Die Hungerblockade von 1917/1918

Die Hungerblockade war ein völkerrechtswidriges Verbrechen Englands gegen Deutschland im Ersten Weltkrieg.

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Käthe Kollwitz und ihre bekannteste Zeichnung „Hungernde Kinder“

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Im „Lexikon der Völkermorde“ (1999) von Gunnar Heinsohn findet sich der Eintrag „Deutsche Opfer / Hungerblockade 1917/1918“. Demnach starben etwa eine Million Zivilisten im Deutschen Reich und Österreich-Ungarn an Unterernährung, „weil die Lebensmittelblockade der Alliierten ungemein effektiv funktionierte“. Festgehalten wird dort auch, dass diese Blockade erst Ende März 1919 gelockert wurde. Das massenhafte Hungern und Verhungern in Deutschland in Zusammenhang mit der alliierten Blockade findet in den einschlägigen historischen Darstellungen zum Ersten Weltkrieg durchaus Erwähnung. Hinweise darauf, dass diese Blockade, die sich fast von Anfang an auch auf Lebens- und Futtermittel erstreckte, nach dem Waffenstillstand von Compiègne im November 1918, noch monatelang fortgesetzt wurde und das große Sterben an der Heimatfront das Sterben an den Kriegsfronten weit überdauerte, sind hingegen sehr viel seltener zu finden.

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Zeitungsmeldung vom 30. November 1918: Die Hungerblockade als „wirksamste Waffe“ zur Erpressung Deutschlands

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Verlauf

Am 2. November 1914 erklärte die britische Admiralität unter der Leitung des Marineministers Winston Churchill die gesamte Nordsee zum Kriegsgebiet und zwang damit den Seehandel der neutralen Staaten unter die Kontrolle Englands. Dem dänischen Arzt und Regierungsberater Mikkel Hindhede gelang es allerdings erfolgreich die schwerwiegenden Auswirkungen der alliierten Hungerblockade, auf das neutrale Dänemark, abzumildern. Inwieweit eine Übertragung seiner, dort durchgeführten, Maßnahmen auf Deutschland möglich gewesen wäre bleibt dahingestellt. Damit wurde für dieses Gewässer eine, gegen Deutschland gerichtete Seeblockade eingeleitet. Die im Januar des darauffolgenden Jahres ausgetragene Seeschlacht auf der Doggerbank stand im Zeichen dieses Umstands. Somit gelang es den Briten, die Seeherrschaft über die Nordsee zu erlangen und eine Seeblockade Deutschlands einzuleiten. Dadurch waren praktisch alle Seewege von und nach Deutschland abgeschnitten, was später auch die allgemeine Versorgung Deutschlands mit Nahrungsmitteln, Chilesalpeter und Kolonialwaren u.a. stark beeinträchtigte. Zudem konnte durch die Kontrolle der nord- und westeuropäischen Meere ein britisches Expeditionskorps ungestört nach Frankreich übersetzen. Des Weiteren brauchte die gegnerische Schiff-Fahrt im Ärmelkanal keine großen Störungen mehr von Seiten Deutschlands zu befürchten.

Der offizielle Vorwand für diesen Bruch des Völkerrechts war, dass die nicht ausdrücklich für britische Häfen bestimmten Güter letztendlich der deutschen Armee zugute kommen könnten. Der wahre Grund dieser staatlichen Piraterie lag jedoch in der Absicht

„die gesamte (deutsche) Bevölkerung auszuhungern – Männer, Frauen und Kinder, Alt und Jung, Verwundete und Unversehrte – bis sie sich unterwirft“,

wie Winston Churchill 1918 freimütig bekannte. Die Hungerblockade wurde nach dem Waffenstillstand von Compiègne im November 1918 in erpresserischer Absicht weiter aufrechterhalten, bis sich Deutschland zur Unterzeichnung des Versailler Diktats gezwungen sah. Die Forderung nach Abdankung von Kaiser Wilhelm II. war ebenso Voraussetzung für die Aufgabe der Hungerblockade. Erst im Sommer 1919 wurde sie wieder aufgehoben.

Der britische General Herbert Plumer soll sich darüber beschwert haben, seine Besatzungstruppen könnten nicht mehr den Anblick ertragen von

„Horden von dünnen aufgedunsenen Kindern, die um die Abfälle der britischen Unterkünfte betteln“.

In Berlin trat bereits am 31. Januar 1916 wegen der Hungerblockade eine neue Brotkarte in Kraft, die zum Bezug von 1900 g Brot berechtigte. Die bisherige Wochenration hatte 1950 g betragen.

Die Lehren aus dieser Erpressung führten unter der Regierung Adolf Hitlers zur Bestrebung nach weitgehender Autarkie.

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Die Parole der Woche zur englischen Hungerblockade

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Das Deutsche Reich und Österreich hatten im Ersten Weltkrieg mehr als eine Million zivile Opfer zu beklagen, die allesamt der völkerrechtswidrigen englischen Hungerblockade zum Opfer gefallen waren, an der sich die VSA dann, nach ihrem Kriegseintritt, auch beteiligten, wodurch die Blockade „wasserdicht“ geworden war. Diese Blockade war ein Verstoß gegen die Londoner Seerechtsdeklaration und ein Völkermord an der deutschen Zivilbevölkerung. Ohne Proklamation und haltbare Gründe hatte England das Deutsche Reich von seinen Nahrungsmitteleinfuhren über See abgeschnitten. Bei Kriegsausbruch erklärte die britische Regierung, dass sie sich nicht an Geist und Buchstaben der Deklaration von London halten werde, sondern für sich das Recht beansprucht, Nahrungsmittel auf See zu erbeuten und zu beschlagnahmen, auch wenn diese auf neutralen Schiffen zu neutralen Häfen transportiert werden.

Nach der völkerrechtswidrigen Ruhrbesetzung durch die Franzosen kam es zu einer erneuten Hungerblockade des besetzten Gebietes.

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Quelle: Metapedia

Literatur

Luetzow, Friedrich – Unterseebootskrieg und Hungerblockade (1921, 56 S., Scan)

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Nach dem Südkessel kapitulieren auch die Einheiten der deutschen 6. Armee im Nordkessel in der Schlacht um Stalingrad

Die 6. Armee/Armeeoberkommando 6 war ein militärischer Großverband der Wehrmacht. Die 6. Armee wurde am 10. Oktober 1939 gebildet und war bis zum 8. Mai 1945 aktiv am Krieg beteiligt. Sie wurde besonders durch die Schlacht um Stalingrad bekannt. 1942 hatte die 6. Armee eine Truppenstärke von ca. 200.000 bis 250.000 Mann.

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Truppenkennzeichen

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Geschichte

1939–41

Die 6. Armee wurde am 10. Oktober 1939 durch die Umbenennung der 10. Armee gebildet und unterstand der Heeresgruppe B. Im Mai und Juni 1940 nahm sie am Westfeldzug teil, wobei sie den linken Flügel der Heeresgruppe B bildete. Bis zum April 1941 war sie im Westen stationiert.

1941–42

Ab Beginn des Unternehmens Barbarossa unterstand die Armee der Heeresgruppe Süd. Dabei kämpfte sie unter anderem im September 1941 in der Schlacht um Kiew und im Mai 1942 in der Schlacht bei Charkow. Dann kämpfte die 6. Armee in der Ukraine gegen die Rote Armee und überquerte den Don. In der Folge kämpfte sich die Armee zwischen Don und Wolga nach Stalingrad vor.

Schlacht von Stalingrad

In der Schlacht um Stalingrad kämpfte die 6. Armee an der Seite mehrerer verbündeter Armeen, gegen große Teile der sowjet-bolschwestischen Armee. Es gelang ihr, weite Teile der Stadt einzunehmen und zu sichern, jedoch nicht das restliche Stadtgebiet. Aufgrund der desaströsen Versorgung, der schlimmen Wetterlage und des nicht enden wollenden Nachschubs von Rotarmisten, gelang es der Roten Armee, die 6. Armee einzukesseln und zu aufzureiben. Zwischen dem 31. Januar und dem 2. Februar 1943 stellte die 6. Armee offiziell den Kampf ein. Etwa 100.000 Soldaten der 6. Armee waren bis zum Ende der Kesselschlacht gefallen.

Neuaufstellung 1943

Die 6. Armee wurde am 6. März 1943 aus der Armeeabteilung Hollidt bei der neuen Heeresgruppe Süd neu aufgestellt und kämpfte bis zum Mai 1945 an mehreren Schauplätzen weiter.

Oberbefehlshaber

  • Generalfeldmarschall Walter von Reichenau: 10. Oktober 1939 bis 1. Januar 1942
  • Generalfeldmarschall Friedrich Paulus: 1. Januar 1942 bis 31. Januar 1943

(Kapitulation — Neuaufstellung)

  • Generaloberst Karl-Adolf Hollidt: 5. März bis 22. November 1943
  • General der Artillerie Maximilian de Angelis: 22. November bis 19. Dezember 1943
  • Generaloberst Karl-Adolf Hollidt: 19. Dezember 1943 bis 25. März 1944
  • General der Panzertruppe Sigfrid Henrici: 25. März bis 8. April 1944
  • General der Artillerie Maximilian de Angelis: 8. April bis 17. Juli 1944
  • General der Artillerie Maximilian Fretter-Pico: 17. Juli bis 23. Dezember 1944
  • General der Panzertruppe Hermann Balck: 23. Dezember 1944 bis 8. Mai 1945

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Datei:Paulus Befehl vom 27.11.1942.jpg

Befehl von Friedrich Paulus vom 27. November 1942

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Quelle: Metapedia
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Projekt:Erinnerung-vom ersten Bombardement bis zum Untergang der 6.Armee (Stalingrad) 1942-1943


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Stalingradtag – Die Schlacht um Stalingrad

Der Stalingradtag ist jeweils am letzten Sonntag im Januar oder der erste im Februar und dient der Erinnerung an den tragischen Tag der Kapitulation der 6. Armee durch Generalfeldmarschall Friedrich Paulus am 31. Januar 1943. In Berlin findet diese kleine Veranstaltung stets am Denkmal für die Flak-Artillerie in Steglitz statt.

