Appeasement-Politik: In München treffen die Regierungschefs Großbritanniens, Frankreichs und Italiens zur Münchner Konferenz ein, um die Sudetenkrise beizulegen

Das Münchener Abkommen

Das Münchener Abkommen bzw. Münchener Frieden, geschlossen am 29. September 1938 zwischen dem Deutschen Reich, Großbritannien, Frankreich und Italien, behandelt die Art und Weise der Angliederung der deutsch besiedelten Gebiete in Böhmen und Mähren/Schlesien (also der „Sudetendeutschen Gebiete“) an das Reich und beendete die tschechische Besetzung des Sudetenlandes. Entgegen der offiziellen Geschichtsschreibung wurde die Angliederung der Gebiete vom damaligen Reichskanzler Adolf Hitler nicht unter Kriegsandrohung erpresst, sondern vielmehr bereits am 19. September 1938 durch Frankreich und Großbritannien in Separatkonsultationen mit der Tschechoslowakei ohne Teilnahme des Deutschen Reiches beschlossen.

„Denn was soll man denken wenn man sich erst in München zusammensetzt und ein Abkommen abschließt, nach London zurückkehrt, um dort sofort dann zu hetzen anfängt, dieses Abkommen als eine Schande bezeichnet, ja versichert, daß sich ein zweites Mal sowas nicht wiederholen darf; mit anderen Worten, daß eine freiwillige Verständigung überhaupt nicht mehr denkbar sein soll für die Zukunft?“

– Adolf Hitler, in der Rede vom 30. Januar 1940 –

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Das Sudetenland (braun) und die deutschen Sprachinseln innerhalb der sogenannten Tschecho-Slowakei

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Die im Zuge des Abkommens befreiten deutschen Gebiete

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Geschichte

Bereits am 4. März 1919 demonstrierten große Teile der Bevölkerung der deutschsprachigen Gebiete Böhmens und Mährens für den Verbleib bei der Republik Deutsch-Österreich und gegen die Eingliederung in die gerade neu gegründete Tschechoslowakei. Anlass für die Demonstrationen waren die Wahlen zur Nationalversammlung der Republik Deutsch-Österreich, von deren Teilnahme die Sudetendeutschen gewaltsam abgehalten wurden. Am 1. Oktober 1938 sollte die Rückgliederung der Sudetengebiete beginnen und bis zum 10. Oktober abgeschlossen sein. Ans Reich zurückgegeben wurden alle Gebiete Böhmens, Mährens und Mährisch-Schlesiens mit mehr als 50 % Deutschen. Der genaue Grenzverlauf wurde von einem international zusammengesetzten Ausschuss am 21. November 1938 festgelegt. Am 30. September nahm die tschechische Regierung die Vorschläge an.

Im Zuge des sogenannten Versailler Vertrages wurde die Tschecho-Slowakei nach Abtrennung von Österreich-Ungarn durch die Siegermächte als Kunstprodukt gegründet, um im Rücken Deutschlands einen weiteren Kunststaat neben Polen zu schaffen. Diese Kunststaaten waren rein politischer Absicht mit dem Ziel der weiteren Schwächung Deutschlands. Der Tschecho-Slowakei wurden dabei willkürlich deutsche Gebiete zugesprochen. Dies war auch auf tschechische Fälschungen durch Eduard Benes über angeblich mehrheitlich tschechische Besiedlung zurückzuführen. Infolgedessen kam es zu schwersten Repressalien an der mehrheitlich deutschen Bevölkerung im Sudetenland von tschechischer Seite. Um diesen unhaltbaren Zustand zu beenden und die mehrheitlich deutschen Gebiete auch politisch und wirtschaftlich lebensfähig zu erhalten kam es zum Münchner Abkommen als beispielhafter friedlicher Revision eines der unzähligen Fehler des sogenannten Versailler Vertrages. Darauf bezog sich auch Adolf Hitler in seiner drei Tage zuvor erfolgten Rede vom 26. September 1938 im Berliner Sportpalast.

