Gebt mir 4 Jahre Zeit! – Dokumente zum ersten Vierjahresplan des Führers – Teil 1

Vorwort

iesem Buch ist die Aufgabe gestellt, Aufklärung zu geben über das, was der Führer in vier Jahren schuf. Aber nur ein Bruchteil dessen, was unter nationalsozialistischer Staatsführung in vier Jahren geleistet wurde, konnte in diesem Rahmen Erwähnung und Berücksichtigung finden. Erst wenn man sich mit der systematischen Aufstellung einer Bilanz der ersten vier Jahre nationalsozialistischer Aufbauarbeit beschäftigt, gewinnt man einen Überblick über den gewaltigen Umfang der Arbeit und der Erfolge in dieser so kurzen Zeitspanne.

In fünfzehn Abschnitten habe ich den Versuch gemacht, einen Überblick über die wesentlichen Punkte der ersten Vierjahresbilanz zu geben. Man könnte ebensogut über jedes dieser einzelnen Gebiete ein ganzes Buch schreiben, ohne einen Mangel an Stoff befürchten zu müssen. Das aber erscheint mir besonders bezeichnend für die Jahre des Kampfes und des Aufbaus, die nun hinter uns liegen. Historikern der Zukunft wird es vorbehalten bleiben müssen, einmal diese Aufgabe zu erfüllen und in einer Geschichte unserer Zeit der Nachwelt zu überliefern, wie ein verarmtes, in Fesseln geschlagenes Volk in revolutionärem Ansturm mit eiserner Energie und zähem, unermüdlichem Ringen unter Führung Adolf Hitlers sich die Bresche in die Freiheit brach und auf den Trümmern einer Epoche der Schmach und der Feigheit den nationalsozialistischen Staat der Ehre und der Arbeit errichtete.

Der Verfasser

Zum Geleit

ie letzten vier Jahre standen unter dem Namen des Führers. Sie werden eingehen in die Geschichte als die historische Zeitspanne seiner ersten großen Aufbauperiode; unvergänglich werden seine Leistungen sein. In diesen vier Jahren ist Deutschland wieder eine Weltmacht geworden. Wir alle können uns wieder mit Stolz Bürger dieses Reiches und dieses Volkes nennen.

 

 

1. Einleitung

Arbeiter! Soldaten! Bauern!
An Alle!

Die alte Regierung ist gestürzt. Die alten Machthaber sind geflohen. Die Beauftragen des Volkes haben die Gewalt in ihre Hände genommen.

1. Das Deutsche Reich ist eine Republik.
2. Das deutsche Volk hat auf der ganzen Linie gesiegt.
3. Der Präsident der Vereinigten Staaten Amerikas sichert uns
einen Frieden der Versöhnung und Verständigung zu
ohne Annexionen und Entschädigungen.
4. Der Weltfriede ist somit für die Zukunft gesichert.
5. Das französische und englische Volk beglückwünschen bereits das deutsche Volk zum Sturze seines Imperialismus.
6. Die englische Marine hat die rote Flagge gehißt.
7. Damit ist die Periode des Imperialismus endgültig beendet.
8. Der allgemeinen Abrüstung steht hinfort kein Hindernis mehr im Wege.
9. Die Weltrevolution marschiert.
10. Die Geheimdiplomatie ist abgeschafft. Indem sich in Zukunft die Völker selbst regieren,
herrscht nunmehr das Recht.
11. Der Kapitalismus gehört in Zukunft einer überwundenen Zeit an.
12. Jeder Werktätige erhält gerechte Entlohnung.
13. Die Republik garantiert jedem Arbeit und Brot.
14. Die Lebensmittelpreise werden sofort herabgesetzt, die ungerechten Steuern beseitigt.
15. Die Vollsozialisierung beginnt.
16. Schieber und Wucherer werden nunmehr ihrer gerechten Strafe zugeführt.
17. In der Republik ist kein Platz für Korruption.
18. Die Bürokratie ist beseitigt, das Volk regiert sich selbst. Ein allgemeiner politischer Aufstieg wird die Folge sein!
19. Durch diese Revolution tritt unser Volk in den Zustand einer wahren Freiheit, Schönheit und Würde.

Werktätige! Bildet überall Arbeiter-, Bauern- und Soldatenräte!
Rüstet zum Kampf gegen die Reaktion!
Nie wieder Krieg!               Es lebe die Republik!               Es lebe die Weltrevolution!
Berlin, den 9. November 1918.
Der Rat der Volksbeauftragten.

 

ieser Aufruf ist am 9. November 1918 der Auftakt zur Weimarer Republik. Man kann es getrost jedem deutschen Arbeiter überlassen, selbst zu beurteilen, ob eine einzige von diesen Versprechungen jemals zur Tat geworden ist. So beginnt die Weimarer Republik mit riesigen Versprechungen, mit Worten, denen niemals Taten folgen.

Am 30. Januar 1933 übernimmt Adolf Hitler die Führung des Deutschen Reiches. Am 11. Februar 1933 tritt er zum ersten Male im Berliner Sportpalast vor das deutsche Volk hin, um sein Programm zu entwickeln. Das einzige, was der Führer vom deutschen Volke verlangt, sind vier Jahre Zeit. Adolf Hitler verspricht nichts, sondern fordert Mitarbeit, Vertrauen und Glauben:

„Nun fragen die Gegner: Und euer Programm? Ich könnte eher die Frage an diese Gegner richten: Wo war euer Programm? Habt ihr das, was ihr in Deutschland angerichtet habt, gewollt? War das euer Programm? Oder wolltet ihr das nicht? Was hinderte euch, das Gegenteil zu tun? 

Wenn sie sich heute plötzlich nicht mehr erinnern wollen, daß sie die Verantwortung für 14 Jahre tragen, dann werden wir die Mahner sein und die Ankläger zugleich und dafür sorgen, daß ihr Gewissen nicht nachläßt.

Wenn sie sagen: ‚Sagen Sie uns Ihr detailliertes Programm‘, dann kann ich nur zur Antwort geben: Zu jeder Zeit wäre vermutlich mein Programm mit ganz konkreten wenigen Punkten möglich gewesen – nach eurer Wirtschaft, nach eurem Wirken, nach eurer Zersetzung muß man das deutsche Volk von Grund auf neu aufbauen, genau so wie ihr es bis in den Grund hinein zerstört habt. 

Und da erhebt sich nun eine Anzahl von großen Aufgaben vor uns. Die erste und damit der erste Programmpunkt: Wir wollen nicht lügen und wollen nicht schwindeln! Ich habe es deshalb abgelehnt, jemals vor dieses Volk hinzutreten und billige Versprechungen zu geben. Es kann niemand von Ihnen gegen mich zeugen und sagen, daß ich je gesagt habe, daß der Wiederaufstieg nur eine Frage von wenigen Tagen sei. Immer und immer wieder predige ich: Der Wiederaufstieg der deutschen Nation ist die Frage der Wiedergewinnung der inneren Kraft und Gesundung des deutschen Volkes. 

So wie ich fast 14 Jahre gearbeitet habe, unentwegt und ohne jemals schwankend zu werden, am Aufbau dieser Bewegung, und so wie es mir gelang, von sieben Mann zu diesen zwölf Millionen zu kommen, so will ich und so wollen wir bauen und arbeiten an der Wiederaufrichtung unseres deutschen Volkes. Und so wie mir und dieser Bewegung heute die Führung des Deutschen Reiches anvertraut worden ist, so werden wir einst dieses Deutsche Reich wieder zur Größe, zum Leben zurückführen, und wir sind entschlossen, uns durch gar nichts dabei beirren zu lassen.

Und so komme ich zum zweiten Punkt dieses Programms. Ich will Ihnen nicht versprechen, daß diese Wiederauferstehung unseres Volkes von selbst kommt. Wir wollen arbeiten, aber das Volk selbst muß mithelfen. Es soll nie glauben, daß ihm plötzlich Freiheit, Glück und Leben vom Himmel geschenkt würden. Alles wurzelt im eigenen Willen, in der eigenen Arbeit.

Drittens wollen wir unsere ganze Arbeit leiten lassen von einer Erkenntnis, von einer Überzeugung: Glaube niemand an fremde Hilfe, niemand an Hilfe, die außerhalb unseres eigenen Volkes liegt. In uns selbst allein liegt die Zukunft des deutschen Volkes. Durch eigene Arbeit, durch eigenen Fleiß, eigene Beharrlichkeit werden wir wieder emporsteigen, wie auch die Völker, einst auch Deutschland, nichts geschenkt erhielten, sondern selbst sich schaffen mußten.

Der vierte Punkt dieses Programms lautet dann: Die Gesetze des Lebens sind immer gleich und immer dieselben, und wir wollen den Aufbau dieses Volkes vornehmen nicht nach blassen Theorien, die irgendein fremdes Gehirn erdenkt, sondern nach den ewigen Gesetzen, die die Erfahrung, die die Geschichte zeigt und die wir kennen.

