Dietrich Klagges – SS-Obergruppenführer und Ministerpräsident des Landes Braunschweig

Dietrich Klagges (Lebensrune.png 1. Februar 1891 in Herringsen, heute zu Bad Sassendorf; Todesrune.png 12. November 1971 in Bad Harzburg) war ein deutscher Politiker der NSDAP und von 1933 bis 1945 ernannter Ministerpräsident des Freistaates Braunschweig.

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Jugend und frühe Jahre

Dietrich Klagges stammte aus einem Forsthause. Er wurde in der Forsterei Ostheide bei Herringsen im Kreise Soest am 1. Februar 1891 als jüngstes von sieben Kindern eines Waldwärters geboren und entstammte einer alten westfälischen Familie.

Nach dem Besuch der Volksschule kam er auf das Lehrerseminar Soest, wurde dann Volksschullehrer in Harpen bei Bochum, danach Mittelschullehrer in Wilster (Holstein). Erstes Staatsexamen am 15. Februar 1911, Zweites Staatsexamen am 24. Oktober 1914.

1911 diente er beim Militär beim Infanterie-Regiment „Prinz Friedrich der Niederlande“ (2. Westfälisches) Nr. 15 in Minden, Westfalen. Am 26. August 1911 wurde er wegen einer schweren Mittelohrverletzung ehrenvoll vom Dienst bei der Preußischen Armee entlassen.

Erster Weltkrieg

Am 15. Januar 1915 zog er als Freiwilliger in den Ersten Weltkrieg. Er war Musketier beim Landsturm in der 5. Kompanie des Ersatz-Bataillons beim Infanterie-Regiment „Herwarth von Bittenfeld“ (1. Westfälisches) Nr. 13. Bei Neuve Chapelle wurde er am 1. April 1915 schwer verwundet (zerfetzter Oberschenkel durch Schusstreffer), verbrachte über ein Jahr in einem Feldlazarett (Feldlazarett 4, VII. Armee-Korps) sowie in vier Reserve-Lazaretten, zuletzt im Reserve-Lazarett 1 (Augustkrankenhaus) in Bochum, und wurde deshalb am 12. Mai 1916 aus dem Heeresdienst verabschiedet.

Weimarer Republik

1918 trat er der DNVP bei, deren Mitglied er bis 1924 blieb. Nach Kriegsende wurde er 1918 Mittelschullehrer in Wilster/Holstein. Nach seinem Austritt aus der DNVP war Klagges für kurze Zeit Mitglied der Ende 1922 gegründeten nationalen Deutschvölkischen Freiheitspartei (DVFP), die er aber bald wieder verließ, um schließlich 1925 in die NSDAP einzutreten.

Schon in den ersten Jahren nach dem Ersten Weltkrieg trat er als politischer Schriftsteller hervor und kämpfte für ein politisches Erziehungsideal. Er war Mitarbeiter der Zeitschriften „Die deutsche Schule“, „Die völkische Schule“, „Deutschlands Erneuerung“ und Selbstherausgeber einer Zeitschrift „Nordlicht“.

Wegen seiner Betätigung für die NSDAP wurde er schließlich von 1926 bis 1930 als Konrektor einer Mittelschule in Benneckenstein (Harz) strafversetzt, wo er von 1928 bis 1930 gleichzeitig Leiter der NSDAP-Ortsgruppe war. Wegen seiner politischen Tätigkeit wurde er von der preußischen Regierung ohne Pension entlassen.

Inzwischen hatte er Jahr für Jahr auf mehreren hundert Versammlungen gesprochen, war er – ein begeisterter Redner – durch die Lande gezogen, um Menschenseelen zu erringen, Menschen hinzuführen zu jenen Gedanken und jenem Ideal, die ihm Lebensinhalt geworden waren.

Als Braunschweig vom Nationalsozialismus erobert worden war, wurde Dietrich Klagges im Januar 1931 als Regierungsrat ins Braunschweigsche Volksbildungsministerium berufen.