Die Schlacht um Stalingrad

Die Schlacht um Stalingrad war eine der wichtigen Schlachten des Zweiten Weltkrieges im Russlandfeldzug 1941-1945. Entgegen der späteren sowjet-bolschewistischen Propaganda handelte es sich jedoch keineswegs um die entscheidende Schlacht des Zweiten Weltkrieges gegen Deutschland. Geführt wurde der Angriff auf die russische Stadt Stalingrad vom deutschen Generaloberst Friedrich Paulus. Er befehligte die ca. 200.000 bis 250.000 Mann starke 6. Armee und Teile der 4. Panzerarmee sowie diverse verbündete rumänische und italienische Divisionen. Der Angriff begann im August 1942 mit dem Vorstoß der 6. Armee. Stalingrad war von großer strategischer Bedeutung, da der Fluss Wolga, an dem die Stadt lag, eine wichtige Verbindung vom Kaspischen Meer nach Zentralrussland darstellte. Diese Wasserstraße war ein wichtiger Nachschubweg der bolschewistischen Sowjetunion, insbesondere für Rüstungslieferungen aus den VSA. In der Stadt wurde unter hohen Verlusten um jede Straße, um einzelne Häuserzeilen, um einzelne Stockwerke, ja um Zimmer gekämpft.

Datei:Deutsche Truppen in Stalingrad.jpg

Deutsche Truppen in Stalingrad

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Datei:Foto Stalingrad.jpg

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Ausgangslage

Fall Blau

Im Sommer 1942 begann das seit dem 5. April 1942 geplante Unternehmen „Blau“ mit dem Hauptziel, die Ölquellen im Kaukasus zu erobern, denn die Gefahr für die Wehrmacht in Stalingrad entstand dadurch, dass die deutsche Operation in den Süden der Ostfront festgelegt wurde, weil durch die Eroberung der kaukasischen Ölfelder einerseits für Deutschland das knapp werdende Öl zur Kriegsführung benötigt wurde, andererseits durch Entziehung dieses Öls der Feind bewegungsunfähig gemacht werden sollte. Stalingrad war also nicht Hauptstoßrichtung, und Generaloberst Ewald von Kleist bestätigte dem englischen Militärhistoriker Liddel Hart:

„Die Eroberung von Stalingrad war der Hauptaufgabe untergeordnet. Die Stadt hatte nur Bedeutung als der geeignete Platz, an dem wir in der Enge zwischen Don und Wolga einen Angriff gegen unsere Flanke durch russische Kräfte aus dem Osten aufhalten konnten.“

Hinzu kam, daß durch eine Eroberung Stalingrads der Schiffsverkehr auf der Wolga unterbrochen werden konnte. Bis Ende 1942 hatten die Russen 25.000 Panzer produziert, wobei ein erheblicher Anteil durch das Stalingrader Traktorenwerk gebaut worden war. Neben einer Geschützfabrik waren noch weitere 1.500 kriegswichtige Fabriken in der Stadt.

So wurde die bis dahin existierende Heeresgruppe Süd (benannt nach dem südlichen Abschnitt der Ostfront) von April bis Juli 1942 personell und materiell aufgerüstet. Nach der siegreichen Schlacht um Woronesch am 24. Juli 1942 teilte sich die Heeresgruppe Süd in die Heeresgruppen A und B auf, um das Hauptziel bis Ende 1942 zu erfüllen. Die Aufgaben beider Heeresgruppen waren:

  • Die Heeresgruppe A sollte vom unteren Don aus in den Kaukasus vorzustoßen, um die wichtigen Erdölquellen im Kaukasus und an der Kaspischen Küste zu nehmen und für die deutsche Kriegswirtschaft nutzbar zu machen.
  • Die Heeresgruppe B sollte während dessen die Landbrücke zwischen Don und Wolga überwinden und den strategischen Kriegsproduktions- und Industriestandort Stalingrad an der Wolga erobern. Zusätzlich bestand ihre Aufgabe darin, die nördliche Flanke der Heeresgruppe A zu beschützen.

Wie man sieht, hatte Stalingrad für das Deutsche Reich eine nicht zu unterschätzende Bedeutung, denn ein Einbruch der Landbrücke Don–Wolga hätte das kriegsentscheidende Unternehmen „Blau“ gefährdet. Für die bolschewistische Sowjetunion war die Kontrolle Stalingrads und der Wolga von existentieller Bedeutung. Wobei die Stahl- und Schwerindustrie nur eine untergeordnete Rolle spielte, da ein Großteil der Kriegs- und Stahlfabriken bereits östlich des Uralgebirges, und damit außerhalb der Reichweite der Deutschen Luftwaffe, produzierte. Viel wichtiger war der Öl-, Weizen- und Manganerztransport, wie der Führer in einer späteren Rede selbst betonte. Ebenfalls ging ein beträchtlicher Teil der VS-amerikanischen Unterstützung für die Sowjetunion von dem besetzten Iran über das Kaspische Meer und die Wolga nach Zentralrußland.

Die „politisch korrekte“ Behauptung, Hitler habe Stalingrad nur wegen des Namens „Stalin“ angegriffen, wurde von Adolf Hitler in seiner Rede vom 8. November 1942 selbst wiederlegt und ist somit nicht haltbar und als dreiste Lüge einzuordnen.

Der Kampf

Anfänge

Die Offensive auf Stalingrad begann am 7. August 1942 unter der Führung Friedrich Paulus. Am 13. September 1942 stieß die 6. Armee weiter ins Stadtinnere vor, es herrschten erbitterte Häuser- und Straßenkämpfe. Die deutschen Truppen eroberten mitte November etwa 90 Prozent der Stadt.

Verlauf der Schlacht

Während sich deutsche Stoßtrupps in Straßen- und Häuserkämpfen aufrieben, startete die Rote Armee am 19. November 1942 eine zangenförmige Großoffensive, um die deutschen Truppen vom Nachschub abzuschneiden. Sowjetische Panzer durchbrachen nordwestlich von Stalingrad, zwischen Serafimowitsch und Kletskaja, die Kampflinie der rumänischen 3. Armee unter dem Oberbefehl von Petre Dumitrescu. Im Süden der Stadt rückten die Streitkräfte gegen die deutsche 4. Panzerarmee und die rumänische 4. Armee vor.

Am 22. November 1942 wurden die deutschen Truppen von der Roten Armee eingekesselt, nachdem sowjet-bolschewistische Truppen die rumänischen Verteidigungslinien durchbrochen hatten. 250.000 Deutsche und über 30.000 rumänische und russische Hilfssoldaten waren erbarmungsloser Kälte und Hunger ausgesetzt. Der Nachschub aus der Luft brach kurz darauf durch die russische Flugabwehr und der Wetterlage zusammen.

Die Wehrmacht wurde im Kessel nochmals voneinander in einen Süd- und Nordkessel geteilt.

Am 8. November 1942 verkündet Adolf Hitler anlässlich einer Rede im Münchner Löwenbräukeller die endgültige Abriegelung von Stalingrad mit den Worten:

(…) Daß ich die Sachen nun nicht immer so mache, wie die anderen es gerade wollen – ja, ich überlege mir, was die anderen wahrscheinlich glauben und mache es dann grundsätzlich anders. Wenn also Herr Stalin erwartet hat, daß wir in der Mitte angreifen – ich wollte nicht in der Mitte angreifen. Nicht nur deswegen, weil vielleicht Herr Stalin daran glaubte, sondern weil mir daran gar nichts mehr lag. Sondern ich wollte zur Wolga kommen, an einer bestimmten Stelle, an einer bestimmten Stadt. Zufälligerweise trägt sie den Namen von Stalin selber aber denken Sie nur nicht, dass ich deswegen dort losmarschiert bin – sie könnte ja auch ganz anders heißen – sondern nur weil dort ein ganz wichtiger Punkt ist. Dort schneidet man nämlich 30 Millionen Tonnen Verkehr ab, darunter fast neun Millionen Tonnen Ölverkehr. Dort fließt der ganze Weizen zusammen aus diesen gewaltigen Gebieten der Ukraine, des Kuban-Gebietes um nach dem Norden transportiert zu werden. Dort ist das Manganerz befördert worden; dort war ein gigantischer Umschlagplatz. Den wollte ich nehmen, und – wissen Sie – wir sind bescheiden, wir haben ihn nämlich! Es sind nur ein paar ganz kleine Plätzchen noch da. Nun sagen die anderen: „Warum kämpfen sie dann nicht?“ Weil ich kein zweites Verdun machen will, sondern weil ich es lieber mit ganz kleinen Stoßtrupps mache. Die Zeit spielt dabei gar keine Rolle. Es kommt kein Schiff mehr die Wolga hoch das ist das Entscheidende!

Dieser Redeauszug zum Anhören:

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Der Verrat

Seit Ende Oktober 1942 wusste die Heeresgruppe und das Führerhauptquartier (FHQ) vom Aufmarsch russischer Kräfte in der Flanke der 6. Armee. In dieser Flanke am Don standen in einer Breite von 150 km die 3. rumänische Armee, die 8. italienische und daneben die 2. ungarische Armee. Die Meldungen über eine sowjetische Konzentration vor der rumänischen Front waren selbstverständlich auch Hitler bekannt. Aber:

Im Hinblick auf die Lage an der Donfront im Herbst 1942 wurde Hitler in seiner optimistischen Beurteilung bestärkt durch eine bis heute weitgehend unbekannte Meldung des Generalstabes des Heeres an ihn. Sie besagte, dass nach einer Analyse der Generalstabsabteilung „Fremde Heere Ost“ vom 9. September 1942 die Russen an der Ostfront keine operativen Reserven von Belang mehr besäßen. Das glaubte Hitler nur zu gern. Wozu also Gelände preisgeben?