Und diese Gesetze, die fassen wir in einen fünften Punkt, in eine Erkenntnis zusammen: Die Grundlagen unseres Lebens beruhen auf zwei Faktoren, die niemand uns rauben kann: in unserem Volk als Substanz, Blut und Wille und Ingenium. Volk und Erde, das sind die beiden Wurzeln, aus denen wir unsere Kraft ziehen wollen, und auf denen wir unsere Entschlüsse aufzubauen gedenken.

Damit ergibt sich als sechster Punkt klar das Ziel unseres Kampfes: die Erhaltung dieses Volkes für die Zukunft, in der Erkenntnis, daß dies allein überhaupt für uns einen Lebenszweck darstellen kann! Nicht für Ideen leben wir, nicht für Theorien, nicht für phantastische Parteiprogramme – nein, wir leben und kämpfen für das deutsche Volk, für die Erhaltung seiner Existenz, für die Durchführung seines eigenen Lebenskampfes in der Zukunft, und wir sind dabei überzeugt, daß wir nur damit allein mithelfen an dem, was die anderen so gerne in den Vordergrund stellen möchten.

Ein Weltfriede – er wird immer voraussetzen starke Völker, die ihn wünschen und beschützen: eine Weltkultur – sie baut sich nur auf auf den Kulturen der Nationen, der Völker; eine Weltwirtschaft ist nur denkbar getragen von den Wirtschaften gesunder Einzelnationen. 

Und ein weiterer Punkt! Er lautet: Weil wir in der Erhaltung unseres Volkes, in der Durchführung seines Lebenskampfes das Ziel erblicken, müssen wir die Ursachen des Zerfalles beseitigen und damit die Versöhnung der deutschen Klassen herbeiführen, ein Ziel, das man nicht in sechs Wochen erreicht, nicht in vier Monaten, wenn 70 Jahre an dieser Zersetzung arbeiten konnten: Ein Ziel, das wir nie aus den Augen verlieren! Die Parteien dieser Klassenspaltung mögen überzeugt sein: Solange mich der Allmächtige am Leben läßt, wird mein Entschluß und mein Wille, sie zu vernichten, ein unabänderlicher sein. 

Niemals werde ich mich von der Aufgabe entfernen, den Marxismus und seine Begleiterscheinungen aus Deutschland auszurotten. Niemals werde ich hier zu einem Kompromiß geneigt sein. Einer muß hier Sieger sein: entweder der Marxismus oder das deutsche Volk.Aber siegen wird das deutsche Volk! Wenn wir diese Versöhnung der Klassen herbeiführen, direkt oder indirekt, wollen wir weitergehen, dieses geeinte deutsche Volk wieder zu den ewigen Quellen seiner Kraft zu führen, wollen wir in der Erziehung unserer Kleinen den Glauben an Gott und den Glauben an unser Volk einpflanzen in die jungen Gehirne, und wollen dann weiter schreiten, wieder aufzubauen dieses Volk auf dem deutschen Bauer als dem Grundpfeiler jeden völkischen Lebens. Indem ich für die deutsche Zukunft kämpfe, muß ich kämpfen für die deutsche Scholle und muß kämpfen für den deutschen Bauern. Er gibt uns die Menschen in unsere Städte. Er ist die ewige Quelle seit Jahrtausenden gewesen, und er muß erhalten bleiben.

Und ich gehe dann weiter zum zweiten Pfeiler unseres Volkstums, zum deutschen Arbeiter, zu jenem deutschen Arbeiter, der in der Zukunft kein Fremdling mehr sein soll und sein darf im Deutschen Reich, und den wir zurückführen wollen wieder in die Gemeinschaft unseres Volkes, für den wir die Tore aufsprengen werden, auf daß er mit einzieht in die deutsche Volksgemeinschaft als ein Träger der deutschen Nation. 

Und wir wollen dann weiter dem deutschen Geist die Möglichkeit seiner Entfaltung sichern, wollen den Wert der Persönlichkeit, die schöpferische Kraft des einzelnen wieder einsetzen in ihre ewigen Rechte, wollen brechen mit allen Erscheinungen einer fauligen Demokratie und an ihre Stelle setzen die ewige Erkenntnis, daß alles, was groß ist, nur kommen kann aus der Kraft der Einzelpersönlichkeit, und daß alles, was erhalten werden soll, wieder anvertraut werden muß der Fähigkeit der Einzelpersönlichkeit. 

Bekämpfen wir die Erscheinungen unseres parlamentarisch-demokratischen Systems, so gehen wir damit sofort über zu einem zwölften Punkt:der Wiederherstellung der Sauberkeit in unserem Volke, Sauberkeit auf allen Gebieten unseres Lebens, der Sauberkeit in unserer Verwaltung, der Sauberkeit im öffentlichen Leben, aber auch der Sauberkeit in unserer Kultur. 

Wir wollen wiederherstellen vor allem die deutsche Ehre, wiederherstellen die Achtung vor ihr und das Bekenntnis zu ihr und wollen einbrennen in unsere Herzen das Bekenntnis zur Freiheit, wollen unser Volk damit aber auch wieder beglücken mit einer wirklichen deutschen Kultur, mit einer deutschen Kunst, mit einer deutschen Architektur, einer deutschen Musik, die uns die Seele wiedergeben soll. Und wir wollen damit erwecken die Ehrfurcht vor der großen Tradition unseres Volkes, erwecken die tiefe Ehrfurcht vor den Leistungen der Vergangenheit, die demütige Erinnerung an die großen Männer der deutschen Geschichte. Wir wollen unsere Jugend wieder hineinführen in dieses herrliche Reich unserer Vergangenheit, das Wirken und Schaffen unserer Vorfahren; demütig soll sie sich beugen vor denen, die vor uns lebten und schufen, arbeiteten und wirkten, auf daß wir heute leben können. Und wir wollen diese Jugend vor allem erziehen zur Ehrfurcht vor denen, die einst das schwerste Opfer gebracht haben für unseres Volkes Leben und unseres Volkes Zukunft.

Denn was diese 14 Jahre auch verbrochen haben – das Schlimmste war, daß sie zwei Millionen Tote um ihr Opfer betrogen haben. Und diese zwei Millionen, die sollen vor den Augen unserer Jugend sich wieder erheben als ewige Warner, als Forderer, als Zeugen des Opfers für die Nation. Wir wollen die Jugend erziehen zur Ehrfurcht vor unserem alten Heer, an das sie wieder denken soll, und in dem sie wieder die gewaltige Kraftäußerung der deutschen Nation, das Sinnbild der größten Leistung, die unser Volk je in seiner Geschichte vollbracht hat, sehen soll.

Damit wird dieses Programm der nationalen Wiedererhebung auf allen Gebieten des Lebens, unduldsam gegen jeden, der sich gegen die Nation versündigt, Bruder und Freund jedem, der mitkämpfen will an der Wiederauferstehung seines Volkes, unserer Nation! 

Damit richte ich heute nun den letzten Appell an Sie, meine Volksgenossen. Am 30. Januar haben wir eine Regierung übernommen. Schlimmste Zustände waren in unser Volk hineingebrochen. Wir wollen sie beheben und wir werden sie beheben! So wie wir trotz allen Hohnes unserer Gegner in diesen 14 Jahren so weit gekommen sind, daß wir sie heute beseitigt haben, so werden wir auch die Folgen ihres Regimentes beseitigen. Um Gott und dem eigenen Gewissen Genüge zu tun, haben wir uns noch einmal an das deutsche Volk gewandt. Es soll selbst mithelfen, es soll nun selbst entscheiden.

Wenn dieses deutsche Volk uns in dieser Stunde verläßt, so möge uns der Himmel verzeihen: Wir werden den Weg gehen, der nötig ist, daß Deutschland nicht verkommt! Wir wollen, daß mit der Zeit der Wiedererhebung der deutschen Nation nicht nur einzelne Namen verknüpft sind, sondern der Name des deutschen Volkes selbst, daß eine Millionenbewegung hinter diese Regierung tritt, daß sie mithilft in ihrer Kraft und ihrem Willen, uns wieder zu stärken zu diesem großen und schweren Werk.

Ich weiß, daß, wenn heute sich die Gräber öffnen würden, die Geister der Vergangenheit, die einst für Deutschland stritten und litten und starben, würden emporschweben, und hinter uns würde heute ihr Platz sein. All die großen Männer unserer Geschichte – ich weiß, sie stehen hinter uns und sehen auf unser Werk und unser Wirken.

Vierzehn Jahre haben die Parteien des Zerfalls, des Novembers, der Revolution das Volk geführt und mißhandelt, vierzehn Jahre lang zerstört, zersetzt und aufgelöst. Es ist nicht vermessen, wenn ich heute vor die Nation hintrete und sie beschwöre:

Deutsches Volk! Gib uns vier Jahre Zeit – dann richte und urteile über uns! Deutsches Volk, gib uns vier Jahre, und ich schwöre dir, so wie wir und wie ich dieses Amt antrat, so will ich dann wieder gehen – ich tat es nicht um Gehalt und um Lohn, ich tat es um deiner selbst willen. 

