Joachim Peiper – Standartenführer der Waffen-SS

Joachim „Jochen“ Peiper (Lebensrune.png 30. Januar 1915 in Berlin-Wilmersdorf; Todesrune.png 13. Juli 1976 in Traves, Frankreich) war Standartenführer der Waffen-SS und im Malmedy-Prozess Opfer der politischen Justiz. Er unterhielt persönliche Beziehungen zu Heinrich Himmler.

Joachim Peiper (1915–1976)

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Karriere

Joachim Peiper wurde am 30. Januar 1915 als Sohn einer Offiziersfamilie in Berlin geboren. Früh fasste er den Entschluss, Soldat und Offizier zu werden. Weihnachten 1934 verließ Peiper die Goethe-Oberrealschule und widmete sich seiner soldatischen Laufbahn.

Datei:Joachim Peiper.jpgAls Schüler hatte er sich speziell als begabter Sprachler erwiesen und beherrschte das Französische sowie das Englische praktisch akzentlos. Das einzige, was ihn „verriet“ war, dass er Französisch zu schnell sprach. Wie damals üblich hatte er nicht nur die Sprache unserer Nachbarn gelernt, sondern hatte sich auch der Kultur Frankreichs gewidmet. Französische Literatur, Malerei, Philosophie, Gastronomie usw. waren ein Teil seines Ganzen geworden. Joachim Peiper war frankophil, einer der die französische Kultur ehrte. Er war und blieb ein Deutscher durch und durch, aber eben einer, dessen Weltanschauung vom Kosmopolitischen beeinflusst war. Er war anderen Völkern und Kulturen gegenüber ein offener Mann und niemals extrem oder überheblich, obwohl er dessen manchmal beschuldigt wurde. Sogar SS-General Sepp Dietrich (unter welchem er gegen Ende des Kriegs diente) beklagte sich über Peipers angebliche Arroganz. Dass manche den Eindruck hatten, er sei arrogant, basierte darauf, dass Peiper in absolut jeder Hinsicht – intellektuell, kulturell und physisch – er hatte die Ausstrahlung sowie das Aussehen eines Filmhelden – ein überlegener Mann war. Er wurde eben seines selbstsicheren Auftretens, seiner Fähigkeiten, seiner Zivilcourage und seines hervorragenden Aussehens wegen beneidet.

Es half auch nicht, dass er sich, ein apolitischer Mann, weigerte der Partei beizutreten. Damals war es ein absolutes „Muss“ für alle Angehörigen der SS, auch Parteimitglied zu sein. Aber was für die Mehrzahl eine Gegebenheit war, war für einen Mann wie Peiper bedeutungslos. Deutsch zu sein und deutsche Werte zu personifizieren war für ihn das A & O. Und Deutsch war er im allerbesten Sinne des Wortes, niemals zweifelnd, immer tapfer, immer seine Leute inspirierend, ein Deutscher Führer á la Götz von Berlichingen oder Marschall Blücher, Männer, bei denen der Individualismus ebenfalls sehr ausgeprägt war. Kurz gesagt, er war ein überlegener Offizier in der besten Preußischen Tradition. Der Liedermacher André Lüders verfasste später das Lied „Mann der Front“ über ihn.

Militärische Laufbahn

Mit 19 Jahren trat er als Freiwilliger in die Leibstandarte-SS „Adolf Hitler“ ein. 1938 wurde er zum Adjutanten des Reichsführers SS Heinrich Himmler ernannt. Bei Ausbruch des Krieges aber beantragte er den Frontdienst. Er befehligte die 10. Kompanie der Leibstandarte-SS „Adolf Hitler“ in Polen, Holland, Belgien und Frankreich. Im Jahre 1941 kämpfte er in Russland mit dem 3. Panzerbataillon des SS-Panzergrenadier-Regimentes 2 „LSSAH“. Er entsetzte die 320. Infanteriedivision  des Generals Postel, eingekesselt bei Kharkov. Am 19. März 1943 nahm er Bielgorod ein. Im September 1943 war er in Italien. Im November desselben Jahres kämpfte er für das Reich in Jitomir und durchbrach mit der 1. Armee den Kessel bei Kamenets Podolsk. Bis Oktober 1944 kämpft er am Westwall. Am 16. Dezember 1944 – unter der Führung Sepp Dietrichs der 6. Panzerarmee – stand er an der Spitze der Ardennenoffensive mit der 1. SS-Panzer-Division „Leibstandarte-SS Adolf Hitler.