Es fällt schwer, in diesem Fall von einer fahrlässigen Fehleinschätzung jener Dienststelle auszugehen, deren Aufgabe in sorgfältiger Aufklärung bestand. (…)

Und vor der rumänischen Front vollzog sich unaufhaltsam der sowjetische Aufmarsch in einer Stärke, über die die Aufklärungsabteilung „Fremde Heere Ost“ (FHO) sich wider besseres Wissen geflissentlich ausschwieg. Bekanntlich begann genau dort die russische Offensive zur Einkesselung der 6. Armee in Stalingrad. (…)

Der Oberbefehlshaber der 6. Armee in Stalingrad argumentierte gegenüber Gen.Maj. Walter v. Seydlitz, er könne keine Ausbruchentscheidung treffen, da er die große Lage auf den Kartentischen des OKW und des FHQ nicht kenne. Paulus vertraute also auf den zuverlässigen Nachrichtenfluss vom OKH/FHO – verantwortlich Generalmajor i.G Reinhard Gehlen und dessen Stellvertreter Oberst i.G. Alexis Frhr. v. Roenne – zum OKW und FHQ. Ein solches Vertrauen war aber keineswegs gerechtfertigt. Um auf den Lagefall Stalingrad zurückzukommen, so ergibt sich nach Fritz Beckers Darstellung die eigenartige Tatsache, dass seitens OKH/FHO die starke sowjetische 5. Panzerarmee (eine Stoßarmee!) immer noch an der Stalingradfront geführt worden war, während sie seit dem 10. November 1942 in Wahrheit an der russischen „Südwestfront“ stand, -gegenüber der rumänischen 3. Armee. Aber erst drei Wochen nach Beginn der sowjetischen Großoffensive, die nach Überrennen der Rumänen zur Einschließung der 6. Armee in Stalingrad führte, meldete das OKH an OKW und FHQ, dass die 5. sowjetische Panzerarmee an der (russischen) Südwestfront stehe, also am sowjetischen Frontabschnitt nordwestlich von Stalingrad (…). Dabei war dem OKH und dessen Abt. l c FHO die Verlegung der sowjetischen 5. Armee von der Stalingrader Donfront, wie Becker ausführt, schon seit dem 10. November 1942, also von Anfang an, bekannt.

Walter von Seydlitz-Kurzbach ließ dennoch eigenmächtig die gut ausgebauten Stellungen an der von ihm gehaltenen Nordfront des Kessels räumen, trotz verzweifelter Proteste der beteiligten Divisionskommandeure. Prompt trat dann auch ein, was sie vorhergesagt hatten. Die unerwartet schnell nachsetzenden Russen holten die Deutschen ein. Wer überlebte, musste sich auf freiem Feld im Schnee eingraben. In den Unterständen saßen nun die Russen. Alle weiter westlich befindlichen Truppen mussten sich in Richtung Stalingrad absetzen und die Soldaten des LI. Armeekorps des Generals von Seydlitz-Kurzbach räumten ihre bestens ausgebauten Bunker am Nordriegel, um sie gegen Schneelöcher in offener Steppe einzutauschen.

Datei:Bundesarchiv Bild 116-168-618, Russland, Kampf um Stalingrad, Soldat mit MPi.jpg

Deutscher Soldat mit einer sowjetischen Maschinenpistole in Deckung, Aufnahme im Spätherbst 1942

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Das Ende

Der Kampf um Stalingrad endete vom 31. Januar bis 2. Februar 1943 mit der Kapitulation der deutschen Truppen und deren Verbündeten. Nach der Kapitulation wurden die restlichen Überlebenden in sowjetische Kriegsgefangenschaftslager abgeführt. Unter unmenschlichen Bedingungen überlebten nur 6.000 von insgesamt rund 107.800 deutschen Soldaten die Kriegsgefangenschaft.
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Titelseite des Völkischen Beobachters vom 4. Februar 1943 zum Ende

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Die Freiburger Zeitungvom 4. Februar 1943: »Sie waren Helden – laßt uns Kämpfer sein!«

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Datei:Bundesarchiv Bild 183-E0406-0022-011, Russland, deutscher Kriegsgefangener.jpg

Dieses sowjet-bolschewistische Propagandabild zeigt einen unüblich zivilisiert aussehenden Rotarmisten sowie einen angeblich gefangenen deutschen Soldaten mit der Überschrift:
„Nach der Kapitulation der faschistischen deutschen Truppen (…) Ein junger Soldat und fanatischer Nazi, der dieses Ende noch nicht begriffen hat.“

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Lügen über die Schlacht um Stalingrad

Die heutige offizielle Geschichtsschreibung behauptet, dass Adolf Hitler mit der Eroberung Stalingrads den deutschen Truppen ein unerreichbares Ziel gesetzt hätte, infolge seiner Fehlentscheidungen eine Einschließung ermöglichte und den Ausbruch der 6. Armee verbot, für den Untergang der Armee die Verantwortung trägt und diesen Untergang nur deswegen nicht verhinderte, weil er aus Prestigegründen Stalingrad nicht wieder aufgeben wollte, und schließlich die Leiden der deutschen Soldaten vergrößerte, weil er sie nicht früher kapitulieren ließ. Diese Annahme stützt sich jedoch auf zahlreiche Lügen von ehemaligen Generälen, „Zeitgeschichtlern“, „Vergangenheitsbewältigern“ und ähnlichen Subjekten.

Friedrich Lenz wies in seinem Buch Stalingrad – der ‚verlorene‘ Sieg nach, dass Heusinger Gespräche erfand, Zeitzler log, von Manstein in „Verlorene Siege“ die Unwahrheit sagte. Es erschienen weitere Bücher von verschiedenen Autoren, die diese Unwahrheiten aufdeckten.

Die Gefahr für die Wehrmacht in Stalingrad entstand dadurch, dass die deutsche Operation in den Süden der Ostfront festgelegt wurde, weil durch die Eroberung der kaukasischen Ölfelder einerseits für Deutschland das knapp werdende Öl zur Kriegsführung benötigt wurde, andererseits durch Entziehung dieses Öls der Feind bewegungsunfähig gemacht werden sollte. Stalingrad war also nicht Hauptstoßrichtung, und Generaloberst Ewald von Kleist bestätigte dem englischen Militärhistoriker Liddel Hart:

„Die Eroberung von Stalingrad war der Hauptaufgabe untergeordnet. Die Stadt hatte nur Bedeutung als der geeignete Platz, an dem wir in der Enge zwischen Don und Wolga einen Angriff gegen unsere Flanke durch russische Kräfte aus dem Osten aufhalten konnten.“

Hinzu kam, daß durch eine Eroberung Stalingrads der Schiffsverkehr auf der Wolga unterbrochen werden konnte. Bis Ende 1942 hatten die Russen 25.000 Panzer produziert, wobei ein erheblicher Anteil durch das Stalingrader Traktorenwerk gebaut worden war. Neben einer Geschützfabrik waren noch weitere 1.500 kriegswichtige Fabriken in der Stadt. Die Unterstellung, dass Adolf Hitler Stalingrad nur wegen des Namens erobern wollte, ist eine Propagandalüge die durch nichts gestützt wird.

Der Mythos

Erst die bolschewistische Propaganda machte die Schlacht dann zu einem angeblichen Wendepunkt. Entscheidend war hierbei wohl der Name der Stadt, der sich in dieser Beziehung hervorragend propagandistisch ausnutzen ließ. Tatsache ist jedoch, dass die Entscheidung erst mit dem rumänischen Verrat an Europa in der Schlacht von Jassy im August 1944 fiel. Dort starben 150.000 deutsche Soldaten (bei Stalingrad: 80.000), 106.000 Landser gerieten in Gefangenschaft (bei Stalingrad: 108.000); weitere 80.000 deutsche Soldaten blieben bei Jassy verschollen.

Don-Lüge

Angesichts der langen Flanken und einer bekanntgewordenen Karte aus dem russischen Bürgerkrieg sah Hitler die Gefahr eines Flankenvorstoßes voraus. Das Kriegstagebuch des OKW berichtet unter dem 16. August 1942:

„Der Führer ist in Sorge, daß Stalin den russischen ‚Standard-Angriff‘ von 1920 wiederholen könnte, nämlich einen Angriff über den Don etwa bei und oberhalb Serofimowitsch in der Stoßrichtung auf Rostow, wie ihn die Bolschewiken im Jahre 1920 gegen die weißrussische Armee des Generals Wrangel unternommen und mit größtem Erfolg durchgeführt haben. Er fürchtet, daß die an diesem Don-Abschnitt sichernde italienische 8. Armee einem solchen Angriff nicht standhalten würde, und dringt daher von neuem darauf, daß die 22. Panzer-Division schleunigst zur Auffrischung hinter die italienische 8. Armee gelegt wird.“

Schon am 12. August hatte er gewünscht, dass bei der Heeresgruppe B „sofort“ deutsche schwere Artillerie und Panzerabwehr sowie ein Generalkommando mit zwei Divisionen hinter den ungarischen Sicherungsabschnitt am Don gelegt würden. Doch es passierte nichts, da Adolf Hitler mit seiner Ansicht fast allein stand.

Am 22. August befiehlt ausweislich des KTB „der Führer von neuem“, dass die 22. Pz.-Division hinter der italienischen Front einzusetzen sei, am 27.8.1942 heißt es:

„Der Führer sieht die entscheidende Gefahr bei der italienischen 8. Armee, der nunmehr zwei deutsche Divisionen zugeführt werden sollen.“

Am 9. September fordert Hitler, dass die Don-Front so stark wie möglich ausgebaut und vermint werden soll, doch am 16. September ist immer noch nichts passiert: nunmehr zum dritten Male befiehlt Hitler, dass die 22. Panzer-Division (und zusätzlich die 113. Infanterie-Division) hinter den italienischen Abschnitt verlegt werden. Seine Befürchtungen werden nicht ernst genommen, seine Befehle ignoriert.

Die 22. Panzer-Div. wurde aber schließlich verlegt, nicht aber die 113. Infanterie-Division. Auch auf Hitlers erneut vorgetragene Befürchtung am 16. Oktober hinsichtlich eines russischen Großangriffs dort am Don und die Forderung, dass allen verbündeten Armeen Luftwaffen-Feld-Divisionen als „Korsettstangen“ eingesetzt werden sollen, wurde nichts veranlasst.

Am 19. November brachen die Russen bei der 3. rumänischen Armee durch; den Panzern der 22. Panzerdivision versperrten fliehende Rumänen-Panzer den Weg; zudem wurde die Division schlecht geführt. Am 20. November durchstießen die Russen im Süden von Stalingrad bei drei rumänischen Divisionen, die fast ohne Kampf ihre Waffen liegen ließen und flüchteten, die Front. Am 16. Dezember geschah wiederum das, was Adolf Hitler befürchtet hatte: die Russen griffen die Italiener bei der Don-Front an. Die Lüge, Hitler habe die Stalingradkämpfer leichtfertig in die Falle geraten lassen, ist widerlegt. Es wurden nur seine Befehle zur Stützung der Front nicht befolgt.