Es ist der schwerste Entschluß meines Lebens gewesen. Ich habe ihn gewagt, weil ich glaubte, daß es sein muß; ich habe ihn gewagt, weil ich überzeugt bin, daß nun nicht mehr länger gezögert werden darf; ich habe ihn gewagt, weil ich der Überzeugung bin, daß endlich unser Volk doch wieder zur Besinnung kommen wird und daß, wenn es heute ungerecht urteilt und wenn Millionen uns verfluchen, sie einmal doch hinter uns marschieren werden, da sie einsehen werden: Er hat wirklich nur das Beste gewollt, obgleich es schwer war; kein anderes Ziel im Auge gehabt, als dem zu dienen, was uns das Höchste auf Erden ist. Denn ich kann mich nicht lossagen von dem Glauben an mein Volk, kann mich nicht lossagen von der Überzeugung, daß diese Nation wieder einst auferstehen wird; kann mich nicht entfernen von der Liebe zu diesem meinen Volk und hege felsenfest die Überzeugung, daß einmal doch die Stunde kommt, in der die Millionen, die uns heute verfluchen, dann hinter uns stehen und mit uns begrüßen werden das gemeinsam geschaffene, mühsam erkämpfte und bitter erworbene neue Deutsche Reich der Größe und der Ehre und der Kraft, der Herrlichkeit und der Gerechtigkeit.

Amen!“
Vier Jahre Zeit hat Adolf Hitler gefordert. Die vier Jahre sind nun um. Der nationalsozialistische Staat braucht nach diesen vier Jahren nicht schamhaft zu schweigen. Er kann dem deutschen Volke eine stolze Bilanz unterbreiten. Eine Bilanz, vor der kein Gebiet des Lebens unseres Volkes ausgeschlossen zu werden braucht.
Das, was in diesen vier Jahren in Deutschland geschaffen wurde, ist so vielfältig und so umfangreich, daß seine Darstellung nicht ein Buch, sondern eine ganze Bibliothek füllen würde. So kann es im Rahmen dieses Buches nur Aufgabe sein, einen Überblick über die wichtigsten Lebensgebiete und das, was auf ihnen geleistet wurde, zu geben. Allein schon dieser Überblick ist ein überwältigendes Dokument nationalsozialistischer Arbeit und nationalsozialistischer Politik.
Wenn einmal die Geschichte unseres Jahrhunderts geschrieben wird, dann werden diese ersten vier Jahre mehr Raum erfordern als Jahrzehnte früherer Jahrhunderte. Alle aber, denen das Schicksal es vergönnt hat, unsere Zeit in Deutschland tätig mitzuerleben, dürfen von einem unbändigen Stolz erfüllt sein, in einer Zeit gelebt zu haben, die Auftakt war zu einem neuen Jahrtausend deutscher Geschichte.

2. Von der Reichswehr zum Volksheer

an schreibt den 4. November 1918, als zum ersten Male einem deutschen Offizier die Mütze vom Kopf geschlagen und der Degen zerbrochen wird. Im trüben Lampenlicht fällt die schwarzweißrote Kokarde in den Straßenschmutz. Daneben liegen die Offiziersachselstücke.

Und jubelnd wird die Parole weitergegeben: Nun ist der Weltfrieden ausgebrochen! Die Armeen aller Länder haben die rote Fahne gehißt! Proletarier aller Länder, vereinigt euch!

Man schreibt den 11. November, eine Woche später, als die Waffenstillstandsbedingungen dem deutschen Volke bekannt werden. Danach sind abzuliefern:

5 000 Geschütze (darunter 2 500 schwere und 2 500 Feldgeschütze),
25 000 Maschinengewehre,
3 000 Minenwerfer,
1 700 Jagd- und Bombenflugzeuge, insbesondere alle Apparate D7 und alle für nächtlichen Bombenwurf bestimmten Flugzeuge,
5 000 Lokomotiven,
15 000 Eisenbahnwagen,
5 000 Lastkraftwagen.

.
Eine Welle der Ernüchterung folgt den Tagen des roten Rausches. Aber dann treten die Schwätzer Ebert, Scheidemann, Barth, David, Cohn und andere als Volksbeauftragte vor das Volk hin und versprechen ihm eine goldene Zukunft.

Langsam strömen die deutschen Heere von den Fronten in die Heimat, versinkt die bewunderungswürdige Organisation, die die Welt sah, im Chaos. Nur ein Kern des Heeres übersteht diese Monate unter Führern, die mitten im Niederbruch den Kopf hochtragen.

Am 18. Januar 1919 beginnen im Spiegelsaal von Versailles, genau 48 Jahre nach dem Tag, an dem dort Bismarck das deutsche Kaiserreich ausrief, die Friedensverhandlungen. Sechs Monate lang schachert man um Artikel und Paragraphen. Von Woche zu Woche steigen die Ansprüche der „Sieger“. Noch am 17. Februar 1919 will man Deutschland ein Heer von 300.000 Mann zugestehen. Am 3. März sind es nur noch 200.000 Mann. Am 10. März 140.000 Mann und wenige Stunden darauf ist man bei 100.000 Mann angelangt.

Noch immer ist das deutsche Volk im Taumel, ist die Zahl derer gering, die wieder wach geworden sind. Noch immer wird jede neue Ohrfeige von sogenannten Ministern und einer würdelosen Presse als Zärtlichkeit quittiert. Bis dann in den Junitagen die ganze furchtbare Konsequenz dieses unmenschlichen Vertrages dem Volke zum Bewußtsein kommt. Bis dann ein Aufschrei durch die Nation geht: Niemals! Niemals! Bis sogar ein Philipp Scheidemann zu dem Schwur sich aufschwingt, daß die Hand verdorren möge, die diesen Vertrag unterzeichnet. Dieser Schwur ist inzwischen in Erfüllung gegangen, denn die Hände derer sind verdorrt, die hier ein Volk für Generationen in die Sklaverei führten. Und der eitle, zahnlose Greis Scheidemann fristet sein Leben mit gestohlenen Gewerkschaftsgeldern jenseits der Grenzen des Deutschen Reiches.

Die militärischen Bestimmungen des Versailler Diktats

as aber ist nur ein kleiner Ausschnitt aus all dem Furchtbaren, was allein der Teil V des Haßdiktats von Versailles auf militärischem Gebiete dem deutschen Volke auferlegte:

Artikel 160

Spätestens am 31. März 1920 darf das deutsche Heer nicht mehr als sieben Infanterie- und drei Kavallerie-Divisionen umfassen.

Von diesem Zeitpunkt ab darf die gesamte Iststärke des Heeres der sämtlichen deutschen Einzelstaaten nicht mehr als einhunderttausend Mann, einschließlich der Offiziere und der Depots, betragen.

Die Gesamtstärke an Offizieren, einschließlich der Stäbe, ohne Rücksicht auf deren Zusammensetzung, darf die Zahl Viertausend nicht übersteigen.

Der deutsche Große Generalstab und alle anderen ähnlichen Formationen werden aufgelöst und dürfen unter keiner Gestalt neu gebildet werden.

Artikel 168

Die Anfertigung von Waffen, Munition und Kriegsgerät aller Art darf nur in Werkstätten und Fabriken stattfinden, deren Lage den Regierungen der alliierten und assoziierten Hauptmächte zur Kenntnisnahme mitgeteilt und von ihnen genehmigt worden ist. Die Regierungen behalten sich vor, die Zahl der Werkstätten und Fabriken zu beschränken.

Artikel 169

Binnen zwei Monaten nach Inkrafttreten des gegenwärtigen Vertrages sind die deutschen Waffen, Munitionsvorräte und das Kriegsgerät einschließlich jeden Flugabwehrgerätes, die in Deutschland über die zugelassenen Mengen hinaus vorhanden sind, den Regierungen der alliierten und assoziierten Hauptmächte zur Zerstörung oder Unbrauchbarmachung auszuliefern. Dasselbe gilt für alle für die Anfertigung von Kriegsgerät bestimmten Werkzeugen und Maschinen, abgesehen von dem, was also notwendig für die Bewaffnung und Ausrüstung der zugelassenen deutschen Streitkräfte anzuerkennen ist.

Artikel 173

Die allgemeine Wehrpflicht wird in Deutschland abgeschafft.

Das deutsche Heer darf nur im Wege freiwilliger Verpflichtung aufgestellt und ergänzt werden.

Artikel 178

Alle Mobilmachungsmaßnahmen oder solche, die auf eine Mobilmachung hinzielen, sind untersagt.

In keinem Falle dürfen bei Truppenteilen, Behörden oder Stäben Stämme für Ergänzungsformationen vorhanden sein.

Folgender Waffenbestand wird der deutschen Armee zugestanden:

84 000 Gewehre,
18 000 Karabiner mit je 400 Schuß,
792 schwere Maschinengewehre mit je 8 000 Schuß,
1 134 leichte Maschinengewehre mit je 8 000 Schuß,
63 mittlere Minenwerfer mit je 400 Schuß,
189 leichte Minenwerfer mit je 800 Schuß,
204 Geschütze zu 7,7 cm mit je 1 000 Schuß,
84 Haubitzen zu 10,5 cm mit je 800 Schuß.