Nach Rücktritt des Ministers Anton Franzen wurde er auf dem Reichswahlvorschlag der NSDAP in den Reichstag gewählt. Als braunschweigerischer Innenminister hatte sich Dietrich Klagges vom ersten Tage seiner Tätigkeit an ebenfalls als Nationalsozialist gezeigt und bewährt. Es gab nicht wenige Auseinandersetzungen seinetwegen mit den bürgerlichen Parlamentarien, im Lande aber gewann Dietrich Klagges gerade durch sein Auftreten von Tag zu Tag mehr an Ansehen und Vertrauen, so dass nicht zuletzt dank seiner Tätigkeit Braunschweig das erste Land war, das sich fast restlos zum Nationalsozialismus bekannte.

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Drittes Reich

Im Mai 1933 wurde Dietrich Klagges vom Reichsstatthalter Wilhelm Friedrich Löper zum braunschweigschen Ministerpräsidenten ernannt.

Adolf Hitler selbst hatte Klagges zugesichert, dass Braunschweig als kulturelles Zentrum erhalten bleibe und nicht etwa in einem „Reichsgau Hannover“ aufgehen würde. Auch sollte das Land Braunschweig nach dem Krieg weiter fortbestehen. Deshalb versuchte er einen neuen Gau ins Leben zu rufen – auch um von Hannover unabhängig zu bleiben. Dieser „Gau Ostfalen“ sollte Braunschweig als Gau-Hauptstadt haben. Unterstützung fand Klagges für seine Pläne im braunschweigschen Bildungsbürgertum, im bürgerlicher Mittelstand, bei der IHK und bei der evangelischen Kirche.

Zu diesem Zwecke unternahm Klagges etliches, um Braunschweigs politische und wirtschaftliche Position in Deutschland zu stärken: Ab Juni 1933 wurde an der Dietrich-Klagges-Stadt gebaut. Des Weiteren holte er wichtige nationalsozialistische Institutionen in die Stadt, wie z. B. die Akademie für Jugendführung, die Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt, die Führerschule des deutschen Handwerks, die Gebietsführerschule der Hitler-Jugend, das Luftwaffenkommando 2, den Reichsjägerhof „Hermann Göring“, die SS-Junkerschule, den SS-Oberabschnitt „Mitte“ sowie die Bernhard-Rust-Hochschule für Lehrerbildung. Auch bei der Infrastruktur entwickelte er Braunschweig durch die Anbindung an die neu entstehende Autobahn und den Mittellandkanal weiter. Zu guter Letzt wurde Braunschweig durch Klagges auch ein Zentrum der Rüstungsindustrie, da sich in unmittelbarer Nähe wichtige Industriezentren entwickelten, nämlich die Reichswerke Hermann Göring und das Volkswagen-Werk in Fallersleben.

SS-Obergruppenführer_Dietrich_Klagges_im_Persönlichen_Stab_„Reichsführer-SS“,_1943

SS-Obergruppenführer Dietrich Klagges im Persönlichen Stab „Reichsführer-SS“, 1943

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Nachkriegszeit

Am 12. April 1945 wurde Klagges von den in Braunschweig einrückenden amerikanischen Alliierten gefangengenommen und 1946 von einem Militärgericht in Bielefeld zu sechs Jahren Zuchthaus wegen „Verbrechen“ in seiner Funktion als SS-Gruppenführer verurteilt (seinen höchsten Dienstgrad SS–Obergruppenführer erreichte er 1942). Zusätzlich war er „Ehrenführer“ der 49. SS-Standarte).

Der 1950 nach Braunschweig gekommene neue Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, der in den 1960er Jahren im Auschwitz-Prozess ebenfalls als Vertreter der Anklage tätig war, trug in großem Maße dazu bei, dass Klagges in einem Strafverfahren (u. a. gemeinsam mit Karl Sauke und vier weiteren) am 4. April 1950 zu lebenslänglichem Zuchthaus wegen der von ihm als Braunschweiger Staatsminister und Ministerpräsident begangenen „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ verurteilt wurde.

