Uwe Barschel – der frühere Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, wird in einem Hotelzimmer in Genf – vom MOSSAD ermordet! – tot aufgefunden

Uwe Barschel (* 13. Mai 1944 in Glienicke/Nordbahn, Berlin; † in der Nacht vom 10. zum 11. Oktober 1987 in Genf) war ein deutscher Politiker (CDU;Schleswig-Holstein).

Uwe Barschel (links) 1983 im Gespräch mit Lothar Späth

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Werdegang

Herkunft

Uwe Barschel, evangelisch-lutheranisch, wurde 1944 in Glienicke bei Berlin als Sohn des Mathematikers Heinrich Barschel geboren. Der Vater fiel vermutlich am 1. April 1945 in den letzten Kämpfen um Berlin, die Familie flüchtete in den Wirren des Kriegsendes nach Börnsen (Kreis Herzogtum Lauenburg) zu den Großeltern, wo Barschel gemeinsam mit seinen Geschwistern aufwuchs. Die Mutter war als Näherin tätig.

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Ausbildung

Uwe Barschel besuchte das Otto-Hahn-Gymnasium in Geesthacht, wo er als Schulsprecher Karl Dönitz, den von Adolf Hitler ernannten letzten Reichspräsidenten, einlud und damit politisch für Aufsehen sorgte. Nach dem Abitur 1964 absolvierte er ein Studium der Rechtswissenschaften in Kiel und legte 1968 die Erste, 1971 die Zweite Juristische Staatsprüfung ab. Während des Referendariats studierte er 1969-1971 auch Politologie, Volkswirtschaftslehre und Pädagogik und war als Lehrbeauftragter an der Pädagogischen Hochschule Kiel tätig. 1970 promovierte er mit dem Thema „Theoretische Möglichkeiten und Grenzen der Strafrechtspolitik einer politischen Partei“ zum Dr. jur. Nach kurzer Tätigkeit als Gerichtsassessor bei der Staatsanwaltschaft in Lübeck ließ er sich als Rechtsanwalt und Notar nieder (Zulassung 1971). Im gleichen Jahr erfolgte seine zweite Promotion zum Dr. phil. (Politologie). Mitte der 1980-er-Jahre beabsichtigte Barschel, sich aus der Politik zurückzuziehen und eine wissenschaftliche Laufbahn zu beschreiten; seine Habilitationsschrift war zum Zeitpunkt seines Todes (1987) fast fertiggestellt.

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Wirken

Politischer Aufstieg

Bereits 1960 trat Uwe Barschel in die Junge Union ein, 1962 in die CDU. 1964/1965 war er u. a. schleswig-holsteinischer Landesvorsitzender des Ringes Politischer Studentenverbände, 1967-1971 Landesvorsitzender der Jungen Union. 1968 wurde er stellvertretender CDU-Kreisvorsitzender (ab 1973 Kreisvorsitzender) im Herzogtum Lauenburg, 1970 Mitglied des Kreistages (bis 1974) und zugleich für zwei Jahre Kreisrat. 1969 stieg der 25-Jährige bereits zum stellvertretenden CDU-Landesvorsitzenden auf. In den schleswig-holsteinischen Landtag wurde Barschel erstmals 1971 gewählt. Von 1971 bis 1973 war er als Parlamentarischer Vertreter des Kultusministers und Regierungsbeauftragter für Jugend und Sport tätig.

Im Landtag war Barschel zunächst stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion, von Mai 1973 bis Januar 1979 dann deren Vorsitzender. Als streitbarer Debattenredner hielt er die Fraktion so gut zusammen, dass sie auch nach den Landtagswahlen von 1975, als ihr Stimmenvorsprung auf ein Mandat zusammenschrumpfte, keine Abstimmungsniederlage hinnehmen musste. Zugute kam Barschel dabei die enge Zusammenarbeit mit dem Landesvorsitzenden Gerhard Stoltenberg, der ihn stets gefördert hat. Als Gerd Lausen zum 1. Januar 1979 den Vorsitz im Vorstand der Schleswig-Holsteinischen Landesbank übernahm, wurde Barschel — jetzt 35 Jahre alt — sein Nachfolger als Finanzminister.