.
Das heißt, es wurde, um den Hohn voll zu machen, dieser Zwergarmee einMunitionsbestand für bestenfalls zwei Kriegstage zugebilligt.

Die einst so stolze deutsche Kriegsmarine wurde durch Artikel 181 des Versailler Vertrages auf folgenden Bestand beschränkt:

6 Schlachtschiffe der „Deutschland“- oder „Lothringen“-Klasse,
6 kleine Kreuzer,
12 Zerstörer,
12 Torpedoboote,
15 000 Mann.

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Artikel 198 bestimmt:

„Deutschland darf Luftstreitkräfte weder zu Lande noch zu Wasser als Teil seines Heerwesens unterhalten.“

Über die ungeheueren Leistungen beim Waffenstillstand hinaus mußte Deutschland abliefern oder zerstören:

A. Heer:
59 897 Geschütze und Rohre,
130 558 Maschinengewehre,
31 470 Minenwerfer und Rohre,
6 007 000 Gewehre und Karabiner,
243 937 M.G.-Läufe,
28 001 Lafetten,
4 390 M.W.-Lafetten,
38 750 000 Geschosse,
16 550 000 Hand- und Gewehrgranaten,
60 400 000 scharfe Zünder,
491 000 000 Handwaffenmunition,
335 000 Tonnen Geschoßhülsen,
23 515 Tonnen Kartusch-Patronenhülsen,
37 600 Tonnen Pulver,
79 500 Munitionsleeren,
212 000 Fernsprecher,
1 072 Flammenwerfer,
31 Panzerzüge,
59 Tanks,
1 762 Beobachtungswagen,
8 982 drahtlose Stationen,
1 240 Feldbäckereien,
2 199 Pontons,
981,7 Tonnen Ausrüstungsstücke für Soldaten,
8 230 350 Sack Ausrüstungsstücke für Soldaten,
7 300 Pistolen und Revolver,
180 M.G.-Schlitten,
21 fahrbare Werkstätten,
12 Flak-Geschützwagen,
11 Protzen,
64 000 Stahlhelme,
174 000 Gasmasken,
2 500 Maschinen der ehemaligen Kriegsindustrie,
8 000 Gewehrläufe.
B. Luft:
15 714 Jagd- und Bombenflugzeuge,
27 757 Flugzeugmotoren.
C. Marine:
Zerstörtes, abgewracktes, versenktes oder ausgeliefertes Kriegsschiffmaterial der Marine:
26 Großkampfschiffe,
4 Küstenpanzer,
4 Panzerkreuzer,
19 kleine Kreuzer,
21 Schul- und Spezialschiffe,
83 Torpedoboote,
315 U-Boote.

.
Ferner unterlagen der Zerstörungspflicht: Fahrzeuge aller Art, Gaskampf- und zum Teil Gasschutzmittel, Treib- und Sprengmittel, Scheinwerfer, Visiereinrichtungen, Entfernungs- und Schallmeßgerät, optische Geräte aller Art, Pferdegeschirr, Schmalspurgerät, Felddruckereien, Feldküchen, Werkstätten, Hieb- und Stichwaffen, Stahlhelme, Munitionstransportmaterial, Normal- und Spezialmaschinen der Kriegsindustrie, sowie Einspannvorrichtungen, Zeichnungen dazu, Flugzeug- und Luftschiffhallen usw.

Die Artikel 203 bis 210 des Versailler Vertrages sehen die Einrichtung eines raffinierten Überwachungssystems vor; Artikel 213 verpflichtet Deutschland zur Duldung jeglicher Untersuchungshandlung des Völkerbundes in militärischen Angelegenheiten.

Deutschlands Wehrlosigkeit

km lang ist Deutschlands Landgrenze. 1488 km beträgt die Seegrenze. Kein Land Europas hat so lange und so schwer zu verteidigende Grenzen. Und diese Grenzen sollen verteidigt werden?

Es entfallen in diesen Jahren auf je 10 km Grenze im Westen:

in Deutschland: in Frankreich:
243 Mann 69 122
2 leichte Maschinengewehre 318
0,2 schwere Maschinengewehre 258
0,7 leichte Geschütze 23
keine schwere Geschütze 25
keine Kampfwagen 41
keine Flugzeuge 36

.
An den übrigen Grenzen sieht es nicht besser aus.

Und Frankreich rüstet weiter. Von Jahr zu Jahr steigt sein Heeresetat. Deutschland zahlt. Zahlt für französische Rüstungen. Baut Festungen gegen das eigene Land.

Am 13. November 1930 spricht der französische Ministerpräsident Tardieu in der Kammer:

„Hinsichtlich der Abrüstungsfrage gibt es innerhalb des Völkerbundes eine Meinungsverschiedenheit zwischen Frankreich und Deutschland. Frankreich hält sich an den Friedensvertrag, der es Deutschland zur Pflicht macht, abzurüsten, während die Abrüstung für die Alliierten nur eine Möglichkeit ist…“

Der vierte der 14 Wilsonschen Punkte lautet:

„Austausch angemessener Bürgschaften dafür, daß die Rüstungen der Völker auf das niedrigste mit der inneren Sicherheit zu vereinbarende Maß herabgesetzt werden.“

In der Note der Alliierten vom 16. Juni 1919 an Deutschland heißt es, daß die Bedingungen des Teiles V des Versailler Vertrages den ersten Schritt darstellen

„zu der allgemeinen Herabsetzung und Begrenzung der Rüstungen, die die bezeichneten Mächte als eines der besten Mittel zur Kriegsverhütung zu verwirklichen suchen und die herbeizuführen zu den ersten Aufgaben des Völkerbundes gehören wird.“

Tardieu besitzt sogar die Dreistigkeit, den Abbruch aller ehemaligen militärischen Gebäude in Deutschland für notwendig zu erklären.

Am 28. Juni 1919 haben der Sozialdemokrat Hermann Müller und der Zentrumsmann Dr. Bell ihre Unterschrift unter das Dokument gesetzt.

In der Weimarer Nationalversammlung weinen einige Zentrumspolitiker Krokodilstränen. Dann tröstet sich Herr Erzberger mit ihnen bei einem fröhlichen Umtrunk. Und niemand hört zu, als jemand ausrechnet, daß drei Generationen fronen müssen, um die Reparationszahlungen zu leisten, zu denen sich die sogenannte Reichsregierung verpflichtet hat, daß noch 10 Jahre lang fremde Soldaten auf deutschem Boden stehen werden, daß das Rheinland für alle Zeiten entmilitarisiert und jedem feindlichen Zugriff preisgegeben ist, und daß keine andere Macht daran denkt, die Versprechung Woodrow Wilsons in die Tat umzusetzen: nämlich abzurüsten.

In Berlin werden deutsche Offiziere auf dem Asphalt viehisch zertreten. In Berlin ist es inzwischen lebensgefährlich geworden, sich in der Uniform eines deutschen Soldaten zu zeigen. In den Hotels, in denen die Offiziere der feindlichen Militärmissionen abgestiegen sind, wo in Lack und Leder mit der Reitpeitsche in der Hand und in goldgestickten Käppis die „Sieger“ stolzieren, geben feiste Judenweiber Blumensträuße mit roten Schleifchen ab. Voll Ekel wenden englische Offiziere sich ab.

In den Kasernen der wenigen Truppenteile, die Deutschland behalten darf, wirken fremde Überwachungskommissionen. Im Jahre 1924 findet eine neue Generalinspektion statt. 2067 Kontrollbesuche werden gemacht, um einwandfrei festzustellen, daß Deutschland wehrlos ist, wehrlos bis zum letzten Gamaschenknopf.

Hier und da haben beherzte Männer Waffen versteckt. Marxistische Polizei spürt die Waffenlager auf und liefert sie den Kontrollkommissionen aus. Und willige Gerichte schicken die viele Monate ins Gefängnis, die es wagen, Verteidigungswaffen zurückzubehalten.

Frankreichs Marxisten wünschen die bewaffnete Nation

m 12. November 1930 erklärt der Genosse Leon Blum in der französischen Kammer: „…Wir wünschen die bewaffnete Nation!…“ In Deutschland demonstrieren die Genossen gegen den Wehretat unter der Parole: Zerbrecht die Gewehre!

Am 28. Mai 1924 bringt die SPD im Deutschen Reichstag folgenden Antrag Müller (Franken) und Genossen ein:

§ 92 des Strafgesetzbuches enthält den folgenden dritten Absatz: Landesverrat im Sinne des Abs. 1, Nr. 1 begeht nicht, wer gesetzwidrige Zustände bekanntmacht, um ihre Abstellung durch deutsche Behörden zu veranlassen.

Damit ist jeder Landesverrat legalisiert, denn jeder Landesverräter kann sich damit herausreden, daß er nur „gesetzwidrige Zustände“ habe abstellen wollen.

