19. Januar 1946: In Wudersch beginnt die Vertreibung der Deutschen aus Ungarn – Der Tag wurde ab 2013 in Ungarn zum Gedenktag erklärt

Die Donauschwaben

Donauschwaben ist ein Sammelbegriff für die im 18. Jahrhundert nach Ostmitteleuropa und Südosteuropa ausgewanderten Deutschen. Der Begriff wurde erst 1920 geschaffen, um die vielen sogenannten Schwaben zu beschreiben, die im südlichen Donauraum (Ungarn, Jugoslawien und Rumänien) lebten, aber keine Österreicher, Siebenbürger Sachsen oder Landler waren. Die Donauschwaben bestehen also aus den Ungarndeutschen, Sathmarer Schwaben, Banater Schwaben und Jugoslawiendeutschen (mit Ausnahme der Untersteirer und der Gottscheer). Hymnen sind die Hymne der Donauschwaben und das Donauschwabenlied.

Hymne der Donauschwaben:

Donauschwabenlied:

Bereits im Zuge ihrer ersten Ansiedlung nannten sie sich „Schwaben“. Der Name wird auch von den anderen Volksgruppen der Region verwendet. Nach der Teilung ihrer Siedlungsgebiete und ihrem Auftritt in der Außenpolitik Deutschlands wurde eine Differenzierung notwendig, um sie von der schwabischen Bevölkerung Deutschlands zu unterscheiden.

Siedlungsgebiete_Donauschwaben

Die Siedlungsgebiete der Donauschwaben

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Siedlungsgebiete

Man unterscheidet folgende donauschwäbische Hauptsiedlungslandschaften:

  • Ungarisches Mittelgebirge (nördlich des Plattensees, Ofner Bergland)
  • Schwäbische Türkei
  • Slawonien
  • Syrmien
  • Batschka / Batscher Land
  • Banat
  • Sathmar.

Diese Gebiete gehörten zur Österreich-Ungarischen Monarchie. Nach dem Trianoner Friedensvertrag (1920) kamen

  • das Banat teils zu Rumänien, teils zu der Wojwodina (Serbien), deshalb nennt man es heute das rumänische oder das serbische Banat; ein kleiner Teil blieb in Ungarn
  • die Batschka zu Jugoslawien (heute Serbien), ein Teil blieb in Ungarn;
  • Syrmien zu Jugoslawien (heute Kroatien und Serbien);
  • Sathmar zu Rumänien;
  • Das Ofener Bergland bei Budapest und die Schwäbische Türkei liegen noch heute in Ungarn.

Da die Entwicklung in den Ländern, zu denen die deutschen Siedlungsgebiete in Südosteuropa nach dem Zerfall der Monarchie und nach dem Friedensvertrag von Trianon kamen, unterschiedlich war, kann man die Donauschwaben nicht als einheitliche Volksgruppe betrachten.

Vertreibung

Die meisten Donauschwaben wurden als Folge der zwischen den Alliierten geführten Potsdamer Konferenz in die BRD oder die Republik Österreich vertrieben. Noch während der Endphase des Krieges flüchteten viele vor der Roten Armee oder wurden zwischen 1945 und 1948 vertrieben.

In ganz Rumänien, Ungarn und Jugoslawien zählte die deutschsprachige Minderheit 1918 etwa 1,5 Millionen Menschen. Davon wurde etwa ein Drittel um 1945 vertrieben (vor allem aus Jugoslawien, weniger aus Rumänien); je ein Sechstel wanderte um 1920 und (teilweise gegen „Kopfgeld“) 1960 bis ca. 1995 in westliche Länder aus, ein Drittel blieb.

Nach Schätzungen wurden während der gesamten Vertreibung der Donauschwaben aus Jugoslawien mindestens 80.000 von ehemals ca. 500.000 Donauschwaben in Jugoslawien ermordet. Eine juristische und moralische Aufarbeitung dieser Nachkriegsverbrechen hat bis heute nicht stattgefunden, wenn es auch in jüngster Zeit ermutigende Äußerungen von wichtigen serbischen Politikern gibt und selbst die Enteignungen inzwischen überprüft werden.

Die Ungarndeutschen wurden in dem Zeitraum von 1945 bis 1948 enteignet und nach Deutschland vertrieben. Die Dagebliebenen wurden von der Magyarisierungbetroffen, aber seit den 1980er Jahren kämpfen sie für den Erhalt der deutschen Sprache und Kultur.

Die Deutschen in Rumänien wurden nicht vertrieben, dagegen viele von ihnen innerhalb Rumäniens deportiert. Sie verließen Rumänien weitgehend von 1970 bis1990 und kamen in die Bundesrepublik, da die Auswanderung der Rumäniendeutschen noch bis 1989 gefördert wurde. (Siehe auch In Rumänien, unten)

Rudolfsgnad

Diese Gedenkstätte wurde am Rande des Massengrabes des Lagers Rudolfsgnad (Knićanin) von Mitgliedern der Gesellschaft für Deutsch-Serbische Zusammenarbeit errichtet.

