verlas am 8. März 1919 – also 4 Monate nach der Entwaffnung – aus einem Bericht:

„Die Fischereiflotten, die ein paar Heringe hätten fangen wollen, wären sogar am Auslaufen verhindert worden.“ 9 (die deutsche Fischereiflotte)

Warum? Winston Churchill hat es in schamloser Offenheit vor dem Unterhaus zugegeben:

„Wir halten unsere Zwangsmittel in vollem Umfang aufrecht, sie sind ständig im Einsatz oder zu sofortigem Einsatz bereit. Die Blockade führen wir energisch durch … Deutschland steht am Rande einer Hungersnot. Unsere Berichte zeigen zweitens, die große Gefahr eines Zusammenbruches der gesamten Struktur des sozialen und nationalen Lebens unter dem Druck des Hungers und der Unterernährung. Nun ist der Augenblick einer Regelung gekommen.“ 10

Aber die Herren Schulbuchverfasser meinen wohl, der Hunger schleiche seine Todesopfer lautlos an und daher sei es keine „Gewalt“. Der mit dem Hungertod von Millionen Deutschen erpreßte „Frieden“ sei also kein „Gewaltfrieden“!

So schleicht die Verfälschung der Geschichte auf Taubenfüßen ins Klassenzimmer.

Franz Joseph Strauß forderte am 30. November 1965 im Bundestag,

„daß die gewohnheitsmäßigen, fahrlässigen, absichtlichen und manchmal bewußt in den Dienst der Auflösung der westlichen Gemeinschaft gestellten Verzerrungen der deutschen Geschichte und des Deutschlandbildes von heute bekämpft und beseitigt werden.“

Wir sind diesem Aufruf gefolgt und hoffen, dass die deutsche Jugend die Wahrheit nicht wegwirft wie einen Zigarettenstummel.

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Quellenverweise:

1) Lutz Hermann VERBRECHERVOLK IM HERZEN EUROPAS,
Tübingen 1959 S. 43

2) Rimscha, Hans v. Geschichte Rußlands, Darmstadt
1970 S. 288

3) Lutz S. 88

4) Aigner, Dietrich CHURCHILL Göttingen 1975 S. 73

5) Churchill MEIN BUNDESGENOSSE Berlin 1942 S. 10

6) Hughes Emrys, CHURCHILL – EIN MANN IN SEINEM WIDERSPRUCH Tübingen 1959 S. 93

7) Aigner CHURCHILL S. 64

8) Hoover, Herbert MEMOIREN Mainz 1951 Bd. l S. 302

9) Hoover Bd. l S. 307/308

10) Hoover Bd. l S. 305

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Quelle: Unabhängige Nachrichten, Bochum 1983/Emil Maier-Dorn

Oswald Pohl – Leiter des SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamtes (SS-WVHA) – Hingerichtet am 7. Juni 1951 in Landsberg

Oswald Pohl (* 30. Juni 1892 in Duisburg; † 7. Juni 1951 in Landsberg) war SS-Obergruppenführer, General der Waffen-SS und Leiter des SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamtes.

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Oswald Pohl (1892–1951)

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Herkunft und Werdegang

Oswald Pohl wurde am 30.Juni 1892 in Duisburg als Sohn des Werkmeisters Otto Emil Pohl und dessen Frau Auguste Seifert geboren. 1912 trat Pohl in den Dienst der Reichsmarine. Nach Kriegsende war Pohl dort im Range eines Leutnants zur See als Zahlmeister tätig, wo er erste praktische verwaltungstechnische Kenntnisse und Erfahrungen erwarb. Gleichzeitig begann Pohl ein Studium der Rechts- und Staatswissenschaften, welches er jedoch nicht abschloss. Nach eigenen Angaben war er zudem Anfang der zwanziger Jahre an Aktivitäten des Freikorps „Brigade Loewenfeld” beteiligt.

Im Jahr 1922 wurde Pohl Mitglied der NSDAP (Mitgliedsnr. 30842). In die SA trat er 1925 ein, am 22. Februar 1926 erfolgte sein Wiedereintritt in die aufgrund des Hitlerputsches zwischenzeitlich verbotene NSDAP.

Zunächst machte Pohl fortan Karriere in der SA: Im Januar 1932 wurde er zum Scharführer, im März desselben Jahres zum Truppführer, im April zum Sturmführer ernannt. Dem schlossen sich am 1. Juni 1933 die Berufung zum Obersturmführer und am 2. August 1933 zum Sturmbannführer der SA an. Ferner wurde Pohl 1930, nachdem er Stadtverordneter der NSDAP in Kiel wurde, die Leitung der Marine-SA in dieser Stadt überantwortet.

Laufbahn in der SS

Am 9. September 1933 wechselte Oswald Pohl zur SS über (Mitgliedsnr. 147614), wo er 1935 SS-Brigadeführer und 1937 SS-Gruppenführer werden sollte. Über Vermittlung durch den Admiral Canaris lernte Pohl den Reichsführer-SS Heinrich Himmler kennen, dem Pohls bemerkswertes organisatorisches Talent auffiel und ihn im darauffolgenden Jahr mit dem Amt des Verwaltungschef des SS-Hauptamtes betraute. 1939 wurde dieser Kompetenzbereich in zwei Hauptämter unterteilt, welche beide Pohl in Personalunion unterstanden.

Das Amt „Verwaltung und Wirtschaft“ des SS-Hauptamtes unter Pohl hatte die Aufgabe, die der SS von der NSDAP zukommenden Zuschüsse verwaltungstechnisch einzusetzen und wirtschaftliche Unternehmungen durchzuführen.

Das Amt „Haushalt und Bauten“ der SS im Reichsinnenministerium, welches Pohl als Ministerialdirektor leitete, diente vorranig dazu, die finanziellen Zuschüsse des Reichsfinanzministeriums zur Aufrüstung und Ausstattung der kämpfenden Truppe der Verfügungstruppe – der späteren Waffen-SS – zu erwirken und zu nutzen, so zur Besoldung der Truppen. Zu den Bauaufgaben zählten SS-Kasernen.

Das SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt

Beide oben genannten Hauptämter wurden am 1. Februar 1942 im SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt zusammengelegt. Das WVHA gliederte sich zunächst in vier Amtsgruppen (A, B, C, W) Am 3. März dieses Jahres erfolgte eine Erweiterung um die Amtsgruppe D, welche eine formelle Eingliederung der „Inspektion der Konzentrationslager“ (IKL) unter das WVHA darstellte. Pohl selbst wurde 1942 zum SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS befördert.

Nachkriegszeit

Nach der Kapitulation der Wehrmacht hielt sich Oswald Pohl bei seiner Familie auf und wurde am 27. Mai von den Engländern bei Verden verhaftet. In den ersten Tagen seiner Haft in Bad Nenndorf bei Hannover wurde Pohl schwer misshandelt und blieb Tag und Nacht gefesselt. Er gab an, er sei von Posten getreten und verprügelt worden und habe dabei zwei Zähne eingebüßt. Ferner sei ihm während einer Vernehmung durch englische und amerikanische Verhöroffiziere das Gesicht zerschnitten und die Wunden mit Salz eingerieben worden, um eine Belastung des im Nürnberger „Hauptkriegsverbrecherprozess“ unter Anklage stehenden Reichswirtschaftsminister Walter Funk zu erlangen.

Da Pohl, ebenso wie Rudolf Höss, die bis heute als Kronzeugen für die „Holocaustforschung“ gelten, während der Nachkriegsververhöre ihre „Geständnisse“ unter Anwendung exzessiver Foltermethoden abgaben, ist der Quellenwert dieser Zeugenaussagen als praktisch wertlos zu erachten.

WVHA-Prozess

Im Siegerprozess gegen das Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt der SS vom 13. Januar bis 3. November 1947 standen neben Oswald Pohl siebzehn weitere Mitarbeiter des WVHA vor einem US-Tribunal unter Anklage.

Während die Klageführung im Prozessverlauf hetzerisch bemüht war, Pohl zum „Alleinherrscher über das KZ-System“ und zum „größten Menschenschinder der Geschichte“ zu diskriminieren versuchte, stellte Pohls Verteidiger Dr. Alfred Seidl in seinem Schlussplädoyer sachlich fest:

„Die Beweisaufnahme hat ergeben, daß sich die Verantwortung des Angeklagten Pohl nach der Eingliederung der Inspektion der Konzentrationslager in das Wirtschafts-Verwaltungshauptamt auf die einheitliche Lenkung des Arbeitseinsatzes der Häftlinge beschränkte. Trotzdem hat der Angeklagte Oswald Pohl in seiner Eigenschaft als Chef des Wirtschafts-Verwaltungshauptamtes Anstrengungen gemacht, um in sinnvoller Auslegung und freiwilliger Ausdehnung seines Auftrages die Lebensbedingungen der Häftlinge zu verbessern. So gingen seine Bemühungen unter anderem dahin, Lagerkommandanten, die kein ausreichendes Verständnis für eine menschliche Gestaltung des Arbeitseinsatzes zu besitzen schienen, aus ihren Dienststellungen zu entfernen und durch andere geeignete Führer zu ersetzen. Aus dieser Feststellung heraus sind die Vorschläge des Angeklagten Pohl zu verstehen, die er dem Reichsführer-SS Himmler gemacht hat und die sich auf die Versetzung gewisser Lagerkommandanten bezogen.“

Pohl warf der Anklagebehörde vor, von jüdischen Vertretern dominiert und von Rachsucht und blindem Hass erfüllt gewesen zu sein. Er habe 33 Jahre lang seinem Vaterland makellos gedient und sei sich keines Verbrechens bewusst. Am 3. November 1947 wurden Oswald Pohl und drei Mitangeklagte zum Tode verurteilt, elf Angeklagte erhielten langjährige Freiheitsstrafen, drei wurden freigesprochen.

Datei:Oswald Pohl und Franz Eirenschmalz.jpg

Oswald Pohl (stehend) und Franz Eirenschmalz (hintere Reihe links mit Kopfhörern) vor dem Nürnberger Tribunal

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Nach dem Urteil

Oswald Pohl wurde nach dem Urteilsspruch des Siegertribunals in die Justizvollzugsanstalt Landsberg überführt. Unter Einfluss des Gefängnispfarrers konvertierte Pohl dort zum katholischen Glauben. In der Haft verfasste er seine Bekenntnisschrift „Credo. Mein Weg zu Gott.“ und der Papst ließ ihm den erbetenen „Apostolischen Segen“ aussprechen. Das „Credo“ erschien 1950 mit kirchlicher Druckerlaubnis in einer Druckauflage von 9.000 Exemplaren.

Oswald Pohl schrieb in seinen letzten Aufzeichnungen vor seiner Ermordung:

„Noch gemeiner war die Methode meiner Vernehmer (z.B. des Herrn Rapp) ,30 Millionen Menschen haben Sie umgebracht‘, ,3 Millionen Menschen haben Sie sterilisiert!‘ Mit solchen und ähnlichen Behauptungen mühten sich die Vernehmer, mich in den Verhören weich zu machen, obwohl sie genau wußten — denn sie besaßen ja alles an Dokumenten, was es über mich gab! — , daß ihre Behauptungen unwahr und Tricks waren.“

Neben der Kirche setzten sich auch Vertreter der Bundesregierung für eine Begnadigung der verbliebenen Todeskandidaten in Landsberg ein. Am 9. Januar 1951 begab sich eine Abordnung des Deutschen Bundestages zu dem amerikanischen Hohen Kommissar John Jay McCloy: Bundestagspräsident Hermann Ehlers (CDU), Peter Altmeier (CDU, Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz), Carlo Schmid (SPD) sowie Walter Strauß (CDU, Staatssekretär im Bundesministerium der Justiz). Auch ihre Bitte um Amnestie blieb erfolglos.

Obwohl die Todesstrafe kraft Grundgesetz seit 1949 abgeschafft worden war, wurde Oswald Pohl am 7. Juni 1951 in Landsberg durch die VS-Siegermächte völkerrechtswidrig exekutiert. Die Hinrichtungen fanden im Schlossereigebäude des Gefängnisses statt.

Seine letzten Worte lauteten:

„Ich habe mehr als 30 Jahre meinem Vaterland als Berufssoldat treu gedient. 22 Jahre davon in der Marine. Während dieser langen Soldatenzeit konnten die Amerikaner nicht nachweisen, daß ich irgendwelche Initiative ergriffen habe oder irgendwelche Befehle oder Anweisungen gegeben habe, welche zur Verfolgung, Hinrichtung oder Mißhandlung von Menschen, insbesondere von Juden, geführt haben. Ich danke der allerheiligsten Dreifaltigkeit für alles, an das zu glauben, was mich die katholische Kirche gelehrt hat. Gott schütze meine liebe Familie und meine treue Frau und bewahre mein deutsches Vaterland vor seinen falschen Freunden. Und Dich heilige Gottesmutter bitte ich, stehe mir bei in dieser Stunde.“

Auch nach seinem Tod fand Oswald Pohl nicht die letzte Ruhe. Der Versuch Eleonore Pohls, den Leichnam ihres Mannes nach Halfing am Chiemsee zu überführen und dort bestatteten zu lassen, scheiterte an einem Beschluß des Halfinger Gemeinderates. Die Auswirkungen alliierter Umerziehungs-Politik werden deutlich, indem ein Gemeinderatsmitglied feststellte, von ihm aus könne Pohls Leiche auf den Misthaufen geworfen werden.

Oswald Pohl musste deshalb namenlos auf dem Spöttinger „Kriegsverbrecherfriedhof“ beigesetzt werden.

Auszeichnungen (Auszug)

  • Eisernes Kreuz (1914) II. Klasse
  • Eiserner Halbmond
  • Schlesischer Adlerorden, II. und I. Klasse
  • Ehrenkreuz für Frontkämpfer
  • Goldenes Parteiabzeichen der NSDAP
  • Dienstauszeichnung der NSDAP in Silber
  • SS-Dienstauszeichnungen
  • Reichssportabzeichen in Gold
  • SA-Sportabzeichen in Bronze
  • SS-Ehrenring
  • Ehrendegen des Reichsführers SS
  • Deutsches Kreuz in Silber
  • Kriegsverdienstkreuz (1939), II. und I. Klasse mit Schwertern
  • Ritterkreuz des Kriegsverdienstkreuzes mit Schwertern am 10. Oktober 1944

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Stilisiertes Gemälde, das Pohl als Gralsritter zu Ehren einer SS-Beförderung zeigt, möglicherweise zum Obergruppenführer. Genaues Entstehungsdatum und Maler unbekannt.

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Schlusswort von Oswald Pohl am 22. September 1947

Das Schlusswort von Oswald Pohl am 22. September 1947 beim sogenannten WVHA-Prozess.

Herr Präsident, meine Herren Richter!

Als das deutsche Volk am Ende des Ersten Weltkrieges die Waffen niederlegte, tat es dies in dem Glauben an die 14 Punkte Ihres Präsidenten Wilson und damit in der Hoffnung auf einen gerechten und vernünftigen Frieden. Es wurde aber genau der Frieden diktiert, vor dem Präsident Wilson so eindringlich gewarnt hatte. Deutschland wurde in 2 Teile zerrissen, das Selbstbestimmungsrecht der Völker wurde auf das gröblichste verletzt und damit der Konfliktstoff verewigt.