In Deutschland verraten die Marxisten im Reichstag die Nation. In Deutschland hält dann am 16. Dezember 1926 Genosse Scheidemann im Reichstag eine Rede zum Wehretat, die selbst englische und französische Liberale als organisierten Landesverrat bezeichnen. Herr Scheidemann wirft im Deutschen Reichstag der Heeresleitung ganz offen Bruch des Versailler Vertrages vor und verrät selbst die primitivsten und kleinsten Hilfsmittel, deren sich, der Not gehorchend, die militärische Führung nun einmal bedienen mußte. Selbst die Kleinkalibergeschütz-Vereine werden von ihm als geheime Truppenteile verdächtigt und jede Waffen- und Munitionslieferung mit genauen Angaben der Öffentlichkeit preisgegeben.

In der französischen Kammer spielen diese Angaben Scheidemanns eine große Rolle. Sie dienen dazu, den riesigen französischen Wehretat zu begründen, der sich 1931/32 schließlich nach Angaben des französischen Kammerabgeordneten Professor Antonelli auf 19,19 Milliarden Goldfranken gesteigert hat. Ein Wehretat, wie ihn noch nie ein Land der Erde sah. Und selbst zur Begründung dieses Wehretats dient jene Landesverratsrede Scheidemanns vom Jahre 1926. Senator Eccard führt sie im November 1930 auf einer Kundgebung des Nationalkomitees für soziale und politische Studien erneut als den Beweis für geheime deutsche Aufrüstung an.

Um ein Panzerschiff

m 3. September 1925 ist die Werft von Newcastle blumenbekränzt und mit Fahnen geschmückt. In Paradeaufstellung stehen die Besatzungen der Schiffe. Ein riesiger Schiffsleib gleitet in das feuchte Element. An seinem Bug trägt er den Namen des größten englischen Admirals: „Nelson“. Das erste 40.000-Tonnen-Schlachtschiff der britischen Marine nach dem Weltkriege ist vom Stapel gelaufen. Nur drei Monate später folgt das Schwesterschiff, „Rodney“. In den nächsten drei Jahren folgen weitere 15 schwere Kreuzer von je 10.000 Tonnen.

Auf den französischen Werften laufen in sieben Jahren sieben schwere 10.000-Tonnen-Kreuzer vom Stapel, modern und solid gebaut, eine außerordentliche Bereicherung der Seemacht beider Länder.

Am 27. März 1928 spricht man im Deutschen Reichstag über die Kiellegung des Panzerkreuzers A. Zum ersten Male soll den wenigen schwachen, überalterten Schiffen, die das Versailler Diktat Deutschland überließ, ein moderneres hinzugefügt werden. Der Reichswehrminister hat die gesamte Linke gegen sich. Herr Schiffsheizer Kuhnt von der SPD stellt „sachverständig“ fest, daß mit unserer Marine doch nichts anzufangen sei, ein Kommunist verdächtigt, wie üblich, die deutsche Marine geheimer Absichten. Der Weisheit letzter Schluß ist dann die Rede des Abgeordneten Eisenberger vom Bayrischen Bauernbund:

„Man sagt, zum Schutze unseres Handels brauchen wir die Flotte. Meine Herren, ich meine, der Handel soll sich selber schützen. Die Zeiten des  Seeräubertums sind ja vorüber, und der Bauer muß auch seine Kuhstalltür zumachen, damit ihm keine Ochsen daraus gestohlen werden.“ 

(Zurufe: Politik der offenen Tür.)

So geistreich sprach ein Vertreter des deutschen Volkes.

Ein Jahr ist dann noch die Panzerkreuzerfrage Agitationsobjekt der deutschen Marxisten. Damit haben sie den Marineleitungen anderer Länder so viel Agitationsstoff geliefert, daß es diesen leicht wird, ein großes Flottenneubauprogramm mit der Gefährlichkeit eines einzigen deutschen Panzerschiffes zu begründen.

In Genf ist inzwischen 1926 die vorbereitende Abrüstungskommission zusammengetreten. Das Ergebnis ihrer jahrelangen Bemühungen ist schließlich die überraschende Feststellung, daß Frankreich und alle übrigen Staaten bereits abgerüstet hätten. Und die Abrüstungskonferenz, die am 2. Februar 1932 zum ersten Male zusammentritt, kommt schließlich zu der verblüffenden Erkenntnis, daß Deutschlands Reichswehr eine Bedrohung des Friedens darstelle. Die Gleichberechtigung wird Deutschland auch weiterhin verweigert. Von wirklicher Abrüstung ist überhaupt nicht die Rede.

Die Wende

er 30. Januar 1933 bringt die Wende. Adolf Hitler stößt das Tor zur deutschen Freiheit auf. Sofort werden Verhandlungen über eine Neugestaltung der deutschen Rüstung aufgenommen, die indessen auf so wenig Verständnis bei der Gegenseite stoßen, daß Deutschland gezwungen ist, sich endlich selbst sein Recht zu nehmen.

So kommt der Tag heran, an dem eine ganze Welt zum erstenmal sich bewußt wird, daß man ein 70-Millionen-Volk nicht ewig in Ketten halten kann, an dem eines der festesten Stahlbänder des Versailler Käfigs klirrend zerspringt.

Am 15. März 1935 kehrt der Führer überraschend aus der Stille der Berchtesgadener Alpen nach Berlin zurück. Noch am gleichen Abend findet eine lange Ministerbesprechung in der Reichskanzlei statt. Bis tief in die Nacht hinein brennt dann im Zimmer des Führers das Licht. Einer wacht, damit alle anderen ruhig schlafen können. Einer rüstet sich, eine ungeheure Verantwortung auf seine Schultern zu nehmen, damit alle anderen frei atmen können.

Am 16. März vormittags herrscht in der Reichskanzlei wiederum eifriges Kommen und Gehen. Irgend etwas liegt in der Luft. Man fühlt es schon überall. Um 1 Uhr tritt ein Ministerrat zusammen. Er beschließt das, was noch ein Jahr vorher in der ganzen Welt niemand für möglich gehalten hätte, was man für alle Zeiten abgeschafft glaubte:

Die allgemeine Wehrpflicht für Deutschland!

er Ministerrat beschließt eine Proklamation an das deutsche Volk und das„Gesetz für den Aufbau der Wehrmacht vom 16. März 1935“.

Eine amtliche Verlautbarung schildert den Eindruck dieser denkwürdigen Sitzung des Ministerrats:

„Der Eindruck, den die Proklamation auf die Mitglieder des Reichskabinetts gemacht hat, als der Führer und Reichskanzler sie zur Kenntnis gab, war groß. Die Mitglieder des Kabinetts erhoben sich spontan von ihren Plätzen, und der Reichswehrminister Generaloberst von Blomberg brachte ein dreifaches Heil auf den Führer aus, verbunden mit einem Gelöbnis der weiteren unverbrüchlichen Treue und Verbundenheit. 

Die gleiche Begeisterung herrscht auch im deutschen Volke. Gleichzeitig mit der Betonung der Freude und der Glückseligkeit über die Wahrung der deutschen Sicherheit durch die nunmehr beschlossene Aufrüstung weiß das deutsche Volk sich eins mit seinem Führer in dem klaren Bekenntnis zum Frieden. 

Mit der Proklamation und dem dazugehörenden Gesetz ist ein entscheidender Vorgang in der deutschen Geschichte erfolgt: nämlich die erste große Liquidationsmaßnahme des Versailler Diktates, durch die die wesentliche Schande dieses Vertrages endgültig gelöst worden ist.“

Um 16 Uhr empfängt der Reichsminister Dr. Goebbels die Hauptschriftleiter der Berliner Zeitungen und gibt ihnen den Text des Gesetzes und den Aufruf der Reichsregierung bekannt. Atemberaubende Stille herrscht, als Reichsminister Dr. Goebbels die Proklamation und das Gesetz verliest. Diese Stille löst sich dann in einer spontanen Kundgebung der Begeisterung der deutschen Journalisten. Anschließend empfängt der Minister die Vertreter der Auslandspresse und macht ihnen klar, daß ausschließlich und allein die Politik der ehemaligen Feinde Deutschlands den Schritt der Reichsregierung vom 16. März notwendig gemacht hat. Der Bruch des Versailler Vertrages durch die Siegermächte, die Verweigerung der Durchführung der Abrüstungsverpflichtung, die dieser Vertrag auch für die anderen Mächte enthält.

Die Proklamation, der nichts hinzuzufügen ist, hat folgenden Wortlaut:

„An das deutsche Volk!

Als im November 1918 das deutsche Volk – vertrauend auf die in den 14 Punkten Wilsons gegebenen Zusicherungen – nach viereinhalbjährigem ruhmvollen Widerstand in einem Kriege, dessen Ausbruch es nie gewollt hatte, die Waffen streckte, glaubte es, nicht nur der gequälten Menschheit, sondern auch einer großen Idee an sich einen Dienst erwiesen zu haben. Selbst am schwersten leidend unter den Folgen dieses wahnsinnigen Kampfes, griffen die Millionen des deutschen Volkes gläubig nach dem Gedanken einer Neugestaltung der Völkerbeziehungen, die durch die Abschaffung der Geheimdiplomatie sowie der schrecklichen Mittel des Krieges veredelt werden sollte. Die geschichtlich härtesten Folgen einer Niederlage erschienen vielen Deutschen damit geradezu als notwendige Opfer, um einmal für immer die Welt von ähnlichen Schrecknissen zu erlösen. Die Idee des Völkerbundes hat vielleicht in keiner Nation eine heißere Zustimmung erweckt als in der von allem irdischen Glück verlassenen deutschen. Nur so war es verständlich, daß die in manchem geradezu sinnlosen Bedingungen der Zerstörung jeder Wehrmöglichkeit im deutschen Volke nicht nur angenommen, sondern von ihm auch erfüllt worden sind. 