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Wappen

Das Wappen wurde erst im Jahre 1950 von Hans Diplich gestaltet. Ein rot bewehrter aufsteigender schwarzer Adler auf goldenem Grund, geteilt durch einen blauen Wellenbalken. In der unteren Hälfte auf grünem Ackerboden eine sechstürmige weiße Festung aus Ringmauer und rot bedachten Gebäuden. Links die strahlende Sonne, rechts der abnehmende Mond.

  • Der Adler symbolisiert die Schirmherrschaft der Kaiser von Österreich.
  • Der blaue Balken steht für die Donau als Schicksalsstrom, auf dem einst die Ahnen mit Ulmer Schachteln und Kelheimer Plätten in die neue Heimat stromabwärts fuhren.
  • Die aufgehende strahlende Sonne steht für den wiedererstarkenden Einfluss des Christentums.
  • Der abnehmende Mond, weltliches Symbol des Islam, steht für den schwindenden Einfluss desselben.
  • Die Festung symbolisiert die Festung Temeschburg inmitten fruchtbaren Ackerlandes; die Burg als ein Symbol der kaiserlichen deutschen Wehranlage und Militärgrenze gegen die Türken. Die sechs Türme symbolisieren die sechs Hauptsiedlungslandschaften der Donauschwaben.

Gebraucht werden die deutschen „Nationalfarben“ Schwarz-Rot-Gold und die donauschwäbischen Stammesfarben Weiß-Grün. Weiß ist Symbol der friedlichen Gesinnung der Donauschwaben, grün als Farbe der Hoffnung für das zur Kornkammer gewordene Neuland ihrer Heimat.

Der Wahlspruch lautet „Semper atque semper liberi ac indivisi“ („Für immer frei und ungeteilt“).

Donauschwaben_Wappen

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In Rumänien

Die wichtigsten donauschwäbischen Gruppen Rumäniens sind die der Banater Schwaben und der Sathmarer Schwaben. Andere deutsche Volksgruppen Rumäniens (Siebenbürger Sachsen, Bukowinadeutsche, Dobrudschadeutsche oder Regatsdeutsche) sind keine Donauschwaben.

In Rumänien blieb unter den Banater Schwaben fast nur die ältere Generation. Wer sich aber im Banat, dem Grenzgebiet zu Ungarn und Serbien mit der Hauptstadt Temeschburg, umsieht, kann ihre Spuren nicht übersehen. In kleinen Orten trifft man Leute, die rasch von Deutsch auf Rumänisch oder Serbisch wechseln können und mit EU-Politik vertraut sind. Am Stuck von manchem renoviertem Haus ist der deutsche Familienname bemalt, und von den drei Kirchen kleiner Orte ist die katholische nur selten verfallen.

Unter den Sathmarer Schwaben war hingegen die Auswanderung nach Deutschland nicht so stark ausgeprägt wie unter den Banater Schwaben, so dass in ihrem Siedlungsraum die deutsche Minderheit noch ziemlich stark vertreten ist.

Rumänien spürt den Aderlass von 800.000 (1930) auf 60.000 Deutsche (2002) sehr – und bedauert Nicolae Ceauşescus „2. Welle“ längst. Die Aussiedler- und Vertriebenenverbände wollen helfen, unterliegen aber Sparplänen des deutschen Kulturministers. Er wollte etwa das Siebenbürger Kulturinstitut Gundelsheim dem Donauschwäbischen Zentralmuseum (DZM) in Ulm angliedern – wegen „veränderter historischer Lage seit der Zeitenwende in Osteuropa“. Politiker und Zeitungen warnten vor falschem Sparen, Betroffene sind demotiviert und verweisen auf völlig verschiedene Geschichte und Traditionen der beiden Volksgruppen. Inzwischen werden die Unterschiede auch von Rumänien akzeptiert.

Die Donauschwaben in Rumänien sind also nun eine Minderheit von unter einem Prozent.

In Serbien

In Serbien wurde die deutsche Minderheit infolge der Massenvertreibungen, Deportationen und Genozide im Jahre 1945 weitestgehend ausgelöscht.

Donauschwaben – Ihre Geschichte und Lebenswelt

Fremde Heimat (1/2) Das Schicksal der Vertriebenen nach 1945 (Doku)

Fremde Heimat (2/2) Das Schicksal der Vertriebenen nach 1945 (Doku)

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Quelle: Metapedia

2 Gedanken zu “19. Januar 1946: In Wudersch beginnt die Vertreibung der Deutschen aus Ungarn – Der Tag wurde ab 2013 in Ungarn zum Gedenktag erklärt

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