So besiegelte das Friedensdiktat von Versailles Deutschlands Schicksal. Dieses Schicksal aber trug jeder Deutsche von Jahr zu Jahr drückender. Die steigende Not wühlte Leidenschaften und Wirrnisse auf. Die Gemeinschaft zerfiel in zahlreiche sich bekämpfende Parteien.

Diese Lage zwang jeden verantwortungsbewußten Deutschen Stellung zu nehmen, so oder so. Auch mich. Ich schloß mich der NSDAP an. Ich hielt sie für diejenige Kräftegruppe, welche berufen zu sein schien, das deutsche Volk wieder zu einigen und es, ihren sozialen Forderungen entsprechend, einer lebenswerten Zukunft entgegenzuführen.

Damit hatte ich mich zum ersten Mal mit politischen Fragen auseinanderzusetzen. Im Vordergrund stand für Millionen von Deutschen die Sorge um das nackte Dasein. Die Sicherung desselben war deshalb auch die primäre Forderung der NSDAP; ihr gegenüber traten alle übrigen zunächst zurück.

Das gilt insbesondere auch für die Rassenfrage im Allgemeinen und für die Judenfrage im Besonderen. Beiden stand ich bis dahin indifferent gegenüber. Was ich davon wusste, stammte nicht aus eigenen Erfahrungen, sondern war zusammengelesen.

Ich habe dieses Wissen überprüft und erweitert durch das Studium von allen ausländischen Auffassungen, auch solchen aus Amerika. Ich las Madison Grants und Houston Stoddards Publikationen über die Rassenfrage. Ich studierte die Aufsätze, welche Henry Ford in den Jahren 1924/26 in der Zeitung The Dearborn Independant veröffentlichen ließ und die als Buch mit dem Titel „Der internationale Jude“ in Deutschland weite Verbreitung fanden.

Gerade diese Einstellung dieses großen praktischen Amerikaners, der nicht Antisemit war, hat mich damals stark beeindruckt und in meinem Glauben bestärkt, daß die Rassen- und Judenfrage nicht nur graue Theorie sei.

Auf Grund dieser Kenntnisse und angesichts der immer stärker zutage tretenden Erscheinungen in Deutschland gewann ich die Überzeugung, daß der Einfluss des Judentums in keinem Verhältnis zu seinem Bevölkerungsanteil stand und daß daher die Eindämmung notwendig sei. Ich hielt eine solche auf gesetzgeberischem Weg für möglich und auch für ausreichend.

Damit war mein Interesse an der Judenfrage erschöpft. Ich habe mich deshalb auch nie an Gewaltmaßnahmen gegen Juden beteiligt, noch diese gebilligt oder wissentlich gefördert. An gesetzgeberischen Maßnahmen irgendwelcher Art war ich ebenfalls nicht beteiligt.

Ich habe daher auch die schließlich im Wirbel des Krieges auf Befehl Hitlers und Himmlers durchgeführten Vernichtungsmaßnahmen gegen die Juden abgelehnt und weder wissentlich gefördert noch unterstützt. Über den Umfang der Vernichtung konnte ich mir damals kein Bild machen. Berichte erhielt ich als Unbeteiligter nicht. Einzelheiten sind mir erst hier in Nürnberg aus den Dokumenten bekanntgeworden.

Bis zur Rede Himmlers in Posen am 4.10.1943 hatte ich keine Kenntnis von diesem Plan. Ich bin auch nach diesem Zeitpunkt nicht weiter eingeweiht worden. Ich habe an keiner Besprechung hierüber teilgenommen und gehörte auch nicht zum Kreise der Beteiligten.

Im Frieden hätte ich in einer solchen Lage mein Amt zur Verfügung stellen können. Der Krieg aber beraubte mich der Freiheit dieses Entschlusses. Er hatte seinen gefährlichen Höhepunkt erreicht und war zu einem Kampf um Sein oder Nichtsein des deutschen Volkes geworden. Die letzten wehrfähigen Männer und Jünglinge standen an der Front. Die Frauen und Mädchen arbeiteten in den Rüstungsbetrieben der Heimat. In dieser Lage wäre Verlassen meines Postens Verrat an Deutschland gewesen. Deshalb durfte ich in meiner Stellung einen solchen Gedanken nicht einmal in Erwägung ziehen.

Ich bin hier als Chef des WVHA angeklagt. Der Aufbau dieser Reichsbehörde aus kleinsten Anfängen und unter größten Schwierigkeiten war meine Lebensarbeit. Ich habe ihr in den letzten 10 Jahren meine ganze Kraft und Zeit gewidmet. Es ist mein Werk. Meine Tätigkeit als Verwaltungschef war eine verwaltende und wirtschaftliche, keine militärische und polizeiliche exekutive. Das Ziel dieser Arbeit war daher die Erhaltung von Mensch und Substanz für Zwecke des Kampfes und der Arbeit, nicht aber ihre Vernichtung.

Es ist vor diesem Gericht über Struktur und Bedeutung des WVHA viel geredet worden, ohne daß es zu meinem Bedauern gelungen ist, zu einem in allen Teilen zutreffenden Bild zu gelangen. Die letzte Ursache für diesen Mißerfolg liegt zweifellos in einem an der Wand hängenden Schaubild, das ungeeignet ist, pro oder contra Beweis zu führen. Es trägt meine Unterschrift, weil ich annahm, das Bild solle dem Gericht mein Arbeitsgebiet in einfachster Form darstellen, nicht aber der Anklage als prozeßtaktische Hilfe dienen.

Das WVHA bestand aus 3 heterogenen Teilen, die miteinander nichts zu tun hatten:

  1. das WVHA als Ministerial-Instanz für alle Angelegenheiten der Truppenverwaltung mit den Amtsgruppen A, B und C analog dem Heeres-Verwaltungsamt,
  2. die meiner persönlichen Dienstaufsicht unterstehenden wirtschaftlichen Unternehmen, die ihrer Rechtsgrundlage nach keine SS-Industrien, sondern Reichsbetriebe waren. Sie waren als Amtsgruppe W zusammengefaßt,
  3. die mir vom 3. März 1942 an persönlich vorübergehend unterstellte Inspektion KL (Stab Glücks) als Amtsgruppe D.

Ich habe aus praktischen Gründen dem WVHA diejenige äußere Form gegeben, wie sie bei Ministerialbehörden üblich war, ohne Rücksicht darauf, ob das der Natur der Teile entsprach. So habe ich auch für die Gesamtheit der wirtschaftlichen Unternehmen die fiskalische Bezeichnung ‚Amtsgruppe‘ bzw. für die Funktionsträger ‚Amtschefgewählt‘, obwohl diese Behördenbezeichnungen in kaufmännisch geführten Unternehmen nicht üblich sind.

Als ich im März 1942 mit der Lenkung des Arbeitseinsatzes der Häftlinge in ministerieller Instanz beauftragt wurde, kam ich mit dem System der KL in engere Berührung. Es trug seit langem in allen Zügen das unerbittliche Gesicht, das ihm sein Schöpfer Heydrich und sein Organisator und Exerziermeister Eicke in den 10 Jahren ihres Wirkens aufgeprägt hatten.

Ich stand vor einer völlig erstarrten Organisation. Sie hätte nur durch Entfernung des gesamten in ihr seit Jahren tätigen Personals und der Wachmannschaften sowie durch radikale Reform der staatspolizeilichen Methoden grundlegend geändert werden können. Die Kriegslage machte das leider unmöglich.

Ich habe mich gegen die Übernahme der Lenkung des Arbeitseinsatzes gewehrt, so gut es mir möglich war, weil meine Zeit und meine Kräfte durch meine eigentlichen umfangreichen und vielseitigen Aufgaben völlig in Anspruch genommen waren. Meinem Widerstand gab Himmler insofern nach, als er meine Tätigkeit und Verantwortlichkeit bis spätestens Kriegsende befristete.

Die militärischen Ereignisse im Sommer 1944 veranlaßten ihn jedoch, schon durch Befehl vom 16.7.1944 die KL für den A-Fall, d.h. bei Annäherung der Feindfront, den regional zuständigen Höheren SS- und Polizeiführem zu unterstellen.

Alle Evakuierungsmaßnahmen und Befehle, die schließlich zu den Zuständen geführt haben, welche die Armeen der Alliierten vorgefunden und die Kommission des US-Kongresses festgestellt haben, stammen daher von Hitler, Himmler oder den Höheren SS- und Polizeiführern und nicht von mir. Ich habe keinen einzigen Befehl in dieser Hinsicht gegeben.

Wo ich Mißständen begegnete, habe ich energisch zugegriffen. Dazu gehörte auch nach anfänglicher Bejahung die spätere Ablehnung des SS-Richters Dr. Morgen, als ich erkannte, daß er es trotz höchster Legitimation und gewaltiger Unterstützung hoher Dienststellen nicht fertigbrachte, durch schnelle und exemplarische Justiz die Pest der KL-Greuel auszubrennen. An seiner Stelle habe ich die Einrichtung eines Sondergerichts begrüßt und nach Kräften unterstützt.

Der Erfolg meiner Anstrengungen und die Tatsache, daß ab 1942 eine Besserung der Verhältnisse in den KL eingetreten ist, hat die Beweisaufnahme bestätigt.

An den Maßnahmen der Gestapo hatte ich und damit das WVHA keinerlei Anteil. Ich habe zu keiner Zeit und in keinem Fall Schritte unternommen, die Zahl der Häftlinge im Interesse des Arbeitseinsatzes zu erhöhen. Es ist kein einziger Häftling durch mich oder das WVHA in ein KL gekommen.

Wohl aber haben meine Mitarbeiter in den W-Betrieben und ich vielen Häftlingen den Weg in die Freiheit gebahnt. Meist geschah es gegen den Widerstand des RSHA und trotz der Sabotage der Lagerkommandanten. An dieser Tatsache kann man nicht vorbeigehen, auch wenn sie nur das Symptom einer Gesinnung ist. Wenn die gleiche Gesinnung auch die verantwortlichen Männer des RSHA, der Gestapo und der Inspektion KL vor 1942 beseelt hätte, dann wären die KL niemals zu den hassenswerten Einrichtungen geworden als welche sie der Weltöffentlichkeit zur Verdammung des gesamten deutschen Volkes gedient haben.

Es wird für jeden Kenner der tatsächlichen Verhältnisse in den Jahren 1933 -1945 unerklärlich bleiben, daß ausgerechnet die Verwaltungszentrale, das WVHA, für die Maßnahmen der Gestapo und der Organisatoren dieses Systems verantwortlich gemacht wird, obwohl das WVHA nur in den beiden letzten Kriegsjahren mit einer Teilaufgabe beauftragt war, deren Durchführung die 10 jahrelange selbständige Entwicklung der Inspektion KL Grenzen gesetzt hatte.

Als Chef des WVHA war ich nicht nur sein Gestalter, sondern auch sein Motor. Ich allein führte es. Es war mein Arbeitsplatz, auf den das Schicksal mich gestellt hatte und der mir mehr Bürden als Würden auferlegte. Ich habe meinen Arbeitstisch vor allem im Kriege fast nur für Stunden der Ruhe oder eilige Dienstreisen verlassen. Ich gebrauchte deshalb auch keinen Vertreter. Die Mitangeklagten waren meine Untergebenen. Sie waren an meine Befehle gebunden und mußten diese ausführen. Ich habe aber keinem von ihnen oder einem sonstigen Untergebenen je einen Befehl erteilt, dessen Ausführung ein Verbrechen in sich geschlossen hätte.

Mein umfangreiches Arbeitsgebiet zwang mich, meinen Mitarbeitern innerhalb ihres Sachgebietes eine gewisse Mitverantwortung aufzubürden. Diese Mitverantwortung war keine selbständige. Sie endete bei mir und ich übernahm sie nach außen. Das entsprach den Spielregeln des Führerprinzips. Dieses bedeutet nicht Unfehlbarkeit. Es ist ein Prinzip, Menschen zur Erreichung aller Ziele der Staatsführung auf allgemeinen Gebieten zu führen. Bei Soldaten ist davon der unbedingte Gehorsam nicht zu trennen.

Ich habe dieses Prinzip früher anerkannt, weil ich geglaubt habe, daß es als Übergangsform zu einer sich allmählich entwickelnden endgültigen Staatsform richtig und notwendig sei. Ich kann es deshalb heute nicht verleugnen und daher auch nicht für das befehlsgemäße Handeln meiner früheren Untergebenen eine individuelle Verantwortlichkeit derselben konstruieren. Von meiner alleinigen Gesamt-Verantwortlichkeit kann mich auch kein Kontrollratsgesetz, überhaupt kein irdischer Richter entbinden. Ich will es auch nicht, weil ich es als eine Angelegenheit des Gewissens betrachte und der Treue, welche ich diesen Männern schuldig bin. Ich trage diese Verantwortung auch für den Angeklagten Dr. Hohberg, soweit ich seine Dienste über den Rahmen seiner vertraglichen Verpflichtung hinaus in Anspruch genommen haben sollte.

Mein Leben hat sich über ein Menschenalter hindurch in der Welt des Soldaten abgespielt. Befehl und Gehorsam, Anordnung und Zwang waren ihre Gesetze. Sie haben mich mit Gedanken und Gefühl und manchmal auch mit meinem Gewissen in Widerspruch gebracht. Das Bild dieses Lebens steht bei allen, die mich kennen, auch heute noch blank und eindeutig fest: Es war Pflicht und Arbeit für Deutschland.

Es blieb dem Haß des Gegners vorbehalten, hemmungs- und gewissenlos Verleumdung und Lüge über mich zu verbreiten. Hiergegen wende ich mich, weil ärger als die schärfste Strafe das Räsonieren über Charakterwerte ist. Ich habe als Deutscher in Deutschland nach deutschen Gesetzen für Deutschland gearbeitet. Ich habe diese Gesetze für völkerrechtlich richtig gehalten.

Ich kann deshalb meine Aburteilung auf Grund eines ad hoc geschaffenen Rechtes des Siegers, dem ich als Besiegter wehrlos ausgeliefert bin, nicht anerkennen. Ich bekenne mich aber freimütig zu meinen Taten! Auch bei strenger Gewissensprüfung bin ich mir nicht bewußt, Verbrechen begangen zu haben.

Jede Epoche und ihre Geschichte wirkt, in der Gegenwart betrachtet, verwirrender und bedrängender als in einer Entfernung von Jahren und Jahrzehnten, zumal wenn man sie in einem so glücklichen Lande wie dem Ihrigen verlebt, über dessen Fluren der verheerende Sturm des Krieges nicht gerast ist.

In jeder Zeit aber ist das größte Verbrechen der Verrat, der im Kriege gegen das eigene Volk begangen wird. Deshalb sind jene lauen und schlauen Intellektuellen, Honoratioren und politischen Spekulanten, die dem Regime willig in den Sattel halfen, Ehren und Würden von ihm gern entgegennahmen, um es dann gewissen- und charakterlos zu verraten, die größten Verbrecher am deutschen Schicksal. Zu diesen gehöre ich nicht! Ich bin bestrebt gewesen, meinen Weg über diese Erde und durch mein Leben gerade und anständig zu gehen, auch wenn ich manchmal geirrt haben sollte.

So glaube ich auch heute noch, alles, was ich tat, vor meinem Gewissen und damit vor meinem Herrgott verantworten zu können.

