Die Schlacht bei Preußisch Eylau

Preußisch Eylau ist eine Kreisstadt im Regierungsbezirk Königsberg in Ostpreußen. Am 7. und 8. Februar 1807 fand dort die Schlacht bei Preußisch Eylau zwischen Napoleon und dem General in russischen Diensten Levin August von Bennigsen statt. Anton Wilhelm von L’Estocq, ein preußischer General hugenottischer Abstammung, befehligte ebenso in der Schlacht gegen die französischen Okkupanten und wurde durch seinen entscheidenden Angriff in der Schlacht bekannt.

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Plan zur Schlacht bei Preußisch-Eylau, 8. Februar 1807

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Die Schlacht bei Eylau war eine der blutigsten. 45.000 Soldaten blieben verletzt oder getötet auf dem Schlachtfeld zurück. Allein die Russen, die an der Seite der Preußen gegen die napoleonische Gefahr ankämpften, zählten 26.000 Tote. Dennoch endete die Schlacht nur unentschieden. Wäre den preußisch-russischen Soldaten nicht ein Schneesturm zu Hilfe gekommen, hätte Napoleon wahrscheinlich sogar einen weiteren Sieg errungen. Denn noch immer steckten den preußischen Soldaten die verheerenden Niederlagen bei Jena und Auerstedt in den Knochen, selbst vier Monate nach der Niederlage brachten sie zum Schutz Königsbergs gerade einmal 8.000 Mann zusammen. Es waren die einzigen einsatzfähigen Feldtruppen, die Preußen noch zur Verfügung standen. Der Eilmarsch der Preussen nach Preussisch-Eylau und ihr Eingreifen im Brennpunkt der Schlacht waren vom Stabschef des Korps, Oberst Gerhard von Scharnhorst durchgesetzt worden. Ohne die Russen an ihrer Seite, die immerhin 70.000 Mann in die Schlacht schickten – ebensoviele wie Napoleon auf der anderen Seite – wäre Königsberg dennoch verloren gewesen. Mit der Schlacht bei Eylau wurde trotzdem die lange Siegesserie der Franzosen erstmals unterbrochen und stellt somit ein wichtiges psychologisches Element für die späteren gemeinsamen deutsch-russischen Siege in den Befreiungskriegen dar.

Beschreibung der Schlacht aus Meyers Konversations-Lexikon, 1888:

„Als Napoleon Anfang Februar dem geplanten russischen Angriff zuvorgekommen, war Bennigsen mit der russischen Armee, einer Schlacht ausweichend, bis „Eylau“ zurückgegangen, blieb aber hier stehen, um nicht Königsberg preiszugeben. Er selbst stand 7. Febr. mit 60,000 Mann hinter „Eylau“ bei Schloditten um Serpallen; vor „Eylau“ stand P. I. Bagration, um die Stadt zu halten, bis die Hauptmacht gehörig vorbereitet wäre. Noch am Abend entspann sich ein blutiges Gefecht um den Besitz der Stadt, welche von den Franzosen genommen, von den Russen wiedererobert, zuletzt aber wieder verlassen wurde. Für den 8. Febr. war der rechte Flügel der Russen bei Schloditten, das Zentrum bei „Eylau“ bis Sausgarten und Serpallen, links davon der linke Flügel und die Reiterei aufgestellt; die Artillerie stand vor der Linie. Auf französischer Seite standen Soult und Murat vor „Eylau“, rechts die Garde unter Bessières, links Augereau; Ney war noch im Anmarsch begriffen, Davout im Anrücken gegen den linken russischen Flügel.

Die Franzosen zählten im ganzen 70,000 Mann. Napoleons Plan war, den linken Flügel der Russen durch Davout auf das Zentrum zu werfen, um dann auf letzteres mit aller Macht einzudringen; Ney sollte den Rückzug des Feindes nach Königsberg abschneiden. Allein die Bewegungen Davoûts wurden durch heftiges Schneegestöber aufgehalten; Augereau, der ihn unterstützen sollte, kam ganz vom Weg ab und erlitt im Kampf mit dem russischen Zentrum großen Verlust. So drangen die Russen im Zentrum vor, wurden aber durch Murat (unter großem Verlust der Franzosen) aufgehalten.

Erst um Mittag erreichte Davout den linken Flügel des Feindes; letzterer wurde in der That über Serpallen gegen Sausgarten zurückgedrängt, und hier konzentrierte sich nun der Kampf mit aller Heftigkeit. Schon wichen die Russen über Auklappen und Kutschitten zurück, schon war ihre Rückzugslinie bedroht, als dem Kampf durch das Erscheinen des „preußischen“ Korps unter L’Estocq eine andre Wendung gegeben wurde. Dieser war nach einem schwierigen und langen Marsch unter heftigem Schneegestöber um Mittag (trotz Neys Versuch, ihn aufzuhalten) mit 5500 Mann in der Nähe von „Eylau“ angelangt und richtete sich sogleich auf Kutschitten, wo die Russen in großer Bedrängnis waren. Die ebenfalls schon erschöpften Franzosen mußten wieder aus Kutschitten und Auklappen zurückweichen, und mit Mühe hielt Davout die Ordnung aufrecht. So stand die Sache, als Ermüdung und Dunkelheit dem Kampf ein Ende machten. Eine Entscheidung war eigentlich nicht herbeigeführt; da aber Napoleon mehr frische Kräfte in der Nähe hatte, so zog sich Bennigsen nach Königsberg zurück, doch ohne verfolgt zu werden. Infolge dieses Rückzugs konnten die Franzosen sich den Sieg zuschreiben. Der Verlust der Russen und Preußen betrug im ganzen gegen 20,000 Mann; kaum geringer kann der Verlust der Franzosen gewesen sein, obwohl dieser nach französischen Berichten nur 10,000 Mann betragen haben soll.“

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Die von Scharnhorst befehligten Truppen des L’Estocqschen Korps führen am Birkenwäldchen bei Kutschitten die Entscheidung herbei

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Der Generalfeldmarschall Friedrich Karl zu Dohna und der Graf Friedrich Ernst Heinrich von Wrangel nahmen ebenso an der Schlacht bei Preußisch-Eylau teil. Ihnen zu Ehren wurden in Königsberg der Dohnaturm und der Wrangelturm benannt.

Zar Alexander I. stiftete in Erinnerung an die Schlacht das St. Georgskreuz am 13. Februar 1807 (altrussischer Zeitrechnung). Nach der Schlacht schlossen Preußen und Russland am 26. April den Vertrag von Bartenstein, in dem sie sich verpflichteten, bis zum Tod gegen Napoleon zu kämpfen.

Literatur

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Quelle: Metapedia

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