Kein eigenmächtiger Ausbruch

Ab dem 21. November 1942 war die 6. Armee eingeschlossen. Ihr Oberbefehlshaber Paulus erbat am 24. November die Ausbruchgenehmigung, die ihm durch Hitler nicht erteilt wurde. Da Paulus bereits am 22. November 1942 meldete „Betriebsstoff bald aufgebraucht.“ Schwere Waffen und Fahrzeuge hätten also zurückgelassen werden müssen, die sicheren und Schutz bietenden Häuserruinen hätten verlassen und einem Feindangriff auf offener Steppe ohne schwere Waffen begegnet werden müssen. Hitler wollte nicht Trümmer retten, sondern eine operationsfähige Armee. Daraufhin beschloss man, dass die 6. Armee weiterhin aus der Luft versorgt werde und schnellst möglich aus dem Kessel befreit werden soll.

Befreiung aus dem Kessel

Für die Befreiung wurde die 6. Panzer-Division herangeführt, die der Generalfeldmarschall v. Manstein führte. Als die 6. Panzer Division bei Kotelnikow eintraf, vernichtete sie an diesem Tag sofort 2 sowjetische Divisionen mit 56 Panzern. Statt diesen Sieg auszunutzen und entlang der Bahnlinie nach Stalingrad weiterzumarschieren, nützte v. Manstein nicht die freie Hand, die durch den Sieg gewonnen war, sondern ließ die Division bis zum 12. Dezember warten, bis die 23. Panzer-Division da war. Angesichts des vorherigen Erfolges hätte auf diese zusätzlichen 30 Panzer aber auch verzichtet werden können, da die Zeit eine große Rolle spielte.

Am 23. Dezember 1942 stand die zur Entsatzarmee Hoth gehörende 6. Panzer-Division 48 km vor dem Kessel. Sie sollte am 24. Dezember befehlsgemäß 33 km zurücklegen, wobei sie hoffte, sich noch an diesem Tage mit der eingeschlossenen Besatzung, die einige km entgegenkommen könnte, zu vereinigen. Doch Manstein hob diesen Befehl am 23. Dezember durch einen weiteren auf, der die Herauslösung der 6. Panzer-Division aus diesem Abschnitt und die Verlegung um 160 km hinter die Durchbruchstelle bei der italienischen Armee vorsah. Dieser Befehl sorgte für Entsetzen in der Stoßtruppe denn sie sahen, dass hiermit die letzte Möglichkeit für die Stalingrad-Kämpfer aufgegeben wurde.

Es waren vor ihnen nur noch wenige Russenpanzer und die durch die vorherigen Angriffe zermürbte russische Infanterie. Ferner zeigte sich, dass der Durchbruch bei den Italienern auch ohne die Herauslösung der 6. Panzer-Division abgeriegelt werden konnte. Mit der Verlegung der 6. Panzer-Division schrieb v. Manstein nicht nur die Stalingrad-Kämpfer ab, sondern brachte auch die Entsatzverbände in höchste Gefahr. Die Folge der Wegnahme war, dass die Entsatzarmee Hoth, um ihren weitaus stärksten Verband geschwächt, in wenigen Tagen zusammenbrach und bis zum 31. Dezember um 150 km nach Simowniki zurückgeworfen wurde. Generaloberst Mauss, der Kommandeur der 6. Panzer-Division, bekannte später, dass er sich wochenlang Gewissensbisse gemacht habe, weil er Mansteins Befehl zur Verlegung überhaupt befolgte, statt entgegen dem Befehl nach Stalingrad durchzubrechen und sich mit der 6. Armee zu vereinigen.

V. Manstein hatte anscheinend die Hoffnung auf Entsatz bereits am 21. Dezember 1942 aufgegeben. An diesem Tage meldete er ins Führerhauptquartier, dass die Entsatzoffensive nicht imstande sei, Hilfe näher an Stalingrad heranzuführen; am 20. Dezember 1942 war gemeldet worden, dass die 6. Armee selbst nur höchstens 30 km zurücklegen könne. Daraus ist klar ersichtlich dass Hitler durchaus den Durchbruch auch unter Aufgabe von Stalingrad wollte; davon nicht aus Prestigegründen, sondern wegen der mangelhaften Beweglichkeit der 6. Armee absah, und bei veränderten Verhältnissen durchaus den Ausbruch billigte.

Möglich war aber nach wie vor die gegenseitige Verbindungsaufnahme, um dem Kessel neue Kräfte und Versorgung zuzuführen. Entgegen Mansteins Auffassung meisterte die Entsatzarmee die durch Gegenangriffe entstandene Lage ohne Hinzuführung neuer Kräfte, gewann weiter Raum, und stand am 23. Dezember 1942 zur Fortsetzung des Angriffs bereit. Die Entsatzarmee stand nur noch 10 km von Jerik Krepinski entfernt, dem Ort, wo sich die Vereinigung mit der 6. Armee nach dem von der Heeresgruppe am 1. Dezember 1942 herausgegebenen Befehl „Wintergewitter“ vollziehen sollte und hätte vollziehen können, wenn v. Manstein den Durchbruchsbefehl gegeben hätte. Aber dieser Durchbruchsbefehl kam nicht, obwohl die 6. Armee auf ihn wartete. V. Manstein will zwar am 19. Dezember 1942 einen Befehl abgesetzt haben, der aber bei der 6. Armee nie eingetroffen ist und dessen Empfang sich v. Manstein nicht bestätigen ließ.

Wenn v. Manstein an diesem Tag den Durchbruch befohlen hätte, und sich dementsprechend die Verbände im Kessel gruppiert hätten, wofür mit 5 Tagen gerechnet wurde, hätte am 24. Dezember zum Durchbruch angetreten werden können, und die Vereinigung mit der gleichzeitig vordringenden Entsatzarmee Hoth wäre erfolgt. Am 19. Dezember 1942 hatte die 6. Armee die höchste tägliche Luftversorgung mit 290 Tonnen Nachschubgut, meist Benzin.

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Ansichtskarte Stalingrad
„Fuehrer befiehl wir folgen“

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Die Deutsche Wochenschau August 1942


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Das Gesetz über den Neuaufbau des Reiches und Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich

Im Gesetz über den Neuaufbau des Reiches vom 30. Januar 1934 wurden die Hoheitsrechte der einzelnen Länder aufgehoben, so dass das Reich auch zu einer organisatorischen Einheit verschmolz. Das Gesetz beseitigte die überflüssigen Länderparlamente und den Reichsrat. Dem das Reich schwächenden Föderalismus wurde damit formal ein Ende gesetzt. Die Landesregierungen unterstanden fürderhin der Reichsregierung und wurden von Reichsstatthaltern kontrolliert, die vom Reichskanzler ernannt wurden. Vorausgegangen war das Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich.


Das Gesetz im Wortlaut

Gesetz über den Neuaufbau des Reichs.

Vom 30. Januar 1934.

Die Volksabstimmung und die Reichstagswahl vom 12. November 1933 haben bewiesen, daß das deutsche Volk über alle innenpolitischen Grenzen und Gegensätze hinweg zu einer unlöslichen, inneren Einheit verschmolzen ist.
Der Reichstag hat daher einstimmig das folgende Gesetz beschlossen, das mit einmütiger Zustimmung des Reichsrats hiermit verkündet wird, nachdem festgestellt ist, daß die Erfordernisse verfassungsändernder Gesetzgebung erfüllt sind.

Artikel 1

Die Volksvertretungen der Länder werden aufgehoben.

Artikel 2

(1) Die Hoheitsrechte der Länder gehen auf das Reich über.
(2) Die Landesregierungen unterstehen der Reichsregierung.

Artikel 3

Die Reichsstatthalter unterstehen der Dienstaufsicht des Reichsministers des Innern.

Artikel 4

Die Reichsregierung kann neues Verfassungsrecht setzen.

Artikel 5

Der Reichsminister des Innern erläßt die zur Durchführung des Gesetzes erforderlichen Rechtsverordnungen und Verwaltungsvorschriften.

Artikel 6

Dieses Gesetz tritt mit dem Tage seiner Verkündigung in Kraft.

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Berlin, den 30. Januar 1934.

Der Reichspräsident
von Hindenburg

Der Reichskanzler
Adolf Hitler

Der Reichsminister des Innern
Frick


Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich

Das „Vorläufige Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich“ vom 31. März 1933 wurde in Anschluss an das Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich erlassen. Es hatte zum Ziel, die föderale Zersplitterung der Zeit der Weimarer Republik zu beenden und das Reich wieder politisch handlungsfähig zu machen. Es beinhaltete neben einer „Vereinfachung der Landesgesetzgebung“ im Kern vor allem die Einführung der gleichen Stimmenanteile der vorausgegangenen Reichstagswahl auch in den Länderparlamenten. In § 4 Abs. 2 heißt es demzufolge auch:

„Sie werden neu gebildet nach den Stimmenzahlen, die bei der Wahl zum Deutschen Reichstag am 5. März 1933 innerhalb eines jeden Landes auf die Wahlvorschläge entfallen sind.“

Dies bezog sich nicht nur auf die Länder, sondern auch auf Kreistage, Bezirkstage, Bezirksräte, Amtsversammlungen, Stadträte, Stadtverordnetenversammlungen, Gemeinderäte etc. Diese wurden zuerst aufgelöst und danach ebenfalls (verkleinert) nach ihren jeweils in der Reichstagswahl zuvor abgegebenen Stimmenanteilen neu gebildet.

Das föderale Chaos wurde nach 1945 von den westlichen alliierten Siegermächten wieder eingeführt, um die innenpolitische und somit auch außenpolitische Schwächung Deutschlands aufs Neue zu zementieren.

Gleichschaltung 1933

Was dem Werk Otto von Bismarcks noch gemangelt hatte, sollte mit der Nationalen Erhebung ergänzt werden: die Hoheitsrechte der Bundesstaaten mussten verschwinden. Es gab nur noch einen großen Staat des deutschen Volkes: das Deutsche Reich. Die „Zwei Gesetze zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich“ hoben die Eigenstaatlichkeit der Länder auf. Reichsstatthalter waren Wächter über die Durchführung der Reichspolitik in allen deutschen Gauen.