Was ich getan habe, tat ich allein in dem heiligen Willen und in dem reinen Glauben, meinem Vaterlande zu dienen und ihm in seinem Lebenskampf zum Siege zu verhelfen. Ihm fühlte ich mich zur unbedingten Treue verpflichtet. Und diese Treue habe ich meinem Deutschland gehalten. Meinem nunmehr unglücklichen Vaterlande aber werde ich die Treue auch im Tode nicht brechen.

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Das Nachkriegsschicksal des SS-Generals Oswald Pohl

Das Nachkriegsschicksal des SS-Generals Oswald Pohl beinhaltet die letzten Aufzeichnungen des Oswald Pohl, die dieser – zum Teil unter dem Einfluss alliierter Greuel- und Umerziehungspropaganda – vor seiner Ermordung durch die Alliierten angefertigt hat.

Letzte Aufzeichnungen

Ich bin am 30. Juni 1892 zu Duisburg geboren. Von 1912 bis 1934 diente ich in der Kriegsmarine (Verwaltung). Am 1. Februar 1934 trat ich auf Drängen Himmlers als Kapitänleutnant des Verwaltungswesens aus der Kriegsmarine aus, um in der Reichsführung SS den Aufbau der Verwaltung zu übernehmen, in Sonderheit derjenigen der Waffen-SS.

Im Jahr 1938 wurde ich zum Ministerialdirektor im Reichsinnenministerium ernannt, 1940 zum Generalleutnant der Waffen-SS und 1942 zum General der Waffen-SS befördert. Als solcher war ich Chef des Wirtschafts-Verwaltungshauptamtes (WVHA), das eines der 12 Hauptämter der Reichsführung SS war. In dieser Dienststellung hatte ich weder militärische Befehlsgewalt noch Exekutivbefugnisse. Mein Aufgabengebiet war das gleiche wie dasjenige des Chefs des Heeres-Verwaltungsamtes, dem ich dienstgradmäßig gleichgestellt war (General). Seit 1926 gehörte ich der NSDAP an. Ich war Inhaber des goldenen Parteiabzeichens.

Am 3. März 1942 wurde mir als wirtschaftliche Aufgabe die Überwachung des Arbeitseinsatzes der KZ-Insassen für die Rüstungsindustrie als Ministerialinstanz übertragen. In dieser Tätigkeit hatte ich in Zusammenarbeit mit dem Ministerium Speer die von der Rüstungsindustrie eingehenden Anträge um Gestellung von KZ-Insassen zu entscheiden. Die Aufgabe erlosch gegen Ende 1944. Andere als diese KZ-Insassen berührenden Aufträge hatte ich nicht, da hierfür ausschließlich das Reichssicherheitshauptamt (Geheime Staatspolizei) allein zuständig war. In Sonderheit hatte ich als Verwaltungschef nichts mit der Durchführung der Euthanasie und der Ausrottung der Juden zu tun.

Ich habe mich nach der Kapitulation 1945 kurze Zeit bei meiner Familie in der Nähe von Rosenheim/Obb. aufgehalten und die folgende Zeit bis zu meiner Ergreifung am 27. Mai 1945 bei meinen Verwandten in Norddeutschland.

An diesem Tage wurde ich in der Nähe von Verden (Aller) festgenommen und gefesselt in einem Kraftwagen nach Minden in das Gefängnis des englischen Secret Service (Tomato) verbracht. Die Festnahme erfolgte durch einen deutschen Kriminalbeamten, auf den abseits ein englischer Offizier in Begleitung eines Polen wartete.

Bei der Festnahme wurden mir durch den englischen Offizier alle Wertsachen abgenommen, auch die Armbanduhr. Die Geldbörse mit 300,– RM Inhalt nahm ein anderer englischer Offizier im Mindener Gefängnis an sich. Er verwies mich wegen einer Quittung an den englischen Posten, von welchem ich sie jedoch nie erhalten habe. In Minden (Tomato) war ich in einer Zelle untergebracht. Schlafgelegenheit Pritsche ohne Decken. Ich blieb Tag und Nacht gefesselt. Nach 1 1/2 Tagen wurde ich zum War Crime Headquarter in Bad Nenndorf bei Hannover abtransportiert.

Die Behandlung durch die Engländer in Nenndorf war unmenschlich. Ich wurde allein in eine Zelle eingesperrt, in welcher 4 Holzpritschen standen. Die Handfesseln wurden mir selbst in der abgeschlossenen und bewachten Zelle weder bei Tag noch bei Nacht, auch nicht zum Essen und zur Notdurft, abgenommen. Ja, ich wurde abends, mit gefesselten Händen auf der Pritsche liegend, durch eine zweite Fessel an den Pfosten der Pritsche gefesselt, so daß ich mich nicht bewegen konnte und infolgedessen keinen Schlaf fand.

Zu den Verhören wurde ich durch einen langen Korridor zum Vemehmungszimmer gehetzt, indem einige der Wachmannschaften hinter mir herjagten, andere, die seitwärts postiert waren, mich durch Tritte und Beinstellen einige Male heftig zu Fall brachten. Vor der Tür des Vernehmungszimmers mußte ich bis zum Beginn des Verhörs Laufschritt auf der Stelle machen, was die Wachposten durch Tritte ins Gesäß und mit Geschimpfe und Gefluche zu immer höherem Tempo zu steigern versuchten. Das alles geschah unter den Augen des in der Nähe zuschauenden Feldwebels. Der Rückweg zur Zelle gestaltete sich zu dem gleichen Spießrutenlaufen, wobei ich einige Male durch Beinstellen der Posten zu Fall kam und heftig gegen die Wand schlug.

Am Nachmittag des zweiten Tages wurde ein Stuhl in die Zelle gebracht. Ich mußte mich setzen, um „rasiert“ zu werden. Obwohl ich gefesselt war, hielten mich zwei Posten auf dem Stuhl fest, während ein dritter meinen Kopf an den Haaren unbarmherzig nach hinten riß, so daß ich einige Male nach hinten umkippte.

Ein vierter Posten beschmierte mir nun das Gesicht mit einer wie Säure brennenden Masse, wobei er mich fortgesetzt mit der flachen Hand ohrfeigte. Nachdem er mich grundlich „eingeseift“ hatte, kratzte er mit einem stumpfen Rasierapparat das Gesicht so rücksichtslos ab, daß das Blut auf die Jacke tropfte. Während dieser Prozedur spuckten seine Gehilfen mir unter wilden Flüchen und Beschimpfungen fortgesetzt ins Gesicht.

Schließlich stürzten sich wie auf Kommando alle anwesenden Posten – es befanden sich etwa 8-10 Personen in der Zelle – auf mich, rissen mich hoch und schlugen blindlings auf mich ein, der ich wehrlos gefesselt war. Es hagelte Faustschläge gegen den Kopf und Fußtritte gegen alle Körperteile. Ich taumelte, mich mühsam auf den Beinen haltend, von einer Ecke in die andere, bis ich unter einem gewaltigen Schlag oder Fußtritt in die Magengegend besinnungslos zusammensackte.

Als ich erwachte, war es still und leer in der Zelle. Ich lag auf einer Pritsche und bemerkte, daß zwei Ärzte sich um mich bemühten, von denen einer meinen Puls beobachtete. Die Handfessel war abgenommen. Ich fiel bald wieder in Ohnmacht.

Wie lange dieser ganze Vorgang gedauert hat, konnte ich nur nach dem Tageslicht schätzen. Da es bei meinem Erwachen schon fast dunkel war, mochte es 20 Uhr gewesen sein, bei Beginn der Mißhandlungen etwa 17 Uhr. Es wurde mir ein starker Kaffee gereicht, und dann wurde ich zum letzten Verhör gebracht, diesmal ohne Spießrutenlaufen. Dieses Verhör dauerte bis tief nach Mitternacht. Der Vernehmungsoffizier, dem mein Zustand auffiel, erkundigte sich nach der Ursache. Ich berichtete ihm kurz das Vorgefallene. Er stand empört auf und entschuldigte sich „im Namen der britischen Armee“. Dann verließ er für geraume Zeit das Zimmer, um – wie er mir versprach — den Kommandanten wegen Bestrafung der Schuldigen aufzusuchen. Bei der brutalen Mißhandlung ist mir ein Backen- und ein Schneidezahn ausgeschlagen worden.

Am nächsten Morgen gegen 7 Uhr wurde ich gefesselt in einem Kraftwagen nach Nürnberg gebracht, wo ich gegen 19 Uhr in das Gefängnis des Justizpalastes eingeliefert wurde. An Verpflegung erhielt ich für den ganzen Tag zwei Scheiben Weißbrot, jedoch kein Getränk. In Nürnberg wurde ich in einer Einzelzelle untergebracht, durch deren Türluke mich Tag und Nacht — auch bei den diskretesten Verrichtungen – ein amerikanischer Posten beobachtete. In der Zelle trug ich keine Handfessel.

Der Tag nach meiner Einlieferung war ein Sonntag (1.4.1946). Am Montag Vormittag wurde ich zur ersten Vernehmung vor den kleinen Court geführt. Ich wurde vor dem Verlassen der Zelle wieder gefesselt, was sich bis zur Erhebung der Anklage am 13. Januar 1947 vor jedem Verhör wiederholte. In der ersten Zeit nahm diese Fesselung ein jüdischer Offizier vor, der mir mit unverhohlener Wollust die Fessel um die Gelenke schlug. Ich war zu dieser Zeit noch nicht aus der deutschen Wehrmacht entlassen, in welcher ich immerhin den Rang eines Generals innehatte.

Gefesselt und unter Begleitung eines Postens wurde ich zum Vernehmungszimmer geführt. Da der Weg dorthin von Tür zu Tür durch einen rechts und links, oben und unten geschlossenen Brettergang führte, so wie ihn wilde Tiere im Zirkus von ihrem Stallwagen zur Arena benutzen, ein Entweichen also völlig ausgeschlossen war, lag für diese Fesselung gar kein ersichtlicher Grund vor.

Auch während der Vernehmungen wurde mir die Fessel nicht abgenommen, obwohl ich mich unter Bewachung im geschlossenen Zimmer befand. Ich war nach den vorausgegangenen brutalen körperlichen Mißhandlungen in Nenndorf und infolge der Behandlung in Nürnberg seelisch vollkommen zusammengebrochen. Ich war 54 Jahre alt, hatte 33 Jahre lang meinem Vaterland makellos gedient und war mir keines Verbrechens bewußt.

In diesem Zustand prasselten die Fragen auf mich nieder, deren Beantwortung mir meist nur infolge ihrer suggestiven Form möglich war. Diese Verhöre erfolgten Vor- und Nachmittags stundenlang und erstreckten sich, allmählich nachlassend, über ein halbes Jahr von Juni bis Dezember 1946; es waren etwa 60 – 80.

Ich wurde in diesen Verhören über die subtilsten Einzelheiten aus einem Zeitraum von 10 – 15 Jahren befragt, ohne daß es mir trotz besten Willens möglich war, mich so unzähliger Einzelheiten überhaupt zu erinnern, zumal mir nicht eine einzige aktenmäßige Unterlage zur Verfügung stand noch gestellt wurde, und ich infolge hermetischer Absperrung in Einzelhaft weder mit einem meiner Mitarbeiter sprechen konnte noch mir erlaubt wurde, Rat und Hilfe eines Anwaltes in Anspruch nehmen zu dürfen. Mit einem Anwalt durfte ich erst nach 7 Monaten, nämlich nach Erhebung der Anklage gegen mich und meine Mitarbeiter des WVHA, welche am 13.1.1947 erfolgte, erstmalig in Verbindung treten. Es war der Münchener Rechtsanwalt Dr. jur. Alfred Seidl, der mich auch verteidigt hat.

Man hat mich in Nürnberg zwar nicht wie in Nenndorf körperlich mißhandelt (wenn ich von der monatelangen Handfesselung absehe) – dazu war das ganze Milieu wohl zu „prominent“ und zu viel Augen und Ohren da, denen eine solche Methode nicht verborgen geblieben wäre –, man wandte vielmehr die unauffällige und in ihrer Art viel brutalere Methode seelischer Quälereien an.

Als solche empfand ich auch die „Vorstellung“ des damaligen Gefängnisdirektors Colonel Andrews, der bei seinen häufigen Besuchsführungen stets vor meiner Zellentür verharrte und seinen Gästen mein von ihm erdachtes Sündenregister erklärte, wobei er mich stets als „Chef der Konzentrationslager“ und „second man after Himmler“ vorstellte, obwohl ich beides nie gewesen bin.

Häufig aber quittierten seine Gäste diese Erklärung des Col. Andrews mit einer unmißverständlichen Gebärde quer zum Hals, indem sie neugierig die Nase durchs Türluk steckten.

Noch gemeiner war die Methode meiner Vernehmer (z.B. des Herrn Rapp) „30 Millionen Menschen haben Sie umgebracht“, „3 Millionen Menschen haben Sie sterilisiert!“ Mit solchen und ähnlichen Behauptungen mühten sich die Vernehmer, mich in den Verhören weich zu machen, obwohl sie genau wußten — denn sie besaßen ja alles an Dokumenten, was es über mich gab! — , daß ihre Behauptungen unwahr und Tricks waren. Da ich keine seelische Elefantenhaut besitze, verfehlten solche teuflischen Einschüchterungen ihre Wirkung nicht. Und die Vernehmer erreichten das, was sie wollten: nicht der Wahrheit, sondern ihren Zwecken entsprechende Aussagen. Auch in den Mittagspausen blieb ich in der Zelle nicht unbehelligt. Sehr oft, anfangs täglich, erschien ein amerikanischer Offizier (eindeutig Jude), der mich anscheinend „psychologisch“ bearbeiten mußte. Da ich aus der ganzen Methode nicht schlau wurde und anscheinend auf die Intentionen dieser Herren nicht einging, ergoß sich wieder eine Flut unflätiger Beschimpfungen über mich wie „gemeiner Verbrecher“, „verfluchter Lügner“, „Halunke“ u.a.m. Ich war zu jener Zeit immer noch General der deutschen Wehrmacht (meine Entlassung erfolgte erst später), also Kriegsgefangener, und von keiner Seite ward mir mitgeteilt, warum ich in Nürnberg saß. Unter dieser dauernden seelischen Quälerei, unter der täglichen Zurschaustellung als gefesselter Verbrecher, unter der Versagung jeglicher Hilfe, der Trennung von meiner Familie (meine Frau durfte ich erstmals nach 16-monatiger Haft in Nürnberg sprechen) habe ich seelisch schwer gelitten und leide heute noch. Von körperlicher Mißhandlung oder Bedrohung in Nürnberg ist mir nur der Fall des früheren Standartenführers Maurer, eines meiner früheren Mitarbeiter, bekannt geworden. Einzelheiten hierüber sind in dem Hilfegesuch Maurers an den US-amerikanischen Gerichtspräsidenten in Nürnberg namens Thomas enthalten, der dieses Gesuch jedoch ignorierte.

