Der Tag von Potsdam – Tag der nationalen Erneuerung

Der Tag von Potsdam (früher auch Tag der nationalen Erneuerung) am 21. März 1933 war die öffentlich bekundete Verschmelzung von preußisch-deutscher Tradition und Nationalsozialismus.

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Verlauf

Durch ein Spalier jubelnder Millionen geht die Fahrt Hindenburgs, der Regierung und der Abgeordneten von Berlin nach Potsdam. Millionen in ganz Deutschland hören im Rundfunk die von Dr. Goebbels glänzend arrangierten Reportagen zur feierlichen Reichstagseröffnung am 21. März 1933. Zurückhaltend und maßvoll beschwört der Führer die preußischchristliche Tradition, die Vermählung zwischen den Symbolen der alten Größe und der neuen Bewegung. Feierlich bekennt sich der Reichskanzler zur „nationalen Erhebung“.

Für Potsdam, die Stadt der preußischen Könige, heißt die Parole am Dienstag, dem 21. März 1933: „Tag der Nation“. Es ist frisch, der Himmel zeigt Wolken, einige Schneeschauer wehen daher, dann jedoch herrschen klares Blau und eitel Sonnenschein. Am 21. März 1871 hatte der Reichskanzler Fürst Bismarck den ersten Reichstag des neuen deutschen Kaiserreiches in Berlin eröffnet, des „Zweiten Reiches“ nach dem selig-unseligen Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation.

An genau dem gleichen 21. März soll jetzt der erste Reichstag des beginnenden „Dritten Reiches“ in der Stadt der preußischen Soldatenherrschers eröffnet werden, und zwar in der Garnisonkirche, wo die Särge König Friedrich Wilhelms I. und seines Sohnes Friedrich des Großen stehen.

Seit knapp acht Wochen ist Adolf Hitler der 21. Reichskanzler der auf dem Papier noch existenten Republik von Weimar, an der Spitze eines nationalsozialistisch konservativen Koalitionskabinettes. Mit der Wahl Potsdams als Stätte eines Staatsaktes zur Parlamentseröffnung will Hitler den Kontrapunkt zu Weimar setzen, wo die deutsche Nationalversammlung 1919 unter Führung der Novemberverbrecher die Republik aus der Taufe gehoben hatte.

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Tag von Potsdam: Soldaten der Reichswehr im Lustgarten der Garnisonkirche beim Abfeuern von 21 Salutschüssen, nachdem Hindenburg auf dem Grab von Friedrich dem Großen einen Kranz niedergelegt hatte

Programm

Das Programm sieht vor:

  • 6.30 bis 7.30 Uhr: Platzkonzert der Reichswehr vor dem Stadtschloss.
  • 10.30 Uhr: Gottesdienst; für evangelische Teilnehmer aus Reichsregierung und Reichstag in der Nicolaikirche (Predigt D. Dr. Otto Dibelius, Generalsuperintendent der Kurmark), für Katholiken in der Pfarrkirche (Hochamt Domvikar Banasch).
  • 11.30 Uhr: Feierlicher Zug der Akteure, Kabinettsmitglieder und Abgeordnete sowie Ehrengäste, zur Garnisonkirche. 12.00 Uhr-. Staatsakt mit Ansprachen des Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hindenburg (Jahrgang 1847) und des Reichskanzlers.
  • 12.45 Uhr: Vorbeimarsch der Potsdamer Garnison, der Schutzpolizei und der paramilitärischen Verbände, SA (Sturmabteilungen), SS (Schutzstaffeln) und des „Stahlhelm Bund der Frontsoldaten“ vor dem Reichspräsidenten. Unter den Ehrengästen finden sich die Notabeln des 1918 abgedankten Hohenzollernhauses, an der Spitze Kronprinz Wilhelm, preußische Prinzen, zahlreiche Generale und Admirale, pittoreskeste Figur der greise Generalfeldmarschall von Mackensen im Kalpak der Danziger Leibhusaren.
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Adolf Hitler und Franz von Papen auf dem Weg zur Garnisonkirche am sogenannten „Tag von Potsdam“ am 21. März 1933

Keine Mandate zugeteilt

Mit dem am 5. März 1933 frei gewählten Deutschen Reichstag hat es eine besondere Bewandtnis. Stärkste Partei ist die NSDAP mit 288 Mandaten, zweitstärkste die SPD mit 120 und drittstärkste die KPD mit 81 Sitzen. Was die Sozialdemokraten betrifft, so können sie am 21. März 1933 noch mit 94 Abgeordneten aufwarten. Den Kommunisten sind keine Mandate mehr zugeteilt worden, da sie an der Inbrandsetzung des Reichstagsgebäudes am 27. Februar beteiligt waren, die Partei wurde hiermit das erste Mal aufgelöst, ihr Funktionärsapparat weitgehend zerschlagen.

Unter den verbleibenden Parteien haben die Koalitionspartner der NSDAP, die „Kampffront Schwarz-Weiß-Rot“ (Deutschnationale und Stahlhelm), noch 52 Sitze ergattert. Den bedeutsamsten Block bilden die katholischen Schwesterparteien, Zentrum mit 73 und Bayerische Volkspartei mit 19 Mandaten. Dazu npch ein Dutzend Abgeordnete von fünf liberalbürgerlichen, christlichen oder agrarischen Splittergruppen, die früher mächtigen Demokraten und die nationalliberalen Deutschen Volksparteiler zählen noch drei beziehungsweise zwei Vertreter.

Die Sozialdemokraten verzichteten stillschweigend auf einen Canossagang nach Potsdam. Für Adolf Hitler spielte die Haltung des Zentrums und der Bayerischen Volkspartei die Hauptrolle. Adolf Hitler verkündete am 23. März das Ermächtigungsgesetz für vier Jahre, dazu bedurfte er im Reichstag einer Zweidrittelmehrheit. die nur mit Hilfe der „Schwarz-Weiß-Roten“ nicht zu erbringen war. Auf Seiten des Zentrums hofft dessen Vorsitzender, Prälat Ludwig Kaas, dass die neue nationale Regierung endlich das lange geplante Reichskonkordat mit dem Vatikan abschließen wird. Diese Hoffnung teilt auch der katholisch-konservative Vizekanzler von Papen.

Potsdamer_Kurs

Zum Hochamt ging Adolf Hitler nicht

Die Fraktionen, die nach Potsdam wallfahren, haben Omnibusse für ihre Abgeordneten gemietet. Es gibt eine Panne. Im Bus der Zentrumsleute wollen Kriminalbeamte Kontrollen auf Waffenbesitz vornehmen. Prälat Kaas alarmiert den preußischen Innenminister Hermann Göring, der diese Aktion stoppt. Franz von Papen erlebt einen Rückschlag, als Adolf Hitler und Josef Goebbels, beide aus gutkatholischen Familien, sich hartnäckig weigern, am Hochamt in der Pfarrkirche teilzunehmen, weil, wie die Haltung des Episkopates gegenüber dem Nationalsozialismus ihnen einen solchen Schritt unmöglich mache. Der Reichspräsident nimmt am Gottesdienst in St. Nicolai teil. Potsdam wimmelt von Schaulustigen, die die nationale Erhebung feiern, die Straßen sind ein Fahnenmeer, niemand weiß, ob Schwarzweißrot überwiegt oder die neue Hakenkreuzfahne. Die schwarzrotgoldenen Farben der sogenannten Weimarer Republik sieht man nicht.

Der Geist aus Preußens Ruhmesstätte

Kurz nach 12.00 Uhr mittags verliest der hünenhafte uralte Generalfeldmarschall, mit der Linken sich auf den Degen stützend, stehend eine kurze Eröffnungsansprache in der Garnisonkirche. Er will, dass das „heutige Geschlecht“ jenseits von „Eigensucht und Parteizank“ den Geist der preußischen Ruhmesstätte sich zu eigen mache. Dann gibt er dem Reichskanzler das Wort.

Die Mitglieder der NSDAP trugen an diesem Tag die Parteiuniform, das Braunhemd. Adolf Hitler erschien in Zivil. Die Anrede lautete:

„Herr Reichspräsident, Abgeordnete, Männer und Frauen des Deutschen Reichstages.“

Dann folgte eine Regierungserklärung, obwohl nicht viel Zeit bis zum Vorbeimarsch um 12.45 Uhr blieb. Adolf Hitler sprach gegen die Lüge von der Alleinschuld Deutschlands am Ersten Weltkrieg, verlangt die Einheit der Nation in Wille und Geist und sagt ganz klar, was ihm bei diesem Akt in Potsdam vor Augen steht, die Überwindung aller Unterschiede zwischen Berufen, Ständen und der bisherigen Klassen. Es folgt ein Bekenntnis zum Frieden mit den anderen Völkern, eingedenk der Opfer des Krieges.

Von draußen ertönt der Donner der Geschütze, im Lustgarten feuert eine Batterie vom Artillerieregiment 3 einundzwanzig Schuß Salut, während Hindenburg Kränze an den Särgen der Preußenkönige niederlegt. Dann beginnt die Parade bei Marschmusik vor der Garnisonkirche.

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1933-03-21 – Deutscher Rundfunk – Reportage vom Tag von Potsdam in der Potsdamer Garnisonskirche (13m 39s)

1933-03-21 – Paul von Hindenburg und Adolf Hitler – Ansprache in der Potsdamer Garnisionskirche (3m 43s)

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Der Staatsakt in Potsdam am 21. Maerz 1933 (14 S., Scan, Fraktur)

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Quelle: Metapedia

Adolf Hitlers Rede am 21. März 1933 bei der Eröffnung des neu einberufenen Reichstags auf dem Tag von Potsdam

Die Regierungserklärung des Reichskanzlers bei der Eröffnung des Reichstages in der Potsdamer Garnisonskirche am 21. März 1933

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Herr Reichspräsident!
Abgeordnete, Männer und Frauen des Deutschen Reichstages!

Schwere Sorgen lasten seit Jahren auf unserem Volk.

Nach einer Zeit stolzer Erhebung, reichen Blühens und Gedeihens auf allen Gebieten unseres Lebens sind – wie so oft in der Vergangenheit – wieder einmal Not und Armut bei uns eingekehrt.

Trotz Fleiß und Arbeitswillen, trotz Tatkraft, einem reichen Wissen und bestem Wollen suchen Millionen Deutsche heute vergebens das tägliche Brot. Die Wirtschaft verödet, die Finanzen sind zerrüttet, Millionen ohne Arbeit.

Die Welt kennt nur das äußere Scheinbild unserer Städte, den Jammer und das Elend sieht sie nicht.

Seit zwei Jahrtausenden wird unser Volk von diesem wechselvollen Geschick begleitet. Immer wieder folgt dem Emporstieg der Verfall.

Die Ursachen waren immer die gleichen. Der Deutsche, in sich selbst zerfallen, uneinig im Geist, zersplittert in seinem Wollen und damit ohnmächtig in der Tat, wird kraftlos in der Behauptung des eigenen Lebens. Er träumt vom Recht in den Sternen und verliert den Boden auf der Erde.

Je mehr aber Volk und Reich zerbrechen und damit der Schutz und Schirm des nationalen Lebens schwächer wird, um so mehr versuchte man zu allen Zeiten, die Not zur Tugend zu erheben. Die Theorie der individuellen Werte unserer Stämme unterdrückt die Erkenntnis von der Notwendigkeit eines gemeinsamen Willens. Am Ende blieb den deutschen Menschen dann immer nur der Weg nach innen offen. Als Volk der Sänger, Dichter und Denker träumt es dann von einer Welt, in der die anderen lebten, und erst, wenn die Not und das Elend es unmenschlich schlugen, erwuchs vielleicht aus der Kunst die Sehnsucht nach einer neuen Erhebung, nach einem neuen Reich und damit nach einem neuen Leben.

Als Bismarck dem kulturellen Streben der deutschen Nation die staatspolitische Einigung folgen ließ, schien damit für immer eine lange Zeit des Haderns und des Krieges der deutschen Stämme untereinander beendet zu sein.

Getreu der Kaiserproklamation nahm unser Volk teil an der Mehrung der Güter des Friedens, der Kultur und der menschlichen Gesittung. Es hat das Gefühl seiner Kraft nie gelöst von der tief empfundenen Verantwortung für das Gemeinschaftsleben der europäischen Nationen.

In diese Zeit der staats- und damit machtpolitischen Einigung der deutschen Stämme fiel der Beginn jener weltanschaulichen Auflösung der deutschen Volksgemeinschaft, unter der wir heute noch immer leiden.

Und dieser innere Zerfall der Nation wurde wieder einmal, wie so oft, zum Verbündeten der Umwelt. Die Revolution des Novembers 1918 beendete einen Kampf, in den die deutsche Nation in der heiligsten Überzeugung, nur ihre Freiheit und damit ihr Lebensrecht zu schützen, gezogen war. Denn weder der Kaiser noch die Regierung noch das Volk haben diesen Krieg gewollt. Nur der Verfall der Nation, der allgemeine Zusammenbruch zwangen ein schwaches Geschlecht, wider das eigene bessere Wissen und gegen die heiligste innere Überzeugung die Behauptung unserer Kriegsschuld hinzunehmen. Diesem Zusammenbruch aber folgte der Verfall auf allen Gebieten. Machtpolitisch, moralisch, kulturell und wirtschaftlich sank unser Volk tiefer und tiefer. Das schlimmste war die bewußte Zerstörung des Glaubens an die eigene Kraft, die Entwürdigung unserer Traditionen und damit die Vernichtung der Grundlagen eines festen Vertrauens! Krisen ohne Ende haben unser Volk seitdem zerrüttet.

Aber auch die übrige Welt ist durch das politische und wirtschaftliche Herausbrechen eines wesentlichen Gliedes ihrer Staatengemeinschaft nicht glücklicher und nicht reicher geworden.

Aus dem Aberwitz der Theorie von ewigen Siegern und Besiegten kam der Wahnsinn der Reparationen und in der Folge die Katastrophe der Weltwirtschaft. Während so das deutsche Volk und Deutsche Reich in inneren politischen Zwiespalt und Hader versanken, die Wirtschaft dem Elend entgegentrieb, begann die neue Sammlung der deutschen Menschen, die in gläubigem Vertrauen auf das eigene Volk dieses zu einer neuen Gemeinschaft formen wollen.

Diesem jungen Deutschland haben Sie, Herr Generalfeldmarschall, am 30. Januar 1933 in großherzigem Entschluß die Führung des Reiches anvertraut.

In der Überzeugung, daß aber auch das Volk selbst seine Zustimmung zur neuen Ordnung des deutschen Lebens erteilen muß, richteten wir Männer dieser Nationalen Regierung einen letzten Appell an die deutsche Nation.

Am 5. März hat sich das Volk entschieden und in seiner Mehrheit zu uns bekannt. In einer einzigartigen Erhebung hat es in wenigen Wochen die nationale Ehre wiederhergestellt und dank Ihrem Verstehen, Herr Reichspräsident, die Vermählung vollzogen zwischen den Symbolen der alten Größen und der jungen Kraft.

Indem nun aber die nationale Regierung in dieser feierlichen Stunde zum ersten Male vor den neuen Reichstag hintritt, bekundet sie zugleich ihren unerschütterlichen Willen, das große Reformwerk der Reorganisation des deutschen Volkes und des Reichs in Angriff zu nehmen und entschlossen durchzuführen.

Im Bewußtsein, im Sinne des Willens der Nation zu handeln, erwartet die nationale Regierung von den Parteien der Volksvertretung, daß sie nach fünfzehnjähriger deutscher Not sich emporheben mögen über die Beengtheit eines doktrinären, parteimäßigen Denkens, um sich dem eisernen Zwang unterzuordnen, den die Not und ihre drohenden Folgen uns allen auferlegen.

Denn die Arbeit, die das Schicksal von uns fordert, muß sich turmhoch erheben über den Rahmen und das Wesen kleiner tagespolitischer Aushilfen.

Wir wollen wiederherstellen die Einheit des Geistes und des Willens der deutschen Nation!

Wir wollen wahren die ewigen Fundamente unseres Lebens: unser Volkstum und die ihm gegebenen Kräfte und Werte.

Wir wollen die Organisation und die Führung unseres Staates wieder jenen Grundsätzen unterwerfen, die zu allen Zeiten die Vorbedingung der Größe der Völker und Reiche waren.

Wir wollen die großen Traditionen unseres Volkes, seiner Geschichte und seiner Kultur in demütiger Ehrfurcht pflegen als unversiegbare Quellen einer wirklichen inneren Stärke und einer möglichen Erneuerung in trüben Zeiten.

Wir wollen das Vertrauen in die gesunden, weil natürlichen und richtigen Grundsätze der Lebensführung verbinden mit einer Stetigkeit der politischen Entwicklung im Inneren und Äußeren.

Wir wollen an die Stelle des ewigen Schwankens die Festigkeit einer Regierung setzen, die unserem Volke damit wieder eine unerschütterliche Autorität geben soll.

Wir wollen alle die Erfahrungen berücksichtigen, sowohl im Einzel- und im Gemeinschaftsleben, wie aber auch in unserer Wirtschaft, die sich in Jahrtausenden als nützlich für die Wohlfahrt der Menschen erwiesen haben.

Wir wollen wiederherstellen das Primat der Politik, die berufen ist, den Lebenskampf der Nation zu organisieren und zu leiten.

Wir wollen aber auch alle wirklich lebendigen Kräfte des Volkes als die tragenden Faktoren der deutschen Zukunft erfassen, wollen uns redlich bemühen, diejenigen zusammenzufügen, die eines guten Willens sind, und diejenigen unschädlich zu machen, die dem Volke zu schaden versuchen.

Aufbauen wollen wir eine wahre Gemeinschaft aus den deutsche Stämmen, aus den Ständen, den Berufen und den bisherigen Klassen. Sie soll zu jenem gerechten Ausgleich der Lebensinteressen befähigt sein, den des gesamten Volkes Zukunft erfordert.

Aus Bauern, Bürgern und Arbeitern muß wieder werden ein deutsches Volk. Es soll dann für ewige Zeiten in seine eigene treue Verwahrung nehmen unseren Glauben und unsere Kultur, unsere Ehre und unsere Freiheit.

Der Welt gegenüber aber wollen wir, die Opfer des Krieges von einst ermessend, aufrichtige Freunde sein eines Friedens, der endlich die Wunden heilen soll, unter denen alle leiden.

Die Regierung der nationalen Erhebung ist entschlossen, ihre von dem deutschen Volke übernommene Aufgabe zu erfüllen. Sie tritt daher heute hin vor den Deutschen Reichstag mit dem heißen Wunsch, in ihm eine Stütze zu finden für die Durchführung ihrer Mission. Mögen Sie, meine Männer und Frauen, als gewählte Vertreter des Volkes den Sinn der Zeit erkennen, um mitzuhelfen am großen Werk der nationalen Wiedererhebung.

In unserer Mitte befindet sich heute ein greises Haupt. Wir erheben uns vor Ihnen, Herr Generalfeldmarschall. Dreimal kämpften Sie auf dem Felde der Ehre für das Dasein und die Zukunft unseres Volkes. Als Leutnant in den Armeen des Königs für die deutsche Einheit, in den Heeren des alten deutschen Kaisers für des Reiches glanzvolle Aufrichtung, im größten Kriege aller Zeiten aber als unser Generalfeldmarschall für den Bestand des Reiches und die Freiheit unseres Volkes.

Sie erlebten einst des Reiches Werden, sahen vor sich noch des großen Kanzlers Werk, den wunderbaren Aufstieg unseres Volkes und haben uns endlich geführt in der großen Zeit, die das Schicksal uns selbst miterleben und mit durchkämpfen ließ.

Heute, Herr Generalfeldmarschall, läßt Sie die Vorsehung Schirmherr sein über die neue Erhebung unseres Volkes. Dieses Ihr wundersames Leben ist für uns alle ein Symbol der unzerstörbaren Lebenskraft der deutschen Nation. So dankt Ihnen heute des deutschen Volkes Jugend, und wir alle mit, die wir Ihre Zustimmung zum Werk deutscher Erhebung als Segnung empfinden. Möge sich diese Kraft auch mitteilen der nunmehr eröffneten neuen Vertretung unseres Volkes.

Möge uns dann aber auch die Vorsehung verleihen jenen Mut und jene Beharrlichkeit, die wir in diesem für jeden Deutschen geheiligten Raume um uns spüren, als für unseres Volkes Freiheit und Größe ringende Menschen zu Füßen der Bahre seines größten Königs.

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Quelle: Die Rede in: „Das junge Deutschland will Arbeit und Frieden“ 

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Die in der Freiburger Zeitung am selben Abend veröffentlichte Rede:

Frz.1933-03-21b1.02_Rede_des_Reichskanzlers_in_Potsdam

Frz.1933-03-21b1.03_Rede_des_Reichskanzlers_in_Potsdam

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„Von den Juden und ihren Lügen“

Martin Luther

Von den Juden und ihren Lügen

Martin Luthers Kirchenspaltung und die damit einhergehende Gründung einer neuen Weltkirche war von ihm nie beabsichtigt gewesen. Die Dinge nahmen ihren weltverändernden Verlauf auch deshalb, weil Martin Luther das deutsche Wesen so ausgeprägt verkörperte: Mutig, idealistisch und unerschütterlich im Glauben an die gerechte und wahrhaftige Religion.

Seine Standfestigkeit ist in die Geschichte eingegangen alleine durch seine Teilnahme am Reichstag zu Worms. Er fuhr nach Worms, obwohl er fürchtete, dort das Schicksal des Johannes Hus zu erleiden, der mehr als 100 Jahre vor ihm wegen seines mutigen Auftretens für „eine wahrhaftige Religion“ vor dem Konstanzer Konzil am 6. Juli 1415 zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt und unmittelbar danach verbrannt wurde. Dies geschah, obwohl König Sigismund Johannes Hus freies Geleit garantiert hatte. Daran dachte Martin Luther, als er von seinem Widerpart, Kaiser Karl V., freies Geleit für den Wormser Reichstag zugesichert bekam. Vor Kaiser und Reichstag schloss Martin Luther am 18. April 1521 seine Ausführungen mit den Worten: „Hier stehe ich. Gott helfe mir. Ich kann nicht anders.“

Martin Luther glaubte, wie die allermeisten Gutgläubigen der damaligen Zeit auch, die Texte der Heiligen Schrift seien authentisch, unverfälscht. Luther zweifelte in keiner Weise die von Rom verbreitete Mär an, Jesus sei Jude gewesen und die Juden seien das von Gott auserwählte Volk. Somit lehnte sich Luther vergleichsweise wegen einer „Kleinigkeit“ mit dem Vatikan an. Er opponierte gegen den ketzerischen Ablasshandel der Kirche (Sündenvergebung und Himmelsgarantie durch Geldspende).