Nach den Landtagswahlen vom 29. April 1979, bei denen sich die CDU unter Stimmverlusten (48,3 statt bisher 50,4 %) der Mandatszahl nach knapp behaupten konnte, bildete Ministerpräsident Stoltenberg Ende Mai die Regierung um. Barschel tauschte mit dem bisherigen Innenminister Rudolf Titzck das Ressort. Als Innenminister vertrat Barschel konsequent die Auffassung, der Staat müsse Flagge zeigen. So stellte er sich bei den großen Demonstrationen gegen den Bau des Kernkraftwerks Brokdorf an der Unterelbe hinter das vom Landrat verhängte Demonstrationsverbot und erstattete Anzeige gegen den Vorsitzenden des Bundesverbandes der Bürgerinitiativen (BBU), Jo Leinen. Er plädierte auch für Vermummungsverbot und Einführung des CS-Reizgases. Die Ansichten des FDP-Bundesinnenministers Baum waren Barschel vielfach „zu liberalistisch“, so z. B. in der Extremisten- oder Asylantenfrage. Seine Ansichten zu diesen Fragen legte Barschel noch als Innenminister im Herbst 1982 in „Thesen der CDU für die innere Sicherheit“ nieder.

Barschel, mit Gerhard Stoltenberg und Kai-Uwe von Hassel, wird daraufhin 1982 neuer Ministerpräsident des Bundeslandes

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Wahl zum Ministerpräsidenten

Als nach langem Siechtum die sozial-liberale Koalition in Bonn schließlich am 17. September 1982 zerbrach und am 1. Oktober 1982 Helmut Kohl durch konstruktives Misstrauensvotum zum neuen Bundeskanzler gewählt wurde, war von vornherein klar, dass Ministerpräsident Stoltenberg als neuer Bundesfinanzminister nach Bonn gehen werde. Dieser schlug Uwe Barschel als Nachfolger vor, der am 14. Oktober mit 37 Stimmen zum Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein gewählt wurde. Stoltenberg behielt aber auch weiterhin den Landesvorsitz der Partei.

Während die CDU bei den vorgezogenen Bundestagswahlen vom 6. März 1983 mit 46,5 % unter dem Bundesdurchschnitt von 48,8 % blieb, konnte die CDU eine Woche später bei der Landtagswahl am 13. März mit 49 % der Stimmen eine klare Mehrheit an Sitzen (39 gegen 34 der SPD) sichern; FDP und Grüne schieden aus dem Landesparlament aus. Barschel konnte damit ein überzeugendes Ergebnis verbuchen, nicht zuletzt auch als Folge eines sehr engagierten persönlichen Einsatzes im Wahlkampf.

Konferenz der Ministerpräsidenten: Barschel, Lothar Späth und Bernhard Vogel, 1983

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Uwe Barschel galt lange als Musterbeispiel eines überaus erfolgreichen jungen Politikers, der seinem Amt gewachsen schien, und wurde entsprechend in den Medien porträtiert. Er griff bei konservativer Grundhaltung aktuelle Themen geschickt auf, scheute sich nicht vor Besuchen in der DDR und nahm sich der Umweltprobleme an (Naturpark Wattenmeer; Reinhaltung der Nordsee), wobei er aber auch auf Widerstand (z. B. bei den Briten) stieß. Auf der anderen Seite warnte er vor dem Ausstieg aus der Kernenergie. Auf dem Mediensektor trat er konsequent für den Privatfunk ein und vertrat nach anfänglichen Differenzen mit Hamburg in Fragen der Verkehrs- und Energiepolitik ein gemeinsames Handeln der Küstenländer z. B. bei der Verteilung von Standortinteressen, der Sicherung der Landwirtschaft und der Berücksichtigung der norddeutschen Region in der Forschungs- und Entwicklungspolitik. 1985 war Barschel (neben Justus Frantz) Mitinitiator des seit 1986 jährlich stattfindenden, über die Landesgrenzen hinaus beachteten Schleswig-Holstein Musik-Festivals, bei dessen Gründungsveranstaltung der Politiker an der Aufführung von Saint-Saëns’ „Karneval der Tiere“ als Erzähler mitwirkte.