Das dunkelste Kapitel bei der Durchführung der Nürnberger Prozesse bilden die auf Grund der von der Anklagebehörde durchgeführten Verhöre hergestellten berüchtigten Affidavits. Diese haben wohl nicht nur im Prozeß gegen das WVHA eine unheilvolle, düstere Rolle gespielt. Wo die echten Unterlagen (Akten, Dokumente u.ä.) der Anklagebehörde nicht in den Kram paßten oder zur Erreichung der von ihr erstrebten Verurteilung nicht genügten, wurden „Affidavita“ zusammengeschustert. Das Auffallende an diesen merkwürdigen Prozeßunterlagen ist, daß die Angeklagten in ihnen sich oft selbst beschuldigten. Verständlich ist das nur demjenigen, der die Technik des Zustandekommens solcher „Affidavits“ selbst erlebt und kennengelernt hat.

So wurden mir im April 1947 kurz vor Beginn meines Prozesses und auch sogar noch während meines Prozesses Affidavits zur Unterschrift vorgelegt, die nicht etwa von mir diktiert waren, sondern welche die Anklagebehörde aus den Protokollen meiner 10 Monate vorher begonnenen zahlreichen Vernehmungen zusammengestellt hatte! Ich wurde aufgefordert, diese sogenannten Affidavits zu unterschreiben. Ich habe mich gewehrt, so gut ich konnte, dies zu tun, weil ich auf Grund meines Dokumentenstudiums (die Dokumente wurden uns nach Erhebung der Anklage am 13.1.1947 allmählich zugänglich gemacht) erkannte, daß ich mich in vielen wesentlichen Punkten geirrt und unbewußt unwahre Angaben gemacht hatte. Der Verhörer aber ließ eine Berichtigung nur in für die Anklagebehörde unwesentlichen Punkten zu und zwang mich unter Hinweis darauf, daß ich vor Monaten so ausgesagt habe, zur Unterschrift.

In meiner damaligen seelischen Verfassung bin ich diesem Druck erlegen. Bei den letzten auf diese Weise erpreßten Affidavits nahm ich meinen Verteidiger zur Hilfe mit, der bezeugen kann, wie die Anklagebehörde operiert hat. Mein Hinweis, daß ich mich zur Zeit der zahlreichen Vernehmungen in einem anormalen seelischen Zustand befunden habe und durch damals nicht erkannte geschickte Suggestiv- und Führungsfragen zu den von der Anklagebehörde erstrebten Aussagen irregeführt worden sei, wurde geflissentlich übersehen. Der Gerichtshof tat das gleiche, als ich bei Vorlage dieser Prozeßunterlagen Einwendungen zu machen versuchte. Er beschränkte sich dabei auf die formale Feststellung, daß ich Gelegenheit gehabt hätte, Änderungen in den Affidavits vorzunehmen, ohne im geringsten darauf einzugehen, in welcher Weise mich die Anklagebehörde an der Wahrung meines Rechtes gehindert hatte.

Auf diese Weise sind Affidavits zustandegekommen und eingeführt worden, die tatsächlich erwiesene Unrichtigkeiten in wesentlichen Punkten enthalten und in denen sich – wie im Prozeßverlauf sich zeigte – Angeklagte mit z.T. gar nicht zutreffenden, also unwahren Aussagen selbst belastet haben!

Mit solcher Art Affidavits hat die Anklagebehörde die Angeklagten erschlagen. Dabei verfügte sie über einen unvorstellbaren Akten- und Dokumentenschatz, der in jedem korrekten Verfahren vollauf genügt hätte, die Wahrheit zu ermitteln. Welches Unheil aber mit diesen teuflischen Affidavits angerichtet worden ist und wie sie selbst dazu mißbraucht worden sind, die Wahrheit zu verdunkeln, das vermag nur der Eingeweihte zu erkennen.

Wo aber selbst dieses Machwerk nicht den von der Anklagebehörde erstrebten Erfolg sicherte, ließ sie ihre sogenannten „Kronzeugen“ (auf deutsch: gekaufte Zeugen) aufmarschieren. Es hat – zur Schande des deutschen Wesens muß es gesagt werden – auch in Nürnberg eine ganze Reihe dieser dunklen, traurigen Gestalten ihr erbärmliches Spiel getrieben. In ihren Reihen befanden sich hohe Regierungsbeamte, Generäle und Intellektuelle, ebenso wie Zuchthäusler, Geisteskranke und echte Schwerverbrecher. Diese Kreaturen, die durchweg genau so schuldig im Sinne des Siegers waren wie die von ihnen belasteten deutschen Kameraden, verkauften Ehre und Gewissen bedenkenlos gegen das Linsengericht, von einer Anklage freizukommen. Sie wurden nett behandelt, wie der Nutznießer Verräter zu behandeln pflegt, solange er sie gebraucht, konnten sogar zwischendurch auch mal auf Urlaub fahren.

Im Prozeß gegen das WVHA trat als „Kronzeuge“ ein gewisser Otto auf, der aus einem Irrenhaus entsprungen war und dessen Vorleben jedem zünftigen Verbrecher zur Ehre gereicht hätte. Das gleiche gilt von dem Anklagezeugen Krusial, der dem Gericht unter Eid die tollsten Schauermärchen auftischte und natürlich auch Glauben fand. Das hohe Gericht schien in diesem Glauben auch dann nicht erschüttert, als dieser „edle“ Zeuge, der das Gericht nach Strich und Faden belogen hatte, von einem deutschen Verteidiger auf Grund des Strafregisters als schwerer Krimineller im In- und Ausland wiederholt bestrafter Verbrecher und Zuchthäusler entlarvt wurde. Das Gericht nahm zwar den Strafantrag des deutschen Verteidigers gegen diesen Verbrecher wegen Meineides an, veranlaßte aber nichts, sondern entließ diesen „Zeugen“ in Ehren.

Damit ist die Reihe der von der Anklagebehörde gekauften Zeugen, welche im WVHA-Prozeß auftraten, keineswegs erschöpft. Diese beiden werden lediglich als Beispiel und Beweis dafür angeführt, was nach amerikanischen Rechtsbegriffen unter einem „ordentlichen“ Verfahren zu verstehen ist.

Daß die in den WVHA-Prozeß eingeführten Filme als Beweismittel, die zudem mit dem Gegenstand der Anklage gar nichts zu tun hatten und trotz des Einspruchs der deutschen Verteidigung vom Gericht angenommen wurden, zum Teil „gestellte“ Aufnahmen wiedergaben (woran auch die Versicherung des amerikanischen Filmoperateurs nichts zu ändern vermag!), sei nur am Rande vermerkt.

Wie weit die Anklagebehörde sich in ihrem jeder Sachlichkeit baren, blinden Haß hinreißen ließ, zeigt folgender Vorgang, der sich im WVHA-Prozeß abspielte. Nachdem die Anklagebehörde fast 2 Jahre lang in dem ihr zur Verfügung stehenden, viele Kisten umfassenden erbeuteten Dokumenten- und Aktenmaterial herumgewühlt hatte, drängten die deutschen Verteidiger fortgesetzt, daß ihnen das gleiche Recht eingeräumt werde. Die Anklagebehörde leugnete hartnäckig, daß sich dieses Material in ihren Händen befinde. Die deutschen Verteidiger blieben bei ihrer Behauptung, daß sich 6 – 8 Kisten sogar im Keller des Justizpalastes befanden. Das Gericht, das dem Drängen der Verteidigung nachgab, begab sich anerkennenswerterweise selbst in den Keller, um sich von der Richtigkeit der deutschen Behauptungen zu überzeugen. Mit ziemlich betretener Miene stellten die drei amerikanischen Richter nach der Rückkehr von der Kellervisite fest, daß die Anklagebehörde geschwindelt habe (!) und die Behauptung der deutschen Verteidigung richtig sei! Nunmehr konnte dieser nicht länger das Recht vorenthalten werden, ihrerseits dieses amtliche Material zu benutzen.

Leider (oder natürlich?) fiel diese Entscheidung erst gegen Ende des Prozesses, so daß die Sichtung und Ausbeute dieses umfassenden amtlichen Materials durch die deutsche Verteidigung im Interesse der Angeklagten nur ganz flüchtig und oberflächlich möglich war. In dieser Tatsache lag die stärkste, ja die ganze Lähmung und Behinderung der Verteidigung der Angeklagten, denn in diesen Kisten befand sich auch das entlastende Material, dessen Vorlage die Anklagebehörde somit verhindert hatte. – „Ordentliches“ Verfahren?

Wie par excellence in den Dachauer Prozessen, so kam auch in den Nürnberger Prozessen unverkennbar und schlecht verhohlen zum Ausdruck, daß nicht die Ermittlung der Wahrheit, sondern die Vernichtung möglichst vieler Gegner das Ziel der von blindem Haß und offensichtlicher Rachsucht getriebenen Anklagebehörde, in welcher jüdische Vertreter dominierten, gewesen ist. Der Gott, der den Sieger blendete, hat uns Besiegten die Augen geöffnet. Wenn diesem Haß nicht Einhalt geboten wird, werden sich die Gräberreihen der auch unschuldig gerichteten Deutschen noch mehren. Am 1. Juni 1948

gez. Oswald Pohl

Nachtrag

1. Der hier genannte Maurer wurde erst im Laufe des WVHA-Prozesses in Nürnberg verhaftet. Da man ihn also in den Nürnberger Prozeß nicht mehr hineinnehmen konnte, wurde er im Januar 1948 an die Polen ausgeliefert, um dort „fertig“ gemacht zu werden. Die Auslieferung entbehrte jeder rechtlichen und tatsächlichen Begründung, denn Maurer war nie im polnischen Territorium tätig und hat auch von Berlin aus keine Verbrechen an Polen begangen. Wehrlos geht er nun in Polen seinem Schicksal entgegen, nachdem er im Krieg durch feindliche Bomber seine ganze Familie (Frau und 3 Kinder) in einer Nacht verloren hatte.

2. Die hier geschilderten seelischen Einschüchterungsversuche amerikanischer Anklagebehörden entsprechen der hemmungslosen Lügenhaftigkeit, mit der nach 1945 das deutsche Volk diskriminiert worden ist. Zum Beweis gebe ich einige amtliche Zahlen an, die die Verleumder und Betrüger auf Grund und unter Vorlage bisher nicht veröffentlichter Akten und Dokumente entlarven werden:

a) Zahl der KZ im Reichsgebiet: 12
b) Zahl der Arbeitslager: 504 (als „Arbeitslager“ bezeichnete man die von und bei der Rüstungsindustrie für die bei ihr beschäftigten KZ-Insassen eingerichteten Unterkünfte, Diese waren durchschnittlich mit 500 – 1.000 Personen belegt).
c) Zahl der in allen KZ und allen Arbeitslagern Ende 1944 untergebrachten Personen betrug 700.000 maximal! Mitte 1942 waren es 45.000! Hier besonders ist die Öffentlichkeit mit hanebüchenen Zahlen betrogen worden. Unter vielen „Millionen“ tut es keiner. Kogon nannte erst 11 Millionen, jetzt (2. Auflage seines „Werkes“) ca. 7 Millionen. Es ist anzunehmen, daß er in etwaigen weiteren Auflagen zur Erde zurückkehrt. Ein französisches Dokument des Verlages „Mehr Licht“ (!), das sich „amtlich“ und „wissenschaftlich“ nennt und das im IMT-Prozeß vorgelegt wurde, nennt sogar 20 Millionen, mindestens aber 10 Millionen. Ein etwas weiter Spielraum für ein „amtlich“ sein wollendes Dokument!
d) die Zahl der Todesfälle in allen KZ und Arbeitslagern betrug für die Zeit von 1933 bis 1945 = 200.000 – 250.000. In dieser Zahl sind nicht die vernichteten Juden enthalten, welche der von Himmler unmittelbar beauftragte Höss im IMT-Prozeß mit 1,5 – 2 Millionen angegeben hat. Auerbach hat noch vor einiger Zeit von 11 Millionen Toten gefaselt. Die Zahl von 200.000 – 250.000 in den Jahren 1933 – 1945 erscheint prima facie sehr hoch. Es muß jedoch darauf hingewiesen werden, daß die Sterblichkeit in den KZ während dieser 12 Jahre nachweisbar nur unbedeutend über dem Reichsdurchschnitt gelegen hat.

Hierfür möge jetzt nur ein Beispiel dienen. Die Anklagebehörde hat im ersten Prozeß gegen das Personal des KZ Flossenbürg als Beweismittel die Original-Lagerbücher vorgelegt. Aus diesen ergab sich, daß von 1938 (Gründung des Lagers) bis zur Kapitulation 68.000 Häftlinge durch dieses Lager gegangen sind. Hiervon verstarben von 1938 bis Dezember 1944 insgesamt 2.000 (zweitausend) und von Januar 1945 bis zur Kapitulation 12.000 (zwölftausend). Erst die von Himmler befohlenen sinnlosen Evakuierungstransporte des Jahres 1945 haben die Sterblichkeit so ungeheuer erhöht, genau wie das bei den von den Alliierten nach der Kapitulation durchgeführten Massenausweisungen der Fall war.

Zu beachten ist ferner, daß die Toten in den Arbeitslagern von demjenigen KZ registriert wurden, welches die Häftlinge gestellt hatte. Das ist wichtig für die kritische Betrachtung der z.B. von Kogon genannten Zahlen. So hat z.B. das KL Buchenwald die Verstorbenen von über 100 Arbeitslagern registriert, von Häftlingen also, die gar nicht im KZ Buchenwald verstorben sind.

Es erscheint notwendig, der Zahl von 200.000 – 250.000 Toten aus 12 Jahren die Zahl derjenigen Kinder, Frauen und Männer entgegenzustellen, die in den Jahren 1943 – 1945, also in 2 – 3 Jahren, im Bombenhagel und Phosphorregen der alliierten Luftstreitkräfte umgebracht worden sind!

Da es sich hierbei nicht — wie von feindlicher Seite behauptet – um Angriffe auf militärische Anlagen (Brücken und Eisenbahnen) handelt, erhebt sich die Frage, wer die für diese „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ Schuldigen zur Verantwortung zieht.

Alle hier geschilderten Erlebnisse und Erfahrungen sowie die unter 2 a – d angegebenen Zahlen betrachte ich als unter Eid abgegeben.

Am 1. Juni 1948

gez. Oswald Pohl

In einem der letzten Briefe, am 5. Juni 1951, zwei Tage vor seiner Hinrichtung durch die Amerikaner, schreibt Pohl an Admiral a.D. Gottfried Hansen, den 1. Vorsitzenden des Bundes deutscher Soldaten:

Sehr verehrter Herr Admiral, durch einen Marinekameraden erhielt ich eine Abschrift Ihres Schreibens v. 17.5.51 an den Bundeskanzler. Sie werden sich kaum vorstellen können, welche Gefühle Ihr Eintreten für mich in mir ausgelöst hat. Zum ersten Male in den 5 Jahren meiner Einzelhaft (davon fast 4 Jahre in der Todeszelle) strecken sich helfende Hände durch das Gitterfenster. Ich konnte nur die Hände falten und dem Allmächtigen danken für dieses Zeichen Sei­ner Gnade. Ihnen aber meinen aus bewegtem Herzen kom­menden Dank zu sagen, ist mir drängendes Anliegen. Ich hörte auch von Ihrem Briefe an General Eisenhower. Auch für diese Hilfe seien Sie meines tiefgefühlten Dankes sicher. Und schließlich möchte ich hier auch meinen persönlichen Dank sagen für die große materielle Hilfe, die Sie meiner Frau und meinen 4 unmündigen Kindern (7 -17 Jahre alt) zugewendet haben. Meiner Frau als alter Soldatenfrau (ihr erster Mann war der Verstorbene Major a.D. Rütger v. Brüning) hat diese kameradschaftliche Nothilfe besonders wohl getan.