Luther konnte sich anfangs nicht vorstellen, dass Rom von Juden finanziert [1] und der Vatikan somit dazu gebracht wurde, die Heilige Schrift der Christen im jüdischen Machtinteresse auszulegen und zu verfälschen. Er glaubte seinen rabbinischen Einflüsterern wie die meisten der damaligen christlichen Eliten auch. Und die Rabbiner wussten diese deutsche Narrengläubigkeit zu nutzen. So schuf Luther 1523 sogar die Schrift mit dem Titel: „Dass Jesus Christus ein geborener Jude sei“.

Erst als der große Reformator mit den Schriften des jüdischen Konvertiten Johannes Pfefferkorn, des Franziskaners Nikolaus von Lyra und des Gelehrten Paulus Burgenfis in Berührung kam, wurden ihm die Täuschungen und Lügen des Judentums bewusst. Die alte Lügengeschichte, Jesus sei Jude gewesen, dient übrigens auch heute noch dem einen Zweck, sich von den Christen als „Gottesvolk“ anbeten zu lassen. [2]

Nachdem Luther die hebräischen Texte kennengelernt hatte, wollte er die Menschheit zum Aufwachen bewegen. In „Von den Juden und ihren Lügen“ schreibt er: „Sie sind unsere öffentlichen Feinde, wenn sie uns alle töten könnten, täten sie es gern. Sie nennen Maria eine Hure, Jesus ein Hurenkind. Ihr sollt sie nicht leiden, sondern vertreiben.“ Die unwürdige Luther-Kirche heutiger Prägung ist, wie der Vatikan auch, zur Synagoge Satans verkommen, denn sie verunglimpfen diesen priesterlichen Forscher und Gottesgeneral auf das Schändlichste. Obwohl Martin Luther heute von höchsten Autoritäten bestätigt wird, dass das, was er im Talmud über die Juden herausgefunden hatte, richtig war, bleibt die Evangelische Kirche still und huldigt jenen, die Jesus als „Hurenkind“ und „Hexer“ verunglimpfen.

Durch Dr. Martin Luthers Aussagen über die Juden steht für das Weltsystem immer wieder sehr viel auf dem Spiel, schließlich handelt es sich bei diesem Mann um einen der gewaltigsten christlichen Kirchengründer der Welt, wenn nicht um den größten. Deshalb ist es systemische Pflichtübung der falschen Protestanten geworden, Luthers Aussagen über die Juden mit der Diffamierung, es sei Altersstarrsinn gewesen, abzutun. Es war natürlich kein Altersstarrsinn, sondern die erst spät gewonnenen Erkenntnisse, die bekanntlich erst im Alter reifen. Wobei Luther ohnehin nur 59 Jahre alt war, als er das weltweisende Buch „Von den Juden und ihren Lügen“ schrieb. Er hätte es früher geschrieben, doch „ich habs selbst nicht gewußt“, verrät er uns. Dass Luther bei der Niederschrift seines Buches eben nicht an Altersstarrsinn litt, wird auch von renommierter Forschungsseite heute bestätigt: „Es ist erstaunlich, dass dies – wenn man so will – Lehrwächter-Motiv Luthers in der Literatur bisher nicht gewürdigt wurde, man vielmehr einen Altersstarrsinn des 59jährigen Luther als psychologische Ursache dieser Schrift [Von den Juden und ihren Lügen] und ihres Inhalts sah. Wäre dies zutreffend, so müsste dieser Altersstarrsinn Luthers sich auch in seinen anderen ab 1542 verfassten Schriften, Briefen und Reden finden. Das ist aber nicht der Fall. Seine sonstige Verhaltensweise und seine Theologie unterscheiden sich nicht von denen der vorangehenden Jahrzehnte.“ [3]

Luther ist erst nach dem Studium der hebräischen Texte klar geworden, dass er einem Weltverschwörungsprogramm in unvorstellbarem Ausmaß gegenüberstand. Ihm wurde dann bewusst, was die Kernaussagen der Evangelien bedeuten: Nämlich, dass die Führungsjuden das seien, was ihm sein Erlöser in den Evangelien vermittelte: „Lügner, Betrüger, Mörder“ am Menschengeschlecht.

In seiner späteren Streitschrift mit dem Titel „Schem Hamphoras“ wurde Luther sogar noch deutlicher als in „Von den Juden und ihren Lügen“. Mit dieser Schrift zeichnete sich Luther als großer Aufklärer aus: Er wolle nicht die Juden bekehren, betonte er, sondern die Deutschen belehren. „Den Teufel und die Seinen zu bekehren ist nicht möglich, ist uns auch nicht befohlen. Es genügt, ihre Lügen aufzudecken und die Wahrheit zu offenbaren.“ [4] Der Deutsche müsse wissen, was ein Jude sei, lautete Luthers Aufklärungspredigt.

Etwa 500 Jahre später, am 4. Oktober 2004, argumentierte Horst Mahler auf derselben Linie. Der ehemalige Vizepräsident des „Zentralrats der Juden in Deutschland“, Michel Friedman, hätte Horst Mahler nur allzu gern als „blutrünstigen Nazi“ vorgeführt. Er fragte Mahler in dem berühmt gewordenen Interview: „Was wollen Sie mit den Juden machen, Herr Mahler, sie sind ja nun einmal da?“ Mahler, wie zuvor der Aufklärer Luther, antwortet gelassen: „Ich will mit den Juden gar nichts machen. Ich will mit uns Deutschen etwas machen, dass wir die Juden erkennen wie sie sind und was sie sind. Und dann sind sie machtlos. Wenn wir die Juden erkannt haben, verlieren sie ihre Macht über uns. Das ist das, was ich anstrebe. Das ist nach der Definition der Juden Volksverhetzung. Ich verstehe, dass die Juden das bekämpfen.“

Der Reformator prangerte nicht nur den organisierten Raub und Diebstahl durch das Geldjudentum an, sondern auch die korrupte deutsche Oberschicht, die ihnen diese Verbrechen gestattete: „Die Fürsten und Obrigkeiten sitzen dabei, schnarchen und haben das Maul offen, lassen die Juden aus ihrem offenen Beutel und Kasten stehlen und rauben und nehmen, was sie wollen … Wenn ein Dieb 10 Gulden stiehlt, muss er hängen …Wenn aber ein Jude 10 Tonnen Goldes stiehlt und raubt durch seinen Wucher, so ist er den Fürsten lieber als Gott selbst.“ [5]

Heute, 2012, wo die Deutschen ihr Erarbeitetes abliefern müssen, weil die Regierung alles Geld, alle Werte an die Bankster für die betrügerischen Banken- und Eurorettungen abliefert, kommen einem Luthers warnende Worte nicht nur in Erinnerung, sondern machen auch klar, dass das Konzept immer schon dasselbe gewesen ist. Luther in diesem Buch: „Wenn sie uns leihen, dann nicht von ihrem eigenen Hab und Gut, sondern von den Gütern der Herren und deren Untertanen. Sie stehlen und rauben durch Wucher. Und damit unsere hohen Herren den Wucher bezahlen können, nehmen die Herrschaften von ihren Untertanen. Das heißt, die Untertanen müssen ihr Geld geben und sich für die Juden schinden lassen, damit diese im Lande bleiben, getrost und frei lügen, lästern, fluchen und stehlen können.“ Auch heute leihen die Bankster nicht ihr eigenes Geld aus, sondern holen es von der Bundesbank oder der EZB und wir müssen es zu Wucherzinsen und mit Milliardenaufschlägen für Wetten zurückleihen.

Darüber hinaus machte Luther auch seine eigenen Erfahrungen mit Juden. Sie sollen ihn um Almosen geprellt und sogar Meuchelmörder auf ihn angesetzt haben. Auffallend ist schon, dass der Reformator nur ein Jahr nach der Veröffentlichung seines Aufklärungswerkes „Von den Juden und ihren Lügen“ unerwartet und plötzlich verstarb. Den Oberjuden konnte es natürlich nicht gefallen haben, dass Luther verlangte, „den Wucher auszurotten“ und die jungen Juden zur ehrlichen Arbeit zu zwingen. „Man gebe ihnen Flegel, Axt, Karst, Spaten, Rocken und Spindel zum Brotverdienen im Schweiß der Nasen, wie Adams Kindern auferlegt.“

Die gewaltige Erkenntnis des Reformators in einer wirklich nicht einfachen Zeit war, den Vatikan als Hort der Hölle durchschaut zu haben. Luther stellt in seinen letzten Schriften das Papsttum auf eine Stufe mit dem rabbinischen Judentum, zum Beispiel in „Vom Papsttum zu Rom, vom Teufel gestiftet“. Was sich mit der Tatsache deckt, dass sehr viele Päpste von den Wucherjuden gekauft waren und als Gegenleistung die Juden „zum Volk Gottes“ erklärten (man denke an die Fälschung der Evangelien, Jesus sei Jude gewesen). Luthers Erkenntnisse über die Geheimnisse des Talmud und die Zusammenarbeit des rabbinischen Judentums mit dem Vatikan waren der Antrieb für seine geistige Kampfansage gegen jegliche Form der „Werkgerechtigkeit“. [6] Und gerade in seiner Schrift „Von den Juden und ihren Lügen“ wird immer wieder deutlich, dass er Papsttum, Judentum und Islam in dieser Hinsicht ganz und gar auf einer Linie sieht – „und das allerdings völlig zu recht.“ [7]

Im Laufe seiner Judenforschungen wurde der große Reformator auch mit den Vorwürfen der „jüdischen Ritualmorde“ durch Gerichts- und Kirchendokumente konfrontiert. Was er in früheren Jahren abgelehnt hatte zu glauben, überwältige ihn nun in Form von Gerichtsakten. Er erregte sich folglich über jüdische „Brunnenvergiftung“ und darüber, dass Juden christliche Kinder gestohlen und ermordet haben sollen, um deren Blut für religiöse Zwecke zu gebrauchen. Er schreibt in „Von den Juden und ihren Lügen“: „Sie bleiben gleichwohl im Herzen unsere täglichen Mörder und blutdürstigen Feinde. Solches beweisen so viele historische Überlieferungen, denn sie haben Kinder gemartert und allerlei Schlimmes getan. Deshalb wurden sie oft verbrannt und verfolgt.“

Während die Evangelische Kirche ihrem Gründer gerne einen „unzivilisierten Judenhass“ unterstellt, weil er „jüdische Ritualmorde“ „wahrheitswidrig“ angeprangert hätte, wurde selbige Kirche 2007 von dem jüdischen Historiker Ariel Toaff, Lehrstuhlinhaber an der Bar-Ilan-Universität in Ramat Gan (Tel Aviv, Israel), mit seinem berühmt gewordenen Buch „Pasque di Sangue“ („Pessachfest des Blutes“) eines Besseren belehrt. Ariel Toaff ist der Sohn des emeritierten Oberrabbiners von Rom, Elio Toaff. Er erforschte jahrzehntelang das Thema „jüdische Blutmorde“, wobei ihm sehr viel mehr Quellen offenstanden als nichtjüdischen Forschern. Er konnte geheime hebräische Texte auswerten. Toaff gelangte zu dem Forschungsergebnis, „dass es in bestimmten jüdischen Kreisen des Spätmittelalters rituelle Morde an christlichen Kindern gegeben habe. Dabei sei es um magisch-therapeutische Praktiken gegangen.“ [8] Toaff schreibt, dass vor dem Trienter-Gericht jüdische Zeuginnen aussagten, dass sie das Blut von geschächteten nichtjüdischen Kindern in ihren Speiseplan einbauten. „Bela, die Schwiegertochter des Ritualmord-Angeklagten Mosè da Würzburg sagte, ‚dass sie sehr an die heilende Wirkung von Kinderblut, verabreicht als wunderbare Zutat zu Mahlzeiten‘, glaubten. ‚Dies ist Bestandteil unserer Medizin und Praxis der angewandten Kabbala, es ist uralte Tradition‘, sagte sie während ihrer Zeugenvernehmung in Trient im Februar 1476 ohne zu zögern.“ [9] Und Toaff weiter: „Die Synagoge verwandelte sich zu jener Zeit in eine Art heiliges Schlachthaus. Unter Gebeten und Klageliedern wurde das Blut von Frauen und Kindern in Liebe zu Gott geopfert. Das Blut schoss geradezu aus den Körpern. Die heilige Arche, die Kanzel, die Galerie, die Treppen, der Altar, alles war rot gefärbt von Blut.“ Toaff erklärt außerdem: „‚Zeh ha-dam shel goi katan.‘ Das ist der Satz, der vor dem Ritualmord gesprochen wird. Er bedeutet: ‚Das ist das Blut eines jungen Christen‘.“ [10] Den Vorwurf der heutigen Evangelischen Kirche, Luther habe „fabuliert und gesponnen“, als er Juden der Ritualmorde beschuldigte, kann man angesichts der Toaff-Veröffentlichungen nur schwer nachvollziehen.

Martin Luther erkannte das verwerfliche Programm der Machtjuden, mit Lügen, Betrug und Mord eine Weltherrschaft zu errichten und verfasste dazu das erste fundamentale Buch der Geschichte. Luther wurde bewusst, dass die Evangelien nichts mit dem jüdischen Alten Testament gemein haben können. Den Evangelien (die Überlieferung der Worte Christi) stehen die Traktate des Teufels (Altes Testament) gegenüber. Insofern flammte durch sein Wirken noch einmal der verlorene Kampf der Katharer auf. Im Auftrag der jüdischen Financiers wurden die wahren Christen, die Katharer, zunächst 1179 durch Papst Alexander III exkommuniziert, dann verfolgt und ausgerottet, wie später die sogenannten Hexen (die weisen Frauen, die Heilkundigen). Die „Reinen“, die Katharer (griech. katharós, „rein“) wurden ausgemerzt, weil sie der Lehre Jesu Christi treu blieben und das Jüdische Gesetz (AT) als Buch des Teufels verdammten. Nach der Verfolgung und Vernichtung der Katharer wurde das Jüdische Gesetz fester Bestandteil der christlichen Religion.

Für Luther waren diese Fälschungen, „die Anbetung des Teufels“ (gemäß Johannes) unerträglich. Er versuchte deshalb, die Deutschen mit Aufklärung wehrhaft gegen „diese Macht“ zu machen. Mag seine Ausdruckweise heute etwas derb klingen, aber seine Wortschöpfungen zeichnen ihn noch heute als Titan des Wortes aus. Heute versucht man, diese klare Ausdrucksweise als Beweis für ein deutsches Verlangen nach „Judenausrottung“ zu missbrauchen. Diese Tricks, diese Lügen sollten in Kenntnis des „Weltprogramms“ allerdings nicht mehr überraschen.

Nochmals: Luther wollte aufklären, nicht ausrotten bzw. aussiedeln. So wie es Horst Mahler gegenüber Michel Friedman zum Ausdruck gebracht hatte und wie es in der Hitler-Ära gemacht wurde. In der Zeit nach 1933 prangten bei Kundgebungen gewaltige Transparente, gespannt über die großen Hallen, auf denen geschrieben stand: „Der Jude siegt mit der Lüge und stirbt mit der Wahrheit“. Also Aufklärung, nicht Ausrottung, hieß die Politik. Diese Tatsache bestätigte auch der jüdische Historiker Yehuda Bauer. Bauer schreibt, dass Hitler eine jüdische Auswanderungspolitik begründete, keine Ausrottungspolitik: „‚Über die Behandlung der Fremdvölkischen im Osten‘ formulierte Himmler die neue Politik gegenüber Juden: ‚Den Begriff der Juden hoffe ich, durch die Möglichkeit einer großen Auswanderung aller Juden nach Afrika oder sonst in eine Kolonie völlig auslöschen zu sehen‘. Offenbar war das ein Rückgriff auf die von Hitler im Jahr 1938 vertretene Vorstellung, die Juden mit Hilfe internationaler Abkommen nach Madagaskar zu deportieren. … In einer Niederschrift von Himmler für Hitler vom Mai 1940 findet sich die Überlegung, daß ‚die bolschewistische Methode der physischen Ausrottung eines Volkes aus innerer Überzeugung als ungermanisch und unmöglich‘ abzulehnen sei. Hitler vermerkt dazu am Rand: ‚Sehr richtig‘.“ [11]

Auch Martin Luther wollte, wie die Reichsregierung unter Adolf Hitler, Aufklärung über die Juden und die Auswanderung der Juden. Er schreibt in diesem Buch: „Meiner Meinung nach läuft es darauf hinaus, dass wir rein bleiben müssen. Wir dürfen uns nicht mitschuldig an den jüdischen Lästerungen machen. Um uns nicht mitschuldig zu machen, müssen wir von ihnen getrennt sein, indem sie aus unserem Land vertrieben werden. Sie mögen in ihr Vaterland ziehen, dann dürfen sie nicht mehr vor Gott über uns schreien und lügen, daß wir sie gefangen halten. Und wir können dann nicht mehr klagen, dass sie uns mit ihrem Lästern und mit ihrem Wucher schaden.“

Angesichts dieser atemberaubenden Tatsachen bleibt nur noch; Luthers Buch zu Rate zu ziehen: „Von den Juden und ihren Lügen“.

Luther, Martin Dr. – Von den Juden und ihren Luegen (1543)

1 „Die Päpste des Mittelalters und der angehenden Neuzeit, von Ausnahmen abgesehen, haben die Juden als ‚von Gott verfluchte Sklaven‘ (Innozenz III., 1198 bis 1216) gedemütigt. Doch die Pogrome hinderten die Oberhirten nicht, sich von Juden finanzieren zu lassen.“ (DER SPIEGEL 17/24.04.2000, S. 110)
2 Der renommierte deutsche Judaist, Peter Schäfer (64) – Direktor für „Jüdische Studien“ an der Princeton-Universität in den USA – legte 2007 sein Buch „Jesus in The Talmud“ vor. Schäfer weist nach, dass die Mutter von Jesus im Talmud als „eine Hure“ gebrandmarkt wird (S. 37, 39). Im Talmud steht nicht, dass Maria eine jüdische Hure war. Sie wird nur „Hure“ genannt, nicht „jüdische Hure“. Demnach wird sie vom Rabbinertum als „römische Hure“ angesehen. Weiter ist zu lesen, dass Jesus von einem Römer gezeugt wurde. Somit war Jesus kein Jude. Schäfer schreibt: „Auf eine Abstammung aus dem vornehmen Hause Davids, wie ihn das Neue Testament vorspiegelt, kann er natürlich überhaupt keinen Anspruch erheben: Die ganze Idee der davidischen Abstammung Jesu, sein Anspruch, der Messias und schließlich sogar der Sohn Gottes zu sein‘, ist für die Rabbiner nichts anderes als ‚Betrug‘.“ (S. 45).
3 Weimarer Ausgabe LIII, S. 514., zit. nach Landesbischof Martin Sasse, Martin Luther über die Juden: Weg mit ihnen!, S. 8
4 Weimarer Ausgabe LIII, S. 482 f., zit. nach Landesbischof Martin Sasse, Martin Luther über die Juden: Weg mit ihnen!, S. 6
5 Werkgerechtigkeit ist ein zentraler theologischer Begriff aus der lutherischen Rechtfertigungslehre. Sie steht für die Ansicht, man könne vor Gott gerechtfertigt sein, wenn man gute Werke tut. – Diese Ansicht lehnte Luther ab und betonte die Rechtfertigung aus der Gnade Gottes im Glauben an den erlösenden Tod und die Auferstehung Jesu Christi.
6 heißt es dazu in der lutherische-bekenntnisgemeinde.de
7 Die Welt, 9.2.2007, S. 27
8 Ariel Toaff, Blut Pessach, S. 102/103
9 Ariel Toaff, Blut Pessach, S. 178
10 Ariel Toaff, Blut Pessach, S. 178
11 Yehuda Bauer, Freikauf von Juden, Jüdischer Verlag, Frankfurt 1996, S. 95

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Quelle: National Journal

 

Die Juden – KEINE Religionsgemeinschaft, sondern eine RASSE!

Von Ernst Hiemer – 1942

Unter einer Rasse versteht man eine Vielheit von Menschen mit gleichen körperlichen und geistigen Merkmalen. Auch die Juden sind eine Rasse! Sie bilden aber insofern eine Sonderrasse, als sie kein einheitliches Blut in sich tragen, sondern aus den Wesensmerkmalen der verschiedensten Menschenrassen zusammengesetzt sind. Die Mischlinge aber folgen immer der „ärgeren Hand“, das heißt, sie vereinigen in sich vorwiegend die schlechten Eigenschaften jener Rassen, aus denen sie hervorgegangen sind. So kommt es auch, dass das jüdische Rassengemisch von Anfang an eine Teufelsrasse gewesen ist.

Die Juden wohnen nicht in einem eigenen Lebensraum, sondern sind auf der ganzen Welt verbreitet. Mit Vorliebe halten sie sich in jenen Ländern auf, wo „Milch und Honig fließt“, das heißt, wo Wohlstand und Reichtum herrschen. Wenn sie die Völker ausgeplündert haben, drängt sie der ewige Wandertrieb ihrer Rasse wieder fort in ein anderes Land. Einem Heuschreckenschwarm gleich fallen sie ein und bringen Siechtum und Tod mit sich. Die heimgesuchten Völker ahnen nicht, dass sie den Teufel in Menschengestalt in ihre Gemeinschaft aufgenommen haben. Die Juden verstehen es auch meisterhaft, ihre arglosen Gastgeber zu täuschen. In Deutschland sprechen sie deutsch, in England englisch, in Frankreich französisch, in Spanien spanisch und so weiter. In Deutschland bezeichnen sie sich als „gute Deutsche“, in England als „vollkommene Briten“, in Frankreich als „begeisterte Franzosen“, in Spanien als waschechte Spanier. Nur eines – so sagen sie – unterscheide sie von den Einwohnern der Gastländer: i h r e  R e l i g i o n. Sie hätten nur einen anderen Gottesglauben, im Übrigen aber seien sie ihren Gastvölkern völlig gleich.