Im November 1985 bildete Barschel seine Regierung um, berief Heiko Hoffmann als Justizminister und Manfred Biermann als Wirtschaftsminister in der Nachfolge Westphals. Einen deutlichen Dämpfer musste die CDU bei den Kommunalwahlen im März 1986 einstecken, als sie landesweit von 50,1 % (1982) auf nur noch 44,2 % der Stimmen zurückfiel, während die SPD von 34,6 % auf 40,3 % aufholte. Die Grünen erreichten 7,4 %, die FDP nur 4,4 %. B. machte für diesen Misserfolg auch die Politik der Bundespartei verantwortlich.

Barschel (2.von links) auf dem Bundesparteitag der CDU, 1986

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„Barschel-Affäre“ und Tod in Genf

Kurz nach seiner eindrucksvollen Wahl zum CDU-Spitzenkandidaten für die Landtagswahl vom 13. September 1987 entging Uwe Barschel bei einem Flugzeugabsturz auf dem Flughafen Lübeck-Blankensee am 31. Mai nur knapp dem Tod. Während Pilot, Kopilotin und Sicherheitsbegleiter ums Leben kamen, erlitt Barschel nicht allzu schwere Verletzungen, die ihn aber doch bis Ende Juli ans Krankenlager fesselten. An Stöcken nahm er den Wahlkampf wieder auf. Da allgemein der Verlust der absoluten Mehrheit der Mandate für die CDU erwartet wurde, machte Barschel der FDP vor der Wahl das Angebot einer Zusammenarbeit „ohne Vorbedingungen“. Der Wahlkampf geriet gegen Ende zu einem Hauen und Stechen, und die CDU bewies z. B. mit dem Vorwurf, die SPD sei für Kindersex und befürworte Abtreibung bis zur Geburt, ihre Nervosität. Unmittelbar vor dem Wahlsonntag platzte mit der SPIEGEL-Titelgeschichte „Watergate in Kiel. Barschels schmutzige Tricks“ (Nr. 38/1987) eine publizistische Bombe, die zwar den Wahlausgang wohl nur unwesentlich beeinflusste, aber einen politischen Skandal bisher nicht gekannten Ausmaßes auslöste („Barschel-Pfeiffer-Affäre“, „Waterkantgate“). Der Artikel beruhte wesentlich auf Aussagen von Reiner Pfeiffer, der Ende 1986 vom Springer-Verlag als Medienreferent an die Kieler Landesregierung vermittelt worden war, und berichtete u. a. über Beschattungsmaßnahmen und eine Steuerdenunziation bei Oppositionsführer Björn Engholm (SPD). Wie erwartet verlor die CDU bei der Wahl mit nur noch 42,6 % der Stimmen 6 Mandate, während die SPD zwei hinzugewann (36) und stärkste Fraktion wurde. Auch eine etwaige CDU/FDP-Koalition erreichte nur 37 Mandate, wobei die Stimmabgabe des SSW-Abgeordneten Karl-Otto Meyer zu einem Patt führen konnte.

