Julius Streicher – Kampf dem Weltfeind – Reden aus der Kampfzeit, Teil 1

Die größte Gefahr für eine Bewegung sind die Angstmacher und Schwarzseher
1. August 1920 in Leipzig

Julius Streicher begann in Nürnberg schon im November 1918 als Diskussionsredner in den Versammlungen der Unabhängigen und der Wehrheitssozialisten den politischen Kampf. Nachdem er einige Male mit Erfolg gesprochen hatte, erkannten ihn die jüdischen Funktionäre als gefährlichen Gegner und ließen ihn nicht mehr zu Worte kommen. Um nun weiterhin öffentlich die Meinung sagen zu können, musste sich Streicher einer Partei anschließen. Im Frühjahr 1920 baten ihn die Mitglieder der Deutschen Sozialistischen Partei (DSP.), in ihre Reihen einzutreten. Die Deutsche Sozialistische Partei war vor dem Eintritt Streichers, wie die Deutsche Arbeiterpartei (DAP.) vor dem Eintritt Adolf Hitlers, ein nationaler bürgerlicher Verein ohne Kampfkraft und Begeisterung. Wie Adolf Hitler die Deutsche Arbeiterpartei, so formte Julius Streicher die Deutsche Sozialistische Partei zu einer tüchtigen Kampfgemeinschaft. Auf seine Veranlassung schlossen sich die im ganzen Reich verteilten Gruppen der Deutschen Sozialistischen Partei zu einem Verband zusammen. Am 4. Juni 1920 gründete er sein erstes Kampfblatt „Deutscher Sozialist“. Streicher musste sich nicht nur gegen die politischen Gegner sondern auch gegen die zahlreichen in der eigenen Partei vorhandenen unwissenden und lauen Mitglieder durchsetzen.

Diesen war insbesondere die Unbeugsamkeit, mit welcher Julius Streicher den Kampf gegen das Judentum geführt haben wollte, unverständlich und für das Weiterbestehen der Partei gefährlich.

Vom 31. Juli bis 2. August 1920 fand in Leipzig der zweite Parteitag der Deutschen Sozialistischen Partei statt. Auf dieser Tagung hielt Streicher eine grundsätzliche Rede über seine Einstellung zum Judentum.

Aus dieser Rede erfährt man aber auch, mit welchen Schwierigkeiten Julius Streicher schon in den Anfängen seines Kampfes zu ringen hatte.

„Meine Deutschgenossen! Ich begrüße Sie im Namen des Kampfblattes „Deutscher Sozialist“. Auf dem ersten Parteitag der Deutschen Sozialistischen Partei in Hannover am 25. April 1920 wurde beschlossen, eine Zeitung zu gründen. Sie sollte die Mitglieder unserer Bewegung enger verbinden, neue Mitglieder werben und die Angriffe unserer Gegner abwehren. Wir haben uns damals beraten, wann die Zeitung erscheinen und welchen Namen sie bekommen solle. Inzwischen ist es mir gelungen, die Zeitung ins Leben zu rufen. So ist das Kampfblatt „Deutscher Sozialist“ entstanden. Ungeheure Schwierigkeiten mußten überwunden werden. Es fehlte an Geld, Material und Erfahrung. Zeitraubender Schriftwechsel war nötig, um Papier zu erhalten. Aber all diese Schwierigkeiten sind überwunden. Freilich sind viele neue Sorgen dazu gekommen. Aber der „Deutsche Sozialist“ geht hinaus aufs Land und kämpft für unsere Idee. 

Ich habe mir damals überlegt, ob das Kampfblatt Parteiblatt oder freies Blatt werden solle. Ich habe mich für ein freies Blatt entschieden. Die Zeitung gehört also nicht der Partei, sondern dem Verlag. Sollte ich aber vor die Gewehre kommen, so wird die Partei Erbin des „Deutschen Sozialisten“ sein. 

Ich habe die ganze Verantwortung für das Blatt übernommen. Deshalb verlange ich auch von Ihnen, meine Deutschgenossen, daß Sie mir Ihr Vertrauen schenken! Zeitungsfrage ist Vertrauensfrage. Sie können sich gar nicht vorstellen, welche Summen die Vorbereitungen verschlungen haben. Ich hatte aber kein Geld und nur mit Geld konnte das Kampfblatt am Leben erhalten werden. Wer kann es mir deshalb verargen, wenn ich von Freunden Geld angenommen habe? Wir bekämpfen ja nicht das Kapital an sich: zu allem gehört ja Kapital. Auch diese Angelegenheit ist eine Sache des Vertrauens. Wenn man mich gefragt hat, wie ich zu den Mitteln für die Zeitung gekommen bin, dann habe ich immer frei geantwortet, daß ich sie mir erbettelt habe. Ich freue mich, daß man im Volke einsieht, daß unsere Arbeit auf Ehrlichkeit und guter Absicht aufgebaut ist. 