Nun hätten mich vor 14 Tagen unsere „Befreier“ doch beinahe zum zweiten Male aufgehängt! Und diese Gefahr bleibt akut. Über 30 Jahre habe ich als Berufssoldat meinem Vater­lande gedient, davon 22 Jahre bei der Marine (1912 – 1934).

Ich stehe im 60. Lebensjahre. Aus dieser langen Soldatenzeit haben die Ankläger und Richter in Nürnberg mir nicht einen einzigen Befehl und keinen Akt meines Willens und meiner Initiative nachweisen können, durch den irgendein Mensch verfolgt, eingesperrt, gequält oder gar umgebracht worden wäre; auch kein Jude! In Ermangelung dieses Tatbestandes hat mich das amerikanische Gericht in Zuständigkeiten hineingezaubert, die niemals meines Amtes waren, und daraus Verantwortlichkeit konstruiert, die ich nie getragen habe, nur weil man mir als Sündenbock für andere, die tot sind, den Strick drehen wollte oder mußte.

3 Jahre nach Beendigung des Prozesses (3.11.47) hat mich das Frankfurter Büro des amerikanischen Hochkommissars mit weiteren, frei erfundenen „Verantwortlichkeiten“ ausgeschmückt. Diese neuen Pseudo-Verantwortlichkeiten haben dann dem amerikanischen Hochkommissar dazu gedient, der deutschen Öffentlichkeit in dem „Dokumentarischen Bericht über Landsberg“ Anfang Februar 1951 weiszumachen, daß ihm die Aufhebung des Todesurteils gegen mich nach reiflicher Gewissensprüfung (!) nicht möglich sei.

Ihnen, Herr Admiral, als meinem ehemaligen Stationschef, melde ich hiermit:

1. Ich war von Beruf Marine-Zahlmeister bzw. Wirtschafts-Verwaltungsoffizier. Ich habe auch bei der Waffen-SS als „Chef des Wirtschaft-Verwaltungshauptamtes“ (W.V.H.A.) keine andere Tätigkeit ausgeübt wie der Chef des Verwaltungsamtes in der Marineleitung und wie der Chef des Heeresverwaltungsamtes. Meine einzige Tätigkeit im System der Konz.lager lag in dem Auftrag, „den Arbeitseinsatz der Häftlinge in die Rüstungsindustrie als ministerielle Instanz zu lenken“ (1942 – 44). Über das SS-Personal in den Konzentrationslagern und über die Häftlinge hatte ich weder Kommando- noch Strafgewalt (Feststellung des Nürnberger Gerichtes in meinem Urteil).

Zwischen mir als Chef des W.V.H.A. und den Verwaltungen der KZ bestand dieselbe Entfernung und das gleiche Dienstverhältnis wie zwischen dem Chef des Verw.Amtes in der Mr.Ltg. und der Kassen Verwaltung eines Schiffes oder dem Rechnungsamt eines Marineteils. In völliger Verkennung dieser Sachlage haben mich, den Verwaltungsmann, die Amerikaner für alle Mißstände in den KZ verantwortlich gemacht. Auf unsere alte Marine-Organisation übertragen heißt das: man hat den Chef des Verw-.Amtes in der Mr.Ltg. auch für militärische Versager an Bord eines Schiffes oder bei einem Marineteil verantwortlich gemacht.

Weil der Kommandeur (Himmler) durch Selbstmord ausgefallen ist, seine Vertreter (Daluege, Heydrich, Kaltenbrunner) tot sind, der „Chef des Persönlichen Stabes“ (Karl Wolff) sich durch Landesverrat freigekauft hat, der „Generalquartiermeister“ (Gen. Jüttner) bei den Amis arbeitet, die beiden „Inspekteure KZ“ (Gen. Eicke und Glücks, – militärische Dienstaufsicht!) ebenfalls tot sind, greift man sich den Zahlmeister! Nach deutscher militärischer Auffassung ist das grotesk.

2. Auf Grund meiner fachlichen Qualifikation als Wirtschafts-Verwaltungsoffizier kam ich für eine Verwendung als „Chef des Stabes der SS!“ nicht in Betracht. Ich habe deshalb eine solche Dienststellung nie innegehabt und nicht innehaben können, weil sie es nie gegeben hat.

3. Im April oder Mai 1943 meldete der deutsche Heeresbericht, daß Einheiten des Heeres und der Waffen-SS unter Führung des Gen. d. W.-SS Stroop das Warschauer Ghetto zerstört haben. Ich habe in meinem Leben weder das Warschauer noch ein anderes Ghetto gesehen, geschweige denn zerstört.

4. Die Deportationen und Vernichtungen der Juden sind organisiert und durchgeführt worden vom Reichssicherheitshauptamt, Chef: Heydrich, Kaltenbrunner (Geheime Staatspolizei, Sondergruppe Eichmann). Auf meine Initiative ist kein einziger Jude deportiert oder vernichtet worden.

5. Die sog. „Aktion Reinhardt“ ist organisiert und durchgeführt worden von dem SS- und Polizeiführer Lublin Gen. Lt.d.Pol. Globocnik. Dieser unterstand dem Reichssicherheitshauptamt und nicht mir.

Nach Beendigung der „Aktion Reinhardt“ und nachdem Glo. bereits abkommandiert war, ordnete Himmler eine Prüfung der Verwaltungsdienststelle des Glo. an. Der mit dieser Kassen- und Buchprüfung beauftragte Chef des Revisionsamtes, Oberst Voigt, der mir unterstellt war, hat die Prüfung bald nach Beginn auf meinen Befehl eingestellt, nachdem er mir gemeldet hatte, daß Glo. seine Verwaltungsdienststelle für die „Aktion R.“ mit eingesetzt hatte. Voigt ist auf Grund dieses Tatbestandes in Nürnberg freigesprochen worden!

6. Ich habe nicht nur keinen Häftling für ärztliche Versuche persönlich ausgesucht, sondern ich habe gegen die Verwendung von Häftlingen für diesen Zweck bei Himmler schriftlich protestiert (im Rahmen meines eingangs erwähnten Auftrags).

Das sind alles Tatsachen, die den amerikanischen Richtern und dem Frankfurter Büro des amerikanischen Hochkommissars seit Jahren bekannt sind. Wenn die amerikanische Justiz sie in dem sogenannten Fair Trial gegen mich fair gewürdigt hätte, wäre es nie zu diesem Schandurteil gekommen, in das man sich sinnlos kindisch verbissen hat. …

Es wird Sie noch dieses interessieren. Ich war mit 17 meiner ehemaligen Mitarbeiter (Verwaltungs- und Kaufleute) angeklagt. 3 wurden freigesprochen, 4 zum Tode verurteilt; die restlichen erhielten Freiheitsstrafen. Von den 4 Todesurteilen hob das Gericht, das sie verhängt hatte, selbst eines wieder auf; das zweite änderte Clay in lebenslänglich (inzwischen auf 20 Jahre reduziert) ab; der dritte Todeskandidat ist am 23. Mai 1951 entlassen worden, nachdem sein Todesurteil auf 9 Jahre herabgesetzt worden war!

So springt man mit Köpfen um. Als einziger Todverurteilter bin ich übriggeblieben. Von allen 15 Verurteilten befinden sich nur noch 7 in Haft; die übrigen sind bereits entlassen.

Man steht vor einer Chinesischen Mauer. Das Traurigste ist, daß die Öffentlichkeit sachlich unzulänglich, ja falsch unterrichtet ist, jedenfalls in meinem Fall. Zur Sache ist von richterlicher Instanz seit 1947 überhaupt nichts mehr bearbeitet worden. Alle Eingaben wurden vom Frankfurter Büro des Hochkommissars „wohlwollend betrachtet“. Das ganze Spiel vor den Gerichtshöfen in USA geht nur darum, die von uns erstrebte Voraussetzung einer richterlichen Überprüfung, d.h. die Gewährung einer echten Revision (2. Instanz) zu sabotieren.

In ergebenster Verehrung Ihr dankbarer

________gez. Oswald Pohl__________

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Quelle: Metapedia

23. Mai 1945: Völkerrechtswidrige Verhaftung der Reichsregierung Dönitz

Die Regierung Dönitz war die letzte geschäftsführende Reichsregierung nach dem „Tod“ des bisherigen Reichskanzlers Adolf Hitler am 30. April 1945. Sie existierte vom 2. Mai bis zu ihrer völkerrechtswidrigen Verhaftung durch britische Soldaten am 23. Mai 1945, wodurch sie handlungsunfähig gemacht wurde.

Die Regierung um Großadmiral Karl Dönitz folgte dem zurückgetretenen Kabinett Hitler und hatte ihren Sitz in Plön und Eutin, ab dem 3. Mai in Flensburg. Der von Dönitz mit der Regierungsbildung beauftragte Johann Ludwig Graf Schwerin von Krosigk bildete das Kabinett Schwerin von Krosigk (Flensburger Kabinett). Nach dem 12. Mai hielten sich die Mitglieder der Regierung im Sonderbereich Mürwick in der Britischen Bestzungszone auf.

Die Geschäftsführende Reichsregierung definierte sich als „unpolitisch“. Für die Alliierten war die Unterzeichnung der Militärischen Kapitulation am 7. Mai 1945 eine wesentliche Funktion der geschäftsführenden Reichsregierung, wobei die Kapitulationsurkunden dann durch den Generaloberst Jodl und Generalfeldmarschall Keitel jeweils handelnd in Vollmacht für und im Namen des Oberkommandos der Wehrmacht unterzeichnet wurden.

https://i2.wp.com/de.metapedia.org/m/images/7/7d/Marineschule_Flensburg-M%C3%BCrwik.jpg

Die Marineschule Mürwik , der Sonderbereich Mürwik. Sitz der bislang letzten deutschen Reichsregierung

……….

Vorgeschichte

Bereits Anfang April 1945 ließ Heinrich Himmler den künftigen Standort der Reichsregierung auswählen, und seine Entscheidung fiel auf die Holsteinische Schweiz als relativ ländlichem Raum.

Am 20. April 1945, Adolf Hitlers 56. Geburtstag, verfügte er, dass die Reichsregierung von Berlin nach Schleswig-Holstein umziehen solle, das zu dem Zeitpunkt noch von der Wehrmacht gehalten wurde. Lediglich Joseph Goebbels und Martin Bormann blieben als Regierungsmitglieder beim Führer in der Reichshauptstadt.

Mit dabei waren Reichsernährungsminister Herbert Backe, Reichsgesundheitsführer Leonardo Conti, Reichsverkehrsminister Julius Heinrich Dorpmüller, Reichsfinanz- und Reichsaußenminister Lutz Schwerin von Krosigk, Reichsminister Otto Meißner, Reichsminister für die besetzten Ostgebiete Alfred Rosenberg, Reichserziehungsminister Bernhard Rust, Reichsarbeitsminister Franz Seldte, Reichsrüstungsminister Albert Speer und Reichsjustizminister Otto Georg Thierack; daneben militärische Befehlshaber wie die Generalfeldmarschälle Fedor von Bock, Walther von Brauchitsch und Erich von Manstein.

Die erste Kabinettssitzung im Eutinischen fand am 23. April im dortigen Landratsamt statt. Seitdem tagte die Reichsregierung täglich unter dem Vorsitz von Lutz von Krosigk, dem dienstältesten Reichsminister. Währenddessen verhandelte Heinrich Himmler am gleichen Tag in Lübeck mit dem schwedischen Diplomaten Graf Folke Bernadotte über einen Waffenstillstand, was jener jedoch ablehnte.

Die Nachricht von Adolf Hitlers angeblichem Tod traf bei der Reichsregierung am 30. April 1945 um 18:35 Uhr ein. Himmler reiste sofort nach Plön, um sich Dönitz als dessen künftiger Stellvertreter anzubieten.

Bislang letzter Reichspräsident

Datei:Bundesarchiv Bild 146-1985-079-31, Verhaftung von Dönitz, Speer und Jodl.jpg

Verhaftung von Karl Dönitz, Albert Speer und Alfred Jodl am 23. Mai 1945

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Da Adolf Hitler in seinem Testament Großadmiral Karl Dönitz zu seinem Nachfolger als Reichspräsident bestimmt hatte, trat dieser mit einer Rundfunkansprache über den Reichssender Hamburg am 1. Mai das Amt an. Die wesentliche Bedeutung der Regierung Dönitz lag in der Beauftragung zur Unterzeichnung der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht. Danach wurden Dönitz und die Geschäftsführende Reichsregierung völkerrechtswidrig isoliert, ihre Bewegungsfreiheit war auf den Sonderbereich Mürwik beschränkt. Die Mitglieder dieser letzten deutschen rechtmäßigen Regierung wurden schließlich am 23. Mai völkerrechtswidrig verhaftet.

Die Britische Armee hatte am 28. April die Elbe bei Lauenberg überschritten und bewegte sich im Wettlauf mit der Roten Armee auf Lübeck zu. Die von Dönitz ernannte Reichsregierung musste direkt nach der Kabinettssitzung am 2. Mai in Eutin weiter nach Flensburg ziehen. Lübeck wurde am selben Abend weitgehend kampflos von den Briten eingenommen. Heinrich Himmler und Albert Speer flohen zunächst nach Bad Bramstedt.

Am 3. Mai bezog die Geschäftsführende Reichsregierung ihren Sitz in der Marineschule Mürwik in Flensburg, im sogenannten Sonderbereich Mürwik, während der Generalstab der Wehrmacht unter Generalfeldmarschall Ernst Busch seinen Stützpunkt von Hamburg-Bergedorf nach Kollerup in Angeln verlegte, nachdem Dönitz am Tag zuvor angewiesen hatte, Hamburg den Briten kampflos zu übergeben. Auch Himmler floh mit 150 Gefolgsleuten nach Hüholz bei Flensburg.

Ab 2. Mai verhandelte Admiral Hans-Georg von Friedeburg in Dönitz’ Auftrag in Lüneburg mit dem britischen Feldmarschall Bernard Montgomery. Am 4. Mai war die Kapitulation Nordwestdeutschlands und Dänemarks, die am folgenden Tag um 8.00 Uhr in Kraft trat, das Ergebnis.

Am 5. Mai tagte unter diesen Umständen die Reichsregierung in Flensburg. Lutz von Schwerin-Krisigk, der am 2. Mai von Dönitz den Auftrag zur Regierungsbildung erhalten hatte, wurde Leitender Reichsminister, Finanzminister und Außenminister, Albert Speer Wirtschaftsminister, Wilhelm Stuckart Innen- und Kulturminister, Herbert Backe Ernährungs- und Landwirtschaftsminister, Franz Seldte Arbeitsminister und Julius Heinrich Dorpmüller Verkehrs- und Postminister. Hinzu kamen hunderte Mitarbeiter in den Ministerien.

Am 6. Mai enthob Dönitz den NSDAP-Gauleiter Hinrich Lohse seines Amtes als schleswig-holsteinischer Oberpräsident. Um 17.00 Uhr wurden auch Heinrich Himmler und Alfred Rosenberg endgültig aller ihrer Ämter enthoben.