Barschel übersteht einen Flugzeugabsturz in Lübeck-Blankensee nur knapp. Er ist der einzige Überlebende des Unglücks, Pilot und Co-Pilot sterben bei dem Unfall

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Uwe Barschel wies die gegen ihn erhobenen Beschuldigungen, v. a. die Versuche, den SPD-Spitzenkandidaten Engholm durch persönliche Verdächtigungen unmöglich zu machen, als erfunden zurück und erhielt zunächst auch Rückendeckung durch die Fraktion, während die SPD seinen Rücktritt forderte. Am 18. September präsentierte Barschel eine Reihe eidesstattlicher Erklärungen, die ihn entlasten sollten, und versicherte ehrenwörtlich seine Unschuld. Pfeiffer blieb jedoch bei seinen Behauptungen, und DER SPIEGEL belegte seine Thesen mit weiteren Informationen über Winkelzüge und Ungereimtheiten. Die FDP unter Führung von Wolf-Dieter Zumpfort ging auf Distanz, und schließlich setzte sich offenbar auch in der CDU-Fraktion die Auffassung durch, dass Barschel nicht mehr zu halten sei. Mit dem Vorwurf einer „öffentlichen Vorverurteilung“ trat er am 2. Oktober 1987 als Ministerpräsident zurück und übergab die Geschäftsführung der Landesregierung an Minister Henning Schwarz. Wenig später trat Barschel einen Urlaub auf Gran Canaria an.

Uwe Barschel während der Pressekonferenz vom 18. September 1987, an der er sein «Ehrenwort» gab, er habe von der Kampagne gegen Björn Engholm nichts gewusst

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In der Woche nach seinem Rücktritt verdichteten sich die Zweifel an der Richtigkeit der eidesstattlichen Versicherungen, so dass die CDU in Abwesenheit Barschels deutlich von ihm abrückte und ihn am 9. Oktober aufforderte, sein Landtagsmandat niederzulegen. Für den 12. Oktober war Barschel vor den Parlamentarischen Untersuchungsausschuss geladen. Zwei Tage zuvor flog Barschel von seinem Urlaubsort nach Genf, um dort einen mysteriösen Entlastungszeugen zu treffen; am 11. Oktober wurde er von Stern-Reporter Sebastian Knauer, der ihm in Genf nachgespürt hatte, im Hotel „Beau Rivage“ tot in einer Badewanne aufgefunden. Die Umstände seines Todes, Zweck seiner Reise nach Genf und die Beweggründe für den später als mutmaßlich angenommenen Selbstmord gaben Rätsel auf und riefen weithin auch Kritik an dem Vorgehen des Reporters und Formen der Berichterstattung hervor (Rüge des Presserats Ende November 1987, Verurteilung des Reporters durch ein Schweizer Gericht).

Barschels Tod beherrschte tagelang die politische Diskussion und der sogenannte „Kieler Sumpf“ noch wochenlang den eingesetzten Untersuchungsausschuss. In einer eindrucksvollen Ansprache im Lübecker Dom Ende Oktober 1987 anlässlich einer Trauerfeier für Barschel beklagte Bischof Wilckens den Verfall der politischen Kultur und die Gefahr eines Schwundes des Vertrauens in die verfassungsmäßigen Institutionen. Die Macht müsse vor sich selbst geschützt werden. Zu Umkehr und Neuanfang brauche es mehr, als fehlsame Menschen zustande bringen. Nach längerem Hin und Her einigten sich die Parteien in Kiel auf eine Neuwahl des Landtags am 8. Mai 1988.

Der leitende Oberstaatsanwalt Heinrich Wille versucht bis 1998, die mysteriösen Umstände von Barschels Tod aufzuklären, das Verfahren wird aber 1998 eingestellt. Wille geht davon aus, dass Barschel ermordet wurde.

Die Umstände seines Todes sind bis heute nicht vollständig aufgeklärt worden. Der Schweizer Toxikologe Professor Hans Brandenberger hatte nachgewiesen, dass Barschel das tödlich wirkende Schlafmittel Cyclobarbital nicht selbst eingenommen haben konnte. Ein anderer musste es ihm verabreicht haben. In seinem Gutachten (2010) verdächtigt Brandenberger den israelischen Geheimdienst MOSSAD, Barschel ermordet zu haben. Die chemischen Analysedaten stimmten bis in Details mit einer Version der Tötung Barschels überein, wie sie der Autor Victor Ostrovsky in seinem Buch „Geheimakte Mossad“ schildert.