Ich weiß, daß die Gestaltung unseres Kampfblattes nach dem Parteiprogramm zu geschehen hat. Dennoch bitte ich mir vollständige Freiheit aus. Solange ich die Leitung des Blattes in Händen habe, werde ich nur das aufnehmen, was ich verantworten kann. Dennoch werde ich die Zeitung nach dem Parteiprogramm gestalten. Aus dem Leserkreis habe ich mehrere Briefe erhalten, in denen man mir rät, künftig das Wort „Jude“ zu vermeiden. Ich erkläre hier, daß ich die Themen meiner Aufsätze stets mit Vorbedacht gewählt und jedes Wort reiflich überlegt habe. Ich habe bewußt gehandelt und weiß sehr wohl, daß ich einen schweren Kampf zu bestehen habe. Ich fürchte diesen aber keineswegs. Meine Herren, überlegen Sie doch, daß wir es mit einem unaufgeklärten Arbeiterstand und einem sogenannten gebildeten Mittelstand zu tun haben! Vergessen Sie aber nicht, daß der sogenannte gebildete Mittelstand ein unaufgeklärter Mittelstand ist! In weiteren Zuschriften haben Leser längere und wissenschaftlicher gehaltene Aufsätze verlangt. Meine Herren: wir wollen doch hauptsächlich den Arbeiter erfassen! Dieser findet in der Kürze die Würze. Der Arbeiter liest keine langen Berichte. Heben wir doch nicht hervor, was uns trennt, sondern schreiben wir das, was uns verbindet! Ich habe absichtlich die Aufsätze kurz gehalten und bitte Sie dringend, in diesem Sinne zu handeln. Der Inhalt muß volkstümlich geschrieben sein, sonst wird er nicht von den Kreisen verstanden, die wir erfassen wollen. Kürzlich wurde der Name Helfferich im „Deutschen Sozialisten“ genannt. Ich habe das bewußt getan. Es war nicht falsch. Überhaupt wird von dem Blatt all das ferngehalten, was die Bewegung in Gefahr bringen könnte. Aber unter keinen Umständen darf unser Blatt seinen kämpferischen Charakter verlieren! 

In letzter Zeit ist der „Deutsche Sozialist“ unregelmäßig erschienen. Das lag am öfteren Wechsel der Druckerei. Außerdem ist die Papierbeschaffung ungeheuer schwer. Dennoch ist es mir immer gelungen, die Zeitung in sehr hoher Auflage drucken zu lassen und zu versenden. Von überall her habe ich freudige Zustimmung erhalten. Ich freue mich, daß auch Nichtmitglieder zu unseren Lesern gehören. Wenn der Inhalt auch da und dort nicht ganz entsprechen sollte, so wird trotzdem jeder Suchende Neues erfahren. Denn ich bemühe mich, den Inhalt so vielseitig wie nur möglich zu gestalten. 

Schon jetzt setzt der brutale Kampf des Judentums gegen unser Kampfblatt ein. Zeitungsverkäufer werden von Juden gezwungen, unser Blatt nicht mehr zu verkaufen. Es dürfte für Sie bermerkenswert sein zu wissen, daß bereits ein Minister das Blatt sich regelmäßig kommen läßt. Sie sehen also, wie schon Kreise ihre Aufmerksamkeit auf uns lenken, die nicht zu uns gehören! So habe ich es gewollt. Um das Blatt am Leben zu erhalten, muß ich mich an Ihren Opfergeist wenden und Sie um freiwillige Spenden bitten. Wenn viele Hände etwas geben, kommt viel zusammen. Die Beschaffung von Geld ist bei der von Tag zu Tag größer werdenden Teuerung ungeheuer wichtig. Ich bin kürzlich zu einem Trafikanten gegangen und habe gesagt: „Geben Sie mir für so und so viele Arbeiter das Geld und ich überweise diesen die Zeitung!“ Der Fabrikant ist damit einverstanden gewesen und hat nur gebeten, seinen Namen nicht zu nennen. Das kann man ja ruhig tun. Versuchen Sie, es in Ihrem Bekanntenkreis ebenso zu machen und lassen Sie mich nicht in meiner schweren und verantwortungsvollen Arbeit im Stich! Obwohl wir aber das Geld zum Kampfe nicht entbehren können, gibt es für uns doch noch eine größere Kraft. Das ist der Geist, der uns innewohnt und uns immer wieder zum Kampf treibt. Das Volk muß fühlen, daß wir ehrliche Kämpfer sind. Die größte Gefahr für eine Bewegung aber sind die Pessimisten, die Angstmacher und die Schwarzseher. Seien Sie alle dazu bereit, auch mit Leben für das einzutreten, was wir erkämpfen wollen!“ 

Aus dem Tagesbericht der Deutschen Sozialistischen Partei (DSP.) anläßlich des zweiten Parteitages in Leipzig. Hauptarchiv München, Akt DSP.

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Quelle: 

Julius Streicher – Kampf dem Weltfeind
Reden aus der Kampfzeit
Gesammelt und bearbeitet von Dr. Heinz Preiß
Copyright 1938 by Verlag DER STÜRMER, Nürnberg

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