Mit dieser Täuschung haben die Juden die Welt Jahrhunderte hindurch in die Irre geführt. Sie wussten, warum sie die Verschiedenartigkeit ihrer Rasse leugneten. Sie wussten, warum sie sich als „harmlose Religionsgemeinschaft“ tarnten. Die Völker sollten es nicht erfahren, dass sich die Juden rassisch von ihnen unterscheiden. Vor Allem aber sollten sie nicht wissen, dass die Juden infolge ihrer rassischen Verschiedenheit auch ganz anders denken, ganz anders fühlen und ganz anders handeln als ihre Gastgeber. Das Judentum wusste, dass ihm Gefahr drohte, wenn ihm das schützende Mäntelchen seiner „eigenen Religion“ abgerissen und die jüdische Rasse in den Blickpunkt der Menschheit gestellt wurde. Die Erkenntnis der Judenfrage als eine R a s s e n f r a g e hätte zu einem Umsturz der Welt und damit zum Ende Alljudas geführt.

Der Judenkenner und antijüdische Vorkämpfer „Ritter von Schönerer“ war es gewesen, der den Ausspruch tat:

„Die Religion ist einerlei, in der Rasse liegt die Schweinerei!“

Mit diesen derben aber eindeutigen Worten hat Schönerer den Kern der Judenfrage freigelegt. Nicht die jüdische Religion ist das Entscheidende, sondern die jüdische Rasse. Schönerer war aber nicht der Erste gewesen, der die rassischen Verschiedenheiten der Juden klar erfasst hatte. Schon viele Jahrzehnte zuvor hatten andere den „Schlüssel“ zum Verständnis der Judenfrage gefunden. Das V o l k , das einfache, primitive Volk, war es gewesen, das die große Täuschung des Juden durchschaut und die Judenfrage als Rassenfrage erkannt hat. In zahlreichen Sprichwörtern hat das Wissen der Völker seinen Ausdruck gefunden.

Schon im vorigen Jahrhundert kennzeichnete man im ungarischen Volke die jüdische R a s s e mit folgendem Sprichwort:

„Der größte Fehler des Juden liegt nicht in seiner Religion, sondern in seiner Rasse!“ (Ungarn)

Ähnlich sagen die Franzosen:

„Der Jude ist ein Menschengeschlecht für sich!“ (Frankreich)

Sehr alt ist der Reim:

„Der Jude hat wohl des Menschen Gestalt, doch fehlt ihm des Menschen innerer Gehalt!“ (Deutschland)

Mit Vorliebe werden auch Vergleiche zwischen Menschen und Tieren gezogen:

„Der Krebs ist kein Fisch, ein Jude kein Mensch!“ (Ruthenien)

„Warum hat bloß der liebe Gott das Affen- und das Judenvolk erschaffen?“ (Deutschland)

Die Antwort auf dies Frage gibt ein süddeutscher Ausspruch:

„Dass der Mensch nicht sinke herab zum Affen, hat Gott zwischen Beiden den Juden erschaffen!“ (Süddeutschland)

Dass Gott mit der Erschaffung des Juden kein Meisterstück geleistet hat, bestätigt man in Deutschland:

„Als Gott die Juden erschuf, muss er schlecht aufgelegt gewesen sein!“ (Deutschland)

Ein wenig bekanntes, aber dafür um so treffenderes Sprichwort ist im Bayerischen Hochgebirge zu Hause:

„Wenn Du einen Juden mit einer Kuh triffst, begegnen Dir vier Rassen!“ (Hochland)

(Ein Beweis dafür, dass man im Volke den Juden als eine Mischung der drei Grundrassen schon lange erkannt hatte.)

Im Süden des Reiches hört man oft das Wort:

„Bei der Sau kenn‘ ich mich aus, aber beim Juden nicht!“ (Süddeutschland)

(Das heißt: Das Schwein gehört e i n e r Rasse an. Weil aber der Jude mehrere Rassen in sich trägt, dadurch ist er schwer zu durchschauen.)

Wenn der Franke sagt:

„Solche Rassen mir nicht passen!“ (Franken)

Dann meint er die jüdische Rasse, die sich aus mehreren Rassen zusammensetzt.

Die R a s s e n m e r k m a l e des Juden haben in den Völkern von jeher Abscheu und Widerwillen hervorgerufen. Es galt daher immer als eine Herabsetzung, wenn ein Nichtjude mit einem Hebräer verglichen wurde:

„Er ist ekelhaft wie ein Jude.“ (Ehemaliges Polen)

„Er sieht wie ein Jude aus.“ (England)

Er kommt daher wie ein Jude.“ (Schwaben)

„Er hat e Gang wie a Judd“ (Westmark)

Aus Marokko stammt der Ausspruch:

„Schade um das Auge, das im Gesicht des Juden steckt!“ (Marokko)

(Damit soll gesagt sein, das einzige Schöne an den Sephardimjuden sei nur sein Auge.)

Häufig befassen sich Sprichwörter und Redensarten des Volkes mit der N a s e des Juden:

„Er hat einen Synagogenschlüssel!“ (Deutschland)

„Er hat einen Judengurken!“ (Franken)

„Gott schütze uns vor Trichinosen und Judennosen!“ (Süddeutschland)

Auch mit den L i p p e n des Juden beschäftigt sich das Sprichwort. Typisch fränkisch ist der Ausruf:

„Er hat eine Judenschläppern!“ (Franken)

(Unter „Schläppern“ versteht der Franke eine wülstige, herabhängende Unterlippe.)

Deutsche Siedler in Ruthenien kennen folgenden Reim:

„Auf dass uns kein Versehen unterlaufen kann, ist uns unähnlich an der Fress‘ der Judenmann!“ (Ruthenien)

Wenn bei einem Menschen die Ohren missbildet sind, sagt man:

„Ihm stehen die Ohren weg wie einem Juden!“ (Deutschland)

Die starke Ausbildung des Adamsapfels bei den Juden kennzeichnet die Redensart:

„Er hat einen Judenapfel!“ (Deutschland)

Auf die bei den Juden häufig auftretenden Plattfüße weisen hin:

„Er hat jüdische Platten (Plattfüße) (Franken)

„Er hatscht daher wie ein Jude!“ (Süddeutschland)

Einem Dicken ruft man zu:

„Du mit Deinem Judenbauch!“ (Deutschland)

Kennzeichnend sind auch folgende Redensarten:

„Der mit seinem Judenbuckel!“ (Deutschland)

„Er grinst wie ein Jude!“ (Deutschland)

„Er wackelt wie ein gemästeter Jude am Sabbat!“ (Ehemaliges Polen)

„Er wackelt wie der Jude über dem Talmud!“ (Ehemaliges Polen)

„Er nickt wie ein Jude beim Gebet!“ (Ukraine)

(Nach rituellen Vorschriften muss nämlich der Jude beim Gebet den Oberkörper hin und her bewegen.)

Gerät jemand in maßlose Wut, so sagt man:

„Er spuckt wie ein Jude, der seinen Prozess verloren hat!“ (Mitteldeutschland)

Einem Langweiligen, der bei seiner Arbeit recht umständlich ist, gilt das Wort:

„Er sch…. wie ein Jüd!“ (Rheinhessen)

Die ähnlich klingende Bezeichnung:

„Er schweißt wie ein Jude!“ (Süddeutschland)

Weist auf den Geruch der Schweißfüße der Juden hin.

Wohlbekannt ist dem Volke eine typische Eigentümlichkeit des Juden: das Mauscheln. Man bezeichnet damit den durch eine besondere Ausbildung des jüdischen Kehlkopfes bedingten eigenartigen Klang der jüdischen Stimme. Während seiner Rede fuchtelt der Jude wild mit den Händen in der Luft herum:

„Er mauschelt wie ein Jude!“ (Deutschland)

„Das Mauscheln kann man ererben, aber nicht erlernen!“ (Deutschland)

Mit verschiedenen anderen jüdischen Rassenmerkmalen beschäftigen sich die Redensarten:

„Er hat Locken wie ein Jude!“ (Deutschland)

„Er hat ein Genick wie ein Jude!“ (Süddeutschland)

„Er hat einen Fettar… wie ein Jud‘!“ (Franken)

„Er hat Säbelbeine wie ein Jud‘ !“ (Deutschland)

„Er schielt wie ein Jude!“ (Ungarn)

Und Ähnliches.

Zu den ausgeprägtesten Merkmalen des Juden gehört auch sein R a s s e g e r u c h. Von jedem Juden geht ein eigenartiger eklig-süßlicher G e r u c h weg. Auch eine – beim Juden allerdings selten vorkommende – gewissenhafte und regelmäßige Körperpflege kann diesen „Duft“ nicht ganz beseitigen. Dass gerade das einfache Volk eine feine „Nase“ und den Rassegeruch der Juden immer als abstoßend empfunden hat, beweist die ganz besonders große Anzahl hier einschlägiger Sprichwörter und Redensarten:

„Er stinkt wie ein Jude!“ (Deutschland und fast alle anderen Länder)

„Jude und Bock stinken vor Geilheit!“ (Deutschland)

„Drei Juden und zwei Käse sind fünf Stinker!“ (Westdeutschland)

„Wenn Du den Juden nicht siehst, musst Du ihn riechen!“ (Rheinland)

„Wo auch der Jude kriecht, wer ihn nicht sieht – ihn riecht!“ (Deutschland)

„A Jud‘ is, schmeckst nix?“ (Hochland)

Das heißt: Ein Jude ist es, riechst Du es nicht?

„Wenn ich mal diese Rasse seh‘, tut mir gleich die Neese (Nase) weh!“ (Mitteldeutschland)

„Lieber einen Geißbock als einen Juden!“ (Süddeutschland)

(Das heißt. Der Jude stinkt noch mehr als ein Geißbock.)

Dass auch der vom Juden so bevorzugte Knoblauch nicht immer angenehm ist, bestätigen die Redensarten:

„Er stinkt wie der Jude nach Knoblauch!“ (Ostland)

„Wo der Jude sitzt, stinkt er nach Knoblauch!“ (Schwaben)

Wenn ein Nichtjude unangenehm aus dem Mund riecht, sagt man von ihm:

„Er hat einen Juden geküsst!“ (Deutschland)

Die Juden von Hürbach (bei Krumbach) schienen ob ihres Geruches besonders gefürchtet gewesen zu sein. Man sagte nämlich:

„Er stinkt wie sieba Juda von Hürbach!“ (Schwaben)

Und ähnlich:

„Do stenkt’s wie en d’r Laupheimer Judegass!“ (Schwaben)

„’s süßelet wie in’m Jude Haus!“ (Schwaben)

Wenn man in Baden die Wahrheit seiner Behauptung besonders unterstreichen will, beteuert man:

„Es ist so gewiss wahr, so wahr wie’d Jude stinken!“ (Baden)

Einen notorischen Betrüger fertigt man mit den Redensarten ab:

„Er lasst’s Bescheißa nitt, wie der Jud’s Stenka!“ (Schwaben)

„Dem ist’s angebore wie em Jud‘ ’s Stenke!“ (Schwaben)

Zeigt jemand üble Eigenschaften, so sagt man von ihm:

„Er riecht nach dem Juden!“ (Deutschland)

Zahlreich sind auch die Reime und Kinderverse, die den jüdischen Rassegeruch zum Gegenstand haben:

„Der Jude Isaak Meyer, der stinkt wie faule Eier!“ (Westmark)

„Die Füße g’hör’n zum Laufen, zum Riechen g’hört die Nas‘. Dem Juden riechen d‘ Füße und laufen tut ihm d‘ Nas‘. (Egerland)

„Judastinka, meck, meck, meck! s‘ Sauerkraut is fett, fett, fett! ’s Schweinefleisch ist gut, gut, gut! Pfui Teufel! Stinkt der Jud, Jud, Jud!“ (Franken, Nähe Hesselberg)

„Butterbrot und Schinken, alle Juden stinken!“ (Deutschland)

„Schwarz, weiß, rot! Gib mir a Stückla Brot! Gib mir a Stückla Schinken! Alle Juden stinken! (Franken, Nähe Hesselberg)

„Judenstinker, Itzigbär, reckt sei stinkerts Ar…..ch her!“ (Franken)

„Ond en Ongarn donte, hent m’r G’sondheit tronke, Bruder do hots g’stonke, bei’re Stub voll Jude!“ (Schwaben)

Dass endlich alle Juden unangenehm riechen, bestätigt das Wort:

„Beim schönste Jude stenkt’s!“ (Schwaben)

Wie die bereits aufgeführten Sprichwörter beweisen, verfügen die Völker über eine ausgezeichnete Beobachtungsgabe. Sie lassen sich aber von äußeren Merkmalen der Juden nicht täuschen. Sie wissen, dass es auch Juden gibt, die n i c h t  i m m  e r  jüdisch aussehen und alle jüdischen Rassenmerkmale aufweisen. Vor diesen b e s o n d e r s gefährlichen  Juden warnt der Reim:

„Es haben die Juden in Land und Straßen, nicht immer krause Haare und krumme Nasen. Die Schlimmsten sind die, die man nicht kann erkennen, und sich so gerne Deutsche nennen!“ (Deutschland)

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Entnommen aus dem Buch von Ernst Hiemer: Der Jude im Sprichwort der Völker – 1942 – Kapitel Eins

Hierzu noch ergänzend die ewig gültigen Worte unseres Führers Adolf Hitler von 1919:

Tatsachen aber sind:

Zunächst ist das Judentum unbedingt eine Rasse und nicht Religionsgenossenschaft. Und der Jude selbst bezeichnet sich nie als jüdischen Deutschen, jüdischen Polen oder etwa jüdischen Amerikaner, sondern stets als deutschen, polnischen oder amerikanischen Juden. Noch nie hat der Jude von fremden Völkern in deren Mitte er lebt viel mehr angenommen als die Sprache. Und so wenig ein Deutscher der in Frankreich gezwungen ist sich der franz. Sprache zu bedienen, in Italien der italienischen und in  China der chinesischen, dadurch zum Franzosen, Italiener oder gar Chinesen wird, so wenig kann man einen Juden, der nun mal unter  uns lebt und, dadurch gezwungen, sich der deutschen Sprache bedient, deshalb einen Deutschen nennen. Und selbst der mosaische Glaube kann, so groß auch seine Bedeutung für die Erhaltung dieser Rasse sein mag, nicht als ausschließlich bestimmend für die Frage, ob Jude oder Nichtjude gelten. Es gibt kaum eine Rasse, deren Mitglieder ausnahmslos einer einzigen bestimmten Religion angehören.

Durch tausendjährige Inzucht, häufig vorgenommen in engstem  Kreise, hat der Jude im allgemeinen seine Rasse und ihre Eigenarten schärfer bewahrt, als zahlreiche der Völker, unter denen er lebt. Und damit ergibt sich die Tatsache, dass zwischen uns eine nichtdeutsche fremde Rasse lebt, nicht gewillt und auch nicht im Stande, ihre Rasseneigenarten zu opfern, ihr eigenes Fühlen, Denken und Streben zu verleugnen, und die dennoch politisch alle Rechte besitzt wie wir selber. Bewegt sich schon das Gefühl des Juden im rein Materiellen, so noch mehr sein Denken und Streben. Der Tanz ums goldene Kalb wird zum erbarmungslosen Kampf um alle jene Güter, die nach unserm inneren Gefühl nicht die Höchsten und einzig erstrebenswerten auf dieser Erde sein sollen.

 Gutachten von Adolf Hitler über den Antisemitismus – 1919 erstellt im Auftrag seiner militärischen Vorgesetzten –

Siehe hierzu auch:

Die Juden – eine Gegenrasse

Adolf Hitlers Rede am 27. Februar 1925 zur Neugründung der NSDAP im Münchener Bürgerbräukeller

Am 27. Februar 1925 kam es unter der Leitung Adolf Hitlers im Münchener Hofbräuhaus im Bürgerbräukeller zur Neugründung der NSDAP, nachdem diese zuvor verboten gewesen war. Daran schloss sich eine Phase der parteiinternen Neustrukturierung an.

Adolf Hitler hielt die Rede vor ca. 3.000 bis 4.000 Versammlungsteilnehmern. Um 20 Uhr sollte die Veranstaltung beginnen. Trotz des Eintrittspreises von einer Mark stellten sich die ersten Teilnehmer schon am frühen Nachmittag ein. Um sechs Uhr schloss die Polizei dann wegen des Ansturmes den Saal.

Als Adolf Hitler eintrat, begrüßten ihn die Anwesenden frenetisch. In seiner zweistündigen Rede rühmte Adolf Hitler zuerst die kulturellen Leistungen der Arier, verdammte die deutsche Außenpolitik der Weimarer Republik und warnte vor der Vergiftung des deutschen Blutes durch die Juden.

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Deutsche Volksgenossen und -genossinnen!

Wenn ich heute wieder zu Ihnen spreche, dann geschieht es nicht, um Rechenschaft abzulegen über vergangene Zeiten. Den letzten Rechenschaftsbericht haben Sie von uns erhalten am 27. Januar 1923 in der damaligen Generalmitgliederversammlung; den über die Zeit bis zum 8. und 9. November 1923 haben wir Ihnen gegeben vor aller Öffentlichkeit im Prozess. Heute tritt an uns eine andere Frage heran: Was soll nun in Zukunft geschehen?!

Ich bitte Sie nun, mir zu folgen bei einem kurzen Rückblick in die Vergangenheit. Die Frage, was heute geschehen soll, kann am Besten beantwortet werden, wenn wir uns klarzumachen versuchen, weshalb unsere Bewegung einst gegründet wurde. Was also sind die Ursachen gewesen zur Bildung dieser neuen Partei? Denken Sie sich zurück in das Jahr 1918. Das deutsche Volk, das noch im Hochsommer auf dem Höhepunkte seiner Macht stand, war in wenigen Monaten zusammengebrochen und lag nun vollständig geschlagen, niedergeschmettert und zertrümmert am Boden. Eine Frage musste sich damals jedem aufdrängen:

Gibt es noch einen Wiederaufstieg aus diesem tiefsten Elend und Unglück? Jedem hat sich damals diese Frage aufgedrängt. Sie bestimmte, im Grunde genommen, das Denken im Gehirne derjenigen, die vielleicht mitgeholfen hatten, den Sturz herbeizuführen. In lichten Augenblicken haben auch sie sich die Frage vorgelegt, ob und wann Deutschland wieder einmal auferstehen wird. Da aber musste man sich auch klar werden darüber, dass dem deutschen Volke eine große Schicksalsfrage vorgelegt erscheint, von deren Beantwortung und Lösung Sein oder Nichtsein unseres Volkes für alle Zukunft abhängen wird.

Die Tragik unseres Zusammenbruches lag ja nicht in der militärischen Niederlage, sie lag auch nicht in diesem entsetzlichen Frieden an sich, auch nicht in der Unterdrükkung, die seitdem eintrat, nicht in der Waffen- und nicht in der Wehrlosigkeit, und nicht in all dem, was in den langen Jahren nun über Deutschland hereinbrach. Das Tragische lag darin, dass dieses Alles durch unsere eigene Schuld so gekommen ist, sowie, dass Millionen Deutscher dies bis zum letzten Augenblick nicht nur nicht begriffen haben, sondern es im Gegenteil begrüßten, daß Hunderttausende und Hunderttausende die Niederlage bejubelten, dass Millionen die Waffenlosigkeit priesen und andere in aller Unterdrückung durch den Feind ein gerechtes Urteil und den Vollzug einer gerechten Strafe sahen. Darin liegt das tragische Unglück und das entsetzliche Unheil, das uns getroffen hat, dass ein großer Teil des deutschen Volkes kein Gefühl mehr besaß für das Unglück des Vaterlandes. Und sehen Sie, damit kommen wir zur prinzipiellen Frage, von deren Beantwortung das Schicksal der deutschen Nation abhängen wird, zu der Frage nämlich:

Wird es in Deutschland noch möglich sein, die Masse derjenigen, die nicht mehr an ihr Volkstum glauben, sondern in jedem Feinde mehr den Bruder sehen als in dem eigenen Volksgenossen, der partei- oder weltanschauungsmäßig von ihnen getrennt ist, wird es gelingen, diese große Masse zurückzuführen zu einer einheitlichen Volksgemeinschaft? Ja oder Nein? Wenn diese Frage nicht in günstigem Sinne gelöst wird, ist die deutsche Nation verloren. Denn Völker können zugrunde gehen. Es ist ein Wahnsinn, zu meinen, dass ein großes Volk von 60 oder 70 Millionen unverwüstlich sei. Es stirbt, wie es seinen Selbsterhaltungstrieb verliert. Und 18 Millionen Menschen sind im Deutschen Reiche auch heute noch der Anschauung, dass das Recht unseres Volkes auf dieser Erde nicht in seiner Erhaltung an sich begründet liegt, sondern auf Grund irgendwelcher phantastischer Anschauungen durch Interessen anderer bedingt wird. 10 Millionen Nationalgesinnten stehen 18 bis 20 Millionen Antinationalgesinnte gegenüber. 10 Millionen, die bereit sind, für ihr Volkstum das Letzte einzusetzen und das Recht immer wieder im Bestand ihres Volkstums suchen, gegenüber 18 bis 20 Millionen anderen, die dies vergessen.

Dies aber ist das Unheil des deutschen Volkes. Solange aber dieser Zustand andauert und weiterwährt, ist jeder Gedanke an eine Wiederbefreiung des deutschen Volkes Utopie. (Lebhafte Zustimmung.) Und zwar, warum?

Erstens, warum sind wir nun eigentlich zugrunde gegangen?

Wir brachen zusammen, weil im alten Reich seit Jahr und Tag innerpolitisch zu schwer gesündigt wurde. Weil man dem Reiche die Mittel verweigerte, die es zu seiner Selbsterhaltung notwendig brauchte. Wir gingen zugrunde, weil man in langen Zeiten mit den heiligsten Angelegenheiten des ganzen Volkstums parlamentarische Schiebungen betrieb, weil Millionen nicht mehr bereit und willens waren, das Letzte einzusetzen zur Erhaltung der Existenz des eigenen Volkstums und Vaterlandes, dagegen aber entschlossen waren, Volkstum und Vaterland zu opfern für die Existenz ihrer Partei. Wir sind zugrunde gegangen, weil unsere übergroße Mehrheit an pazifistisch, antinational und marxistisch eingestellten Volksangehörigen dem Staate nicht mehr das gab, was er zum Leben notwendig brauchte.