Das deutsche Volk und in Sonderheit seine damalige Regierungen waren überzeugt, daß durch die Erfüllung der im Versailler Vertrag vorgeschriebenen Entwaffnungsbestimmungen entsprechend der Verheißung dieses Vertrags der Beginn einer internationalen allgemeinen Abrüstung eingeleitet und verbürgt sein würde. Denn nur in einer solchen zweiseitigen Erfüllung dieser gestellten Aufgabe des Vertrages konnte die Berechtigung für eine Forderung liegen, die – einseitig auferlegt und durchgeführt – zu einer ewigen Verächtlichmachung und damit Minderwertigkeitserklärung einer großen Nation werden mußte. Damit aber konnte ein solcher Friedensvertrag niemals die Voraussetzung für eine wahrhaft innere Aussöhnung der Völker und einer dadurch herbeigeführten Befriedung der Welt, sondern nur für die Aufrichtung eines ewig weiterzehrenden Hasses sein. 

Deutschland hat die ihm auferlegten Abrüstungsverpflichtungen nach den Feststellungen der interalliierten Kontrollkommission erfüllt.“

Die Proklamation enthält dann noch einmal die Aufstellung der zerstörten und abgelieferten Waffen und Geräte, und fährt weiter fort:

„Nach dieser geschichtlich beispiellosen Erfüllung eines Vertrages hatte das deutsche Volk ein Anrecht, die Einlösung der eingegangenen Verpflichtungen auch von der anderen Seite zu erwarten. Denn: 

1. Deutschland hatte abgerüstet. 

2. Im Friedensvertrag war ausdrücklich gefordert worden, daß Deutschland abgerüstet werden müßte, um damit die Voraussetzung für eine allgemeine Abrüstung zu schaffen, d.h. es war damit behauptet, daß nur in Deutschlands Rüstung allein die Begründung für die Rüstung der anderen Länder läge. 

3. Das deutsche Volk war damals sowohl in seinen Regierungen als auch in seinen Parteien von einer Gesinnung erfüllt, die den pazifistisch-demokratischen Idealen des Völkerbundes und seiner Gründer restlos entsprach. Während aber Deutschland als die eine Seite der Vertragsschließenden seine Verpflichtungen erfüllt hatte, unterblieb die Einlösung der Verpflichtung der zweiten Vertragsseite. Das heißt: Die hohen Vertragsschließenden der ehemaligen Siegerstaaten haben sich einseitig von den Verpflichtungen des Versailler Vertrages gelöst! 

Allein nicht genügend, daß jede Abrüstung in einem irgendwie mit der deutschen Waffenzerstörung vergleichbaren Maße unterblieb, nein: es trat nicht einmal ein Stillstand der Rüstungen ein, ja im Gegenteil, es wurde die Aufrüstung einer ganzen Reihe von Staaten offensichtlich. Was im Kriege an neuen Zerstörungsmaschinen erfunden wurde, erhielt nunmehr im Frieden in methodisch-wissenschaftlicher Arbeit die letzte Vollendung. Auf dem Gebiet der Schaffung mächtiger Landpanzer- sowohl als neuer Kampf- und Bombenmaschinen fanden ununterbrochene Verbesserungen statt. Neue Riesengeschütze wurden gebaut, neue Spreng-, Brand und Gasbomben entwickelt. 

Die Welt aber hallte seitdem wider von Kriegsgeschrei, als ob niemals ein Weltkrieg gewesen und ein Versailler Vertrag geschlossen worden wäre.

Inmitten dieser hochgerüsteten und sich immer mehr der neuesten motorisierten Kräfte bedienenden Kriegsstaaten war Deutschland ein machtmäßig leerer Raum, jeder Drohung und jeder Bedrohung wehrlos ausgeliefert. Das deutsche Volk erinnert sich des Unglücks und Leides von 15 Jahren wirtschaftlicher Verelendung und politischer Demütigung. 

Es war daher verständlich, wenn Deutschland laut auf die Einlösung des Versprechens auf Abrüstung der anderen Staaten zu drängen begann. Denn dieses ist klar: 

Einen hundertjährigen Frieden würde die Welt nicht nur ertragen, sondern er müßte ihr von unermeßlichem Segen sein. Eine hundertjährige Zerreißung in Sieger und Besiegte aber erträgt sie nicht. 

Die Empfindung über die moralische Berechtigung und Notwendigkeit einer internationalen Abrüstung war aber nicht nur in Deutschland, sondern auch innerhalb vieler anderer Völker lebendig. Aus dem Drängen dieser Kräfte entstanden die Versuche, auf dem Wege von Konferenzen eine Rüstungsverminderung und damit eine internationale allgemeine Angleichung auf niederem Niveau in die Wege leiten zu wollen. 

So entstanden die ersten Vorschläge internationaler Rüstungsabkommen, von denen wir als bedeutungsvollen den Plan MacDonalds in Erinnerung haben. Deutschland war bereit, diesen Plan anzunehmen und zur Grundlage von abzuschließenden Vereinbarungen zu machen. 

Er scheiterte an der Ablehnung durch andere Staaten und wurde endlich preisgegeben. Da unter solchen Umständen die dem deutschen Volke in der Dezember-Erklärung 1932 feierlich zugesicherte Gleichberechtigung keine Verwirklichung fand, sah sich die neue deutsche Reichsregierung als Wahrerin der Ehre und der Lebensrechte des deutschen Volkes außerstande, noch weiterhin an solchen Konferenzen teilzunehmen oder dem Völkerbund anzugehören. 

Allein auch nach dem Verlassen Genfs war die deutsche Regierung dennoch bereit, nicht nur Vorschläge anderer Staaten zu prüfen, sondern auch praktische Vorschläge zu machen. Sie übernahm dabei die von den anderen Staaten selbst geprägte Auffassung, daß die Schaffung kurzdienender Armeen für die Zwecke des Angriffs ungeeignet und damit für die friedliche Verteidigung anzuempfehlen sei. 

Sie war daher bereit, die langdienende Reichswehr nach dem Wunsche der anderen Staaten in eine kurzdienende Armee zu verwandeln. Ihre Vorschläge vom Winter 1933/34 waren praktische und durchführbare. Ihre Ablehnung sowohl als die endgültige Ablehnung der ähnlich gedachten italienischen und englischen Entwürfe ließen aber darauf schließen, daß die Geneigtheit zu einer nachträglichen sinngemäßen Erfüllung der Versailler Abrüstungsbestimmungen bei den anderen Vertragspartnern nicht mehr bestand. 

Unter diesem Umständen sah sich die deutsche Regierung veranlaßt, von sich aus jene notwendigen Maßnahmen zu treffen, die eine Beendigung des ebenso unwürdigen wie letzten Endes bedrohlichen Zustandes der ohnmächtigen Wehrlosigkeit eines großen Volkes und Reiches gewährleisten konnten. 

Sie ging dabei von denselben Erwägungen aus, denen Minister Baldwin so wahren Ausdruck verlieh: 

‚Ein Land, das nicht gewillt ist, die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen zu seiner eigenen Verteidigung zu ergreifen, wird niemals Macht in dieser Welt haben, weder moralische noch materielle Macht.‘ 

Die Regierung des heutigen Deutschen Reiches aber wünscht nur eine einzige moralische und materielle Macht, es ist die Macht, für das Reich und damit wohl auch für ganz Europa den Frieden wahren zu können. 

Die deutsche Reichsregierung hat daher auch weiterhin getan, was in ihren Kräften stand und zur Förderung des Friedens dienen konnte. 

1. Sie hat ihren Nachbarstaaten schon vor langer Frist den Abschluß von Nichtangriffspakten angetragen. 

2. Sie hat mit ihrem östlichen Nachbarstaat, Polen, eine vertragliche Regelung gesucht und gefunden, die dank des großen entgegenkommenden Verständnisses, wie sie hofft, für immer die bedrohliche Atmosphäre, die sie bei ihrer Machtübernahme vorfand, entgiftet hat und zu einer dauernden Verständigung und Freundschaft der beiden Völker führen wird. 

3. Sie hat endlich Frankreich die feierliche Versicherung gegeben, daß Deutschland nach der erfolgten Regelung der Saarfrage nunmehr keine territorialen Forderungen mehr an Frankreich stellen oder erheben wird. Sie glaubt damit, in einer geschichtlich seltenen Form die Voraussetzung für die Beendigung eines jahrhundertealten Streites zwischen zwei großen Nationen durch ein schweres politisches und sachliches Opfer geschaffen zu haben. 