Das Gesetz im Wortlaut

Vorläufiges Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich.

Vom 31. März 1933.

  Die Reichsregierung hat das folgende Gesetz beschlossen, das hiermit verkündet wird:

Vereinfachung der Landesgesetzgebung

§ 1

(1) Die Landesregierungen sind ermächtigt, außer in den in den Landesverfassungen vorgesehenen Verfahren Landesgesetze zu beschließen. Dies gilt auch für Gesetze, die den in Artikel 85Abs. 2 und 87 der Reichsverfassung bezeichneten Gesetzen entsprechen.
(2) Über Ausfertigung und Verkündung der von den Landesregierungen beschlossenen Gesetze treffen die Landesregierungen Bestimmung.

§ 2

(1) Zur Neuordnung der Verwaltung, einschließlich der gemeindlichen Verwaltung, und zur Neuregelung der Zuständigkeiten können die von den Landesregierungen beschlossenen Landesgesetze von den Landesverfassungen abweichen.
(2) Die Einrichtung der gesetzgebenden Körperschaften als solche darf nicht berührt werden.

§ 3

Staatsverträge, die sich auf Gegenstände der Landesgesetzgebung beziehen, bedürfen nicht der Zustimmung der an der Gesetzgebung beteiligten Körperschaften. Die Landesregierungen erlassen die zur Durchführung dieser Verträge erforderlichen Vorschriften.

Volksvertretungen der Länder

§ 4

(1) Die Volksvertretungen der Länder (Landtage, Bürgerschaften) werden mit Ausnahme des am 5. März 1933 gewählten Preußischen Landtags hiermit aufgelöst, soweit dies nicht bereits nach Landesrecht geschehen ist.
(2) Sie werden neu gebildet nach den Stimmenzahlen, die bei der Wahl zum Deutschen Reichstag am 5. März 1933 innerhalb eines jeden Landes auf die Wahlvorschläge entfallen sind. Hierbei werden die auf Wahlvorschläge der Kommunistischen Partei entfallenden Sitze nicht zugeteilt. Dasselbe gilt für Wahlvorschläge von Wählergruppen, die als Ersatz von Wahlvorschlägen der Kommunistischen Partei anzusehen sind.

§ 5

(1) In den Ländern Bayern, Sachsen, Württemberg und Baden werden den Wählergruppen so viele Sitze zugewiesen, als die Verteilungszahl in der Gesamtzahl der für ihre Wahlvorschläge abgegebenen Stimmen enthalten ist. Dabei wird ein Rest von mehr als der Hälfte der Verteilungszahl der vollen Verteilungszahl gleichgeachtet.
(2) Die Verteilungszahl wird festgesetzt für Bayern und Sachsen auf je 40 000, für Württemberg auf 25 000 und für Baden auf 21 000.

§ 6

(1) In den Ländern Thüringen, Hessen, Hamburg, Mecklenburg-Schwerin, Oldenburg, Braunschweig, Anhalt, Bremen, Lippe, Lübeck, Mecklenburg-Strelitz und Schaumburg-Lippe darf die Zahl der Mitglieder der neu zu bildenden Landtage (Bürgerschaften) die folgenden Höchstziffern nicht überschreiten:

Thüringen 59
Hessen 50
Hamburg 128
Mecklenburg-Schwerin 48
Oldenburg 39
Braunschweig 36
Anhalt 30
Bremen 96
Lippe 18
Lübeck 64
Mecklenburg-Strelitz 15
Schaumburg-Lippe 12.

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(2) Die den Wählergruppen nach Abs. 1 zustehenden Abgeordnetensitze werden nach dem geltenden Landeswahlrecht ermittelt. Nach Landeswahlrecht festgesetzte Verteilungszahlen werden indessen so erhöht, daß die durch Abs. 1 bestimmte Höchstzahl von Mitgliedern nicht überschritten wird.

§ 7

(1) Die Sitze werden den Bewerbern auf Grund von Wahlvorschlägen zugewiesen, die die Wählergruppen bis spätestens 13. April 1933 einzureichen haben. Zur Einreichung von Wahlvorschlägen sind alle Wählergruppen befugt, auf deren Wahlvorschlag am 5. März 1933 Stimmen entfallen sind; dies gilt nicht für die Kommunistische Partei und solche Wählergruppen, deren Wahlvorschläge als Ersatz von Wahlvorschlägen der Kommunistischen Partei anzusehen sind.
(2) Verbindungen und Anschlüsse sind nur insoweit zulässig, als sie bei der Reichstagswahl am 5. März 1933 getätigt waren.
(3) Wahlbewerbern, die bis zum 5. März 1933 zur Kommunistischen Partei gehörten, werden Sitze nicht zugewiesen.

§ 8

Die neuen Landtage (Bürgerschaften) gelten mit dem 5. März 1933 als auf vier Jahre gewählt. Eine vorzeitige Auflösung ist unzulässig. Dies gilt auch für den am 5. März 1933 gewählten Preußischen Landtag.

§ 9

Die Neubildung der Landtage (Bürgerschaften) nach diesem Gesetz muß bis zum 15. April 1933 durchgeführt sein.

§ 10

Die Zuteilung von Sitzen auf Wahlvorschläge der Kommunistischen Partei für den Reichstag und den Preußischen Landtag auf Grund des Wahlergebnisses vom 5. März 1933 ist unwirksam. Ersatzzuteilung findet nicht statt.

§ 11

Eine Auflösung des Reichstags bewirkt ohne weiteres die Auflösung der Volksvertretungen der Länder.

Gemeindliche Selbstverwaltungskörper

§ 12

(1) Die gemeindlichen Selbstverwaltungskörper (Kreistage, Bezirkstage, Bezirksräte, Amtsversammlungen, Stadträte, Stadtverordnetenversammlungen, Gemeinderäte usw.), auf welche die Grundsätze nach Artikel 17 Abs. 2 der Reichsverfassung Anwendung finden, werden hiermit aufgelöst.
(2) Sie werden neu gebildet nach der Zahl der gültigen Stimmen, die bei der Wahl zum Deutschen Reichstag am 5. März 1933 im Gebiet der Wahlkörperschaft abgegeben worden sind. Dabei bleiben Stimmen unberücksichtigt, die auf Wahlvorschläge der Kommunistischen Partei oder solche entfallen sind, die als Ersatz von Wahlvorschlägen der Kommunistischen Partei anzusehen sind.

§ 13

(1) Bei den Vertretungskörperschaften in der unteren Selbstverwaltung (Gemeinde-, Stadträte usw.) darf die Zahl der Mitglieder die folgenden Höchstziffern nicht überschreiten:

in Gemeinden bis zu 1.000 Einwohnern 9
in Gemeinden bis zu 2.000 Einwohnern 10
in Gemeinden bis zu 5.000 Einwohnern 12
in Gemeinden bis zu 10.000 Einwohnern 16
in Gemeinden bis zu 15.000 Einwohnern 20
in Gemeinden bis zu 25.000 Einwohnern 24
in Gemeinden bis zu 30.000 Einwohnern 26
in Gemeinden bis zu 40.000 Einwohnern 29
in Gemeinden bis zu 50.000 Einwohnern 31
in Gemeinden bis zu 60.000 Einwohnern 33
in Gemeinden bis zu 80.000 Einwohnern 35
in Gemeinden bis zu 100.000 Einwohnern 37
in Gemeinden bis zu 200.000 Einwohnern 45
in Gemeinden bis zu 300.000 Einwohnern 53
in Gemeinden bis zu 400.000 Einwohnern 58
in Gemeinden bis zu 500.000 Einwohnern 63
in Gemeinden bis zu 600.000 Einwohnern 68
in Gemeinden bis zu 700.000 Einwohnern 73
in Gemeinden von mehr als 700.000 Einwohnern 77.

(2) Die übrigen Vertretungskörperschaften der gemeindlichen Selbstverwaltung sind gegenüber ihrem Bestand vor der Auflösung (§ 12) möglichst um fünfundzwanzig vom Hundert zu verkleinern.

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§ 14

(1) Die den Wählergruppen nach § 12 Abs. 2 zustehender Sitze werden nach dem geltenden Landesrecht ermittelt. Nach Landesrecht bestehende Verteilungszahlen sind entsprechend festzusetzen. Die Sitze werden den Bewerbern auf Grund von Wahlvorschlägen zugewiesen, die die Wählergruppen einzureichen haben. Auch hier gilt § 7 Abs. 3.
(2) Zur Einreichung von Wahlvorschlägen sind alle Wählergruppen befugt, auf deren Wahlvorschlag im Gebiet der Wahlkörperschaft am 5. März 1933 Stimmen entfallen sind; dies gilt nicht für die Kommunistische Partei und solche Wählergruppen, deren Wahlvorschläge als Ersatz von Wahlvorschlägen der Kommunistischen Partei anzusehen sind.
(3) Eine zur Einreichung von Wahlvorschlägen berechtigte Wählergruppe (Abs. 2) kann sich mit anderen oder allen Wählergruppen zu Einreichung eines gemeinsamen Wahlvorschlags verbinden.

§ 15

Die neuen gemeindlichen Selbstverwaltungskörper gelten mit dem 5. März 1933 als auf vier Jahre gewählt.

§ 16

Die Neubildung der gemeindlichen Selbstverwaltungskörper nach diesem Gesetz muß bis zum 30. April 1933 durchgeführt sein.

§ 17

Die §§ 12 bis 16 finden auf die gemeindlichen Selbstverwaltungskörper in Preußen keine Anwendung. Indessen gilt § 10 für sie entsprechend.

Gemeinsame Bestimmungen

§ 18

Der Reichsminister des Innern wird ermächtigt, Bestimmungen zur Ergänzung und Ausführung dieses Gesetzes zu erlassen. In übrigen obliegt die Ausführung des Gesetzes, soweit es sich um Angelegenheiten des Reichs handelt, dem Reichsminister des Innern, soweit es sich um Angelegenheiten der Länder handelt, den Landesregierungen. Der Reichsminister des Innern kann allgemeine Anweisungen erlassen und auf Antrag einer Landesregierung Ausnahmen von dem Gesetz zulassen.

§ 19

Die Vorschriften der §§ 1 bis 3 und des § 18 finden auch auf solche Regierungen in den Ländern Anwendung, die aus Kommissaren oder Beauftragten des Reichs bestehen.

