Hermann Balck – General der Panzertruppe und Brillantenträger im Zweiten Weltkrieg

Georg Otto Hermann Balck (Lebensrune.png 7. Dezember 1893 in Danzig-Langfuhr; Todesrune.png 29. November 1982 in Eberbach-Rockenau) war ein deutscher Offizier des Kaiserlichen Heeres, der Freikorps, der Reichswehr und der Wehrmacht, zuletzt General der Panzertruppe, Heeresgruppenbefehlshaber und Brillantenträger im Zweiten Weltkrieg.

Hermann Balck (1893 – 1982)

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Hermann Balck zählt zu den hervorragendsten Panzerfüh­rern des Zweiten Weltkrieges. Sein Mut war legendär. Auch aussichtslose Situationen sahen ihn stets an vorderster Front. Mit vielfach spektakulären Husarenstücken und Handstreichen schrieb er wiederholt Kriegsgeschichte. Im Mai 1945 gelang es ihm, mehr als 300.000 verbündete und deutsche Solda­ten vor dem Zugriff der Roten Armee zu retten. Das Standardwerk „Die Eichen­laubträger“ (Lenfeld/Thomas) über ihn:

„Balck war einer der verdientesten deut­schen Heerführer, der überall schwierigste Lagen vortrefflichst bereinigte und noch in den letzten Kriegsjahren mit seinen Truppen beachtliche Erfolge zeitigte.“

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Frühe Jahre

Hermann Balck war der Sohn des Militärtaktikers und Pour-le-Mérite-Trägers Konrad Friedrich August Henry William Balck, zuletzt Generalleutnant des Kaiserlichen Heeres.

Er trat am 10. April 1913 als Fahnenjunker in das Hannoversche Jäger-Bataillon Nr. 10 der Preußischen Armee in Goslar ein. Vom 12. Februar 1914 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges besuchte er die Kriegsschule Hannover. Er kehrte dann zu seinem Bataillon zurück und zog mit diesem als Zugführer an die Front, wo er am 10. August 1914 zum Leutnant befördert wurde. Zeitweise fungierte Balck vom 12. August bis zum 30. Oktober 1914 als Bataillonsadjutant. Durch eine Verwundung, die er am 30. Oktober 1914 erlitten hatte, war er in der Folgezeit bis zum 6. Februar 1915 dienstunfähig. Nach seiner Wiederherstellung diente er bis zu einer abermaligen Verwundung am 28. Juni 1915 im Reserve-Jäger-Bataillon Nr. 22.

Als Front­offizier 1914 bis 1918 siebenmal ver­wundet und mit hohen Auszeichnungen dekoriert, wurde er kurz vor Kriegsschluss zum Pour le Mérite eingereicht. Dann kämpfte er als Kompaniechef im Hannoverschen Freiwilligen-Jäger-Bataillon „Kirchheim“ beim Grenzschutz Ost in der Provinz Posen gegen polnische Imperialisten. Anschließend wurde er von der Reichswehr übernommen.

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Zweiter Weltkrieg

Im Krieg gegen Frankreich 1940 machte Balck durch persönliche Tapferkeit und hervorragende Führung seiner Truppe auf sich aufmerksam. Mit dem 1. Schützenregiment durchbrach er bei Sedan die feindlichen Linien und stürmte bis Dün­kirchen. Für diese Kühnheit wurde er 1940 mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet. Balcks Taten waren in aller Regel be­sonders spektakulär. An der Aisne brach er mit seinen Männern durch, rollte an­schließend die feindlichen Stellungen in den Vogesen auf und nahm die Festung Belfort im Handstreich.

Im Feldzug gegen Jugoslawien (Unternehmen „Merkur) und Griechenland durchbrach Balck mit sei­nem Panzer-Regiment 3 die Metaxas-Linie, stieß ins Tempetal bis Mittelgrie­chenland vor und kam siegreich nach Saloniki und Athen. Der britische Nach­richtendienst berichtete darüber:

„Das Panzerregiment 3 verstand es, Gelände zu überwinden, das wir für absolut pan­zersicher gehalten hatten. Deshalb ver­zichteten wir auf eine Panzerabwehr.“

Balck erhielt den bulgarischen Tapferkeitsorden III. Klasse mit Schwertern.

Als Generalmajor und Kommandeur der unter ihm berühmt gewordenen 11. Panzer-Division im Osten bekam er am 20. Dezember 1942 das Eichen­laub. In der Abwehrschlacht im Suchinitschibogen schoss er mit seinen Leuten 91 Panzer an einem Tag ab, eine während des Zweiten Weltkrieges nie wieder erreichte Anzahl.

Am 4. März 1943 erhielt er für erfolgreiche Kämpfe gegen viel­fach überlegene Gegner die Schwerter und als General der Panzertruppe und Oberbefehlshaber der 4. Panzerarmee am 31. August 1944 die Brillanten.

Als Chef der Heeresgruppe G in Loth­ringen gelang es ihm, die personell und materiell weit überlegenen VS-Truppen 1944 längere Zeit aufzuhalten. 30 deutsche brachten 700 VS-amerikani­schen Panzern empfindliche Verluste bei.