Trotz dieser neuen Erkenntnisse Brandenbergers (Mord verjährt nicht) und der hohen nationalen Bedeutung des Falles blieb die zuständige Staatsanwaltschaft weiter untätig. Der Anwalt der Familie Barschel, Justus Warburg, vermutete, dass die deutsche „Staatsräson“, also das besondere Verhältnis der BRD zum Staate Israel, eine Wiederaufnahme verhindere.

Der Autor und ehemalige Mossad-Agent Victor Ostrovsky, eine mögliche Schlüsselfigur zur Lösung des Falles, wurde bis heute nicht von deutschen Behörden befragt.

Obwohl 1987 Farbaufnahmen Standard waren, wurde der Öffentlichkeit nur dieses Schwarz-Weiß Foto gezeigt

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Todesumstände

Das „Barschel-Buch”

Das Buch über Barschels Tod bleibt verboten. Der ehemalige Chefermittler im Fall Barschel, der Lübecker Leitende Oberstaatsanwalt Heinrich Wille ist davon überzeugt, dass Uwe Barschel ermordet wurde.

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Verschwörungstheorien

Die ungeklärten Todesumstände haben zu einer Reihe von Spekulationen und Verschwörungstheorien geführt.

Im Gegensatz zu den meisten Politikern der damaligen Bundesrepublik reiste Barschel mehrfach in die DDR und die Tschechoslowakei. Dies wurde als Hinweis auf verschiedene Verstrickungen im Ost-West-Konflikt gedeutet.

Der politische Mord bzw. der als Selbstmord oder Unfall getarnte Mord ist ein beliebtes Mittel, der vorzugsweise von Geheimdiensten angewendet wird.

Der südafrikanische Waffenhändler Dirk Stoffberg sagte 1994 in einem Interview aus, dass ein ihm bekannter Agent der CIA Barschel getötet hätte, bevor dieser nach Kanada hätte auswandern können. Eine diesbezügliche Absicht Barschels war bis dahin allgemein kaum bekannt. Kurz danach starb Stoffberg mit seiner Freundin unter nicht geklärten Umständen; die offizielle Version lautete auf Doppelselbstmord.

Vor der Öffentlichkeit lange geheimgehaltenes Farbfoto, auf dem „Selbstmörder“ Barschel mit erheblichen Gesichtsverletzungen zu sehen ist

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MOSSAD

Victor Ostrovsky, ein in Kanada lebender ehemaliger Agent des israelischen Geheimdienstes MOSSAD, behauptete in seinem Buch Geheimakte Mossad, Barschel sei Opfer eines MOSSAD-Tötungskommandos gewesen, weil er sich 1987 der Abwicklung geheimer Waffengeschäfte zwischen Israel und dem Iran im Transit über Schleswig-Holstein widersetzt habe und mit seinem Wissen über die Angelegenheit an die Öffentlichkeit zu gehen drohte. Ostrovsky wurde zwar schon 1986, also geraume Zeit vor Barschels Tod, aus den Diensten des MOSSAD entlassen, pflegte jedoch weiterhin Kontakte beim MOSSAD. Auch Abū l-Hasan Banīsadr, bis zu seiner Absetzung 1981 Präsident des Iran, ist davon überzeugt, dass Barschel „eine wichtige Rolle im Waffenhandel mit dem Iran gespielt” hat. Ostrovsky selber war mit dem Fall Barschel betraut. Akribisch schildert er, wie der Mord vorbereitet und schließlich durchgeführt wurde.