Der Bundesgerichtshof hob dieses Urteil jedoch schon 1952 wieder auf. In einem zweiten Prozess, in dem Klagges durch Lug und Betrug „nachgewiesen“ wurde, dass er angeblich an Morden, Folterungen, Freiheitsberaubung usw. beteiligt gewesen sei bzw. diese Taten (mit) geplant habe, wurde Klagges’ Haftstrafe auf 15 Jahre reduziert. Zu seiner Verteidigung brachte Klagges vor, dass er von den angeblichen Vorwürfen nichts gewusst habe, was natürlich der Wahrheit entsprach

1955 stellte seine Ehefrau einen Antrag auf vorzeitige Entlassung aus der Haft ohne weitere Bewährungsauflagen. Dieser erste Antrag wurde jedoch abschlägig beschieden, so wie auch der im Folgejahr.1957, jedoch wurde Klagges nach Verbüßung von ca. 80 % seiner Haftstrafe entlassen und zog mit seiner Frau nach Bad Harzburg, wo er sich bis zu seinem Tode 1971 hauptsächlich als Verfasser nationaler Schriften betätigte und Kontakte zu Nationalsozialisten der neuen Generation in Niedersachsen unterhielt.

1970 klagte Klagges als ehemaliger preußischer bzw. braunschweigischer Staatsbeamter auf Nachzahlung seiner Pension, die ihm schließlich vom Bundesverwaltungsgericht in Höhe von 100.000 DM zugesprochen wurde.

Familie

Klagges heiratete die 1890 geborene Emilie Amalie Krugmann, sie war wie er NSDAP-Mitglied. Sie hatten fünf Kinder: zwei Söhne und drei Töchter. Der älteste Sohn fiel mit 20 Jahren an der Ostfront am 23. Dezember 1942 als SS-Unterscharführer d. R.

Auszeichnungen und Ehrungen (Auszug)

  • Verwundetenabzeichen (1918) in Schwarz
  • Ehrenkreuz für Frontkämpfer
  • Dienstauszeichnung der NSDAP in Bronze und Silber
  • Deutsches Reitersportabzeichen in Bronze und Silber
  • Ehrenwinkel der Alten Kämpfer, Februar 1934
  • Goldenes Parteiabzeichen
  • SS-Zivilabzeichen (Nr. 116.668)
  • Ehrendegen des Reichsführers-SS
  • SS-Ehrenring
  • Julleuchter der SS am 16. Dezember 1935
  • Goldenes HJ-Ehrenzeichen mit Eichenlaub
  • SS-Ehrendolch am 1. Februar 1941 (mit besonderer Widmung Himmlers)
  • Kriegsverdienstkreuz (1939), II. und I. Klasse ohne Schwerter
  • Ehrenbürger zahlreicher Städte

Beförderungen

  • 1. Januar 1931 Regierungsrat
  • 15. September 1931 – 8. Mai 1945 Staatsminister
  • Mai 1933 – 12. April 1945 Ministerpräsident
  • 27. Januar 1934 SS-Gruppenführer
  • 30. Januar 1942 SS-Obergruppenführer

Werke (Auswahl)

  • Das Urevangelium Jesu, der deutsche Glaube (1926)
  • Kampf dem Marxismus (1930)
  • Die Weltwirtschaftskrise (1930)
  • Reichtum und soziale Gerechtigkeit: Grundfragen einer nationalsozialistischen Volkswirtschaftslehre (1933)
  • Geschichtsunterricht als nationalpolitische Erziehung (1936)
  • Menschen kämpfen. Märchen von Tapferkeit und Treue. Volk und Führer. Deutsche Geschichte für Schulen (1937, mit anderen)
  • Volk und Führer: So ward das Reich, Deutsche Geschichte für die Jugend (1941, mit anderen)PDF
  • An alle Völker der Erde (1972)
  • Eine Tugend gegen alle Todsünden – Das organische Weltbild (1974)

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Quelle: nach Metapedia

2 Gedanken zu “Dietrich Klagges – SS-Obergruppenführer und Ministerpräsident des Landes Braunschweig

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