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Berlin, den 31. März 1933.

Der Reichskanzler
Adolf Hitler

Der Reichsminister des Innern
Frick

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Joachim Peiper – Standartenführer der Waffen-SS

Joachim „Jochen“ Peiper (Lebensrune.png 30. Januar 1915 in Berlin-Wilmersdorf; Todesrune.png 13. Juli 1976 in Traves, Frankreich) war Standartenführer der Waffen-SS und im Malmedy-Prozess Opfer der politischen Justiz. Er unterhielt persönliche Beziehungen zu Heinrich Himmler.

Joachim Peiper (1915–1976)

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Karriere

Joachim Peiper wurde am 30. Januar 1915 als Sohn einer Offiziersfamilie in Berlin geboren. Früh fasste er den Entschluss, Soldat und Offizier zu werden. Weihnachten 1934 verließ Peiper die Goethe-Oberrealschule und widmete sich seiner soldatischen Laufbahn.

Datei:Joachim Peiper.jpgAls Schüler hatte er sich speziell als begabter Sprachler erwiesen und beherrschte das Französische sowie das Englische praktisch akzentlos. Das einzige, was ihn „verriet“ war, dass er Französisch zu schnell sprach. Wie damals üblich hatte er nicht nur die Sprache unserer Nachbarn gelernt, sondern hatte sich auch der Kultur Frankreichs gewidmet. Französische Literatur, Malerei, Philosophie, Gastronomie usw. waren ein Teil seines Ganzen geworden. Joachim Peiper war frankophil, einer der die französische Kultur ehrte. Er war und blieb ein Deutscher durch und durch, aber eben einer, dessen Weltanschauung vom Kosmopolitischen beeinflusst war. Er war anderen Völkern und Kulturen gegenüber ein offener Mann und niemals extrem oder überheblich, obwohl er dessen manchmal beschuldigt wurde. Sogar SS-General Sepp Dietrich (unter welchem er gegen Ende des Kriegs diente) beklagte sich über Peipers angebliche Arroganz. Dass manche den Eindruck hatten, er sei arrogant, basierte darauf, dass Peiper in absolut jeder Hinsicht – intellektuell, kulturell und physisch – er hatte die Ausstrahlung sowie das Aussehen eines Filmhelden – ein überlegener Mann war. Er wurde eben seines selbstsicheren Auftretens, seiner Fähigkeiten, seiner Zivilcourage und seines hervorragenden Aussehens wegen beneidet.

Es half auch nicht, dass er sich, ein apolitischer Mann, weigerte der Partei beizutreten. Damals war es ein absolutes „Muss“ für alle Angehörigen der SS, auch Parteimitglied zu sein. Aber was für die Mehrzahl eine Gegebenheit war, war für einen Mann wie Peiper bedeutungslos. Deutsch zu sein und deutsche Werte zu personifizieren war für ihn das A & O. Und Deutsch war er im allerbesten Sinne des Wortes, niemals zweifelnd, immer tapfer, immer seine Leute inspirierend, ein Deutscher Führer á la Götz von Berlichingen oder Marschall Blücher, Männer, bei denen der Individualismus ebenfalls sehr ausgeprägt war. Kurz gesagt, er war ein überlegener Offizier in der besten Preußischen Tradition. Der Liedermacher André Lüders verfasste später das Lied „Mann der Front“ über ihn.

Militärische Laufbahn

Mit 19 Jahren trat er als Freiwilliger in die Leibstandarte-SS „Adolf Hitler“ ein. 1938 wurde er zum Adjutanten des Reichsführers SS Heinrich Himmler ernannt. Bei Ausbruch des Krieges aber beantragte er den Frontdienst. Er befehligte die 10. Kompanie der Leibstandarte-SS „Adolf Hitler“ in Polen, Holland, Belgien und Frankreich. Im Jahre 1941 kämpfte er in Russland mit dem 3. Panzerbataillon des SS-Panzergrenadier-Regimentes 2 „LSSAH“. Er entsetzte die 320. Infanteriedivision  des Generals Postel, eingekesselt bei Kharkov. Am 19. März 1943 nahm er Bielgorod ein. Im September 1943 war er in Italien. Im November desselben Jahres kämpfte er für das Reich in Jitomir und durchbrach mit der 1. Armee den Kessel bei Kamenets Podolsk. Bis Oktober 1944 kämpft er am Westwall. Am 16. Dezember 1944 – unter der Führung Sepp Dietrichs der 6. Panzerarmee – stand er an der Spitze der Ardennenoffensive mit der 1. SS-Panzer-Division „Leibstandarte-SS Adolf Hitler.

Er stieß bis La Gleize bei Stavelot vor. Abgeschnitten vom Rest der Armee, wurde er eingekesselt. Jedoch konnte er sich mit seiner Mannschaft zu Fuß, in eisiger Kälte und unter Zurücklassen des Kriegsmaterials retten. Stets unter dem Kommando Sepp Dietrichs kämpfte er bis zum Ende gegen die Russen, westlich der Donau bei Wien, ebenso in den Alpen bei Sankt Pollen und Krems, wo er sich schließlich mit seiner Mannschaft den Amerikanern ergab. Er brachte es zum SS-Standartenführer und Träger des Ritterkreuzes mit Eichenlaub und Schwertern.

Gerichtsverfahren

Nach der Kapitulation der Wehrmacht wurde dieser tadellose, edelmütige und unglaublich tapfere Soldat eingesperrt, geschlagen und gedemütigt. Er wurde beschuldigt, während der Ardennenoffensive in Baugnez bei Malmedy die Erschießung amerikanischer Gefangener befohlen zu haben: Die durch die Kampfgruppe J.P. gefangen genommenen VS-Soldaten wurden zu einer Weide gebracht um dort ihren Transport hinter die Frontlinien abzuwarten. Peiper ließ einige seiner Männer als Wachen zurück. Er selbst fuhr an der Spitze seiner Panzer weit vor den folgenden Verbänden nach Ligneuville. Als der Großteil der Kampfgruppe in Baugnez ankam, verweilten dort die Truppen und plauderten mit ihren zurückgelassenen Kameraden. Ein Spähwagen hatte eine Panne und wurde repariert. Plötzlich schreckte ein auf einem Panzer sitzender Soldat auf und bemerkte, dass einige der amerikanischen Gefangenen von ihrer Unachtsamkeit Gebrauch gemacht hatten und fliehen wollten. Er schwang seine Pistole und gab ein paar Schüsse in ihre Richtung ab, jedoch ohne jemanden zu treffen. Jedoch verursachte sein Schuss Panik unter den Gefangenen, die in alle Richtungen auseinander liefen. Es wurde mit Maschinenpistolen geschossen, wobei 21 Amerikaner auf der Flucht erschossen wurden.

Nach der Kapitulation wurden die Männer der 1. SS-Panzer-Division „Leibstandarte-SS Adolf Hitler“ aufgespürt und ins Lager Zuffenhausen gebracht. 400 kamen ins Gefängnis von Schwäbisch Hall bei Stuttgart. Peipers Truppe bestand aus überwiegend sehr jungen Soldaten: einer war 16, zwei waren 17, 11 waren 18 und 8 waren 19 Jahre alt. 22 der 72 Verurteilten waren somit unter 20 Jahre alt; alle wurden gefoltert um irgendwelche Geständnisse von ihnen zu erzwingen. Peiper war ein Vorbild für seine Mannschaft, und unter seiner Leitung hielt sich die Truppe gut. Niemals kam es zu Verrat innerhalb der Truppe. Die Männer wurden ins KL Dachau gebracht, dort wurden 72 der 74 Beschuldigten in einem Schauprozess verurteilt. Einer beging Suizid, einer war Elsässer und wurde an ein französisches Gericht ausgeliefert. 43 – unter ihnen auch Peiper, der für die Taten seiner Mannschaft zur Verantwortung gezogen wurde – wurden zum Tode durch den Strick verurteilt, 22 zu lebenslanger Haft, 8 zu 20, 11 zu 10 Jahren Gefängnis. Der Prozess wurde später wieder aufgenommen und die Todesstrafe wurde durch lebenslange Haft ersetzt. Nach 11 Jahren Haft wurde Joachim Peiper als letzter seiner Kampfgruppe im Dezember 1956 entlassen.

Neue Laufbahn

Im Januar 1957 fing er an für Porsche in Frankfurt zu arbeiten. Die Gewerkschaft forderte seine Entlassung. Anschließend arbeitete er noch für VW in Stuttgart, jedoch wurde ihm dort ebenfalls wegen linker Hetze gekündigt. Damit erkannte er, dass er nicht länger in Deutschland bleiben konnte und zog mit seiner Familie nach Frankreich. Im Jahre 1940 hatte er während des Krieges die Gegend des Langresplateaus kennengelernt und sie schon damals schön und ruhig gefunden. Er hat dann einem französischen Kriegsgefangenen, einem deutschfreundlichen Nationalisten, geholfen, der in Reutlingen bei Bekannten Peipers wie ein Zwangsarbeiter in einer Garage arbeiten musste. Es gab daraufhin eine Regelung zwischen Deutschland und Frankreich, dass für jeden freiwilligen Arbeiter, der nach Deutschland arbeiten ging, zwei Kriegsgefangene zurück nach Hause kommen durften. Auf Fürsprache Peipers durfte jener Mann, Gauthier, zu seiner Familie zurückkehren. Er hatte Peiper nicht vergessen und als dieser im Jahre 1957 Deutschland verlassen musste, war es Gauthier, der ihm half und ihm die Wassermühle von Traves verkaufte. Das Gebäude war aber in schlechtem Zustand und Peiper hatte nicht die nötigen Mittel, die Mühle zu restaurieren. SS-Obersturmbannführer Erwin Ketelhut übernahm anschließend die Wassermühle und Peiper ließ sich 1960 ein Häuschen in Spannplate, hoch auf dem Saoneufer bauen, versteckt im Busch, nicht zu erblicken von der Straße aus und einbruchgesichert. Sechzehn Jahre lang lebte er dort – trotz Drohungen und anonymen Anrufen – doch ziemlich ruhig.

