Der Balkanfeldzug 1941

Mit dem Balkanfeldzug beabsichtigten die Achsenmächte die expansiven Interessen Großbritanniens einerseits und der Sowjetunion andererseits auf dem Balkan einzudämmen. Im Vorfeld des Feldzuges hatten die Sowjet-Bolschewisten ihre vormals im Zusammenhang mit dem deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt vereinbarten Interessensphäre auf dem Balkan an mehreren Stellen deutlich überschritten und stellten wiederholt weitergehende Territorialforderungen.

Balkanfeldzug_1941

Der Balkanfeldzug 1941

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Das Ziel Mussolinis war es, das den Alliierten zugewandte Griechenland im Sturm zu erobern. Doch schon am 3. November 1940 gingen die Griechen erfolgreich zum Gegenangriff über. Bis zum 14. November gerieten die italienischen Truppen endgültig in die Defensive, so dass diese sogar bis über die Grenzen Albaniens zurückgedrängt wurden. Angesichts solcher Niederlagen des Achsenpartners erließ Adolf Hitler am 13. Dezember 1940 mit dem Unternehmen „Marita“ Weisungen für einen Feldzug auf dem Balkan.

„Als sich dem Balkan infolge der britischen Intrigen die Gefahr näherte, früher oder später ebenfalls in den Krieg hineingerissen zu werden, war es erst recht mein Bemühen, alles zu tun, um Jugoslawien vor einer so gefährlichen Verstrickung zu bewahren. Unser Außenminister, Parteigenosse Ribbentrop, hat in diesem Sinn mit der ihm eigenen Geduld und genialen Beharrlichkeit in zahlreichen Zusammenkünften und Besprechungen immer wieder auf die Zweckmäßigkeit, ja Notwendigkeit, hingewiesen, wenigstens diesen Teil Europas aus dem unseligen Kriege herauszuhalten. […] Es ist daher vollkommen richtig, wenn Mister Halifax erklärt, daß es nicht die deutsche Absicht gewesen sei, auf dem Balkan einen Krieg herbeizuführen.“

– Adolf Hitler in seiner Rede vom 4. Mai 1941 –

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Vorgeschichte und Feldzug

Anfang des Jahres 1941 versuchte das Deutsche Reich im Balkankonflikt zu vermitteln. So unterbreitete man dem Königreich Jugoslawien den Vorschlag, dem Dreimächtepakt beizutreten, was jedoch abgelehnt wurde. Griechenland verzichtete ebenfalls auf jeden Vermittlungsversuch, da seine Armee die italienischen Soldaten an jeder Front zum Rückzug zwingen konnte. Eine italienische Großoffensive am 9. März wurde zum Desaster. Am 27. März trat Jugoslawien schließlich dem Dreimächtepakt bei. Die Folge waren antideutsche Demonstrationen und ein Putsch des serbischen Offizierskorps gegen die Regierung des Prinzregenten Paul, woraufhin der Beitritt wieder rückgängig gemacht wurde.

Nun war der Balkanfeldzug nicht mehr aufzuhalten. Am 6. April überschritten Wehrmachtverbände die Grenze nach Jugoslawien, und die Luftwaffen der Achsenmächte begannen Belgrad zu bombardieren. Bereits am 10. April war die kroatische Stadt Agram besetzt. Belgrad fiel zwei Tage später unter dem Druck deutscher Panzerverbände. Am 17. April unterschrieben die jugoslawischen Befehlshaber schließlich die Kapitulation.

Ebenfalls am 6. April begann der deutsche Feldzug gegen Griechenland. Anders als in Jugoslawien war der griechische Widerstand stellenweise ausgesprochen hart. Besonders in den Gebirgslagen und im Gebiet der stark verteidigten Metaxas-Linie stießen die Soldaten nur langsam und unter hohen Verlusten durch das bergige Nordgriechenland in das Landesinnere vor. Am 9. April fiel Saloniki. Gleichzeitig wurden die griechischen Heere in Ostmazedonien abgeschnitten und die Metaxas-Linie stärker bedrängt. Die griechischen Verstärkungen von der albanischen Front wurden bei ihrem Vormarsch durch die gebirgige Landschaft und von deutschen und italienischen Panzereinheiten sowie Luftangriffen behindert. Am 21. April mussten 223.000 griechische Soldaten kapitulieren.

