Das Massaker von Aussig

Das Massaker von Aussig war ein gegen die deutsche Zivilbevölkerung gerichteter Pogrom in Aussig im Sudetenland am 31. Juli 1945.

Gedenktafel am Altvaterturm für die Opfer des Massakers

.

Hintergrund

Der 31. Juli 1945 war der vorletzte Tag der Potsdamer Konferenz der alliierten Siegermächte. Die Massenmorde in Aussig, Brünn, Postelberg, Landskron, Wekelsdorfund anderen Orten waren keineswegs einfach „Übergriffe“. Sie gehörten vielmehr zum politischen Plan: Da zwar nicht Stalin, wohl aber die Westmächte inzwischen an ihren eigenen Zusagen, die Vertreibung zuzulassen, zweifelten, wollte die erste tschechische Nachkriegsregierung vorab vollendete Tatsachen schaffen. Der damalige Präsident Benes hatte die ernsthafte Sorge, dass die Amerikaner seinen Vertreibungsplänen nicht mehr zustimmen würden. Durch gezielte Maßnahmen versuchte die tschechoslowakische Regierung die Siegermächte des Zweiten Weltkriegs zu überzeugen, dass ein Zusammenleben zwischen Tschechen und Deutschen unmöglich und eine Vertreibung unumgänglich sei. Das Massaker sollte als „Akt des Volkes“ dargestellt werden, war in Wirklichkeit aber zuvor genauestens geplant.

.

Anlass

Am 31. Juli 1945 ereignete sich in Aussig an der Elbe eine Explosion im Munitionslager im nordöstlichen Stadtteil Schönpriesen, in deren Folge eine Gruppe fanatisierter Tschechen deutsche Mitbewohner von der Aussiger Brücke in die Elbe stürzte. Dieses Massaker wurde höchstwahrscheinlich von einem Tschechen organisiert, dem ehemaligen Stabskapitän Bedrich Pokorny aus Prag. Zu diesem Schluss kam der Aussiger Stadtarchivar Vladimir Kaiser nach einer tiefgreifenden Analyse der Antwort Pokornys auf einer Pressekonferenz, die am 1. August 1945 von der damaligen Zeitung Predvoj abgedruckt worden war.

Diese Explosion wurde zum Vorwand für die Ermordung der Deutschen von Aussig. Unmittelbar danach wurde ein Massenmord an Sudetendeutschen begangen.

.

Hergang und Opferzahl

Aus den gesicherten Belegen, die Aussiger Historiker bisher zusammentragen konnten, geht hervor, dass bei dem Massaker in Aussig mindestens 43, im höchsten Fall jedoch 80 bis 90 Menschen ums Leben kamen. Die tatsächliche Zahl liegt mit Sicherheit viel höher. Die höchsten Schätzungen geben 2.000 Todesopfer an.

Sogenannte „Revolutionsgarden“ trieben die mit einer weißen Armbinde gekennzeichneten und somit leicht zu erkennenden Deutschen zusammen und schlugen mit Zaunlatten und Brechstangen wahllos auf sie ein. Viele wurden schließlich von der Neuen Brücke in die Elbe gestoßen. Vom Kleinkind im Kinderwagen bis zum Greis wurden Deutsche gnadenlos in die Elbe geworfen, und wer sich schwimmend zu retten versuchte, wurde rücksichtslos mit Maschinengewehren erschossen. Bis weit nach Sachsen wurden Tote aus der Elbe geborgen. Allein in der Stadt Pirna bei Dresden begrub man 80 Leichen. Die genaue Opferzahl ist unbekannt.

Über das Massaker in Aussig am 31. Juli 1945 berichtete die Augenzeugin Therese Mager:

„Ich lief zur Elbebrücke und sah hier, wie Hunderte deutsche Arbeiter, die aus den Schichtwerken kamen, in die Elbe geworfen wurden. Auch Frauen und Kinder sowie Kinderwagen stießen die Tschechen in den Strom. Es waren meistens schwarz uniformierte Tschechen mit roten Armbinden. Sie warfen Frauen und Kinder, die sich nicht wehren konnten, von der 20 Meter hohen Brücke in die Fluten. Die Massenverfolgung der Deutschen dauerte bis in den späten Abend. Wir hörten aus allen Ecken und Straßen Schreie und Weinen. Weder eine Behörde noch die russische Besatzungsmacht schritten gegen diesen Massenmord ein. Zahlreiche Deutsche, die sich aus der Elbe schwimmend gerettet hatten, wurden durch Maschinengewehre beschossen. In Aussig schätzte man die Gesamtzahl der auf solche Weise ums Leben Gekommenen auf 800 bis tausend.“

.

Verantwortlichkeit

Seit sich Ende 1989 die Archive öffneten, befasst man sich im – ohnehin von den Tschechen annektierten – Aussig mit jenem Massaker an der deutschen Bevölkerung. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts meinen tschechische Forscher, dass die an den Ausschreitungen beteiligten Tschechen nicht aus der Stadt selbst stammten, sondern von anders her mit einem bestimmten Auftrag hierher gebracht wurden [Juden]. Dazu der Historiker Martin Vesely aus Aussig:

„Meiner Meinung nach war das keine spontane Aktion, das Massaker, das nach der Explosion in der Munitionsfabrik stattfand. Die letzten historischen Forschungen kamen auch zu dem Ergebnis, daß das kein Zufall war, sondern eine gezielte Aktion.

.

Gegenwart

Die Brücke trägt zu Nachkriegszeiten den Namen Edvard Benes, der verantwortlich ist für die völkerrechtswidrigen sogenannten Benes-Dekrete aus dem Jahre 1945.

An der Außenfassade des Altvaterturms auf dem Wetzstein bei Lehesten im südlichen Thüringer Wald wurde am 28. August 2005 eine Bronze-Relieftafel zum Gedenken an die Opfer angebracht.

Die Neue Brücke vom Schreckensteiner Elbeufer gesehen

.
Quelle: Metaapedia

Ein Gedanke zu “Das Massaker von Aussig

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s