Die Festungsfront Oder-Warthe-Bogen

Die Festungsfront Oder-Warthe-Bogen war im Dritten Reich ein im Sternberger Land befindlicher sogenannter „Ostwall“, um die Reichshauptstadt vor Angriffen aus östlicher Richtung zu schützen. Die unterirdische Festung wurde in den 30er Jahren erbaut und belegt bis heute, wie im damaligen Deutschen Reich anfangs mit einem polnischen oder sowjetischen Überfall gerechnet wurde. Ab 1938 wurde nicht weitergebaut, die unvollständige Festung diente während des Zweiten Weltkrieges als Unterkunft militärischer Rüstungsbetriebe.

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Sowjetischer T-34 an der Straße nach Hochwalde; im Hintergrund nach Westen die Kuppel des Panzerwerkes 717

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Obrafestung

Schon der zwischen Schwiebus und Meseritz befindliche, als „Obra-Festung“ bezeichnete Abschnitt soll eine Länge von mehr als 30 km aufgewiesen haben und stellte den zentralen Abschnitt der Festungsfront dar. Eine eigene Schmalspurbahn wurde benötigt, um mittels Tunneln die Bunker miteinander zu verbinden. Am 29. Januar 1945 wurde an der Straße von Kalau über Osterwalde nach Hochwalde beim Panzerwerk 717 der Werkgruppe „Scharnhorst“ die Linie von Panzerverbänden der Roten Armee durchbrochen. Heute können die Bunkeranlagen der Obrafestung besichtigt werden, einige Abschnitte dienen als Fledermausreservat. Der Europäische Fernwanderweg Nr. 11 verläuft über das Gelände der im Jahr 1945 dem Reich nicht mehr nutzenden Festung. Ein weiteres Teil der ehemaligen Anlage ( Nischlitz-Obra-Linie) befindet sich noch westlich der Festungsfront und reicht nach Norden bis Schwerin an der Warthe.

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Das Panzerwerk 717 am Weg von Kalau nach Hochwalde vom Aussichtsturm bei Osterwalde

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Werkgruppenverzeichnis der Obrafestung mit Nummern der Panzerwerke#

  • Werkgruppe „Jahn“ (PzW 713, 714, 715, 766, PzW Nord, PzB 5)
  • Werkgruppe „Friesen“ (PzW 783)
  • Werkgruppe „Scharnhorst“ (PzW 716, 716a, 717)
  • Werkgruppe „Gneisenau“ (PzW 719, 720)
  • Werkgruppe „York“ (PzW 721, 722, 724, 726, 727, A8O, A8W)
  • (PzW 728)
  • Werkgruppe „Lützow“ (PzW 730, 732, 733, 736, 739)

Werkgruppenverzeichnis der Nischlitz-Obra-Linie

  • Werkgruppe „Schill“
  • Werkgruppe „Ludendorff“
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rachenzähne am Weg nach Hochwalde an der Stelle des sowjetischen Durchbruchs vom 29. Januar 1945.

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Bunkeranlage Nr. 515 (Nischlitz-Obra-Linie)

Die Bunkeranlage Nr. 515 östlich von Burschen in Ostbrandenburg, Teil der Nischlitz-Obra-Linie, wurde später zur Bunkeranlage (manchmal auch: Panzerwerk) Nr. 778 der Festungsfront Oder-Warthe-Bogen.

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Die Bunkeranlage Nr. 778 der Nischlitz-Obra-Linie am östlichen Ortsrand Burschens

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Geschichte

Die zweistöckige Anlage wurde am östlichen Ortsrand Burschens im Jahre 1935 fertiggestellt und als Scheune getarnt. So wurde das Objekt erst im Mai 1946 als Bunker erkannt und von sowjetischen Soldaten gesprengt. Zuvor waren sieben sowjetische Soldaten von Maschinengewehren erschossen worden, als sie ihre Pferde am Kanal direkt am unentdeckten Bunker tränkten. Aus Rache wurden die Dorfgebäude beschossen und die noch übriggebliebenen Einwohner vertrieben. Als 1995 das Wasser vom Untergeschoss herausgepumpt wurde, zeigte sich, dass die Ausrüstung noch in einwandfreiem Zustand war.

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Quelle: Metapedia

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