Hetzjagd und Ermordung

Am 11. Juli 1976 kaufte er Draht für einen Hundezwinger in einem Laden in Vesoul, der Departementshauptstadt. Der Verkäufer, ein Elsässer, Paul Cacheux, Mitglied der kommunistischen Partei, erkannte an seinem Akzent, dass er Deutscher war und fragte ihn, ob er während des Krieges in Frankreich gewesen sei. Peiper bezahlte mit einem Scheck auf seinen Namen und seine Anschrift. Paul Cacheux schlug Peipers Namen auf der „braunen Liste“ nach, worin alle gesuchten Deutschen verzeichnet waren. Er gab seine Daten der Résistance durch. Am 22. Juni 1976 schrieb die französische kommunistische Zeitung „L’Humanite“:

„Was macht dieser Nazi in Frankreich?“.

Gefordert wurde, Peiper zu zwingen, Frankreich zu verlassen. In Traves wurden Flugblätter, auf denen Peiper als Kriegsverbrecher und Nazi bezeichnet wurde, an Dorfbewohner verteilt. An Wände in Versoul schmierte man

„Peiper, wir werden dir einen 14. Juli bereiten!“.
(Der 14. Juli ist Frankreichs Nationalfeiertag)

Am Morgen des 13. Juli schickte Peiper seine krebskranke Frau nach Deutschland. Er selbst wollte das Haus nicht verlassen, weil er erwartete, dass man es niederbrennen wollte. Sein Nachbar Erwin Ketelhut hatte vorgeschlagen, die Nacht auf der Wassermühle zu verbringen, aber Peiper lehnte ab. Er wollte auch nicht, dass Ketelhut bei ihm blieb, denn dieser hätte auf die Angreifer geschossen.

Nein“,

sagte er,

Es ist schon genug getötet worden“.

Jochen Peiper wartete auf der Dachterrasse seines Hauses, von dort aus konnte er den Saonefluss überwachen. Erwin Ketelhut hatte ihm sein Gewehr geliehen. Um 23.30 Uhr hörte er ein Geräusch im Gebüsch und erblickte ein Dutzend Männer das steile Flussufer erklimmen. Er schoss in die Luft, um die besoffenen Kerle einzuschüchtern. Sie riefen ihm zu, nach draußen zu kommen. Er tat dies und öffnete die Tür, um mit ihnen zu reden.

Was danach vorfiel, können nur die Täter selbst erzählen. Die Leiche des SS-Standartenführers Jochen Peiper war verkohlt und nur noch einen Meter lang, er hatte weder Hände noch Füße. Er starb um etwa 1.00 Uhr nachts. Das Haus war abgebrannt, das Dach eingestürzt. Was zwischen 23.30 und 1.00 Uhr geschehen ist, ob Peiper noch lebte als er verstümmelt und verbrannt wurde, ist unklar.

Man hatte Gasöl auf den Boden geschüttet und mit einer Mischung aus Benzin und gebrauchtem Motoröl angezündet. Peiper lag in seinem Bett im Schlafzimmer, auf der linken Seite, den Rücken zur Mauer, einen Arm vor der Brust gebogen. Nichts war auf ihn gefallen. Er kam durch große Hitze um. Der Körper war nicht eingeäschert, sondern zusammengeschrumpft.

Erwin Ketelhut und die Franzosen, die ihn gekannt und geschätzt haben, waren der Meinung, dass dieser ritterliche Mann, der so vielen Gefahren getrotzt hatte, nicht auf solche Weise umkommen musste. Die Mörder waren mit ihrem Wagen über eine Weide bis ans Flussufer gefahren, wo zwei Barken bereit lagen. Damit hatten sie die Saone überquert und mussten daraufhin das steile Ufer durch Büsche hinaufklettern. Nach dem Mord liefen sie in die andere Richtung, über die Weiden vor dem Haus, zur Straße. Die Feuerwehr suchte im Fluss nach den fehlenden Körperteilen. Die Untersuchungen der französischen Polizei dauerte sechs Monate. Die Kommunisten aus Vesoul und die Résistance-Mitglieder wurden verhört. Niemand wollte etwas wissen. Anschließend kam der Fall zu den Akten. Niemand ist je verhaftet oder bestraft worden. Die Gegend von Traves ist dünn besiedelt, es gibt im Schnitt 10 Einwohner pro Quadratkilometer. Jeder kennt dort jeden und man weiß alles voneinander; die Täter sind der Bevölkerung bekannt, aber sie schweigt.

Datei:Grab-Peiper.jpg

Grab der Familie Peiper in Schondorf am Ammersee

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Beförderungen

SS-Dienstgrad Datum Alter
SS-Anwärter 16. Oktober 1933 18
SS-Mann 23. Januar 1934 18
SS-Sturmmann 7. September 1934 19
SS-Rottenführer 10. Oktober 1934 19
SS-Unterscharführer 1. März 1935 20
SS-Standartenjunker 11. September 1935 20
SS-Standartenoberjunker 5. März 1936 21
SS-Untersturmführer 20. April 1936 21
SS-Obersturmführer 30. Januar 1939 24
SS-Hauptsturmführer 6. Juni 1940 25
SS-Sturmbannführer 30. Januar 1943 28
SS-Obersturmbannführer 11. November 1943 28
SS-Standartenführer 20. April 1945 30

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Auszeichnungen (Auszug)

  • Deutsches Reiterabzeichen in Bronze oder Silber
  • Rettungsmedaille (1933) in Gold
  • Medaille zur Erinnerung an den 13. März 1938
  • Medaille zur Erinnerung an den 1. Oktober 1938 mit Spange „Prager Burg“
  • Eisernes Kreuz (1939) 2. und 1. Klasse
  • Infanterie-Sturmabzeichen in Silber
  • Medaille Winterschlacht im Osten 1941/42
  • SA-Sportabzeichen
  • SS-Ehrenring
  • Deutsches Kreuz in Gold am 6. Mai 1943 als SS-Sturmbannführer im III. Bataillon/SS-Panzer-Grenadier-Regiment 2 „LSSAH“
  • Nahkampfspange in Bronze und Silber, 1943
  • Sonderabzeichen für das Niederkämpfen von Panzerkampfwagen durch Einzelkämpfer in Schwarz/Silber, 1943
  • Panzerkampfabzeichen mit Einsatzzahl 50 oder 75
  • SS-Dienstauszeichnung
  • Verwundetenabzeichen (1939) in Silber
  • Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub und Schwertern
    • Ritterkreuz am 9. März 1943 als SS-Sturmbannführer und Kommandeur des III.(gep.) Bataillons/SS-Panzer-Grenadier-Regiment 2 „LSSAH“
    • Eichenlaub am 27. Januar 1944 als SS-Sturmbannführer und Kommandeur des SS-Panzer-Regimentes 1 „LSSAH“
    • Schwerter am 11. Januar 1945 als SS-Obersturmbannführer[1] und Kommandeur SS-Panzer-Regimentes 1 „LSSAH“

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Jochen Peiper an Ritterkreuzträger Wilhelm Fey, 1956

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Quelle: Metapedia

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Nichts und Niemand wird vergessen…

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Die Wilhelm Gustloff wurde am 30. Januar 1945 von dem sowjetischen U-Boot S 13 versenkt. Der Untergang ist mit über 9.000 Opfern die größte Katastrophe der Seefahrtsgeschichte

Die Wilhelm Gustloff war ein Passagierschiff der nationalsozialistischen Gemeinschaft Kraft durch Freude (KdF). Im Zuge der Operation Hannibal sollte die Gustloff Flüchtlinge aus dem eingekesselten Ostpreußen über die Ostsee in Richtung Westen retten. Ihre Versenkung durch das sowjetische U-Boot S 13 am 30. Januar 1945 ist mit über 9.000 Opfern die größte Katastrophe der Seefahrtsgeschichte.

Datei:Wilhelm gustloff 1938.jpg

Die „Wilhelm Gustloff“ im Jahre 1938

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Bau und Ausstattung

Das Schiff, das nach dem Blutzeugen der Bewegung Wilhelm Gustloff benannt wurde, war ausschließlich für Kreuzfahrten konzipiert. Es wurde im Auftrag der NSDAP-Arbeitsorganisation Deutsche Arbeitsfront (DAF) bei Blohm & Voss in Hamburg unter der Baunummer 511 auf Kiel gelegt. Die Wilhelm Gustloff war Eigentum der DAF und wurde von der Hamburg-Südamerikanischen Dampfschiffahrtsgesellschaft (HSDG) bereedert, das heißt verwaltet, mit Besatzung versehen und gewartet. Ihr Stapellauf fand am 5. Mai 1937 statt, die Taufe vollzog Hedwig Gustloff, die Witwe des Namensgebers, im Beisein Adolf Hitlers. Die Fertigstellung erfolgte am 15. März 1938, die Jungfernfahrt am 23. März desselben Jahres. Das Schiff war für 417 Besatzungsmitglieder und insgesamt 1.463 Passagiere ausgelegt.

Die Versenkung

Nach dem Durchbruch der Roten Armee an der Ostfront wurden zu Beginn des Jahres 1945 viele Menschen in Ostpreußen von den Fluchtmöglichkeiten abgeschnitten, deren frühzeitige Evakuierung durch Gauleiter Erich Koch verzögert worden war. Nun wurde das Unternehmen „Hannibal“ angeordnet, in dessen Rahmen 2,5 Millionen Menschen – Zivilisten wie Soldaten – vorübergehend in den westlichen Teil des Reiches evakuiert werden sollten. Daran sollte sich auch die Wilhelm Gustloff beteiligen.

Am 30. Januar 1945 gegen 13.10 Uhr legte sie mit nur leichtem Geleitschutz und schätzungsweise über 10.000 Menschen an Bord in Gotenhafen ab. Die genaue Anzahl der Passagiere und Besatzungsmitglieder ließ sich nie mit letzter Sicherheit feststellen, da ihre Flucht überhastet erfolgte. Offiziell registriert wurden 7.956 Menschen. Nach Ende der offiziellen Zählung drängten aber noch ungefähr 2.500 weitere Passagiere an Bord. Insgesamt dürften sich auf der Wilhelm Gustloff rund 10.300 Menschen befunden haben: etwa 8.800 Zivilisten, davon eine große Anzahl Kinder, sowie etwa 1.500 Wehrmachtsangehörige, darunter 162 Verwundete,  rund 340 Marinehelferinnen und 918 Marinesoldaten der 2. U-Boot-Lehrdivision, die von Kiel aus erneut in den Kriegseinsatz gehen sollten.