Postkarte zum Anlass des „Münchener Abkommens“

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Adolf Hitlers Pläne und das Münchner Abkommen

Zu seinen Generälen soll Adolf Hitler in einer Ansprache vor den Oberbefehlshabern am 22. August 1939 laut Redeprotokoll vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges retrospektiv über das Münchner Abkommen gesagt haben:

„Die Gegner haben nicht mit meiner großen Entschlußkraft gerechnet. Unsere Gegner sind kleine Würmchen. Ich sah sie in München. […] Nun ist Polen in der Lage, in der ich es haben wollte. […] Ich habe nur Angst, daß mir noch im letzten Moment irgend ein Schweinehund einen Vermittlungsplan vorlegt.“

Diese Sätze wurden Gerd Schultze-Rhonhof zufolge für den Nürnberger Prozess nachträglich in das Protokoll dieser Rede von den „Befreiern“ hineingefälscht.

Adolf Hitler „bestätigt“ das Münchner Abkommen

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Der Anschluss des Sudetenlandes – Wille des Volkes

„Wir sind alle der Meinung, daß die Sudetendeutschen ein Anliegen hatten, doch daß ihre Beschwerden erst berücksichtigt wurden, als Deutschland stark genug wurde, um für sie einzutreten.“

– Sir Archibald Southby –

Den Konflikt mit dem Reich wegen der Sudetenfrage beantwortete die Tschechoslowakei mit der Mobilmachung der tschechischen Armee am 21. Mai 1938. Der Mobilmachung ging keinerlei deutsche Truppenbewegung voraus, mit der die tschechische Kriegsprovokation hätte begründet werden können. Dazu schrieb William C. Bullitt, US-Botschafter in Paris, in einer Mitteilung an Roosevelt:

„… die tschechische Mobilmachung müsse als Anstiftung zum Krieg in Europa aufgefaßt werden.“

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Vollzug durch die Siegermächte des Ersten Weltkrieges

Die tschechische Räumung des Sudetenlandes vereinbarten einzig und allein die Ententemächte England, Frankreich und Italien. Nur sie waren als Versailler Vertragsunterzeichner dazu berechtigt. Deutschland bestätigte lediglich diese Entscheidung im Sinne des Selbstbestimmungsrechts der Völker.

„…Und der Punkt 2 des Münchener Abkommens gibt auch nur dem zu denken, der ihn liest und dabei feststellt, daß ‚die Räumung des [Sudeten-]Gebiets bis zum 10. Oktober‘ nicht die deutsche Wehrmacht erzwingt, sondern ‚das Vereinigte Königreich, Frankreich und Italien v e r e i n b a r e n‘. Deutschland erscheint unter den v e r e i n b a r t e n Mächten überhaupt nicht. Dieser Umstand wirft die Frage auf nach dem Grund für das Fehlen Deutschlands. Der Grund ist in der Geschichte zu suchen, in concreto in den Ereignissen der Jahreswende 1918/19. Damals besetzten tschechische Militäreinheiten in einer immerhin drei Monate dauernden Gewaltaktion die deutschen Siedlungsgebiete Böhmens, Mährens und Sudetenschlesiens, um die von deren Bevölkerung abgelehnte Angliederung an die in der Entstehung begriffene Tschechoslowakei zu erzwingen. Auf Ersuchen der Tschechen billigten die siegreichen Ententemächte Frankreich, Großbritannien und Italien die vollzogene Besetzung nachträglich, aber auch das wiederum nur bis zur endgültigen Festlegung der Grenzen in einem Friedensvertrag.“

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Wortlaut des Abkommens

1938-09-29

Abkommen zwischen Deutschland, dem Vereinigten Königreich, Frankreich und Italien, getroffen in München, am 29. September 1938 Deutschland, das Vereinigte Königreich, Frankreich und Italien sind unter Berücksichtigung des Abkommens, das hinsichtlich der Abtretung des sudetendeutschen Gebiets bereits grundsätzlich erzielt wurde, über folgende Bedingungen und Modalitäten dieser Abtretung und über die danach zu ergreifenden Maßnahmen übereingekommen und erklären sich durch dieses Abkommen einzeln verantwortlich für die zur Sicherung seiner Erfüllung notwendigen Schritte.