Wir sind aber zweitens außenpolitisch zugrunde gegangen, weil das Ausland unsere innerpolitischen Schwächen nur zu genau kannte. Ja, man erkannte dort die Achillesferse des Deutschen Reiches und wusste nur zu gut, wie die Machtverhältnisse im Parlament geschichtet waren. Man wusste genau, dass jede Politik einer aktiven Selbsterhaltung an der Mehrheit der Lauen, Feigen und Dummen in diesem Lande brechen musste. Und heute, wie vor dem Jahre 1918, ist es immer dieselbe Frage:

Kann dieser Zustand noch geändert werden oder nicht?

Im Jahre 1918 nach der Revolution schien zunächst fast jeder Versuch, Deutschland wieder emporzuheben, aussichtslos zu sein. Außenpolitisch stürzte das Reich von seiner bisherigen Höhe herunter, innerpolitisch war es zerrissen, wirtschaftspolitisch sank allmählich fast die gesamte nationale Produktion in die Kontrolle des Auslandes.

Jeder denkende Mensch musste sich damals sagen dass, wenn die Entwicklung so weitergehen würde, Deutschland an dem internationalen Leichengift rettungslos zugrunde gehen muss. Ein Wandel zum Besseren schien gar nicht mehr möglich zu sein. Man musste sich da doch die Frage vorlegen, wer diese internationale Macht in der breiten Masse brechen sollte. Denn, „deutsche Volksgenossen“, der organisierten Macht der Internationale, die in Deutschland tatsächlich vom linken Flügel des Zentrums hinüberreicht bis zum linkesten Flügel des Marxismus, stand politisch organisiert nur eine ganz schwache Formation gegenüber, das deutsche Bürgertum.

Warum aber konnten die bürgerlichen Parteien in ihrer ziffernmäßigen Schwäche und Kleinheit sowie in ihrem Mangel an innerer Aktivität und an wirklichem Angriffsgeist im Jahre 1918 sowohl als auch später eine Änderung des Schicksals nicht mehr erzielen? Ich will Ihnen die Gründe ganz kurz anführen.

1. Die Anerkennung des Majoritätsprinzips in den Parlamenten sichert einem Grundsatz die Wirksamkeit, nach dem nur eine Majorität von Menschen einen Wandel in den Dingen herbeizuführen vermag. Dieser Majorität der Zahl nach können aber die bürgerlichen Parteien niemals mehr gewinnen. Sie selbst besitzen sie nicht, denn das Bürgertum bildet sich in erster Linie aus dem Besitz an geistigen und materiellen Gütern, also aus Besitz an sich und Intelligenz. Beides aber ist in dieser Welt nur in der Minderheit vorhanden. Eine politische Bewegung, die sich allein auf diese beiden Grundlagen stützt, muss in der Minderzahl verbleiben und ist damit zur Bedeutungslosigkeit verdammt, in einem System, das nur der Majorität der Zahl allein die Herrschaft gibt.

2. Der Weg zur Macht bleibt den bürgerlichen Parteien auch für alle Zukunft prinzipiell versperrt, weil sich an ihnen die Sünden der Väter rächen. Was die früheren Generationen in ihrer Einstellung zur breiten Masse in langen Jahrzehnten verbrochen haben, ist die Ursache einer ewig weiterwirkenden Rache. Zu lange Jahre hatte man die Not der breiten Masse nicht beachtet, sich nicht um sie gekümmert. Zu lange Jahre begriff man nicht ihre Rechtlosigkeit. Fragen Sie sich nur selbst, welche Partei hat vor 60 oder 70 Jahren sich mit diesen Menschen beschäftigt? Welche Partei ging in die Fabriken, in Werkstätten und auf die Straße hinaus? Keine von diesen bürgerlichen Bewegungen.

Sie alle mieden die breite Masse, und erst, als aus ihr selbst heraus der Drang nach gleichen Rechten sich politisch zu organisieren versuchte, und das Judentum in seiner Schlauheit die Fäden in die Hände nahm, begann man auf der rechten Seite einzusehen, dass eine neue Macht im Staate sich damit zu bilden begonnen hatte, ein neuer, vierter Stand.

Zu viele Jahrzehnte sah man diese unteren Volksgenossen nicht, blieb ihnen fremd und verlor jeden Instinkt für sie, bis auf der einen Seite Standesdünkel und auf der anderen der Klassenwahn jene unüberbrückbare Kluft schufen, an der das deutsche Volk endlich seinen Untergang erleiden musste. Denn als Gegenwirkung des Standesdünkels kam nun auf der anderen Seite der organisierte Klassengedanke, die Massen wurden planmäßig verhetzt, und zwar gerade von dem Volk, dem es wahrhaftiger Gott nicht darum zu tun war, der breiten Masse Segnungen zu bringen, als vielmehr in dieser Masse nur die Schrittmacher des eigenen Vorteils sah.

Derselbe Jude, der auf der einen Seite dem Bürgertum die übelsten Gewohnheiten als Morgengabe mitgebracht [hatte], der gleiche Jude war es nun, der auf der anderen Seite die Massen aufpeitschte und aufwiegelte und jeden Fehler, der dem Einen unterlief, dem Anderen in tausendfältig verzerrter Größe wieder zeigte.

Es war derselbe Jude, der auf der einen Seite als kapitalistischer Tyrann die Massen zur Verzweiflung trieb, um auf der anderen diese Verzweiflung so lange zu steigern, bis die Massen endlich reif wurden zum Instrument in seiner Faust. Dem Bürgertum aber fehlte zum Gewinnen der breiten Masse noch eines. Und dies ist mit das Allerwesentlichste, warum es nicht mehr den Weg zu seinem Volke fand.
Denn der Schlüssel zum Herzen des Volkes heißt nicht Bitte, sondern Kraft. (Beifall.)

So fehlt ihm jene Macht, die allein die Masse eines Volkes zu erfassen vermag, nämlich der fanatische Glaube und die fanatische Überzeugung, der rücksichtslose Kampf für ein Ideal, und vor allem eines, die Erkenntnis dass, wenn man etwas Rechtes erreichen will, die Pflicht einem gebietet, jedes Mittel dafür einzusetzen. (Zurufe: Sehr richtig! Beifall.)

Die bürgerlichen Parteien sind die geborenen Pazifistenklubs. Damit aber fehlt ihnen nicht nur die Angriffskraft und Angriffslust, sondern auch jede Angriffsmöglichkeit. Denn wer einen Zustand ändern will, muss selbst angreifen und darf nicht warten, bis er angegriffen wird. Dies aber war der schwerste Fehler dieser politisch-bürgerlich organisierten Bewegungen. Sie haben niemals selber angegriffen, sondern waren immer glücklich, nicht angegriffen zu werden. (Zurufe: Sehr richtig!)

Sie hatten nie den Mut zu sagen: Dort liegt unser Ziel, da ist der Feind, und nun drauf und nieder mit ihm; und erst an dem Tag, an dem der letzte am Boden liegt, erscheint der Sieg uns gesichert. Nein, nein. Sie waren schon zufrieden, wenn bei der nächsten Reichstagswahl das Schicksal sie nicht gar zu herbe schlug, wenn sie noch ein Dutzend Mandate zu retten vermochten, und redeten sich als Letztes immer noch vor, dass doch hoffentlich der Gegner in den nächsten Jahren selber so große Fehler machen würde, dass das Volk ihn wieder satt bekommt und der Bewegung durch den Gewinn von neun weiteren Parlamentariern der entrissene Erfolg aufs neue wieder gesichert wird. Denn das war das Kampfziel dieser Bewegungen.

Freilich konnten sie gar nicht angreifen. Sie waren an den Besitz gebunden, und dieser wird, mag er nun geistiger oder materieller Art sein, die Angriffslust stets lähmen. Weiter aber wollten sie auch gar nicht angreifen. Sie waren zu „wohlerzogen“, sie waren zu „vornehm“. (Heiterkeit.)

Der üble Geruch, der aus den Massenversammlungen emporsteigt, tat den Herren weh. Sie liebten die Bierlokale nicht und empfänden es heute noch schmerzlich, wenn in Bierlokalen eine Wandlung eintreten würde zu größeren Dingen, obwohl man die Frage zu stellen vermöchte, was denn eigentlich besser sei, ein Parlamentssaal oder eine Wirtschaft. (Lebhafter Beifall.)

So sind sie zu vornehm, um anzugreifen. Endlich aber: Sie können nicht zum Angriff übergehen, weil sie von der gleichen Macht geleitet sind, die auch ihre Gegner führt. Glauben Sie, dass jemals eine dieser bürgerlichen Bewegungen, an deren Spitze indirekt doch fast immer Hebräer stehen, die Kraft bekommen wird, gegen die Linke, also im Grunde genommen doch die Bruderpartei von der anderen Farbe, vorzugehen?! Nein, wahrhaftiger Gott, nein!

Sie schütteln sich die Hände und sind miteinander vertraut, nur bei den Wahlen beginnt ein Kampf, aber nicht ein Streit, in dem Prinzipien ausgefochten werden, sondern nur ein Gezänke um Parlamentsstühle. Gäbe es einen Schlüssel, der ihnen annähernd gerecht erschiene, so würden sie zufrieden sein und den Kampf vermeiden, soferne nicht die linke Seite ihn dennoch wollte. Und sie will ihn. Der wichtigste Grund aber, warum das Bürgertum die breiten Massen nicht mehr gewinnen konnte, ist der, dass es in seinen politischen Bewegungen keine grundlegende neue Weltanschauung besaß.

Sie müssen dies, meine lieben, deutschen Volksgenossen, als das bedeutendste und schwerste Merkmal ansehen. Denn wenn eine Bewegung heute vorwärtskämpft, mit einem bestimmten Ziel vor Augen, dann hat diese Bewegung in dem bestimmten Ziel auch einen allseits sichtbaren Haltepunkt, d. h. man weiß: der Erfolg ist da, wenn man sich an diesem Ziel befindet. Damit endet aber ein solcher Kampf nicht vorzeitig, er wird im Gegenteil immer wieder vorwärtsgetrieben. Umgekehrt die Verteidigung. Sie ist passiv. Wer will und kann hier sagen, wann das Ziel erreicht ist? Im günstigsten Falle dann, wenn die Position als gesichert erscheint. Und das ist der Unterschied zwischen den bürgerlichen Parteien und denen der linken: Die bürgerlichen Bewegungen kämpfen um ihre Erhaltung, die linken für den Sieg ihres Programms, für die Durchführung ihrer Ziele.

Dieses Ziel aber heißt: Zerbrechung des Vaterlandes, Vernichtung der Nation, Zertrümmerung der nationalen Wirtschaft und Aufrichtung der internationalen, jüdischen Finanzhegemonie. Darin lag die Schwäche des politischen deutschen Bürgertums, dass es diesem brutalen Ziel der Vernichtung aller Werte, einschließlich der Rasse, das die Gegenseite im Auge hält, nichts Umgekehrtes entgegenzusetzen hatte. Deshalb war auch der Kampf des Bürgertums gegen den Marxismus von vornherein zum Misserfolg bestimmt.

Denn darüber muss sich jeder im klaren sein:
Der Marxismus als Sozialdemokratie oder Kommunismus kann gestürzt werden, sowie ihm eine Lehre gegenübertritt von besserer Wahrhaftigkeit, aber gleicher Brutalität der Durchführung. (Lebhafter Beifall.)

Eine solche Lehre allerdings kann immer und ewig nur in der breiten Masse wurzeln. Sie allein stellt jene unbedingten Kämpfer, die bereit sind, für ihr Ideal sich rückhaltlos einzusetzen. Ist doch in der breiten Masse der persönliche Besitz an materiellen oder geistigen Gütern des Augenblicks nicht so groß, als dass er den Einzelnen abhalten könnte, für ein ferneres Ideal zu fechten. Die breite Masse allein geht vorwärts und ist opferwillig. Daher werden alle Bewegungen auf dem Erdball, die nicht in ihr wurzeln, zum Scheitern verurteilt sein. Jede Bewegung dagegen, die in diese unteren Schichten hineingreift, sammelt, organisiert und zum Kampfe führt, kann und wird siegen.

Das hat der Jude begriffen, und deshalb wurde er zum Organisator der breitesten Massen, deshalb ging er, der jeder praktischen Arbeit scheu aus dem Wege geht, in die Fabriken hinein und log und log, und endlich gelang es ihm, als dem geborenen Virtuosen der Lüge, sich schließlich als Wohltäter dieser Masse aufzuspielen, sie zusammenzufassen, ihren Wünschen nachzuspüren und für jeden Wunsch Befriedigung in Aussicht zu stellen, um so die Millionenheere rauher Fäuste zusammenzuschmieden, denen seine Intelligenz dann die Führung gab. Was das Bürgertum versäumte, hat der Jude in genialster Weise erkannt. Er hat begriffen, dass weltumstürzende Ideen nur durchgeführt werden können, wenn zu ihren Trägern die Millionen der unteren Schichten eines Volkes gemacht werden, und geschickt und planmäßig setzte er diesen Gedanken in die Wirklichkeit um, organisierte die zahllosen Arbeiter der Faust und schloss sie so zu einer gewaltigen Masse zusammen, um mit ihrer Hilfe das Rückgrat des nationalen Staates zu zerstören, die nationale Wirtschaft zu zertrümmern, die rassischen Grundlagen auszutilgen und die Herrschaft seiner Diktatur aufzurichten.

Nun frage ich Sie: Glauben Sie, dass in dieser Entwicklung durch Zufall eine Änderung eintreten wird, oder sind Sie nicht ebenfalls der Überzeugung, dass, wenn man den Untergang zwangsläufig kommen sieht, die Pflicht das Recht hat, vom Einzelnen zu fordern, sich dagegen aufzubäumen und mit aller Kraft Widerstand zu leisten, um endlich selbst zum Angriff überzugehen? (Beifall.)

Das aber war es, was uns allen vorschwebte, als wir damals die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei gründeten. Das Ziel war damals klar und einfach:
Kampf der Teufelsmacht, die Deutschland in dieses Elend hineingestürzt, Kampf dem Marxismus sowie dem geistigen Träger dieser Weltpest und Seuche, dem Juden. Kampf nicht nach bürgerlichem Muster, „vorsichtig“, damit er nicht zu wehe tut. Nein und nochmals nein! Als wir uns damals zu dieser neuen Bewegung zusammenschlossen, waren wir uns klar, dass es in diesem Ringen nur zwei Möglichkeiten gibt: Entweder der Feind geht über unsere Leiche oder wir über die seine.

Der Kampf gegen diese Weltpest erscheint nicht gesichert in einem Siege durch Erringung einiger Parlamentsmandate, sondern ist gesichert erst dann, wenn auf der letzten Werkstatt und letzten Fabrik die Hakenkreuzflagge weht, und der letzte Sowjetstern verhüllt oder unverhüllt verschwunden ist.

Damit waren wir uns klar, dass wir die Bewegung vom ersten Tage an auf zwei Gedanken einstellen mussten:
Einen Kampf muss man, um ihn der breiten Masse verständlich zu machen, immer gegen zwei Dinge führen: gegen die Sache und ihre Person. Erinnern Sie sich an die große, geniale, propagandistische Vorbereitung des Krieges durch die Engländer uns gegenüber. Gegen wen hat England gekämpft? Gegen den Deutschen Kaiser als Person und den Militarismus als eine Sache. Gegen wen kämpft das Judentum mit seiner marxistischen Macht? Gegen das Bürgertum als Person und den „Kapitalismus“ als Sache. (Lebhafter, andauernder Beifall.)

Gegen wen aber hat deshalb diese Bewegung zu kämpfen? Gegen den Juden als Person und den Marxismus als seine Sache. Da waren dann einige grundsätzliche Einstellungen aber nötig:
Erstens, schärfste Konzentration der ganzen Kraft der Bewegung auf ein einziges Ziel aus praktischen Gründen. Wenn man eine große Entscheidung herbeiführen will, muss man die Masse besitzen. Nun ist diese Masse aber unendlich differenziert. Jeder Einzelne besitzt bestimmte Anschauungen, hat bestimmte Fähigkeiten, ein bestimmtes Temperament, eine bestimmte Charakterveranlagung, hat bestimmte Dinge besonders lieb und hegt zu anderen Abneigung. Es ist schon sehr schwer, ein Ziel aufzustellen für 10.000 Menschen, aber es ist noch schwieriger, ein Ziel aufzustellen für diese 10.000, das aus 16 oder 20 Einzelzielen besteht. Stellen Sie sich eine kleine Gruppe vor und sagen Sie ihr: Wir kämpfen gegen Juden und Marxisten, so geht sie vielleicht mit. Stellen Sie ein zweites Ziel auf mit der Erklärung: Wir kämpfen auch noch gegen dieses, so wird sich schon der eine oder andere absondern und antworten: Da kann ich nicht mitgehen. Stellen Sie ein drittes Ziel dazu, so wird wieder der eine oder der andere sich zurückziehen und ebenso beim vierten Ziele und so weiter. Haben Sie aber erst 20 Ziele, die bekämpft werden müssen, dann werden vielleicht noch fünf Menschen übrig bleiben, die mit allen 20 einverstanden sind. Deshalb aber ist es praktisch notwendig, dass man ein Ziel aufstellt und auf dieses eine Ziel eine möglichst große Masse von Menschen vereinigt und geschlossen zum Angriff ansetzt. (Zustimmung.)

Zweitens ist es auch psychologisch falsch, mehrere Kampfziele aufzustellen. Der Mensch ist geneigt, bei allem und jedem nach den Gründen zu forschen. Und gerade unser deutsches Volk, das so sehr im Objektivitätsfimmel erstickt, ist immer entschlossen, sofort zu fragen:
Habe ich auch ein Recht, das zu tun? Oder hat nicht der Gegner mehr Recht als ich? Gehen Sie heute in Deutschland hin und stellen Sie zehn Feinde als Ziele auf, und von 100 Deutschen werden 90 sofort fragen: „Können denn diese 10 alle unrecht haben, wir allein recht?“ Stellen Sie 20 Ziele auf, so wird diese Frage die Menschen noch mehr quälen: Alle sollen unrecht haben und wir allein recht? Denn gerade unser Volk misst immer nur nach dem Rechte der anderen und nicht nach dem seiner eigenen Erhaltung. (Lebhafte Zustimmung.) In dem Maß, in dem Sie immer mehr Ziele aufzustellen sich bemühen, sinkt die Zuversicht, der Glaube des Einzelnen, und es fällt damit das festeste Fundament, das ein Mensch haben kann, nämlich die Überzeugung, tatsächlich für ein Recht zu fechten. Darauf aber kommt es an. Die Menschen und Völker müssen, wenn man sie wirklich kraftvoll ansetzen will, die Überzeugung erhalten, dass sie für eine Sache kämpfen, die rechtlich vollständig begründet ist. Deshalb aber ist es notwendig, wenige Kriegsziele aufzustellen und nur einen Feind zu wählen, auf dass es jeder sehen kann: Dieser ist der Schuldige allein.

Das hat die Entente meisterhaft verstanden. Sie hat nicht erklärt, wir kämpfen gegen Deutschland, gegen Österreich, gegen Bulgarien, gegen die Türkei usw. Nein, im Gegenteil, sie betonten immer nur und immer: „Wir kämpfen nur gegen den Kaiser und den Militarismus.“ Ob sie in Mesopotamien fochten oder in Russland, in Frankreich oder Serbien oder sonst irgendwo, ganz gleichgültig: Der Kaiser und der Militarismus. 26 Staaten haben sie so gegen Deutschland in die Front gebracht. Bedenken Sie, welch immense Stärkung des Gefühls dies für jeden Engländer bringen musste! Er konnte sich sagen: Können wir unrecht haben, wenn 26 gegen einen gehen? Umgekehrt frug sich bei uns der kleine Mann: Können wir recht haben, wenn 26 gegen uns stehen? Sollen alle 26 im Unrechte sein? Nein, glauben Sie mir, aus psychologischen Gründen ist es besonders bei einem Volk wie dem deutschen unbedingt notwendig, einen Feind zu zeigen und gegen einen Feind zu marschieren. Man kann auch mit einem Feinde, wenn nötig, mehrere meinen. Abgesehen von diesen beiden Gründen, die dafür sprechen, dass ein Ziel allein aufgestellt wird, gibt es noch weitere. Der wichtigste davon ist der, dass dieses Ziel tatsächlich die Lebensfrage der deutschen Nation in sich schließt. Lassen Sie sich besonders heute nicht durch die Gefahren täuschen, die man immer als die vordringlichsten hinzustellen sich bemüßigt.

Die größte Gefahr ist und bleibt für uns das fremde Völkergift in unserem Leibe. Alle anderen Gefahren sind zeitlich bedingt. Nur diese eine allein ist in ihrer Folgewirkung ewig für uns vorhanden. Wir hören jetzt viel von neuen Zielen der Bewegung sprechen, und viele sehen vor lauter Bäumen den Wald selber nicht mehr. So bilden sie sich wirklich ein, dass nun auf einmal tatsächlich 15 oder 20 Gegner notwendig zu bekämpfen wären. Ich möchte Sie herausheben aus diesem ganzen Trubel von Zielen und Sie nur einen Augenblick nach Berlin führen, um in die Friedrichstraße zu blicken. Dann sehen Sie Judenjunge um Judenjunge mit deutschen Mädchen im Arm. Und dann bedenken Sie weiter, dass damit jede Nacht Tausende und Abertausende unseres Blutes in einem Augenblick für immer vernichtet sind, und Kind und Kindeskind für uns verloren bleibt. (Lebhafte Zustimmung.) Und dann bedenken Sie eines:

Den Friedensvertrag kann man brechen, Wiedergutmachungsverpflichtungen können ungültig erklärt und abgelehnt werden, politische Parteien vermag man zu beseitigen, aber das Blut, das einmal vergiftet ist, kann man nicht mehr ändern, das bleibt und wuchert fort und drückt uns von Jahr zu Jahr tiefer herunter. Wenn Sie sich heute wundern über die innere Zerrissenheit unseres Volkes, so bedenken Sie folgendes: Es spricht aus dem deutschen Volke in seiner Zerrissenheit nur sein zerrissenes Blut heraus. (Lebhafte Zustimmung.)