Der Reichssender Flensburg verkündete mit einer Ansprache durch Lutz von Schwerin-Krosigk am 7. Mai um 12:45 Uhr zum ersten Mal von deutscher Seite her das Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa, nachdem Generaloberst Alfred Jodl in Reims die bedingungslose militärische Kapitulation „aller unter deutscher Befehlsgewalt stehenden Streitkräfte“ unterzeichnet hatte:

„Wir müssen uns den Weg durch das Dunkel der Zukunft durch drei Sterne erleuchten und führen lassen, die stets das Unterpfand echten deutschen Wesens waren: Einigkeit und Recht und Freiheit.“

– Schwerin-Krosigk über den Reichssender Flensburg am 7. Mai 1945 –

Diese bedingungslose Kapitulation der deutschen Streitkräfte trat am 8. Mai 1945 in Kraft, was auch im Reichssender Flensburg durch eine Ansprache von Karl Dönitz bestätigt wurde.

Die Regierung Dönitz blieb aber noch einige Tage über die Kapitulation der Wehrmacht hinaus im Amt. Täglich, pünktlich um 10 Uhr, eröffnete Dönitz die Kabinettssitzungen. Am 23. Mai 1945 wurden Dönitz sowie die Mitglieder der Geschäftsführenden Reichsregierung und des Oberkommandos der Wehrmacht im „Sonderbereich Mürwik“, insgesamt etwa 300 Kabinettsmitglieder, (Stabsoffiziere und Verwaltungsbeamte) verhaftet.

Die Alliierten erklärten stattdessen am 5. Juni:

„Die Machtübernahme ist notwendig, weil es in Deutschland keine zentrale Behörde mehr gibt“.

– „Berliner Erklärung“ –

Dazu schrieb Großadmiral Karl Dönitz in Bad Mondorf im Juli 1945:

„Der Kommandant des Lagers, in dem ich mich als Kriegsgefangener befinde, verlas am 7. Juli eine aus 3 Paragraphen bestehende Anordnung, die in § 2 u.a. die Feststellung enthielt, der Deutsche Staat habe aufgehört zu bestehen. Der Satz wurde auf meine Einwendung nachträglich dahin berichtigt, dass es heißen sollte, die Deutsche Regierung habe aufgehört zu bestehen.

Um Missverständnissen über meinen Standpunkt vorzubeugen, treffe ich folgende Klarstellung:

  1. Die Kapitulation ist von meinen Beauftragen auf Grund einer schriftlichen Vollmacht geschlossen worden, die ich als Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches und damit Oberster Befehlshaber der Wehrmacht zugestellt habe, und die in dieser Form von den bevollmächtigten Vertretern der Alliierten Streitkräfte verlangt war und anerkannt wurde. Die Alliierten haben mich dadurch selbst als Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches anerkannt.
  2. Durch die mit meiner Vollmacht am 9. Mai 1945 abgeschlossene bedingungslose Kapitulation der drei Deutschen Wehrmachtsteile hat weder das Deutsche Reich aufgehört zu bestehen, noch ist dadurch mein Amt als Staatsoberhaupt beendet worden. Auch die von mir berufene geschäftsführende Regierung ist im Amt geblieben; mit ihr hat die alliierte Überwachungskommission in Flensburg bis zum 23. Mai 1945 im Geschäftsverkehr gestanden.
  3. Die im Abschluss an die Kapitulation erfolgende vollständige Besetzung des Deutschen Reichsgebietes hat an dieser Rechtslage nichts geändert. Sie hat nur mich und meine Regierung tatsächlich behindert, in Deutschland Regierungshandlungen zu vollziehen.
  4. Ebenso wenig konnte meine und meiner Regierung Gefangennahme auf die dargelegte Rechtslage Einfluss haben. Sie hatte nur zur Folge, dass jede tatsächliche Amtstätigkeit für mich und meine Regierung vollständig aufhörte.
  5. Mit dieser Auffassung über die Rechtsfolgen der erwähnten militärischen Vorgänge befinde ich mich in Übereinstimmung mit den allgemein anerkannten Grundsätzen des Völkerrechts.

Zur Tatsache, dass die bedingungslose Kapitulation ausschließlich die Wehrmacht betraf, heißt es in einer nach dem Krieg herausgegebenen juristischen Abhandlung:

(…) In der gesamten Völkerrechtsliteratur (…) besteht Übereinstimmung darüber, dass eine solche Kapitulation eine ausschließlich militärische Bedeutung hat, sich entsprechend der Zuständigkeit der beiderseits beteiligten Befehlshaber streng auf militärische Angelegenheiten beschränken muss und irgendwelche sonstigen in das Gebiet der Politik gehörenden Bestimmungen nicht enthalten darf. (…) Es steht einwandfrei fest, dass die erste Kapitulationsurkunde vom 7.5.45 in Reims namens des deutschen Oberkommandos vom Generaloberst Jodl und die zweite fast gleichlautende vom 8.5.45 in Berlin ebenfalls im Namen des Oberkommandos durch Keitel, Friedeburg und Stumpff unterzeichnet worden ist. Auf keiner der beiden Urkunden erscheint die Unterschrift des Admirals Dönitz.

Das Deutsche Reich wurde unter die vollständige Kontrolle der Alliierten gestellt. Für eine deutsche Regierung war kein Platz mehr. Die Regierung Dönitz in Flensburg wurde nur wenige Wochen nach der bedingungslosen Kapitulation von den alliierten Siegern abgesetzt und in die Gefangenschaft geführt. Ein Vorgang, wie es ihn in der europäischen Staatengeschichte so noch nicht gegeben hatte.

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Quelle: Metapedia

Alliierte Zensur – Die größte Bücherverbrennung aller Zeiten

Die größte Büchervernichtung aller Zeiten mit dem Ziel der Auslöschung der deutschen Kultur und der totalen Vernichtung der kollektiven Erinnerung der Deutschen fand nach 1945 durch alliierte Besatzungstruppen an deutschem Kulturgut statt.

Alliierte Bücherverbrennung in der SBZ.jpgDie Vernichtung geht zurück auf den Kontrollratsbefehl Nr. 4 vom 13. Mai 1946, um die geplante Umerziehung der Deutschen wirksam durchführen zu können. Die „Liste der auszusondernden Literatur“ wurde dabei zuerst in der damaligen SBZ in Mitteldeutschland erstellt, später von den drei westlichen Besatzungszonen eilfertig übernommen. Darüber hinaus gab es in jeder Besatzungszone West- und Mitteldeutschlands weitere eigene Listen mit ebenso zensierten Schriften. Insgesamt wurden 35.743 Titel und Schriften aus Bibliotheken und Büchereien ausgesondert und vernichtet. Darunter auch Zigaretennbilderalben, Deutsche Heldensagen und Kinderbücher. Für Bücherreihen und Zeitschriften wurden darüber hinaus sogenannte „Gruppenverbote“ verhängt, die dann für sämtliche Auflagen, Ausgaben und Jahrgänge galten. Bei dem Ziel der Büchervernichtung bestand traute Einigkeit zwischen der sowjetischen Besatzungsmacht einerseits und den westlichen Siegermächten andererseits.

„Das Interesse beider Systeme war es, in erster Linie die Ausstrahlungskraft des Gedankens der Volksgemeinschaft im Innersten zu zerstören und damit schon im Ansatz eine Wiederholung dieses augenscheinlich aussichtsreichen Versuchs der Überwindung des Liberalkapitalismus zu verhindern. Die Weiterverfolgung dieses Kriegszieles über den Waffenstillstand hinaus offenbarte sich in der Indizierung von 35.743 deutschsprachigen Buchtiteln als „Träger nationalsozialistischen Gedankenguts“ durch den Alliierten Kontrollrat mit der sich daran anschließenden größten Büchervernichtung der Weltgeschichte.“

Im Gegensatz zur nichtstaatlich organisierten Aktion wieder den undeutschen Geist des Jahres 1933, die alleinig eine kulturelle Reinigung Deutschlands nach der Zersetzung während der Weimarer Zeit zum Ziel hatte und in ihrer Symbolik durch nichts mit der alliierten Büchervernichtung vergleichbar ist, war der Zweck der alliierten Büchervernichtung die totale kulturelle Zerstörung ihres außenpolitischen Konkurrenten Deutschland. Kein Deutscher hat es jemals gewagt, das Kulturgut eines anderen Landes so anzutasten oder gar gezielt zu zerstören in einer Weise, wie dies gegen Deutschland durchgeführt wurde. Während des anglo-amerikanischen Terrorbombenkrieges gegen deutsche Städte waren schon bereits zuvor Millionen von Büchern verbrannt, darunter unwiederbringliche Kulturschätze.

Die Lizenzzeitungen waren Ausgangspunkt der Entwicklung der antinationalen gleichgeschalteten Massenmedien, deren Aufgabe die Ausformung der öffentlichen Meinung ist.

In Deutschland gab es von 1933 bis 1945 eine „Deutsche Zentralpolizeistelle für die Bekämpfung unzüchtiger Bilder, Schriften und Inserate“, deren Beamte nach billigem Ermessen Bücher entwendeten. Die alliierten „Säuberer“ streiften ähnlich Büchersammlungen durch und extrahierten Bände vor Ort.

Die Liste beginnt einleitend:

Folgende Gruppen von Büchern sind im ganzen zu sperren, ohne daß die Titel einzeln aufgeführt werden:
  1. Die Schulbücher aus den Jahren 1933-1945.
  2. Die Baupläne für Modelle von Flugzeugen, Kriegsschiffen und Kriegsfahrzeugen, in der Regel mit gedruckten Anleitungen versehen.
  3. Die Dienstvorschriften des Heeres, der Luftwaffe und der Marine.
Folgende Einzelschriften sind zu sperren (…)

Bücher in Privatbesitz waren von der Bücherverbrennung nach der „Befreiung“ 1945 in der Regel jedoch nicht betroffen und konnten, wenn auch zumeist heimlich, in den folgenden Jahrzehnten weitergereicht und gelesen werden. In der SBZ wurden auch private Büchersammlungen durchschnüffelt und gegebenenfalls der Vernichtung zugeführt. Darüber hinaus ist jedoch derzeit der antiquarische Vertrieb einiger dieser Bücher in der BRD nicht (mehr) eingeschränkt.

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Quelle: Metapedia

Befehl Nr. 4 des alliierten Kontrollrats vom 13. Mai 1946

Der Kontrollratsbefehl Nr. 4 vom 13. Mai 1946 leitete die größte Büchervrennung in der Menschheitsgeschichte ein. Bereits kurz nach Kriegsende wurden wertvolle deutsche Schriften vernichtet. Mit dem Befehl wurde jedoch erstmals ein systematisches Vorgehen abgestimmt. Ziel war die Auslöschung der kollektiven Erinnerung der Deutschen im Sinne der Umerziehung.

Unter Punkt 5 heißt es demzufolge:

„Alle in diesem Befehl erwähnten Veröffentlichungen und Materialien sind den Zonen-­Befehlshabern zwecks Vernichtung zur Verfügung zu stellen.“

Die in den drei offiziellen Sprachen abgefassten Originaltexte dieses Befehls sind von B. H. Robertson, L. Koeltz, M. I. Dratwin und Lucius D. Clay unterzeichnet.

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Wortlaut

Kontrollratsbefehl Nr. 4
Einziehung von Literatur und Werken nationalsozialistischen und militaristischen Charaktersvom 13. Mai 1946

geändert am 10. August 1946 (ABl. S. 172)

für die Bundesrepublik Deutschland außer Wirkung gesetzt durch
Artikel 2 des Gesetzes Nr. 16 (Ausschaltung des Militarismus) der Alliierten Hohen Kommission vom 16. Dezember 1949 (ABl. S. 72)

für die DDR außer Wirkung gesetzt durch
Beschluß des Ministerrats der UdSSR über die Auflösung der Hohen Kommission der Sowjetunion in Deutschland vom 20. September 1955

In Anbetracht der Gefahr, die die nationalsozialistische Lehre darstellt, und um so schnell wie möglich die nationalsozialistischen, faschistischen, militaristischen und antidemokratischen Ideen auszumerzen, gleichviel in welcher Form sie in Deutschland ihren Ausdruck gefunden haben, erläßt der Kontrollrat folgenden Befehl:

1. Innerhalb von zwei Monaten nach Veröffentlichung dieses Befehls haben alle Inhaber von Leihbüchereien, Buchhandlungen, Buchniederlagen und Verlagshäusern den Militärbefehlshabern oder sonstigen Vertretern der Alliierten Behörden folgendes auszuliefern:

a) Alle Bücher, Flugschriften, Zeitschriften, Zeitungssammlungen, Alben, Manuskripte, Urkunden, Landkarten, Pläne, Gesang- und Musikbücher, Filme und Lichtbilddarstellungen (Diapositive) – auch solche für Kinder jeglichen Alters -, welche nationalsozialistische Propaganda. Rassenlehre und Aufreizung zu Gewalttätigkeiten oder gegen die Vereinten Nationen gerichtete Propaganda enthalten;

b) Alles Material, das zur militärischen Ausbildung und Erziehung oder zur Aufrechterhaltung und Entwicklung eines Kriegspotentials beiträgt, einschließlich der Schulbücher und des Unterrichtsmaterials militärischer Erziehungsanstalten jeder Art, ebenso alle Reglements, Instruktionen, Anweisungen, Vorschriften, Landkarten, Skizzen, Pläne usw. für alle Truppeneinheiten und Waffengattungen.

2. Innerhalb der gleichen Frist haben alle ehemaligen staatlichen und städtischen Büchereien, alle Universitätsrektoren und Leiter höherer und mittlerer Lehranstalten und aller Forschungsinstitute, die Präsidenten von Akademien, wissenschaftlichen oder technischen Gesellschaften und Vereinigungen ebenso wie die Leiter von Gymnasien und höheren oder niederen Elementarschulen aus den ihnen unterstellten Büchereien die in Ziffer 1 aufgeführte nationalsozialistische und militärische Literatur zu entfernen, an besonders zugewiesenen Orten zusammen mit den dazugehörigen Karten aus der Bücherkartei sorgfältig geordnet zusammenzustellen und den Vertretern der Militärkommandantur oder anderen Alliierten Behörden zu übergeben.

3. Für die vollständige und fristgemäße Übergabe solcher Bücher und Materialien sind die Besitzer ebenso wie die Bürgermeister und örtlichen Behörden verantwortlich.

4. Die Durchführung dieses Befehls wird von den Militärbefehlshabern oder anderen Vertretern der Militärbehörden der Besatzungsmächte überwacht.

5. Alle in diesem Befehl erwähnten Veröffentlichungen und Materialien sind den Zonen­Befehlshabern zwecks Vernichtung zur Verfügung zu stellen.

Durch den Befehl des Kontrollrats vom 10. August 1946 wurde dem Befehl Nr. 4 folgender Paragraph angefügt: 

6. Die Zonenbefehlshaber (in Berlin die Alliierte Kommandatura) können eine begrenzte Anzahl von Exemplaren der laut § 1 verbotenen Schriften für Forschungs- und Studienzwecke von der Vernichtung ausnehmen. Diese Schriften sind in besonderen Räumlichkeiten aufzubewahren, wo sie jedoch unter strenger Aufsicht der Alliierten Kontrollbehörde, von deutschen Wissenschaftlern und andern Deutschen, die die entsprechende Erlaubnis von den Alliierten erhalten haben, eingesehen werden können. Die Zonenbefehlshaber haben sich untereinander vermittels der Organe des Kontrollrats hinsichtlich der Anzahl und der Titel, des Aufbewahrungsorts und des Verwendungszwecks dieser Schriften Kenntnis zu geben.