Er stieß bis La Gleize bei Stavelot vor. Abgeschnitten vom Rest der Armee, wurde er eingekesselt. Jedoch konnte er sich mit seiner Mannschaft zu Fuß, in eisiger Kälte und unter Zurücklassen des Kriegsmaterials retten. Stets unter dem Kommando Sepp Dietrichs kämpfte er bis zum Ende gegen die Russen, westlich der Donau bei Wien, ebenso in den Alpen bei Sankt Pollen und Krems, wo er sich schließlich mit seiner Mannschaft den Amerikanern ergab. Er brachte es zum SS-Standartenführer und Träger des Ritterkreuzes mit Eichenlaub und Schwertern.

Gerichtsverfahren

Nach der Kapitulation der Wehrmacht wurde dieser tadellose, edelmütige und unglaublich tapfere Soldat eingesperrt, geschlagen und gedemütigt. Er wurde beschuldigt, während der Ardennenoffensive in Baugnez bei Malmedy die Erschießung amerikanischer Gefangener befohlen zu haben: Die durch die Kampfgruppe J.P. gefangen genommenen VS-Soldaten wurden zu einer Weide gebracht um dort ihren Transport hinter die Frontlinien abzuwarten. Peiper ließ einige seiner Männer als Wachen zurück. Er selbst fuhr an der Spitze seiner Panzer weit vor den folgenden Verbänden nach Ligneuville. Als der Großteil der Kampfgruppe in Baugnez ankam, verweilten dort die Truppen und plauderten mit ihren zurückgelassenen Kameraden. Ein Spähwagen hatte eine Panne und wurde repariert. Plötzlich schreckte ein auf einem Panzer sitzender Soldat auf und bemerkte, dass einige der amerikanischen Gefangenen von ihrer Unachtsamkeit Gebrauch gemacht hatten und fliehen wollten. Er schwang seine Pistole und gab ein paar Schüsse in ihre Richtung ab, jedoch ohne jemanden zu treffen. Jedoch verursachte sein Schuss Panik unter den Gefangenen, die in alle Richtungen auseinander liefen. Es wurde mit Maschinenpistolen geschossen, wobei 21 Amerikaner auf der Flucht erschossen wurden.

Nach der Kapitulation wurden die Männer der 1. SS-Panzer-Division „Leibstandarte-SS Adolf Hitler“ aufgespürt und ins Lager Zuffenhausen gebracht. 400 kamen ins Gefängnis von Schwäbisch Hall bei Stuttgart. Peipers Truppe bestand aus überwiegend sehr jungen Soldaten: einer war 16, zwei waren 17, 11 waren 18 und 8 waren 19 Jahre alt. 22 der 72 Verurteilten waren somit unter 20 Jahre alt; alle wurden gefoltert um irgendwelche Geständnisse von ihnen zu erzwingen. Peiper war ein Vorbild für seine Mannschaft, und unter seiner Leitung hielt sich die Truppe gut. Niemals kam es zu Verrat innerhalb der Truppe. Die Männer wurden ins KL Dachau gebracht, dort wurden 72 der 74 Beschuldigten in einem Schauprozess verurteilt. Einer beging Suizid, einer war Elsässer und wurde an ein französisches Gericht ausgeliefert. 43 – unter ihnen auch Peiper, der für die Taten seiner Mannschaft zur Verantwortung gezogen wurde – wurden zum Tode durch den Strick verurteilt, 22 zu lebenslanger Haft, 8 zu 20, 11 zu 10 Jahren Gefängnis. Der Prozess wurde später wieder aufgenommen und die Todesstrafe wurde durch lebenslange Haft ersetzt. Nach 11 Jahren Haft wurde Joachim Peiper als letzter seiner Kampfgruppe im Dezember 1956 entlassen.