Und darin liegt die größte Gefahr, dass wir bei einer Fortsetzung dieser Vergiftung in 10, 20 und 30 Jahren schwächer sein werden als jetzt, in 100 Jahren schwächer als nach 30 und in 200 ohnmächtiger als nach 100 Jahren; einmal aber kommt die Zeit, da unser Volk von seiner kulturellen Höhe sinken wird, um endlich an dieser Blutvergiftung rettungslos zugrunde zu gehen. Denn alles, was wir heute an Schönem vor uns sehen, ist nur das Ergebnis des Ariers, seines Geistes und Fleißes, und nur das Schlechte ist das Erbgut des Hebräers. So aber geht uns die Kraft verloren, die wir brauchen zur späteren Wiedererhebung nicht nur in kultureller, sondern auch in physischer Hinsicht. Das deutsche Volk wird, wenn es dieser Pest nicht beizeiten Herr wird, an dieser Pest zugrunde gehen.

Die Kunst aller großen Volksführer aber bestand noch zu allen Zeiten darin, die Aufmerksamkeit der Masse auf einen Feind zu konzentrieren. Dadurch allein kann man sie zu jener suggestiven Aufwallung bringen, ohne die ein großer Erfolg nie beschieden ist. Glauben Sie mir eines: Der Verstand allein macht hier nur wenig. Mehr als aller Verstand schafft hier das richtige Gefühl. Der Verstand kann den Menschen trügerisch täuschen; das sichere Gefühl verlässt einen nie. (Lebhafter Beifall.) Nicht umsonst sehen Sie bei unserer Bewegung und hier in diesem Saale so viele Frauen; bei einer Bewegung, die doch am männlichsten gekämpft hat. Sie sehen sie hier, weil beim Weibe das Gefühl vorherrschend ist und richtig sagt: Es geht hier um die Zukunft unserer Kinder und damit um die Zukunft unseres Deutschtums. (Lebhafter Beifall.) Und dann gibt es gar kein Schwanken mehr, nicht ein Irren am nächsten Tag, wenn der nächstbeste Schmöker irgendeinen wissenschaftlichen Grund dagegen fabriziert; nein, das Gefühl ist stabil, es wankt und weicht nicht.

Glauben Sie mir, es mag ein Dr. Heim ruhig von unseren „hysterischen Frauen“ reden. Die Frau hat einst das Christentum in die Länder gebracht und sie wird auch unsere Bewegung letzten Endes zum dauernden Siege führen. Wo sie aber fehlen würde, fehlt nicht nur das Weib, sondern mit ihr auch die Jugend und damit die Zukunft. Seien Sie überzeugt: Eine Bewegung, die die wenigsten Frauen hat, besitzt auch die geringste Kraft, weshalb Sie denn auch z. B. in der demokratischen Partei nur wenige „Damen“ finden. Ist man sich aber klar darüber geworden, dass die Bewegung ein Ziel zu verfolgen hat, dann ist es auch selbstverständlich, dass Alles diesem einen Gedanken unterzuordnen ist. Dies soll schon im Namen symbolisch ausgedrückt sein. Und so wurde denn auch einst der Name Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei gewählt.

„Nationalsozialistisch“, weil sich darin das oberste Ziel der Bewegung verkörpert, die Verbindung lebendigster nationaler Kraft mit reinstem sozialen Wollen. Wir waren überzeugt, dass das Herz der Massen nicht allein durch Heilrufen gewonnen werden kann; sie müssen zur Überzeugung gelangen, dass in den Augen unserer Volksbewegung jeder auch als Volksgenosse angesehen wird, dass wir nicht Gnaden ausgeteilt sehen wollen, sondern Rechte hergestellt wissen möchten. Und dass wir die Zukunft unseres Volkes überhaupt nicht in einseitig emporgezüchteten Intelligenzen sehen, sondern in einem gesunden Volk an sich. (Beifall.)

SwastikaUnd deutsche Arbeiterpartei hießen wir sie. Es soll in sie nur derjenige hinein, der sich nicht schämt, zu sagen: Auch ich bin ein Arbeiter, ein schaffender Mensch. Denn wer dieses Wort mit Andacht auszusprechen noch nicht gelernt hat, der ist, wahrhaftiger Gott, der beste Deutsche nicht. Und deshalb wählten wir auch als Symbol das Hakenkreuz auf weißem Feld in rotem Grunde. Auch in diesem Zeichen soll sich unser einziges Ziel ausprägen: Das Hakenkreuz als Symbol der Arbeit, das Weiß als Zeichen unserer nationalen Gesinnung und das Rot als Zeichen unseres wahrhaft sozialen Gedankens. Im Kreuz aber soll sich noch ein weiterer Sinn zeigen, nämlich der Geist, der allein die Arbeit auf dieser Welt bedeutet, der Geist des Idealismus arischer Auffassung und nicht der Geist des Juden.

So ist es auch das Zeichen, in welchem wir gegen diese Weltpest und Weltvergiftung fechten. Daraus aber kam auch unsere Einstellung dem Parlamente gegenüber. Wir haben damals das Parlament abgelehnt, warum? Die junge Bewegung wollte nicht Parlamentarier bekommen, als vielmehr Kämpfer erziehen. Sie besaß damals die Überzeugung, dass es zu früh wäre, in solche Stätten hineinzugehen, und dass das, was uns heute not tut, Redner, Agitatoren und Apostel sind, die in die Masse hinausgehen, um dort die neue Lehre zu verbreiten, zu versuchen, diese Masse mitzureißen, sie zu organisieren und so immer neue Keimzellen zur Stärkung und Vergrößerung der Bewegung zu gewinnen. Das Programm aber sollte nur die logische Ergänzung dieser Tendenz sein. Ein Leitstern, bei dem uns nicht die Frage vorschwebte: Was willst du morgen oder übermorgen, sondern es sollte die Führung der Bewegung bestimmen auf lange Jahrzehnte hinaus. Ideen, die an sich ethisch, unsterblich und unvergänglich sind, und die noch in den fernsten Jahrhunderten den Menschen gleichmäßig voranleuchten sollen. Die Träger dieser Ideen aber sollten Personen sein. Wir waren damals schon der Überzeugung, dass sich der Kampf des Judentums nicht nur gegen die Rasse an sich richtet, sondern auch gegen ihre lebendigste Auswirkung, die Person. Gerade deshalb aber setzten wir an die Stelle des jüdischen Mehrheitsgedankens wieder den Glauben an den Wert der Persönlichkeit. So hat einst die Bewegung in ihrer Arbeit begonnen. Sie wollte gutmachen, was unsere bürgerlichen Parteien versäumten. Sie wollte vor Allem aber in die Massen hinein, um dort für die Verbreitung eines wahrhaftigen Nationalgefühls zu sorgen. Ob es ihr gelungen ist, wissen Sie selbst. Mit nichts haben wir begonnen, und kaum 4 1/2 Jahre später war der Name der Bewegung in aller Munde. Die ganze Welt hat ihn seitdem kennengelernt. Und dann kam jener traurige Tag, von dem Sie auch alle wissen:

Jener bittere Tag, in dem zum ersten Male für die junge Bewegung Menschen in das Nichts wieder zurückgingen und damit am lebendigsten ihren Opfergeist bezeugten. Die Bewegung selbst wurde dann verboten, ihre Organisation aufgelöst, und nur mühsam konnten die Einzelnen versuchen, weiterzuarbeiten, und viele, viele wanderten in die Gefängnisse. Nun ist ein Jahr vergangen, und die Bewegung ist wieder frei. Sie ist wieder frei, d. h. wir stehen vor der Möglichkeit, sie aufs Neue zu bilden oder aufzulassen. Wundern Sie sich nicht, dass es aber da für mich nur einen einzigen Weg gibt. Warum rufe ich die alte Bewegung, die alte Partei wieder ins Leben?

Sie wissen, dass böser, bitterer Streit heute tobt. Verlangen Sie nun von mir nicht, dass ich in diesem Streite Partei ergreife. Ich sehe auch heute noch in jedem Parteigenossen nur den Anhänger der gemeinsamen Idee. (Lebhafter, andauernder Beifall.) Ich sehe auch heute noch nicht den Einzelnen vor mir, sondern ich sehe vor mir den großen Gedanken, und wenn ich je daran in Zweifel geraten sollte, so brauche ich nur das Auge zu schließen, und es erhebt sich vor mir das Bild einer Stunde, in der Tausende bereit waren, für diesen Gedanken, wenn nötig, in den Tod zu gehen. Glauben Sie nicht, dass ich diesen Gedanken je verlassen habe. Er ist unerschütterlich mein Leitstern, jetzt und immer. Jeder Einzelne aber, von dem ich glaube, dass auch er ein Teilchen dieses Gedankens in sich aufgenommen hat, ist in meinen Augen ein Bruder und gehört wieder hinein in die alten Reihen. Und meine Aufgabe als Führer der neuen Bewegung sehe ich nicht darin, nun zu messen, zu fragen oder in der Vergangenheit zu forschen. Ich sehe sie nur in einer einzigen Pflicht, nämlich die Auseinanderstrebenden wieder zusammenzuführen. Dies aber könnte ich nicht tun, wenn ich Partei in der Partei wäre. Deshalb habe ich die alte Flagge wieder genommen in der Überzeugung, dass sich unter ihr alle erneut zu sammeln vermögen, die überhaupt für sie etwas empfanden. Der alten Fahne muss es wieder gelingen, aus dem wilden Chaos, das wir heute vorfinden, eine einzige große, lebendige Bewegung zu formen. Der alten Fahne muss es wieder gelingen, die widerstrebenden Führer zusammenzuschweißen, der breiten Masse aber die Überzeugung einzuflößen, dass das Ende dieser Bewegung nicht gekommen ist, sondern dass sie auch heute noch am Anfang steht. Und es ist nötig, dies heute zu tun.

Mehr denn je ruft uns das deutsche Schicksal entgegen: Deutsche, seid auf der Hut und wehret euch. Unser Volk schlummert gerade in diesen Monaten ganz blöde dahin. Es wird einst entweder ein böses Erwachen geben, oder es wird nicht mehr zum Leben zu erwecken sein. Die alten Parteien gehen schnell zugrunde. Wofür kämpfen sie? Um lächerliche Ziele. Wie schwach sind sie! Jede Entscheidung lässt sie um- und auseinanderfallen. Soll das die Führung der deutschen Nation sein? Wie lange kann unser Volk diesen Zustand noch ertragen? Ich weiß, für manche beginnt das Elend erst dann, wenn es um ihren Geldbeutel geht. Glauben Sie mir, auch diese Zeit wird wieder kommen. Die trügerische Basis unseres heutigen Wirtschaftslebens wird erneut unter ihren Füßen verschwinden, und dann kann man vielleicht unsere Worte besser verstehen als jetzt. Unsere Aufgabe aber ist es, schon heute darauf hinzuweisen, aufdass die Leute sehen und sich dereinst erinnern, dass wir schon zu einer Zeit, als sie selbst noch nicht daran dachten, ihnen das Kommende prophezeit haben.

Und nun, meine lieben Parteigenossen, komme ich zu einer Reihe prinzipieller Punkte. Wenn ich mit dem gestrigen Tage die Flagge unserer alten Bewegung wieder hochgezogen habe, so tat ich es in der Erwartung, dass sich um mich nun alle jene scharen werden, die im Herzen alte Nationalsozialisten geblieben sind. (Lebhafter Beifall.) Ich buhle aber hier nicht um die große Masse an sich. Ich habe einst diesem ganzen großen Strom den Kampf angesagt, und ich bin lange Zeit gegen ihn geschwommen. So soll es mir auch heute gleich sein: Wer in das gemeinsame Lager nicht kommen will, der bleibe fern; wer aber zu kommen gedenkt, dem sage ich eines: Der Streit hat nun ein Ende. (Lebhafter Beifall.)

Man trete mir nicht mit Gründen entgegen. Man sage mir nicht: Ich kann alles tun, nur das und das nicht, und die Schuld von dem ist so groß, dass ich niemals usw. … Nein, wer sich frei weiß von jeder Schuld, der hebe den ersten Stein auf, und dann aber, Freund, habe den Mut und schleudere ihn gegen mich; denn auch ich habe gefehlt, wie jeder Einzelne von ihnen. Keiner hat das Recht, an seine Brust zu schlagen und hinauszuschreien: Der ist der schuldige Teil, und ich bin rein wie ein Engel.

Wer dieses meint, trägt die größte Schuld an sich, der ist eingebildet und ungerecht zugleich. Man redet heute viel vom „Zusammengehen“. Die erste Voraussetzung für ein Zusammengehen heißt jedoch Verständigung. Die erste Voraussetzung zur Verständigung aber ist eine Versöhnung. Und wer sich nicht versöhnen kann, ist in meinen Augen nicht wert, in einer solchen Bewegung zu arbeiten.

Man komme mir nun nicht und sage: Ja, ja, aber ich vertrete ja im Interesse der Bewegung selber diese Meinung. Meine Herren, die Vertretung der Interessen der Bewegung lassen Sie von nun ab meine Sorge sein! (Lebhafter, andauernder Beifall.) Neun Monate hatten Sie Zeit, das Interesse der Bewegung zu wahren. Und ich ging manchmal in meiner engen Kammer schlaflos auf und nieder, wenn ich sehen musste, wie das Interesse der Bewegung gewahrt wurde. Da bitte ich denn, dass man von heute ab einen anderen Weg geht, den Weg, den ich dem Einzelnen wieder weisen will und weisen werde. Ich stehe nicht hier, um gegen irgend jemand eine Anklage zu erheben, um irgend jemand zu schmähen, oder um irgend jemandem einen leisen Vorwurf zu machen. Ich bitte Sie nur um eines: Kommen Sie jetzt in die Reihen der alten Bewegung wieder herein und lassen Sie alles wieder zurück, was hinter dem gestrigen Tage liegt. (Lebhafter Beifall.)

Ich bitte Sie, zu bedenken, welch schwere Opfer viele für diese Bewegung gebracht haben. Ich glaube, wenn heute die Erde jene wieder herausgeben würde, die am 9. November gefallen sind, sie ständen jetzt neben mir und würden Ihnen zurufen: Jawohl, auch wir wollen diesen Streit nicht haben. Wir sind nicht für Einzelne gefallen, sondern für unseren großen, gemeinsamen Glauben und unser gemeinsames Werk. Ich wende mich da vor allem an unsere deutsche Jugend. Ihr wisst nicht, ob Ihr nicht eines Tages dort sein müsst, wo die Freiheit des deutschen Vaterlandes allein wieder erkämpft werden wird. Wenn Ihr aber noch einmal in Eurem Leben an den Rhein zu gehen habt, dann werdet Ihr auch nicht zerrissen, sondern wieder Schulter an Schulter marschieren. So tut es auch jetzt in unsrer Bewegung. (Bravorufe.)

Ich wende mich an die Frauen. Ich bitte gerade Sie vor allem, lassen Sie jetzt nur ein einziges Gefühl vorherrschend sein, das Gefühl für die Verpflichtung, das große Gut, das wir nun weiterzuführen haben, getreulich zu verwalten, es nicht zersplittern und in die Gosse ziehen zu lassen. Denn jedes Wort, das wir unter uns in bösem Sinne sprechen, wird in den Händen unserer Feinde zur Waffe gegen jeden Einzelnen von uns. Ich glaube, wir haben ein Symbol, zu dem jeder kommen kann. Die alte Flagge hat 15 Monate nun fast geruht. Sie ist heute wieder aufgezogen, und jeder Einzelne kann ihr aufs neue den Treueid leisten. Jeder kann kommen und sich wieder in Reih und Glied stellen. Und nur, wer dies nicht tun zu können glaubt, mag bleiben.

Wer aber meinen sollte, seinen Eintritt an „Bedingungen“ knüpfen zu können, der kennt mich schlecht. (Lebhafter Beifall.) Ich habe mich neun Monate jedes Wortes enthalten; nun führe ich die Bewegung und Bedingungen stellt mir niemand; denn wenn die Herren kommen, und mir der Eine sagen sollte, ich stelle die Bedingung, und der Andere, ich stelle jene, so habe ich nur eine Antwort zu geben: Freund, warte erst, welche Bedingung ich stelle. Ich bin nicht gewillt, mir Bedingungen vorschreiben zu lassen, solange ich persönlich die Verantwortung trage. Und die Verantwortung trage ich wieder restlos für alles, was in dieser Bewegung vorgeht. (Lebhafter Beifall, Heilrufe.)

So bitte ich Sie denn nochmals, stellen Sie alles zurück, was Sie trennen könnte, und bedenken Sie, dass heute ganz Deutschland auf uns sieht. Wir sind jetzt in diesem Saale hier versammelt, kaum 3.000 oder 4.000 Menschen. Aber aus den 4 Tausend müssen in kurzer Zeit wieder 2 oder 3 Millionen werden. So beginnt denn damit für die Bewegung wieder ein neues Jahr. Ich werde demnächst eine provisorische Mitgliederversammlung einberufen und dort die Hauptleitung wählen lassen. Wir werden dann im nächsten Jahre die erste ordentliche Generalmitgliederversammlung abhalten. Ich bitte Sie, stellen Sie bis zu diesem Zeitpunkt alle Kritik, auch an mir, zurück. Nach einem Jahre wollen wir uns wieder sehen, und dann mögen Sie urteilen. Habe ich recht getan, dann schmähen Sie mich nicht mehr. Und habe ich unrecht gehandelt, dann lege ich mein Amt in Ihre Hände zurück. (Zurufe: Niemals!) Ich glaube Ihnen aber schon heute versprechen zu können, dass unsere Bewegung wieder werden wird. Ich glaube an unser altes Banner. Ich habe es selbst einst entworfen und als Erster getragen und hege nur den einzigen Wunsch dass, wenn einmal der Sensenmann mich niederstreckt, es mein Leichentuch sein möge. Und auch von Ihnen habe ich die Überzeugung, dass wir diese alte Flagge nicht lassen wollen und nicht mehr lassen können. (Lebhafter, anhaltender Beifall.)

Die Zeit ist heute bitter ernst. Unser Volk tanzt noch, während sich in Wirklichkeit der Tod naht. Unsere Aufgabe soll es nun sein, in den Morast wieder hineinzufahren und diesem Volke zu sagen, was ihm gesagt werden muss. Ich glaube, dass schon in einem Jahre vielen die Augen geöffnet sein werden. Manchem wird der trügerische Schimmer wieder vergangen sein, und Leute, die uns heute noch verfluchen, werden als neue Kämpfer in unseren Reihen stehen. In der Gewinnung dieser Leute aber gerade mögen Sie künftig Ihre größte Aufgabe erblicken.

Lassen Sie also allen inneren Streit, lassen Sie die Anderen, auch wenn sie mich selbst angreifen, das tut nichts zur Sache. Wir wollen auch darüber nicht streiten. Was wir wollen ist, in die Masse hineingehen, um sie herauszuholen aus dem heutigen Wahn und wieder einzugliedern in ihr Volkstum, aufdass einmal der Tag zu kommen vermag, an dem Deutschland unter unserer Flagge aufs Neue wieder aufersteht. Und dieses Größere und nicht die Partei ist zum Schluss bei uns das Ziel. Und wenn wir so das Trennende zurückstellen, können wir es um so leichter tun, da wir doch alle ein gemeinsam verbindendes Ideal besitzen, ein gemeinsames Gut, das gemeinsame, heilige, deutsche Vaterland.

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Quelle: Reden des Führers, DTV 1967

Vernehmung Adolf Hitlers vor dem bayrischen Volksgericht am 26. Februar 1924 (Auszüge)

1. Verhandlungstag: Dienstag, den 26. Februar 1924, vormittags 8½ Uhr. 

[…]

Wir schreiten nun zum Verhör des Angeklagten Hitler. 

Die Frage des Vorsitzenden, ob er sich vernehmen lassen wolle, beantwortet Adolf Hitler mit

„Jawohl“.

Den Aktenvortrag des Vorsitzenden ergänzt, bezw. berichtigt Adolf Hitler in folgenden Punkten:

Angekl. Hitler:

Als ich im Jahre 1912 nach München kam, geschah dies nicht zu meiner Ausbildung (als Architekturzeichner); ich war bereits selbständig. Ich mußte mir aber selbst mein Brot verdienen, um mich weiter ausbilden zu können zum Baumeister.

An Kriegsverletzungen habe ich erlitten eine Granatsplitterverletzung am linken Oberschenkel und später eine Gasvergiftung. Es handelte sich hierbei um eine Vergiftung durch deutsches Gelbkreuzgas. In der Nacht vom 13. auf 14. Oktober [1918] ist der gesamte Ypernbogen zum erstenmal mit deutschem Gelbkreuzgas, das die Franzosen und Engländer wahrscheinlich im Laufe des Rückzugs am 8. August erbeutet haben, beschossen worden. Die Vergiftung äußerte sich in einem Abfallen der Haut, in Bluthusten und in einer schweren Zerstörung der Netzhaut. Ich war zunächst vollständig erblindet und glaubte nicht, jemals wieder das Augenlicht zu bekommen. Drei Kameraden von mir sind sofort gestorben, andere sind erblindet für immer. Bei mir hat sich im Laufe der Behandlung die Sache soweit gebessert, daß ich bei der Entlassung aus dem Lazarett wenigstens eine große Überschrift lesen konnte. Aber daß ich jemals eine Zeitung lesen könne oder überhaupt noch normal lesen könne, war nicht zu hoffen. Mit Rücksicht auf meinen Beruf, der die besten Augen erfordert, mußte ich damals als erwerbsunfähig gelten.

Vorsitzender:

Sie sind als K.V. entlassen worden und sind im September 1919 als Bildungsoffizier ins Schützenregiment Nr. 19 gekommen. 

Angekl. Hitler:

Das Krankenblatt des Lazaretts in Pasewalk ist bereits unter der Revolution hergestellt worden. Um den Einzelnen hat man sich praktisch nicht gekümmert; wir sind rudelweise angetreten und wurden rudelweise abgeschoben. Beispielsweise habe ich mein Soldbuch nicht mehr bekommen, die Dokumente wurden zum größten Teil verschlampt; praktisch war die Revolution an der Küste seit 5. November [1918] eingetreten. Der gesamte Betrieb war so verludert und verlottert, daß von einer ordnungsgemäßen Behandlung überhaupt nicht mehr die Rede sein konnte.

Nach weiteren aktenmäßigen Feststellungen bemerkt der

Vorsitzende:

Man sagt auch, daß die Gründung der Nationalsozialistischen Partei in Deutsch-Österreich auf Sie zurückzuführen ist.

Angekl. Hitler:

Die Gründung der Nationalsozialistischen Partei in Deutsch-Österreich liegt bereits über 20 Jahre zurück; sie hat mit unserer gar nichts zu tun.