1.) Die Räumung beginnt am 1. Oktober.

2.) Das Vereinigte Königreich, Frankreich und Italien vereinbaren, daß die Räumung des Gebiets bis zum 10. Oktober vollzogen wird, und zwar ohne Zerstörung irgendwelcher bestehender Einrichtungen, und daß die Tschechoslowakische Regierung die Verantwortung dafür trägt, daß die Räumung ohne Beschädigung der bezeichneten Einrichtungen durchgeführt wird.

3.) Die Modalitäten der Räumung werden im Einzelnen durch einen internationalen Ausschuß, der sich aus Vertretern Deutschlands, des Vereinigten Königreichs, Frankreichs, Italiens und der Tschechoslowakei zusammensetzt.

4.) Die etappenweise Besetzung des vorwiegend deutschen Gebietes durch deutsche Truppen beginnt am 1. Oktober. Die vier auf der anliegenden Karte bezeichneten Gebietsabschnitte werden in folgender Reihenfolge durch deutsche Truppen besetzt: Der mit I bezeichnete Gebietsabschnitt am 1. und 2. Oktober, der mit II bezeichnete Gebietsabschnitt am 2. und 3. Oktober, der mit III bezeichnete Gebietsabschnitt am 3., 4. und 5. Oktober, der mit IV bezeichnete Gebietsabschnitt am 6. und 7. Oktober. Das restliche Gebiet vorwiegend deutschen Charakters wird unverzüglich von dem oben erwähnten internationalen Ausschuß festgestellt und bis zum 10. Oktober durch deutsche Truppen besetzt werden.

5.) Der in Paragraph 3 erwähnte internationale Ausschuß wird die Gebiete bestimmen, in denen eine Volksabstimmung stattfinden soll. Diese Gebiete werden bis zum Abschluß der Volksabstimmung durch internationale Formationen bestimmt werden. Der gleiche Ausschuß wird die Modalitäten festlegen, unter denen die Volksabstimmung durchgeführt werden soll, wobei die Modalitäten der Saarabstimmung als Grundlage zu betrachten sind. Der Ausschuß wird ebenfalls den Tag festsetzen, an dem die Volksabstimmung stattfindet; dieser Tag darf jedoch nicht später als Ende November liegen.

6.) Die endgültige Festlegung der Grenzen wird durch den internationalen Ausschuß vorgenommen werden. Dieser Ausschuß ist berechtigt, den vier Mächten Deutschland, dem Vereinigten Königreich, Frankreich und Italien in bestimmten Ausnahmefällen geringfügige Abweichungen von der streng ethnographischen Bestimmung der ohne Volksabstimmung zu übertragenden Zonen zu empfehlen.

7.) Es wird ein Optionsrecht für den Übertritt in die abgetretenen Gebiete und für den Austritt aus ihnen vorgesehen. Die Option muß innerhalb von sechs Monaten vom Zeitpunkt des Abschlusses dieses Abkommens an ausgeübt werden. Ein deutsch-tschechoslowakischer Ausschuß wird die Einzelheiten der Option bestimmen, Verfahren zur Erleichterung des Austausches der Bevölkerung erwägen und grundsätzliche Fragen klären, die sich aus diesem Austausch ergeben.

8.) Die Tschechoslowakische Regierung wird innerhalb einer Frist von vier Wochen vom Tage des Abschlusses dieses Abkommens an alle Sudetendeutschen aus ihren militärischen und polizeilichen Verbänden entlassen, die diese Entlassung wünschen. Innerhalb derselben Frist wird die Tschechoslowakische Regierung sudentendeutsche Gefangene entlassen, die wegen politischer Delikte Freiheitsstrafen verbüßen.