Neue Laufbahn

Im Januar 1957 fing er an für Porsche in Frankfurt zu arbeiten. Die Gewerkschaft forderte seine Entlassung. Anschließend arbeitete er noch für VW in Stuttgart, jedoch wurde ihm dort ebenfalls wegen linker Hetze gekündigt. Damit erkannte er, dass er nicht länger in Deutschland bleiben konnte und zog mit seiner Familie nach Frankreich. Im Jahre 1940 hatte er während des Krieges die Gegend des Langresplateaus kennengelernt und sie schon damals schön und ruhig gefunden. Er hat dann einem französischen Kriegsgefangenen, einem deutschfreundlichen Nationalisten, geholfen, der in Reutlingen bei Bekannten Peipers wie ein Zwangsarbeiter in einer Garage arbeiten musste. Es gab daraufhin eine Regelung zwischen Deutschland und Frankreich, dass für jeden freiwilligen Arbeiter, der nach Deutschland arbeiten ging, zwei Kriegsgefangene zurück nach Hause kommen durften. Auf Fürsprache Peipers durfte jener Mann, Gauthier, zu seiner Familie zurückkehren. Er hatte Peiper nicht vergessen und als dieser im Jahre 1957 Deutschland verlassen musste, war es Gauthier, der ihm half und ihm die Wassermühle von Traves verkaufte. Das Gebäude war aber in schlechtem Zustand und Peiper hatte nicht die nötigen Mittel, die Mühle zu restaurieren. SS-Obersturmbannführer Erwin Ketelhut übernahm anschließend die Wassermühle und Peiper ließ sich 1960 ein Häuschen in Spannplate, hoch auf dem Saoneufer bauen, versteckt im Busch, nicht zu erblicken von der Straße aus und einbruchgesichert. Sechzehn Jahre lang lebte er dort – trotz Drohungen und anonymen Anrufen – doch ziemlich ruhig.

Hetzjagd und Ermordung

Am 11. Juli 1976 kaufte er Draht für einen Hundezwinger in einem Laden in Vesoul, der Departementshauptstadt. Der Verkäufer, ein Elsässer, Paul Cacheux, Mitglied der kommunistischen Partei, erkannte an seinem Akzent, dass er Deutscher war und fragte ihn, ob er während des Krieges in Frankreich gewesen sei. Peiper bezahlte mit einem Scheck auf seinen Namen und seine Anschrift. Paul Cacheux schlug Peipers Namen auf der „braunen Liste“ nach, worin alle gesuchten Deutschen verzeichnet waren. Er gab seine Daten der Résistance durch. Am 22. Juni 1976 schrieb die französische kommunistische Zeitung „L’Humanite“:

„Was macht dieser Nazi in Frankreich?“.

Gefordert wurde, Peiper zu zwingen, Frankreich zu verlassen. In Traves wurden Flugblätter, auf denen Peiper als Kriegsverbrecher und Nazi bezeichnet wurde, an Dorfbewohner verteilt. An Wände in Versoul schmierte man

„Peiper, wir werden dir einen 14. Juli bereiten!“.
(Der 14. Juli ist Frankreichs Nationalfeiertag)

Am Morgen des 13. Juli schickte Peiper seine krebskranke Frau nach Deutschland. Er selbst wollte das Haus nicht verlassen, weil er erwartete, dass man es niederbrennen wollte. Sein Nachbar Erwin Ketelhut hatte vorgeschlagen, die Nacht auf der Wassermühle zu verbringen, aber Peiper lehnte ab. Er wollte auch nicht, dass Ketelhut bei ihm blieb, denn dieser hätte auf die Angreifer geschossen.

Nein“,

sagte er,

Es ist schon genug getötet worden“.

Jochen Peiper wartete auf der Dachterrasse seines Hauses, von dort aus konnte er den Saonefluss überwachen. Erwin Ketelhut hatte ihm sein Gewehr geliehen. Um 23.30 Uhr hörte er ein Geräusch im Gebüsch und erblickte ein Dutzend Männer das steile Flussufer erklimmen. Er schoss in die Luft, um die besoffenen Kerle einzuschüchtern. Sie riefen ihm zu, nach draußen zu kommen. Er tat dies und öffnete die Tür, um mit ihnen zu reden.

Was danach vorfiel, können nur die Täter selbst erzählen. Die Leiche des SS-Standartenführers Jochen Peiper war verkohlt und nur noch einen Meter lang, er hatte weder Hände noch Füße. Er starb um etwa 1.00 Uhr nachts. Das Haus war abgebrannt, das Dach eingestürzt. Was zwischen 23.30 und 1.00 Uhr geschehen ist, ob Peiper noch lebte als er verstümmelt und verbrannt wurde, ist unklar.