Die deutsche Regierung muß aber zu ihrem Bedauern ersehen, daß eine sich fortgesetzt steigernde Aufrüstung der übrigen Welt stattfindet. Sie sieht in der Schaffung einer sowjetrussischen Armee von 101 Divisionen, d.h. 960.000 Mann zugegebene Friedens-Präsenzstärke, eine Gefahr, die bei der Abfassung des Versailler Vertrages nicht geahnt werden konnte.

Sie sieht in der Steigerung ähnlicher Maßnahmen bei den anderen Staaten weitere Beweise der Ablehnung der seinerzeit proklamierten Abrüstungsidee. Es liegt der deutschen Regierung fern, gegen irgendeinen Staat einen Vorwurf erheben zu wollen. Aber sie muß heute feststellen, daß durch nunmehr beschlossene Einführung der zweijährigen Dienstzeit in Frankreich die Grundlagen der Schaffung kurzdienender Armeen zugunsten eines langdienenden Heeres aufgegeben worden sind. 

Dies war aber mit ein Argument für die seinerzeit von Deutschland geforderte Preisgabe seiner Reichswehr. 

Die deutsche Regierung empfindet es unter diesen Umständen als eine Unmöglichkeit, die für die Sicherheit des Reiches notwendigen Maßnahmen noch länger auszusetzen oder gar vor der Kenntnis der Mitwelt zu verbergen.

Wenn sie daher dem in der Rede des englischen Ministers Baldwin am 28. November 1934 ausgesprochenen Wunsch nach einer Aufhellung der deutschen Absichten nunmehr entspricht, dann geschieht es: 

1. um dem deutschen Volk die Überzeugung und den anderen Staaten die Kenntnis zu geben, daß die Wahrung der Ehre und Sicherheit des Deutschen Reiches jetzt wieder der eigenen Kraft der deutschen Nation anvertraut wird; 

2. aber, um durch die Fixierung des Umfanges der deutschen Maßnahmen jene Behauptungen zu entkräften, die dem deutschen Volk das Streben nach einer militärischen Hegemonie-Stellung in Europa unterschieben wollen. 

Was die deutsche Regierung als Wahrerin der Ehre und der Interessen der deutschen Nation wünscht, ist, das Ausmaß jener Machtmittel sicherzustellen, die nicht nur für die Erhaltung der Integrität des Deutschen Reiches, sondern auch für die internationale Respektierung und Bewertung Deutschlands als eines Mitgaranten des allgemeinen Friedens erforderlich sind. 

Denn in dieser Stunde erneuert die Deutsche Regierung vor dem deutschen Volk und vor der ganzen Welt die Versicherung ihrer Entschlossenheit, über die Wahrung der deutschen Ehre und der Freiheit des Reiches nie hinauszugehen und insbesondere in der nationalen deutschen Aufrüstung kein Instrument kriegerischen Angriffs als vielmehr ausschließlich eine Bürgschaft seiner Verteidigung und damit der Erhaltung des Friedens bilden zu wollen. 

Die deutsche Reichsregierung drückt dabei die zuversichtliche Hoffnung aus, daß es dem damit wieder zu seiner Ehre zurückfindenden deutschen Volke in unabhängig gleicher Berechtigung vergönnt sein möge, seinen Beitrag zu leisten zur Befriedung der Welt in einer freien und offenen Zusammenarbeit mit den anderen Nationen und ihren Regierungen. 

In diesem Sinne hat die deutsche Reichsregierung mit dem heutigen Tage das folgende Gesetz beschlossen:

Gesetz für den Aufbau der Wehrmacht
vom 16. März 1935.

Die Reichsregierung hat folgendes Gesetz beschlossen, das hiermit verkündet wird:

§ 1

Der Dienst in der Wehrmacht erfolgt auf der Grundlage der allgemeinen Wehrpflicht.

§ 2

Das deutsche Friedensheer einschließlich der überführten Truppenpolizeien gliedert sich in 12 Korpskommandos und 36 Divisionen.

§ 3

Die ergänzenden Gesetze über die Regelung der allgemeinen Wehrpflicht sind durch den Reichswehrminister dem Reichsministerium vorzulegen.

Berlin, den 16. März 1935.“


[Unterschriften des Führers
und sämtlicher Mitglieder des Reichskabinetts.]
.

Ein Volk atmet auf

n den Zeitungsdruckereien herrscht Hochbetrieb. Jede Zeitung will die erste sein, die mit einer Extraausgabe dem Volke die Nachricht bringt. Um 18 Uhr sind die Extrablätter auf der Straße. Sie sind in wenigen Minuten ausverkauft. Man reißt sie den Händlern aus den Händen. Eine ungeheuere Welle der Begeisterung geht über das gesamte deutsche Volk. Und bald ist dann der Wilhelmsplatz schwarz von Menschen, branden immer wieder und wieder die Lieder der Nation gegen die Mauern, gesungen mit einer Inbrunst und Gläubigkeit, die nur vom 30. Januar übertroffen wird.

Telegraph und Telephon sind ebenfalls überlastet. Kabeltelegramm um Kabeltelegramm jagen die Journalisten der Auslandszeitungen heraus, und auf dem Berliner Haupttelegraphenamt stauen sich die Anfragen der ausländischen Redaktionen bei ihren Berliner Mitarbeitern.

Und so wie in Berlin sieht es in allen Städten Deutschlands aus. Überall die gleiche Freude und der gleiche Jubel.

Der 17. März ist der Heldengedenktag für die Gefallenen des Weltkrieges. Strahlende Sonne liegt an diesem Tage über Deutschland. Am Morgen haben alle Gebäude halbmast geflaggt. Um 12 Uhr mittags erscheint mit dem Reichskriegsminister Generaloberst von Blomberg und dem Generalfeldmarschall von Mackensen der Führer in der Staatsoper zur Heldengedenkfeier. Irgend jemand erinnert an die Inschrift, die das Gefallenendenkmal der 15. Ulanen in Düsseldorf trägt:

„Wenn tausend einen Mann erschlagen, 
das ist nicht Sieg, das ist nicht Ehr‘, 
Und heißen wird’s in fernen Tagen: 
Gesiegt hat doch das deutsche Heer.“

Ganz Berlin ist an diesem Tage auf den Beinen, und die Gegend um die Staatsoper herum, Schloßplatz und die Straße Unter den Linden sind ein brodelndes Menschenmeer.

Im Lustgarten sind die feldgrauen Kolonnen aufmarschiert, die nun zum ersten Male als Wehrmacht des jungen Dritten Reiches vor dem Führer vorbeimarschieren werden.

Nun spricht in der Staatsoper der Oberbefehlshaber der Wehrmacht und von nun an Reichskriegsminister. Erinnert daran, daß an diesem Tage den zwei Millionen toten deutschen Soldaten des Weltkrieges Genugtuung gegeben ist, daß eine starke deutsche Wehr nun wieder die deutsche Ehre schützt. Spricht von zahlreichen Ruhmestaten des alten deutschen Heeres und der alten deutschen Marine. Namen klingen auf: Flandern, Somme, Verdun, Tannenberg, Isonzo, Narew, Skagerrak, Coronel.

„In allem unserem Tun, in allem Handeln und Dulden wollen wir aber nicht müde werden, uns des Opfertodes unserer gefallenen Brüder würdig zu erweisen. Wir müssen im Leben die gleiche Hingabe und Vaterlandsliebe beweisen, die sie uns im Sterben bewiesen. Wir wollen in dieser Stunde abschwören dem Ungeiste des Eigennutzes, der Selbstsucht und der Überheblichkeit. Wir wollen uns bekennen zu den Idealen eines starken, wehrhaften und stolzen Deutschlands, das nie mehr kapituliert und nie mehr seine Unterschrift unter Verträge und Abmachungen setzen wird, die seine Ehre, seine Sicherheit und sein Lebensrecht beeinträchtigen.“

Dann tritt der Führer hinaus in die Sonnenflut. Über den Lustgarten hallen die Glocken des Domes. Der Präsentiermarsch klingt auf. Ein Offizier meldet dem Führer die Fahnenkompanie. Block um Block, Kompanie um Kompanie, Batterie um Batterie schreitet der Führer ab. In den Gesichtern der jungen Soldaten zuckt kein Muskel, aber ihre Augen sind voll Glück und Glauben. In diesem Augenblick wird symbolhaft das Walten des Schicksals klar, das einen unbekannten Soldaten aus jenem riesigen grauen Heere des Großen Krieges dazu ausersah, nach den Jahren der Schmach und des Niederganges seinem Volke den Weg in die Freiheit zu bahnen.

Dumpf wirbeln die Trommeln. Die Fahnen des Großen Krieges senken sich, und während Schuß um Schuß der Salutbatterie über den Lustgarten dröhnt, heften der Führer und seine Generale an die Feldzeichen der alten Armee das Ehrenkreuz des Weltkrieges.