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Völkischer Beobachter vom 1. Oktober 1938: Das Sudetenland kehrt Heim!

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Besetzung der Resttschechei

Ausdrücklich im Vertrag nicht vorgesehen war die Besetzung der Resttschechei. Aus Gründen der nationalen Sicherheit ließ Adolf Hitler am 15. März 1939 in der Resttschechei Truppen einmarschieren und schuf das Reichsprotektorat Böhmen und Mähren, in dem die Tschechen weitgehende Autonomierechte genossen. Die Gründe für die Besetzung waren völkerrechtlich legitim:

„Das Münchener Abkommen, in dem ein feierlicher Kriegsverzicht niedergelegt war, ist vielmehr in dem Augenblick durch England gebrochen worden, als es Deutschland den Krieg erklärte.“

Botschafter Abetz erklärte dazu:

„Wer es in Ordnung fand, daß bis September 1938 dreieinhalb Millionen Deutsche gegen ihren Willen zum staatlichen Zusammenleben mit sechseinhalb Millionen Tschechen gezwungen worden waren, hatte kein Recht dagegen aufzutreten, daß im April 1939 diese sechseinhalb Millionen Tschechen gegen ihren Willen in einen Staatsverband mit achtzig Millionen Deutschen aufgenommen wurden.“

Die Slowakei wurde vom Deutschen Reich am 14. März 1939 anerkannt. Die Kontrolle über die Resttschechei war für Adolf Hitler aus militärstrategischen Gründen wichtig, weil dieser lange Landstreifen bis in die Mitte des Deutschen Reiches hineinreichte. Adolf Hitlers relativ leichter Erfolg bei der Landnahme und die eher abwartende Haltung der westlichen Demokratien motivierten auch andere Nachbarn der ČSR zur Landnahme. Ungarn besetzte 1938 Grenzgebiete mit teils ungarischer Bevölkerung und 1939 die Karpatoukraine, Polen okkupierte Gebiete in Teschen mit einer polnischen Bevölkerung im Oktober 1938.

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Umgang der BRD mit dem Abkommen

Das Münchener Abkommen ist laut dem sogenannten „Normalisierungsvertrag“ der Bundesrepublik Deutschland mit der Tschechoslowakei (ČSSR) vom 11. Dezember 1973, ratifiziert 1974, nicht bindend, da die vertragschließenden Staaten des Abkommens sich 1938 zu Lasten eines Drittstaates, der Tschechoslowakei, geeinigt hätten. Allerdings hatten eben jene Staaten die Tschecho-Slowakei in den zu korrigierenden Grenzen auch erst gegründet, insofern ist dieser „Normalisierungsvertrag“ der BRD für Deutschland nicht bindend.

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Zitate

„Die Tschechoslowakei hat Gebiete verloren […] die klugerweise in Versailles in den tschechischen Staat gar nicht hätten eingegliedert werden sollen und welche niemals – es sei denn auf der Basis einer Föderation – dort dauernd verbleiben konnten.“ 

–  Nevile Henderson, britischer Botschafter –

„Es überwiegt in der Öffentlichkeit die Meinung, als gehöre das Münchener Abkommen zu den vielen Vergehen des Dritten Reiches – eine absurde Umkehrung der Fakten.“

–  Hellmut Diwald –

„Die Tschechen haben tausendmal weniger und die Polen hundertmal weniger erlitten im Vergleich zu dem, was sie in den letzten beiden Generationen den Deutschen zugefügt haben.“

– David L. Hoggan, VS-amerikanischer Geschichtswissenschaftler –

„Wir sind nicht nach München gegangen, um zu entscheiden ob die vorwiegend deutschen Gebiete des Sudetenlandes nach Deutschland überführt werden sollen. Das war bereits entschieden.“

– Neville Chamberlain –

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Quelle: Metapedia

3 Gedanken zu “Appeasement-Politik: In München treffen die Regierungschefs Großbritanniens, Frankreichs und Italiens zur Münchner Konferenz ein, um die Sudetenkrise beizulegen

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