Von Anfang an regten sich geheime Zweifel an der Bonner Vertuschungspropaganda hinsichtlich der Version eines Selbstmordes. Barschels Tod blieb jedoch lange Zeit ein Tabu. Ein Schweizer Gutachten wurde überdies unterdrückt und durfte nicht an die Öffentlichkeit gelangen. Der mit dem Fall betraute Kieler Oberstaatsanwalt Wick ging noch einen Schritt weiter. Er ließ ein Gegengutachten in München erstellen, das nur so von Unwahrheiten strotzte. Der Münchner Gutachter behauptete, dass Gewalteinwirkungen an Barschels Körper nicht feststellbar gewesen seien. Später konfrontierte ihn RTL-Explosiv mit Aufnahmen von Barschels Kopfpartien ohne, dass der Experte zunächst wusste, um wessen Kopf es sich dabei handelte. Unvoreingenommen erklärte derselbe Gutachter, dass die abgebildeten Flecken auf den Fotos auf äußere Zeichen von schweren Schlageinwirkungen deuteten.

Der ehemalige MOSSAD-Agent, der (1994) Verbindungen zwischen dem MOSSAD und dem dänischen Geheimdienst unterhielt, hatte von seiner Organisation Einzelheiten über den Mord am schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten, der unter dem Decknamen Aktion „Hannibal“ lief, erfahren. Das Tatmotiv: Barschel wusste alles über den geheimen Waffenhandel zwischen Israel und dem Iran, wobei Kiel und Kopenhagen als heimliche Schleusen fungierten. In Norddeutschland bildete der MOSSAD 20 iranische Kampfpiloten auf zwei Sportflughäfen aus. Als Barschel davon erfuhr, versuchte er die widerrechtlichen Aktivitäten zu stoppen, worauf der MOSSAD mit Hilfe des Bundesnachrichtendienstes eine Kampagne gegen ihn startete. Barschels Pressereferent Reiner Pfeiffer — vom MOSSAD nur der Whistler genannt — wurde mit einer Prostituierten erpresst. Dem Bundesverfassungsschutz wurde die gefälschte Information zugespielt, dass Barschels Bruder in Wirklichkeit ein Strohmann im internationalen Waffenhandel sei. Am 2. Oktober 1987 trat Barschel unter dem Druck der Medien von seinem Amt zurück. Nur zehn Tage später hätte er vor einem Untersuchungsausschuß aussagen sollen. Dazu kam es aber nicht mehr: Barschel wollte reinen Tisch machen und alle auffliegen lassen. Der MOSSAD-Agent Ran rief Barschel an seinem Urlaubsort auf den Kanarischen Inseln an und lockte ihn mit angeblich heißen Informationen nach Genf in die neutrale Schweiz. Aus Brüssel traf zeitgleich eine Gruppe (Kidon) von 7-9 MOSSAD-Mördern in Genf ein. 

Schleswig-Holsteins Generalstaatsanwalt Erhard Rex hat die These, wonach Barschel in Waffengeschäfte verstrickt und in diesem Zusammenhang ermordet worden sei, Ende Oktober 2007 in einer Dokumentation ausdrücklich für nichtig erklärt.

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Mitgliedschaften

Hermann-Ehlers-Stiftung (Vorstand), Stiftung Herzogtum Lauenburg (Präsident), Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband (Landesvorsitzender), Atlantik-Brücke.

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Familie

Uwe Barschel war seit dem 7. Juli 1973 mit der Fremdsprachenkorrespondentin Freya, geb. von Bismarck, verheiratet. Er hinterließ vier Kinder.

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Barschel Ehrenwort, 18. September 1987

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Der Doppelmord an Uwe Barschel, Teil 1

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Der Doppelmord an Uwe Barschel, Teil 2

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Der Doppelmord an Uwe Barschel, Teil 3

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Der Doppelmord an Uwe Barschel, Teil 4

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Der Doppelmord an Uwe Barschel, Teil 5

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Der Doppelmord an Uwe Barschel, Teil 6

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Der Doppelmord an Uwe Barschel, Teil 7

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Quelle: Metapdia

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