Man hatte Gasöl auf den Boden geschüttet und mit einer Mischung aus Benzin und gebrauchtem Motoröl angezündet. Peiper lag in seinem Bett im Schlafzimmer, auf der linken Seite, den Rücken zur Mauer, einen Arm vor der Brust gebogen. Nichts war auf ihn gefallen. Er kam durch große Hitze um. Der Körper war nicht eingeäschert, sondern zusammengeschrumpft.

Erwin Ketelhut und die Franzosen, die ihn gekannt und geschätzt haben, waren der Meinung, dass dieser ritterliche Mann, der so vielen Gefahren getrotzt hatte, nicht auf solche Weise umkommen musste. Die Mörder waren mit ihrem Wagen über eine Weide bis ans Flussufer gefahren, wo zwei Barken bereit lagen. Damit hatten sie die Saone überquert und mussten daraufhin das steile Ufer durch Büsche hinaufklettern. Nach dem Mord liefen sie in die andere Richtung, über die Weiden vor dem Haus, zur Straße. Die Feuerwehr suchte im Fluss nach den fehlenden Körperteilen. Die Untersuchungen der französischen Polizei dauerte sechs Monate. Die Kommunisten aus Vesoul und die Résistance-Mitglieder wurden verhört. Niemand wollte etwas wissen. Anschließend kam der Fall zu den Akten. Niemand ist je verhaftet oder bestraft worden. Die Gegend von Traves ist dünn besiedelt, es gibt im Schnitt 10 Einwohner pro Quadratkilometer. Jeder kennt dort jeden und man weiß alles voneinander; die Täter sind der Bevölkerung bekannt, aber sie schweigt.

Datei:Grab-Peiper.jpg
Grab der Familie Peiper in Schondorf am Ammersee

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Beförderungen

SS-Dienstgrad Datum Alter
SS-Anwärter 16. Oktober 1933 18
SS-Mann 23. Januar 1934 18
SS-Sturmmann 7. September 1934 19
SS-Rottenführer 10. Oktober 1934 19
SS-Unterscharführer 1. März 1935 20
SS-Standartenjunker 11. September 1935 20
SS-Standartenoberjunker 5. März 1936 21
SS-Untersturmführer 20. April 1936 21
SS-Obersturmführer 30. Januar 1939 24
SS-Hauptsturmführer 6. Juni 1940 25
SS-Sturmbannführer 30. Januar 1943 28
SS-Obersturmbannführer 11. November 1943 28
SS-Standartenführer 20. April 1945 30

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Auszeichnungen (Auszug)

  • Deutsches Reiterabzeichen in Bronze oder Silber
  • Rettungsmedaille (1933) in Gold
  • Medaille zur Erinnerung an den 13. März 1938
  • Medaille zur Erinnerung an den 1. Oktober 1938 mit Spange „Prager Burg“
  • Eisernes Kreuz (1939) 2. und 1. Klasse
  • Infanterie-Sturmabzeichen in Silber
  • Medaille Winterschlacht im Osten 1941/42
  • SA-Sportabzeichen
  • SS-Ehrenring
  • Deutsches Kreuz in Gold am 6. Mai 1943 als SS-Sturmbannführer im III. Bataillon/SS-Panzer-Grenadier-Regiment 2 „LSSAH“
  • Nahkampfspange in Bronze und Silber, 1943
  • Sonderabzeichen für das Niederkämpfen von Panzerkampfwagen durch Einzelkämpfer in Schwarz/Silber, 1943
  • Panzerkampfabzeichen mit Einsatzzahl 50 oder 75
  • SS-Dienstauszeichnung
  • Verwundetenabzeichen (1939) in Silber
  • Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub und Schwertern
    • Ritterkreuz am 9. März 1943 als SS-Sturmbannführer und Kommandeur des III.(gep.) Bataillons/SS-Panzer-Grenadier-Regiment 2 „LSSAH“
    • Eichenlaub am 27. Januar 1944 als SS-Sturmbannführer und Kommandeur des SS-Panzer-Regimentes 1 „LSSAH“
    • Schwerter am 11. Januar 1945 als SS-Obersturmbannführer[1] und Kommandeur SS-Panzer-Regimentes 1 „LSSAH“

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Jochen Peiper an Ritterkreuzträger Wilhelm Fey, 1956

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Quelle: Metapedia

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Nichts und Niemand wird vergessen…

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