„Der Flieger von Flandern“ – Friedrich Christiansen „Käppen Krischan“ – General der Flieger und Befehlshaber der Wehrmacht in den Niederlanden

Friedrich Christiansen (Lebensrune.png 12. Dezember 1879 in Wyk auf Föhr; Todesrune.png 3. Dezember 1972 in Aukrug) war General der Flieger und Befehlshaber der Wehrmacht in den Niederlanden.

Friedrich Christiansen (1879 – 1972)

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Jugend

Christiansen stammte aus alter Seefahrerfamilie. Aufgewachsen auf der kleinen Nordseeinsel an der Schleswig-Holsteinischen Küste, wurde die Liebe zur See in ihm allmächtig. Die Vorstellung, dass er einmal einen Beruf ergreifen könnte, der ihn nicht hinaus in die Welt führte, dass er einmal in dumpfen Städten einen Kontorschemel drücken sollte, war für ihn einfach unmöglich. Mit 15 Jahren schon ging er zu See und 17 Jahre lang ist er ihr treu geblieben. Sein ganzes Sehnen nach der Weite der Welt aber vermochte auch sie nicht zu erfüllen. Die andere Seele wollte ihn auch zur Höhe tragen, die Erdgebundenheit ganz vergessen lassen. Kurz entschlossen wurde Friedrich Christiansen 1913 Flieger.

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Erster Weltkrieg

Der Erste Weltkrieg brachte ihm eine Vereinigung beider Sehnsüchte; als Obermatrose wurde er Seeflieger und wie sehr ihn diese Tätigkeit erfüllte, ging bald aus seinen Erfolgen hervor, die ihm den Namen eintrugen, der zu einem Begriff wurde: „Der Flieger von Flandern“.

Christiansen, ein Kerl von echtem Schrot und Korn und ein Kamerad, wie man ihn sich besser nicht wünschen konnte, ging in seiner Aufgabe völlig auf. Unermüdlich zog sein stolzes Flugzug seine Bahnen über das ganze ihm zugewiesene Gebiet, tollkühn griff er jeden Gegner an, der sich in sein Gebiet wagte, alle Gefahren verachtend, wich er nicht der Übermacht. 1917 zum Oberleutnant zur See befördert, wurde ihm die Leitung der Seeflugstation Zeebrügge und damit die Gesamtorganisation des Luftkrieges in Flandern übertragen.

Seine englischen Gegner spürten bald, mit wem sie es zu tun hatten. „Käppen Krischan“, wie alle Welt den kühnen Flieger nannte, hielt sein Gebiet von Feinden sauber. Am 11. Dezember 1917 vernichtete er das englische Luftschiff C27 und wurde dafür Ritter des Pour le Mérite. Als sich englische U-Boote an die flandrische Küste vorwagten, schickten die flandrischen Seeflieger mit Christiansen an der Spitze zwei von ihnen auf den Grund.

Friedrich Christiansen, 1918

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Weimarer Republik

Nach dem Kriege kämpfte Friedrich Christiansen mit den Freikorps bei der Marine-Brigade „von Loewenfeld“ als Führer der Flugstaffel, später wurde er zunächst Fluglehrer bei den Kasparwerken in Flensburg; 1922 aber zog es ihn wieder zur See. Danach übernahm er die Führung eines Handelsschiffes. Auch bei der Friedensarbeit bewahrte er seine hervorragenden seemänischen Tugenden, indem er 120 Passagiere eines amerikanischen Dampfers aus schwerster Seenot errettete, wofür ihm die Goldene Rettungsmedialle der internationalen Rettungsgesellschaft verliehen wurde.

1929 holte sich Claude Dornier Kapitän Christiansen als Sachverständigen, und im darauffolgenden Jahre betraute er ihn mit der Führung des deutschen Riesenflugzeuges „Do. X Nr. I“. Es folgte der erste Transozeanflug nach Nord- und Südamerika.

Es war eine reine Schicksalsfahrt. Das Flugboot wurde vom Missgeschick geradezu verfolgt, aber Christiansen ließ sich nicht entmutigen, er wusste nach echter Seemanns- und Fliegerart das Schicksal zu meistern, und bei dem Rückflug von 26,5 Stunden lächelte ihm die Göttin des Glücks zu: Fortes fortuna adjuvat.