Hierauf wird die Verhandlung um 11 Uhr 53 Minuten auf nachmittags ½ 3 Uhr vertagt.

1. Verhandlungstag: Dienstag, den 26. Februar 1924, nachm. 2½. 

Vorsitzender, Landgerichtsdirektor Neithardt, eröffnet die Sitzung.

Vorsitzender: Ich ersuche Sie, Herr Hitler, eine Erklärung abzugeben über Ihre Einstellung und wie Sie zu der ganzen Sache gekommen sind.

Angekl. Hitler:

Hohes Gericht! Der Herr Landgerichtsdirektor hat heute vormittag aus meiner militärischen Dienstleistung erwähnt, daß ich die Führung „sehr gut“ bekommen hätte. Ich glaube, es ist vielleicht eigentümlich, daß ein Mann, der über 4½ Jahre, praktisch fast 6 Jahre gelernt hat, den Vorgesetzten zu achten, niemandem zu widersprechen, sich blindlings zu fügen, auf einmal in den größten Widerspruch, den es im Staatsleben geben kann, kommt, nämlich zur sogenannten Verfassung. Ich muß hier in meine Jugend zurückgreifen, da hier tatsächlich der Keim des Konfliktes zwischen mir und der heutigen Verfassung und den leitenden Stellen liegt. Ich bin persönlich als junger Mensch mit 16½ Jahren gezwungen gewesen, mir mein eigenes Brot zu verdienen. Mit kaum 17 Jahren kam ich nach Wien und dort habe ich drei Dinge gründlich kennengelernt: Einmal die soziale Frage. Ich habe zum ersten Mal dort das große Elend und die große Not breiter Schichten am eigenen Leibe gespürt. Zweitens das Rassenproblem in der Stadt, in der sich praktisch Osten und Westen mehr oder weniger treffen. In Wien kann man das Rassenproblem besser studieren als irgendwo in Deutschland, weil dort nach meiner politischen Überzeugung der größte Feind und Gegner der ganzen arischen Menschheit stärker und schärfer hervortritt, wie in München oder überhaupt im übrigen Deutschland. Drittens habe ich in Österreich kennengelernt die Bewegung, die auf einer bestimmten Rasse beruht und die große Not der breiten Massen ausbeutet, um auf diese beiden Fundamente gestützt eine Organisation aufzubauen, die in ihren Folgeerscheinungen zum Zusammenbruch des gesamten modernen Staates führen muß, die marxistische Bewegung. Ich kam nach Wien als Weltbürger und zog aus ihr  wieder fort als absoluter Antisemit, als Todfeind der gesamten marxistischen Weltanschauung. Ich ging nach München und habe mir hier das Brot verdient, bis der Krieg kam. Es war selbstverständlich, daß ich mich in den ersten Tagen der Mobilmachung dort als Soldat meldete, wo nach meiner Überzeugung das Schicksal der deutschen Nation ausgefochten wurde. Zu dieser deutschen Nation zählte ich auch den Splitter von zehn Millionen, der durch ein unseliges Schicksal von Deutschland abgetrennt war. Ich war der Überzeugung, daß das deutsche Schicksal auch für Deutschösterreich nicht ausgefochten wird in der österreichischen Armee, sondern in der deutschen Armee; demgemäß habe ich mich bei dieser zum Dienst gemeldet. Ich will gar nichts über den Krieg sagen. Nur meine Einstellung, die den ganzen Krieg gegenüber gleich blieb, will ich erwähnen. Ich war der Überzeugung, daß, wenn Deutschland in Zukunft nicht die innere Frage lösen würde und die Regierung nicht die Entschlossenheit und die Kraft aufbringt, den Marxismus richtig zu fassen, Deutschland mit zwangsläufiger Folge verloren wäre. Ich habe diese Überzeugung auch meinen Kameraden gegenüber, die später meine Anhänger geworden sind, oft betont, daß, wenn das marxistische Problem nicht zur Lösung kommt, Deutschland nicht den Sieg erringen kann, vielleicht sämtliche Opfer letzten Endes vergeblich sein werden. Tatsächlich konnte man auch im Winter 1916/17, wenn auch unter der Oberfläche, die ersten Erscheinungen des späteren Verfalls beobachten. Ich kam damals nach Bielitz ins Lazarett; da ist mir ein ganz kleiner Vorgang für immer im Gedächtnis geblieben.

Während wir an der Front bis dahin noch tatsächlich den absoluten Gehorsam kannten, war er in diesem Lazarett mehr oder weniger aufgelöst. Dieses Rätsel wurde mir auch blitzschnell gelöst. Als ich einmal dort ein militärisches Buch über eine militärische Wissenschaft liegen hatte, kam der Chefarzt. Ich hatte es vorher umgeklappt beiseite gelegt. Der Chefarzt, ein Dr. Stettiner, sagte: „Was lesen Sie da“. Er schlug das Buch auf, sah hinein und sagte dann: „Ich habe Sie für vernünftiger gehalten“. Zunächst war ich wie vor den Kopf geschlagen. Allerdings war Stettiner ein Jude. Es war mir schon eigentümlich, wie es kam, daß zahllose, sogar die größten Stänkereien ohne weiteres geduldet wurden und daß Leute, die längst hätten draußen sein müssen, weil sie gesund waren, im Lazarett blieben und dort weiter wühlen konnten. Ich sagte mir: Entweder ist die Führung des Lazarettes blind oder sie will nicht sehen, daß die Disziplin und der Gehorsam untergraben wird. Ich kam dann an die Front und schon 1917/18 konnte man die Folgeerscheinungen klar sehen. Als ich zum zweiten Mal in das Lazarett kam, konnte man auf der Bahnfahrt nichts anderes als vom Handeln und Tauschen hören und im Lazarett wurde von der Revolution gesprochen. Am 5. und 6. November [1918] kamen dann von Stettin Matrosen auf Lastkraftwagen und ging dann die Revolution an. Ich lag gebrochen mit großem Schmerz da, obwohl ich nicht angegeben habe, wie es mir war; denn es war mir widerlich, zu heulen in einer Zeit, wo man fühlte, daß es zum Zusammenbruch käme. Als dann am 7. [November 1918] verkündigt wurde, daß in München die Revolution ausgebrochen sei, konnte ich es zunächst nicht glauben. Aber am 9. November [1918] wurde es mir klar, und in dieser Nacht entstand mein Entschluß: Das große Schwanken in meinem Leben, ob ich mich der Politik zuwende, oder ob ich Baumeister bleibe, nahm ein Ende. Ich habe mich in dieser Nacht entschlossen, daß, wenn ich das Licht wiederbekäme, ich mich der Politik zuwenden würde. Ich habe mich sofort umgesehen, daß ich nach München kam und bin auch wenige Wochen später in München beim Ersatzbataillon gewesen. Die weitere Entwicklung war verhältnismäßig einfach.

Ich habe die Räteperiode mitgemacht und kam infolge meines Widerstandes in der Räteperiode zur Kenntnis meiner Vorgesetzten und in die Untersuchungskommission des Infanterieregimentes II. Hierbei kam ich in Berührung mit der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei. Damals hieß sie noch Deutsche Arbeiterpartei. Die Bewegung besaß sechs Mitglieder, ich war das siebte.Warum ich mich der neuen Bewegung angeschlossen habe und nicht einer der bestehenden großen Parteien, wo meine persönlichen Chancen wohl größer gewesen wären – denn das Unternehmen war nach dem Urteil aller meiner Freunde lächerlich, mich als Siebter einer Gruppe von sechs Handarbeitern anzuschließen, als gewöhnlicher Soldat zu gewöhnlichen Schlossern zu kommen, es erschien das den meisten als ein Hirngespinst –, das hat seinen Grund darin, weil die bisherigen Parteien das ganze Problem, an dem Deutschland zugrunde gehen wird, wenn es dasselbe nicht löst, nicht erkannten, nämlich die marxistische Bewegung

Sie ist in meinen Augen die Lebensfrage der deutschen Nation. Unter Marxismus verstehe ich eine Lehre, die prinzipiell den Wert der Persönlichkeit ablehnt als schaffendes und schöpferisches Fundament der menschlichen Natur, als treibendes und wirkendes Element der menschlichen Geschichte, Politik usw., und dessen Auswirkung auf wirtschaftlichem Gebiete das Privateigentum ist. Indem die marxistische Bewegung an Stelle der Person die Zahl setzt, an die Stelle der Energie die Masse, zerstört sie das Fundament des gesamten menschlichen Kulturlebens usw. Wo diese Bewegung praktisch zur Geltung kommt, muß sie die menschliche Kultur zugrunde richten.

Tatsächlich hat diese Bewegung mit zwei ungeheuren Instrumenten gearbeitet: Auf der einen Seite mit einer ungeheuren Massenpropaganda, mit einer Massenbeeinflussung. Das Bürgertum kennt den Marxismus nicht, weiß nicht, daß der kleine Junge, der aus der Schule kommt und in die Lehre gebracht wird, dadurch letzten Endes dem Staat und der Gesellschaft entfremdet wird und, wenn das konsequent so fortgesetzt wird, bald reif wird, als Lehrling in die Gewerkschaft einzutreten, wie er dann weiter sich immer mehr entfernt von seinem Volke, sich ausschließlich auf die Handarbeit stützt, grundsätzlich das geistige Element als Bourgeoisie ablehnt, und daß diese Lehre zu einem Riesenorganismus im Staate führen muß, zu einem Staate der brutalen Faust gegen Genialität und Wissen. Durch diese Lehre wird es möglich, daß ein Mensch von dreißig bis vierzig Jahren zu einem Todfeind seines eigenen Bruders werden kann, daß er seine eigenen deutschen Blutsgenossen als Todfeinde und Klassenfeinde bezeichnet, während er unsere wirklichen Feinde, die Engländer, Franzosen, ja selbst die ihm völlig rassenfremden Hottentotten als Bruder empfindet.

Das zweite Instrument dieser Bewegung ist ein unerhörter Terror. Keine Bewegung hat mit so gründlicher Kenntnis die Züge der Massen bearbeitet, wie die marxistische Bewegung. Sie weiß, daß die Masse Respekt besitzt vor der Kraft und Entschlossenheit, und sie hat an die Stelle der Schwäche der Bürgerlichen und ihrer Unentschlossenheit die brutale Macht und den brutalen Willen gesetzt, hat rücksichtslos den einzelnen niedergezwungen und die Arbeiter vor die Alternative gestellt: Entweder Du willst mein Bruder sein oder ich schlage Dir den Schädel ein.

Ich habe diese Bewegung kennengelernt in meiner Jugend in diesen beiden Auswirkungen. Die bürgerlichen Parteien kennen sie nicht oder wollten sie nicht kennen. Aus dieser Erkenntnis heraus mußte ich mich dieser jungen Bewegung anschließen, die sich nicht wie die bürgerlichen Parteien von vornherein auf den Standpunkt stellt: Wir wollen einmal sehen, daß wir uns mehr oder weniger in die Zukunft teilen. Sondern diese Bewegung hat erkannt, die Zukunft Deutschlands heißt „Vernichtung des Marxismus“. Entweder gedeiht dieses Rassengift, die Massentuberkulose in unserem Volke, dann stirbt Deutschland an seiner kranken Lunge, oder aber sie wird ausgeschieden, dann kann Deutschland wieder gedeihen, früher nicht. Nur einer jungen Bewegung kann man dieses Prinzip einimpfen, das keine Kompromisse und keine Koalitionen verdreht, sondern grundsätzlich erklärt: Wir können mit dieser Weltanschauung niemals Frieden schließen; für uns ist Deutschland gerettet an dem Tag, wo entweder der letzte Marxist sich bekehrt oder niedergebrochen ist. Es gibt sonst keinen Mittelweg. Deutschland hat das nicht begriffen, besonders die bürgerliche Bewegung nicht. Deshalb kam es zu der fürchterlichen Katastrophe, die uns als die deutsche Revolution bekannt ist.

[…]

Am 7. November [1923] nachmittags habe ich die definitive und entscheidende Sitzung mit den Herren gehalten und dabei wurde nun endgültig der Termin des 8. November bestimmt und zwar aus folgendem Grunde: Kahr sollte, wie wir zufällig im letzten Augenblick erfahren hatten, am 8. November eine Versammlung abhalten. Das schien der gegebene Augenblick, um am leichtesten diese vollendete Tatsache zu schaffen und zwar war bestimmt, daß der Saal umstellt werden solle, daß Lossow, Kahr und Seißer herausgebeten würden zu einer Besprechung, ans Telefon oder irgend sonstwie, daß also der Saal nicht besetzt werden sollte und daß ihnen ganz kurz gesagt werden sollte: Exzellenz sehen die vollendete Tatsache; nun ziehen Sie die Konsequenz aus Ihren bisherigen Reden. Ein Zurück gibt es für Sie so oder so nicht mehr, für uns aber auch nicht mehr. Wir standen auf dem Standpunkt, daß das, was man Monate hindurch beraten hatte, entweder von Männern ausgeführt oder von Feiglingen verworfen würde. Außerdem wäre es schädlich für das Vaterland, und schädlicher als das Weiterregieren des heutigen Regiments in Deutschland kann überhaupt gar nichts sein; denn es hat Deutschland in den fünf Jahren weiter zurückgeworfen in seiner Entwicklung und seiner Größe, als 50 Jahre, als Jahrhunderte früher, weiter selbst als der dreißigjährige Krieg, der kaum diesen Zusammenbruch herbeigeführt hatte, wie dieses fünfjährige Regiment, insofern dieser Zusammenbruch ausschließlich kam auf Grund unserer eigenen Charakterlosigkeit.

[…]

Der Vorgang selber war ganz kurz folgender: Ich begab mich um 8 Uhr in den Bürgerbräukeller. Der war außen von einer großen Menschenmasse umlagert und ich dachte im ersten Augenblick, daß vielleicht die Sache irgendwie zur Kenntnis der Polizei gekommen wäre. Ich sah ein großes Polizeiaufgebot, auch marschierte von der Brücke ein großes Polizeiaufgebot herauf und ich wußte, daß unsere Stoßtrupps zum Teil in Personenautos ankamen. Ich mußte mir sagen, daß bei dieser Menschenmasse das Ankommen dieser ersten außerordentlich erschwert sein würde. Ob die Polizei eine Ahnung hatte von dem Vorgang, konnte ich zunächst nicht feststellen. Ich ging auf alle Fälle hinein und ließ meinen Begleiter, Herrn Graf, der von der Sache gar nichts wußte, zurück und sagte ihm bloß: Wenn der Stoßtrupp kommt, gehen Sie in die Vorhalle und erwarten Sie mich. Ich werde in der Vorhalle sein. Ich ging hinein und sah, daß der Saal maßlos überfüllt war. Ich wurde hineingelassen, da die Polizeibeamten mich kannten. Ich mußte mir sofort sagen, bei dieser Überfüllung ist es gänzlich ausgeschlossen, daß man die Herren herausbitten kann. Man konnte nicht einmal vorkommen bis zu dem Tisch; denn es war vorher bestimmt, daß auch ich mich vorher an den Tisch beim Podium setzen sollte. Dann sollten die Herren gebeten werden hinauszukommen, und ich sollte nachkommen. Das war nun ganz unmöglich. Es konnte kein Mensch hereinkommen, selbst nicht unter Anwendung der Ellenbogen. Ich ging sofort aus dem Saale wieder hinaus – die Rede des Herrn von Kahr war an und für sich unverständlich. Man hatte nun das Gefühl, daß so, wie die Dinge jetzt lagen, unter Umständen eine Erschwerung eintreten konnte. Ich ging in die Vorhalle und sagte zu Scheubner, er möge sofort zu Ludendorff fahren und ihn in Kenntnis setzen. Falls Ludendorff nicht kommen wolle, bitte ich, mich anzutelefonieren. Ich würde dann persönlich hinausfahren. Ich hielt es aber für ausgeschlossen, daß Ludendorff es nicht tun würde, wenn ich ihn persönlich bitte.

Scheubner ging dann hinaus, kam aber zurück und erklärte, draußen stehe alles voll Menschen. Ob die Stoßtrupps ankommen, ist eine große Frage. Ich ersuchte einen Polizeibeamten, er möge die Straße räumen lassen, da sonst im Saale Unruhen entstehen konnten. Der Polizeibeamte ließ auch die Straße räumen. Ich ging dann hinein und kam um 8 Uhr 30 Minuten in die Vorhalle. Dort habe ich vier Minuten gewartet; dann kamen die Stoßtrupps an. Ich besetzte dann mit einer Handvoll Leute die Vorhalle. Mit drei Mann ging ich dann hinein, habe die Pistole herausgezogen. Es ist doch selbstverständlich, daß man da nicht mit einem Palmwedel hineingehen kann. Ich sagte zu meinem Begleiter Graf: „Passen Sie auf, daß wir nicht von rückwärts angeschossen werden“. Es waren 58 Offiziere da, da konnte leicht einer, der die Geistesgegenwart besaß, mich niederschießen. Von einem Anschlagen von rückwärts bis nach vorn auf Kahr konnte keine Rede sein, weil ich mir mit Ellbogen und Fäusten Platz machen mußte. Die Pistole hielt ich im Gedränge in der Luft. Daß ich auf Kahr die Pistole nicht angeschlagen habe, geht daraus hervor, daß Kahr in seiner Umgebung mir nicht als die fürchterliche Person erschien, die nur mit zwei Maschinenpistolen und einer Handgranatenpistole hätte in Schach gehalten werden können.

Kahr stand auf dem Podium und trat außerordentlich zitternd und bleich zurück. Wenn mir vorgeworfen wird, daß ich pathetisch aufgetreten wäre, so muß ich darauf hinweisen, daß der Saal mit 5000 Personen gefüllt war, die nicht aus meinen Anhängern, sondern fast entgegengesetzt eingestellten Männern bestanden, und daß dort große Unruhe herrschte. In diesen drangen drei Mann mit einem Zivilisten an der Spitze ein. Unter solchen Umständen kann man auf andere Weise keine Ruhe schaffen. Ich habe mir in Hunderten von Versammlungen unter kritischeren Umständen Ruhe verschafft. Ich wußte  genau, welche Methode ich dabei anwenden mußte und hatte mir auch tatsächlich innerhalb 20 Sekunden Ruhe verschafft dadurch, daß ich einen Pistolenschuß abgab. Ein Herr allerdings, der seine Rede abliest vom Konzept, das ein anderer verfaßt hat, kann das nicht verstehen.

Ich ging dann sofort herunter und wollte die Herren Kahr, Lossow und Seißer herausbitten. Da trat mir ein Offizier entgegen. Wie ich später erfuhr, war das ein Herr Major Hunglinger. Der hatte seine Hand in der Tasche stecken, so daß ich das Gefühl hatte, er ziehe eine Pistole. Diesem habe ich die Pistole an die Stirne gehalten und erklärt: „Nehmen Sie Ihre Hand heraus“. Mir hat niemand dabei die Hand weggedrückt. Hunglinger hat die Hand herausgezogen und ich habe dann die Pistole wieder abgesetzt. Ich habe dann die Herren Kahr, Lossow und Seißer gebeten, herauszukommen unter der Zusicherung, daß ich für ihre Person und Sicherheit vollkommen garantiere.

Ich führte dann die Herren hinaus in die Vorhalle; dort war eine Reihe blauer Polizei [Anm.:Die Polizei Münchens trug blaue Uniformen, die Landespolizei Bayerns grüne Uniformen], von uns 6-8 Mann. Ich habe dann die Vorhalle räumen lassen und die Herren hereingeführt. Ich habe schon in Hunderten von Versammlungen gesprochen und kann sagen, daß ich immer Herr meiner Sinne war. Ich war es an diesem Tage genauso. Wenn man erklärt, ich hätte mit der Pistole herumgefuchtelt, hätte gewissermaßen einen Veitstanz aufgeführt, so ist das insofern vielleicht richtig, als bekanntlich Menschen, die Alkohol trinken, es oft erscheint, als ob die Bäume tanzten, während diese Erscheinung nur ein innerer seelischer Vorgang bei ihnen selbst ist.

Kahr war geknickt und gebrochen, so daß er mir leid tat; noch mehr leid taten mir Seißer und von Lossow, daß ich zwei Offiziere aus dem Saale führen mußte. Ich habe die deutschen Offiziere in einer Zeit verteidigt, da die Herren nicht in Uniform auftraten. Ich habe die Leute immer aufgefordert: „Schimpft nicht über die deutschen Offiziere“. Da bin ich oft niedergebrüllt worden. Es tat mir weh, deutsche Offiziere, insbesondere Seißer, den ich hochgeachtet habe, denn er war ein absolut mutiger Mann, so herauseskortieren lassen zu müssen. Darüber habe ich mich auch sofort entschuldigt und sagte: „Bitte, verzeihen Sie, daß ich so vorgehen muß, aber es bleibt mir kein anderes Mittel. Die Sache ist jetzt gemacht. Es gibt kein Zurück mehr“.

Die paar Sätze, die man der Öffentlichkeit übergeben hat, sind gefälscht und auch teils aus dem Zusammenhang gerissen. Wenn ich sonst nichts gesagt hätte, dann hätte die Unterhaltung nicht länger als zwei Minuten gedauert. Es ist doch logisch, daß diese paar Sätze aus dem Zusammenhang gerissen oder teils erfunden sind. Exzellenz von Kahr soll erklärt haben: Leben oder Nichtleben, Sterben oder Nichtsterben ist mir einerlei. Herr von Kahr stand in diesen Minuten nicht in Heldenpose dar. Ich versicherte ihm noch einmal, daß für sein Leben nicht die geringste Gefahr bestünde. Da sagte Kahr, er fürchte das auch nicht, denn Leben oder Nichtleben sei ihm einerlei. Ich habe Kahr zur Antwort gegeben, indem ich auf die Pistole hinwies, die ich in der Hand hatte, und zwar lächelnd: „Es sind 5 Schuß darin: vier für die Verräter, und wenn es schief geht, einer für mich“.

Ich habe Graf die Pistole gegeben zum Laden für die abgeschossene Patrone. Die Herren wurden nicht bedroht, im Gegenteil: Mir persönlich wäre eine solche Bedrohung lächerlich erschienen; nach dem Vorausgegangenen war hierfür kein Grund vorhanden. Was hätte es denn auch für einen Zweck gehabt. Ich kann doch nicht immer hinter den Männern sein, wenn sie ihr Wort nicht halten wollten. Ich habe die Herren nur daran erinnert, was sie mit uns gesprochen haben und gebeten, die Konsequenzen daraus zu ziehen. Ich habe gesagt: „Ein Zurückgehen gibt es nicht mehr. Auch Sie gehen mit der ganzen Sache zugrunde“, wobei ich voraussah, daß sie mit uns ins Gefängnis kommen würden, wenn die Sache zugrundeginge. Eine Meinung, die ich jetzt allerdings korrigieren muß.