Die Briten, die in Griechenland stationiert waren, bauten unterdessen eine Verteidigung an den Thermopylen auf. Diese wurde am 24. April überrannt, woraufhin die Alliierten eine amphibische Evakuierungsoperation einleiten mussten, in der 50.000 Soldaten nach Ägypten verschifft wurden. Am 27. April rückte die Wehrmacht schließlich in Athen ein.

Am 25. April entschlossen sich die Führer der Achsenmächte zu einer Luftlandeschlacht um die Insel Kreta (Unternehmen „Merkur“). Am Invasionstag, dem 20. Mai 1941, brachten 593 Transportflugzeuge die deutschen Luftlandeeinheiten über Kreta. Diese bildeten durch ihre Fallschirme ein leichtes Ziel für die Luftabwehr, wodurch viele Fallschirmjäger während des Absprungs getötet oder verwundet wurden. Die gelandeten Einheiten konnten zunächst auch keine Flugplätze für Nachschub und Verstärkungen (insbesondere Artillerie und Fahrzeuge) erobern. Außerdem gab es keine Funkverbindung zum deutschen Hauptquartier in Athen, da die Funkgeräte bei den Landungen zerstört worden waren. Erst mit verstärktem Einsatz der Luftwaffe und einigen erfolgreichen Landungen auf umkämpften Flugplätzen stabilisierte sich die Situation. Die Alliierten kämpften um Kreta eine Woche lang, bis sie sich dann mit etwa 17.000 Mann absetzten. Aufgrund der hohen Verluste wurde jedoch beschlossen, in Zukunft keine Luftlandungen mehr durchzuführen.

Folgen

Der Balkanfeldzug hatte im besetzten Jugoslawien wie auch in Griechenland einen lang andauernden Partisanenkrieg zur Folge, dessen die Wehrmacht nicht Herr wurde. Sie wurde von verschiedenen Partisanengruppen bekämpft, wobei sich die Jugoslawische Volksbefreiungsarmee unter Tito trotz des Unternehmens „Rösselsprung“ durchsetzen konnte. Ähnlich hatte in Griechenland die kommunistische Volksbefreiungsarmee ELAS die Oberhand unter den Partisanenverbänden. In diesem Fall führte das Kriegsende allerdings nicht zur Herrschaft der Kommunisten, sondern wegen der egoistischen Intervention britischer Truppen zum griechischen Bürgerkrieg.

Gemeinsam mit dem Afrikafeldzug trug der Balkanfeldzug dazu bei, dass sich der geplante Russlandfeldzug um mehrere Wochen verzögerte. Der Historiker Hans-Ulrich Wehler hält es für möglich, dass bei einem früheren Beginn des Unternehmens „Barbarossa“ der Winterkrieg hätte vermieden werden können, der die Wehrmacht im Dezember 1941 daran hinderte, Moskau zu erobern.

„Hitler ist gegen seinen Wunsch in einen kostspieligen Balkankrieg verwickelt worden.“

– Johann Wuescht: Jugoslawien und das Dritte Reich, 1969, S. 162 –

Hitler wollte Frieden auf dem Balkan, der ihn den ungestörten Bezug von Mineralöl, Rohstoffen und Lebensmitteln aus den Südost-Staaten ermöglichte und Deutschland gegebenenfalls einen sicheren Flankenschutz gegen England und die Sowjetunion gewährleistete.“

– Johann Wuescht: Jugoslawien und das Dritte Reich, 1969, S. 111 –

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 Auswaertiges Amt – Weissbuch Nr. 7 – Dokumente zum Konflikt mit Jugoslawien und Griechenland (1941-1995, 108 Doppels., Scan)

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Quelle: Metapedia

4 Gedanken zu “Der Balkanfeldzug 1941

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