Friedrich Christiansen in seiner Hansa-Brandenburg W.29

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Drittes Reich

Seine Auszeichnungen schließlich führten dazu, dass er von 1933 bis 1937 als Ministerialrat ins Reichsluftfahrtministerium berufen und 1936 zum Generalmajor befördert wurde. Im selben Jahr wurde er zum Kommandanten bzw. Inspekteur aller Fliegerschulen ernannt. 1937 wurde Christiansen der erste Korpsführer des NS-Fliegerkorps und zum Generalleutnant befördert. 1938 war er im Zenit seiner militärischen Laufbahn, als er zum General der Flieger ernannt wurde. Nach dem Westfeldzug war Christiansen vom 29. Mai 1940 bis zum 7. April 1945 Wehrmachtsbefehlshaber in den Niederlanden und zugleich vom 10. November 1944 bis 28. Januar 1945 Oberbefehlshaber der dort eingesetzten 25. Armee.

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Nachkriegszeit

Nach dem Krieg wurde Christiansen verhaftet und vom Sondergericht in Arnheim am 12. August 1948 zu 12 Jahren Haft verurteilt. Der Grund: Christiansen hatte nach Anschlägen auf die Wehrmacht am 2. Oktober 1944 in Übereinstimmung mit der Haager Landkriegsordnung befohlen, das niederländische Dorf Putten niederzubrennen und angeordnet, 660 Männer des Dorfes ab dem 16. Lebensjahr nach Amersfoort und von dort in dasKL Neuengamme zu deportieren.

Im Dezember 1951 wurde Christiansen begnadigt. Seine Freilassung nahm der Stadtrat seiner Heimatstadt Wyk zum Anlass, die ihm 1932 verliehene Ehrenbürgerschaft zu erneuern; zusätzlich wurde eine Straße nach ihm benannt. All dies waren Aktionen von deutscher Seite, die in den Niederlanden mit Empörung aufgenommen wurden. In späteren Jahren wurde die Straßenbenennung rückgängig gemacht.

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Tod

General der Flieger a. D. Friedrich Christiansen fand seine letzte Ruhe im Familiengrab auf dem kleinen Friedhof in Aukrug und befindet sich in einem Gemeinschaftsgrab mit seiner Ehefrau Amanda, geb. Ratjen.

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Beförderungen

  • Bootsmaat der Reserve (30. Sep 1902)
  • Vizesteuermann der Reserve (21. Mar 1915)
  • Leutnant der Reserve der M.A. (18. Feb 1916)
  • Oberleutnant der Reserve der M.A. (25. Jun 1917)
  • Kapitänleutnant der Reserve der M.A. (27. Sep 1918)
  • Ministerialrat (3. Mar 1933)
  • Kapitän zur See (1. Jan 1934)
  • Oberst (1. März 1935)
  • Generalmajor (1. Dez 1935)
  • Generalleutnant (1. Aug 1937)
  • General der Flieger (1. Jan 1939)

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Auszeichnungen (Auszug)

Kaiserreich

  • Abzeichen für Marine Flugzeugführer auf Seeflugzeugen (1913)
  • Ritterkreuz des Königlichen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern am 27. April 1916
  • Preußische Rettungsmedaille am Band
  • Eisernes Kreuz (1914) II. und I. Klasse
  • k. u. k. Österr. Militär-Verdienstkreuz, III. Klasse mit der Kriegsdekoration
  • Hanseatenkreuz Hamburg
  • Pour le Mérite am 11. Dezember 1917 als Oberleutnant der Reserve der Matrosen-Artillerie und Stationsleiter bei der Flugstation Zeebrügge
  • Großherzoglich Oldenburgisches Friedrich-August-Kreuz, II. und I. Klasse, 1918

Drittes Reich

  • Ehrenkreuz für Frontkämpfer
  • Goldene Rettungsmedaille
  • Wiederholungsspange (1939) zum Eisernen Kreuz II. und I. Klasse (1914)
  • Goldenes Parteiabzeichen der NSDAP
  • Gemeinsames Flugzeugführer- und Beobachterabzeichen in Gold mit Brillanten, 1940
  • Wehrmacht-Dienstauszeichnung, IV. bis I. Klasse
  • Kriegsverdienstkreuz (1939), II. und I. Klasse mit Schwertern
  • Deutsches Kreuz in Silber am 1. Juni 1943 als General der Flieger und Wehrmachtbefehlshaber in den Niederlanden

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Quelle: Metapedia

2 Gedanken zu “„Der Flieger von Flandern“ – Friedrich Christiansen „Käppen Krischan“ – General der Flieger und Befehlshaber der Wehrmacht in den Niederlanden

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