Ich bat die Herren, die Ämter zu übernehmen. Kahr brachte praktisch folgenden Einwand. Er sagte: „Ja, aber zu der Sache muß man doch auch eine innere Freude haben und nach den Vorgängen, wie ich herausgeführt wurde, werden die Leute nicht glauben, daß ich das von mir aus tue. Sie haben mir ja nicht einmal meine Rede zu Ende halten lassen“. Ich sagte, ich habe ja nicht geahnt, daß Ihre Rede so lange dauert. Mir wurde gesagt, daß die Versammlung punkt 8 Uhr 30 Minuten zu Ende wäre. Und deshalb habe ich mich auf diese Zeit eingestellt. Ich hätte auch um 8 Uhr 45 Minuten kommen können. Ich konnte nicht annehmen, daß Ihre Reden länger dauerten; aber ich konnte auch unsere Leute am Saaleingang nicht mehr halten; ich kann nichts dafür. Die Einwände des Herrn von Lossow waren folgende:

„1.) Ist die Sache auch im Norden losgegangen? 2.) Ist auch Ludendorff bereit“?. Ich erklärte ihm, daß im Norden nichts losgegangen sei und daß Ludendorff verständigt wäre. Er könnte jeden Moment kommen, sonst hätte mich Scheubner schon antelefoniert. Tatsächlich sind die Herren dann auch eingetroffen. Es kam dann Weber und Pöhner in den Raum, nicht nach Ludendorff, sondern vor Ludendorff. Diese haben dann auf die Herren eingesprochen. Ich ging dann hinaus und überzeugte mich, daß die gesamten Stoßtrupps angekommen waren. Dann ging ich wieder hinein. Da aber Kahr erklärte, er fürchte, daß die Vorgänge im Saal unrichtig aufgefaßt werden könnten, habe ich zu ihm gesagt: „Bitte, wenn Sie Bedenken haben, bin ich bereit, in den Saal zu gehen und zu sprechen. Ich werde im Saale vorschlagen, daß Herr von Kahr die Ämter übernehmen wird, und es wird dann donnernder Beifall erfolgen. Man wird Ihnen das nicht übel ankreiden, im Gegenteil, die Leute erwarten das“.

Wenn ich ihn mit der Pistole bedroht hätte, dann wäre keine Notwendigkeit vorgelegen, in den Saal zu gehen. Ich ging also in den Saal und erklärte kurz, daß im Vorzimmer Entscheidung darüber getroffen werde, ob Herr von Kahr, Lossow und Seißer bereit wären, die neue Regierung anzunehmen. Ich erklärte, daß die Herren mit ihrem Entschluß ringen und daß ich es für notwendig halte, daß sich die Versammlung entscheide, ob sie mit der vorgeschlagenen Lösung einverstanden ist und ich schlug dann die Lösung vor. Im Saale entstand ein unerhörter Beifall, ein unerhörter Sturm. Ich ging hinaus und sagte: Exzellenz von Kahr, Sie dürfen beruhigt sein, Sie brauchen sich nicht zu schämen vor den Leuten. Wenn Sie hineinkommen, werden Sie nicht ausgespottet, im Gegenteil, man trägt Sie auf den Schultern hinein.

Unterdes kam Ludendorff. Ich ging sofort hinaus und wollte ihn verständigen. Er gab mir aber keine Antwort, sondern ging sofort hinein, frug mich, ich glaube, ganz kurz, ob die Herren von seinem Kommen verständigt seien. Ich sagte ja. Er ging dann hinein und erklärte den Herren, daß er genauso überrascht sei, daß ihm Dr. Scheubner die Mitteilung gebracht hätte, daß aber nun ein Entschluß gefaßt werden müßte, so oder so. Er halte für sich dafür, daß der einzige Entschluß der wäre, die Sache so, wie man sie besprochen habe, in die Tat umzusetzen. Er hat aber den Herren gar keinen Zweifel darüber gelassen, daß das nur möglich wäre mit Kahr, Lossow und Seißer, er hat sie nicht, wie die Herren später erklärten, selber auch gewissermaßen vor eine vollendete Tatsache gestellt, sondern im Gegenteil, Ludendorff hat bis dahin mir und den anderen gegenüber gar keine Erklärung abgegeben, sondern hat bloß mit den Herren gesprochen und erklärt, seiner Überzeugung nach gebe es nur eins, jetzt die Entscheidung zu treffen, die auf Grund des Besprochenen allein übrig bliebe.

Ludendorff hat dann mit Lossow und Seißer ganz kurz gesprochen. Ich muß gestehen, sowohl Lossow als Seißer waren zum Schluß sehr ergriffen, beide Herren hatten Wasser in den Augen und endlich sagte Lossow zu Ludendorff: Gut, Exzellenz, Ihr Wunsch ist mir Befehl, und reichte ihm die Hand. Es war ein Augenblick, in dem alles ruhig war. Dann trat Seißer hin, ebenfalls aufs tiefste ergriffen, reichte ihm ebenfalls die Hand. Und dann redete er noch mit Kahr, und Kahr sagte schließlich: Gut, aber sehen Sie, Sie werden begreifen, wir sind doch alle, wie wir hier im Saale sind, Monarchisten – so genau wörtlich. Ich kann die Landesverweserschaft nur annehmen als Statthalter des Königs.

Mir persönlich kann das vollständig gleich sein; für mich existiert die Revolution des Jahres 1918 zunächst nicht. Sie muß erst legalisiert werden. Man möge nicht eine Volksabstimmung machen über Verfassungsänderung, sondern über die Gutheißung der Revolution des Jahres 1918. Dann würde man eine Antwort bekommen, die anders ausfällt als wie bei jeder anderen Abstimmung, und sie wird vielleicht auch kommen. Kurz und gut, bei mir war die Frage nicht die, ob etwa die Monarchie proklamiert werden müsse oder nicht, sondern ob die Revolution des Jahres 1918 anerkannt wird oder nicht. Es bleibt sich deshalb ganz gleich, ob sich ein Landesverweser zum Schluß als Hüter der Republik oder der Monarchie fühlt. Das Wesentliche ist, daß er das Gefühl hat, Statthalter zu sein, d.h. Platzhalter für eine später erst zu treffende definitive Entscheidung.

Wir haben deshalb Herrn von Kahr gesagt: Exzellenz, bitte, dem steht gar nichts im Wege. Im Gegenteil, ich erklärte ihm noch: Wenn ich heute diesen Schritt tue, dann tue ich ihn nicht zum mindesten aus dem Gefühl heraus, um das Unrecht gut zu machen, das in meinen Augen zum bittersten gehört, was es geben kann, daß vor fünf Jahren Leuten, die am deutschen Volke kein Verbrechen begangen haben, einfach die Kronen auf schmählichste Weise vom Haupt heruntergerissen wurden, ohne daß das Volk gefragt wurde, und daß diese Exekution vollzogen wurde von dem Auswurf der Nation, nicht von der Armee und auch nicht von der Heimat, sondern von dem elendesten Lumpengesindel, von Deserteuren und dem ganzen Mist, den Deutschland damals hatte.

Ich habe das immer anerkannt und habe es immer als unerhört empfunden, diesen Zustand als legal zu betrachten. Ich habe deshalb Herrn von Kahr gesagt: Wir werden sofort dafür sorgen, daß auch Se. Kgl. Hoheit Kronprinz Rupprecht verständigt wird, daß die Revolution sich nicht gegen ihn richtet, sondern im Gegenteil, daß sie nichts weiter sein soll, als die Abrechnung mit den Novemberverbrechern. Das ist ihr ausschließlicher Zweck. Was auf Grund dieser Abrechnung kommt, möge dann eben die Zukunft entscheiden. Das ist nicht unsere Aufgabe.

Kahr war danach aufs tiefste ergriffen und willigte ein, und nicht nur das, er ging zu mir hin, reichte mir beide Hände und sah mir ganz ergriffen lange in die Augen. Ich habe gesagt: Exzellenz! Ich habe gegen Sie persönlich als Mensch nie etwas gehabt. Er gab mir zur Antwort: Sie wissen, wie ich persönlich zu Ihnen immer stand. Er konnte nicht weiter reden, weil ihm das Wasser in die Augen trat, und ich konnte nur sagen: Exzellenz, ich versichere Ihnen, daß ich ab jetzt treu wie ein Hund hinter Ihnen stehen will. Sie sollen sich nicht beklagen, daß ich Ihnen jemals die Treue breche.

Herr von Kahr hatte noch das eine Bedenken, daß es im Saale nicht richtig empfunden würde, wenn er hineinkomme. Ich sagte: Nein, im Gegenteil. Man würde im andern Fall nicht glauben, daß tatsächlich diese in meinen Augen glückliche Lösung erfolgt ist. Sie müssen in den Saal hinein und von sich aus frei erklären, daß diese Lösung erfolgt ist. Die Vorgänge im Saal hat die Ausgabe der Münchner Neuesten Nachrichten fast wortgetreu geschildert, mit Ausnahme einer kleinen Korrektur der Rede des Oberst von Seißer, die vermutlich aus außenpolitischen Gründen erfolgte, die aber jetzt wohl nicht mehr stichhaltig sind. Schon aus diesem wortgetreuen Bericht geht für den, der objektiv die Sache prüfen will, eines hervor: Wenn man später die Sache so darstellte, als ob wir gewissermaßen betrunken, halb zwischen Maßkrug und Pistole hin- und herschwankend, eine Erpressung verübt hätten, dann hätte im Saale nicht diese Wirkung entstehen können; denn wenn man den ganz sicherlich objektiven Bericht dieser Zeitung liest, wird man eines sehen: So können Leute, die mit dem Maßkrug hantieren, wahrhaftig nicht reden. Wir waren alle tief ergriffen wie kaum jemals zuvor. Ich brauche nicht zu sagen, daß ich an sich kein Trinker, sondern fast Antialkoholiker bin, daß ich infolge der Trockenheit meiner Stimme hier Wasser, aber in einem Keller ab und zu Bier trinken muß, ist selbstverständlich. Aber das gemein zu verarbeiten, ist absolut unerhört. Die Stimmung war ungeheuer ernst und tief, und sie war meiner Überzeugung nach in dem Augenblick so redlich als sie nur sein konnte.

Als wir auf der Bühne standen, und Kahr gesprochen hatte, gab er mir zum zweiten Male die Hand. Ich kann nur das eine sagen: Ich habe ihm in dem Augenblicke vertraut, wie ich einem Bruder nicht inniger hätte vertrauen können. Das war bei allen der Fall; besonders bei Pöhner und Ludendorff, bei Pöhner, weil er so lange der Mitarbeiter Kahrs war, bei Ludendorff, weil er doch ein persönliches Verhältnis zu Lossow hatte. Es mußte besonders für Ludendorff unerhört erscheinen, daß ein Mann ein unter solchen Umständen gegebenes Wort widerruft, ja zum Schluß als Erpressung brandmarkt; denn wenn Kahr erklärt hätte, das tue ich nicht, dann wäre mir in dem Augenblick natürlich nichts übrig geblieben als die Konsequenzen zu ziehen, und ich wäre bereit dazu gewesen. Wenn ich sie später nicht zog, so war es nicht Feigheit oder Mangel an Bereitwilligkeit, für die Bewegung damals das letzte zu geben, sondern ebenfalls etwas, was ich gar nicht ahnen konnte. Ich hätte für mich die Konsequenzen rücksichtslos gezogen. Ich habe auch deshalb alle anderen Herren soweit als möglich fernzuhalten gesucht, um sie nicht persönlich damit zu belasten, um, wenn die Sache nicht glückte, allein auszuscheiden. Mir schien der Fall undenkbar, daß ein Mann, mit dem man ein dutzendmal über eine Sache redet und der sagt: Ich bin einverstanden, sehen Sie, daß Sie noch einige dazu kriegen, ich bin auch bereit dazu, wir machen die Sache miteinander – ich hätte es nicht für möglich gehalten, daß dieser Herr nun in der Stunde, in der man ihm sagt, nun ist das der Fall, die anderen werden kommen, es gibt kein Zurück mehr, nun auf einmal erklärt: Jetzt tue ich nicht mit.

Was dann kam, war ja selbstverständlich. Ich erfuhr, daß in I/19 [= I. Bataillon des Infanterieregiments 19] ein Bataillon zurückgehalten würde – ich war unterdes wieder ins Nebenzimmer zurückgegangen. Ich fuhr mit Dr. Weber hinaus nach I/19 [= I. Bataillon des Infanterieregiments 19], um den Sachverhalt anzusehen und wollte zurückkehren. Unterwegs hatte ich das Wehrkreiskommando berührt, hatte dort die Leute kurz aufgeklärt, ebenso die auf der Straße marschierenden Truppen. Ich kam nun in den Bürgerbräukeller zurück und wollte Lossow mitteilen, daß bei I/19 [= I. Bataillon des Infanterieregiments 19] eine verhältnismäßig ganz kleine Zahl von Offizieren sich weigere, die Neuregelung anzuerkennen, und wollte Lossow veranlassen, ein Ultimatum zu stellen, und wenn dieses nicht angenommen würde, würden wir selbstverständlich hingehen, weil wir die Überzeugung hatten, daß die Mannschaft restlos auf Seite Lossows stünde und nicht auf Seite eines plötzlich auftauchenden Obersten oder Generalmajors. Es war selbstverständlich, daß, wenn Lossow den Befehl gibt, das erste Bataillon tritt an und gehorcht mir, das auch antritt, besonders, wenn das noch verstärkt wird durch die Person Ludendorffs, Pöhners, Seißers, und noch mehr die Person Kahrs in dem Falle.

Wir kamen also in den Bürgerbräukeller zurück. Unterdes waren Lossow, Seißer und Kahr fortgefahren. Ludendorff hatte nicht das geringste Bedenken, denn er hielt selbstverständlich ein Ehrenwort, das unter solchen Umständen gegeben wurde, für so sicher als tausend Geiseln oder irgend etwas anderes. Die Herren hätten ja ihr Ehrenwort nicht zu geben brauchen. Wenn die Herren sagen: Allerdings unter Pistolendrohung, so ist demgegenüber zu sagen, daß diese Pistolendrohung, wie sie selber zugeben, doch nicht mehr vorlag, als Ludendorff da war. Sie selber sagen, daß mit dem Erscheinen Ludendorffs sich plötzlich alles geändert habe, daß die Pistolen verschwunden seien, und sie sagen auch, daß sie sich dann erst entschlossen haben; mithin haben sie sich nach ihrer eigenen Behauptung nicht unter Pistolendrohung entschlossen, sondern nach ihren eigenen Angaben hat die Pistolendrohung nicht vermocht, sie zu beugen. Was wäre das auch für ein trauriges Zeichen: Zuerst haben sich auf unseren Standpunkt gestellt Lossow und Seißer; was wäre es für ein trauriges Zeichen, wenn ausgerechnet die beiden Schlachtenmänner sich einer Pistolendrohung fügen würden und hinterdrein erst der zivile Herr von Kahr.

Ludendorff hatte deshalb keinen Grund an der selbstverständlichen Treue der Herren zu zweifeln. Als die Herren fortgefahren waren, war es nun freilich nicht mehr möglich, eine Verbindung mit ihnen herzustellen. Man sagt nun allerdings: Ja, dann hätten Sie sich selbstverständlich sofort vorstellen müssen, daß die Herren umgefallen waren, da man keine Verbindung mit ihnen bekam. Nein; unser Gedanke war nicht, daß die Herren umgefallen seien, sondern, daß eine Verbindung mit ihnen deswegen nicht zu bekommen sei, weil diese Herren letzten Endes in die Hände ihrer Umgebung gefallen waren, also von der tatsächlichen Nichtbedrohung in eine wirkliche Bedrohung hineingeraten waren. Wir hatten restlos in dem Moment die Überzeugung, daß Lossow und wahrscheinlich auch Kahr und möglicherweise auch Seißer vor eine vollendete Tatsache gestellt wurden, daß sie unterdes plötzlich nicht mehr Herren ihrer Entschlüsse geworden und nun gezwungenermaßen sich auf einen
anderen Standpunkt stellen müßten.

Von diesem Gesichtspunkt aus müssen Sie auch unsere Versuche beurteilen, die Sache noch einmal zu wenden, denn wir mußten uns sagen, so wie die Dinge liegen, wird ein großer Umschwung der öffentlichen Meinung noch einmal eine Wendung hervorbringen. Wir waren überzeugt, daß wenn erst die breiten Massen ihr Votum abgaben, man auch an dieser Stelle erkennen werde, das ist ja der Wille des Volkes, das kann gar kein Staatsstreich sein, was die Massen so stürmisch wollen. Wenn die Menschenmassen auf den Straußen jubeln und schreien und niemand dagegen Stellung nimmt, und wenn die Leute aus den Fenstern die alten Fahnen herauszuhängen beginnen, dann war es uns nicht zweifelhaft, daß man sich schließlich doch sagen mußte, das ist ja gar kein Staatsstreich, sondern der Vollzug des Volkswillens in viel größerem Umfang, als 1918 der Kurt-Eisner-Zug der Vollzug des Volkswillens war. Das war ja bloß der Vollzug des Willens von Gaunern, Deserteuren, Zuchthäuslern usw.

Wir mußten uns sagen, daß die Offiziere in der Umgebung Lossows, die einst ohne Bedenken die alte Ehrenkokarde, unter der Tausende weithin gefochten hatten, von Livland, Lettland und Kurland und von der Ukraine bis hinunter zur Krim und bis hinaus in alle Gegenden des Weltmeeres, daß die Leute, die damals diese Kokarde leicht herunternehmen konnten, um eine andere hinaufzunehmen, daß die Leute wahrhaftiger Gott schon eine Übung hatten im Kokardenwechseln und vielleicht die alte Ehrenkokarde genau so gut wieder aufnehmen konnten, als sie einst eine andere, die schlechtere angenommen hatten, ohne Tradition, mit der einzigen Tradition des unseligen 8. November 1918. Das war der Grund, warum wir auch in diesem Augenblick noch hofften, daß eine Änderung möglich wäre.

Ludendorff fuhr ins Wehrkreiskommando, und ich fuhr nach. Ich habe versucht, eine Verbindung mit Kahr, Lossow und Seißer zu bekommen. Im Wehrkreiskommando haben wir die Lage kurz besprochen. Es lag dort die Meinung vor, daß die Herren ein Opfer der Vergewaltigung geworden wären. Man konnte es sich nicht anders vorstellen. Wenn mir auf Anruf von Lossow die Antwort verweigert worden wäre, nun gut! Dann wäre es erledigt gewesen, vielleicht auch bei Pöhner, obwohl dieser Mitarbeiter von Kahr war. Da hätte er zu ihm sagen können: „Herr Pöhner, ich kann nicht mehr oder ich tue es nicht“, um zu verhindern, daß der Mann noch größeres Unheil vollständig auf sich lädt. Er war unschuldig. Pöhner hatte an den Besprechungen, die Kahr, von Lossow und Seißer mit uns geführt hat, nicht teilgenommen. Bei Pöhner wäre man verpflichtet gewesen, ihn zu verständigen. Aber jedenfalls hätte man sich mit Herrn Ludendorff verständigen müssen, mit dem letzten, großen General Deutschlands, dem Quartiermeister des Weltkrieges.

Kahr hätte die Pflicht gehabt, zu Ludendorff zu sagen: „Exzellenz, ich kann es nicht tun; lehnen Sie es auch ab und sehen wir, daß wir die Sache beenden“. Herr Ludendorff hat ja sein Wort nur gegeben, weil die Herren Seißer und von Lossow ihr Wort gegeben hatten. Also diese beiden Herren hätte man jedenfalls verständigen müssen.

Gegen Morgen kam dann ein Offizier von I. 19 [= I. Bataillon des Infanterieregiments 19]. Aus dem konnte man nicht klug werden. Endlich kam der Oberst Leupold. Dieser gab an, daß man ihn verständigt hätte, wie von Lossow stehe. Er hat erzählt, was Lossow in einem Kreis von Offizieren erklärte. Wir kannten diese Offiziere. Wir wußten, das waren gerade die Herren, die vorher schon dem General von Lossow Opposition gemacht hatten, als er den Konflikt mit Berlin hatte. Wir wußten, daß diese Herren tatsächlich anderer Anschauung huldigten. Was kann da ein Wort für einen Wert haben, wenn ein Mann allein zwischen diesen demokratisch eingestellten Offizieren sitzt. Der Mann konnte ja nicht anders reden und einen anderen hätte man in diesem Kreis nicht zugelassen. Hätte Leupold erklärt, er habe von Lossow unter vier Augen gesprochen und der habe ihm das und das gesagt, dann wäre das etwas anderes gewesen. So aber war Lossow in einem Kreis von Leuten, die ihn nicht herausließen, sondern mehr oder weniger vor die Alternative stellten: Entweder – Oder!

Ein Kampf gegen die Reichswehr oder Polizeiwehr schied aus, denn der ganze Plan fußte ja darauf, mit diesen beiden Faktoren an der Spitze die Änderung herbeizuführen. Ohne diese war eine Änderung lächerlich. Solange wir nicht die absolute Überzeugung hatten, daß von Kahr, Lossow und Seißer aus innerer Überzeugung nicht mehr mitmachen wollten und auch das Volk uns abgelehnt hatte, hatten wir die Verpflichtung, zu versuchen, das durchzusetzen, was bei uns nicht ein Putsch war, um etwa den Ehrgeiz des Herrn Ludendorff zu befriedigen. Denn was kann ein Ludendorff gewinnen? Er kann nur verlieren! Sein Ruhm ist so fest begründet, daß er durch diese Aktion nicht größer wird. Er hat die größten Opfer gebracht, größere wie die Herren von Kahr, Seißer und von Lossow. Er war der einzige, der geopfert und nur zu verlieren hatte. Alle anderen hatten zu gewinnen. Es war also nicht Leichtsinn, daß wir am Morgen beschlossen, zu handeln. In dem Moment, da wir sahen, daß das Volk tatsächlich für uns eintrat. Und es tritt auch heute noch für uns ein und wird immer für uns eintreten. Unsere Gefängnisse werden zum Wecker des jungen geistigen Deutschland werden. Wir konnten nicht treulos werden. Wir mußten versuchen, es ohne die Leute zu wagen und ihnen noch einmal zu zeigen, daß, wenn sie auf ihrer Haltung beharrten, sie sich in den Gegensatz zur öffentlichen Meinung setzten, nicht aber zu der von Dieben, Gaunern und Zuhältern, sondern zu der der besten und redlichsten Deutschen, die noch da sind.