Kurz vor Kriegsende konnten unter sei­ner Führung östlich von Graz noch meh­rere Sowjetdivisionen geschlagen wer­den. Auch schaffte er es, rund 300.000 deutsche und verbündete Soldaten aus Ungarn vor dem Zugriff der Sowjets nach Westen zu retten. Er musste am 8. Mai 1945 kapitulieren und kam in Kriegsgefangenschaft.

Generalleutnant Balck an der Ostfront bei der Infanterie-Division (mot) „Großdeutschland“, 1943

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Anklage

Nach seiner Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft 1947 wurde er 1948 erneut festgenommen und angeklagt. Balck hatte im November 1944 den Artillerie-Kommandeur Oberstleutnant Schottke erschießen lassen, da dieser völlig betrunken in seinem Bunker aufgefunden wurde und sich nicht mehr an die Stellungen seiner eigenen Geschütze erinnern konnte. Die Erschießung hatte allerdings ohne Standgerichtsurteil stattgefunden. Er wurde wegen dieses Todesurteils zu drei Jahren Haft verurteilt, von denen er 18 Monate absitzen musste.

Danach war er in der Wirtschaft, u. a. für eine Fluglinie, tätig.

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Urteil der Spruchkammer

Bemerkenswert ist das Urteil der zuständi­gen Spruchkammer im sogenannten Entnazifizierungsprozess. Hier heißt es über Balck:

„Er war eine durchaus tadellose soldatische Persönlichkeit, die in allen Ländern, die eine gute Wehrmacht besit­zen, unbedingt geachtet und geschätzt ist. Es liegen eine Fülle von eidesstattlichen Erklärungen vor, die glaubhaft bescheini­gen, daß seine ganze Weltanschauung auf einer disziplinierten Ordnung und Pflichtbewußtsein basiere […] Auch der z. Zt. hier tätige öffentliche Ankläger Kischke, der den Betroffenen als Kom­mandeur hatte, schilderte ihn als den loyalsten und anständigsten Offizier, den er je kennengelernt habe, der nie als Nationalsozialist anzusprechen sei.“

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Tod

General der Panzertruppe a. D. Georg Otto Hermann Balck starb am 29. November 1982 in Eberbach-Rockenau und wurde auf dem Hasefriedhof in Osnabrück mit militärischen Ehren einschließlich Abordnung der Bundeswehr beigesetzt. Dort befindet er sich nun in einem Gemeinschaftsgrab mit seiner Gattin Marianne.

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Beförderungen

  • Oberjäger (27. März 1913)
  • Fähnrich (18. Dezember 1913)
  • Leutnant (10. August 1914)
  • Oberleutnant (1. Mai 1924)
  • Rittmeister (1 Februar 1929)
  • Major (1. Juni 1935)
  • Oberstleutnant (1. Februar 1938)
  • Oberst (1. August 1940)
  • Generalmajor (1. August 1942)
  • Generalleutnant (21. Januar 1943)
  • General der Panzertruppe (12. November 1943)

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Auszeichnungen (Auszug)

  • Eisernes Kreuz (1914) II. und I. Klasse
    • II. Klasse am 15. Oktober 1914
    • I. Klasse am 26. November 1914
  • Ritterkreuz des Königlichen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern am 3. Dezember 1917
  • Bayerischer Militärverdienstorden IV. Klasse mit Schwertern am 15. November 1914
  • Österreichisches Militärverdienstkreuz III. Klasse mit der Kriegsdekoration am 28. Februar 1916
  • Verwundetenabzeichen (1918) in Gold am 10. Mai 1918
  • Ehrenkreuz für Frontkämpfer
  • Wehrmacht-Dienstauszeichnung IV. bis I. Klasse
  • Wiederholungsspange (1939) zum Eisernen Kreuz II. und I. Klasse (1914)
    • II. Klasse am 12. Mai 1940
    • I. Klasse 13. Mai 1940
  • Königlich Bulgarischer Militärorden für Tapferkeit III. Klasse, 1. Stufe (mit Schwertern) am 2. Dezember 1941 [2]
  • Panzerkampfabzeichen in Bronze am 14. Oktober 1943
  • Panzerkampfabzeichen in Silber
  • dreimalige Nennung im Wehrmachtbericht am 17. Mai 1940, 20. Dezember 1942 und 9. September 1944
  • Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub, Schwerter und Brillanten
    • Ritterkreuz am 30. Juni 1940[2] als Oberstleutnant und Kommandeur des Schützen-Regiments 1
    • Eichenlaub am 20. Dezember 1942 (155. Verleihung) als Generalmajor und Kommandeur der 11. Panzer-Division
    • Schwerter am 4. März 1943 (25. Verleihung) als Generalleutnant und Kommandeur der 11. Panzer-Division im XXXXVIII. Armeekorps
    • Brillanten am 31. August 1944 (19. Verleihung) als General der Panzertruppe und Befehlshaber (mit der Führung beauftragt) der 4. Panzerarmee

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Quelle: Metapedia

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