Nun schreitet der Führer zum Ehrenmal und verweilt einige Minuten in ernstem Gedenken. Dann steigen die stolzen Fahnen der Nation auf Vollmast empor. Dann dröhnen die Trommeln und schmettern die Fanfaren. Und in wuchtigem Schritt kommt es vom Lustgarten heran: Zum ersten Male marschieren Teile des jungen grauen Heeres an ihrem Obersten Befehlshaber vorbei. Ein Schauer geht in diesem Augenblick über die Hunderttausende. Der Klang alter preußischer Märsche reißt nun alles mit. Jede Absperrung wird überschwemmt. Und breite Menschenströme wogen neben den grauen Kolonnen her. Berlin gibt seinen Soldaten das Geleit.

Als am Abend der Führer nach München zurückkehrt, da bereitet ihm die Hauptstadt der Bewegung spontan einen triumphalen Empfang. Weit draußen vom Flugplatz Oberwiesenfeld bis zum Hotel „Vier Jahreszeiten“, wo der Führer vorübergehend Wohnung genommen hat, ein einziges dichtes Spalier, eine einzige inbrünstige Jubelkundgebung.

Dort, wo am 9. November 1923 16 Kämpfer beispielhaft ihr Leben für die Nation gaben, an der Feldherrnhalle, legt der Führer einen großen Kranz für alle Gefallenen Deutschlands nieder. Ein Vorbeimarsch aller Münchner Formationen beschließt den Tag.

Das deutsche Wehrgesetz

m 21. Mai 1935 erläßt die Reichsregierung das deutsche Wehrgesetz, unter dem sich nun der Aufbau der neuen Wehrmacht vollzieht. Seine drei Hauptbestimmungen lauten:

§ 1
1. Wehrdienst ist Ehrendienst am deutschen Volke.
2. Jeder deutsche Mann ist wehrpflichtig.
3.  Im Kriege ist über die Wehrpflicht hinaus jeder deutsche Mann und jede deutsche Frau zur Dienstleistung für das Vaterland verpflichtet.
§ 2
Die Wehrmacht ist der Waffenträger und die soldatische Erziehungsschule des deutschen Volkes. Sie besteht aus
dem Heere,
der Kriegsmarine,
der Luftwaffe.
§ 3
1. Oberster Befehlshaber der Wehrmacht ist der Führer und Reichskanzler.
2. Unter ihm übt der Reichskriegsminister als Oberbefehlshaber der Wehrmacht
Befehlsgewalt über die Wehrmacht aus.
.
Die Dauer der aktiven Wehrpflicht bei den drei Wehrmachtsteilen wird einheitlich auf ein Jahr festgelegt.
.
Am 24. August 1936 erweitert der Führer die aktive Dienstpflicht auf 2 Jahre durch folgenden Erlaß:
.
Der Führer und Reichskanzler hat folgenden Erlaß über die Dauer der aktiven Dienstpflicht in der Wehrmacht vom 24. August 1936 unterzeichnet:
.
Zum § 8 des Wehrgesetzes vom 21. 5. 1935 (RGBl. I S. 609) verordne ich unter Aufhebung meines Erlasses vom 22. 5. 1935 (RGBl. I S. 614):
.
      Die Dauer der aktiven Dienstpflicht bei den drei Wehrmachtsteilen wird einheitlich auf zwei Jahre festgesetzt.
      Der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht erläßt die erforderlichen Ausführungs- und Übergangsbestimmungen.
.
Berchtesgaden, den 14. August 1936.
Adolf Hitler.
v. Blomberg.
Dazu schreibt die Nationalsozialistische Parteikorrespondenz:
.
„Während in Berlin das große olympische Fest des Friedens stattfand und Deutschland glücklich war, seinen Gästen einen Einblick geben zu können in die Ruhe und Ordnung des heutigen Reiches, bebt die Welt an zahlreichen Stellen unter den Schrecknissen blutiger Bürgerkriege und wilder Wirtschaftskämpfe. 
Eine ziffernmäßig kleine, aber im Solde ihrer rassischen Verfilzung einen mächtigen Einfluß ausübende internationale Hetzgruppe versucht, die Welt in das Chaos des kommunistischen Zusammenbruchs zu stürzen. Ungeheuer sind dabei die Rüstungen, die den bolschewistischen Militarismus in die Lage setzen sollen, dieser Aufgabe zu genügen.
Wenn nun ein bolschewistischer Machthaber in zynischer Offenheit erklärt, daß es die Aufgabe der bolschewistischen Armee auch sein wird, unter Umständen jenen Ländern, die der inneren bolschewistischen Hetze standhalten würden, durch den Eingriff der Roten Armee von außen her die Revolution zu bescheren, so wird das nationalsozialistische Deutschland einer solchen Ankündigung gegenüber genau so wenig kapitulieren, wie es einst nicht kapituliert hat gegenüber den Drohungen der von Moskau bezahlten Hetzer in Deutschland selbst.
So wie die nationalsozialistische Partei der deutschen Nation den inneren Frieden bewahrt, so wird die nationalsozialistische Armee dem Reiche den äußeren Frieden sichern.
Die Geschichte hat uns belehrt, daß es besser ist, für diesen Frieden – wenn notwendig – große Opfer zu bringen, als im bolschewistischen Chaos zu versinken.
Gegenüber dem Sowjetimperialismus und seiner militaristischen Bedrohung wird das nationalsozialistische Deutschland als Wächter seines eigenen Friedens und damit als Schützer seiner Kultur jene Maßnahmen treffen, die notwendig sind, um die Freiheit und Unabhängigkeit der Nation unter allen Umständen zu garantieren.“
.

Das deutsch-englische Flottenabkommen

m 18. Juni 1935 wird zum ersten Male seit dem Weltkriege ein militärischer Vertrag zwischen dem Deutschen Reiche und einer anderen Nation geschlossen. Dieser Vertrag ist der erste wirkliche Beitrag zur Rüstungsbegrenzung und gibt gleichzeitig der deutschen Kriegsmarine die notwendige Freiheit. Botschafter von Ribbentrop bestätigt in einem Briefe an den englischen Außenminister Sir Samuel Hoare den Inhalt des deutsch-englischen Flottenabkommens. Dadurch wird die künftige Stärke der deutschen Flotte gegenüber der Gesamtflotte des englischen Weltreiches im Verhältnis von 35:100 festgesetzt. Hinsichtlich der Unterseeboote hat das Deutsche Reich jedoch das Recht, eine der gesamten Unterseeboottonnage der Mitglieder des britischen Weltreichs gleiche Unterseeboot-Tonnage zu besitzen, ohne jedoch das Stärkeverhältnis von 35:100 hinsichtlich der Gesamttonnage zu überschreiten. Die Regierung des Deutschen Reiches verpflichtet sich, ohne Verhandlungen mit der englischen Regierung über den Prozentsatz von 45 vom Hundert der englischen Unterseeboot-Tonnage nicht hinauszugehen.

Wenige Monate später liegen zum ersten Male seit dem Weltkrieg wieder deutsche Unterseeboote auf der Kieler Förde, fügen auf den deutschen Kriegsschiffwerften wieder Schweiß- und Nietapparate Panzerplatte an Panzerplatte zu stolzen Schiffen, die Deutschlands Küsten zu schützen bestimmt sind.

Die englische Regierung bringt zum Ausdruck, daß die Einigung, zu der sie nunmehr mit der Regierung des deutschen Volkes gelangt ist und die sie als eine vom heutigen Tage ab gültige, dauernde und endgültige Einigung zwischen den beiden Regierungen ansieht, den Abschluß eines zukünftigen allgemeinen Abkommens über eine Rüstungsbegrenzung zwischen allen Seemächten der Welt erleichtern wird.

17 Jahre nach jenen Tagen, an denen das stolze deutsche Heer in den Stürmen der Novemberrevolte zerspellte, 16 Jahre nach Abschluß des Vertrages, der Deutschland für alle Zeiten in Ketten zu schlagen bestimmt war, schützt wieder eine starke Armee Deutschlands Grenzen, eine von den Versailler Fesseln befreite Flotte die deutschen Küsten:

brach Adolf Hitler dem deutschen Volke die Bresche in die Freiheit!

.

Quelle: Gebt mir 4 Jahre Zeit – Dokumente zum ersten Vierjahresplan des Führers
Von Alfred-Ingemar Berndt
unter Mitarbeit von Dr. Erich Schrötter.
Mit einem Geleitwort von Reichsminister Dr. Joseph Goebbels.
Zentralverlag der NSDAP., Franz Eher Nachf. GmbH, München, 1937
(Übernommen von: Wintersonnenwende)

3 Gedanken zu “Gebt mir 4 Jahre Zeit! – Dokumente zum ersten Vierjahresplan des Führers – Teil 1

  1. unsere väter haben die Weimarer judenrepublik überwunden dank des führers und wir werden die bonner/berliner judenrepublik überwinden , dank dessen was der führer uns vermacht hat! in jedem echten deutschen steckt unter dem schutt der zeit , noch ein echter Nationalsozialist! man muß ihn nur wecken! Volksgemeinschaft statt spaßgesellschaft -gerade bei der oderflut hat sich diese Eigenschaft wieder grandios gezeigt. sie können das deutsche wesen einige zeit überlagern, aber sie werden es niemals austreiben.die zeit arbeitet also in Wirklichkeit immer für uns!!!

    es lebe das nationalsozialistische großdeutsche reich!!!

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