In dieser Überzeugung konnten wir nicht zurückgehen. Wir sind auch nicht aus Gründen der Vorsichtigkeit vom Wehrkreiskommando zurückgegangen. Wir fuhren, nachdem die Unterredung mit Leupold beendet war, augenblicklich hinüber in den Bürgerbräukeller. Ich habe verschiedenen Herren erklärt, daß Propaganda gemacht und versucht werden müsse, die öffentliche Meinung in großem Maße für die Sache zu gewinnen. Ich habe es streng unterlassen, eine Andeutung des Verrates zu machen, da es das Verheerendste gewesen wäre, wenn wir den Herren von Kahr, Seißer und Lossow Unrecht getan hätten. Wir hatten kein Recht, von Verrat zu reden. Wir hätten höchstens einen traurigen Wechsel zu beklagen gehabt.

Im Laufe des Vormittags kamen Ludendorff und die anderen Herren. Wir hatten im Bürgerbräukeller die Hauptmacht. Was an Unterredungen stattfand, das wird sich bei der Zeugenvernehmung herausstellen. Jedenfalls geschah nichts, was eine klare, positive Aufklärung geben konnte. Wir haben selbst vormittags um 11 oder 12 Uhr noch keine Mitteilung erhalten, was doch selbstverständlich gewesen wäre. Es gab nur zwei Möglichkeiten, entweder die Sache aus München hinauszutragen, wenn wir es nicht zum Kampfe kommen lassen wollten, oder in München bleiben und noch einmal zu versuchen, die öffentliche Meinung zu gewinnen. Das erstere hätte aber Kampf bedeutet. Wenn eine geschlossene Macht von 4-5000 Köpfen in das Gebirge hinauskommt, dann wird der Kampf unausbleiblich sein, denn es treten Plünderungen ein. Die Leute müssen doch etwas zu essen bekommen. Es kommt der Hunger, der ist stärker als alle vornehmen Entschließungen. Das würde aber alles über den Haufen werfen. Besonders Herr Ludendorff stand auf dem Standpunkt, wir müßten noch einmal versuchen, selbst in die Stadt zu gehen, wenn es auch der letzte Zug wäre, und versuchen, die öffentliche Meinung auf unsere Seite zu bringen, abzuwarten, wie die öffentliche Meinung reagiert und wie die Herren dann auf die öffentliche Meinung wieder reagieren, ob sie gegen das ganze Volk, das sich aufbäumt, wagen, mit Stacheldraht, Maschinengewehr und Handgranaten vorzugehen.

Es ist also der Marsch in die Stadt beschlossen worden. Wir traten ihn vom Bürgerbräukeller an. Die Führer traten an die Spitze, denn wir haben immer erklärt, daß wir nicht nach dem Muster von Kommunisten in kritischen Stunden hinten sein wollen, während die anderen zur Barrikade gehen müssen, sondern wenn Gefahr kommt, wollen wir tatsächlich mit unserem eigenen Leibe vorangehen. Und Ludendorff hat in diesem Augenblick, da andere Herren aus Vorsicht von dem vorderen Dienstgebäude in die hintere Baracke sich zurückgezogen haben, an der Spitze marschierend, ähnlich gehandelt, wie seinerzeit bei der Einnahme von Lüttich.

Wir traten an zum Marsch. Von Scheubner hatte durch ein kleines Vorkommnis eine üble Vorahnung, und auch Weber machte darauf aufmerksam, man solle doch Herrn Ludendorff sagen, es wäre vielleicht so, daß auf uns geschossen würde, ob es nicht doch vielleicht gut wäre, wenn eine Änderung vorgenommen würde mit Rücksicht auf Herrn Ludendorff. Ich habe darauf zu Herrn Ludendorff gesagt: „Es ist möglich, daß wir niedergeschossen werden“. Ludendorff gab dann zur Antwort: „Wir marschieren“.

Wir kamen zum ersten Kordon. Die Leute hatten Befehl bekommen, zu entwaffnen. Wenn man Gewehre gefunden hat mit Munition, so war das nach dem schweren Schießen. Man konnte doch den Leuten nicht zumuten, sich mit dem Gewehr in der Hand totschießen zu lassen. Marschiert wurde jedenfalls ungeladen. Als ich hinkam, habe ich gesehen, daß eine Reihe von Zivilisten im Zuge mitgeführt wurden. Ich habe erklärt, daß die Gesellschaft aus dem Zuge raus muß. Was später mit ihnen geschehen ist, weiß ich nicht.

In diesem Augenblick lag mir schließlich auch mehr am Herzen, wie die Herren, die auch im Münchner Rathaus mitgewirkt haben, das deutsche Schicksal zu einem jammervollen zu gestalten, wie es tatsächlich ist. Ich habe mich nicht verpflichtet gefühlt, mich persönlich um die Herren zu bemühen, die mit schuld sind an dem unermeßlichen Unglück, das das deutsche Volk getroffen hat. In einem anderen Lande würden die Herren nicht im Rathause sitzen, sondern dort, wohin uns die Staatsanwaltschaft bringen möchte. Ich habe die Herren aber sofort heraustreten lassen, denn ich wollte nicht, daß Märtyrer entstehen. Wenn geschossen wurde, fielen diese mit. Ich habe sie also herausnehmen lassen, was später mit ihnen geschah, weiß ich nicht.

Wir marschierten voran.

Ludendorff, rechts von ihm Dr. Weber, links meine Wenigkeit, dann Dr. Scheubner und die anderen Herren. Als wir weiterkamen, trat uns auf der Ludwigsbrücke grüne2 Polizei entgegen, die scharf lud und uns die Gewehre entgegenhielt. Wir marschierten weiter und sie gingen auseinander. Sie sind nicht in dem Moment durch vorspringende Entwaffnungskommandos entwaffnet worden. Wenn ein Mann das Gewehr schußbereit hat, kann er nicht von einem andern entwaffnet werden; er ist ihm gegenüber schon im Vorteil. Die Leute waren vielmehr tief erschüttert, in Zwietracht mit allen. Sie haben ihre Gewehre niedergestellt und sind zur Seite gestanden. Es waren Leute dabei, denen das Wasser in die Augen stürzte, die ganz gebrochen waren. Unsere Leute sind hindurchmarschiert und es wäre auch schwer für sie gewesen zu schießen. Wenn rückwärts Leute entwaffnet wurden, so haben wir vorne das nicht gesehen. Im Gegenteil: Es sind einzelne Rufe laut geworden, und zwar von Zivilisten, die links und rechts sich anschlossen und mitmarschierten und sich zum Teil hineinschoben: Schlagt die Kerle nieder. Wir haben zurückgerufen: Nichts tun, die Leute haben uns gar nichts getan, wir haben keinen Grund. Die Leute sind dann sofort zurückgetreten.

Es waren junge Leute von 19, 20 Jahren darunter, Rekruten; man konnte sich denken, was es für eine Aufgabe war für sie, sich gegen uns zu stellen. Sie sahen Leute vor sich, von denen viele die Brust mit Ehrenzeichen aus dem Weltkrieg bedeckt hatten. Es war nicht notwendig herauszutreten, um sie niederzustechen.

Wir kamen zum Marienplatz. Die Begeisterung war unerhört, und ich mußte mir auf diesem Marsche sagen, das Volk ist hinter uns, es erkennt, daß dieser Zustand nicht mehr länger andauern kann. Es läßt sich nicht mehr vertrösten mit lächerlichen halben Entschlüssen und Beschlüssen. Die Leute wollen, daß diese zur Verantwortung gezogen werden, die einst vor fünf Jahren das ungeheure Verbrechen begangen haben, sie wollen die Abrechnung mit den Novemberverbrechern. Das will das Münchener Volk, so weit es Sinn hat für Ehre und Würde des menschlichen Lebens und nicht für Sklaventum. Das war der Wunsch der breiten Massen, der ausklang in einem unerhörten Beifallssturm.

Wir marschierten weiter und kamen endlich zur Residenz. Auch hier das gleiche Bild. Ein ganz schwacher Polizeikordon war sofort auseinandergewichen, die Leute standen beiseite und einige riefen sogar Heil! und die anderen wußten nicht was.

Ich muß betonen, daß alles, was bei uns voranmarschierte, praktisch zivil war. Auch Ludendorff ging in Zivil. Meine Wenigkeit hatte nichts als meinen Regenmantel, allerdings meine Binde; wie gewöhnlich trug ich die Pistole außen umgeschnallt, aber nicht in der Hand, sondern in der Tasche. Sie hätte mir auch nichts genützt. Wir sind manchmal ins Gedränge geraten. Ludendorff hat die Hände in die Manteltaschen gesteckt. Es war gar keiner dabei, der eine Pistole trug, noch weniger ein Gewehr. Voran die beiden Fahnenträger, als einzige Soldaten, links und rechts ein Begleiter, sonst niemand. Wir waren mehr oder weniger alle waffenlos.

So sind wir dorthin gekommen. Wenige Meter von uns sah ich eine kurze Stockung und hörte einen Schuß. Wir hatten das Gefühl, daß der Kordon, der jetzt stärker geworden war, an der Feldherrnhalle – ich hielt es für Reichswehr infolge der Stahlhelme – plötzlich ausschwärmte und sich in dreifachem Glied über die Straße zog. So hingen wir uns ein, um vorwärts zu kommen; denn daß wir durchmarschierten, war selbstverständlich. In dem Moment krachte ein Schuß, kein Pistolen-, ein Gewehr- oder Karabinerschuß. Man wird einem Soldaten, der vier Jahre dauernd schießen hört, zutrauen, daß er das leichte Kläffen einer Pistole von einem Gewehrschuß wegkennt. Es ist unanständig, eine solche Behauptung aufzustellen. Es war kein Pistolen-, sondern ein Gewehr- oder Karabinerschuß. Gleich darauf krachte eine Salve. Ich hatte das Gefühl, in dem Moment einen Steckschuß in der linken Seite zu bekommen. Dr. Scheubner, der an mir eingehängt war, stürzte zu Boden, ich mit ihm. Es war mir jetzt zumute, als hätte ich mir den linken Arm ausgerenkt, und zwar von Dr. Scheubner. Nun krachte eine zweite Salve und ich hatte das Gefühl, es wäre ein Steckschuß im linken Arm und zwar deshalb, weil meine erste Verletzung im Kriege mir mehr das Gefühl eines Schlages als das eines Schnittes hinterlassen hatte.

Ich lag nur wenige Sekunden und suchte mich sofort wieder aufzuraffen. Die Schießerei hörte sofort wieder auf. Als ich aufstand, gab es nur noch eine kleine Schießerei, ein einzelner Mann schoß aus dem Preysing-Gäßchen. Ich sah um mich nur Tote und Verwundete, ein einziges Blutfeld. Vor mir stand Landespolizei, zum Teil im Anschlag, und Panzerautos. Hinter mir, 70 oder 80 Meter weiter zurück, waren unsere letzten Leute. Ludendorff konnte ich nirgends sehen. Ich war nicht nach vorn gefallen, sondern nach rückwärts-seitwärts. Ich sah nur einen großen Herren im schwarzen Mantel mit Blut besudelt, halb zugedeckt und hatte nun, ohne einen klaren Gedanken zu fassen, zunächst die Überzeugung, das wäre Ludendorff.

In dem Augenblick stand ich vor der Frage, ob ich mich gefangengeben oder rückwärts gehen sollte, 80 Meter weit zu den letzten Leuten hinter mir. Ich ging rückwärts. Es fielen noch einige Schüsse aus der Residenz heraus, was jetzt nicht mehr bestritten wird. Dann von der Preysinggasse, auch von vorn und vielleicht auch von unserer Seite, noch einige verirrte Kugeln. Ich ging zurück und stieg in einen Wagen und zwar am Platz in der Nähe des Rentamts. Es war mir die ganze linke Seite wie gelähmt, und ich hatte die Überzeugung, einen Steckschuß zu besitzen. In München konnte ich in kein Haus gehen, da ich bei meiner Bekanntheit sofort verhaftet worden wäre. Ich sagte darum zu dem Fahrer, fahren Sie zunächst aus München hinaus und erst in der Nacht zurück; denn ich wußte nicht, wie meine Verwundung sei. Im Walde untersuchte mich ein Arzt, der mitgefahren war: Verwundung haben Sie keine, sondern anscheinend eine Luxation. Wir fuhren nach Uffing, und ich blieb dort drei Tage. Der Doktor versuchte meinen Arm einzurenken; später stellte sich heraus, daß ich einen Gelenkbruch und einen Schlüsselbeinbruch bekommen hatte.

In diesen Tagen war ich zunächst von körperlichen und auch von seelischen Schmerzen niedergeworfen, besonders deshalb, weil ich im ersten Augenblick fürchtete, daß Ludendorff tot sei. Erst nachher erfuhr ich gesprächsweise in Uffing, daß Ludendorff lebe.

Am Sonntag kam ich nach Landsberg, nachdem man mich unter Aufgebot einer Lastkraftwagenbesatzung langsam umzingelt und nach langen Vorbereitungen verhaftet hatte. In Landsberg erhielt ich in den nächsten Tagen Zeitungen. Dort konnte ich lesen, ich wäre ein Wortbrüchiger, ich hätte Herrn von Kahr selber das Ehrenwort gegeben, niemals etwas zu unternehmen, ohne ihn zu verständigen, ja noch mehr: Ich hätte dieses Wort am 6. [November 1923] abends ihm noch persönlich gegeben. Das stand alles schwarz auf weiß gedruckt vor mir. Ich hätte sogar im Nebenzimmer erklärt: Ja, ich habe das Wort gebrochen, mit der Pistole drohend und nach dem Maßkrug verlangend. Kurz und gut, ich stand nun da als vollständig ehrloser Schuft.

In dem Augenblick habe ich tatsächlich bedauert, daß ich an der Feldherrnhalle nicht das Schicksal meiner lieben Kameraden bekommen habe. Es war das Schamloseste, daß die Männer, die die ganze Zeit mit uns gearbeitet hatten, jetzt, da wir uns nicht wehren konnten, in den Gefängnissen lagen, zum Teil selber körperlich gebrochen waren, mit Lügen über Lügen kamen. Ich habe nie mit Kahr geredet, ich habe ihm nie mein Wort gegeben, nie auch mein Vertreter. Und er erklärt nun öffentlich in den Zeitungen, ich habe ihm das Ehrenwort gegeben. Es war nicht wahr: Ich habe Lossow und Seißer nie das Wort gegeben, nichts zu unternehmen, sondern ich sagte, ich stehe loyal hinter ihnen, unternehme nichts gegen sie. Ich sagte zum Schluß sogar in einem Widerruf: Meine Herren! wenn Sie es nicht jetzt zur Entscheidung bringen, halte ich mich in meinen Entschlüssen nicht mehr für gebunden. Ich habe aber nichts gegen die Herren unternommen. Was ich tat, verstieß nicht gegen die Loyalitätsrücksichten, sondern ich habe gerade loyal gegen sie gehandelt bis zu dem Augenblick, da unsere Leute unter den Kugeln niederflogen. Es ist unerhört, wenn in dem Augenblick, wo wir uns nicht wehren konnten, diese infamsten Lügen verbreitet wurden. Die Herren wußten, daß unsere Tat uns die Seele unserer Anhänger nicht raubte; darum wollten sie uns unsere Ehre und das Ansehen unserer Mitglieder rauben.

In dem Augenblick wollte ich tatsächlich nichts mehr wissen von dieser verlogenen und verleumderischen Welt. Und als im Verlauf der nächsten Tage, während der zweiten Woche, dieser Verleumdungsfeldzug weiterging und als einer nach dem andern in Landsberg eingeliefert wurde, lauter Leute, von denen ich wußte, daß sie unschuldig waren, deren einzige Schuld die war, daß sie zu unserer Bewegung gehörten, die von der Sache nichts wußten, die nur verhaftet wurden, weil sie unserer Gesinnung waren und man fürchtete, daß sich diese Gesinnung äußern würde, da habe ich den Entschluß gefaßt, mich zu verteidigen und mich zu wehren bis zum letzten Atemzuge. Deshalb bin ich in den Gerichtssaal getreten, nicht um irgend etwas abzuleugnen oder die Verantwortung wegzuleugnen; nein, ich protestiere dagegen, daß Herr Oberstleutnant Kriebel erklärt, er habe die Verantwortung für den Vorgang. Er hat keine Verantwortung. Ich trage sie allein. Ich allein habe letzten Endes die Sache gewollt. Die anderen Herren haben nur zum Schluß mit mir gehandelt. Ich bin überzeugt, daß ich nichts Schlechtes wollte. Ich trage die Verantwortung und trage auch jede Konsequenz. Aber eines muß ich sagen: Verbrecher bin ich deshalb nicht, und als Verbrecher fühle ich mich deshalb nicht; im Gegenteil.

Wenn mir jetzt mehr oder weniger vorgeworfen wird, wie gerade ich dazu käme, so etwas zu tun, der ja nicht einmal die bayerische Staatsangehörigkeit besitzt, so muß ich dazu folgendes bemerken. Ich habe allerdings nicht die Staatsangehörigkeit des heutigen Staates, aber ich habe das Bürgerrecht mir einst erworben in dem Staat, der für mich Deutschland war, nämlich das Volk in Waffen. Da habe ich das Staatsdiplom in meinem Militärpaß erhalten, der mich zuständig weist an das Bezirksamt München I. Und sollte wieder der Tag kommen, der mir diese Zuständigkeit zuweist, dann weiß ich, wo ich hingehöre.

Zweitens, wenn ich mich nicht naturalisieren lasse, so tue ich es deshalb, weil ich weiß, daß es bitter ist, wenn man dem Vaterland entsagen muß, um Deutscher sein zu können. Ich glaube aber und hoffe, daß die Zeit kommt, wo das deutsche Staatsbürgerrecht über die einzelne kleine Grenze hinaus gilt, von Königsberg bis Straßburg und von Hamburg bis Wien. Es scheint mir aber leicht zu sein für einen Minister schwachen Geistes, einen überlegenen Mann auszuweisen, so wie für einen überlegenen Spitzbuben, der Justiz entwischen zu können.

Ich habe die Überzeugung, daß es charakterlos wäre von einem Mann, der sein Blut einsetzt, noch ein Zertifikat sich ausstellen zu lassen von einem Berliner, der in meinen Augen gar nicht verdient, ein Deutscher zu sein, oder es überhaupt gar nicht ist. Ich habe mich von Jugend an niemals als Österreicher gefühlt. Dafür, was unser Herrscherhaus an der deutschen Geschichte verbrochen hat, können die einzelnen Österreicher wahrhaftig nichts. Im Gegenteil, als Alldeutscher habe ich in der Jugend schon dieses Herrscherhaus bekämpft. Es muß auch der Tag kommen, da Österreich zu Deutschland kommen muß und es wäre schändlich, wenn ich, der ich das am meisten vertrat, Verzicht leistete auf meine Heimat, um ein Staatsbürgerrecht zu erwerben, das eine reine Floskel und Phrase ist, da es besser, als ich es bekräftigt habe, nicht zu bekräftigen ist. Ich habe das Staatsbürgerrecht verteidigt als gehorsamer Soldat und auch in der Heimat, ohne zu murren.

Wenn ich hier als Revolutionär stehe, so stehe ich hier gegen Revolution und Verbrechen. Ich selbst kann mich nicht schuldig bekennen. Ich bekenne mich zur Tat. Schuldig des Hochverrates kann ich mich nicht bekennen; denn es gibt keinen Hochverrat gegen die Landesverräter von 1918.

Es ist unmöglich, daß ich Hochverrat begangen habe, denn der kann nicht in der Tat vom 8. und 9. November [1923] liegen, sondern in der ganzen Gesinnung und in dem ganzen Handeln, die Monate vorher. Er liegt nicht in einer einzelnen Tat, sondern in den Besprechungen zu dieser Tat schon vorher. Wenn ich wirklich Hochverrat getrieben haben sollte, so muß ich mich wundern, daß die, die damals das gleiche mit mir trieben, nicht an meiner Seite sitzen. Ich kann mich nicht schuldig bekennen, da mir bekannt ist, daß der Staatsanwalt selbst gesetzlich verpflichtet ist, Anklage zu erheben gegen die, die das gleiche Verbrechen begangen haben wie wir und es mit uns auch besprachen; ich meine die Herren von Berchem, von Aufseß, Kahr, Lossow und Seißer und die andern alle.

Daß der Herr Staatsanwalt gegen diese Herren nicht Anklage erhoben hat, muß ein Irrtum sein. Ich bekenne mich, wie gesagt, zur Tat und leugne jede Schuld ab, solange nicht meine Umgebung eine Ergänzung findet durch die Herren, die mit uns das gleiche wollten und durch Besprechungen vorbereitet haben, was unter Ausschluß der Öffentlichkeit wird dargetan werden können. Solange diese Herren nicht neben mir sind, lehne ich die Schuld am Hochverrat ab. Ich fühle mich nicht als Hochverräter, sondern als bester Deutscher, der das Beste gewollt hat für sein Volk. Ich bitte nun den Herrn Vorsitzenden, die Fragen an mich zu richten, die er für notwendig hält.

[…]

(Schluß der Sitzung um 5 Uhr 27 Minuten.)

Quelle: Nationalsozialismus, Holocaust, Widerstand und Exil 1933-1945. Online-Datenbank. K. G. Saur Verlag. 09.08.2008. Ursprünglich veröffentlicht in: Hitler, Adolf: Reden, Schriften, Anordnungen. Hrsg. vom Institut für Zeitgeschichte. Ergänzungsband: Der Hitler-Prozess 1924. Wortlaut der Hauptverhandlung vor dem Volksgericht München I. Hrsg. und kommentiert von Lothar Gruchmann und Reinhard Weber unter Mitarb. von Otto Gritschneder. Teil 1: 1. – 4. Verhandlungstag. München: K. G. Saur, 1997. S. 3–66.

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