Vier Kapitäne befanden sich während der letzten Fahrt der Wilhelm Gustloff an Bord. Sie kannten zwar die drohende Gefahr durch sowjetische U-Boote, konnten sich aber nicht auf ein gemeinsames Vorgehen einigen. Der militärische Kommandant, Korvettenkapitän Wilhelm Zahn, schlug vor, abgedunkelt durch flache Küstengewässer zu fahren, in denen U-Boote nicht operieren konnten. Er setzte sich jedoch nicht gegen Kapitän Friedrich Petersen durch, der sich angesichts der Überladung des Schiffes für eine Route durch tiefes Wasser entschied.

Ein vorgeblicher Funkspruch der Kriegsmarine veranlasste ihn zudem, Positionslichter zu setzen, um die Kollisionsgefahr mit einem angeblich entgegenkommenden Minensuchgeschwader zu verringern.

Zitat: Der Funkspruch habe besagt,

„dass ein Minensuchgeschwader entgegen kommt und aus Sicherheitsgründen sollen Positionslichter gesetzt werden.“ … „Ich bin dann auf die Brücke und habe mal gefragt: Das geht doch nicht, daß die da einen Funkspruch senden und wir sollen Lichter setzen. Hat der Kapitän gesagt: Kümmern sie sich um Ihre Sachen!“.

Daher war das Schiff auch in der Dunkelheit auszumachen. Tatsächlich befand sich kein Minensucher auf Gegenkurs zurGustloff. Grund und Herkunft des Funkspruches konnten bis heute nicht geklärt werden.

Auf der Höhe von Stolpmünde wurde die Wilhelm Gustloff gegen 21 Uhr von dem sowjetischen U-Boot S 13 gesichtet, das vor der Danziger Bucht in Lauerstellung lag. Um 21.16 Uhr ließ der Kommandant von S 13, Alexander Iwanowitsch Marinesko, aus etwa 700 Metern Entfernung vier Torpedos abfeuern. Ein Torpedo klemmte, drei trafen die Wilhelm Gustloff am Bug, unter dem E-Deck und im Maschinenraum. Das Schiff sank in etwas mehr als einer Stunde gegen 22.15 Uhr etwa 23 Seemeilen von der deutschen pommerschen Küste entfernt.

Datei:Gustloff letztes bild.jpg

Das letzte Bild der Gustloff, aufgenommen vor dem Auslaufen in Gotenhafen am 30. Januar 1945

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Rettungsversuche

Herbeieilende Schiffe konnten nur 1.252 Menschen retten, darunter alle vier Kapitäne und den bekannten Marinemaler Adolf Bock. Das Torpedoboot Löwe, das die Gustloff begleitet hatte, barg 252, das Flottentorpedoboot T 36 mit Kommandant Kapitänleutnant Robert Hering weitere 564 Überlebende aus Booten und von Flößen und aus dem Wasser. T 36 wurde während der Rettungsaktion ebenfalls von S 13 angegriffen, wehrte sich aber mit dem Einsatz von Wasserbomben, woraufhin das sowjetische U-Boot abdrehte. Das Minensuchboot M 341 rettete 37, der Marinetender TS II 98, das Minensuchboot M 375 43 und der Frachter Göttingen 28 Menschen. Zwei wurden in den Morgenstunden von dem Frachter Gotenland geborgen, sieben von dem Torpedofangschiff TF 19, einer vomVorpostenboot Vp 1703.

Mit ungefähr 8.800 bis 9.300 Toten ist der Untergang der Wilhelm Gustloff bis heute die größte Katastrophe der Seefahrtsgeschichte.

Nur wenige Minuten nach den Torpedotreffern passierte der schwere Kreuzer Admiral Hipper die sinkende Wilhelm Gustloff. Da ein U-Boot längere Zeit zum Nachladen braucht, konnte die Admiral Hipper, das größte Kriegsschiff in der Ostsee, ohne Probleme Kiel erreichen. Der Kapitän der Hipper entschied sich jedoch dafür, nicht anzuhalten und an der Bergung der Schiffbrüchigen nicht teilzunehmen. Seine Begründung, man habe Torpedospuren gesehen und daher nicht angehalten, wurde später angezweifelt. Wie Heinz Schön, der damalige Zahlmeister auf der „Gustloff“ 1990 auf einem Kongress mit russischen Veteranen erfuhr, war S-13 (Marinesko) nach dem Angriff auf die Gustloff nicht mehr gefechtsbereit und ein anderes U-Boot nicht in der Nähe. Ein vierter Torpedo hatte sich im Rohr verklemmt. Das Boot musste auftauchen und über Wasser den Schaden beheben. Nach Aussage Schöns erklärt dies die zunächst seltsam anmutenden Berichte von Überlebenden, sie hätten einen U-Boot-Turm mit einem Hammer-und-Sichel-Emblem gesehen.

Der Ort des Unterganges der Gustloff vor der deutschen Ostseeküste

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Die Opfer

Das besonders Schreckliche am Untergang der Gustloff ist die hohe Anzahl der Opfer bei ihrer Versenkung. Zu ihr trugen folgende Umstände bei: Um eine planlose Flucht und damit den Ausbruch einer Panik zu verhindern, wurden etwa 1.000 Menschen in den Wintergarten des Schiffes beordert. Als das Schiff sank, mussten sie feststellen, dass die Fenster des Wintergartens aus Panzerglas bestanden und jedes Entkommen verhinderten. Ein Großteil der Marinehelferinnen an Bord wurde aus Platzgründen im umfunktionierten Schwimmbad einquartiert.

Ein Torpedovolltreffer traf diesen Bereich und machte ein Entkommen unmöglich. Weiterhin verfügte die Wilhelm Gustloff nicht annähernd über genügend Rettungsboote. Etliche waren in Gotenhafen von Bord gebracht worden, um sie zur Vernebelung des Hafens einzusetzen. Sie wurden durch kleinere Ruderboote ersetzt, die rasch überfüllt waren. Da in der Nacht des Unterganges Temperaturen von etwa −20 Grad Celsius herrschten, waren die vorhandenen Boote zudem vereist und konnten in der Eile nicht mehr in voller Zahl seeklar gemacht werden.

Datei:Gustloff schwimmbad.jpg

Das Schwimmbad auf der Gustloff, in dem ein Großteil der Marinehelferinnen einquartiert war und in dem sie den Tod fanden

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Meldung über den Untergang unserer Gustloff:

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Weitere Versenkungen

Das U-Boot S 13 versenkte am 9. Februar 1945 auch die Steuben mit mindestens 4.000 zivilen Opfern. Ein anderes U-Boot, L 3, torpedierte am 16. April 1945 den Truppentransporter Goya, der ebenfalls zahlreiche Flüchtlinge an Bord hatte. Dabei starben mindestens 7.000 unschuldige Zivilisten.

Marinesko, der Kapitän von S 13, wurde nach dem Krieg unehrenhaft aus der Marine entlassen!

1990 wurde ihm posthum der Orden „Held der Sowjetunion” verliehen und in Königsberg, dem derzeit umbenannten und russisch verwalteten sogenannten „Kaliningrad“, ein Ehrenmal am oberen Schlossteich errichtet.

[Stalin hatte damals mehr Anstand als die heutigen russischen Verantwortlichen!]

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Überreste

Das Wrack der gesunkenen Wilhelm Gustloff liegt in 42 m Tiefe in deutschen (gegenwärtig polnisch verwalteten) Hoheitsgewässern und ist heute als Seekriegsgrab ein geschütztes Denkmal. Vor einigen Jahren bargen polnische Taucher die Schiffsglocke, die rechtswidrig der polnische Staat übernahm.

Die Gustloff-Glocke

Datei:Glocke gross.jpg

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Die Glocke wurde am 3. November 1937 auf Bestellung der „C. Theod. Wagner AG“ Wiesbaden gegossen. Sie wiegt 280 Kilogramm und hat einen Durchmesser von fast einem Meter. Die Firma Wagner stellte Kommunikationssysteme her, und diese Glocke war höchstwahrscheinlich ein Geschenk der Firma für das im Jahre 1937 gebaute Schiff, das man erst auf den Namen „Adolf Hitler“ taufen wollte, dem man jedoch letztendlich auf Hitlers Wunsch hin den Namen „Wilhelm Gustloff“ verlieh.

Die Glocke wurde am 8. August 1979 vom Polnischen Schiffsrettungswesen in Gotenhafen geborgen. Der damalige PRO-Direktor Tomasz Gajek stellte der polnischen Zeitung „Gazeta Wyborcza“ Dokumente zur Verfügung, aus denen hervorgeht, dass sich die Glocke am Heck des Schiffes befunden hatte, wo sie mittels einer speziellen Vorrichtung befestigt gewesen war, die den in Kirchen gebräuchlichen Aufhängungen ähnelte. Das legte spontan die Vermutung nahe, es könne sich um eine Kirchenglocke handeln. Die Gustloff-Glocke wurde nach ihrer Bergung in Danzig am Hafenboulevard in einem polnischen Fischrestaurant mit dem Namen „Barracuda“ als Hauptattraktion zur Schau gestellt.

Das zentrale Meeresmuseum Danzig war zwar an der Glocke interessiert, hatte aber keinesfalls die Absicht, sie auszustellen. Zitat:

„ […] es ist kaum zu erwarten, dass sie ausgestellt wird. Sie passt nicht zum Profil der Ausstellungen dieses Museums.“

Hingegen in gebührender Weise geehrt wurde die Glocke, als sie im Jahre 1995 anlässlich des 50. Jahrestages der Versenkung der „Wilhelm Gustloff“ in der Bundesrepublik Deutschland in Kiel gezeigt wurde. Danach musste sie jedoch an Polen zurückgegeben werden. 2007 wurde die Glocke an die Ausstellung Erzwungene Wege – Flucht und Vertreibung im Europa des 20. Jahrhunderts ausgeliehen, musste aber vertragswidrig auf Verlangen der polnischen Regierung vorzeitig wieder zurückgegeben werden. Sie befindet sich derzeit im Danziger Museum am Krantor im Vorraum (Kassenraum).

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Quelle: Metapedia

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Die letzte Fahrt der Wilhelm Gustloff – Teile 1 bis 4

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