Ausgefertigt in Berlin, den 13. Mai 1946.

(Die in den drei offiziellen Sprachen abgefaßten Originaltexte dieses Befehls sind von B. H. Robertson, Generalleutnant, L. Koeltz, Armeekorpsgeneral, M. I. Dratwin, Generalleutnant, und Lucius D. Clay, Generalleutnant, unterzeichnet)

Amtsblatt des Kontrollrats in Deutschland S. 151. Zit. auf Verfassungen.de
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Quelle: Metapedia.

Die Folgen des 8. Mai 1945 für Deutschland

Von Gerd Schultze-Rhonhof

Die Schicksalsschläge, die mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges zusammenhingen und ihm folgten, und von denen damals die überwiegende Mehrheit der Deutschen betroffen war, hießen: Besatzung, Vetreibung, Vergewaltigung, Verschleppung, Plünderung, Hungernot, Zwangsarbeit und Kriegsgefangenschaft.

Die Erinnerung daran haben spätere und bessere Zeiten überlagert und verdrängt, und Millionen der Betroffenen sind heute tot. Dennoch unterscheidet sich die Wahrheit dadurch von der Halbwahrheit, dass sie die ganze Wirklichkeit umfasst. Zur ganzen Wirklichkeit des 8. Mai 1945 zählt auch das, was viele Deutsche heute nicht mehr wissen.

Für die deutsche Bevölkerung war die Zeit, die dem 8. Mai folgte, zunächst die pure Unterdrückung. Bei allen Schattierungen des besseren oder schlimmeren Loses, das es je nach der örtlichen Besatzungstruppe überall gegeben hat, war das Schicksal der Deutschen in den Besatzungszonen der Sowjets, der Franzosen und der Amerikaner besonders übel. Die Vertreibungen von deutschen Familien aus ihren Häusern binnen Stundenfrist – um Wohnraum für die Besatzungstruppen zu schaffen -, die Vergewaltigung von Frauen durch französische, amerikanische und russische Soldaten, die Schikanen an den nun schutzlosen Deutschen, das Ausrauben der Bevölkerung durch französische und sowjetische Besatzungstruppen und die Sperrung der Lebensmittelzufuhr durch die US-Militärbehörden waren die unmittelbaren Folgen des 8. Mai 1945.

Damals konnte noch niemand ahnen und sich damit trösten, dass diesen Verhältnissen eines Tages “Recht und Freiheit” folgen würden.

Ankunft der “Richter und Rächer”

1945 galt für alle Teile Deutschlands, was der Oberbefehlshaber der westlichen Besatzungstruppen, General Dwight D. Eisenhower, in seiner Weisung JCS 1067 angeordnet hatte:

“Deutschland wird nicht zum Zweck der Befreiung besetzt werden, sondern als besiegte Feindnation. Der Zweck ist … die Besetzung Deutschlands zur Durchsetzung gewisser alliierter Ziele.”

Die Direktive blieb bis zum 14. Juli 1947 in Kraft. Stalin drückte das Gleiche 1944 in einem Befehl an seine Truppen so aus:

“Mit glühendem Hass im Herzen betreten wir das Land des Feindes. Wir kommen als Richter und Rächer.”

Im Sinne der Eisenhower-Direktive wurden dem Internationalen Roten Kreuz (IKRK) und der “UN-Hilfsorganisation zur Unterstützung von Flüchtlingen und Verschleppten” (UNRRA) von den Amerikanern untersagt, Nahrungsmittel an die deutsche Zivilbevölkerung oder an die deutschen Kriegsgefangenen zu verteilen. Der Hunger war unmittelbar nach der Kapitulation die erste Strafe für die Deutschen.

Die Hilfsgüter des IKRK wurden erst später in das besiegte Land gelassen, zuerst von den britischen Besatzungsbehörden ab Oktober 1945, dann ab Dezember 1945 auch von den Franzosen. Amerikaner und Sowjets wiesen die IKRK-Hilfen noch während des strengen Winters 1945/46 ab. Beide öffneten ihre Besatzungszonen erst im März und April 1946 für die Hilfssendungen des Roten Kreuzes. Infolge des Hungers und des Mangels an Kohlen für das Heizen im Winter starben bis 1948 zwischen drei und fünf Millionen Menschen an Erschöpfung, Tuberkulose, Ruhr und durch Selbstmord aus Verzweiflung über ihre ausweglose Lage.

Besatzungszonen2 Die Folgen des 8. Mai 1945 für Deutschland

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Aufrufe zu Massenvergewaltigungen

Neben dem schlimmen Hunger war das ekelhafteste Schicksal, das die Deutschen damals traf, die Vergewaltigung unzähliger Mädchen und Frauen durch sowjetische, französische und amerikanische Soldaten. In der Roten Armee durch offizielle Aufrufe dazu aufgestachelt und in der französischen und der amerikanischen Armee geduldet, vergewaltigten Soldaten aus den drei genannten Staaten in den Monaten April bis Juli 1945 viele Hunderttausend deutsche Frauen, vom Kindes- bis zum Greisenalter; Tausende von ihnen zehn- bis zwanzigmal am Tag. Die Zahl der Vergewaltigungsopfer in den Tagen um den 8. Mai 1945 wird allein in Berlin auf 90.000 geschätzt. Unzählige Frauen wurden nach den Vergewaltigungen ermordet. Eine ebenfalls sehr hohe Zahl dieser Frauen hat sich damals aus Verzweiflung selbst getötet.

Verglichen mit der schlimmen Hungersnot, den Seuchen, dem ersten kalten Nachkriegswinter und der Vergewaltigung unschuldiger Mädchen und Frauen scheinen die anderen Schattenseiten dieser Zeit nur noch als Bagatellen: die Zensur von Zeitungen, Radio, Kino, der Literatur und der Schulbücher, der Verlust von Beruf und Stellung für viele deutsche Bürger, die Enteignungen, die Demontage von Fabriken und Industrieanlagen in der französischen und der sowjetischen Besatzungszone bis 1949, der Raub der deutschen Patente durch die Amerikaner und nicht zuletzt die Unterbindung der Arbeit der deutschen Zivilverwaltung zur Ordnung von Wirtschaft und Verkehr in der ersten Nachkriegszeit. Von “Befreiung” war 1945 für die allermeisten Deutschen nichts zu spüren.

Vertreibung von 16 Millionen Deutschen

Bei allen Lasten der Besatzungszeit konnten die in den vier Besatzungszonen Deutschlands lebenden Menschen wenigstens in ihrer Heimat bleiben. Anders erging es den deutschen Bürgern, die bis 1945 östlich von Oder und Neiße lebten. Mit der Niederlage gerieten die Landesteile Ostpreußen, Westpreußen mit der Stadt Danzig, Pommern, Ostbrandenburg und Schlesien und dazu die deutsch besiedelten Sudetenlande – insgesamt das Heimatland von etwa 14,5 Millionen Deutschen – unter fremde Herrschaft. Hinzu kam, dass mit der deutschen Niederlage auch 1,5 Millionen Deutsche aus den Gebieten ausgetrieben wurden, die bis 1919 deutsch oder österreichisch gewesen und infolge des Versailler Diktats Polen zugesprochen worden waren. Diese insgesamt 16 Millionen Deutschen flohen aus Ostdeutschland oder wurden systematisch vertrieben.

Flüchtlinge in Ostpreußen

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Unvorstellbare Grausamkeit

Das Schicksal der Vertreibung hatte viele Seiten. Da stand zum einen der materielle Verlust, den die Vertriebenen zu tragen hatten: Land- und Hausbesitz, Fabriken und Arbeitsplätze, Hausrat und Vermögen usw. Die meisten Vertriebenen hatten dabei nicht mehr nach Westen retten können, als sie tragen konnten. Dazu kam der ideelle Verlust der angestammten Heimat. Insgesamt hat Deutschland den Zweiten Weltkrieg materiell und ideell mit dem Verlust von 114.000 Quadratkilometern Land bezahlen müssen, nahezu einem Viertel seines Staatsgebiets. Das Erschütterndste aber war der Akt der Vertreibung selbst. Er wurde mit unvorstellbarer Grausamkeit vollzogen. Man mag vieles davon den Gefühlen der Rache von Russen, Polen Tschechen und Serben für selbst erlittenes Leid und Unrecht zuschreiben und es auch damit entschuldigen, doch für die 16 Millionen Vertriebenen und Ermordeten war es subjektiv das genaue Gegenteil einer “Befreiungsaktion”.

Zwei bis über zweieinhalb Millionen deutsche Bürger wurden noch am alten Wohnort oder auf der Flucht von den Vertreibern umgebracht oder sie sind vor Erschöpfung, Hunger, Durst, Kälte und Krankheit auf der Flucht umgekommen. Als weitere Todesursachen dieser Menschen sind schriftlich überliefert: Erschlagen, Erschießen, Erdrosseln, Ertränken, Erstechen, Tod nach mehrfacher Vergewaltigung, Entmannen, Kreuzigen, Totpeitschen und Tottrampeln durch Menschen oder Pferde, Verbrennen bei lebendigem Leib, Verstümmeln, zu Tode Rollen in Fässern und Vollpumpen mit Jauche.

Ermordeter Sudetendeutscher

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Das Massaker von Nemmersdorf

dresden1945 Die Folgen des 8. Mai 1945 für Deutschland

Dresden 1945

Nur wenige der Dramen um den 8. Mai herum haben sich im kollektiven Gedächtnis der Deutschen erhalten:

  • die Versenkung der Flüchtlingsschiffe “Wilhelm Gustloff”, “Goya” und “Steuben” in der Ostsee mit zusammen 19.000 ertrunkenen Kindern, Frauen, verwundeten Soldaten und Schiffsbesatzungen,
  • die Bombardierung der mit 600.000 schlesischen Flüchtlingen überfüllten Stadt Dresden und
  • das Massaker von Nemmersdorf, dem ersten Dorf, das die Rote Armee auf deutschem Territorium erobert hatte. Als Nemmersdorf kurz darauf von der Wehrmacht zurückerobert wurde, fanden die deutschen Soldaten fast alle Bäuerinnen, Kinder und Greise des Dorfs erschlagen,
  • gekreuzigt, erschossen und vergewaltigt vor.
nemmersdorf 300x174 Die Folgen des 8. Mai 1945 für Deutschland

Opfer von Nemmersdorf

Die anderen Flüchtlings- und Verschlepptendramen des Kriegsendes sind im kollektiven Gedächtnis der Deutschen kaum mehr vorhanden. Dazu gehören die Flüchtlingstrecks, die zum Teil durch Schnee und Eis bei unter minus 20 Grad oft über Hunderte von Kilometern marschierten und von der Roten Armee angegriffen und ausgeplündert wurden. Die unzähligen in der Tschechei durch die Straßen getriebenen Sudetendeutschen, die erst gehetzt und dann oft erschlagen, erschossen oder ertränkt wurden, sind ebenfalls schon vergessen. Die etwa drei Millionen Sudetendeutschen hatten bei ihrer Austreibung aus der Tschechei über 272.000 Tote zu beklagen, weit mehr als die USA während des gesamten Zweiten Weltkriegs gegen Deutschland. Vergessen sind offensichtlich auch die Verschleppungen von Hunderttausenden von Deutschen in Arbeits-, Straf- und Konzentrationslager in der Sowjetunion und Polen und die Ausrottung der deutschen Bevölkerung in einer Vielzahl deutscher Ortschaften in Jugoslawien.

Junges Mädchen in Nemmersdorf: gekreuzigt, geschächtet und Bein abgesägt

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Misshandlung deutscher Kriegsgefangener

Für über elf Millionen deutsche Männer und nicht wenige Frauen begann mit dem Kriegsende auch die Leidenszeit der Kriegsgefangenschaft. Dieses Schicksal fiel allerdings je nach Gewahrsamsstaat recht unterschiedlich aus. Ein großer Teil der deutschen Kriegsgefangenen war bereits vor dem 8. Mai in Gefangenschaft geraten, doch dieser Tag bedeutete auch für sie einen dramatischen Einschnitt. Bis dahin behandelten Amerikaner, Briten und Franzosen ihre Gefangenen in der Regel anständig, weil sie wollten, dass auch ihre eigenen Soldaten im Feindgewahrsam so behandelt würden. Dieser “Schutz” für die deutschen Gefangenen war mit der Kapitulation bei den meisten Siegermächten aber abrupt beendet.

Rheinwiesenlager Die Folgen des 8. Mai 1945 für Deutschland

Deutsche Soldaten in den Rheinwiesenlagern

Der amerikanische Oberbefehlshaber Eisenhower entzog den über drei Millionen deutschen Kriegsgefangenen, die mit der Kapitulation im Reichsgebiet in amerikanische und britische Gefangenschaft geraten waren, per Befehl den Schutzstatus als “Kriegsgefangene”, den sie nach dem Kriegsvölkerrecht bis dahin genossen hatten. Auch Sowjets und Franzosen ließen nach der deutschen Kapitulation zunächst alle bisher geübten Rücksichtnahmen fallen – es kam in der Folge zu einem Massensterben unter den deutschen Kriegsgefangenen. So sind nach dem 8. Mai 1945 etwa 1,5 Millionen deutsche Kriegsgefangene in amerikanischer, französischer, sowjetischer und jugoslawischer Kriegsgefangenschaft umgekommen.

Ab dem 8. Mai 1945 wurden die deutschen und italienischen Gefangenen in den USA, in Kanada, Italien, in der Tschechoslowakei und England, die bis dahin nach den Bestimmungen des Kriegsvölkerrechts ernährt worden waren, von einem Tag auf den anderen auf stark gekürzte Rationen gesetzt. Die Kriegsgefangenen im Reichsgebiet, denen Eisenhower ihren völkerrechtlichen Schutzstatus entzogen hatte, wurden auf eingezäunten Feldern und Wiesen unter freiem Himmel zusammengepfercht. Sie erhielten in den ersten Tagen nach der Kapitulation in den meisten Lagern weder Wasser noch Verpflegung. Selbst die Verwundeten und Kranken lagerten schutzlos bei Regen, Wind und Kälte auf nackter, schlammiger Erde. Es fehlte zunächst jede ärztliche Versorgung. Tausende Männer in diesen Gefangenenverhauen hatten nicht einmal improvisierte Toiletten. Durchfallkranke Soldaten starben an Entkräftung oft dort, wo sie ihre Notdurft verrichteten.

Amerikanische und französische Wachmannschaften schossen von außen wahllos in die Lager. Es kam in der Anfangszeit zu Brutalitäten, die die deutschen Gefangenen von ihren US-Bewachern nicht erwartet hatten, bis hin zum Überrollen von schlafenden Kriegsgefangenen mit Jeeps und Planierraupen.

Deutsche Gefangene beim Verhungern

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Vernichtung von Lebensmitteln

Die US-Militärbehörde verbot, Verpflegung und Zelte aus Wehrmachts- und US-Depots in den Gefangenenlagern zu verteilen. Sie untersagte, dass die deutsche Bevölkerung aus der Nachbarschaft Trinkwasser und Nahrungsmittel brachte.

sgeschichtebild61 Die Folgen des 8. Mai 1945 für Deutschland

Gezieltes “Verhungern lassen” von Deutschen

Außerdem befahl sie, den helfenden Zivilpersonen die Lebensmittel abzunehmen und zu vernichten. Die Amerikaner ließen der Bevölkerung verkünden, man werde bei zukünftigen Versuchen zu solchen Hilfsaktionen auf sie schießen.

Die US-Besatzungsmacht verwehrte dem IKRK den Zugang zu den Kriegsgefangenenlagern in Deutschland. Die US-Lager in Frankreich wurden dem IKRK gar nicht erst gemeldet. Die Hilfssendungen des IKRK wurden – wie bereits erwähnt – zunächst von allen Siegermächten abgewiesen, und die angelieferten Lebensmittelrationen für die Kriegsgefangenen nicht verteilt. Allein der US-Oberbefehlshaber in Italien ließ die deutschen Gefangenen so gut versorgen und behandeln, wie es damals möglich war. Der Leidensweg der deutschen Soldaten in US-Gewahrsam fand erst ein Ende, nachdem 1946 einige US-Senatoren gegen die Verhältnisse in den amerikanischen Kriegsgefangenenlagern Protest eingelegt hatten. Die schlimme Behandlung der deutschen Gefangenen durch die Amerikaner im Jahre 1945 ist dank der späteren Wiederaufbauhilfe der USA für Deutschland weitgehend in Vergessenheit geraten.

Deutsche Zwangsarbeiter

Die anfängliche Behandlung der deutschen Gefangenen in französischem Gewahrsam stand der in den amerikanischen Lagern in nichts nach. Auch dort wurden die vom IKRK gelieferten Lebensmittel nicht an die Gefangenen verteilt. So sind etwa 150.000 Deutsche in der französischen Besatzungszone, in Frankreich, auf Korsika und in Nordafrika durch Unterernährung oder Krankheit umgekommen. Ein Teil der Toten ging allerdings noch auf das Konto der Amerikaner, die diese Gefangenen bereits fast zu Tode unterernährt an die Franzosen übergeben hatten.

Zwangsarbeit im Gulag

Viele Kriegsgefangene in den westlichen Gewahrsamstaaten mussten nach der deutschen Kapitulation zwar auch Zwangsarbeit im Bergbau, auf Werften, in der Landwirtschaft und anderen Orten leisten, aber sie hatten doch das Glück, nach wenigen Jahren entlassen zu werden. Die meisten deutschen Kriegsgefangenen in sowjetischem Gewahrsam hatten da ein weitaus härteres Los gezogen. Sie mussten viele Jahre länger bleiben, zum Teil mehr als zehn Jahre, und ihre Zwangsarbeit im Bergbau, beim Holzfällen, Straßen-, Brücken- und Eisenbahnbau zudem unter harten klimatischen und primitiven Arbeitsbedingungen leisten. Eine sehr große Zahl dieser Kriegsgefangenen hat dies nicht überlebt. Außerdem mussten über 270.000 in die Sowjetunion verschleppte deutsche Zivilisten das Schicksal der Kriegsgefangenen teilen.

Zu den hier erwähnten, in Gefangenschaft geratenen deutschen Soldaten kamen noch zehntausende in Jugoslawien ermordete deutsche Kriegsgefangene, die ihre Heimat niemals wiedersahen.

Schauprozesse und Foltergeständnisse

Ein besonderes Kapitel sind die Straf- und Schauprozesse, denen ein Teil der deutschen Kriegsgefangenen im sowjetischen, amerikanischen und jugoslawischen Machtbereich unterworfen waren. Sowjetische Vernehmungsoffiziere ließen nicht aussagewillige Gefangene in vielen Fällen foltern und erschießen. Ab 1949 begann man außerdem, mehr als 50.000 deutsche Kriegsgefangene in Schauprozessen der “Spionage” oder der “Zustimmung zum Kriege” zu beschuldigen und anzuklagen. Nach Prozessen, die oft nur zehn Minuten dauerten, wurden sie meist zum Tode verurteilt und kurz danach zu 25 Jahren Arbeitslager “begnadigt”. Auch amerikanische Kriegsgerichte haben sich bei den Verhören vor Prozessen nachweislich der Folter an Gefangenen bedient.

Schauprozess in Nürnberg

So ließen amerikanische Vernehmungsoffiziere in vielen Fällen deutsche Kriegsgefangene tagelang hungern, mit Fäkalien übergießen oder ihnen Säcke über ihre Köpfe stülpen und dann auf sie einschlagen, um sie für die Verhöre “weich” zu bekommen. Im “Malmedy-Prozess” wurden den angeklagten deutschen Kriegsgefangenen Holzkeile unter ihre Fingernägel getrieben oder die Hoden zerquetscht, um sie zu “Geständnissen” zu zwingen. Die in diesem Prozess gesprochenen Todesurteile wurden deshalb später auf Druck eines amerikanischen Untersuchungsausschusses ausgesetzt und nicht vollstreckt. Man kann die Bestrafung Millionen deutscher Männer mit jahrelanger Gefangenschaft und Tod wahrlich nicht “Befreiung” nennen.

Am Ende stehen zwei historisch-politische Einsichten. Die Ursachen des Zweiten Weltkrieges beginnen mit den europäischen Auseinandersetzungen, die zum Ersten Weltkrieg führten, und setzen sich mit der gnadenlosen Art fort, in der die damaligen Sieger dem deutschen Volk in Versailles erst die Alleinschuld am Kriege zuschoben und es dann ausgeplündert haben, und gehen bis zum Danzig-Streit und der Diskriminierung und Drangsalierung der deutschen Minderheit in Polen. Die Folgerung, dass die Deutschen den Krieg verursacht und damit die Vertreibung und das Elend ab 1945 selbst verschuldet hätten, ist daher historisch unhaltbar.

Die zweite Einsicht ist, dass das Leid von 16 Millionen deutschen Bürgern während der Vertreibung, von elf Millionen deutschen Männern in der Kriegsgefangenschaft und der Tod von weit über sechs Millionen Bürgern unseres Landes nach dem 8. Mai 1945 zu bedeutend sind, als dass sie neben der Erleichterung weniger, die sich praktisch befreit sahen, von damals an diesem Tag verschwiegen werden dürften.

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Quelle: Magazin DMZ, Nr.45, Mai – Juni 2005

Die Friedensverträge von Brest-Litowsk und Versailles

DER BETRUG IM SCHULBUCH

In dem Unterrichtsbuch GESCHICHTLICHE WELTKUNDE Band 3 – Verlag Moritz Diesterweg Frankfurt – Berlin – München 2. Auflage, wird der deutsch-russische Friedensvertrag von Brest-Litowsk vom März 1918 im Fettdruck als „Gewaltfrieden im Osten“ hervorgehoben.

Das Friedensdiktat von Versailles wird brav nur ganz einfach „Vertrag“ genannt. Hier wird gleichsam im Vorbeigehen in hinterhältiger Weise der Eindruck erweckt, daß wir Deutsche wieder einmal recht brutal vorgegangen seien, im Gegensatz zu den viel korrekteren und “menschlicheren” Siegern im Weltkrieg l.

Zunächst: Ein „Vertrag“ wird immer zwischen mehreren Parteien abgeschlossen. Die deutsche Seite wurde aber zu den Verhandlungen in Versailles überhaupt nicht zugelassen, sondern „wie Tiere im zoologischen Garten behandelt“.

Der spätere Außenminister der USA, John Fester Dulles, schrieb als damaliges Mitglied der US-Delegation von 1918/19:

„Ich erinnere mich lebhaft, wie dort die Mitglieder der deutschen Friedensdelegation in ein mit Stacheldraht eingefaßtes Gehege verwiesen wurden, den Blicken wie Tiere in einem zoologischen Garten ausgesetzt und ihnen jede persönliche Berührung mit alliierten Delegierten versagend …“ 1

Solches erfährt die deutsche Schuljugend aus ihren Schulbüchern natürlich nicht, denn diese zeigen durchgängig das unverkennbare Bestreben, die eigene Geschichte abstoßend zu zeichnen und die Gegner musterknabenhaft reinzuwaschen.

Und was forderte der „Gewaltfrieden“ von Brest-Litowsk?

Es sollten souverän werden: Die baltischen Staaten, Finnland, Polen, Georgien, Ukraine. Landstriche im Kaukasus sollten an die Türkei zurückgegeben werden, sowie eine Kriegsentschädigung von sechs Milliarden Mark bezahlt werden. Die Landabtretungen bedeuteten im wesentlichen nichts anderes als die Erfüllung der Forderungen des US-Präsidenten Woodrow Wilson nach Selbstbestimmung der Völker, denn all diese Völkerschaften wollten los vom russischen Joch. Die Forderung von sechs Milliarden Mark vergleiche man aber mit der Forderung der Sieger an Deutschland, die im Londoner Abkommen von 1921 mit 132 Milliarden beziffert wurde!

Wie die Unterwerfung der so in Brest-Litowsk befreiten Gebiete vor sich ging, mag ein Bericht beleuchten, den der Heerführer des Zaren Peter d. Gr., General Scheremetjew, an seinen obersten Befehlshaber erstattete:

„Vieh und Enten haben wir eine Menge gefangen. Kühe sind jetzt für 3 Altynen zu haben, Schafe für 2 Dengen, kleine Kinder für 1 Denga, größere für ein Griwna, 4 Stück kauft man für 1 Altyne. Ich habe Dir zu melden, daß der allmächtige Gott und die allergnädigste Gottesmutter Deinen Wunsch erfüllt haben: im feindlichen Lager gibt es nichts mehr zu verheeren, alles ist verwüstet, nichts steht aufrecht… von Reval bis Riga ist alles mit Stumpf und Stil ausgerottet.“ 2

Was es mit dem „GEWALTFRIEDEN“ des Schulbuchs auf sich hat, kann uns der am besten unterrichtete Zeuge anschaulich machen: Wladimir lljitsch Uljanow = Lenin. Im Verlauf einer Rede über den russisch-polnischen Krieg von 1920 sagte dieser:

„Ihr wißt, daß die alliierten Imperialisten – Frankreich, England, Amerika und Japan – nach der Vernichtung Deutschlands den Versailler Vertrag geschlossen haben, der jedenfalls viel brutaler ist als der berüchtigte Vertrag von Brest, der so viel Geschrei auslöste.“ 3

In dem Schulbuch darf natürlich der Hinweis auf die Bezeichnung „Untermenschen“ durch Hitler nicht fehlen. Aber es fehlt der Hinweis darauf, dass Adolf Hitler diese Bezeichnung von Herrn Churchill übernommen hat, der 1919 von der russischen „Doktrin des Untermenschen“, vom Bolschewismus als „Krankheit“ und „Seuche“ sprach. 4 Das war in den Tagen, als am 25. Juli 1919 der Londoner „Daily Herald“ aus einer Rede Churchills zitierte:

„Die Bolschewisten haben ihre Reden mit dem grausamsten und niederträchtigsten Auftreten verbunden, das es jemals unter Menschen gegeben hat, und mit Taten, die der Steinzeit und den Hottentotten Zentral-Afrikas zur Schande gereichen würden.“ 5

Der „Gewaltfrieden“ von Brest-Litowsk hat demnach eine Reihe von Völkern vor der „grausamsten und niederträchtigsten“ Gewalt bewahrt!

Am 11. Januar 1919 erklärte Churchill im Aldwych- Club:

„Von allen Tyranneien der Geschichte ist die der Bolschewisten die schlimmste, die vernichtendste, die erniedrigendste.“ 6 Wir fragen: „Ist es das Merkmal von einem „Gewaltfrieden“, daß er Völker vor der „vernichtendsten“ Gewalt befreit?“

Den Schulbuchhistorikern zufolge wurde dagegen in Versailles 1918 ein ganz normaler Friedensvertrag geschlossen. Nun, dieser war ja auch frühzeitig gründlich vorbereitet worden. Schon 1915 erklärte der große Europäer Winston Churchill dem Pariser „Matin“, man werde die „bedingungslose Kapitulation“ Deutschlands erzwingen, indem man es solange an der Kehle würge, bis sein Herz aussetze! 7

Deutschland wurde durch die Kapitulation wehrlos und völlig hilflos. Dennoch – trotz 800.000 Hungertoten bis zum Waffenstillstand wurde Deutschland weiter an der Kehle gewürgt!

Am 10. Dezember 1918 gab der spätere US-Präsident Herbert Hoover einen Bericht nach Washington, in dem festgestellt wurde, dass seit dem Waffenstillstand

„die Kindersterblichkeit um 30 % und die Sterblichkeit der Menschen über 70 Jahre um 33 Prozent zugenommen habe.“ 8 (in Deutschland)

Der britische Premier Lloyd George verlas am 8. März 1919 – also 4 Monate nach der Entwaffnung – aus einem Bericht:

„Die Fischereiflotten, die ein paar Heringe hätten fangen wollen, wären sogar am Auslaufen verhindert worden.“ 9 (die deutsche Fischereiflotte)

Warum? Winston Churchill hat es in schamloser Offenheit vor dem Unterhaus zugegeben:

„Wir halten unsere Zwangsmittel in vollem Umfang aufrecht, sie sind ständig im Einsatz oder zu sofortigem Einsatz bereit. Die Blockade führen wir energisch durch … Deutschland steht am Rande einer Hungersnot. Unsere Berichte zeigen zweitens, die große Gefahr eines Zusammenbruches der gesamten Struktur des sozialen und nationalen Lebens unter dem Druck des Hungers und der Unterernährung. Nun ist der Augenblick einer Regelung gekommen.“ 10

Aber die Herren Schulbuchverfasser meinen wohl, der Hunger schleiche seine Todesopfer lautlos an und daher sei es keine „Gewalt“. Der mit dem Hungertod von Millionen Deutschen erpreßte „Frieden“ sei also kein „Gewaltfrieden“!

So schleicht die Verfälschung der Geschichte auf Taubenfüßen ins Klassenzimmer.

Franz Joseph Strauß forderte am 30. November 1965 im Bundestag,

„daß die gewohnheitsmäßigen, fahrlässigen, absichtlichen und manchmal bewußt in den Dienst der Auflösung der westlichen Gemeinschaft gestellten Verzerrungen der deutschen Geschichte und des Deutschlandbildes von heute bekämpft und beseitigt werden.“

Wir sind diesem Aufruf gefolgt und hoffen, dass die deutsche Jugend die Wahrheit nicht wegwirft wie einen Zigarettenstummel.

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Quellenverweise:

1) Lutz Hermann VERBRECHERVOLK IM HERZEN EUROPAS,
Tübingen 1959 S. 43

2) Rimscha, Hans v. Geschichte Rußlands, Darmstadt
1970 S. 288

3) Lutz S. 88

4) Aigner, Dietrich CHURCHILL Göttingen 1975 S. 73

5) Churchill MEIN BUNDESGENOSSE Berlin 1942 S. 10

6) Hughes Emrys, CHURCHILL – EIN MANN IN SEINEM WIDERSPRUCH Tübingen 1959 S. 93

7) Aigner CHURCHILL S. 64

8) Hoover, Herbert MEMOIREN Mainz 1951 Bd. l S. 302

9) Hoover Bd. l S. 307/308

10) Hoover Bd. l S. 305

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Quelle: Unabhängige Nachrichten, Bochum 1983/Emil Maier-Dorn